Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1613 (9.8.1923)
- Date
- 1923-08-09
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. IMS Mm, Mmersittg Wiener Morgenzertung. 9. August 1923 mm Dach drS Hauses Arsermlweg Nr. 11. Plötzlich schlug der Blitz in das Dach ein. Dadurch wurden mehrere Fenster zertrümmert und Teile des Gebälkes abgerissen und -ersplittert. Die Mei Frauen wurden von Bruchstücken getroffen und vwletzt. Ein weiterer, aber glücklich verlaufener Mischenfall ereignete sich bei dLr-FerdinaNdSbrücke, wo der Blitz in einen Bügel eines aus der Pvaterstvaßü kommenden Straßen» bahuwagerts einschlug, ohne jedoch Schaden anMstisten. Nach zwei Stunden heiterte sich der Himmel wieder düs. Voraussage: Vorwiegend heiter, wärmer, örtliche Gewitter. Lke LebearmittelmUrtte. Gute Muhren, unveränderte Preise. Auch gestern sind die Zufuhren für die GroßmarkHiM sehr gut ausgefallen, aus Ungarn ivaren 11 WaggoitS Rindfleisch geklommen. Der Verkehr war jedoch sowohl im Großhandel als auch im Kloinhaudel Überaus schlöppölkd und große Vorräte Wieden tiniveäkaiuft. Die Preise blle'ben uttverändert ans der Hohe des Vortages. Tuch aus den Grüttwar >enMärkteu elrWickelte sich iNtr schwacher Verkehr. Die VersorgMg war aus allen OMeten sehr gut ausgefallen, beMderK stark waren wieder die 5bartost,el>zustchren, ohne daß jedoch die Preise FnrüLgegangen waren. Die Preise für die übriger! Sorten Miöben gleichfalls ziemlich uuvwäüdvrt gegen dovgbstevn. Auf dom Naschmarkt waren gestern Preiselbeeren äuS dem Burgenlanld etingetroffen^ die sich aus 1S.ÖÖ0 Kronen pro KilogrcmM stellten. Butter und Eier sind zu uNdevattdevten Pvetifen m großen Mengen angeboren. Klei« LilalchtM. Der Maurer Franz Olijaik wollte Mtern im Hause Czerlstugasse 3 «ns einem Fenster im 1.-Stock ans ein H Ü n ge gern st steigen, trat aber daneben und stürzte in die Tiefe. Er erliitt schwere Verletzungen;. Der HWfSaribester Johann Drechsler ist gestern nach dem Genüsse von Pi^en, d'e ex von einer Nochbartn zum Geschenk schalten hat, unter B e r g i s t it N «g s e r s ch c i u u ngen erkrankt. Der 11jährige Rudolf Kühtvöiber wurde auf der Flovidsdorfer Brücke von einem Privat« lltomobil nieder-- gestoßen und schwer verletzt. Der Arbeiter Adolf K. stellte in sei neue Kalb nette einen Topf Mit Kohle auf, i<l‘p| die KoW mit PeirolÄitu und zündete sie an. K., der betrunken war, hatte vorher geäußert, daß er sich umbriuMn werde. Er wurde zll sich gebracht und der Heilanstalt Ste-irchof übergeben» * Erqenimngen vonNniversitätspwfessoren, Der Bundespräsidenr hat denr außerordentlichen Professor der allgenwinirr; neueren Geschichte an der Universität in Wien, Dr. Viktor B i b h den Titel eines ordentlichen Univevsitätspro sessors verliehen, ferner den mit dem Titel eines außerordentlichen UnivorlsitatSprvfessors bekleideten Privatbozenten für Ktnoerheillunbt. Dr. Beta Schick, -zum unbesoldeten außerordentlichen UniveLsitätspvvfessor für dieses Fach an der Universität in Wien ernannt, soiwte den mir dem Titel eines außerordentlichen Universitatsprof-essors bekleideten Privatdvzetriien für Devnaatolvgie und Syphllidolvgie. Dr. Leopold Arzt. MM unbesoldeten außerordentlichen Untvevsitätsprosessvr ^dieses Faches ernannt und den PrivatdoMteN für interne Medizin, Dr. Karl Glaeßn er, und Dr, Wilhelm Neu mann, dem Privatdozenten für Chirurgie, Dr. Wolfgang Denk, und dorn Prwatdvzenten für Devinatrlogte und SvfchMdologie Dr. Rudolf Müller, den Titel eine8 außerordentlichen Untverlsitätsprosessors verlivhen. * Kasseneittbcuch im Messepalast. Gestern nachts Ivmde im Gebäude der Hofstallungen ein Kasseneinbruch versucht. Die Einbrecher sind offenbar vom Platze vor den Hositalluirgen aus ins, Gebäude und nach Durchschneiden einer Türfüllung in den Kassenraum gedrungen. Dort versuchten sie die Anfsprengung einer eisernen Kasse, die 70 Millionen Bargeld enthielt. Sie bohrten nur ein Loch, ohne die Kasse bewältigen zu können. Unverrichteter Dinge uird mit Zurücklassung der Einbrllchswerkzcuge müßten sie den Rückzug Mitteten. * Verhaftung eines Teppichhändlers. Der Teppichhändler Motfe Ka iMi-Eskenazi aus Sarajewo wurde Vovr SicherheitSburövn verhaftet und dem Landekgericht eingeliefert. Er wird von dem Oieued Teppichhäudler StchWt Jssakid C s. beschuldigt, ihn in Prag, wo Kalmi ein Geschäft betreibt, durch Betrug und betrügerische Krida um 154.000 tschechische Kronen, weit Mehr als 300 Millionen österreichische Krönen, geschädigt zu haben. Der angebliche Kommissionär Eskeuazis, .Jakob Montibis, von dein der Anzeiger behauptet, daß er der Kompagnon des Kalmi ist, soll, schon,in. Prag tu Haft sein. * Die Urania-Uht. Die an. der. Außenseite des Urackia- Gebäudes befindliche.Hauptuhr mußte wegen dringender Herstellrmasarbeiten abmontiert werden. Sie erhält eine elektrische Aufzugsvorrichtuttg, eine standsichere Llbdichtung und wird mit dev Hauptuhr der Zeitdienstanlage synchronisiert. Weiters wird die el <! trische Beleu.ch,tnngder Uhr vorbereitet. Die Herstellnngsarbeiten dürften etwa vier Wochen in Anspruch nehmen. Die „Urania-Zeit" kann jedoch nach wie vor avgehört werden. ' ’ ’ ‘ ' ' ‘ ‘ * Ein Postamt im Gebäude der Allgemeinen Depositen-, bank tu Wien. Am ltt. d. wird im’ Gebäude der Allgemeinen Depositenbank in Wien, 1. Bez., Schottengasse 1. ein Interessentenpostamt mit der amtlichen Bezeichnung „Postamt Allgemeine Depositenbank in Wien 1" in Betrieb gesetzt werden. Dieses Amt wird als selbständiges AufgabchostaAt für die m dem genannten Gebäude der Allgemeinen Depositenbank per-, kehrenden Haus- und Bankparteien tätig sein Und sich Mit dem Verschleiß von Postwertzeichen, der.Annahme von Briefpostsendungeu, von Postanweisungen, von Paketen und Briest n mit Wertangabe von Telegrammen sowie mit Postsparkasse- Ein- und Rückzahlungen zu befassen haben. « VtuUmflftßt des Telephonbuches. Wie bereits bekanntgegeben wurde, wird anfangs Oktober d. I. ein« Neuauflagg des Telephonbuches für Wien, Niedtzrösterreich Und das Burgenland herausgegebeu. Um Mißverständnissen vorzubeugen, wird nochmals darauf hingewiesen, daß das Deilnehmerverzeichnis kostenlos nur den Teilnehmern des Wiener Fernsprechnetzes und zwar nur für die Hauptstelle, gegen Entrichtung der Postbestellgebühr zugestellt wird. -r- Belobung slir Senator Straus. Aus New-York meldet I C B.: Senäwr Straus, der Sohn Mr. Nathan Straus, hat die höchste Anerkennung der Bürgerunion für seine Dienste erhalten. Voll allen Senatoren der Stadt hat Senator Straus bk besten Leistungen zu verzeichnen und Gesetzesvorlagen von größter Bedeutung etngebracht. Senator Straus vertritt den 15. Bezirk von Netv-York. -r- Eine Tarbuth-Monatsschrift in Berlin. Unter dem Titel „Athddenu" („Unsere Zukunft") wird zu Anfang des kom- MEU Mischen Kütenderjahres in Berlin ewe neue zirdische Monatsschrift zu erscheinen beginnen. Die neue ^eriistl-rist wrrd das Orgent der hebräischen Knlturorgamfaüon ^arbuth fern und unter der Redaktion des Herrn Eh. Grunberg stchen. <$. C. B.) * Für Touristen. Mit Rücksicht auf das Auftreten der Maul- Und Klauenseuche in Fusm-FeAeitcn hat dre ^irksbanvtmalcuschüft Zell anr See den T o,r r i st e u v e r k e h r über die Trauneralpe, die Psandlscharte und dem Hohen Gang bis auf weüevcs verboten. MMMngM aus Sem PuüMum. Izrael Leikoficz Felicji Knczpsla Ctenstodiau Warschau Mal 1423 melirde Kraft, deren Energie Unzählig-e nnistrer Gsmeinfchaift erchiM mrd AMÜckgeiwann. So ist mit Novdaus Nmnen und Mriken verlkmrpft, daß im ZrMsmus dem IlNdentum wieder eine Bewegung der Erneuerung entstand, an der sich die Elemente des Zerfalls und des Abfalls brachen. Von Nvrdaus Gaben \mb Novdaus Stellung in anderen^ LebensbeJirTen, als Deuter, Schriftsteller, Philosoph, Arzt, Dramatiker ufw. zu sprechen, ist hier nicht der Platz, noch bin ich d'er geeiMete Dolmetsch solcher Schätzung —> aber er gab ein Stück, W-enn nicht alles, von dem Genialen feines umfassenden Geistes, uns zu dienen. Nordaus letzten zwei Lebensjahre waren von Krankheit überschattet. Schon vocher hatten die Wirkungen des Krieges sein Loben getrübt und es war Hm nicht mehr vergönnt, fein Leben zu Ende zu führen in jener friedvollen Heiterkeit des Geistes, die wir vordem an ihm so geliebt haben. Groß ist unser Verlust und groß der Bevlust für feine Gattin, seine Tochter und seine Schwester. Ein Mann, wie er, mußte sich auch Gegnerschaft zuzichen. Manchnval, wenn ich von den Stüwnen horte und las, die sich über seinem Haupte entbuden, dachte ich, daß er fleißig Ne Knust geübt habe, die Whistler als „che gentle art of matzing enemies" (die feine Knust, sich Gegner zu schaffen) zu bezeichnen. Doch wenn er sich Gegner erwarb, so gewann er hundertmal mehr Freunde. Niemand hat einen ergebeneren Freund' besessen, als er in Alexander Marmorek, dessen Tod vor wenigen Wochen die Wrmden unseres Schmerzes um Nordau wieder geöffmt hat. Ich sage, Max .Nordan evkvarb Freunde. Zch glaube mit voller Ueberzeustung: er hat sich das ganze jüdische Volk, das sich seiner Art und Aufgabe bewußt ist, zum Frmud gewonnen, und wird in seinean Gedächtnis unvergänglich sortleben. wie in Nr Geschichte der Bewegung, die er, in Gemeinschaft mit Theodor Herz l, geschaffen, in der Seele des Volkes, der n [ein Bestes und Edelstes eingeflößt hat. Besitzer A. Biel, 8.» Sctsottanrlng 14 Erstklassige Küche // Vorzügliche GetrUnhe vom Fass i Bestbekannte 'WurstspezialiUlteTi| Antike tmä xöööörnö m Ksa. Sbel Aushau eleganter Wokauußen LSk <8 L C5 M» Wien, t, Seilerstätte Nr. 3 (Palais Coburg) Soeben erschienen! Soeben erschienen! Adolf Üölim s Der Jüdische Nationalfonds 3. Auflage (nach dem Stand vom April 1923) Mit einer Karte. 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HARDTMUTH’5 K0H-I-N00R - BLEISTIFTE MEPHISTO-KOPIERSTIFTE ANERKANNT UNERREICHTE FABRIKATE ZU HABEN IN ALUEN BESSEREN PAPIERHANDLUNGEN * Wovon der heutige Franzose spricht. „Einer meiner Freunde," plaudert Clement Vantel im „Journatt', fuhr kürzlich von Paris nach Nancy. Er hatte vergessen, sich tmt Reiselektüre cinzudecken und auf den Zwitchenstationcn ist erfahrungsgemäß nichts Rechtes zu haben. Mein Freund vcr^ abscheut die Zeitungen, dennoch erstand er etlich-e, doch nur, um über ihnen einzunicken. Aus Langeweile hörte er dem Gespräche seiner Mitpassagiere zu, und versicherte mir hernach, er Hobe sich selten besser unterhalten, jemals mehr unterrichte. Und er könne es Politikern von Rang nicht warm genug au-.- Herz legen, zu tun wie er getan. Frankreich und sie selbst würden großen Nutzen aus solchen Jirformattonsreisen ziehen. Bon den bei jeder Station wechselnden Mitreisenden meines Freundes sprachen also zwölf von der Ruhr, hingegen fünfuuddreißig von^ den vulkanischen Eruptionen in Italien, alle mit dem Hinweis darauf, daß sich solche Katastrophen sehr Wohl auch in Frankreich ereignen könnten; neun von der wachsenden Teuernng, hingegen vierzehn von der entsetzlichen Hitze — Unterabteilung meteorolsgischen Prophezeiungen und Betrachtungen; drei wetterten gegen England, hingegen elf gegen die Preissteigerung des Tabaks. Zwei Passagiere hatten Zeit für Herrn Pierre Benoit übrig ltnb viernndzwanzig fürs Kino: die Ausgrabungen von Luxor interessierten fünf Personen, die Mondessinsternis ihrer vier, Kemal Pascha nur einen einzigen, der sinkende Franken sechs gute Patrioten. Und der Preis isowie die Güte des kommenden Weines ihrer einimdzwauzig/ Arie Teppichpreise offeriert nur das Teppickihaus Weitzner, 6. Vez., Mariahilfer straße 105. 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