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Wiener Morgenzeitung · 1923-08-09 · Heft 1613 (9.8.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1613 (9.8.1923)
Date
1923-08-09
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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/ftMfe S Mm. DonnerKtakk »heMge Madonna" im gudenhause von Brobtz. Vr« fonderbare Affäre, Wc geradezu kulturgeschichtliches tzMveffe für sich beanspruchen darf, hält feit Monaten die r'tVt* fi&öbölfentttg von Brpdy in Atarn. Wie wir öcvcnS femerzeit berichtet haben, hat die Bro-dyer Filiale der hetz» antisemitischen, chmtvinrstischcu R v z w o j-Organisat iolt ciu oriym-elles Mittel cmssntdig gsntachi, iimt da? chtciu Jr.dnt gehörige, sogenannte Theatechaus, in dein sich 26 nteist Inden gtzhörvge Katrfläden, iS Wohnungen, ein großer Thenleifaal mit Nebenvänmen, Kellereien, Magazine nsw. befinden, zu expropriieren. Das Hatrs, das nachweislich seit über 100 Jahren itn Beisitze der jüdischen Fantitte Kr istiampvler steht, soll einmal den Dmntnikauern gehört haben, es' ist bHonverS günstig gelegen, und sv versuchen cs die Rogwvij-Lente, die jüdischen Firmen auf die Straße zu setzen und durch außerordentliche Mittel das Mieterschutzgesetz zu umgehen. Diese Mittel entbehren entschieden nicht der Originalität: Man verbreitete — im verflossenen Dezember — die Nachricht, daß in jenem Saale, der einst eine Kapelle gewesen sei, dir heilige Madonna erschienen wäre, umd besetzte darauf mit Gewalt an einen t christlichen Feiertage den Saal, der in eine Kapelle rrm-gewandeli wurde. Die Menge Wurde aufgehetzt, in Brodh mußte das St and recht Proklamiert werden, aber dem Protest des jüdischen Eigentümers gegen den Raub seiner Räume wurde nicht stattgegeben: bis heute nicht! Im Hause herrschte der nufgchetzte oder geenietete Mob, Tag und Nacht wird Wache gehalten, damit die Inden nicht ihr Eigentum „zurückerobern", and die Sicherheitsbehörde erklärt, den gewissermaßen exterritorialen Saal nicht betreten zu dürfen, weil er »Heilig erklärt" s«i! Inzwischen aber dient dieser als Schlupfwinkel für allerlei lichtscheues Gesindel, und im Hanse ist alles znsammengestvhleu worden, was nicht niet- und nagelfest war. Die Geistlich lei: ntmmi an diesen Vorgängen keinerlei Anteil — es ist ihr anscheinend peinlich, sich mit dem Mob solidarisch zu erklären — ü-nd der Kanonikus von Brody hat öffentlich gegen den schcutlysen Raub gepredigt Indessen sinnt inan ans weitere Mittel, den Raub zu ^Wltzieren. Der Eigentümer ivuvde durch den exzediereii^n Pöbel durch Bedrohung seines Lebens g e Zw ü n g c n, das Haus durch einen Ingenieur auf seinen Altertumswert uititr* suchen ZU lassen, in welchem Falle man sich um die amil'.che Emtetgnuug bemüht hätte; aber auch die Grabungen blieben erfolglos. Indessen ist die Sache beim Gericht atihängig gemacht worden, aber Äloses läßt vorläufig nichts von sich hören. Der jüngste Streich der Rözwöf - Bellte war ein durch öffentliche Derlautbarung in verfchisdenen StMen arrangierter Massenaussl-ug der christlichen Bevölkerung nach Brody zum Besuche der ,-von Juden gevauibten Kapelle!" Am 29. Juli zog der gesamte Brodyer Rogwaj-Awhang mit Sang und Klang zwm Bahnhof, um die fremden Gäste zu empfangen, alber statt des erwarteten Masierckchuchs langte sin kleines recht verdächtig aussehendes Grüppchen an, und die Mehrzahl der zum Empfang Erschienenen zog es vor, sich rasch fortzustchlen. Doch wnvde.der Anlaß benützt, um rm Hose des Hauses eine HetzversammLung abzuhalten und den Versuch zu machen, durch Aufrichtung eines Kr enges dem Juden auch seinen Hof streitig zu machen, was jedoch behördlich inhibiert wurde. Ms aber der Versuch wiederholt Würbe, erschien elme Anzahl von Inden am Tatorte und — so schreibt man uns — nur dam Einschreiten der Sich erh ei ts Behörde ist es zu danken, daß Blutvergießen verhindert wurde. Indessen versuchten die Hultgans, ihr Werk in der N a ch t zu vollbringen, doch „die Juden sind wohl auf der Hui" — so schließt unser Bericht —, und wieder ist es der Staatspolizei zu danken, daß es in den letzten Lagen nicht zu Blutvergießen kam. Nachruf sör Mar Nordau. Im folgenden geben wir den Wortlaut der Rede wieder, welche in der Eröffnungssitzung des 'Kongresses Josef C o w e n dem ©efoenlen Max Nordaus widmete: r ,; i . Geehrter Kongreß! Niemand kann mehr als ich die UnzMng'lnchkett fühlen, von dieser Stelle aus, von dieser -Tribüne, von der zü-erst Max Nordaus Jhtj an uns und die Welt erging, unseren Gefühlen um Max Nordau Ausdruck zu geben. Nicht aus falscher Bescheidenheit sageich das. Der einzige Anspruch, den ich darauf erheben kann, in.Ihrem Namen heute Nordaus zu gedenken, ist, daß niemand, niemand tiefer als ich unseren Verlust empfindet. Und dies, obwohl wir in so vielen Dingen verschieden waren. Aber vieK-eächt mag ich gerade um dieser Verschiedenheit willen in der Lage sein, bei dieser Gelegenheit in schlichter Weise für unsere Schätzung des Menschen Nordau den Ausdruck gn finden. Ich weiß, damit ist einem der schlechtesten der Kongreßredner die Aufgabe zugefallen, von dem größten Kongreßredner zusprechen, dem größten, denn Nordau war als Kongreßredner größer als Theodor Herzl, er, der große, jMfche Tribun. Niemals werde ich oder wird irgend jemand, der das Glück hatte, dem ersten Ziouistenkongreß anzuiwohnen, das Erscheinen und die Erscheinung Nordaus vor unserem ersten Baseler Kongreß aus der Seele verlieren. Da stand vor uns ein Mann von anerkanntem Weltruf—mit Ausnahme Israels Zangwills vielleicht die einzige Persönlichkeit des ersten Kongresses, die außerhalb jüdischer Kreise überhaupt bekannt war —, ein Mann, von dem nur . ganz wenige wußten, daß er Jude war, und dieser Mann betrat die zionistische Plattform, nicht nur, um sich selbst als 'Zionisten M bekennen, sondern um der Welt mit der Stimmkraft eines Löwen, deren -Hall noch heute in meinen Ohren tönt, das ganze tragische Schicksal der Juden, die Judenfratze, die Judennot und die Fotde- _Wiener Morgenzeitrmg. _ Man sicht, wozu fromme Bisionen oder die Erfindung solcher veUvendet werden können und zu welch schäMichen Zwecken die Madockua bemüht wird, wen.u es gegen Inden geht! Eine Intervention der Behörden in der Wäre, dii zu Ende des Jahres 1922 begonnen hat -- Mo im 20 Jahrhundert! n-nd schon in der zweiten Hälfte von 1088 spielt, war bisher nicht zu erlangen. Erhardt nach Japan geflüchtet? München, 8. August. Der „Mtcsbacher Anzeiger", das berüchtigte Organ der nationalistischen Kreise Bayerns, meldet eine sensationelle Bersiou über den derzeitigen Aufenthalt des geflüchteten Kapitän Ehrhardt. Bisher hieß es, daß Ehrhardt sich nach Schweden geflüchtet habe. Auch der „Miesbacher Anzeiger" bestätigt die Richtigkeit dieser Nachricht, bemerkt aber, daß Ehrhardt in Schiveden nur ganz knrze Zeit geweilt habe, von dort aber Nach Japan abgedampft sei. Dev „Mles-- bacher" beruft sich bei seiner Meldung auf ganz ünthetttische 0itcllctt, von denen ihm auch weitere Einzelheiten über die Reise Ehrhardts LekaNtttgrgebeN worden seien. Nach diesen Mitteilungen sollen ja pä ni sch e O f f ig i e re, die mit ihrem Schiffe in eitlem schwedischen Nasen weilten, und die Ehrhardt noch aus der Vorkriegszeit von seiner Japan-Reise gut gekannt und ihn ,,verehrten", ihn auf ihr Schiff genommen und nach Japan geführt haben. Trotz oder gerade wegen der Betonung der authentischen Quelle ist die Richtigkeit dieser Meldung entschieden zu bezweifeln, da der Verdacht nicht von der Hand zu weisen ist, daß es sich hier um die Irreführung der deutschen. Behörden handeln dürfte. Der Bilderdiebstahl in der Lenbach-GMie . Wie berichtet, tvurde tu der Nacht zum 1'. d. M. die öffentliche Privaksammkutzg Lenbachs in München von Dieben heimgesucht und ans ihr acht Gemälde im Werte von ungezählten Milliarden gestohlen. Die Diebe nahmen auch eilte grünliche Plüschdecke, die sie wahrscheinlich zum Transport benützt haben, mit. Um in best int ersten Stock gelegenen Bildersaal zu kommen, mußten die Diebe an d^r Außenseite des ÄebändeS an einem Hausvörspruttg entlqng klettern. Dann erst schlugen sie eilt Fettster ein und kamen in den Bildersaal. Die Waghalsigkeit dev Tat und der Umstand, daß die Diebe nach Anzeichen mit Handschuhen gearbeitet haben, lassen darauf schließen, daß ein gewiegter Dieb die Hand im Spiele hatte, und daß ev auch ein Mann von Kunst kennt? Nissen gewesen feilt muß. Die Eigentümerin hat für die Ermittlung des Täters und die Wiederbeschaffung der Gemälde, die durchwegs auf Holz gemalt sind, eine sehr hohe .Belohnung in Anssicht gestellt. Sa« Brat wird wieder billiger. Mt Laib Brot m 240 mormr. — Der weitze Wackelt W' 100 Kronen. Die Bäckermeister und Brotfabriken konnten hei der gestrigen Errechnung der Gestehungskosten eine weitere Be rb i l l i g u n g des Brotpreises und auch eine HerabsetzilNg des Preises der weihen Wecken vornehmen. Eine stärkere Ermäßigung der Weißgebäckspreise koitnte nicht eintreten, weil der starke..Wckgang der Weizen'nchlpreise in Amerika hier noch nicht fühlbar ist. Für die Äerbrauchswoche ab 13. d. Mi gelten folgende Verkaufspreise: Normallaib 5930 Kronen Ibisher 6170 Kronen, Verbilligung 240 Kronen), Ex trabrot per Kilogramm 5230 Kronen ^bisher 5420 Kronen, Verbilligung 190 Kronen), rung nach ihrer KösunZ entgegenzudonwern. Bis zu diesem AugeMick, da Nordau sprach, war die Mische Frage sozusagen eine Ehewra-Augelegenheit. Nachdem er gesprochen hatte, war sie ein Weltpro-blem, das Ntchbjuden nicht weniger angeht als die Juden. Es ist jetzt im Jahr« 1923 schon schwierig, uns mit aller Schärfe wieder in die Erinnerung zurückzttfinden, wie selbst Juden unsere Frage im Jahre 1897 ansachen. Und daß das so schMer ist, danken wir in erster Reche Max Nordau, wie wir chm zu danken haben für die Stellung, die wir heute halten — anerkannt durch die Mächte der Welt.. Erinnern Sie sich, wie es 1897 um uns aussah. Ein unorganisierter Haufen von Rechtlosen, von Gedrückten, von Schnorrern und Bettlern, und doch — er kam zu uns, den Hilflosen und Geächteten, er, der Mann mit einem Namen, gekannt in allen Weltteilen, er kam, um mit uns und für uns zu arbeiten. Ex brachte seinen. Lebensruf in Gefahr, indem er ihn einer Sache zur Verfügung stellte, die wohlwollende Freunde für den Traum von Idealisten hielten, während andere — und viele Juden unter ihnen — nicht davor zurückscheu^ten, uns und Unsere Sache in nraßlostr Wesse zu verdächtigen und anzuklagen. '. Angesaugen von diesem Angusttag des Jahres 1897 bis zn seinem Todestage hat Äirdau nie. gezögert, uns sein Bestes zu geben.'Mehr als er der Bewegung gab, kann kein Sterblicher ge'ben. Das sind nicht Worte der Konvention, wie sie oft bei solchen Gelegenheiten gesprochen werden. Es ist nichts als die einfache Wahvhelit. Ich will nur an eines erinnern: Denken Sie dvran, wie dieser Man-u, der sich sein täglich Brot durch die harte Arbeit eines Schriftstellers erwarb und in seiner ganzen Existenz von ihr abhängig war, dauernd und immer wieder ausgesucht und in Anspruch genommen wurde von' aller Art von Leuten,.die seinen Rat und seine Ansicht in zahllosen, ja nur zu oft in den lleinsten Dingen des Alltags verlangten, immer unerntüdlich und freundlich sie empfangend: Rabbiner und GeischäMeute, Aolonisteu aus Erez Israel, Jommalisten, Arbeiter und die ganze ma-nnig- 9. August 1929 Nr. IMS Weiße W e ck e u 2900 Kroncu (bisher 3000 Kroneu Verbllligung 100 Kronen), Kleingebäck 400 Krotten (unverändert). Sai» und Strompreis nnverSndrrt. Für den Ablefeabschnitt vom 0. bis 16. d. bleibt do PMils für einen MMmcker Gas mit SlllO Kronen unvev ä tr dort. Für di>e gleiche Zeit wurde der Preis einer Hekta tvachtsÄtnde Lichtstwnt für den sechswöchig abgelefsnett Vco brauch von 606 auf 600 Kvotten und für KraststroiM vo»t 30k auf 303 Kronen ermäßigt. Für den dMoöchig abge.^ l-cfenett StroittderHvauch werden für sine HäktolwatHunbf Lkchtswont 4M und für eine HeHowattsiUndv Kvaftstroitt 3CW1 Kronen borechmt. ______ NmtbMrfall in Favoriten. Am 5. b. erstattete der arbeitslose HHKarbetter R>obet Gosiev beim Polizetkommisiavtat Favoriten die AM-g^ daß er am 6. d. um etwa 1 Uhr nacksiK das Opfer eines NeversaNes geworden sei. Er war in Gastllschast deZ HWarbeiters Karl Kaschel, des Mechanikers LeopoM Philipp unv der Privaten Marie Haber in ein ent East 'w der JaMasse gesessen. Als sie gegen 1 Uhr das Lokal vev' lassen hatten, kamen ihnen an der Ecke der Erlachgasse unü> Herzgasse Vier Bnüschen wach; einer von ihiten gab vW Grund dem Phibistp eine LHvsiige, worauf Philipp und dili Haber die Flttcht orgr^sen. Philipp sah noch, wie einer des Burschen mit seinem Arm von IMteu den Hals des Go. st er umschlang, ivorauf dieser sich Mvitz. Darauf pack» der gtveite Bursche den Gaister, stieß ihn gegen eine Mauer und-schlug ihn dann zu Boden, wo der Usberfallem blutend und halb besinnUngKvos lvegen blieb. Nun eilte Kaschel, der auch mitzhan'dolt Worden war, zur Stelle, um nach Mem Freunde zu sehen. Güster aber war durch dis Schiläge fv verwirrt, daß er Kafchel nicht erkanttw, 'ihn für einen der Strolche hielt, und ihn bat, ihn Nichck nrchr AU miMatidelm Gcher selbst gab an, daß seine Brieftasche, vis außer Dokirmente u noch 17.000 K. enthalten hasie, vertsHvmtden war, Uciber die ntut-maßlichen Tater lagen uttgenatte Angaben von Kafchel und Ph'lipp konnten PerfottsibeschrÄbungett liefern; dadurch gelang es, die Na-Mn der vier an dem Ueberfall Beteiligten stftznstellen und drei von ihnen zu verhaften. inair-T i-v KkllchtMig einet Merreichisch-ingoslMschrn Handelrlammet. Wie aus Belgrad gemeldet wird, ist gestern eini Mission nach Wien abgereist, um mit de« hitfigrk HaudeMreistp über die Errichtung einer jugoslawischm Handelskümmer > beraten.; Er bleibt warm. Das zchritze Gewitter. Der HiMMel war gestern in Oesterreich etwas stärker bd wölkt. Die MittagstemperatureN überschritten allgemein 28 Grad (Innsbruck 29, Wien 86 Grüß). Ueber Wien zog gegen 2 Uhr nachmittägs ein Gewitter, das infolge der un. geheuren Wassermassen Mehrfach Wasserschäden verur-, sachte. Das Wasser drang teils durch die Dächer und Decken der Häuser tir Wohnungen und trat auch vielfach aus ver. stopften HauskanäleN aus. Die Wasferboreitschaft mutzte mehrfach in Aktion treten. Im Hause Dtmklergasse 38 drohten infolge des eindringenden Wassers die Dippelbäume rvachzugeben, so daß die Feuerwehr Pölzarbeiten vornehmen mußte. Bvi Beginn des Gewitters warerk zwei Frauen auf dem Arsenal weg mit dem Klopfen von Teppichen beschäftigt. Sie flüchteten vor dem Gewitter unter das faltige Mischung, aus dentzn unser jMsches Bolck von heute sich zusammensetzt. UnÄ dies dauerte fast ein ganzes Biertöll jcchrhunbert. Welch selbstlose Menschlichkeit! Welche Ge-duch des Genies! Er, dem die Welt lauschte, ächtete sich nicht für zu groß, um zu einem Minjan m Paris zu sprechen. Gibt eS ein stärkeres Zeichen seiner Größe? Ich habe von seiner epochalen Kongreßrede gesprochen, die eine Revolution war. Er hielt die Rede des Kongresses. Kein Kongreß war vollständig ohne ihm War jede seiner Reden besser und schöner als die vorhergehende? Ich weiß es nicht und es ist ohne Belang. Jede Rede brachte uns ein Stuck weiter, denn sie war die Frucht einer inneren Ent" Wicklung. Unsere Lage war das ObM der Geistesarbeit eines Meisters. Einer der Größten aus unserer Mtte Zeigte uns unser BM. Mr wurden analysiert und sondiert wie vou einem Physiker, von einem Arzt. Die Judennot War ein Wort, das alle wertvollen Juden erschütterte und zum Denken brachte. Der Begriff des Luftmenschen flog durch, das Weltjudentum, wie nur eine ganz große Wahrheit fliegen kann. Und während er die allgemeine jüdische Lage analytisch untersuchte — arbeitete er an der Stärkung und Vertiefung der ziouisttschen Bewegung. Es ist kein Geheimnis, daß auf dem ersten Kongreß er es war, der das Ziel unserer Bewegung als >das Streben des. jüdischem Volkes feststellte, eine öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte in Palästina zu schaffen. Er vertrat unsere Forderungen vom Standpunkt des Soziologen. Er begründete unsere Sache und stärkte ihre Anhänger durch eine methodologische Analyse, würdig eines großen Wissenschaftlers. Er tmt an das Problem des leidenden jüdischen Volkes mit der Schärfe einer unerbittlichen Loglik heran, die Jahrhunderte gefehlt hatte. Alle seine Fähigkeiten konzentrierte sein großer Geist auf die Behandlung Und Heilung des jüdischen Volkes. So wurde Max Nordau, der Schriftsteller, der Gelehrte und Tribun, nicht nur für die zionistische Bewegung, sondern für bas ganze Judentum, eiatc werbende und fant*

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