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Wiener Morgenzeitung · 1923-08-22 · Heft 1626 (22.8.1923) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1626 (22.8.1923)
Date
1923-08-22
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Veite 4 Wien, Mittwoch biflc Freiheit für bk selbständig!: Gemeinden gefordert ititb jeder Stcuerzwang ndge^nt wird. Die Konferenz soll ferner ihr Bedauern ausdrncken, daß eine Reihe von Schulen, die nicht auf der Grundlage der Thora stehen, die heiligsten Gefühle der Jugend untergraben. Die Leitung der Agudah soll mit aller Kraft für das orthodoxe E r z i e h u u g Zwerk in Palästina und für eine orthodoxe Mädchenerz i e h u n g Sorge tragen. Innerhalb der Kolonien und in Jerusalem sollen orthodoxe K i n d e r g ä r t e n geschaffen wcrdeir, in Jerusalem eine zentrale Ieschitvah als Pflanzstätte der Lehre. Weitere Resolutionen enthalten den Dank an die Führer der palästinensischen Orthodoxie, die Forderung nach Errichttlng von Bädern, Tempeln und die Unterstützung des Diskinschcn Waisenhauses. Auf materiellem Gebiete sei der Erwerb von Boden und der Bau von Häuser it anzustreben. Jede Landesorganisation soll eine Palästina-Stelle schaffen, über welcher der PalMina-Zentralrat stehen soll. Jeder Agudist sollMrpflichtet sein, sich am Aufbau zu beteiligen und den einzelne:: Landsmannschaften sei die Aufbringung einer bestimmten S u m m e innerhalb der nächsten zwei Monate aufzuerlegen. Der Referent teilt mit, daß sich auf der Tagung eine Gruppe von Industriellen mit einem greifbaren Projekt befaßt habe, für welches bereits 7000 Pfund zur Verfügung stehen. Dr. D e u t s ch l ä n d e r begrüßt namens der litauischen LandsMannschaft die Resolution bezüglich des Waad Leumi. Auch in Litauen seien anfangs alle Richtungen zusammengegangen, aber die Intoleranz der anderen hätte das thoratreue litauische Judentum völlig an die Wand gedrückt. Rabbiner L e w i n, Sambor, stellt die Erklärungen Ehrmanns dahin richtig, der rabbinische Rat habe sich nicht für die Teilung der Gemeinden in Jerusalem ausgesprochen, er stehe viemehr auf dem Standpunkte, man solle sich an Oberrabbiner Kuk wenden, welcher innerhalb von sechs Monaten erklären solle, ob die aschkenafische Gemeinde selbständig sein solle oder nicht. Zur Prüfung soll eine dreigliedrige Kommission eingesetzt werden. Bis dahin dürften keine Steuern auferlegt werden und die Selbständigkeit der aschkenasischen Gemeinde müßte getvahrt bleiben. Rabbiner Bla u, Jerusalem, berichtet über die Tätigkeit der palästinensischen Agudah und beklagt sich über die Intoleranz der Nichtorthodoxen. Die zionistische Presse Palästinas gebe ein schlechtes Bild der Lage, die Z i o n i st e n seien Verleumder und Verräter, nur in dem Blatte der Agudah stnde sich die Wahrheit. Es sei eine Verleumdung, daß die palästtnensischen Agudisten jemals die Regierung überlaufen hätten. Kommerzialrat Siegmund Bond: erstattete den Finanzbericht. Das Budget wäre in zwei Teile zu teilen: 1. Allgemeines, 2. Palästina. Für 1. fordert er folgende Beträge: Erziehungswesen in der Diaspora.Pfund 84.000 Lehrbücher, Literatur und Presse. „ 10.000 Soziale Angelegenheiten. „ 10.000 Organisaiionsfonds... . . „ 5.000 Pfund 121.000 Für 2. Palästina: Erziehungswesen . ... . . Pfund 8.000 Soziale Hilfe. „ 10.000 Wirtschaftliche Angelegenheiten. „ 50.000 Organisationsfonds ........... ... „ 5.000 Pfund 68.500 Der Budgetvorschlag wird einstimmig angenommen. Heinrich E i s e n m a n n, Frankfurt, referierte namens der Örganifationskom Mission und beantragt, drei tüchtige Persönlichkeiten als hauptamtliche Direttoren in die Zentrale zu berufen. (Angenommen.) Sodann werden folgende Herren für eine Delegation vorgeschlagen, die auf Wunsch der amerikanischen Inden 'daselbst organisatorisch für die Agudah wirksam sein sollen: Der Großrabbi von Gorra (Gorrer Rebbe), der ChofezChaim, Rabbi O. Grodzenskh und Rabbi. M. M. Epstein, ferner Dr. Hildesheimer (Berlin), Senator Z i r e lsohn (Rumänien), Sejmdeputierter Oberrabbiner Schaft i r o und I. M. L e w i n (Warschau). Jas dritte Wische Mitglied der Akademie Franeaise. Tic Academie Franchise, das konservativste Gebilde Frankreichs, hat unter ihre vierzig Unsterblichen nunmehr den dritten Juden ausgenommen. Der erste war bekanntlich Ludovie Halevy, der Neffe des bekannten Komponisten, ein in Paris überaus populärer, allerdings sehr seichter Romancier und Dramatiker. Ihm folgte der Philosoph Henry Bergson imb nunmehr ist der greise 74jährige Dramatiker Georges de Porte R i ch e in die Academie eingezogen. Porte Riche hat seine dramatische Karriere vor vielen Jahren als Lyriker begonnen. Bedeutendes hat er auf diesem Gebiete nicht geleistet. Aber in seiner Dramatik, die das ewige Problem der Liebe behandelt, erweist sich Porte Riche als Prosalyriker Von hervorragender QuMtät und gleichzeitig als szenentechnisch ilberaus begabter Realist. Porte Riches Dramen, die vorwiegend ihre Handlungen und dramatische Analysen aus dem Gebiete der Liebespsychose beziehen, haben in Paris den Sammelnamen „Theatre d'Amour". Dieses Gebiet seines Schaffens wird jetzt Porte Riche in der nationalistische:: Presse besonders stark angekreidet, und er wird sozusagen als Beispiel dafür hingestellt, daß das erotische und laszive Element in der französischen Literatur eine Erfindung der — Jude n sei, obwohl ucnürlich dieses Element schon lange, ehe Inden in Frankreich literarisch tätig waren, ein Charakteristikum des französischen Schaffens bildete. Die Hetze gegen den greffen Dichter rührt Wiener Morgenzeitung. ^.wer, daß er als Gegenkandidaten für die Wahl in die ..cadeinie das Haupt der Action Francaise, Hern: Charles Mo ras, hatte, der jedoch gegen Porte Riche unterlag. Sklavenhandel in den Kolonien. In: allgemeinen herrscht in Europa die Meinung, daß der Sklavenhandel schon in der ganzen Welt abgeschafft sei und nirgends mehr effektiv besteht. In Wahrheit jedoch wütet der Sklavenhandel an einzelnen Punkten der Erde nach wie vor in nngemittderter Weise. Annähernde Berechnungen aus jüngster Zeit ergaben, daß es auch heute noch an die acht M i I li o n c n Menschenkinder gibt, die ein Sklavcnleben in des Wortes ursprünglichsten: Sinne führen, deren Heben furchtbarer ist als das des lieben Viehs und die oft viel schwerere Arbeiten zu leisten haben als die Zugtiere, ohne so gefüttert zu werden wie die vierfüßigen Sklaven, dafür aber mit n:chr und schärferen Peitschenhieben traktiert toerden als manches geschonte Tier. Auf Initiative Englands hat, wie erinnerlich, der Völkerbund im vergangenen Jahre einen Beschluß ans endgültige Abschaffung und Ausrottung des Sklavenhandels gefaßt. Gleichzeitig hat der Völkerbund die Kolonialmächte ausgefordert, die ans den Sklavenhandel in ihren Kolonien bezüglichen Daten zu sammeln und dem Völkerbund zur Verfügung zu stellen. Sonderbarerlveise behandeln die in Betracht kommenden Mächte diese große Menschheitssrage mit einer sogenannten, Kulturvölkern unwürdigen Lauheit, und es muß festgestellt werden, baß seit jenem Beschluß des Völkerbundes für die Abschaffung des Sklave:chandels kein nennenswerter Schritt unternommen wurde. In einer der letzten Sitzungen des englischen Oberhauses wurde Lord Curzon durch eine Anfrage gezwungen, sich zu diesem Gegenstände zu äußern. Sehr verlegen mußte Lord Curzon zugeben, daß die im Besitze der englischen Regierung befindlichen Materialien über diese Frage noch nicht hinreichen, um auf Grund derselben geeignete Vorschläge machen zu können, denn dieses Material ist bereits vier Jahre alt und daher veraltet. Die Regierung werde jetzt die Einholung neuerer Daten veranlassen und dann die endgültige Bereinigung dieser Angelegenheit in Angriljs nehmen. Ein großer Teil der englischen Presse ist mit dieser Lauheit der englischen Negierung durchaus nicht zufrieden und glaubt sogar, daß reine Geschäftsrücksichten idaran schuld sind, daß die Frage nicht in rascherem Tempo behandelt wird. Laut den bisher eingelaufenen Taten der englischen Regierung blüht der Sklavenhandel hauptsächlich in Südwestafrika und in Abessinien. Die Konsularberichte aus dem Jahre 1915 stellten fest, daß in Ostafrika, das unter deutschem Protettvrat stand, nahezu 200.000 noch nicht befreite Sklaven leben. In den englischen Kolonien wurde wohl die Befreiung der Sklaven proklamiert, aber es konnte bis heute noch nicht festgestellt werden, in welchem Maße die Sklavenbesreiung tatsächlich durch geführt wurde. In den: vor zwei Monaten abgefaßten Bericht der s ü d alfr i k a n i s ch e n Regierung sind geradezu grauenhafte Details über den im Staate Otavango in Südwestafrika blühenden Sklavenhandel enthalten. Im Staate Otavango befindet sich m e h r als die Hälfte der Bevölkerung heute noch im Stande des Sklaventums. Noch erschreckender ist die Lage in Abessinien, wo es mehr als eine M i l l i on menschlicher Sklaven gibt. Der Sklave ist in diesen Staaten nicht bloß Handelsobjekt, sondern wird, wie Bcauchanipearl. im englischen Oberhaus nachwies, wie das Vieh gehalten, denn seine Herren und Besitzer haben das Recht, ihn nach Gutdünken zu v e r st ü n: m e l n oder zu töten. Die Integrität und Souveränität Abessiniens wird von England, Frankreich und Italien garantiert, es sei daher die Pflicht eines dieser Staaten — forderte der interpellierende Lord —, in: Interesse der Aufhebung des Sklavenhandels und der Befreiung der unglücklichen Sklaven einzuschreiten. Ras Tafari, der Regent von Abessinien, ist wohl persönlich ein emanzipierter Mann von europäischer Bildung und hat den innigsten Wunsch, die Schande des Sklavenhandels aus seinem Lande auszumerzen. Er ist aber ohnmächtig und außerstande, ohne Hilfe der Großmächte gegen den traditionellen Sklavenhandel auiszutreten und etwas auszurichten. Das Haus der Lords schloß sich dem Wunsche Beauchampearls an, und beschloß eine Resolution an die Negierung, den Kampf gegen die letzten Reste des Sklavenhandels unter der Aegide des Völkerbundes mit aller Energie aufznnehmen. Lord Curzon erklärte, nunmehr ungesämnt und mit allem Nachdruck in diesem Sinne tätig zu sein. Neue Erdbeben in Sizilien. Wie aus R o nt gemeldet wird, wurden in Messina nacheinander drei starke Erdstöße verspürt. Viele Familien flüchteten. Ser erste stiegende Mensch. Besuch bei Gustav LMenchal. "An: 10. d. waren es 27 Jahre, daß Otto Lilient h a I, der Bahnbrecher der modernen Flugtechnik, das Opfer feines Forschermutes und seiner Ueberzeugung wurde, daß die Menschen es in kurzer Zeit dazu "bringen müssen, die Luft vollkommen zu beherrschen. Diese Jahreswende benützte der Korrespondent des „A.z U j s a g", den Bruder Otto Lilienthals, Gustav, in Lichterselde bei Berlin aufzufuchen und sich mit ihm über feine Fügender in nevungen und damit auch über die ersten Kinderjahre des inzwischen so mächtig gewordenen 22. August 1923 Nr. 1626 Fiugivesens zu unterhalte». Tie beiden Brndej Otto und Gustav Lilienthal begannen ihre ersten Versuchs auf den: L i ch t e r fe l d e r M i l it ä r e x e r z i c r p I a tz, uns es ist gar kein Zweifel, daß diese Versuche recht Primitiv anÄ fielen. Die beiden Brüder, die damals etwa 12 bis 18 Jahq alt waren, schlichen sich des Nachts von: Haufe weg und trüget verstohlen ihr Phantastisch konstruiertes Flugzeug, um es, ga schützt vor mitleidsvollen: Lächeln der Leute, auf dem Flug: feld auszuprobiereu. Doch die beide:: Jungen ließen sich vot keinem Mißerfolg abschrecken, arbeiteten unausgesetzt au ihre: Maschine, verbesserten ihre Bestandteile, und jede Vcrbrffernns hatte zur Folge, daß sie sich bei ihren Versuchen immer langes und länger in der Lust erhalten konnten. Interessant un) rührend zugleich ist es, wie der nunmehr an die 80 Jahr: alte Gustav Lilienthal feinem Besuch von feinen und seine; Bruders Kinderjahren erzählt und davon spricht, wie sie auf den Gedanken kamen, sich dem Flugproblem vollends zu vev« schreiben. Der Greis erzählt: Mein Bruder und ich lasen als Kinder einmal ein Märchen. Ein russischer Dichter hat es geschrieben. Ter Zaunkönig, so heißt es in der Fabel, trifft den Adler und svagi ihn, wie er es doch anstelle, daß er so weit und so hocf fliegen kann. Der Adler nimmt den kleinen Vogel ans sei:« Flügel und fliegt mit ihm den: Adlernest zu. Und damit de: Zaunkönig sich nicht langweile, hält ihm der Adler unterwegs einen Vortrag über die Theorie des Fluges. Wie ein Universitätsprofessor wirst der wirkliche König des gefiederte:: Tierreiches n:it Worten, wie „Widerstand der Luft", und anderen mit der Flugkunst zusammenhängenden Theoreme:: herum. Das winzige Vögelchen merkt sich alles, was es von den: großen Meister gehört hat, und gibt dann selbst den Vögeln Unterricht in den Grundelementen des Fliegcns. Und es schreibt an: Waldesrande an eine Tafel die Mitteilung, das; cs nach sachverständigen Methoden individuellen Unterricht erteile. Ans pädagogischer Grundlage . . . Sicherer Erfolg! Mit einem Wort, diese Fabel gab den Brüdern Lilicnthal den ersten Anstoß, sich mit den Problemen des menschlichen Fluges zn beschäftigen. Wir beobachteten die Störche, setzte Gustav Liliemhal seine Erinnerungen fort, wie sie ihre Flügel zusammenschlagen und im Luftmeer dahingleiteu, und wir lasen die Geschichte des Ikaros, der aus Vogelsedern Flügel gusammensteUte und ans diese Weise durch die Luft zu segeln versuchte. Aber bekanntlich hat die Sonne das Wachse mit welchem die Flügel znsammengehalten wurden, zum Schmelzen gebracht, und Ikaros stürzte zur Erde nieder, tont welcher er sich so sehr hinw egge sehnt hatte. Lachen Sie mich nicht ans, mein Herr, aber ich glaube, daß die Ikaros-Legende einen historischen Untergrund hat. Ikaros hatte sich offenbar sehr viel mit den: Gedanken des menschlichen Fluges befaßt und wollte es den Vögeln gleichtun. Lilienthal ist so erfüllt von diesem Gedanken, daß er es ablehnt, daß er und sein Bruder historisch unanfechtbar die ersten Menschen seien, die sich mit Hilfe einer Maschine in die Luft erhoben und sich eine Zeitlang in der Luf: hielten. Dann spricht Gustav Lilienthal über die weiteren Schicksale des ersten Fliegerpaares: „Mein Bruder und ich gaben ein Buch heraus, in welchen: wir das Ergebnis unserer Versuche beschrieben und unsere Ansichten über die Möglichkeit des Fliegens für Menschen ausemcindcrsctzten. Das Buch mit dem Titel „Dev Flug der Vögel als Grundlage der Flugkunft"' ist in tausend Exemplaren erschienen, und es hat 2 0 Jahre gedauert, bis diese lächerlich geringe Zahl von Exemplaren verkauft war. Wer das Buch wirklich gelesen hat, »rußte herausfühlen, wie viele Möglichkeiten unsere Gedanken eröffnen und wie viele Probleme wir darin gelöst haben. Abev wer hat denn unsere Buch gelesen, vielleicht einige wenige Menschen. Es wurde von uns einfach keine Notiz genommen, unsere Ergebnisse werden auch heute noch ignoriert und die Welt kennt die Lilienthäls nur als Anfänger, als naive Experimentierer. Es ist das der größte wissenschaftliche Skandal, der sich jemals zugetragen hat. Es handelt sich doch schließlich un: ein ganz neues technisches System, dessen Bedeutung noch gar mcht abgesehen werden kann. Aber es ist noch viel mehr geschehen. Bor einigen Jahren hielt Prof. Junkers in der Berliner aeronautischen Gesellschaft einen Vortrag, in welchen: er ein Flügelmodell besprach, welches mit großen technischen Vorteilen verbunden: ist und überdies auch Ersparungen möglich macht, und rügte hinzu, daß er in den letzten Jahren alle feine Maschinen nach diesem Systen: erbaut. Dieses Modell habe er nach langen ko implizierten Experimenten konstruiert. Schließlich fand sich ein Ingenieur in: Auditorium, der anfstand und erklärte, daß Gustav Lilienthal schon vor einem Jahrzehnt in eine« bekannten technischen Zeitschrift über diese Neuerung ausführliche Mitteilungen gemacht habe. Diese Feststellung rief in der Versammlung grenzenloses Anffchen hervor. Junkers kam dann verstohlen auf meinen Platz und gab äußerst verlegen zu, daß er in der Tat schon etwas von meiner Arbeit gehört habe und mich gerne besuchen wolle, um die Frage eingehender zu erörtern. Seitdem habe ich Junkers nicht gesehen, und heute hat Junkers vielleicht die größte Flug- Maschinenfabrik der Welt und ist Professor in Aachen und ein steinreicher Mann . . . Und wozu haben es die Brüder Lilienthal gebracht? Mein Bruder ist mit seiner Maschine niedergestürzt, Ave: Tage später war er eine Leiche. Und ich kämpfe, arbeite und baue vergebens. Vielleicht werde auch ich eines Tages . . . Fast traurig klingen die Erinnerungen Gustav Lilienthals an seine Reisen in Amerika und, Brasilien, wo ev Paläste, in Australien, wo er öffentliche Gebäude entworfen und gebaut hat und es zu einem Architekten von guten: Ruf gebracht hat. Aber alle diese seine Erfolge können den Greis nicht befriedigen, wenn er daran denkt, daß die Schnsucht seiner Kinderjahre, die Hoffnung seiner Jünglinaszcit, bis ite unerfüllt gebliohen D. ß WerbetAbouneutenfürdie - I „Wiener Mörgenzertung" 1

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