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Wiener Morgenzeitung · 1923-08-09 · Heft 1613 (9.8.1923) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1613 (9.8.1923)
Date
1923-08-09
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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GeAe8 Wien, Donnerstag Wiener Morgenzeitung. 9. August 1928 Nr. 1613 METRO PO LTHEATER Samstag den 11. August I. J., 8 Uhr abends (anlässlich des 50jährigen Bestandes des jüdischen Theaters) OolcLfacLexx - .A.'ben.cL Zur Aufführung gelangt Bar Eochba Historische Operette in 4 Akten mit dem Ensemble der Isaak Deutsch'Troppe. Verstärkter Chor. Bühne und Knust. Gin neuer Theater I« Wien. Im kommenden Spätherbst wird der ehemalige große Heftsaal des Kaufmännischen Vereins vollständig umgebaut und in ein 160 Personen fassendes Theater umgewandelt. Dieneue Bühne wird den Titel „Modernes Theater" führen und Prosastücke mit und ohne Musik bringen. Als Er-' öffnungsvorstellungen sind der Einakterzyklus „Das Weib, ist bütter" von Dr. Marco Brociner und „L'Amour, masqne" von Sascha Gniiry, mit Musikeinlagen von' Andre Messager, in Aussicht genommen. Die künstlerische ' Leitung übernimmt der Schriftsteller Robert Blum, dem als. Mrtdnrektor Schriftsteller Erwin Weile zur Seite steht. Die' Oberßpielleitung obliegt Kurt Kotz. '! Eine Molieve-Aufführimg in der Reinhardt-Villa bei Salzburg. In seinem Schlosse LeoPoLdskron bei Salz-! trct führt am 20. d. vor einem geladenen Publikum von Knifftjfteunden und Theatevdirektvren Reinhardt MÄ'eres. „Em-gebildeten Kranken" auf. Es wirken u. a. P a lle nberg, die Thimigs und Frau Niese mit. Disraelis „Tanrred" aus der. Bühne. Der Versuch, den. politischen Roman Disraelis „Tancved" zu einem Schauspiel! zu verarbeiten, hatte bei der NrauMhrnnp in London einen negativen Erfolg. Der amerikanische Schauspieler Louis Calvert ist in New-Jork im Mer von 63 Jahren gestorben. Er galt als der beste F a l st a f lf der angelsächsischen Bühne. In Werken von Sophokles, Shakespeare, Goethe, Ibsen, Shad nsw.. verkörperte er tragende Rollen. Zuletzt war er als Regisseur in New-Jork tätig. Ans de« Theater«. Bolksopar: Heute das letzte Gastspiel des Kammer-4 sängers Friedrich Plaschke als. Amonasro in „Aida". Wiener Komödienhaus: Heute findet die. letzte Aufführung von Ernst Tollers „D i e Maschinen-' sturmer" statt. Morgen Freitag Erstaufführung der Sensa-; tionskomödie „Mord im Hause Jeffries". Beginn! 7 Uhr. " Serichtssaal. Der scherzhafte Passagier. Der Marktheffer Johann■ Wolter fit ein Mensch von heiterer Gemütsart. Er liebt» es. gute Spaße zu machen, und so stieg er eines Tages.auf' einen Straßenbahnwagen auf und machte gleich einen löstliche« Witz, indem er den Schaffner anssthr: „Müder, Kerl, gib mir Neuer!" In diesem scherzhaften Tone ging es weiter ' uich der Höhepunkt der Fröhlichkeit war die Art, wie der! Walter den Schaffner frozzelte. Er gab ihm nämlich das - Fcchrgeld in lauter Hundertkronennoten und wie -eine Medi- ■ zi« — jede halbe Stunde einen Eßlöffel. Bis es dem Schaff- . Wer zu viel wurde und er den scherzhaften Passagier durch ‘ einen Wachmann abifüihren ließ. Gestern fand die Verhandlung «gen den Witzbold statt. Er-war jedoch nicht erschienen'und Jttne Gattin entschuldigte ihn. Als der Richter sein Verhalten .. zvr Sprache brachte, begann die Frau des Angeklagten zu lachen. „DaS ficht meinem Mann ganz ähnlich," sagte sie. Wahrscheinlich macht Herr Walter solche Scherze nicht zum ersten Male. Ter Richter verurteilte ihn zu 21 Stunden . Arrest. Wildwestmanieren. Anl 10. Februar fand im'Militärkasino die ,Mildwe.st-Redout«" statt. Dieser Titel schien den , Verwalter des Kasinos, Maximilian Gadringer, zu der s Ansicht zu verleiten, daß er sich auch wie in Wildwest, bc- Mchmen müsse. Ms nämlich der Ingenieur B. mit e;ner Dame, die von Unwohlsein befallen worden war, ans einem - Sofa im Korridor Platz nahm, wies ihn Gadringer in bars schem Ton« fort, und als der Ingenieur im Verlaufe -des Wortwechsels die Legitimierung des Gadringer forderte-, dersetzte ihm dieser eine wuchtige Ohrfeige. Was nun s geschah, war wirklich eine Szene aus .Lüdevstrumipf" oder ' wüst einem Jndianerbüchel. Mehrere Personen zerrten den ' Ingenieur hin und her, stürzten sich auf ihn und würgten ihn, und er konnte sich seiner Angreifer-nur mit einer Wemslasch-e erwehren. Es scheint also eine recht luftige R-cdoutc gewesen ' zu sein, besonders wenn man hört, daß dieser Skandal nicht der einzige bei diesem wohlgelnnaenen Fest war. Nach durchgeführtem Beweisversahren verurteilte der Richter den Wild- . west-Gadringer zn s ü n f z i g t a u s e nd Ä r o n e ^Geldstrafe, wobei er als mildernd annahm, daß er bei^ früheren : Ehreübeleid'MNlgsProzesscn Abbitte lind Buße geleistet hatte. .> Bollstvitt. SestevMte Krone ---- 0.007774 Centimes, «wrahlmg Sir« — 0.007774 Centimes. In Zürich notierte 8./8. 7-8. die österreichische Krone ..' 0.0077*/* 0.0077»/, die österr. gestempelte Krone .... 0.0077'/« 0.0078 die tschechische Krone . . ..... 16.12*/, 16.25 die Mark 0.0001 0.0001*/, Holland , 217.75 218.25 New-Dork ..»»», 552.— 654.- London .«••* ... » , . « » 25.18 25.32 Paris 31.50 31.85 Mailand . .. 23.80 23.95 Belgrad. 5.90 5.90 ' Bukarest 2.75 2.80 ©öfiö 5 — 5.05 Budapest i •••* »• « « « . 0.037* 0.03V* 0.0023 0.0023 Sie WSHnwgsierr8tt«ug Tevtschlandr. Unaufhaltsame Devisensteigernngen. — Ein Pfund Vorübergehend 45 Millionen Reichsmark. — Die Stützungsaktion der Regierung. Die Borgänge auf den deutschen Düvisenplätzen nahmen gestern das gesamte Interesse des Wiener Marktes in Anspruch. Die Hiobsnachrichten, .die <uis Berlin einlangteu, wurden hier mit einer gewissen Nervosität kmnm-entiert. Es wurde befürchtet, daß, rm Falle di« deutsche Mark noch weiter sinken würde, die unbedingte Folge der AarÄbmch einer Revolution fein müßte, die nicht mrr der deutschen Wirtschaft große Schäden Zuzügen würde, sondern Mich indirektungünstige- Folgen auf die österreichische.Wirtschaft und die Weltwirtschaft haben könnte. Börse und Industrie holten mmmierbrochen aus Berlin Nachrichten über den jeweiligen Stand des Dollars uns des Pfundes ein und jede neue Echohuug der-Devisen auf dem Berliner Markte vergrößerte die Besorgnis um das eigene Schicksal. Diese Ereignisse übten nicht nur ihre Rückwirkung aus die Wiener Börse aus, wie Wörter unten -erörtert werden soll, soudern-wirkten auch ans die Auffassung des ganzen Gcschäftslebens hemmend. Es machte sich überall ein gewisser Pessimismus breit. Ws um 12 Uhr mittags em Stand des! Pfundes von 40 Millionen Reichsmark gemeldet wurde, und als für Tovminauszahlnng des Dkonatsendes sogar 15 Millionen Reichsmark ftrr -das englische Pfund geboten wurden, ist allgemein der Ansicht Ausdruck verliehen worden, daß die letzte Stunde der Mark nunmehr geschlagen habe und nur Minuten von ihrem gänzlichen Verschwinden trennen. Eine Stunde später aber zeigte sich eine gewisse Erleichterung, als aus Berlin ein wesentlich niedrigerer Kurs -des Pfundes gemeldet wurde und -sogar verlautete, daß das Pfund <ntf 22 Millionen iToatf gesunken sei. Auf alle Fälle ist -diese Steigerung sehr bemerkenswert. Wahrend noch vorgestern das Pfund 14,962.500 gemeldet wurde, lautet der gestrige offizielle Elearingkurs 21,945.000. Im selben Verhältnisse ist auch der Dollar gestiegen. Er notierte offiziell 4,847.850 gegen 3,291.750. Im Privatverkehr iwar unterdessen der Dollarkurs schon bis auf 7 Millionen gestiegen. Der belgische Franken wies eine Erhöhung von 149.025 auf 215.460» der französische Franken von 189.525 auf 275.310, die italienische Lira von 144.645 auf 227.430 und die österreichische Krone von 4688 auf 6982 auf. Ja selbst der russische Rubel notier re in Berlin zeiÄveise 4 Marck. Die deutsche Regierung scheint sich doch -nunmehr ernstliche Mühe zu geben, eine umfangreiche Stützungsaktion einzuleiten und dem jetzigen Devisenchaos entgegen zu arbeiten. Reichskanzler Cu no hat in seiner Rede die Stützungsaktion m großen Umrissen dargestellt. Es handelt sich, so weit man übersehen kann, um direkte und indirekte Stützuingsrnaßnahmen Es sind dies Mittels wie sie -in der -letzten Zeit in der Pirxis -sämtlicher an falliter Währung leidenden Staaten angrwendet wurden. Vorläufig fehlt noch der genaue Wort'laur der Rede, -um sich ein vollständiges Bild -über die geplanten Aktionen machen zu können. Wohl, aber -ist schon jetzt ersichtlich, daß etwas im Werden ist, von dessen Umfang und Wirkung äbhängt. ab tatsächlich noch ein Weg aus dem Währungschoos gesunden werden kann. - 8n1er«atio«aler Dalvtenmartt. In Zürich ist heute die Dovffe Berlin 0,00015 au!s 0,0001 ges-ur^-en. Auch die Devise Budapest weist eine Abbröckelung von 0,0326 auf 0,0312 und Bukarest von 2,80 auf 2,75 auf. Die westlichen Devffen sind weiter abgebröckelt, so Ndw-Aork von 554 auf 552, London von 2523 auf 2518, Paris von 31,85 aus 31,5. Es läßt dies auf e'ste gewisse Höherbewertung der 'Schweizer Franken schließen. An unsere geehrte« Abonnenten in Deutschland und Polen! Die fortgesetzte Entwertung der deutschen und polnischen Währung nötigt uns, eine Erhöhung der ftrr diese; Länder geltenden Bezugsgebühren vorzn nehmen. Tie bis-! herigen Preise Ivaren so niedrig angesetzt, daß sie nicht einmal die Ausgaben ftir Porto und Papier gedeckt haben,' Abonnementsbedingungcn ab 1. August: Deutschland .... 150.00« Mark Polen ...... 45.000 Mark . 1 Die Erhöhung gilt rückwirkend ab 1. August. Wir er-, suchen daher nufere Abonnenten, die Differenz aus die s bisherigen Preise sofort nachzuzahlen. Im - SinW unserer Dorlautbavung am Kops des Blattes sind wir berechtigt, bei Preiserhöhungen Nachzahlungen zu begehren. Die Einzahlung hat so zu erfolgen, daßwir spätestens am 16. August über die Gelder verfügen können, da ivir saust zu unserem Bedauern genötigt toäueit, die Zusendung der „Wiener M-orgenzsi'tung" an säumige Zahler einAustellen. - Polnisches Postsparkassenkonio: Warschau, Nr. 190.227 („Wiener Morgenzettnng"). Deutsches Konto: Berlin N W 7, Nr. 108.722 („Wiener Movgeiizeitung"). Sie Berwaltvng der „Wiener Morgenzektung", MV. S. «er.. Taborftrabe 1^3. -m-bnimal. Dor'boWche Franken Mte sich von« 8146 ans 8108, die deutsche Mav! von 0,0275 aus- 0,019. Nachstehend die vW-ellen Notierungen: Clearingkarse der Osterreicbiscben Hationalbank vom 8. August 1928. Devisen (Schecks und Ausr . Zahlungen) Amsterdam f. I holl. Gulden . Agram 1 jug. Kronen ... , Belgrad 1 Dinar .. Bmln 1 deutsche Reichsmark , Brüssel I belgische Francs . , Budapest I ungarische Kronen , Bukarest I Lei.. Christian)« 1 norweg. Kronen . Kopenhagen 1 dänische Kronor, London I Pfund Sterling ... Madrid 1 Peseta« ..... Mailand 1 Lire ..III! New York I Dollar Paris 1 Francs ....... Prag 1 tschecho*slow. Kronen , Sofia 1 Lewa . Stockholm I schwedischeKronor . Warschau 1 polnische Mark . , Zürich 1 schweizerische Francs , Noten Amerlkan» Noten v. 5 Dollar aufw. „ . - ' » ' kleinere . . . Belgische Noten NX) Francs . . Bulgarische Note» zu 1000 Leva . . . , , 100 . . * » kleinere. , . DSnksche Noten 100 Kroner . . Deutsche Noten an 1000 Mark«-. - . ,100 ... „ * ■ . kleinere. ... Engl, Noten von 5 Livrest, aufw. ■ ' , - kleinere . Fransüslsche Noten 100 Franks . Holländische Noten 100 Gulden , Italienische Noten v. 100 Lire aufw. . » n kleinere , . . Jagosl, Noten ringest, zu 1000 Dinar » » m m 100 -. ., * » kleinere . . Norwegische Noten 100 Kroner . Polnische Noten v. 500 Mark aufw. „ » . kleinere.... Rumänische Noten zulOOOu.SOOLel „ » ' , kleinere , . ., Russ. Noten (Roman.) zu 500 Rubel » » » w 100 . „ * . . kleinere , , Schwedische Noten 100 Kronor . Schweizerische Noten 100 Francs, Spanische Noten 100 Pesetas . . Tschecho-slow. Not. v.1000 aafw. . » kleinere . . Ungar.Noten (neue Eni.) zulOOOKr. ... .zu 10.000 Kr. ... . kleinere ..... *) Spannung geändert. Zinsfuß Geld Kurs vom Wate Geld T. Aug. Ware 4 28000— 28100— 27920— 28020— 6 763— 787— 758— 762— 6 763— 767— 758— 762— 8 0.012 0.014*) 0.01*/» o.oa«/* 4»/, 3144— 3156— 3184— 3196— 6 3.75 3.85 3.85 3.95 6 337— 339— 344— 346— 5 I148U.- 11520.» 11430.— 1147».- 5 12860.- 12900.- 12810.- 12850.- 3 323600.- 3246ÖO.-32360Ö.- 324600— 5V, 9880.- 9920,- 9880.— 9920,— 6 304«.- 3056.— 305*.— 4 70935.- 71185.- 70935.- 5 4042.- 4058.- 4067— 2085— 2075— 632.- 628— 18880.- 18820— 032»/, 0.31»/, 12925— 12805— 5 2075— 7V, 628— 4*/j 18820— 6 0.31»/, 3 12875.- 3966— 71185— 4083— 2085— 632— 18880— 032*1, 12855.- 7C560— 70960— 70560— 70960— 70460— 70860— 70460— 70860— 3105— 3135— 3145— 3115— 606— 614— 606— 614— 586— 594— 686— 554— 12710.- 12790— 12660. - 12740— 0X19 0.021*) 0.02V» 0.03*/» 321800,— 323400— 321800— 323400— 321609— 323200— 321600— 323200— 3995— 4025— 4020— 4059— 27800— 28000— 27720— 27920— 3020— 3040— 3030— 3050— 3000,— 3020— 3010.- 3930— 755— 761— 749— 755— 748— 754— 741— 747— 11340— 11420— 11300— 11380— 0.31 0.3S 0.3! 0.33 0.26 0.28 2.26 0.28 331— 335— 338— 342— 311.- 315— 318— 322— 18610— 187ÜÖI- 18610— 18710— 12760— 12840— 12690— 12710— 9760— 9840— 9760— 9840— 2057— 2073— 2057— 2073— 2052— 2068— 2052— 2068— 2.10 2.30 2.50 2.70 2X5 «l25 2l45 5 Unterbindung des ingoffotnifrije« Oetreibe* etborts. Die jugoslawischen G-rtreidepreift — über der Wcltpa-rität. Aus Agram wird uns geschrieben: Der Hier erschemenbe „Morgen" berichte^ über die triste Lage der jugoslawischen VerHäiltnisse im Getreideexport. Die Meldungen, die auS allen Teilen des Staates im LanÄwirtschaftsnrinisteri>um einlansen, lassen üe.kannt4ich erkennen, daß unsere diesjciihrige Ernte sowohl qualitativ als quantitativ eine sehr güte ist. Nicht nur in der Oeffendlichkeit, sondern auch in Fachkreisen war man infolgedessen der Auffassung^ daß die günstigen Ernteergchnisse eine Verbilligung am Produktenmarkt zur Folge haben werden. Hiervon ist aber keine Rode. Die schon llstHene Zeit stehenden Mihlen tätigen z?oor grvßere Kän-fe, aber auf den Getrs'idcmavkr gelange U doch nür kleinere Mengen, da die Produzenten e:« abwartende Haltung einnehmen. Die Flauheit des Getreide. Marktes hat denn die Situation geschaffen, daß dis juK>- flaMschen Getreidepreise ziemlich hoch über der WeltparitH stehen und daß die Getreideausfuhr dadurch erheblich erschwert wird. So sind die jugoslawischen BodkNpvodufte teurer als Vit amerikanischen, und daß zum Beispiel in Oesterreich trotzdem der Brckaer Weizen billiger ist als der amerikanische, hot seinen Grund ausschließlich darin, daß die Transpovtkvste» enorm .große sind. Erfolgt eine Hcra'bminderuug der TarWr, so kann das jtz.gÄsilawische Getreide mit dem amerikauffchm auch in Oesterreich nur schwer konkurrieren, wie in ander«» Ländern die amerikanische und italienische Konkurrent Nr Stellung unseres Getreideexports erheblich erschwert. Diese immer gofährstcher werdenide ausländische Kontu»» renz beeinflußt auch die Lage der inländischen Miihlemnldulstrir in ungünsdigem Sinne, aber auch für die' Produzenten sich schädliche Wirkungen einstcllen. Der Miihleuvcrbanv hot die' Regierung aus diese Gefahren rechtzeitig ausnierksam Wmacht und die Förderung und Erleichterung des Getreideexportes gefordert.' Um den: ausländischen Woltbewerb stand, hallen zu können, müßten in allererster Linie die Ausfuhr- Me auf MM und Getreide bcdeutcnd ermäßigt werden. Wie verlautet, waren die Regierung und die maßgebenden Kreise in Beograd nicht geneigt, in eine Herabsetzung der Aussuhkzö'lle emzuwilligen, so daß damit zu rechnen % düs; unser Getreidexport nicht konkurrenzsÄhig wird und daß unsere Mühlcnindustrie in eine katastroiphale Lage geraten'kann. .Das einzige, was in Beograd zur Erleichterung des Ge» treideexporte's unternonrnicn zu werden scheint, ist eine. Re« Vision der Eisenbahnwrife, die aber auch noch nicht bcstmunt, sondern-nur ein Vorschlag ist. Wie wir aus Beograds erfahren,- hat nämlich das Ministerium^ ffir Landwirtschaft dem Ver« kohrsministermm einen Vorschlag auf Herabsetzung der' Gütertarife für l-andwirttschastlichc Produste nnter>breüel, da die jetzt geltenden hohen Tarife die Konkurrenzfähigkeit unserer Agr'arprodu>kte im Anslande -evMvsren. Wie sich daL Berkchrsmiimsterium zu dieseni Bovschlag stellt, ist noch nicht bekannt. Gleichzeitig hat das Ministerium für Landwirtschaft einen Besvrderungsplan für die AgrarProdukte ausgoarbeitet und bm Verkchrsministevkilm vorgelegt, der eine rationelle Ausnützung ' der BeförderungsmüMchieiten und rascheren Transport ermöglichen soll. Auch Wer diesen Plan hat sich das Verk'chrNniinfftevinnl stoch nicht geäutzßLt.

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