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Wiener Morgenzeitung · 1923-08-07 · Heft 1611 (7.8.1923) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1611 (7.8.1923)
Date
1923-08-07
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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WLWW Nr. tm Wien, Dienstag sttmd. Wir erhebe» Dinspmch MU die unbegründetcnund trotzdem wiederholten Angriffe Dr. Wieners, des^ SyMkus des ZentralveremtS deutscher Staatsbürger indischen Glaubens, gegen General' Ludendorff. Nachdem deutsches Recht, wie zu erwarten war. zugunsten des Feldhervn gesprochen und der Syndikus argen das Urteil Berufung ewgAgt hat. halten wir eS für unsere Pflicht, von dem-T«iben Dr. WiemrS und seimv an Zahl , leider nicht unbedeutenden Hintermänner entschieden abzurücken und ihr Verhalten öffentlich.z» brandmarken. Die Minchnev Jugend- Und Stuventengruppe nationaldeutscher Juden. caud. med. .Hckls Aufrecht. 1. Vorsitzender." Daß der Unterzeichner Aufrecht heißt, ist eine hübsche Kronie. Diese Würdelosigkeit ist nämlich nicht mehr zu uberbieten. ES ist eine Vereinigung, dic sich jüdi s ch nennt, welche hier einem, überdies liberal — assimilatorischen Juden in den Rücken fällt, der gegen Ludendorf.ft.antisemitischen Treiben die Abwehr ergriffen hat, und dem „Helden", die Stiefel leckt, der bis zum Apostel der Hakenkreuz- und „Weisen von Zion"- Propagandr herabgesunken ist! Die Sache scheint nun'Herrn Naumann selbst unangenehm geworden zu sein und er rückt in einer Erklärung dost seinen Münchner Genössen' ab, insbesondere, weil sie in eine Affäre eingreiftn, die Noch' nicht endgültig ausgetragen sei. Für die Mentalität der „nattonaldeutschen Juden" bleibt die Erklärung der Münchner „Aufrechten" jedenfalls charakteristisch! __ HosnN vatroslav Zagst gestsckea. Sonntag ist auf der Abteilung seines Sohnes, des Universitätsprofesfors Dr. Nikolaus Iag^ic im Sophienspital, der bedeutendste slawische Philologe Hofrat Professor Dr. Vatroslav I a g i e im 86. Lebensjahre gestorben. Er war am 6. Juli 1886 zu Warasdin geboren, hat in Wien klassische Philologie studiert, dann slawische Sprachen unter Millosich. 1861 wurde er Ghmnasiälprosessor in Agram. Als einige Jahre danach die südslawische Akademie der Wissenschaften in Agram errichtet wurde, ward Jagic eines der ersten ihrer Mitglieder. Auf seinen Antrag begann die Akademie die „Seriptores Croatici" herauszugebeu; die ersten Bände redigierte er selbst. Er folgte bald einem Ruf nach Odessa und« ward dort Professor der vergleichenden Sprachwissenschaft. Mitteilungen aus dem Publikum. 1 Gkave fiorovits Mob Mio. Flau Rzeszow-Wien ' Podhajce-Wien beehren sich, allen Verwandten und Bekannten mitzuteilen, dass die Trauung ihrer Kinder, Fräulein BANIA HOBOWITZ und Herrn HERSCH TORTEN Sonntag den 12. August 1. J. um 2 Uhr nachmittags in der Schiffschul (II, Grosse Schiffgasse) stattfindet und laden Sie auf diesem Wege höflichst ein. > fächiitche Strümpfe und Handschuhe Engros Export Adolf Tarier Wien, I., Kohlmessergasse Nr. 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Seine Werke auf dem Gebiete der russischen, altkroatischen und serbokroatischen Sprache und Literatur sind bah nhrechend geworden. Dfe Akademie dev Wissenschaften in Wien nahm ihn unter ihre Mitglieder auf. In den Sitzungsberichten und Denkschriften und anderen Fachzeitschriften hat er eine lange Reihe wichtiger Arbeiten veröffentlicht, und auch das Archiv für slawische Philologie begründet. _ AnkchimrmgsmttsrrW. Am Sonntag' beobachtete -ein Kriminalbeamter mit seiner Gruppe im Prater., Als er durch die dichtgedrängte Menge im Volksprater ging und überall Ausschau nach Sagos M. ROTHSTEIN & Co., G.m.b.H. Wien, VI., Mariahilferstrasse 1 c Sn detall Mdellhaus WrseinePelDaren.SSLL Taschendieben hielt, fielen ihm zwei Männer durch ihr ftta nehmen auf. Dev Aelteve schien-dem Jüngeren etwas fpt ßtK gen, und als der Beamte näher zusah, erkannte er zu feMl Verblüffung, daß dev Mann dem Burschen mitte« in der.' Menge der.Spaziergänger Unt spricht im Laschtm\ diebstahl erteilte. Er führte den Schüler,mitten In doch dichteste Gedränge, zeigte ihm die Griffe, unterwies ihn dack^! wie man die Mauer mache, wie man unbemerkt an Leute mit! schönen goldenen Uhrketten heranschleicht, Cr ivyllte ihm durchs! ein praktisches Beispiel zeigen, wie man stiehtt.j Ahnungslos gingen Lehrer und Schüler, immer von den Polizisten beobachtet, durch das dichteste Gewühl; aber durch eine, volle Stunde ergab sich kerne Gelegenheit. Endlich kam der! „Professor" mit seinem Schüler zu dem „Ententeich", der in der Pegel viele,gut gelaunte Zuschauer an seinen Ufern der«, sammelt. Hiev ergab sich endlich die Gelegenheit, von der' Theorie zur Praxis überzugehen. Als der Meister dem Schüler, zeigte, wie man eine Damenhandtasche stiehlt, war aber auch schon die Polizei da und nahm den Lehrer und den Schüler fest. Der Lehrer ist der Landarbeiter Ernst FarkaS aus Cherla in Rumänien; der Schüler der angeblich zugereiste Michael Barga aus Magyar-Bodrog. Sie wurden unter großem Aufsehen arretiert. . KoWabeschass»«« «ad Kohleatzrüs. Zu den. Nachrichtsik über Schwierigkeiten in der schaffung der für den öffentlichen und privaten Bedarf in Oesterreich notivendigen "Kohle und über die dadurch in Aussicht stehende Teuerung rvird von nr a ß g e b e» d e r Stelle mitgeteilt, daß diese Befürchtungen unbegründet sind. Mit Rücksicht auf die Kursänderungen der Polenmark, sind unter Vermittlung der Negierung die Kohleugroßhrndlungen mit der Deviseuzeutcale übereingekommen, die für den Kohlenbczng im vorhinein zu beschaffenden Valuten dekadenweise einzudecken- Diese Kurse werden künftighin am 1., 10. und 20. eines jeden Monats von der Tevisenzentrale bekanntgegcben'werden. Dadurch soll erzielt werden, daß der Kohlenpceis von allfälligen. Kursschwankungen unabhängiger gemacht und eine mögliche Steigerung, namentlich des polnischen Grubenpreises, durch die billige Beschaffung der Polenmark möglichst ausgeglicheit wird. Für die tschecho-flowäkifche Kohle dürfte mit einer Be rb U11 g u « g d eL Gruben Preises deshalb gerechnet werden können, da. in der Tschechv-Slowakei derzeit ein U e b e r f! u ß an Kohle' besteht, und die Prager Regierung darangeht, die Exportmöglichkeit füV'die ^tschecho-stowakische Kohle zu v c rbessern. - ' ' - Für die voWSudige Sonntagsruhe im Leben» mittelNeiahaudel in Wie«. Für den Kleinhandel mit Lebensmitteln und den Kleinverschleiß der Lebensmittelerzeugungsgewerbe ist bekanntlich die Sonntagsarbeit in der Dauer von zwei Stunden, vön 8 Vis 10 Uhr vormittags, jedoch mst Ausschluß von Arbeitnehmern, gestattet. Nun verlangen die K a u f l e u t e selbst, daß die Landesregierung für Wien die bestehende Erlaubnis der Sonntagsarbeit Beim Kleinhandel mit Lebensmitteln widerrufe, sodaß die Lebensmittelkleinverschleißer an Sonntagen in Wien nicht mehr berechtigt sein sollen, ihre Läden, wenn auch! nur zwei Stunden, offen zu halten. Das Präsidinm der Reichsorganisation der Kaufleute Oesterreichs richtete an die Landesbehörde in Gewerbesachen dieser Tage eine diesbezügliche Eingabe. Sie LebettWlttelmürve. Rückgang der Kartoffelpreise. . Auf-dm Grüniwavemuärkten sind gestern erfreu!ichcrm::se durchwegs die Kartoffelpreise, die noch vor wenigen Tagen die Hölhe von 1800 K. für das Kilogramm erreich! . hatten, in beträchtlichem Maße zurückgeganHen, urÄ> da bei der guten Ernte weitere große Sendungen für den Wiener Markt ln Aussicht sind, ist mit einem weiteren Sinken der Preise zu rechnen. Man e^vartet auch, daß die Preise anderer wichtiger Artikel der GrÄwwarenmärkte, die noch immer viel zu teuer sind, angesichts ^der guten Beschickung der Märkte zurück- ' Hetzen weriden. Rote Kartoffeln notierten gestern auf dem Naschmavkte mit 706 bis 1000 K., Weiße mit 800 bis 1<10g K>, gslbe, die vor ungvfähr einer Woche noch 1800 K. gekostet hatten, mit 1100 bis 1800 K. pro Kilogramm. Doch waren auch diese Preise im Verlause des Marktes im Großhandel nicht zu halten und mußten stellenweise noch weiter heruntergesetzt werden. Die Preise von Gemüse, Obst, Butter und Eiern'Weben gestern unverändert auf der Hohe des letzten Markttages, der Verkchr war ziemlich schwach, der Absatz vollzog sich nur schleppend. In der Großmarkiihalle war gestern der Verkehr, wie gewöhnlich am Montag, geringfügig. Die F'l e i s ch p r« i s c blieben auf der HHe vom Samstag. In der Grohmarkthalje sind mit der Bahn drei W-aggonladungen Mit verschiedenen Meischgatturrgen, darunter ein Wa-Mn Gefrierfleisch, eingetroffen. In St. Marx belief sich'der Austrieb des Rindermarktes aus ungefähr 8460 Stück Schlachtrinder. ' Die geistige Zusammenarbeit. Berlin, 6. August. Wie das berliner T.a g e» blatt" meldet, hat der Bölk.erbttwdausschuß für geistige Zusammenarbeit unter dem Vorsitze Bergsons beschlossen, dem Völkerbund zu empfchlen, dm Esperantounterricht nicht zu fördern, weil es heute notwendiger sei, die Erlernung natio« n'aler SPrachen und das Studium fremder Literaturen zu-b-egünstigen.

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