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Wiener Morgenzeitung · 1923-08-05 · Heft 1609 (5.8.1923) · p. Seite 18

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1609 (5.8.1923)
Date
1923-08-05
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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Seite 18 Men, Sonntag Wiener MorKenzettnng. 5. M. E Tortsetz««- de« ZüMWer-M«M«ngs>Berkimses bei A. Gerugrob A. G. Damen-SportLadehauLen, nur prima Gummi, pro Stück 12.500 K., Crepe I e r s a y, 180 Zentimeter breit (150 Zentimeter genügen für ein Kleid), pro Meter 160,000 K., Rohseide, glatt und gestreift, für Kleider und Herrenwäsche, 80 Zentimeter breit, pro Meter 48.000 K., S h a nt n n g tu allen Farben, 80 Zentimeter breit, pro Meter 88.000 K., VorzüglicheZephire, pro Meter 9600 K., bedruckte Kretone und Wasch- Voile, licht und dunkel, pro Meter 8400 K., 'SchweizerStickerei- B a t i st e. dunkler Fond mit gestickten Dessins, pro Meter 9800 K., Damen-Chiffonhemden, Sparigenfasson, 22.000 K., Damen "Batist Hemden, gestickt, 30.000 K., Herren-Modeseidenbinder pro Stück 7500 K., 15.000 K., 22.000 K., Prima Rindsleder-Sa nd a l e n mit Doppelsohle, Größe 18 bis 45, von 45.000 bis 97.000 K., R e i s e s l i p p e r § aus Leder in Taschen 59.000 K. 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Juli 3,618.171 K., insgesamt 220,508.142 K. — Zentraler Nahalal: Josef Klein 1.000, Büchsenablöse d. Biller 230, Dr. O. Than, Lemberg, anl. glücklich iiberstandener Operation 205, Chanah Schmajnk a. N. Mirjam Allstem anl. Hochzeit 8 Bäume 160. — 2. Bezirk: Doktor B. Langer 60. — 12./I5. Bezirk: H. Heymsen 50. — 18. Bezirk : Haawoda: Eisenstein 100, Picker 7v, Diverse 343. — 20. Bezirk: Smlg. d. Schönberg: F. Goldberg 62, Verein Schomre Hadath 73, akad. Verein Jüd. Med. d. Verständig: H. Haller 60. — Baden: d. Seidemann 53. — Klosterneuburg: Fritz Lederer 80. — Linz: d. Viktor Spitz 700. — Mödling: Freie Vereinigung jüd. Sind.' 85. _ Vereine, «ortrSae «ttk Berfa«mlna»e«. Urania. Heute, 6 Uhr (Großer Saal): Tiergeschichten, ill. Kalif Storch. 8 Uhr (Großer Saal): Ums Nordkap ins Weiße Meer. Rettung aus dem Eise. — Urania-Büch erstub e von 8 bis 1 und 2 bis 6 Uhr geöffnet. — Morgen, 6 Uhr (Großer Saal): Knud RasuwffenS Pülarfahrtt 8 Uhr (GroßerSaal): West-Sudan. — Urania-Bücherstube von 8 bis 1 und von 2 bis 6 Uhr geöffnet. Bühne und Kunst. ff« kreisler>Ko«iert in Peking. Das „Berliner Tageblatt" bringt einen Bericht aus der deutschen Kolonie in Peking, in welchem der große Erfolg des berühmten Wiener jüdischen Violinvirtuosen Fritz Kreisler geschildert wird, der als erster europäischer Künstler von Weltruf van chinesischer Seite zu einem Konzert eingeladen wurde. Wir entnehmen dieser Schilderung folgende Stellen: Die chinesische Musik ist vielleicht der Zweig der chinesischen Kultur, der am meisten im Verfall begriffen ist. Das ist um so merkwürdiger, als die Kultur, die Konfuzius geschaffen hat, sozusagen auf Musik aufgebaut ist. Wie die schöne Form nach außen hin alle Handlungen und Bewegungen zu regeln hat, um de» Rhythmus des Lebens zu gestalten, so soll die Seele Schönheit bekommen, durch die Musik — und die Seele ist die Grundlage der eigentlichen humanen Bildung. So hat Konfuzius nicht mir selbst aufs eifrigste Musik getrieben, sondern er hat auch in der Religion und rm Leben der Musik den zentralen Platz angewiesen, der ihr in seiner Lebensauffassung gebührte. Leider war China gerade damals in einem Weltuntergang mitten drin, der sich über mehrere Jahrhunderte erstreckte. Fremdes, barbarisches Blut mischte sich in immer größerem Umfang dem chinesischen BolkSkörper bei, und damit zusammen kamen fremde Sitten und Trachten immer mehr auf. Schon Konfuzrus beklagte sich darüber, wie die primitiv barbarischen Melodien Jmrerasiens immer mehr dre reine Musik Chinas überwucherten. Dieser Prozeß hat sich rm Laufe der Jahrtausende vollkommen ausgewirkt. Dw heutige chinesische Musik hat mit der alten konfuxiamschen kaum mehr etwas gemerrr. Aber eben das ist auch der Grund, warum gerade für die europäische Musik bisher so wenig Verständnis! in China sich zeigt, daß man wohl sagen kann, daß die Musik das Gebiet europäischen Seelenlebens ist, daß China am schwersten zugänglich ist. Dementsprechend haben sich europäische Künstler, die nach China kamen, ganz exllufiv dem chinesischen Publikum ferngehalten. ' $füt Künstlerlkonzerte kamen als Publikum mrr die europäischen Residenzen rn Betracht, Chinesen war vielfach der Eintritt zu fremden Konzerten ui China direkt verboten. In der allerneuesten Zeit konnte man in manchen chinesischen Gesellschaften ein gewisses Interesse für europäische Musik wahrnehmeir. Die Namen der Klassiker begannen bekannt zu werden. Namenülich Wagner wurde mehrfach genannt. Aber obwohl ganze Konzerte von chinesischen Studentenorchestem unter Leitung europäisch gebildeter Dirigenten ausgeführt wurden, so handelte es sich doch schließlich mehr um einzelne Anfänge. Em Ereignis* in der Entwicklung der chinesischen zrehungen zur europäischen Musi^bildete die Reise Fritz Kre isler. Kaum war eS bekannt geworden;, er in btt deutschen Gesandtschaft wohne, da kam muH ft der junge Dichter Tsemou. Hsü als Sprecher der muKf begeisterten chinesischen Jugend und fragte, vb er nj einmal für Chikesen ein Konzert geben wollte. GS hc stch dabei um eine schwerwiegende Entscheidung. GS em Wagnis, einmal wegen der kurzen Zeit, die zur bereitung zur Verfügung stand, auch wegen der gewrßheit, ob in den weiteren Kreisen der hauptstät Bevölkerung genügendes Interesse cm emor sv feive» hohen Kunst wie der Kreislers vorhanden sein würbe. W( sollte geschehen, wenn Kreisler entweder vor einem leeren Haus oder umritten. einer lärmenden Menge spielen müssen? Aber die Liebenswürdigkeit dsS MeifteH half über alle Bedenken hinweg. Er bvachte eS nicht üb^ sich, die Begeisterung Jungchmas abzuweisen, und «uHj! seine Gattin, die mit ihrem lebhaften Geist chn wirklich d|fj gute Gefährtin auf seinen Reisen begleitet, war sofort von dem Gedanken erfaßt. Das Wagnis wurde unteH,! nommen und ist glänzend gelungen. Kreisler spielte bcfe ernem * gedrängt vollen Haus und vor einer so andLchtmj und still lauschenden Menge, wie sie nur irgendwo ipi' Europa gefunden werden kann. Die Führer Chinas, vom! Präsidenten an bis zu den führenden Geistern der Wisset^ schrft, wie Liang Chi Chao und Dr. Crrsun Changs Bey-! tvetern der Kunst wie den juügen Dichter Tsemou und Frraufetn Hm Din Lin, ferner den berühmten Schaul-l sprelem Me' Lan Fang und Dao Dü Fn waren zum großm, Teil mit 'ihren Familien erschenen und begrüßten batT; Künstler persönlich, liebet die Aufnahme, die Kveisl-er fand, gibt den besten Eindruck der Bericht! einer chinesischen Zeitung, „Chen Pao", vom 29. Mar, der folgendes zu «rti-, nehmen ist: Fräulein Lim, betvat mit Kvvisller zuftumnen die Buhne und sprach emige sinsÄhrende Worte, die der KüNsKer bombend erwiderte. M-miutenilanges BeiisaMcvtfchm beyrützte de»n Künstler, als er getsprochw hatte. Als aber die Bioliire erttmte, da versonlk alles m tiche SMe. Der gantze Raum war von einer gesipar.ntsn AnftnervsawSett, wie sie früher noch me vorgÄmmne-n war. Nach dom ersten Stück (der KveattzeEaniate) waren zehn Mimttvn Pause, während der der Künstler vom Präsident««, e-mpstnMn wurde. Als dam.« der Künstler wieder die Bühne betrat und das Spiel wieder begann, da wurde «van mttner mehr durch fern Spiel in selige Gefilde geführt. Das Allegro, Andante und Presto des Mor^sfo^Kon-ests, jedes kam in voller Schönheit und Vigenavt heraus. Die Hörer waren in ihve-r Seele süß bvvauscht Md lautes BechalAatschsn. eoiSnte. Während' der Pcmfie sah man allont- Wben Gvuppon von begvistzeriden Hörem fvchen, die emandse zuMterhen. Me waren sie vntOL von dies« wahrhaft großen Papiergrosshandluns Jos. Spitz & C9 o*. liefert alle Gattungen PAPPEN Wien, VII-, Worellitr. 4 gC Telephon Nr. 807-11. SGHUHHAUS B. RESCHOVSKY FEINSTE RAHMEN ARB EIT Samuel Zollschati en gros | Wien, VH. Neo^atigasse X2-H j Spezialist in sperrten Aktenmappen, j Damenkiid-, Brief-, MnMM« etv. I WIEN I. BEZ., GRÄBEN * Qsrbe SssoüoOdLsf f. landw. Maschinen m. b. H. 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