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Wiener Morgenzeitung · 1923-08-09 · Heft 1613 (9.8.1923) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1613 (9.8.1923)
Date
1923-08-09
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Sde. 1616 Men, Donnerstag Die Siidbähnvtthandkimgen. Gestern vorrnittagS hcit eine krtznwg des Verüvaltimgsvat'es der GirÄbahn stattgefunden, an »er Senator Brochi und die italienischen Delogüertsn tell- ^euommen haben. Nachmittags fand bei GenevaWammissär L)r. Zrnrnverman eine Besprechung in der Sütdbahnsrage statt. Die Börscichmisse kn Budapest. Im Juli sind die Mlieu an der Buidüp-vster Börse durchschivitttich um 166,8 Proiciift gestiegen. Die größte Steigerung war bei den Bankvevteu, die seit einem Jahr aus das i;)7sacbe ihres Vorjahrslurses hinausigegangen sind. Seit dem Vorjahre sind die Effekten durchschittttM) ans das IMfache gesttcgerr. In Börseweisen erregt der letzte Beschluß des ungarischen Nationalstes Aussehen, mit welchem der FinanMinister bevollmächtigt vn^d, die Wr'scilvevkehrsistcuer von 5 Promille auf 10 Prouilla zu erhöhen. Die Befürchtung ist mnso gerechtfertigter, »eim in der Wirklichkeit ist diese Steuer nicht i Prozent, sonvcrtt bei dein Kauf und Verkauf 2,6 Prozent. Dies macht bei rincr Haussebewegung nicht viel ans, laihte aber bei Mflauen »er Konjunktur 'den ganzen Börscvcrkelhr beträchtlich be- '.influsscn. Der Getreideüberschust Rumäniens. Berichten ans Bukaecft zufolge wurde festaestellt, das; in diesem Jahre insgesamt 3;5 Millionen Hektar Beiden mit Getreide bebaut wurden, das itnd 100.000 Heiltar weniger als im vergangenen Jahre. Der Ertrag ist in di'-csem Jahre etwas ^geringer als früher, so daß vvo Hektar 10 Melerhentuer Getreide stercchnet werden können. Der Gesamtertrag dürfte sich also auf 26,6 Millionen Mcterrentner belaufen. Der Inlandsbedarf betrögt 16 Millionen Meterzentner, für Saatzweeke Werder! 6 Millionen Meter- Mtncr verwendet, so daß für den Export 4,6 Millionen Meterzentner berechnet werden können. Borkauf von österreichische.» Papieren durch Belgien pvecks Valutcnbeschasfung. Wie wir erfahren, sind in der .,'jvvn gc|j. altg Belgien Aufträge zum Vevkause einzelner in l ' ischem Besitz bofindlichen Art-ienpoisten österreichischer Werte cingelangi. Mit diesen Verkäufen hat es folgende Bclvandiinis: Bekanntlich hat das belgische .Kapital in den letzten vier Monaten sich sehr rege beteiligt und große Posten österreichischer Aktien aus dem Wiener Markt genommen. Die belgischen Rentmer und dir Banken sind nunmehr int Besitze großer Posten österreichischer Papiere, welche sie zu Reservc- und Anlagezjweck« hielten. Als in den letzten Tagen der belgische Franken etwas stärker ans den ausländischen Platzer: zu finken begann, in Belgien selbst die ausländischen Devisen stärker stiegen und sich sogar cur gewisser Devisenmangel einzrrstellen begann, haben nun, einzelne belgische Kapitalisten kleine Teile ihres Besitzes in ausländischen Papieren, auch österreichischen, ans den ausländischer: Plätzen zu verkaufen begonnen, um sich auf diese Weise die notwendigen Devisen zu beschaffen. Allster Verkäufen iu Laudon und New-Nork wurden auch arff dem Wiener Markte einzelne Verkäufe aus Brüssel getätigt, was gestern ans der Wiener Börse Zllm Ausdruck kam. Die BenuihMlgru der Royal Dntch um das russische Petroleum. Aus Paris wird gemeldet: Man erinnert sich noch der mit welcher die Vertreter der Gruptze Royal-Dutch-SiheN auf der Konferenz von Genua sich nm bic Sowsetdelegierten bemühten, in der Hoffnung, in aller Kirrte die Kontrolle Wer die Interessen tvi>üder zu erwertben, die sie vor de« Kriege in Rußland hatten. Dies wäre i'tbrigens nur gerecht. Aber die Bemühungen der Vertreter gingen tveiter, sie beabsichtigten von dem gegeuwärbitgen, Chaos zu profitieren und sich Interessen anKueigne-u, die nicht die ihrigen waren. Die Gruppe hat «in erstes Mail vor der allgemeinen Mißbilligung, so führen die „NouVelleS Economigue^ aus, zurückgeschreckt, aber die Bemühungen wurden in der letzten Zeit. Wie c§ heißt, mit Erfolg wieder ausgenommen. DaS frankv-ibelgische Syndikat, dessen Interessen chMcht sind, hat eine heftige Protestnote an die russische Regierung abgesewdet. Der Bodenankauf durch StaatSsterude in Jngoslawien. Aus Belgrad wird uns gemeldet: Das IustHministeriuM hat eine Entscheidung getroffen, der zufolge Ankauf von Bodenbesitz, der bis 50 Kilometer weit von der Grenze, beziehungs-- iveife vom Meeresnfer ans dein Territorium des Mmgreiches S. H. S. liegt, von fremden Staatsangchörigen nur unter, Genehmigung des Kriegsmimster iums und des Innenaninistermms bewerkstelligt werden kann. Ohne derartige vorgehende Bewilligung dürfen Gerichte keine Bcsitzübertraguug an fremde Staatsangehörige durchführen. IN 'den übrigen Gebieten des Qoxyrixiu 19L» Nachdruck verboten. L»i.svit'Voriag,tVlon-i.«ii>rix. (69. Fortsetzung.) Zn Polens Wäldern. Roman von I. Opatoschu. Ärüorisierte llebertragnng ausdern Jüdischen von Siegfried S ch m i tz. Felicia spielte das Lied: „Finster überall, düster überall. Was wird noch 'einmal, was wird -noch einmal." -Mordechai kannte das Lied nicht; er sprach die Worte nach, erinnerte sich an seine Heimat, an Rachel n-nd au Reb Jtsche; er sah -Felicias tveißc -Finger über die Tasten gleiten und fühlte sich ihr so nahe, so nahe ... Die Töne verklangenallmählich, sie hingen noch in der Luft und vereinigten sich mit dem .Halbdunkel des Zimmers; Mordechai horchte angestrengt — wird noch gespielt? Des Grafen angenchme Stimm: klang mystisch durch den Raum: „Ein furchtbares Antlitz . . . mit drei Stirnen . . . Bon fremder Mutter, fein uraltes Blut verliert sich Und sein Name, fein Name — Biernndvierzig!" Mordcch-cü klang das bekannt; wo hatte er das nur gcfcfeu? Hatte er es gelesen? War das nicht ein Midrasch, in dem der Antichrist beschrieben wird, der zn Rom geboren werden soll mit drei Stirnen? . . . Woher weis; -das der Christ? „Entschuldigen. Sie. Herr Krasnvpolski, was deklamiert der Graf jetzt?" „Das ist doch die „Große Improvisation". „Was?" Krasnopolski antwortete nicht. Es imitbc still. Die Worte rollten schnell und schneller, ein Berg nach dem audereu wuchtete nieder und jeder wurde klein nud nichtig und duckte sich in seinem Winkel zusammen. Wie Feuerflarmnen bohrten sich die Worte Mordechai ins Hirn und nisten alle Wunden auf, die mit Spinnwebr bedeckt gewesen waren. Er sah — warum, das wusste er nicht — Rabbi Mendele vor sich, der in seinem Zimmer eiugcsperrt saß, in RrMsl^srr denen evaus Äller -Kvaft M, schrie, mit Gott Üte _Wiener Morgenzeituns. Königreiches S. H. S. wird fremden Staatsangehörigen der Ankauf von Grundbesitz nur int Falle gesetzlicher Rezirrozilät bewilligt, sv-ferne diese, außer durch gültige Laudesgesche, gegenseitig äuerkannt und durch ausdrückliche intörnatioMo Verträge gesichert ist. Diese Entscheidung tritt sofort in Kraft. Wiener Börse. Das WähvungschaoS in DMtMcmd und die Befürchtung, daß eventuell als Folge dessen soziale Unruhen entstehen könnten, welch-e. das Wirtschaftsleben Dentlschlauds schwer schadigett, hat auch auf die Wkeuer Börse im gestrigen Verkehr schr ernüchternd gowirlt. Die Mißstiinnrung war dcnitllich beinerkbar und inachte sich in Rückgängen, solvcchl iu der Kulisse als auch i>n Schranken aus fast allen Gebieten geltend. Dazu kainen noch nngünstigere Rcachrichten ans Budapest, welche von stärkerer GeMnaPPhelt, neu-erbichom Mbröckelrder uugari-scheir Kwne usw. zu berichten wußten. Dies hatt>e auch in Duidapeft eine ungünstige Reaktion ausgelöst, welche ebenfalls ihre Rnckwivknugen auf den Wiener Markt äußerten. Endlich kamen auch Berkaussausträge aus dein Auslände, die bbeufalls deinr Geschäfte ein unfreundliches Gepräge verliie'hru. Trotz allen dieser unfreundlichen Momente, welche sich gestern geradezu knmuliertcu und dnrch die Kontwinine verstärkt wurden, war doch die G-eisamttcudeniZ des Marktes e'mc ruhige und überschritt nicht die Greuzrcr des normalen Gehabens. Diese berichigende Auffassung gewann zum Schlüsse des'Verkehres auf sämtlichen Gebieten die Oberhand, namentlich als aus Deulschland Nachrichten ciulangten, wonach die de-utsche Regierung durch eine energische Ztiitzuugsaktiou von London aits, dem Chaos eiitgcgeuMstcuert" gedenke und auch ein« Ermäßigung der hohen Devisenpreise vorn höchsten Berliner Kursnivcau gemeldet wurde. Allerdings waren uierkliche Kurseinbußeu das Resultat des Tages. Von den Baulwevteir büßterc osterr. Kredit 28.000 K., Ung. Kredit 74.600 K-, Anglo- Bank 24.000 K., Unioubauk 42.000 K. ein. Von beit I'ndustriÄverten der Kulisse verloren Alpine 50.000 K. Hier - wirkte die Niachricht von der Bctrwbseinschrankung beim HochofcUbelrieb. Bon den übric>cn -Iridustriswcrten der Kulisse waren Felten um 25.000 K.. Pvldi um 40-000 K., Skoda nur 12Z.000 K., Waaguer und Siemens u>n je Iv.CKJO K., Salgo um 80.000 K. nicdviger. Die einzigen Werte, welche ein regeres Geischäft anfzuweisen hatten- und auch stärker begehrt - wurden, waren Südbahu, welche mit Rücksicht aus Nachrichten über den günstigen Stand der VerhaMungen um 19.000 K. Prositicrten, und Eoiburg, welche um 1Z.000 K. höher waren. Jur Schranken lvar die Stimmung nicht einhÄtlich. Auch, hier war das Geschäft zum großen Teile ruhig. Vereinzelt sind Wohl größere Kurseinbußen zu korstatiereu. So büßten Mrdbähnaktian 2,6 Millionen Kronen ein. In den übrigen TwnKportwerten war das Geschäft gering. Donau-Dampfschiff waren, um 280.000 K., Grag-Äöflacher um 40.000 K., Leurberg—EZernowitzer nur 33.000 K. niedriger. Hingegen chatten die Fünskirchner 60.000 K. gegenüber bem Vortage profitiert. Bon den PetrolMmaktien verloren Fanto 495.000 K., Karpathen- 90.000 K., Galtzia 2,000.000 K., Naphtha 370.000 K-, Schoduioa. 360.000 K. Von den Bar.Ewcrten des Schra-nkons ist die Steigerung der MerkuEtien um 9000 K. und die d>cs Kompaß.um 6600 K. bemcrkenstoLrt. Von .den Maschincnwertccc ibüßten Brinn-ncr Maschinen 200.000 K., Dems 350.000 K., Siegel 138.000 K. und Riughosfer 350.000 K. Von den Papier- Werten verloren Äeykam 190.000 K. und dicufisÄcr M.000- K. cku. Bvzu-gsrcchw: Wiener Baugescllsch.ast 45.000 K., Gran Sasvarer 230.000 K., Houw 3600 K., Rikola 400 K. dcrtc, mid tausend Allgen lachtetr über ihrr und hatten ihrerr Spaß daran, daß das gebrechliche schwache Geschöpf ' in seinem lvoh'lvevfperrten Zitmner Hill und her rannte und gegen dcil Wind känlpste. „Ah, Ka-ha-nc" — Mordechai -warf einen Blick nach der Seite, wo der Graf gestandetl war rrnd fah niemanden dort. Kwhüne faß inmittell des Zimmers; er sprach schnell' uub nervös, es ncachte beit Eindruck, daß er sich eilte und schnell fertig werden lvollte, daß er fürchtete, man-könnte ihrt mitten in seiner Rede unterbrechen. Die Worte Weben ihm im Halse stecken nud vor Anstreugmlg sie heranszubringcn, stand er auf t>ud half mit derr Händen nach: „-Er brauchte nur die -Aitgerr Zil schließen, da fiihlte er, daß seine Hände 311 Flügeln wuchsen, die deir Himtttcl erreichten, und lvo seine Finger anrührten, dort kamen Stenlc hervor. Wenn er tvill, kann er sie anslvschcn, wetttl er will, sie entzünden; einen schletldert er gegen den zweiten itnb sein Finger fährt über die Sterne wie über eitle feurige Klavialltr. Er fühlt, daß er eine Feucrsättle erschaffett kairn urw Wclterl vernichten; daß er über sich keine Gewalt hat, daß das, was er schasst, früher nicht gowesell ist, rlicht sein konnte, arrs sich selbst eiltstarldell ist; denn ihni folgt nie sein Scheittell nach. Darnnl aber war er nicht zufriedeil; er wußte, selbst werm er in sechs Tageil eine Welt schüfe, würde es niemand ihm glanbeir; denn er hat keinen Schatten, der den Menschen verspräche, er könitie die Steine der gepflästerten. Straßeil, die Steine der Wälder und Wüstcil in jedem Augenblick m Brot vcrwaudelu! Das aber ist die Hauptsache! ... Die Worte enixiffen sich Kahane jlantmcub ürid ge- ‘ ioaltsani; sie fieleu tvie Feilertropfeil auf feilt vollbeladenes Hirn und explodierteil; unzählige KänlNlercheil begannen sich zit öfftlen imd inachteil ihn tvirr; eine Weile hielt er inne, delk Mund geöffnet; er wllßte selbst nicht, was er sprach und suchte ails dem Irrsal eincu?lnsweg. Tausende von Flämmcheit blitzteit auf und lockten ihn; hinter ihneil leuchtete wie durch ciucu tNizeschlcicr da -mtb dort ein ti^es Mm und er sah ein Schiff. Auf dem Schiffe lvaren 9. August 1923 Seite 9 Auf dem Anwgcnunckte war die?lusfassun.g der 2'\lw* tion eine wesentlich günstigere und hatten ciuijclitc tschechische Anlagciwcrte oft/ besseres Geschäft auslzuweiscti. Von deic.Exote>l notiierteu: Anzeigen Gcs. 180.000 bis 200.000 K., Iri.ag 355.000 bis 383.000 K.. Erdöl 71.000 bis 76.000 K., Holzve-vbaud 29.500 bis 30.500 K. Börse für landwirtschaftliche Produkte. (Eigenbericht der „Wicn-m Morgenzcctnng".) Die außrordentlichen günstigen Berichte über den Fortgang und die Einheimsuug der Erccte einerseits wie die durch den Marksturz verursachten valutarischen Verichiebungen anderctzscits. verursachcil eine tveitachende Zurückhaltung im Enttause, die sich naturgemäß iu einer steten A b brocke tu ng der Preise akzentuiert. Bor allenc ist der Gang des Ätchlgeschästesaußermdentlich uicbefriedigend. Ter Markt ivird vollkommen voll der ziveiteu Hand beherrscht, diese unterbietet wohl die Mühlennotierungen, erzielt aber damit nur sehr ge-. ringen Effekt, da nur Käufer für kleinste, promptest greifbare Mengen um Markte sind, wogegen spätere Lieftrnngsterncine wegcic der Risten, die solche beinhaltecc, abgclehnt werden. Das Geschäft in Weizen nud Roggen hielt sich in sehr bescheideilen Grenzeir, es wurde einiges getaufL in niedcrösterreichischcu und burgeuländischen Weizen iu der Preislage vocr 3100 bis 3200 K., für das ingoslawische Erzeugnis herrscht nur Interesse für schwimnrende Partien, wogegen Arrkänfe auf?lbladuitg abgelehnt werdem In Roggen wllkde gleichfalls einiges in heimischen Provenienzen umgesetzt in der Preislage, von 2009 bis 2050 K. Zic den jetzt in Geltung stehenden Preisen wären Käufer für spätere LieferilngspLrvfiichtcrngen im Markte, allein die Geber fehlen. Das Gerstegeschäst leidet naturgemäß iit erster Reihe unter dem vehementen Sturze der deutschen Reichsmark, da eine Ausfuhr nach deutschen Relationen momentall so ziemlich allster dcur Bereiche der Möglichkeit liegt. Die Meldungen arrs der Slowakei lauten eine Nrranee sreuirdlicher. Hier war bescheidenes Geschäft zu verzeichnen, slowakische Bvallgerstc erzielte 1,10 tschech. K. Marchegg. Nach der Schweiz konnte einiges in slowakischen Provenienzen verkauft werden.. Ter Maisabsatz ist schlecht nud bröckeln auch die Preise in diesem Artikel ab. Der Epportbelätigung sind Grenzen gesetzt, da ilisbesondore iit der Dschechv- Slowakei die Getreidepreise billiger .sind. als Importnrois. so dast Oekonomen arls Ersparungsrücksichtcn das eigene Er-- zengnis verfüttern. In Hafer sind fortgesetzt große Anküuste m verzeichnen, die auf die Preise drücken. Die Slussichten der Kleesaatenernte sind sehr giinstig. Die ersten Probc>l sind in qualitativer Hinsicht vortrefflich nach Angabe der Prodnzcu- -ten wird eine sehr gute Schüttmlg erwartet. Das Geschäft iit vollkommen unentwickelt, zwischen Forderunge;r und Geboten bestehen große Divergenzen. Das alte Material iu Bohnen scheint vollkommen iseitens des Konsunls Zlufnohmc gefuildcn zu babell, und die neue Erilte ist noch nicht iln Markte. Tie Preise für Bohnell, weiß, ungarisch, sind nominell mit 6000 bis 5200 K. zll bewerten, in Ranhsntter ist eine ganz hervorragende Ermte zu verzeichueil, die Preise siild ziemlich nilvcränldert, trotzdem die Käufer abwartende Haltung zeigen. Es llotieren pro Kilogramm ab. Wien ^(exklusive der Pauschalwarennmsatzsteuer): Weiten inländischer 3075 bis 3150 Pi., Roggen inländischer 2000 bis 2100 K., Gerste inländische 2250 bis 2450 K., slowakische 2400 bis 2700 K., Fnttergerste 2000 bis 2150 K., Mais 2700 bis 2800 K., Hafer 2350 dis 2450 K., Reis italienischer 6900 bis 7100 K., Burnia 5000 bis 5100 St., Siam 7200 bis 7600 K., Bruchreis 4200 bis 4300 K., Hirse 2750 bis 2850 K., Mohn 14.500 bis 15.200 Kl. .Kartosfeln weif; 709 bis 750 K., rosen. 600 bis 650 .K., Zwiebeln Makkoer 1250 bis 1350 K., Pflaumen bosnische oder serbiscke 80/86 4600 K., 95/100 4400 K.. 110/120 4200 K., z>l 25 Kilogrannn etnviert in Kisten 80/85 5200 K., 95/100 5000 K., Heu österreichisches lose 1100 bis 1200 K., gepreßt 1300 bis 1400 St., Rens 2.26 bis 2.30 tschech. K. ab Marchegg, Wicke 28OV bis 3100 K., Zuckerrübenschuitten entlangt 13OO bis 14OO Pi., Esvarsetic 4300 bis 4400 K., Leinsaat 5600 bis 9000 St., flatiffaat 5800 bis 6100 St., Malzkeime 1700 bis 1800 si’„ Biertrebern 1450 bis 1550 K., Weizenmehl inländisches Nulter 53OO bis 54OI1 M., ungarisches 4500 bis 4800 K. (2.20 bis 2.30 tschech. St.), Brotmehl inländisches ln 42OO bis 43OO Pi., Futtmnehl In 2000 bis 2050 K., Roggemnehl inländisches I» 3-lOO bis 3.6OO K., slowakisches 70%ig 1.50 bis 1.60 tschech. St., Kleie 1250 M. Juden — die Ungläubigen, die zur elvigcu Hülle Verurteilten. Mit Zureden, mit Speise und Trank wollten die Pfaffen sie erlösen, auf daß Gottes Gnade ihne'n gewährt würde. Die Sündigen mit dom alten Trotz im Blute, Oie nicht hören wollten, daß er gestorben für der Menschen -Sünde,"-wurden ertränkt und die Froncuceic, auf die Gottes Wort fiel, wie Sommerregen ans die trockene Erde, ergaben sich ihm mit so viel Liebe, bet fr ein Wunder geschah — ihre Füße und Herzen begannen zu bluten.?lus lauter Liebe wurden diese Heiligen, danrit sie sogleich -des Paradieses teilhaftig würden frurd sich nicht mehr den: Antichrist ergeben könnten, einer nach den: andernn ins Niecr geworfen. Ans lauter Li-vbe . . ., aus großer Liebe . . . Alle blickten auf Kcchanc, welcher noch imnrer mit offenem Mnllde da stand, die Angen tief eingesalleu, als litte er sehr. Einige Sekunder: vergingen. Kahane lvar verwirrt; er begriff nicht, lvicso eine Episode ans den spanischen Märtyrerzciten ihm plötzlich in den Sinn gekollrmen ■ war, sah darin keine Beziehung mit dem, was er vorher gesprochen hatte und ivollle sich schon niedersetzen; da sah er an der Wand Mordech-ais Schatten. Das genügte, «iu alle Verwirrung 31t zerstreuen. Er seufzte, eriunerle sich, . lvo er stehen geblieben lvar, hielt sich mit Herder: Händen an der Stuhllehne fest nud setzte leise fort: „-- — Schwer bedrückt durchschritt er die Gasser:; die Gassen waren schwarz vor Menschen nud er litt sehr, ha ihn keiner bemerkte. Eir: Marrrr, der anssah lvie cr, ging ihm rrach.'Er lvandte sich um, sah den Fremder: an urrd cr- ' zitterte. Der Fremde dehnte sich, wurde'dultncv uub kroch die Wand empor. „Mas lvillst du?" . Der Fremde rollte sich ein, wrrrde klcir:er, begarrr uu dem Kopf, mit der: Händen und den Füßen sich zu bewege? und sah ans wie ein Hund, wcrur ihn serrr Herr fort jagt; n lächelte unterwürfig. „Nun erkennst mich rlicht?" . „Nein." ' „Ich bin doch deirr Schalter:." „Mer bist du?" Fortsetzung folgt >1

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