Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1622 (18.8.1923)
- Date
- 1923-08-18
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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‘ »*l'f \ 1 m Men, SMZW Wiener Movgenzeituns. " 18. Mrgust IW Ne Revarattonsfrage. Frankreichs Antwort fertig. Der vermutliche Inhalt. Parks, 'IV. Btiwguft Der „Mat in" schrsM, Po ine« re JoKie öte französische Stitiitoontnoitc fertiOflefteUi. Sie jtft auch bereits gedruckt lworven. Ihre Ueberreichung «in London werde in den erstein Lagen der nächsten Woche ersetzen. Heber den Inhalt der Note WH das ME mit, daß sie Punkt für Punkt die englische Note mit der größten Genauigkeit widerlegen werde. Außerdem werde die fron* MscheAntwort einen zweiten Teil enblMen, der nicht nur dem englischen Kabinett, fondem der ganzen Welt die unabänderlichen Ansprüche Frankreichs äuseinanbersetzen werde. In diesem DM würden die Wer fehlungen gegen den Vertrag, der Mind estlbetrag, den Frankreich verlange, die Frage der Gesetzmäßigkeit der Ruhrbesetzung und die Bedingungen erörtert, under denen Frankreich die Besetzung milder gestalten und ausgsben könnte. Die Mindestsumm14vürde, wie bereits 'bekannt, 26 Milliarden.Gold mark betragen. Was die Bons der Serie C betrifft, werde Frankreich aus seinen Anteil nur dann und nur insoweit verzichten, als feine GlaMger es ausgelben, von Frankreiich den Betrog seiner Schuld bei ihnen zu verlangen. Belgiens Antwort. Ausgabe eines Graubuches. Paris, 17. August. Wie ,/Pe Lit Parisien" aus Brussel - meldet, werde die belgische Antwort auf die enMche Note in Form eines Graubuches veröffentlicht werden. Ihr Text sei gestern festgesetzt worden und die Veröffentlichung siehe u n m i t t e l b a r bevor. Nach dom Journal" dagegen werde das Graubuch erst im September erscheinen.' Englands Haltung. Von de« Dominions abhängig. Paris, 17. August. „Echo de Paris" meldet, in Londoner informierten Kreisen verlaute, infolge der unerwarteten Kritik, die die englische PoliM in den letzten Tagen in den Vereinigten Staaten gefunden habe, dürfte Bald Win den Zusammentritt einer Konferenz der D o m i n i o ns abwarten, bevor er die Stellungnahme Englands endgültig festlege. Zusammenkunft Batdwins mit Poinrare? Paris, 17. August. „Petit Parisien" verzeichnet ein Gerücht, wonach Pvsmieriminister Baldwin nach dem 25. August nach Frankreich reisen und bei dieser Gelegenheit eine Unterredung mit Poincare halben werde. Jas Pragramm Eoolidges. Washington, 17. August. (Wolfs.) Das Kabinett hat gestern seine erste Sitzung unter dem Vorsitze des Präsidenten Coolidge abgohalten. Nach der Sitzung empfing der Präsident die Vertreter der Presse, Nerren er nr großen Zügen die Richtlinien feiner Politik bekanntgab. In außenpolitischer Beziehung betonte der Präsident die Hilfsbereitschaft der Vereinigten Staaten, sobald eine solche Hilfe von allen Beteiligten erbeten würde und keine politischen Verwicklungen damit verbunden wären. Der Präsident lehnte die Streichung der alliierten Schulden ab; Amerika müsse aus der restlosen Rückzahlung der Schulden beharren. Im allgemeinen, erklärte der Präsident, werde er die Politik seines .Vorgängers weiter verfolgen. Tschechoslowakei. Keife Svehlar «ach Karlsbad. Prag, 17. August. (Tel. der „Wr. Morgens ei tu ng".) Ministerpräsident Svehla ist leicht erkrankt und zur Erholung nach Karlsbad abgereist. Seine Abreise wird mit deuv Besuch des jugoslawischen Ministerpräsidenten P a s i <, der sich in Karlsbad zur Kur befindet, sowie mit dom geplanten Besuch des römischen Königspaares in Marienbad in Zusammenhang gebracht. Zugoslawren. Möbelfabrik J. Spira Feine °,s M. U. ‘ _ 1—J Wohnungseinrichtungen. (Ecke Karl Schweighofergasse Ungarn. Ae Brkiimvftmg der remrimg. : AuKsuhrverbote. * Budapest, 17. August. (Tel. der ,Mr. MorgenzeitUM".) Zur Bekämpfung der enormen Teuerung beschloß der gestrige Kabinettsrat, die gesamte Lebens mitte lausfuhr streng einzusch ranken. Besonders soll die Gemüse- und Obstausfuhr sowie die Fleisch-, Schweine-, Milch-, Milchprodukten- Und Eieraussuhr vollständig verboten werden, wodurch Oesterreich ziemlich stark betroffen würde. Im .Handel der Effekten-und Getreidebörse werden neue Borschristen erlassen werden, da mehr als 60 Prozent des gesamten Banknotermmlanfes für die Zwecke der Bövsenman-ipubationen in Anspruch genommen sind. Die Regierung ist fest entschlossen, wenn durch diese Maßnahmen die Teuerung nicht zu bekämpfen ist, die K r i e g s w i r t s ch a f t auf dem ganzen Gebiete des Wirtschaftslebens herzustellen. Das Preßbuveau des Mrmstevpräsidmms wird täglich die Richtpreise der Lebensmittel und der notwendigsten Bedarfsartikel in den Zeitungen veröffentlichen; jene Kaufleute, die diese Preise überschreiten, werden streng 'bestraft. Iustizmimstev Dr. Nagy erklärte, daß die Wuchergerichte und fliegenden Kommissionen, die ihre Tätigkeit Montag beginnen werden, rücksichtslos Vorgehen werden. k*? . > . Ae Anklage gegen die kmigrnnten. Budapest, 17. August. (Tel. der Mr. Morgenzeituug".) Justizjminister Dr. Emil Nagy wies heute die Budapester Staatsanwaltschaft an, gegen die Führer der ungarischen Emigranten eine neue Anklageschr-ist ausäuarbeiten. In der neuen Anklageschrift darf die Staarsanivaltschaft nur rein juristische Momente in Betracht ziehen, während alle außenpolitischen Betrachtungen, die die erste AMageschrift enthielt, zu unterlassen sind. Ae Nacht Radie'. Aufenthalt in Wien und Graz. Belgrad, 17. August. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) Die Regierung hat im Einvernehmen nüt der Polizei festgestellt, daß R a d i c sich tatsächlich im Ausland befindet. Der Minister des Innern erklärte heilte, daß die Regierung den Sektionschef des Innenministeriums, Basa Lazarevic, nach Wien zwecks Untersuchung über den nun einwandfrei festgestellten Aufenthalt Radie' in Wien entsenden wird. Radie hat, wie 'Ihr Korrespondent erfährt, mit zwei Abgeordneten seiner Partei, Dr. Krnjevic und Pegic, das Land verlassen, indem er beim Dorfe Petalow über die Drau fuhr. Sein Fährmann wurde bereits verhaftet. Radie begab sich zunächst nach Wien und von dort nach zwei Tagen nach Graz, wo er mit den kroatischen Emigranten insbesondere die durch das Ueberlaufen Doktor Gag iardis vom Emigrautenkomitee zur Belgrader Re» gierung geschaffene Situation besprach. Sodann ist Radie nach Italien abgereist. - - Trading Büromöbel in Verbindung mit Patent-Aktenordner DISPONENT Unentbehrlich für jedes Bureau AUeinerzeugungBrecht für alle Länder der Erde: American Trading ßo. Bn reanmöbelfabriken Wien,!.. MIR Sterilgasse 13, ü. Holten Markt Telephone Kr. 68500 Serie GSmbös' Verhandlungen mit dem Ingo- ' slawischen Gesandte«. Budapest, 17. August. (Tel. der „Wr. Morgenzestung".) Die vom „Magyar Hirlap" enthüllten geheimen Vechandlungen Gömbös' mit dem jugoslatvischen Gesandten in Budapest Dr. Mlojevic erfahren durch neue Mitteilungen Gömbös' im Legitimistenblatt „Magyarsag" eine aufsehenerregende Ergänzung. Gömbös teilt mit, daß von seinen außenpolitischen Schritten auch der Ministerpräsident Gras Bethlen und die ungarische Regierung genau unterrichtet war. Er selbst habe den Ministerpräsidenten von jeder Phase der Verhandlungen informiert und über die Ergebnisse einen schriftlichen Bericht erstattet. „Magyar Hirlap" bringt heute weitere Einzelheiten über diese Verhandlungen. Gömbös sollte mit Hilfe Jugoslawiens die Regierung übernehmen. Es war bereits eine vollständige Liste der Mitglieder einer Gömbös-Regierung festgesetzt. Außenminister sollte Graf Theodor Batthycmy werden. Zu diesen neuerlichen Enthüllungen nimmt Gömbös keinerlei Stellung, er erklärt nur, daß die Bechlen-Regierung binnen kürzester Zeit verschwinden müsse. Polen. Anleihe und Finanzkontrolle. Warschau, 17. August. (Tel. der,Mr. Morgengeitüng".' Der frühere Unterstaatssekretär sür Finanzen Rhbarskr ist von seiner Reise nach Paris, und London, welche den Zweck hatte, AnleHoverhandlnugen mit privaten Konsortien in »Fluß Zu bringen, zurückgekehrt. Wie ,/R o botnik" nach Mitteilungen aus gut informieren parlaimntarischeu Kreisen berichtet, hat Ry'barski in Paris keinen Ersatz gehabt. In London dagegen soll es durch Vermittlung des jüdischen Finanziers Severin, G o l d b e r g gelungen sein, ein Konsortium englischer Banken, an dessen Fritze die L o n d o n CityBa n k steht, für. die Gewährung einer Pf u n d a n le r h e zu interessieren. Dieses Konsortium 'tellt,. wie weiter berichtet Mrd, die Bedingung, daß » Poten eme Emisfionsbank rmter BetMgung «M Kontrolle Wherev FmEdonäve dev am beteiligten englischen Bcmken begründet werde, ßevüer faß Polen als Garantie strr die Anleihe die Zo'lllei-«uwvHmen und die Einnahmen des TabakmorropM verpfände. Mit diesem Anbe-iheprojekt stehen auch Vre (von Ihrem Korrespondenten bereits rmtzgeteMn) Darlegungen Ver Lovwner ,Zimtes" im Zuvmmenhtcrng. Das Matt ergänzt sie jetzt durch folgende Notiz: „Deputierter M. Aoung m-. formiert uns dahin, daß er eine Einladung zu einem kirrzen Gesuch in Warschau, bei welchem er Ratschläge Über einige PrMeme der polnischen Finanzen evtetten sott, erhalten habe; es ist jedoch noch nicht feststehend, ob er in der Lage sein wird, diese Einladung anzunehmen." Womit eben umschrieben ausgedrückt wird, daß die Durchführung des oben erwähnten Anleiheprojettes noch nicht fesffteht. LieZnterniernogrlager sollen ansgE werden. Warschau, 17. August. (Tel. der „Wr. Movgenzeitung".) Wie der Warschauer Major Hajnt" erfährt, beabsichtigt das Ministerium des Innern, bis zuur Ende dieses Jahves sämtliche Internierungslager in Polen, von Venen einige in den Jvhren W20--'19A. viel von sich reden machten, aufzulösen. Nuudschau. Re Fnter-vrlamentarische Union und die »atlonale« Minverhette». Kopenhagen, 16. August. Die JuterpaWmeMrifche Konferenz lerörterte heute ^die Frage der Rechte und Wichten der nationalen Minderheiten. Der frühere schweizerische Staatsvat Dr. Uste ri führte aus, es Ligen Vver Entschließungen vor, von dmen die erste Vorschläge, daß die verschiedenen Staaten den Staatsbürgern allen Schutz hinsichtlich ihrer Sprache und Religion sichern sollen.- In der zweiten Entschließung heißt es, daß in allen Ländern Mit gemischter Bevölkerung sogenannte Gleichh-eitskommitss-io» nen' eingesetzt werden-sollen, die aus Vertretern Ver verschiedenen Minderheiten"FUsammengesetzt sein sollen und denen alle Sitreichragen nnterbrortet werden würden. Die dritte Entschließung schlagt vor, daß der interparlamentarische Rat einen stehenden Ausschu ß Mr Beratung aller Minderheitsfragen einsttzen soll. Ringel (Polen) erhebt als Vertreter der jüdischen Minderheiten die Forderung, daß diesen freier Zutritt zu den Univ-er.siMteu eingeräumt werde. Ein von der ftünnischen DelegcttuM gestellter Abänderunssantvag bezweckt, den Minderheiten, den Zutritt zu den höheren S.chMl^e.u Md Untlde^jitäten zu erleichtern. ' Hieraus folgte die Abstiutmüng Wer die MfölutkSnerr. Die erste Resolution, wonach die verschiedenen Staaten den Staatsbürgern jeglichen Schutz hinsichtlich ihrer Sprache und Religion sichern sollen, wurde unter Wnbezichung des sirrnischen Mänderungsauttages mit allen «gegen fünf Stimmen angenommen. Die zweite Entschließung, welche die Einsetzung^ pariWischär Kommissionen vorschlägt, die aus Vertretern der Minderheiten zusammengesetzt sein sollen, und denen alle Streikfragen unterbrettet würden, fand einstimmige Annahme, während die dritte Entschließung^ betreffend' die Einsetzung einer ständigen Kommiflion beim' Völlerburrd zur Beratung aller Mmderheitsfragerr mit allen gegen 13 Stimmen angerrommen wurde. Die Vertreter Dänemarks, Amerikas, der. Tschecho-Slowakei, Rumäniens uW StzcmjeM hatten sich der Abstimmung enthalten. Lohnkrisea in JenMaiü». Berlin, 17. August. (Tel.-Komp.) Die durch den Mark» stürz und die enorme TeuerungswellL hervorgerufenen starken' Lohnerhöhungen scheinen in verschiedenen Gewerben zu einer Krise zu führen. Rach den. Meldungen.aus . Halle haben die Zeitu.ngsverlegeir von ganz Mitteldeutschland beschlossen, wegen des Tarifwochenlohnes von 36 Millionen. Mark heute allen Buchdruckergehilfen zu kündigen, und die Betriebe zu schließen. Es soll, wie die deutschen Tageszeitungen berichten, versucht werden, durch einen Region alt arif die Krise zu überwinden. Hundert-MMonen-Mark-NvNn. Berlin, 17. August. (Tel. der „Wr. Morgeirzeitung".) Mit Rücksicht auf die weitere Geldentwertung ist die Herstellung von Hundert-Millionen-Mark- Scheinen in Aussicht genommen. Der gesamte Banknotenumlauf hat bereits 100 Billionen überschritten Verbot der völkische» „Jeutsche» Tageblattes". Berlin, 17. August. Das Polizeipräsidium teilt mit: Das „Deutsche Tageblatt", das Kmnpfblatt der deutschen völkischen Freiheitsbewegung enthielt in seiner Donnerstagnummer überaus gchässtge und beleidigende Angriffe gegen Reichskanzler Dr. Stresemann. Wegen dieser BeschilMpfungen in Verbindung mit wiedecholten Verunglimpfttngen der republikanischen Staatsfovm hat der Polizeipräsident von Berlin das „Deutsche Tageblatt" arrs Grund des repubWcmischeu Schutzgesetzes auf die Dauer-von^ zwei Wochen verboten. [roßer^n Sommer- Siti iSchiffmann II.. TaborsiraBe 48 Telephon teJBMUk..;. . .. ä ^7506377