Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1625 (21.8.1923)
- Date
- 1923-08-21
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Ar. im GM 5 Men, DieriSW Lvlsnee Morgenzeltung. * Msrachi-La:tt»eSzentrale. Wien. Donnerstag den 83. d., um 7 Mr abends findet im großen Saale des Hotels Continental, 2. Scfc., Taborstraße 6, ein großes M ass e n- Meeting statt, bei dem Rabb i Meier B e r l r n-New- York, und Univ. Prof. Pick, Mitglied der Zionistischen Exekutive und Präsident der Misrachi-Weltorganijation, sprechen werden. * Hundertjahrfeier der Jerusalemer Judenmisfion. Aus London meldet I. C. B.: Im Dezember d. I. werden es 100 Jahre, seitdem die I e r u s a l e m e r K i r ch e n m i s s i o n für Inden gegründet wurde. Jur Kirchenhaus von Westur tnst er wird am 8. Oktober eine Versammlung stattsrnveu. in der der Bischof von Jerusalem sprechen wird. Es wird auch eine Konferenz abgehalten werden, um Pläne zur Begehung der Hundertjahrfeier zu besprechen. (Es wäre interessant, zu erfahren, welche Resultate die Mission in diesen 100 Jahren erzielt hat!) * Hebräische Kurse. Die Vereinigung der hebräischen Schulen, 2. Bez., Große Mohrengasse 16—22, errichtet heuer mehrere Kurse solvohl für Vorgeschrittene als auch für Anfänger. (Kinder und Erwachsene.) Einschreibungen finden statt vom 10. d. an, und zwar an Wochentagen von 5 bis 7 Uhr abends, Sonntags von 11 bis 1 Uhr mittags im Lokal dEv hebräischer: Schule, 2. Bez., Große Mohrengasse 16—22. * * Krankenaktion in Gleichenberg. Aus Gleichenberg schreibt uns Dr. L. Werldisheim: Das Unterstützungskomitec, Wien, 2. Bez., Czcrningasse 4, hat in dielser Saison dreißig Kranke nach Gleichenberg geschickt, die ich als behandelnder Knrarzt des Hospitals der Wiener Kultusgemeiude in meine Behandlung übernommen habe. Die Krankel: bedurften äußerst dringend des Knranfenthaltes ir: Gleichenberg. Tatsächlich habe ich vor der Abreise der Kranken derartige Erfolge gesehen, daß nran sagen kann, daß viele dieser wirklich Armen noch im letzten Moment von den schweren Erscheinungen ihrer Krankheiten gerettet worden sind. Herr S. Komet, der Besitzer der Villa Franzensburg, hat aufs humanste die Aktion gefördert. Die Führer des Komitees verdienen für ihre Arbeit die .Anerkennung und Unterstützung der jüdischen Welt. * Koschersleisch. Die Israelitische Kultusgemeinde teilt Mit: IN emer Verlautbarung der Wiener Fleischbänke A.-G. Werder: die Verkaufsstellen, 2. Dez., Taborstraße 61, 14. Bez., Scchhauserstraße 35, und 16. Bez., Turnergasse 23, als „Koscher-Fleischbänke" bezeichnet. Um Irreführungen des auf Koschcrflmsch reflektierenden Publikums hintanzuhalten, gibt der ^Vorstand der Israelitischen Kultusgcmeinde bekannt, dqß lediglich die Verkaufsstelle, 2. Bez., T a b o r st r a ß e 61, der Wiener Fleischbänke A.-G. unter Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinates der Israelitischen Knltusgemeii:de Wien steht und daher nur diese als Koscher-Fleischbank bezeichnet werden kann. * Küssenemvruch im Parteisekretariat der Kommunistischen Partei. Gestern nachts wurde in der: Räumen des Parteisekretariats der Kommunistischel: Partei in der Alserstraße 69 ein Kasseneinbruch verübt. Die Täter, die nach Durchbrechung einer Mauer in die Räume gelangt waren, sprengten eine eiserne Kasse auf. die der „Roter: Fahne" gehört, und erbeuteten eine,: Betrag von über dreihundert Dollar und mehrere Millionen Krone::. DaS Sichecheitsburean hat eine Kommission ar:f den Tatort entsendet. Von den Täten: fehlt bisher jede Spur. » Der tägliche Auiounfall. Gestern mittags wurde aus >der Nußdorferstraße der 23jährige Agent Josef Schlesinger,. Odeongasse 9 wohnhaft, aus seinem Fahrrade von dem Privcttanto B 19, 60 erfaßt ur:d niodergestoßen. Mit mehrfachen Verletzungen mußte der Mann von der'Rettungsgesellschaft nach erster "Hilfeleistung, in seine Wohnung gebracht werden. * Für Stellenwerber im Ausland. Das Bund c skanzleram 1 hat die Wahrnehmung gemacht, daß österreichische Bnndesangchörige, die eine Stelle im Auslande angenommen haben, sich häufig genötigt scheu., ihre Stelle bald wieder zu verlassen, weil der abgeschlossene Vertrag von: Arbeitgeber nicht eingehalten wird oder sonstige unvorhergesehene Verhältnisse das Verbleiben aulf diesem Dienst-Platze unmöglich machen. Um derartige Unzukömmlichkeiten zu vermeide::, wird den österreichischen Bundesangchörigen. die im Auslände eine Stelle arttreten wollen, geraten, vor Antritt der Stelle, r:nd zwar am besten noch vor Abschluß des Dienstvertrages. bei der staatlichen Ausknnftsstelle für Auswianderer, Wien, 1. Bez., Hoher Markt 6, womöglich unter Vorlage eims detaillierten Dienstvertrages eine Auskunft ein- Mitteilungen aus dem Publikum. Ingenieur Josef und Jula Fischmann A Burstein zeigen ihre stattgehabte Vermahlung an. Wien, im August 1923. Unserem lieben Gesinnungsgenossen und unermüdlichen Kollegen Herrn Ing JOSEF F8SCHMANN gratulieren anlässlich seiner Ver mählung mit Fräulein JULA BURSTEIN auf das herzlichste Der Vorstand der zionistischen Bezirkssektion X/Xl Kultus-u.Justiztaiareu. Barette liefert in schönster Ausführung die bekannteste Spezialürma 235 RUDOLF GOLDSTEIN Zivil- und Uniformschneider Wien.H.Taborstr. 54. Tel.45-6-29 Gegründet 1866 - Große Auswahl feinster Stoffe für Maßbestetlungen zuholen. Die Auskünfte werden von dieser Stelle kostenlos erteilt, lediglich das für die schriftliche Beantwortung von Anfragen erforderliche Postporto ist der Anfrage beizuschließen. Schließlich wird den Bnndesangehörigen, die eine Stelle int Auslande annehmen, nahegelegt, im Falle sich aus dem Dienstverhältnis irgend welche Streitigkeiten ergeben sollten, sofort die zuständige österreichische Bertretungsbehörde auszusuchen oder schriftlich bei ihr um Rat zu ffragen. * Kündigung der Ordensschwestern in den städtischen Waisenhäusern und Kindergärten. Der Wiener Stadtsenat hat allen geistlichen Ordensschwestern, -die in städtischen Waisenhäusern und Kindergärten gewirkt haben, gekündigt und wird diese Stellen durch weltliche Kräfte besetzen. Mit Ende dieses, bezw. Mitte des nächsten Monats schetden die Schwestern bereits» von ihren Posten. _ Vereine. Borträge und Versammlungen. Chug Jlwri, Brigittenau. Heute um halb 8 Uhr tbends nt 20. Bez.. Karl Meißsstraße 6, Mitgliederznsammenkunft. Bericht über den 13. Zionistenkongreß. Referent Herr Picker. Gäste willkommen. Bühne und Knust. Pirraver verläßt die Wiener Lper. Bor einigen Tagen tauchte die Nachricht auf, daß Piccaver foc Oper verlasse. Die Meldung wurde dementiert, nach einer gestern , veröffentlichten Aeußerung des Sängers muß man jedoch mit seinem Abgang als Tatsache rechnen. Piccaver will die Stätte seiner bisherigen Wirksamkeit nicht ans materiellen Gründen verlassen, sondern weil er sich infolge der Präponderanz der Frau I e r i tz a ii: seiner Wirksamkeit eingeengt fühlt. Die Reiuhardi-Bühne iu der gofefftadt. Die Eröffnung des Josefstädter Theaters, die im September stattfinden sollte und für Ende Oktober! verschoben wurde, wird, wie wir erfahren, wahtzscheinlich auch zu diesem Termin nicht st crt t f i n d c n. Die Instandsetzung des Theaters, ans den: Direktor Jarno nicht nur den Fundus, sonoern auch alle ihn: gehörigen Materialien (Drähte, Holzverkleidungen usw.) entfernen ließ, erfordert ungeheure Summen und der Hauseigentümer weigert sich, diese Installierungen vornehmen zu lassen. Pächter und Direktor des Theaters ist, wie sich jetzt hcrausftellt, nicht Reinhardt, der nur für zwei Vorstellungen als Oberregisicur verpflichtet wurde, sondern Dr. Stephan H o ck. Durch diesen Stand der Dinge ist 21. Aligttst 1923 die Erössnnng des Theaters, das also in Wirklichkeit Uk Reinhardt-Theater ist, in ziemlich weite Ferne gerückt. Der Opernkomponist und die Valuta. Engen d'Alber! -hatte vor elf Jahren mit den: Dreimaskenverlag in Münchei einen Vertrag für seine Oper „Scirocco" abgeschlossen uns gleichzeitig sich auch verpflichtet, seine beiden nächsten Werks ebenfalls den: Verlag neben einem Tant-iomenersatz für einet Pauschalbetrag von 60.000 Mark zu überlassen. Als der Dev lag seht auf Grund dieses Vertrages d'Mberts neue demi nächst erscheinende Oper „M.areika" einforderte, verlangt der Komponist eine Anpassung an die Geldentwertung. Als oel Dreimaskenverlag dies ablehnte, trat d'Mbert von seinen Vertrag zurück. Es kam-darüber zu einem Prozeß. Des Anwalt d'Mberts bezeichnete den Fall ■ als typisch für dif Voraussetzungen, an die dgs Reichsgericht wegen Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse das Recht zum Vertrags rückt ritt knüpfte, denn allein für die Herstellung der Pav titur habe der Komponist an Notenpapier mindestens da,» Vierfache des vereinbarten Honorars verbraucht. Zu eines gerichtlichen Auslegung kan:, es nicht, da der Verlag und des Komponist sich auf einer anderen Basis einigen konnten Hölle. Am 1. September wird nach vollständiger Reno> Vierung die Hölle wieder eröffnet. Die Renovi-erunqsarbeiter wurden nach den Plänen der be-kaunten Bau- und Dekor» tionsfirma Baruch ü. Co. in Berli-n. von der hiesigen Werk statte für dekorative Kunst (Direktor Beermann) ausgeführi und werden die eleganten und behaglichen Räume eine Sehens Würdigkeit Wiens sein, ebenso wie das SensationseröffnungA' Programm, das aus den hervorragendsten Kabarettnummcr» besteht. Die Veröffentlichung des Programms sind die Bo kanntgabe des beginnenden Vorverkarches erlfolgt in den aller nächsten Tagen in den Tagesblättern. (Entgeltlich.) Aus den Theatern. Volksoper. Heute „Martha". Morgen „Del, Tro'ubadur". In den K amm erspielen beginnt heute im Rahmt> der Nachtvorstellung die Premiere des dreiaktigen Schwanke» „Die Dame auf der C-Haisolongue" (Une Femnn, conchee) von Andre Beanby und Lncien Monseigneur (freie deutsche Bühnenbcarbeitung von Robert Blum) präi zise 10 U>hr. In der R e:: aiff ancebüh n e findet heute die Pro miere des dreiaktigen Schwankes „Madame Bonivard' von A. Bisson und A. Mars statt. Serichtssaal. Das Kleingeld, den Mist, nehme ich nicht. Frau Macf -dalena Beck erstattete gegen den Grünwarcnhändler Rudost N o w a k eine Anzeige wegen V e r k a u f s v e r w e i g e r u n g worüber vor kurzem vor -dom Bezirksgericht Favoriten die Bert Handlung stattgefunden hat. Frau Beck galb an, sie habe ein Kink zu Nowak geschickt, um Petersilie zu kaufen. Den: Kind habe sü ein Päckchen Klein-Papiergeld m-i-tgegäben. Der Angeklagte Habs den Verkauf mit den Worten verweigert: „Das -Kleingeldden M ist, nehme ich nicht!" Sie habe hieraus der Kleines eine „größere Note" mitgegeben; -diese habe Nowak auch refü, fiert mit der Bemerkung, er könne nicht wechseln. Nunmehr sei sie selbst zu ihn: gekommen und habe Petevsilie verlangt, El habe ihr den Verkauf verweigert und ihr gesagt, sie möge die Petersilie dort kaufen, wo sie Kartoffel und Sa-lat kaufe. Der Angeklagte stellte die Berkauifsveriweigerung in Abrede^und der«' antwortete sich dahiu. daß er der Käuifevin noch nicht einer» Preis angeben Leimte, da er die Petersilie noch nicht ,,M<' kuliert" halte. Der Richter ließ diese VevMtwovtnng nicht gelten und vcvnrte-ilte den Auge-kliagten zu einer Geldstrafe von 250.000 K., wobei das Benehmen desselben, das Kleingeld in verächtlicher We-iise als „Mist" zu bozeichnen, als erschwer rend angenommen wurde. Der Artist als Hakenkreuzler. Die Internationale Artiste::.. organisation tei>lt uns unter Bezugnahme auf nufere gleiche namige Notiz vom 17. d. mit: Es ist unwahr, daß die Jnternatioitale Artistenouganisation -für ihr verurteilteF'Mitglied Nkarkus Pokorny eine Strafe bezahlte. Wahr ist vielmehr., daß eine Verpflichtung oder Absicht dios-er Art weder beschlossen noch jemals dnrchgoführt wurde. Copyright iggz ' Nachdruck verboten. R. Löwit-Verlag, Wien-Leipzig, (69. Fortsetzung.) Zn Polens Wäldern. Roman von I. Opatofchu. /tulorifievte Uebertragung aus dem Jüdischen von Siegfried Schmitz. Mosidecha: ging vorsichtig zum Fenster. Der Schnee, welcher foi Tag geschmolzen war und von den Bäumen lrofs, hatte am Abend wieder zuzufrieren begonnen und die Bäume mit'Eis überzogen; sie sahen aus, als wären sie aus durchsichtigem Glas. Ans dem geschlossenen La-den blinkte ein Lichtstrahl; er siel zwischen die Bäume und brach sich an den Eisprismen; kleine Regenbogen leuchtete:: auf und vor den Augen flimmerte es grün, blau und violett. Mordechai blieb bemt geschlossenen LaLen stehen. Er erkannte Daniel Eibuschitz' Stimme und trat in das finstere Vorhaus. Dort versuchte er, eine Dür zu öffnen, sie war verschlossen. Er drückte stärker, die BerschluWette galb nach. Nieiuand benrerkte ihn, als er eintrat. Bütten in: Zimmer saß Dnszka, halb nackt, die Stirn- -haube mit Granaten besetzt auf den: Kopf. Un: sie drehten sich (Lhassidiur und Frauen im Kreise, einander an den Händen haltend, ihre Köpfe waren ausgestveckt, die Augen geschlossen, und hätten sich nicht di-e Füße bewegt, so hätte man «reinen können, fy» seien vor übergroßer Er-- schöpfung eingeschl-ummert. In einem Winkel stand ein kleiner JNlde, schlug mit dem Kopf an die Wand, beschmierte sich mit dem Blut, das ihn: aus der Nase und von der Stirn troff und rief leise mit weinender Stimme: „Vater, Vater, ach Vater!" Zwei junge Frauen hielten einander bei den Händen und drehten sich im Kreise, schnell immer schneller, daß ihre Kleider sich -wie offene Schirme blähten; dann fiolen sie einander in die Avnre, sanken müde nieder und blieben auf dem Boden liegeir. Airs einer weichen Ottolnane saß Temrele, Rabbi Mendeles Schwägerin aus Warschau. Sie saß in einen Winkel gedrückt, die Füße an sich gezogen, ihre losen Seidenkleider fielen in weichen Linien und Falten über die Knie. Ihre Perlen hatte sie von: Halse gelöst und spielte mit den Schnüren; sie klirrte damit, als wollte sie jemanden durch Zauber in ihren Bann tun. Dnszka blickte von der Seite her auf Temrele, und so oft Daniel neben der Ottomane stand, verzog sie hilflos den Mund wie ein Kind, das weinen will, rief ihn zu sich, .raunte ihm etwas ins Ohr und schaute dann triumphierend zu, wie Temrele mit den Perlenschnüren klirrte. Hoch, mit sehr schmälen Schultern, die einem aufgeschossenen Knaben zu gchörerr schienen, stand Daniel an ein Pult gelehnt. Sein schönes bleiches Antlitz, aus den: jeder Tropfen Blut gewichen war, sah sehr müde aus. Er wußte nicht recht, was hier vorging,, begriff nicht, warum man nach Mitternacht zusammen kam, wunderte sich, weshalb Nachman-n in feinem Namen die Thora deutete, in einer Weife, wie sie Daniel nie gedeittet hatte, litt darunter, daß er sich keinen Augenblick von Teinvele befreien konnte,^ und war zu gleicher Zeit bereit, ihr alles zu vergeben, könnte er nur mit ihr allein bleiben. Nachman, ein großer Mann nüt feuerrotem Bart, deutele die Thora in Daniels Namen. Er sprach schnell mtb abgehackt, mit großer Sicherheit, häufigen PaUsen-; sein Blick ging über alle Köpfe, als sähe er Dinge, die die Me:tge rings-un: nicht sah. Seine Augen leuchteten, der Bart flammte, und Mvohl er jeden Thorasatz verdrehte, fühlte er sich erhaben über die Gelehrten ringsum; fast jedermann, mit dem er in.Berührung trat, unterlag seinem Einfluß. Die Menge hatte aufgehört, zu tanzen; sie verfaiumelte sich um Daniel und verschlang Nachntans Wörter. Ein alter Jude warf sich einmal ums anderemal nieder und wälzte sich auf der: Boden, um darnit zu zeigen, irr Daniels Gegenwart urüsse jeder z:: Staub werden, auf den Daniel treten könne. Und je schneller Nachman sprach, desto stiller und geheimnisvoller wurde es ringsum. Die Hitze, welche aus den: Ofen schlug, rötete die Mangen r:nd erwäriute die Glieder, so daß die Menge nicht ruhig stehen, koilute, sondern von einem Frrß auf den anderen trat. Eine junge Frau hatte sich so fchr .in den bleichen Daniel verschont, daß ihre Augen ans den Höhlen zu springen drohten, ihr Acund war leicht geöffnet und die schmaleuj geröteten Wangen atmeten Begierde. Plötzlich streckte sie die Hand aus, als wollte sie jemanden gewaltsam zurückhalten, krümmte sich und stieß einen Seufzer aus; wie von einer plötzlichen Uebelkeit befallen, griff sie nach der Wand, verbarg dann das Gesicht in den Händen und fühlte sich sündiig. Nietnan-d hatte bemerkt, daß Dnszka allein und' verlassen mitte:: in: Zimmer sitzen geblieben war. Sie blickte nicht mehr auf Temrele, die durch die Menge Verstellb wurde. Mit geschlossenen Augen hörte sie Nachma:: zu und hörteeine rote feurige Stiurme, die sich um sie schlang, sie wärmte und ihr über die Augenlider strich: „ . . . der Mensch liebt den Schöpfer gemäß der Stufe, wie er ihn begreift. Und da des Menschen Verstand eine Grenze hat, ist er nicht imstande, die höchste Stufe des Dienstes zu erreichen. Denn wie weit kann ein Geschöpf aus Fleisch und Blut mit den: Verstand kommen. . Mit dem Verstand? Wie? Mit dem Verstand, ioas will er von nur? — Dnszka fühlte, daß eine schwere Last sich auf sie senkte. Die Menge ringsum schien sich zu entfernen und zu verschtvinden; durch den Raum zogen Farben, eine über die andere, eine iu der anderen, sie schwebte:: singend auf und nieder und ein scharfer Blumendnft breitete sich aus. Der Duft wird stärker, dichter, ntacht das Blut schu-ellcr rollen. Die Farben werden blasser, blasser, ziehen höher und höher, zerreiße::, und aus den Nissen wachsen feurige Blumen nttt geöffneten Kelchen, singen leise und innig, heben sich zun: Mond enrpor auf hohen, dünnen Stengeln, und zwischen den Stengeln schwebt Daniel .mit Temrele, sie fliegen von Blüte zu Blüte. Die Blüten beugen ihre Köpfchen, schließen die Kelche,' krank, halb welk, können sie sich kaum mehr halten, sie seufzen und über ihnen schwebt ein feuriges Singen. Danielverschwindet mit Temrele. — Mas, Nachman st""'cht noch immer p , (Fortsetzung folgt.>