Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1616 (12.8.1923)
- Date
- 1923-08-12
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2979076-2980477-2980697--15769-3002622- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 8 Wien, Sonntag alten Einrichtung erhalten bleiben mtb mit zahlreichen wertvollen Bildnissen von Angehörigen der Familie Rothschild geschmückt sind. Zur Eröffnung stiftete Frcijrait Mathilde t». Rothschild eine Reihe interessanter jüdischer Klmstgegenstande aus ihrem Besitz, und die jüdische Gemeinde einige schöne' Kultusgerate und eine Anzahl wertvoller Nechtsaltertümer. Ein wesentlicher Bestandteil der Ausstellungsgegenstände gehört der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kuustdenkmäler, die iiu Arbeitsrali'M des Museums ihre Handbibliothek und vor allem ihre prächtige Vvrbildersammluug ausgestellt hat. Die letzteren sind Fachleuten und Interessenten nach vorheriger Vereinbarung mit der Museumsleikmg jederzeit zugänglich. Doch wird versucht werden, durch ln sich geschlossene Soudcrauöslcllungeli diese Schätze der Allgemeinheit nutzbar zu machen. Aus bescheidenen Anfängen und unter großen Schivierigleiten hat die Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler ihre Bestände gesammelt und dank der unermüdlichen Arbeit ihres ersten Vorsitzenden, Herrn Julius Goldschmidt, ist es nunmehr gelungen, sic in entern eigenen Museum zugänglich zu machen. Volt der ursprünglichen Idee der' Vorbildersammlung wich mau, wie die schönen Publikationen der Gesellschaft am deutlichsten belveisen, mehr und mehr ab. Heute ist das Ziel der Gesellschaft und damit der wissenschaftlichen Arbeit im Museum darauf gerichtrt, die jüdischen Kunstdenkrnäler um ihrer selbst willen und als einen wichtigen Teil der jüdischen Gesamtkultur zu erforschen. Damit wird die durch die Sanunfuitß unb Ausstellung jüdischer Altertümer und, wie 51t hoffen ist, auch durch die weiteren Publikationen der Gesellsclwft angebahnte Beschäftigung mit dem gegenstüudlichcn Teil der jüdischen Kultur weiter gefördert werden. Soll diese Arbeit aber erfolgreich sein, so tnüssen alle Institutionen Und Privatpersonen durch Hinweise und arrdere Nachrichten, durch lleberscnd-ung von Photos und anderen Abbildungen und der einschlägigen Literatur, einschließlich Broschüren, Festschriften, Zeitultgsausschnitten ustv., die Unternelstnungen der Gescllfcljaft fördert^: Neben der finanziellere kann die ideelle Unterstützung*) nicht genug betont werden, weil alle alten Verbindungen durch den Weltkrieg zurrt Still- ' stand gekommen sind. Erich T 0 eplitz. A«e Stadl für Studenten. Am äußersten Ende von Paris, in der Nähe des anfuiUtgcn Parc Montsouris, ist der Grundstein zn der neuen Pariser Universitätsvorstadt gelegt worden, welche ihre Entstehung einer Millionenstiftung des bekannten jüdischen Großindustriellen Deutsch de la Menrthe verdankt. Er hat dir zehn Millionen zum Bau der Universitätsstadt gespendet, da die Pariser Universität sie nicht gehabt hätte und an einen staatlichen Zuschuß bei der gegenwärtigen Finanzlage Frankreichs nicht gedacht werden kannte. Diese Umversitätsvorstadt wird in den kommenden Jahrzehnten den Studenten, die heute das längft zu klein gewordene Quartier Latin bevölkern, ein Heim sein. Sie wird mit allem Komfort, Turn- und Spielplätzen, cmsgestattet sein und 3000 Studenten Unterkunft bieten. Aber Gründe des Komforts lvaren es nicht allein, die den Bau eines neuen Universitätsviertels in Paris beschleunigt haben. Sie liegen noch auf einem ganz anderen, weniger erfreulichen Gebiet, nämlich in der Entvölkerung der Universitäten. Wrgends hat die Teuerung der Nachkriegszeit so umwälzend gewirkt als unter der studierenden Jugend der französischen Hochschulen. Täglich wächst die Zahl der „Deserteure" der Fakultäten. Sic nimmt gerade für Paris zurzeit beunruhigende Formen an: die Universität zählte vor dein Kriege über 17.000 Studierende, die Zahl fiel hu Kriege (1917) auf kaum 6000 und erreicht gegenwärtig nicht e r n m a l das Doppelte dieser Zahl. RedaMün Wien—Karlsbad. (Ern Briefwechsel.) Lieber Chefredakteur! Sie und mein lieber Kollege vom Feuilleton sitzen im schönen Karlsbad, genießen das eindrucksvolle Bild des Kongresses und lasiert dreimal im Tage je zwanzig oder dreißig Mnuten Ihre Stimmen hören, um uns durchs Telephon den „Stoff" für unsere Kongreßmtmnter zu übermitteln. Daraus sollen wir, ime es so anspruchsvoll in der Sprache unseres Metiers heißt, einen erschöpfenden Bericht znsammenstellen. Diese Arbeit ist wirklich erschöpfend, aber für uns. Es ist wahrhaftig nicht leicht, bei 40 Grad Reaumur in erschöpfenden Kongreßbevichten unerschöpflich zu sein. Sie sollen ein kleines Bild davon haben, wie es bei uns in der Kongreßzeit zugeht: Bon dem mit ruhiger Regelmäßigkeit des Tages abrollcnden Redaktionsbetrieb ist keine Rede mehr. Die Nachtredaktion ist in Permanenz erklärt und der Nachtredcllteur hat in seinem Rcdaktionsranm jetzt mehr Gesellschaft, als ihm lieb ist. Denn am späten Abend lassen Sie ja beide ihre holden Stimmen durchs Telephon ertönen und „blasen" mit unermüdlicher Ausdauer. Die drei oder vier Stenographen stehen in Reih und Glied, um einander abzulösen, und einer nach dem andern verschwindet in dem Nebenrcmm, wo sofort ein wahnsinniges Maschinengeklapper ertönt. Indessen taucht zorngerötet unser sonst so sanfter, jugendlich- , *) Adresse: Frankfurt a, Vtain, Fechrgasse 146. Jüdisches Museum. (Mitglie-dsbeitra-y zirka 5 Dollar entsprechend.) _Wiener Morgerrzeitung._ elastischer Metteur auf, und sagt-in drohend-^bittendem Tone, um den ihn om Aslan beneiden könnte: ,Herr Dokter, Manuskript, mir dersetzen's sonst nimmer." Zwischendllrch erhöbt die Politik oin mördevisches Geschrei uni Raum rm Blatt, da jeden Augenblick in Deutschland die Revolution ausbrechen könne, was gehörig „gewürdigt" werden muß. Der lokale Teil greint mißvergnügt dazwischen, daß er noch einen famosen Raubmord habe, und daß man ihm in ungebührlicher Weise seinem Wirkungskreis beenge. In diesem Durcheinander der Airsprüche' nnd Wünsche muß das ans genommene Telephonstenogramm „eingerichtet" iverden; der Teig muß Rosinen erhalten, bannt der Kuchen dem Leser munde. Und Ihr armer Nachtredaktcur hat solch undankbares Geschäft. Milten darin unterbricht ihn ein schriller Ruf der Verwaltung, die sich während der Kongreßzeit in der Person des ewig verärgerten Direktors höchst persönlich zur Mchtzeit cinziifinden pflegt: „Schneller, schneller, wir versäumen sonst den Postanschluß; vou.Esroigim nach Sukkoß habe ich nichts!" Der Einwand, 'baft wir mit unseren Nachrichten vom Kongreß selbst bei spätem Erscheinen noch immer allen anderen Blättern, den jüdischen und nichtjüdischen, tveit voraus sind, wird mit einein zufriedenunwilligen Brummen beantwortet. Endlich beginnt sich der Schwarnr zn verlausen und jeder äußert noch seine speziellen Wünsche: Die Volkswirtschaft will ihre Internationalität gewahrt wissen, der Sport jammert über Raumbeschräickuug/ und wird wegen Raumverfchwenduug angcjamntert. So verschwindet einer nach dem andern und die Nachtredaktion bleibt mit dem „G r a l s h ü t c r" des zi 0 nistischen Gedankens im Blatte allein. Nun beginnt der Endkampf nur den Raum. Hie Zionismus, hie allgemeiner Blattinhall! Endlich ist auch dieser letzte Kampf ausgekämpft und der Umbruch geht gedeihlich vonstattcm. Auf einmal Gemurmel, anschwelleud, brausend, bis es sich in den Ruf verdichtet: „Ein Maschtneitdcfckt!" Panik. Der Druck ist verlangsamt. Der Postlauf ist in Gefahr! In fieberhafter Eile geht der Umbruch weiter. Telephon. Ihre Stimme. Noch eine letzte, wichtige Meldung aus Karlsbad. Sie muß ins Blatt. Der Umbruch wird zum Teil noch einmal begonnen. Endlich ist alles fertig. Die Maschinen laufen. Die Nachtredaktion atmet erleichtert auf. Die Nachtredaktion hat um 12 Uhr mittags zu arbeitete begonnen und jetzt ist cs bald 2 Uhr nachts. Für diese Arbeitsleistung hat seinen Ressorttitel Ihr Nachtredaktcur. Lieber Nachtredaktcur! Obwohl wir hier itt der Stadt des Sprudels sitzen, sprudelt unfevc gute Laune nicht so, wie Sie meinen. Uns geht es nicht besser als Ihnen. Sie machen Nachtdienst bei Tag und wir Tagdienst bei Nacht. Sie scheinen zu glauben, daß man uns die Kongrcßberichte, die wir Euch telephonieren, frisch gebacken ins Hans bringt. Da keimen Sicdas offizielle Preßbureau unserer Organisation herzlich schlecht. Wir erarbeiten uns unsere Berichte im Schweiße unseres Angesichtes. Unser brummiger Verwaltungschef hat sich neulich durchs Telephon beklagt, daß wir für die großen Reden während der Nachtsitzung so viel mit telephonischen Gesprächen, wie er es so sanft ansdrückt, „herumgeschnrisien" haben. Ihr wißt aber nicht, daß ich die ganze Zeit hindurch in meiner durchaus nicht komfortablen Redaktion saß, und daß -nnr Satz nnr Satz der Reden, die Euch zugleich weitergegeben wurden, auf Zetteln aus dem Saal gereicht wurde. So fabrizierte ich den Teig, aus dein in Wien der „Kuchen" wurde. Anders hättet Ihr die Reden nicht bereits am Morgen bat Lesern servieren können. Daß so ein Kongreßdienst mit endlosen Telephongesprächen eine verschärfte Karlsbader Kur ist, das wißt Ihr ja selbst. Ich glaube, daß wir uns gegenseitig nichts vorzuwerfen haben. Sie klagen über Platzmangel im Blatt, ich über Platzmangel itt dem Räum, der uns für unsere Nedaktions,zwecke zugewiesert wurde. (Und Sie wissen doch, daß ich nicht viel Platz brauche.) Dafür aber brauchen wir die Fähigkeit, «.ns zu' verdoppeln: Denn währettd wir hier den „Teig" kneten, geschieht im, Kongreßsaale oder in einer Kommission inrmer etwas. Nnd das Etwas ist gerade itnmer interessant. Und wir sollen doch in unserer Kongreßausgabe interessant und aktuell sein. Sie sehett also, Karlsbad ist für einen Redakteur der Kottgreßnumntcr eben so wenig ein Vergnügen, wie Wien bei 40 Grad, verschärft durch vierzehnstündige Nachtredaktion. Dafür sind wir alle, Ihr dort und wir hier, im Golus. (Siehe Kongreßbericht!). Wir wünschen Ihnen eine gute „Nacht", Ihr _ Chefredakteur. Gedenkfeier für Eugene'Manuel. Aus Paris wird uns berichtet: Vor einigen Tagen fand tut Lycetmt Jansvn k Sailly eine einfache, aber sehr eindrucksvolle Feier statt. Sie galt dem 100. Geburtstag desfranzösischcu Lyri-kers und Pädagogen Eugene Manuel. Zur Feier hatte sich ein auserlesener Kreis von Verehrern des verstorbenem Dichters, Publizisten und Erziehers omyefunden, der am dem vor dent Lyzealgebände errichteten Denkmal einen Palmzwäg uüberlegte. Hierauf bogab-cn sich die Festtsilrtehme'r in -das Balzac-Haus, wo Emile Deutsch de Mcmrthe die Gedenkrede hielt. , Eugene Manual, der im Jahve 1901 stack, lvmrde im Jahre 1888 in Paris geboren, war nach Absolvierung seiner Studien erst in der Provinz, dann in Paris als Lehrer alt Lyzeen tätig, wurde dann dom llmterr ichlsminist cri um zugeteilt, wo er die Stelle eines Sektionsche-fs beKeidete. und 12. WM 1428_Wt* m& später mit dem Studieninfpektorat ftir- DUttÄfchuilen bstravt tvurde. Diesen Posten beikleHdete er zwanOg Jahre laug, während welcher Zeit sr sine ganze Reihe von Wichbigm Refov mem geschaffen hat. Das sranzüsifche Publikunt verehrte ihn jedoch hauptsächlich als feinen Lyrike-r und PMizisten, der sich für jede gute Sache öfseMlch in die Bresche stellte. Manuel hat stets, wenn, sich hierzu die Gelegenheit bot, seine Zugehörigkeit zum Juden tu nt mit Stolz bekannt und trat in Wort uitld Schrift für die Rechte des siidischen BolikcS?!r.. Eines seiner herrlichsten Gedichte widmete Manuel dent Zauber der Bedernacht, die mit der Einladung bagiunt: ,Mer bedürftlig ist, komme Heroin und nähme teil an unferem Mahl..." Toujours ponr guelquc pauvro une place c.st gardce Car la plaoe du pauvre oft la place du Dien Der Platz des Armen — ist Gottes Platz... Jln „ÄSvite" stellt er seinem Ahnen mütteMcherfrits, dun borichmien Chasau Israel Levy, dessen Stimme und Vortrag, dessen freudiges Ausiauchzeil und crfdjliitrcrn<b-c§ Schluchzen vor denn Antlitz Gottes die Gentcinde bczaMevte, ein aus herrlicher Poesie uatiottalen Stolzes gefügtes Denkntal. Engene Manuel ivar Mitbegründer der Älliauce Israeli lc ll n verselle und er — nicht Cremicux, wie der Fälscher der „Reichspost" behauptet —-war auch der Berfosstr c r st c n A u f r it f c s der Alliance. Eine Hridenehrung ln Wgewar. Aus Budapest wird berichtet: Aus Szigeivar, dc> Stadt, in welcher das Heldenepos, die Zrinyiade, spielt, lornmcn sehr beunruhigende Nachrichten. Die Ortsgruppen der „Erwachenden Ungarn" haben cs auf die unglaublichste Weise zuwege gebracht, die christliche Bevölkerung, welche bisnmt im besten Eiuverrtehmen mit der jüdischen Eiuwohuorschaft lebte, gegen diese so zu verhetzen, daß jeden Augenblick der Ausbruch von Pogromen befürchtet werden muß. Die Vorgänge, welche zu dieser Erregung geführt haben, siiw ein Schulbeispiel für die gewissenlosen Machenschaften der Antisemiten, um eine ihrer Politik würdige Stimmnug zit erzeugen. Tie Vorgeschichte dieser Unruhen ist die folgende: Dev Gemeinderat beschloß zum Andenken der im Kriege gefallenen, städtischen Bürger ein K r i c g e r b e it I nt a I zu errichten iriih ve-raustaltete zu diesem Zwecke eine öffentliche Samntlung, an welcher sich die Juden, wie nicht anders zu erwarten war,- in hervorragendster Weise beteiligten. Diese Tatsache und dev weitere Unsitand, daß unter den 118 Gefallenen aus Szigctvar, sich auch acht Juden befanden, Vevanlaßte das Präsidium der Kultus gemeinde im Woge des jüdischen Gemeinderates Adolar Deutsch eine Eingabe an den Gemcinderat zn richten, daß bei der Enthüllungssoier auch dem Oberrabbiner gestattet werde, das Wort zu ergreife u und zum Festbankett auch Vertreter der jüdischen Kultusgemetudc eilte- Einladung erhalten. Diese Eingabe sollte in einer außerordentlichen Sitzung des Gemeinderates behandelt loerden. Noch vor Abhaltung der Sitzung erschien im antisemitischen Lokal»' blatt „Somogyi Ujsag" vom Führer der äutiseutitischcn Ortsgruppe Stephan P u s k a 8 ein unerhörter Hetzartikel gegen die Juden, in ivelchem dieser Wortführer der Erwachenden llngarir ivvbst den unglanblichsten Verleumdungen gegen die' Judenschaft von Szigetvar kategorisch erklärte, daß er es nicht dulden werde, daß dieses patriotische Fest durch die Anwesenheit der jüdischen Vatevlandsverräter entlveiht werde. Der Artikel schließt mit den: Aufruf an die „an der Spitze Stehenden", sich w e d e r u m d i 0 g u t e M e i it u n g des A n Zlandes, noch 11m die ciuß«np0litrfchc Lage zu kümmern, sondern sich als „tapfere Ungarn" zu zeigen. Da Puskas auch die Behauptung wagte, das; die Juden im Kriege nicht ihre Pflicht getan hätten, suchte der jüdische Rcherveoberleutnant Alexander Beck, der fast die ganze Kviegszeit an der Frortt verbrachte, mehrfach verwundet wurde und sich mehrere Lapserkeitsmedaillen erworben hatte, den Artikelschreiber aus, und hielt ihm die Verleumdungen vor, durch welche er nicht nur bewußt gelogen, sondern überdies auch in unveraritwortlicher Weise den Frieden in der Stadt gestört habe. Im Lattfe der Auseinandersetzungen, in welchen sich Puskas frech und herausfordernd beitahm, insultierte Obevleutnarrt Beck den antisemitischen Verleumder tätlich. Nun hatte Puskas erst recht einen Vorwand, mit Hilfe seiner autifemititscheu Meute die christliche Bevölkerung gegen die Juden z»l hetzen. Ilt der außerordentlichen Gcnteinderatssitzung kam att Stelle der Eingabe des Präsidiums der Kultusgenteinde ein Antrag des Anhanges des Puskas zur Beratung, in ivelchem eine B e st r a f u n g der I u d e n s ch a f 1 von Szigetvar für die das gesamte Christentunt beleidigenden Insulte des Stephan Pnskas durch den Juden Alexander Beck gefordert wird. Im Sinne dieises Antrages beschloß der Gemeiuderat, den Juden die Teilnahme au der Enthülluugsseier zu verbieten und Überdies den Oberleutnant Beck wegen univürdigen Verhaltens beim Bezirkskommando auzuzeigen. Bezeichnend ist, wie stark der Terror der Erwachenden Ungarn in dieser Stadt gewirkt haben muß, daß dieser schändliche Antrag mit allen gegen acht Stimmen, vo>t denen sieben jüdische Stimmen sind, zur Annahme gelangte. Diese Niedertracht konnte allerdings nicht verhiu>deru, daß ans de.nt Denkmal auch die Namen der folgenden acht Juden verewigt werden, die währcmd des fluchwürdigen Weltkrieges an der Front ihr Levetr ließen: Josef Fleisch mann, Alexander Freund, Hermanu Neumaun, Karl Löwy, Dr. Desider Szandor, Ignaz Steiner, Paul Ste.rm und Ludwig Schwarz. Festgehaltell soll auch lvcrdeu, daß die Herren Atttisemiieit, anstatt ben Juden, die sie für uirivürdig erklärten, an einer patriotischetl Feier toilzunehmen, die gespendeten großen Beträge znrückzuerstatten, jetzt bemüht sind. die. Würde ihrer jndenreinen Feier durch Plün.dernngen und Pogrome zu erhöhen.!