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Wiener Morgenzeitung · 1923-08-12 · Heft 1616 (12.8.1923) · p. Seite 11

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1616 (12.8.1923)
Date
1923-08-12
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Mk lKW_ Wien, Sonntag_- Wiener Morgenzeitung. Me zionistische Srgamsaüon. Me Tätigkeit der Lander- und SonderveMnde. Transsylvanien. Die AuÄbvoitutvg des Zionismus in Tran2lsylv.atl.icn hat ln der BerichtSPeriode gute Fovtischritte gemacht, obwohl die Zionistische Organisatiott innerhalb des sstbenbürgischen Iuidentmns gegen eine starke Neolo-gec ntid eitle radikale Orthodoxie zu kämpfet! hatte. In beiden Lagern hat aber das Verständnis für die zionistische Idee dank urlansgeisetzter Arbeit zngencmmken. Die Orgalüsativil hatte sch andererseits gageti die er- >..i.rtendc antiscm-itische Bewegung zu wehren. Die antisemitische Studentenbetvegung i hren Weg von der C l u j e r Universität. In dett ersten Tagen der Unruhen domo li e rte der Pöbel die Zenit allatlzstien der Ziomstisrhen Organisation, die Redaktion und Druckerei des zionistischen Tageblattes „U j Kelet" und die Mensa acadenlica jndaica. Die Organisation war aber imsia»'de, in einigen Wochen den nötigen RestanrationsfoudS znsaniiuenzubringen und ihre Arbeit mit noch größerer Energie a!S zuvor fortzusetzcn. Der Wirkung dieser Ereignisse ist die Taisache zuzuschreiben, daß es der Zionistischen Organisation in der nächsten Zukunft gelingen wild, mit den Orthodoxen tut'- dcll Ne.vlage.ll e i n e gemeinsame O r g a n i s a t i o tt zu schassen, in deren Programm die Palästina-Arbeit an erster Stelle stchcil wird. Der Landesschulverein „Tarbut" besitzt jetzt eine Knaben- und Mädchenmiticlschule in Mauscnbnrg uiub eine Valksschu'le in ^atntar. In diesen Schnlen wurde unter den schwierigsten Verhältnissen die hebräische Sprache unterrichtet. Jur vorigen Schuljahre fanden die ersten Neifeprüftmgen statt und es gelang, bei der Regierung zu erwirken, daß hebräische Sprache und Literatur als offizielle PtmfiingsgMtlstände eingesührt wurden. Trotzdem hat das Schllltverk unter dcil strengen Bcrevdmnmen der Behänden zu fcistwii. Einer der drückendsten dieser Erlässe ist die Anordnung, daß die Tarbut ihre Schulen schon 311 Beginn des kommenden, Jahres in eigenen D ch tt l g eb ä ildc u nnterbringen muß. Doch ist zu hoffen, daß die Organisation auch dieser FordLvilng wird geuügeir fi3tmcu, um der hebräischen Kultur in Siebettbürgen eine feste Basis zu schassen. Der Nationalst,nds ilnterstütztc. die Palästitta-Wandernng au? Tratt-sshlvanien, indem er jüdischen Landwirten dieses Landes 600 0 Dililam im Emek Jesrcel zur Verfügung stell!c, die durch 60 atisgebildete Landivirte besiedelt werden. Im vorigen Jahre wurde auch die H a ch s ch a rah - A rb et t begonnen, unib es ist zu hoffen, daß diese in der nächsten Zeit wird erweitert werden könneik. Es ist auch gelungen, kapitalistische Kreise für Palästina Zn interessieren, und wahrscheinlich werden schon in Kürze einige größere t r a n ss h l v a n i s ch e U n t c r n e h m it n ge n in Erez Israel errichtet werden. SüdttfvZEa. Der Fortschritt der zionisttschell Bewegung in Südafrika und die materielle Förderung, die sie dort erfuhr, waren in der Berichtsperiode ilicht so befriedigend wie in den unmittelbar vorangegallgenell Jahren, mtgeachtet dessen, daß itt beit letzten Jahren eine kleine aber ständige Zunah in e der .ft ü d i >s ch e lr Bevölkerttng S ii dafrikas, die sich jetzt auf etwas mchr als 60.000 beläuft, zu verzeichneil ist. Die Hauptnrsache hierfür liegt in der finanzielleu Depression, die bereits seit Ende 1920 bis heute anhält. Die SÄidafrikanische Föderation umfaßt die Union voll Südafrika, Rhosedia, Sübwestasrika, Portugicsisch-Ostafri'ka und den Belgischen Kongo. Es sind ihr 181 Veveinigung eit artgegliedert, hiervon 162 zionistische Ortsgruppen, 38zionrfrüsche Jugendvereiire ltitb 41 Synagogen, Hilfsvereine tnrb andere jüdische Körperschaften. Der Verband hat ferner Vertreter iit vielen Ortschaften, wo die jüdische Bevölkerung zu klein ist, um einen organisierten zionistischen Verein' zn bilden. Die Zahl der angegliederten Körperschaften hat sich währeild der Berichtspeviode nicht bedeutend vergrößert, mit Ausnahme der .Zahl der Synagogen, Hilfsvereine usw. Um südafrikanisches Kapital zur Investierungen P a l ä st i n a heranzuziehen, machte eine Reihe führender südafri-kcnrischer Zionistett, die sich Ende 1921 in Europa aufhielten, vovbereitertde Untersuchungen, und wenige Tage nach der Konferenz wurde eine Gesellschaft unter Idem Namen „S. A. Palestme Enterprise (Binhan) Corporation Ltd." gegründet. Zweck der Gesellschaft ist, ein Kapital von 100.000 Pfund Sterling zur Juvestiernng in industriellen und anderen Unternehmungen nt Palästina aufzubringen, insbesondsve zur Errichtung von Wohn- und Lagerhäuftm. Bis jetzt sind Aktien in der Hohe von 23.000 Pfund Sterling gezeichllet worden, und cs wurde, ein Betrag bei der Anglo Palcstine Co. in Palästina deponiert, der jederzeit zur Verfügung steht, sobald die Verhandlungen bezüglich des Gelälldes, auf dem die ersten 60 Häuser, errichtet werden sollen, beendet sind. Die Föderation nimmt eine so angesehene Stellung im Leben der südafrikanischst Jlldenheit ein, daß ihre Hilfe dauernd in allen jü di scheu Angelegenheiten angerufcn wird. Der Verband steht in engster Beziehung zum South Afriearl Jewist Board of Deputies, mit dem er sehr sreurrdliche Beziehungen urrterhält. Dasselbe gilt auch für den Südafrikanischen jüdischen Hilfsfonds. Zionisten stehen in sehr großer Zahl an der Spitze dieser und aller anderen jüdischen Organisationen, und wie auch sonst, geben hier die Zionisten die, Begeisterung und die Initiative, für alle Ilntericehmungen, die die allgemeinen Interessen der Juden betreffen. Die Idee, jüdische Waisenkinder ans Osteuropa nach Palästina zn überführen, wurde zuerst von den Zionisten Durbans verwirklicht, die bereits 60 solcher Waisenkinder in Palästina angesiedelt und die,Verpflichtung für ihren Unterhalt unter idealen Lcbcnbedingungen bis zur Zeit, wo sie sich selbst ernähren können, übernommen haben. Die Idee hat sowohl einen philanthropischen wie nationalen Charakter und appelliert darum an alle Kreise des südafrikanischen Judentums. Während der lctzijährigcn Verhandlungen, die znm Zusammenschluß aller jüdischen H i l s s a k, t i 0 neu Südafrikas, znin „Vereinigten SüdafrikanijThen Hilfs-, Aufbau-- und Waisenfonds" führten, zeigte cs sich, daß cs eine unumgängliche Notwendigkeit für die Schaffung des Verbandes sei, daß die Ansiedlung osteuropäischer Waisen in Palästina an die Spitze des Programms der neue« Vereinigung gestellt wird. Es werden daher zurzeit Pläne für die Ansiedlung weiterer 260 Waisenkinder in Erez Israel vorbereitet. Bis jetzt sind für den Keren Ha j cs so d 60.000 Pfund Sterling gezeichnet worden, wovon bis Ende, Mär; 1923 36.600 Pfund Sterling eingezahlt wurden. Der Betrag von 33.766 Pfund Sterling ist bis jetzt an die Zentrale in London übcrivicfcu worden, ferner eine Summe von 603 Pfund Sterling für, den Jmveleufonds. Wie in früheren Jahren wurden die Sammlungen für den Keren Kajemeth fortgesetzt. Während der Berichtszeit wurden 6270 Pfund Sterling aufgebracht. « Im Schekeljahr 6682 wurden 11.613 Schekolim verkauft. Für das lausende Jahr wird eine annähernd hohe Schekelziffer erwartet. Die Föderation gibt eine offizielle Monatsschrift unter dem Flamen „Zionist Record" heraus, die im ganzen Lande weit verbreitet ist und das Hauptpropaganda- und Juformationsorgan des Verbandes bildet. Wahrend der ganzen Berichtsperiode standen dem Verband die Dienste des Herrn Tr. I. Qlswanger zur Verfügung. Er hat im Aufträge des Verbandes das ganze Land bereist, und obwohl er sich hauptsächlich der Keren Hajessod- Arbeit widmete, hat er keine Gelegenheit vorübergehcn lassen, um daneben auch aste Phasen und Probleme des Zionismus seinen Hörern ualjc zu bringen. Zionistische Gruppen im fernen Osten bestehen in Australien, welche bis jetzt stir den Palästina- Anfibanfonds 26.597 Pfund bezahlt haben, während von dieser Seite gelegentlich der Reise des Herrn Israel Cohen im Jahre 1920 67.097 Pfund zn-gesagt wurden. Die zionistischen Vereine in Neuseeland haben für den Palästina- AnfbanfMds bis jetzt 9687 P stund bcza-hllt. Rege Tätigkeit entfaltet dort der Verein von Ancklanid und der Anckländer Fmnetvverein hat wesentlich zur Begründunlg des KinderwöhlftlhrtsinWntes in Tel-Awiw beigetragen. In China ist der Verein itt S cha n gha i das aktivste ziomstiische Arbe'llszentrnnr im fernen Osten. Die Jlideu Schanchais hatten den Vorzug eiines Besuches Pros. Einsteins, der in einer öffenMchen Verfanmivlung sprach. Der Verein hat den Namen des Ministers des Aeußern von Japan, Baron Uchida, in das gotdcne Buch des Nationaffvnds eingetnagen. Uober die zionistische Tätigkeit in Indien ist aus den letzten zivei Jahren wenig zu berichterr. Im Fvühj-ahre 19W besuchte Frau P e w s n e r, die Delegierl-e des Natsonaffonds, Bombay, >vo sie Vorträge hielt und einenbeträchMchen Bletvag aufbrachte, sowie mich Kalkutta. Die Monatsischrfft „Zion's Mess enger" ist ein wertvolles Propagandaorgan. Iin vergangenen Jahre konnte die Gruppe in Singapore Pros. Einstein aus seinem Mage nach Japan begrüßen. Er hielt einen Vortrag über die hvbräis-che Universität, und es wurde ihm eine Adresse überreicht. Auch wurde ein Betrag von 760 Pfund für den Universttätsfonds gezeichnet. Frau Caroline Greenfield ans Amerika besuchte ebenfalls Singapore und sammelte über 3600 Dollar fiir die Ha-dassah- Organisaticm. * Der Nachkomme des Propheten. Als „die größte religiLfe und politische Macht östlich vom Suezkanal" wird in seivLM Httglffchen Blatt Seine Hoheit Aga. Sir Sultan 'KhaiN! Mcrhommed Scha bezeichnet, der Nachkomme des Propheten. Dieser romantische Träger einer großen Vergangen-- heäill E von d-eur marr in Europa wenig weiß, spielt eine geivcMge Rolle in allen Fragen des Islams, und er ist jetzt vejdeuEam Üervoraetveten, indem er am Tage der Unterzeichnung ,deS tüMchear Friedeirsvertvages in Lausanne sich mit einem Manifest an den ganzen Islam lvaudte, das zur Annahme das Vertrages viel. Aga Khan ist der awrrkcnmte Führer von 70 Millionen Mohammedanern und für Jvdien eine auSschlaagebende Persoirlichkeit, denn er besitzt, ob- Aeich er über kern Reich gebietet, mehr Einfluß als irgendein m-Tchoe Fürst oder Ravschah. Er erhebt den Anspruch, direkt vom dem Sultan M und dessen Weib Fatma, die Tochter Mohammeh§, boit den: Prophcteil selbst abzustammen. Er ist auch der Besitzer des Mumtaz Mahal, der heiligen Sänfte, dre^me der Hauptreliquien des Islam ist. In einem Lanide wie'Indien, wo die edle Geburt, das Merkmal der Znachörigkeit der Kaste, die Grundlage des sozialen Ansehens bietet, wird' der Aga Khan wie ein heiliges Wesen verchrt. Sogar das Wasser, mit beut er seine täglichen Wch'chuugen voririmmt, tvird aufbewahrt und turter ferne Lttthänger als kostbares Gut verteilt. Diejenuigett, die vor sein Attgesicht treten, dürfen sich ihm tmr barfüßig naben. Der Palast, beit er in Bonrbay bewohttt, ist für die indischen Mohammedaner heiliger Boden. * Es fehlt nur der Kantor. Jetzt, La vor den Hoheit Feiertagen der Kurs der Chasanim und Synagogetffänger stärk gestiegett ist und gar viele plötzlich ihre Sangeskunst entdecken, dürfte diese Anekdote nicht ohne jede Aktttalität sein. Ein alter Chascui, an die achtzig Jahre alt, hielt sich einen großen 12. August 1923 Seite 11 Chor und reifte in Polen, mit in de» großen Städtett Elast-' Vorträge zu halten. Eittmal kam er nach Ltrbawicz, wo damals' der berühmte Rcb Mendele Rabbi war. Der Chafatt bat den „Gabbe" der Klaus um die Erlaubnis, dort seine Kunst vor-, führen zu löntiets. Dieser zeigte hieztl wenig Neigung, denndie Chasfi'dint sind im allgem-eitten beit Wandcrchasamm wenig hold. Der alte Kantor ließ tticht locker und wandte sich, unter Berusuttg auf sein hohes Alter, au den Rabbi; schließlich gab mau ihm nach und ließ ihn vorbeten. Der Gastvortrag fiel', nicht anders aus, als zu erwarteit war. Was konnte man. auch schließlich vott einettt Greis mit gebrochener Stimme utib' zahnlosem Munde erwarten? Nach dem Beten richtete der eitle' Greis au beit Rabbi die Frage, wie ihm sein VorbeLen gefallen habe. Der Rabbi, den die - närrische Frage noch mehrgeärgert hatte als der Vortrag selbst, beantwortete die Frage' mit einer Gegenfrage: „Sagt mir einmal, Chasau, was kostett- Euch die Chorsänger itt einem Jahr?" Der Chasan denkt eine Weile nach uitb sagt dann: „Alles in allem dürften mich meine Säuger 600 Rubel int Jahre kosten." „Das ist nicht viel," meittte nun der Rabbi. „Wenn Ihr nun noch ein paar hnttdert' Rubel auf einen guten Chasau spendieren würdet, so hättet Ihr ein ausgezeichnetes Ensemble beisammen." * Der eisgekühlte Tanz. In heißett Tagen muß utau schönem leidenschaftlicher Tänzer sein, um sich diesem anstrengeudeu Vergnügen hinzugeben, und wenn auch bei Siedehitze die Tattzsäle gefüllt sind, so ist jedenfalls der Getmß ein sehr zjveffelhafter. Das ist aber nur bei utts der Fall, wo ment, in der Pflege des Ballsaals noch nicht so wett gekotituteit ist/ tote itt der Neuett Welt. In Amerika will matt auch bet ber heißesten Temperatur itt eleganten Badeorten auf das Vergnügen des Balles nicht verzichten, und so ist der „eisgekühlte T a tt z" itt Mode. Wirst matt einen Blick itt den! Tauzsaal eines der Kurhäuser in den anterikattischett Badeorten, so findet utau einen, lustigen, von geheiuutisvolletn blättert Licht dttrchflutetett Rannt, itt dem eitte Fontäne iTjrc Wasserstrahlen sprudeln läßt und ait dessen Fenstern das CSt»; in großen Behältern langsam schmilzt. In den Vereinigten Staatett ist die Zuführnttg dort frischer Luft durch clektrisckie Fächer zur Vollkoutmenheit ausgebildet. Außerdent treibt man Verschweitdung mit Eis. Es steht tticht nur iw großen Gesäßett auf jedem Büfett, wird mit jeder Wasserkaraffc gereicht, ist itt jedem Getränk vorhanden, sonder it auch' die Fettster sind mit Eis verbarrikadiert. Eine große Bedentnng mißt matt der Färbung des Lichtes bei. Man unterscheidet, zwischetr warmen uitb kalten Farben und hält darauf, daß int Ballsaal jede grelle Farbe ansgeschaltct wird und der große Raum in eine dämtnerige Atmosphäre getaucht ist. Die elektrischen Fächer, die kühle Lttft zusühren, sind mit Blöcken vom Eis umgeben, so daß sie kleine Eisteilcheit in der Litft verstäuben mtd kälte Strönmugett durch bat Saal verbreiten. In Rio de Jmteiro ist man darauf verfällett, Zwischen ztvci Tänzett itnttteo eine kurze abkühlende Atttomobilfahrt zu uttterttehmett. * Empfindungstciuschutlgen bei amputierten Gliedern. Abgettotumene Gliedrnatzctt werden bekämtklich nach Jahren von bat Amputierten zeitweise so gefühlt, als ob,sie noch vorhattden wärett. Eitt bckaitnter Chirurg, Professor Dr. E. Äleyer aus Königsberg, hat mttt int 68. Baude des „^Archivs' für Psychiawi-e uttd Nervenkrankheitcu" eilt wertvolles Tatsachettmaterial vor die Oefseutlichkeit gebracht. Meyer hat nämlich die interessantesten Empfindungstäuschmigett bei 60 Kriegs-, verletztctt genatt ttittcrsttcht und fcstgestellt, 'daß bei beit meistett Amputierten eine Wahrtt-chmuttg des fehlendeit Gliedes sofort nach dessen Etttfornmtg vorhandett ist. Die Wahrttchmmtgsdent. lichkeit verschwindet-gewöhnlich ersten ach Monaten, bei einem größeren Prozentsatz sogar erst nach Jahren. Der gattze fehlende Arm oder das Bein wird indessen nttr in feite» nett Fällen gefühlt, zumeist sind es bloß die Endorgane des ent» .stritten Gliedes, die sich bemerkbar tttachett, beispielslvoise die Finger mtd die Hand, die Zchen und der Fuß. Die Folge^dieses sonderbaren Scheingesühls ist, daß der Betresfertde detr Zehenteil au der Wade oder aut Kttic fühlt. Iit vielett Fällett tritt auch lebhaftes Schmerzgefühl ans, längst amputierte, kriegsvcrletzte Hände oder Beine schmerzen so stark wie einst,- als 'das „Phantomglied" ttoch vorhanden war. All das sittd bis icüt ttoch unaufgeklärte Erscheimmgett des tnenschlichelt Nervensystems, die ittdcs — wieder Gelehrte airdeutet — m Balde ihre Erklärung fittben dürftett. :i: Die Nase. In „Goob Health", einer amerikanischeu Zeitschrist, veröffentlicht der Biologe Prost Adam Woojds von Boston eilten Aitffatz über die Nasen großer Männer. Er findet, wie schon vor ihm fcistgcstellt worden ist, baß bei weitem die meisten Berühm-che'itM der altert und neuen. Zett „stbermittelgroße" Nase-n hatten, so Dcseartes, Luther, La Fontaine,'Fcn-elon, Cuvier, Tasso, Meyerlbeer, Newton, von Dyck, Koperrt'Nts, Goethe, Liszt, Heine, Pasteur, Aretino, Sanrar« Me, Hclmholtz, Kepler, tot I. Herschel, CromwAl, der ältere Pitt, Peel, Disraeli, Modstone, Gambctta, Wasihiugton mtlb Lincotln. „Durchschmttsncvstzn" hatten La Place, F. Her« schol, Bvnaparte, Voltaire, Mozart, Dmwas, Molierc^ Beethoven, Du renne, Racine, Roibespierre, FranMn, Dhwrs, Gluck mtd Fnltott. Nur ein halbes Dutzend werden m kleinen Nasen atigchührt, darunter Talleyrand, Mnvillo, Voileau und Bevanger.'- * Ei« Stein der Klagemauer bei einem New-Aorker Shnagogenban. Ein Stein vott der Klagentauer wivd tn eitte der Wände des zu errichtenden Shitagogetchanses der Federated Central and Free Syttagogues eingebaut werben. Der Stein ist ein Geschenk des früheren Ziivllsokretärs der palastmcnsi-' schen Berwältung, Sir W yndh a m De «des, an Doktor Stephan Wist. <J. C. Bh * Auf je zwölf Einwohner ' ei« Tele-Honanschluß. Aus Kopenhagen wird gemeldet: Nach den Ausweisttt von sieben in Dänentärk tt-ebett dem Staatstelephon konzessionierten Telephongesellschastett cttlfällt in Dänentärk durchschnittlich ein Telephon'ans zwölf Einwohner, wodurch Da-nemark sofort nach> dett Vereinigtelt Staatett rangiert, tvo ein Telephon auf acht Einwohner entfällt. Int Jahre 1922 warett itt Dänemark- 250.000 Monttenten. was 81 Apparate ans st 1000 CitKvohner ^bedeutet. * Jaures ins Pantheon? Die Fremlde des 1614 ermordeten Jäures beabsichtigen irr Frankreich eine Kampagne zugunsten der Ileberführung der sterblicheit Resst des jozialisttschett Führers itts „Patttheott" anznrcgcn.^ Sie haben! bereits Verbittouttgett mit dem Schivager des Verstorbenen, dem Dr. Chapolain angeknüpft, der Mitglied der kotunmntstischett Partei ist. * Kinematographische Steckbriese. Der Reichsverband ' detstscher Lichtspieltheater hat sich bereit erklärt, in besonders wichtigen Fällen der steckbrieflicheit V-ersolgmtg von Verbrechern Diapositiv«, bst chm von den StrafverfolMugsbehöroeit mit dom Evsnchen um Borführntvg übersandt werben, irr seinen Theatern ckostetckos vorzuführett. iDett Strafversolguttaslehorden wird anhcitngegbeli, in dett geeiattetett Fällett vott diejeitt Anerbsttett Gebrauch zu machen.

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