Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1615 (11.8.1923)
- Date
- 1923-08-11
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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«i« TfXtO Dag btt Suftbrnpemtar auf 32 Gr-ad, in Innsbruck auf 33 Grad. Voraussage: S ch onwettar a tzha.lt epd,-schr warm, im Mpenvovlasch vielleicht Gewitter. Mr Szene in der TKatzenlhahn. Gestern nachmittags vestiMn der Stukkateur Denk! und der Handelsagent Aron Udelsmann einen Siraßenbahnzua in der Hauptallee. Beide gerieten in einen Streit, der in Tätlichkeiten cmsartete. Als Tenkl auf seinen Gegner losgehen wollte, ergriff dieser hie Flucht und sprang van oeur fahrenden Straßenbahnzug ab und erlitt mehrfache Verletzungen. * Die mißglückte Helgoländer stinderaktion. Die Untersuchrmg gegen Paul Nenmann im Sichevhritsburean wurde ÄMassen. Nach eingehender llieberprsisuM der Geschäftsumg wurde kein delastendes' Material gegen Reumann zustande gebracht. Trotzdem wurde das Eeuebnis der StaatKanwEchaft zur weiteren Stellungnahme überm lrjelt. * Das verfehlte AhschreünnAmrttel. T-r Hausbesorger Johann S. in der NeuliiMasst hatte keinen Sinn für ein trautes Heim. Er M es vor, seine Abende fern dem hässlichen .Hsrtze m verbringen. Dies verdroß seine Gattin, und sie beschloß, ihrem Megemahl das Ansbleibrn atzzWewöhmn. Als der kam bei dem „Rnubübersall" gleich verschiedenes nicht richtig vor. Nirgends in der Wohnung konnte mau das Tuch mu der betäubenden FWsigLeit jiuten. Schließlich gestand die Frau, das', sie den Ueberfall fi n § ie r t habe. Sie habe ihren Wann. der wieder zwei Wende nicht nach Hause gekommen war, nur Abschrecken wollen, um ihm das AusblÄi'ben äbzugswöhneu. Tb -er «dt WM au Hanse bseibrn wird? ... * Ein Lebensretter. Der Restaurateur Bernhard Bauer, Lilienbrunngasse, bemerkte am 9. d. um 11 Uhr nachts eine Frau, die bei der Marienbrücke das Geländer übersetzte und in bcn Donaukaual sprang. Er eilte zur Stelle, doch konnte er die Frau nicht mehr fassen, nur ein Stück der Bluse blieb ihm in der Hand. Nasch entschlossen, schwang er sich mit einen herbeigeeilien Wachmann in eine Zille und es gelang ifmcit nach großer Mühe, die Unglückliche auS dem Wasser zu ziehen. Sie wurde von beiden zur Rcttnngsgesellschast gebracht, von wo aus sie ins Spital überführt wurde. Herr Bauer erlitt bei der Rettung einen Handkrarnpf und mußte von der Rettungsgeftllschaft behandelt werden. * Ein indischer Schwerinvalide, Schumacher. der früher in Men Verhältnissen war und durch Krieg und .Invalidität um -Habe «ufo -Existenz gekommen ist. bittet jüdische Herzen, ihn: durch Ermöglichung des Ankaufes einer alten Ähuhflickmaschine M Aiufricht'inrg einer Existenz zu verhelfen. Wir sind gerne beveltt Spenden entgegeiWinchnwu und sie an die Adresse des Bittstellers gegangen zu -lassen. * Die Teppiche des Herrn Kalrm-Eskenazi. Wie berichtet, wurde ani l). d. der Toppichhändler Moise K a l m i - ES? enazi unter dem Verdachte des Betruges verhaftet. Es scheint sich um eine eigenartige Schiebung zu bandeln, durch die Kgsmi-Eskenazi sich seinen Wechsel- und sonstigen Verbindlichkeiten entziehen wollte. Kalmt-Cskenazi bezog voll dem Wiener Toppichhändler Jcsakides seit mehreren Monaten Ächpiche auf Kredit, bis das Guthaben 90,000 tschech. K susmachte. Dafür gab Kalnii der« Jescttides Akzepte, die am 30. Juni d- I. fällig waren. Ueberdies kaufte er noch am 11. Juli bei Jcsakides eine Partie Teppiche um 63-900 tschech. K., so daß sich seine Gesamtschuld auf 183.000, tschech. K. .belief. Als nun am 80, Juli der FälligksitStermin gekommen war und Icsakideä seine Akzepte in Prag präsentierte, erfuhr er. das; Kalmi insolvent sei. Er war auch nicht mehr in Prag und ebenso wie sein Kompagnon Jakob Mvntilio aus Prag verschwunden. Der Borger Polizei gelang es noch, den MontUm zu verhaften. Der Wiener Polizei gelang es, auch .stali» i-Eskenazi zu verhaften. der itt Wien weilte. Er gab au. daß sich seine Wechselschulden auf Insgesamt 190.000 lschech. .st. belaufen. Er hat dem Kommissionär Moutilio in Prag den 2lnftrag gegeben, Rach des Verhafteten Schätzung imifttnt in Prag etwa 100 ^Teppiche im Werte von 120.000 tschech. K., in Reichen-- berq^ beim Spediteur Begmann Teppiche, im Werte von 150.000 tschech. st. und in Ga'blonz bei einem ihm nicht bekannten Spediteur Tepiche um 120.000 tschech. K. erliegen.-' * Erdbeben in Kalifornien. Wie dem Rew-Vorker „Vorwärt tz" aus Los A n g e l e s gemeldet wird,. hat ein Erdbeben in Südkalifornien, dessen Dauer sich zwischen elf und zwanzig Sekunden bewegte, in einer großen Zahl von Städten bedeutenden Schaden angericht^ Der Bevölkerung, unter der auch Verletzungen vorkamen, bemächtigte sich in ciuiflen Städten große Panik. Die Telephonverbindungen in Südkalisornien wurden durch die Erdstöße zerstört. * Begräbnis bei Lebzeiten. Tech jemand bei Le-b-zeiten boveits feierlich sein Begräbnis begeht, ist <fcwiß ein nnge WÄHnIlicher Fall. Aber in Japan ift es kürzlich vorgekommen. Dbe „Holden" dieser Beerb,,g,un>g tvaren ein alles Gicpaar, das noch vergnügt in der Stadt Kocht lebt. Der Mann, der der Besitzer eines Gasthauses ist, und seine Frau hatten beide das sMziaste Laben sich r erreicht und fühlten eine nnbezNnimüche Sehnsucht, an den Begrabn-idsoi-erbichFeiten, die sie für ihren Mener? Moraenzeitirng. 11. AiGtp m, Sorte 7 TÄd ungeordnet hatten, von denen sie dann aber nrchss mehr hypen konnten. vsrsönlich t-eil^nneihmeu. Mit einem großen PkfolOe VpN' „KeWragaMn" tzegMn sie sich nach dem Hongwan-Wempesi ivo nach bndjdhWfchem distns em sei etlicher Begrabmsgottes'dienst abgehalten wurde. Nach dieser Zeremonie 'and ein Essen zur Feier der Lang,ltzbigkeit der beiden „Begrabenen" statt, und der UÄßt-k Teil der TpaMMsellschast geM.t SMM ln sine ganz unpassende Heitevkeit. Die „Begrabenen^ g!laube-n,„daß sst -urch Vmj MM-nng dieser Foie-rlichkeit die Todesgötter versöhnt und sich cm tveijeres läw iprbs Lsben gesichert haben, * .Heutnachmittags eröffnet Kommerzialrat Ludwig Hrghh lein neu eingerichtetes Grgnd-Case Stadt Wien, Wien, 2. Bez., LAorstraße 8. Das in jeder V-ezsthung mMrnst gs? 1'wrte Etqb'lissemeut ist eine SchenApiirdigk-e.it Wien?, me chdtbekann-te Te-ntschmelsterlapelle wird täglich unter versönsicher Leitung ihres KapellmList-ers Geister synzert-krey. Die Jnneueinrichttuig des elW-jrtest ausgestatttlen Lokals stammt vvn der Firma August Kiwhlochs Nachfolger, Wien 7. Bez., die Malerartbeiten b-esorgle die renomm'.lerte Ftpma S, Fpu-er. Wien-Baden; pst Luster und Bolenchttmaskörper wurden von der Wannten Fabrik Alois Prägtzn n. Bruder, Wien, 7, Bezirk. Hergostellt, während hie Jnstaltattoirsarbeiten und d)' Herrsch tu na der hligtenischen Anlagen von Alois Snchaclpa.n, Eo>, Wien. 1, Bezirk,' besorgt wurden. (Enägelttich.) 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Sgmmel-> stelle: Punkt 2 Uhr nachmittags beim Lieben-berg-DenPniÄ (gegenüber der lln.ipersität)..• METKQPÖ1UTHEATER LsvUlS Samstag den 11. August 1. J.. 8 Ubr abends (an* Ulssllch des ßOjflhrfgen Bestandes dfes jü'difechon Theaters) Cä'olcif©.dexx - j^-lpendL ^ur Au'ffdbning gelangt Bar Kochba Historische Operette in 4 Ahlen mit dem Ensemble der Isaak Peutsoh4'ruppe, VerBtttrbter Cber. WWBWIW» IIHLl)l.l|rHWW*l II II UHU I' WHne und Kunst. Paul Baratoff am tödlichen Lhegter in Philadelphia. Wie die Nrw'Norker Blätter melden, wurde Paul B a r a t o ff (Ben Zwi), der in Wien durch seine herdorrageude Tätigleit au der früheren Freien jüdischen Volksbühne bekannte jüdisch-: Darsteller, für zwei Jahre an das jüdische Theater in Philadelphia verpflichtet. Baratosf wird aber auch in einigen Vorstellungen als Gast in Morris Schwarz' jüdischem Knnsttheater in New-Aork anstreten, unter anderem in einem ins Jüdische übertragenen russischen Drama. Vor dom Antritt seines »Mrikanischrn Engagements wird übrigens Baratosf in Wien an einer der Robcrt?Bühnen eme seiner Glanzrollen, den Jankel Schapschywitz in Schalom Asch' „Gott d r r R a ch e", in deutsch e r S P r a ch e darstellen. Ein MaherlinwDrama, Aus Budapest wird gr.meldett Ernst V a! d a S Schauspiel ,?D e r Th ro n s o i g e r". das mit hist'N'iscver Freiheit die Tra-gAd'ie des Kronprinzen N u* b o t f in Maverliug behandelt, wurde bei der llranstilhruns am hiesigen Nenaisianeolheater vom Publikum abgelchut. Bultsrvalnta im Tlreator. Das S ch l o ß P a r k t h e a i e r in Berlin nnterrrchtot seine Besucher durch Anschlag über folgende Neuerung in der Preispolitik: „Infolge der wMjenden Tenrrimg sieht sich die Direktion gezwungen, die Eintrittsv r eis -e dahin zu ändern, daß der teuerste Plan einem P f und Butt e r, der billigste zwei Eiern entspricht." Drei Milliarden Kronen für ein Bibslexempiar Bei Ul znr.z'7.ch in Lanur.g stattachunD-enen Berstemen>-n.a der P'chlipthF des -Carl os Carhswst erwarb ein Amerikaner. Philipp Nostnbach. den grünten Teil dieser wertvollen Bücherei, dgrnn-- irr -eine Magari»"Bibel, für die er -den in England noch nie erreichten Pr-ciis von str.OO Mnrd Sterling (Vas sind mehr alK drei Milli a r L a n K r o n c n) zahlte. Am den TdLütMN. Bvttso p e v: Heute Oistnbachs „H o s s in a n n s E d. zäh ln n gen". I >n N -e u c it W teuer Stadtth-eate r gelangt Mch in der kommenden Woche die mit so großem Erfolg neu in den Spielplün ausgenommen: Operette ,.S ch w arz w a 11»* mäde t" abwechscind mit vom bisherigen Nepertoirstück „Ein I ahr ohne Liebe" zur -Ausführung. erichtrsaal. Bakkarai. Die Po-l-izeidirektion wurde durch wiederhole nt nun seien. N'Äche due Wohnung van b:m Arzt gemietet ha-tttz». Durch lanHwierigc B-eohachi-ungen stellt« die Po-bizei fest, daß tatsächlich in der Wohnung B a-kka u t gespielt wurde. Eines Abends schritt die Polizei daran, die SpiMöll« -anszuh-elben. Ein Krimmalbeami-er läutete an der 'Wo-Hnnngstiir mtib als Leo Harttnann ös.snet«, gab der Beamt« vor, ein Tc-l-egranw zu nb««brinHen. Während er d-ra-ußen wartete, hört« er, wie im Amm-er eine U m gr npp'i«r nn g vor« genommen wurde, Und als er in das Spielzimmer eintrat, waren zwei Plötzlich verschwunden. Die Wohnung wurde durchsucht, und die Spieler einem Verhör unterzogen. Nur einer gab zu. daß gespielt wurde, weigerte sich aber, die Namen der Spieler zu nennen. Gestern stand die ganze Ge.stlh'cha-ft vor dem Richter. Alle 'bestritten, Hasard ge-spteilt „zu haben, und da der als Zeuge vernommene Polizeikommissär Dr.^L «wisch erklären mußte, daß er niemanden spielen sah, keine starten gesunden habe und auch keine Person nennen konnte, wurde die Berhaudlmig behufs Cuivernahin: weiterer Zeugen vertagt. — Es ist wieder einer jener Fälle, daß man die kleinen feiebe hängt und die großen lanscn läßt. Während unter den Augen der Behörde in fast allen Kurorten Oesterreichs Spielbanken emstehen und in Ga sie-in d:-e Leiitung der Spielbank die unerhörte Dreistigkeit au-sbringm konnte, den Bn n d e §präs ideute n zu s>i-ch als G ast zu lade n, tritt bc-i dieser verhältnismäßig huruttoseu BaUgrai- Partie di« Justiz mit der ganzen Wucht ihres Apparates großartig ans die Szene. Wir sind weit enisernt davon,^ Hasardeuren das Wort zu reden. Aber, wenn die Derre-'.chüsche Justiz die Spibl-banken duldet, so hat sie das Recht verwirkt, gegen Privatle-ute einzu-schreiten. B-Ieute lamstse . von 6 bis 8 Uhr abds. der gesamten Kapelle des Inf.-Rgmts. Nr. 4 in der Stärke von <W / Anscltliessenci cias grosse Variete. HW10J* Hofor in „HlTl'MßÄftTSE ÖÄ-MÜSES“ / ÄTalt’t» '»^rbbr XI / Ö Sotoö&ova / 2 Mar^iUott / Hai Hartmuth f Xx-mgarä XüoBaas und Farry Vlvva / Oaffaatllohor Tanz mit HUitftmwstJc / Koriattttoltj Fntree K 10»0Ö0 aohlaoht / VolJcst>©lu*tig;tmg'ea etc. etc. Entree K 10.0t»»