Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1626 (22.8.1923)
- Date
- 1923-08-22
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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wc.-i«r «<m. MkivoH ■öle asfimMerte» Jude« im polnischen Seim. Der Deputierte Dr. W Y g o d z k i gibt in: Wilnaer Tagblatt „Unser Freund" eine ausgezeichnet beobachtete Schilderung der Juden, Halbjuden und Judenstämmlinge, die den: polnischen Sejm angehören. Dort schreibt er unter anderen:: „Wenn man die Sej:nabgvordneten näher betrachtet, so bemerkt man, daß es unter ihnen Juden aller Schattierungen bis zum extremsten rechten Flügel gibt. Es läßt sich auch leicht konstatieren, daß eine ziemlich große Anzahl von Juden in den Sejn: gekommen ist, obwohl sie. nicht als Juden gewählt wurden. Und wie es im Leben der Fall ist, so stehen auch im Sejn: alle Juden, welche schamvoll ihr Judentun: verbergen, den: jüdischen Volk fern, fremd und vielfach auch feindlich gegenüber. Es gibt im Sejm Juden aller A s s i m i l a t i o n s g r a d e. Gehen lckir nach jiidischer Art von rechts nach links vor, so ist zu bemerken, daß, je mehr wir nach rechts blicken, desto stärker assimilierte „jüdische" Elemente dort zu finden sind. Auf den: extremsten rechten Flügel ist nur ein guter Kenner imstande, die sehr stark veränderten „Inden" zu ernennen. Da gibt es einen P r i e st e r mit den: geistigen Gehaben eines Großii:quisitors, mit den: asketischen Aussehen eines Mönchs. Der Judenhaß ist bei ihn: zur fixen Idee geworden. Wenn er sich erhebt, wenn seine schwachen entzündeten schwarzen Augen plötzlich aufflackern, wenn sein dunkles, mageres Gesicht nervös zuckt, wenn seine Bewegungen zitternden Fanatismus verraten, seine Worte hastig, von lebhaften Gesten begleitet hervorgestoßen werden, wenn n:an ihn so reden hört und seine rasche Auffassungskraft, seinen geradezu t a l m u d i s ch e i: G e d a n k e n g a n g, seinen immer einen Ausweg findenden Verstand merkt, der aber von einen: zu starken Gefühl gar oft unterdrückt wird — dann erkennt man, daß es ein I u d e ist. Und tatsächlich, in den: Deputiertet: L u t o s l a wski hat sich durch Generationen, trotz so vieler Mischung, eine starke jüdische Individualität erhalten. Ein wenig weiter begegnen wir der Frucht einer Mischehe. Von der jüdischen Nase ist keine Spur mehr geblieben, nur die Haare sind noch ein tvenig gekräuselt und in den tiefschwarzen Angen liegt noch ein Rest der für jüdische Augen so charakteristischen Melancholie. Kleine Hände, typisch für eine:: Rabbi, und starkes Temperament, scharfes Denken, ungewöhnliche Dialektik, ein gewisser Hang zu talmudischen Schlüssel:, fanatisch heiße Liebe für Polen, guter literarischer Spürsinn. Wahrlich, ein mächtiges Stück Jude ist in diesen: Sprossen einer Mischehe. Solcher Sprößlinge gibt es eine große Zahl in Polen. Ein wenig weiter links, treffen wir schon typische Juden, getauft oder nicht getauft, aber alle assimiliert, wie es >der s 0 z i a l d e n: 0kratische Sch ul ch an Aruch erfordert. Typisch sind hier nicht bloß die Namei:, die Gesichter, die Haare, das Aussehen, typisch ist auch der ganze seelische uiib denkerische Zustand. Es sind zumeist Menschen mit guter Bildung, sie sprechen ein ausgezeichnetes Polnisch,' oft ein besseres als eine Anzahl ihrer reinrassigen Mitdeputierten. Fast alle haben sich unter der Fahne des marxistischen Sozialismus gesannnelt, und sie übertreffen in dogmatischem Fanatismus ihre nichtjüdischen Genossen. Noch stärker ist der Fanatismus auf den: Gebiete des polnischen Patriotismus. Wäre die rote Fahl:e nicht, sie würden ihren Chauvinisnms noch n:ehr zeigen als die Rechten. Vor allem aber übertreffen sie ihre Kollegen im A n t i s e m i t i s n: u s. Es muß gesagt werden: die g r ö ß t e n I u d e n f e i n d e i n Polen sind die a s s i m i l i e r t e n I u d e n. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, muß n:an sagen, daß alle diese jüdischen Sejmpolen tiichlige Arbeiter im Parlament sind; leider aber bringt ihnen ihre tragikomische Situation häufig Unannehmlichkeiten, und daß einem solchen Polen, wenn 'er auf der Sejmtribüne steht, das Wort „Jude" aus dem Hause entgegengeschleudert wird, ist ziemlich häufig. Der „Europäische Kurorte- und Bäderturier". Seit einigen Monaten macht ein junger Mann eine -Ruuldvsife durch die Kurorte der Republik, stellt sich bei den Kur- oder BäderdivektÄnen Äs Rittmeister a. D. Gaifta0 Flicsek vor :md beruft sich aus eine Empfehlung des Bundesminist er in m s. Er erbittet vom den Direktionen einen GelorÄrief an die EtMissements der betreffenden Kurorte zur Einschaltung von Inseraten in den von ihn: angeblich hwausigeigeibenen ,-EuroPäis ch nt ' Knror t cu n d BäderTuirier". In der Tat ist es im gelungen, Insevcstenaichträge zu erhalten, erschienen ist aber eine Nummer dieses Kuriers bisher nicht. Durch sein Auftreten hat sich der Mann verdächtig gemacht. Als Adresse,: hat er ein Haus in der Unteren Donaustraße in Wien ainlb ein Haus in der Bve'itenseorftvaße gcummt, doch hat die Wiener Polizeiibchövde scheiben, daß Flicifeik, der wegen Betruges schon teinmall abgestraft ist und auch verfolgt wird, in diese,: beiden Häusern nicht gewohnt, sondern dort wohnende Bekannte gelten hat, sie möchten die Post für ihn in Entipfang nehn:eu. Der Mann bediente sich auch pompöser Briefpapiere des „Europäischen Milder- :md Kurorteknriers". Wo er überall schon Betrügereien ausgeführt hat, ist noch nicht bekannt; es ist aber anznnehmen, daß er tu vielen Orten Inserate für sein gar nicht existierendes MM anfgenommen hat. Die Erhebungen führt in: SichcsthoitZlburocm Kommissär Dr. K r c i §, an den auch diesboziüglich>e Anzeigen zn richte:, sind. __Wiener Morgerizeitung._ Kollettivverttagsverlängerung in per Wiener Metallinvuftrie. In der Wiener Met all iudust rie wurde Ende Mai d. I. von den monaKichen LohnverhaiMnugen int Anschluß an die Ber'lMtlbarungen d.'s Leiöenskosteuindcx abgegangen m:d ein dreimonatiger Vertrag mit während der Bertragsdauer um veränderlich en Löhnen geischlossen. Dieser Vertrag wäre Ende Augmst abgelamsen, doch haben die noch vor Ablauf des Vertrages eurgeleiticten Verhandln,:gen zu einer unveränderten Verlängerung des Vertrages bis Ende O kt 0 ber geführt. Unsicheres Wetter. Ein über England erschienenes Luftdruckminimum hat in Oesterreich rasches Aufklären bewirkt. In Innsbruck stieg die Temperatur auf 25 Grad. Das Schönivetter dürfte aber nur von kurzer Dauer sein. Voraussage: Heiter, rasche Temperaturzunahme, auft ftischende südliche Winde, S ch ö n w e t t e r, wahrscheinlich nur von eintägiger Dauer, übermorgen wieder Verschlechterung. Die LebensrnMeirnärtte. , Rindfleisch billiger. Die sehr gute Beschickung des gestrigen R'mdermaMes in St. Marx bewirkte eine Entspannung aus dem Fleischmarkt-e. indem den gestrigen Ermäßigungen der LebeNdviehprcise heute auch Ermäßigungen des Rindfleisch- Preises folgten. Großhandel w,rrde der Preis für Rindfleisch heute vorläufig um 1000 Kronen pro Kilogramm hernntergefeNt, doch erwartet inan mit Rücksicht aus das große ^Angebot und den verhältnismäßig schlioachen Absatz weitlere Preisrückgänge für Rindfleisch. Auch im Drl'aiHanLel nrußte bei vielen Verkaufständen der Preis für Rindfleisch bereits heute ,,,,: 1000 Kronen vro Kilogramm ermäßigt werden. Tie Preise der übrigen Fleischgatinna-en bli-eben unverändert. Die Grünwarenmärkte wichen eine reichliche Beschickung aus, namentlich- Kartoffeln: waren in großen Mengen angelemmen. Infolge der l-ckhaneren Itachfrage. angeblich sollen die znrückk-ehre-nden 'Sommerfrischler einen stärkeren Konsnn: der Onal-itütsgemMe ans den Wiener Märikten im Gefolge haben, baden einzelne Gcmüscgattnnaen, wie Kochsalat, Kraut und Kohl, im Preise etwas an ge zogen. Die O b st markte sind g a'chsalls amt versorgt, namenttich mit Birnen und AcpäZn sind die Märkte augenblicklich förmlich nberschwomnlt. An Butter und Eiern herrscht gleichfalls kein Mangel. Die Preise blieben unverändert. * An unser? Leser. Infolge einer erst in vorgerückter Stunde vehovenen Storung in unseren: tcchnisck)en Betrieb, erscheint unsere heutige Nummer in verringertem Umfang. * Gottesdienst. Der Vorstand der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde veranstaltet anläßlich der diesjährigen hohen Feiertage in, Großen M u s i k v e r e i n s s a a l, 1. Bez., Tumbagasse 3, S 0 p h i e n s a a l, 3. Bez., Marxergasse 13, und im H 0 t e l C 0 n t i n e n t a l, 2. Bez., Taborstraße 4, Gottesdienste. Jene Parteien, die auf die im Vorjahre benützten Sitzplätze reflektieren, können die neuen Karten. gegen Vorweisung der vorjährigen an der Kartenkasse der Israelitischen Kultusgemeinde, 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, in der Zeit vom 26. bis 31. August d. I. während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr vormittags beheben. Der allgemeine Kartenverkauf beginnt am 2. September d. I. * Selbstmordversuch einer Achtzigjährigen. Die 30jährige Private Eva R a s k a c sprang gestern vormittags an der Brigitten-auerlälwe wegen Familienzwistes in den Donaukaual. Sie w:i?de aus den: Wasser gezogen und van der Rettungsgesellschaft in ihre Wohnung gebracht. * Eine arme Frau, Mutter eines schwerkranken. Kindes, hat durch eine Feuersbrnnst ihre letzten Habseligkeiten verloren und befindet sich in bitterster Not. Mitfühlende Menschen werden auf diesen Elendsfall aufmerksam gemacht. — Wir sind gerne bereit, Spenden zu übernehmen und ihrem Zwecke zuzuführen. * Flucht eines Betrügers aus Mtvapest. Die Wiener Polizeibehörde wurde -gestern telegraphisch verständigt, daß ans Budapest der 28jährige Hol-chä-ndler Alfred Büch-ler^zu Traszwegar gehöre,:, „ach Verübung eines großen Schwindels durchgegangen ist. Büchler hat den, Budapester Zahnarzt Dr. Emil Malsor das Anbot gestellt, mit ihm ein aussichtsreiches Holzgeschäft zu unternehmen, und hat ihn: unter 'diesem Vorwände an, 1. b. a ch tMilli 0 neu nnga r ifch er Kronen entlockt. Am 19. d. hat er sich von ihn: abennals zwölf Mill i 0 :: e n ungarischer »Kronen unter den: Vorwände^ geben lassen, er werde das Geld, sobald er nach Budapest zu rück kehre, sofort zurückerstatten. Büchler st aber aus Budapest geflüchtet und wird von der Oberstadthauptinannschaf^ verfolgt. Er ist -mittelgroß, hat gewelltes, seitlich gekämmtes Haar, -ge-rade^Nafe, glatt rasiertes Gelsicht, trug dunkelblauen Anzug, weißes Sportheind, Wvarze atnevi'kanische Schuhe nnd keinen Hut. Er ftihrt einen kleinen viereckigen Koffer mit sich. In: Obepkiestr fehlt ihn: der rechte Schneide,sahn; inifolge Schnhdrncks hinkt er an: rechten Fuß. Er spricht nngarisch, deutsch und rrnnänis-ch. * Säuglingspslegekurs für Frauen und Mädchen. Der nächste Kurs (zehn Stunden und praktische -Uebungs») an der Säulglingsstation der Allgendeinen Poliklinik, 9, Bez., Mariannengasse 10. beginnt Dienstag den 4. Septoinber .:wn 6 llhr abends. Vorin-crkungen werden täglich von 8 bis 12 Uhr entgcgcngenoin'inen. * Das Uhrenmnsenm wieder eröfsnet. Das Uhrenmusenm der Stadt Wien, 1. Bez., Schulhof 2, ist wieder geöffnet und kann jeden Dienstag, Mittwoch und Samstag um 10 Uhr vormittags und am Dienstag und Samstag auch um 4 Uhr nachnnttags besichtigt werden. Anmeldungen und Anfragen an die Leitung des Uhremnnsenls, 1. Bez., Schulyof 2. * Ausstellung im Berufsheratuugsamt. Gegenwärtig findet im BrufSocratnngsamt der Stadt Wien. 1. Be.z., Burgring 9, eine Ausstellung von Werkzeugschlosser-, Dreher-, Gießer- und Schmiedearbeiten der Lchvlverkstätte der Oesterreichischen Werke A.-G., Wien, 10. Bez., Arsenal, statt. Die Ausstellung ist täglich, mit Ausnahme von Sonn- und Feiertagen, von 8 bis 2 Uhr geöffnet. * Keine Bisa für Besucher cher Leipziger Messe. Durch Verfügung des sächsü^chen RUnisterinins des Inner, 1 sind alle Ausländer, die stch zun: Zwecke des Besuches der Leipziger Herbstmesse (26. d. bis 1. September) im Gebietendes Freistaates-Sachsen aufhalten, von: 23. d. bis einschließlich 4. September von der Einrichtuna der loudesgüsttzlicbe:: Vif.nmLebühven frieicsjjt 92. August 1923 SeÄe S * Anerkennung des Jiddischen in Weiß-Rußland. Da, Exekutivkomitee von Sowjet-Weißrußland hat die Gleich berechtigung der Minderhoitssprachen Weißrussisch und Jiddisch anerkannt. Die verantwortlichen Sowjetbeamten sind verpflichtet, die örtlichen Minderheitssprachen zv erlernen. (I. C. B.) * Eine Palästinareise der Hakoah. Der Sportklub Hakoah hat für Dezen:ber ftir feine erste Marurs-chaft Wettspiele ist Jaffa, Jerusalem, Alexandrien -und Kairo abge>« schlossen. Da bei dieser Gelege-,lhe-!t unter -den günstigsten Be-dr-n-» gun-gen eine Teitnähnte au der Reife für Gesinnungsgen-osson vorhanden ist. werden alle jene, die an der Reife teilMrehnrert gsdenkon, evfucht, sich ehestens an Herrn Paul Fölide s. 1. Bez^ Wiest,:gerstraße 14. zu wenden. Die Bedingungen, rosp-oktive Kosten usw., iverden in kürzester Zeit -bekan-ntgegeibci: Word cm Die Höhe der Koftee: ist von der Größe der Teilnehnrerzahl rfb* hängig. * Das Land ohne Papiergeld.. In diesen Tagen der Pa4 pierinflation wird es doppelt kurios erscheinen, daß es, noch dazu in unmittelbarer Nachbarschaft des Dollarlandes, ein Land gibt, in den: das Papiergeld unbekannt ist. Dieses glückliche Land ist Mexiko. Seit 1911 der langjährige Präsident Diaz gestürzt und Vertrieben wurde, hat ein neuer Macht^ Haber den anderen abgelöst; jeder hatte nichts Eiligeres zu tun) als das von seinmn Vorgänger ausgegebene Papiergeld für ungültig zu erklären und neues auszugeben. So ergossen sich immer neue Wellen von Banknoten über das Land und jede verlor in kurzer Zeit ihren Wert. Eine ähnliche Entwertung des Papiergeldes ist auch in einer Anzahl europäischer Länder aus anderen, in Rußland aber aus ähnlichen Griinden wie ist Mexiko eingetreten; überall hier war die Folge, daß das Geld reicher Staaten im gleichen Maße an Wert stieg, wie das einheimische an Kaufkraft verlor. Nicht so in einem so goldreichen Lande wie Mexiko. Hier kam es sehr rasch dahin, daß jedes Papiergeld, auch das von Staaten mit geordneter Finanzwirtschaft, allen Kredit verlor, und das Volk nur noch solches Geld annehmen wollte, das seinen Wert in sich selbst trägt, also das Edelmetallgeld. Befördert wurde! dieser Vorgang noch dadurch, daß bei den politischen Wirrest auch das Bankwesen zugrunde und fast jeder Kredit verloren ging. So wird heute in Mexiko zwar der Golddollar wie jedes andere ausländische Goldstück zum Nennwerte in Zahlung genommen, aber kein Papiergeld, welcher Herkunft es auch setz * Ist das Telephon ein Krankhoitsverbreiter? Dis Mikröbeüfmcht, die he>u>t-e die Menlschihsit behevvscht. hat ist erster R>?ihe den Teliephonapparat dahin verdächtet, daß er dev Verlbreiduam von Kvankiheiitskeiimen Vorfchnb leiste. Die -kM tische Postve-rwaltung hatte, um diche alten, feit Jahren :>mn:ev wieder l-ant gewordenen Befürchtimgon zu zerftrenen, «mn« Reihe von Unterfuchungen an-geordnet, die dem Zweck dienervi follten, einünal cinwandsvoi festzuftellen, vb der Farnsprechest wirklich das Mißtrauen, das nach dieifer Richtung besteht, rechts fertigt. Da man vom Standpunkt der Hhgiene vor allem best Borwnrf erhebt, daß der Spvechtv'ichter den Meüschen mit dev Gefahr der Uebernrittlung von Kranlkheiitsikelimen der Luftwegei bedrohe, so wurden gerade nach dieser Richtung Vevsuch-e aw Kaninchen und Meerisch!ivein-chen angestellt. Die balkteviolog:-! sche Untersuchung erbrachte indessen einen durchaus n-egativem B.'iwckis. Um ganz sicher zu gckhen. schnitt man dann VaM, die Ferüsprechapparate -in eurem Sanatorium für Lungeukva-nr^! die ausschlieWch von Patienten des Hauses benützt wurden^ adzuwalschen und die FlüssiOsit den Werffarchsti-eren oingn-« spritzen. Aber auch in diesem Falle ergab sich die völlige Un-- schädliichköit der Mpavate. Da die Untersuchungen von oinemder bekamüesten Londoner Bakteriologen ansgeiführt wurden/ so besteht an ihrer ZuvertäffiBeit nicht der gevingsde ZweisÄ.- * Rothschild und Disraeli. Aus London schreibt man uns: Der große englische Premier Disraeli (Beaconsfield) war bekanntlich ein intimer Freund der englischen Familie Rothschild und hat auch einen Angchörigen dieses Hauses in einer seiner Novellen verewigt. Mn bringt es der Zufall mit sich, daß ein Mchkomme des Lord Beaconsfield Parlamentär:^ scher Nachfolger der Rothschild werden soll. Major Lyonel de- Rothschild will bei den nächsten allgememen Parlamentswahlen nicht mehr kandidieren. Sein Wahlbezirk. High Wycomb, ist seit, vielen Jahren durch Mitglieder der Familie Rothschild ver-- treten, lvar es auch schon zur Zeit Disraelis Premierschaft.- Die Exeft:tive der Konservativen Partei befaßt sich nun mch der Designievn:rg eines Nachfolgers für Lyonel de Rothschild., In die engere Wchl gelangen nur zwei Kandidaten: Sw Allan Bouvgoine und Major Conmngsby Disraeli. Die Be-, schlußfassuirq über die Kandidaten soll am 8. September erfolgen. Major Disraeli ist ein Neffe des berühmten Lord Beanconsfield. fein Vater Ivar Pavlamen-tsseikretär. Es ist also leicht möglich, daß in abschbarer Zeit irneber cm 2>:ä* raeli ins englische Parlament oinzicht, zu dessen Z:erden dleM. Nanre gchört. * Die kleinsten politischen Lebewesen. Man ist gewöhtch auch in der veränderten Landkarte von Europa Luxemburg. Monaco. S. Marino, Liechtenstein und die PyrenaenrePubM. Andorra die kleinsten Staaten zu heißen. Es g:bt„ aber v:eli kleinere Politische Lebewesen, die sich der Souveramtat er-i freuen. Vor Sardinien liegt das Jnselveich Tavorala^ da^ einst von den: Geschlecht der Bartolim beherrscht. seU 1883. Republik ist. Der Präsident wird ans sechs Jahre. gewählt uüdsteht bei der 180 Köpfe betragenden Bevölkerung m hohem! Ansehen, weil er sein Amt ehrenamtlich ausubt. Auch; die zu den Hebriden zählende Insel St. Gilda, un Land-! ansmaß von zwei Quadratkilometern, ist selbständig und w:rd, von einem weiblichen Herrscher regiert, da di-e Mannvüi als Fischer stets unterwegs sin.d. Ws aller!leinst europäischer Staat hat die Rep:lblik S t. G 0 u st u, den näen zu gelten, die von einem „Rat der Alten" verwaltet w:rd„ und die seit zweitausend Jahren durch die unzugängliche Lage ihre Selbständigkeit erhalten konnte. St. Goust umfaßt kaum einen Quadratkilometer und ist seinen 60 Bewohnern «nt Paradies, da es weder Steuern noch Staatss ch u l d e n kennt. * Erobern wir die Sonne! „Wir eroberten Kijow. die, Krim, den Kaukasus, wir besiegten Koltschak und Juden lisch. Warum sollen wir nicht auch die Sonne erobern? fragt cm Genosse namens Malkiel in der Moskauer, „Prawda^ und emvftehlt zu diesem Bchuse: die Nacktheit. „D,e jungen Männer," schreibt der geistreiche Estsinder, „Arbester und Studenten sollen ihre Kleider ablegen und ohne Iemd. nur in Hosen, ruhig durch die Straßen spazieren -gehe::, Genossen, pfeift auf das, was irgendein huttragcndes Fraulem dazu sagen könnte. Kümmert euch nicht um die falsche Scham der Bourgeois!" * Falsch eingestiegen. A,u: 19. d. hat eine ^Hausgehilfin. -die erst drei Tage vorher -be:m Gastimr: Moritz K ö ß l e r. Rauscherstraße Nr. 6. emgetrete:: war, Juwelen u-n: etwa 4 00 Ah i il -l i 0 u e n K r 0:: >e u ge-stohl-en, außerden, 2.2-ö Millionen bares Geld und Wäsche -und Klecher in: Wert von -nenn Aiillionen n'.i,genenr.n:n. ^>e -wurde im Nordbahnhofe ang-ehaLten uad .u« vie L^nstdiAn von der S«*** «tfamu. >»wd"" BOB. JÖBIÖP K-ra.u ^-- ..u - ••••> -uo.:a.