Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1609 (5.8.1923)
- Date
- 1923-08-05
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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VKke TS Wken, Sonntag ggfctiet MmMnzeKrsttg. 5. Augttft 1928 Nr: 1609 * Für die tschecho-jlolvakischen Kriegsbeschädigten in Oesterreich. -Die Fürsorge für di« Mecho-Gawakischen Kriegs, deschädigtett in Oesterreich oblag bis jetzt dem tschechoslowakischen Generakonsvlat in Wien für das ganze Gebiet der Republik Oesterreich. Da nunmehr die betreffende Abteilung des Generalk-nsulatos aufgelöst wurde, übergehen deren Agenden an die einzemen tschechoslowakischen Konsulariimter, so daß am 16. d. folgende Aemter die Jnvalidenangelegenheiten erledigen werden r daS Bigekonsulat in L i n z (Donaustraße 1) für Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg, das Vizekonsulat in G r a z (Merangasse 20) für Steiermark, Kärnten und Burgenland, und das Generalkonsulat in Wien (18. Bez., Penzingerstraße 11—18) für Wien und Mederösterreich. * Das Opernhonorar. Einen sehr interessanten Prozeß hätte eine Streitigkeit zwischen dem Komponisten Eugen d'Mbert und dem Dvei-Masken-Berlag geben können, wenn sie nicht durch einen Vergleich aufgehoben worden wäre. Eugen d'Albert hatte vor elf Jahren mit dem Drei-Masken- Verkatz einen Vertrag über seine Oper „Scirocco" abge« schlossen und sich gleichzeitig verpflichtet, seine beiden nächsten Werke ebenfalls dem Verlag für einen Pauschalbetrag von 50.000 Mark zu überlassen. Äs der Verlag jetzt auf Grund dieses Vertrages d'Alberts demnächst erscheinende Oper „Mareiku" emforderts, verlangte der Komponist ein der Geldeniwertung angepaßtes Honorar, mit der Begründung, daß er allein kür die' Herstellung der Partitur an Notenpapier dar Vierfache des vereinbarten Honorars gebraucht habe. Da der Drei-Masken-Berlag diese Forderung ablehnte und der Komponist demzufolge vom Vertrag zurücktrat, kam es zu dem Prozeß. dessen Austragung jedoch durch ein« gütliche Beveinbarung oer beiden Parteien verhindert wurde. * Im allgemeine» ist eine Tante Ater als ein Neffe. Diese amüsante Feststellunz finde fich, zahlenmäßig erhärtet, in der „Statistischen Korrespondenz*. ES ist Nämlich so, daß von den Ehen unter Blutsverwandte» 7 42 Proent zwifcheu Oheim und Richte und nur 1'48 Prozent zwischen- Neffen und Tante abgeschlossen Verden, was, wie die „Korrespondenz" zutreffend bemerkt, daher kommt, „daS im allgemeinen eine Tante Mer als ei« Neffe ist*. Im titrigen ist der Anteil der Ehen unter Blutsverwandte» in ständiger Abnahme begriffen. Sie betrugen im Durchschnitt der Jahre 1876—1885 1691 -- 7'85 Promille, 1886—1895 1445 --- 5'Ü7 prmille, 1896—1905 1325--- 4-66 Promille, 1906—1918 1876 — 4-36 Promille, 1914-1922 1047 -- 3.18 Promille (Höchstziffer 3*79 Promille, niedrigste 2*27 Promille). * Die bestbezahtte« Autoren. Em . tt-ali-erch'ches Blatt webst gelegentlich der fruchtlosen BemMmgon erwes angescheuen it-Äiemschen Geilehrten, für seine ir-teressautM Lebensevirmermngen einen Verleger zu finden, auf die für den Zeitgeschmack charakteristische Tatsache bin, daß sich die größten erÄÄchsn ZeWbrksten in Riesenhonoraren Merbrete-n, um sich den- Abdruck der DenLrckrdiMten irgendvines gerade in Mode stehswden Jockeis oder BvMnpfers zu sichern. So veroffelÄiicht Dorrochue, angenb-lickl-ich der nveiftgmamtto Mtter van Steigbügel und Reitpeitsche, zurzeit in einer Londoner WochemschM die ..Geschichte seines Lebens". Seitdem dies« DenDM-rdWeiten erscheinen, hat die Zeitschrift ihre A-uflage verdüppÄt. Die große Menge des englischen PMikwrns liest nichts lieber als die Autobiographien solcher Sportgroßen und verschlmat auch die von Drmogh-ne, der für den Abdruck in dem Londoner Blatt als Honorar die Kleinigkeit von 10.000 W>. St. schalten hat. * Die Frechditsbettwguug der chinesischen Fraueil. Auch in China hat eine energische Frauenbewegung um bas Stimmrecht eingesetzt. Vor kurzem haben die Ftthrerinneri dieser Bewegung eine „Liga für die politische Betätigung der Frauen" in Peking ins Leben geruferr, die folgendes Programm ausgestellt .hat: „Wir beklagen die unterdrückte Stellung der chinesischen Frauen, die seit Jahrtausenden besteht. Da nun das Parlament eröffnet ist und eine Verfassung für das Reich vorbereitet wird-, wollen auch wir uns mitbetätigen und an dem neuen Gesetz unseren vollen Anteil haben. Das ist das Ziel der Liga für Frauen un!b wir hoffen, daß alle Frauen sich uns anschließen werden, um unserem Lande Ehre zu macheir und uns die Freiheit zu bringen". Die weibliche Jugend geht aber noch eneriIischvr vor. Die Organisation der Studentinnen' der Novmalhoch schule für Mädchen in Peking fordert in ihrem viel weitergehenben Programm außer dem Frauenstimmrjecht noch viele Reformen auf erzieherischem, familienrechtlichem, wirtschaftlichem und sozialem Gebiete, so die Zulassung zu allen öffentlichen Unteririchtsanstalten, gleiche Rechjte für Mann und Frau in der Ehe, gleiches Erbrecht für Söhne wir für Töchter und eine Aenderung der — Trauungszeremonien. (Nämlich der kirchlichen.) Sie verlangen ferater, daß das Konkubinat, das bisher auch bei den chinesischen Ehemännern eine gebräuchliche Institution ist, in derselben Weise als Vergehen bestraft wird, wie in den westlichen Ländern die Bigamie. Endlich' nehmen sie enevgischje Stellung gegen die althergebrachte Fußverstümmelung der Mädchjen, dijr der Frau die Bewegungsmöglichkeit erheblich^ einschrcknkt. * Der letzte Sioux. Der letzte Sioux ist gestorben. Nicht im wilden Streit mit seinem Erbfeinde, den Mohikanern, nicht im ungleichen Kampf des Tomahawks gegen die Feuerwaffe. Nein, er stach, wie eine New-Aorker Depesche berichtet, in Portland rm Staate Oregon im Alter von 126 Jahren. Mit ihm ist die Rasse der Sioux vom Erdboden verschwunden. Das Aussterben dieses Stammes hat seine, wenn auch fadenscheinige Romantik. Denn die Sioux starben doch im Kampfe mit den Bleichgesichtern. Sie wurden ausgerottet, nicht weil die Rothäute bloß Streitäxte und die Bleichgesichter schon Feuerwaffen hatten, sondern weil die Rothäute willensschwach waren und die Bleichgesichter Fenerwasser hatten. Ihr ärgster und unerbittlicher Feind war jedoch die Tuberkulose, die die edlen Söhne der Sonne scharenweise dahinraffte. In den letzten Jahren hütete die amerikanische Regierung ihre noch lebenden Vollblutindianer wie ein Heiligtum. Aber gegen den Tod ist kein Kräutlein gelvachfen. Nun ist auch der allerletzte von der Erdoberfläche verschwunden, aber das Andenken des letzten Sioux wird fortleben in jedem Knabengehkrn, das je mit Lederstrumpf auf den' Kriegspfad ging. * Europas Chiumdorräte in Rußland aufgebraucht. Die Malaria, welche früher eine Ortskran-kheit TuMstans und KauLasiens war, hat sich über das gesamte Rußland ausgebreitet und machte erst an de» Ufern des Eismeeres, in Archangelsk, halt. Nach der Mitteilung des Geisundheitskommissärs S i ema s chko betrug die Airzahl der Erkrankungen im vorigen Jahre 15 Milli onen, darunter fünf Millionen schwere Fälle der tropischen Malaria. Im GoMernement Sara, tow allem wurden in dm ersten «ftiiijf Monaten dieses Jahrei 184.000 Malariakranke registriert. Die Seuche droht' in man chen Lanidest-eilen mli.t der Stillegung der wichtigsten Wird schaftsMige. Im Gebiet von Durrestan liegen 60 Prozent bei Msenbahnan-geistellten nralariakrank. Jur Industriegebiet Dow ba; in der Ukraine werden oft die Ar-beiten infolge Massen« Hafter Erkrankungen einhesteM. Die Situation ist um so trän« rißer, als keine Heilmittel vorhanden juck. Die Vorräte an Chinin wurden a ufge braucht. Siemaschko b» mit Dank die reichen Ghininsendirngen der American ielief Administration und des römischen Papstes und bemerkt, daß es jetzt nicht mchr möglich sei, Ehiniin aus Europa zu beziehen, mchdem nach den letzten MttMrrvgm Rußland bereits „alle Vorräte Europas an Chiinin konsumiert habe." Bezüglich einer weiteren Versorgung. Rußlands mit Chinin müßten VerhaMungen, mit Japan ünd Amerika angekwüpst werden. MS Mache der erschreckenden Verbreitung der Malaria wird die Verschleppung durch die ans den Malariagegenden zurück-gekehrten Soldaten, der Verfall der Trocknungsanlaigen. die VernnreiniMng der Wasserlert-ungen und insbesondere die Unterernährnn-g der Bevö-Wernng genannt. * Eine dänische Sacharaechchition. Pvoifestor Olusjfen, der Leiter der dänischen Sahavaexpedition. der mit seine!: wissenschwfllichen BeMtew im Kop-enhagen Bingetvoffen ist. teilt mit, daß die Expedition nich-t bloß -bot-amtsche mtd melt-corolo gische Studien cmSgeiführt, sondsm auch wiffenischastliches Material.gesaaünM habe. Die Forscher kamen mit den Duarchs und ihrem- König AumnM Khcmmk in Berühmnig, wodurch es in-öglich war, zwei Zelte mit voller Ausrüstung sowie bisher ganz unbekannte Geräte zu erwevben. Ein TM hiervon wird den: Ethnographischen. Museum in Kopenhagen überWs-en werden. Es wurden auch von den Tzlareps, einen: Volksstaninre von wundsrilichen Gichräuchen, kin-einatogvaphiische Aufnahmen gemacht. OWfens Expedition umfaßte zwanzig Personen und 35 Kamele. * Verband der Gesellschaften zur Fördern»« der professionellen Ausbildung unter den Jllden in Galizien. Aus Lemberg wird uns gsschvivben: Hier hat sich dieser Tage ein Wepband der Gesellschaften zur Förderung der professionellen Ausbildung unter «beit Juden in Ga-litzien mit dem Sitz in Lemberg, als Sektion «des Zentralen jüdischen Nettungskommitoes gebildet. Diesem Verbände hat sich bereits eine güwze Reiche von Institutionen in «Lemberg und in der Provinz an geschlossen, «die von ihrer bisherigen Arbeit ans diesem Gebiete bÄannt sind und bedeutende Erfolge cmsweisen können, tvelche hinter den Erfolgen ähnlicher Jrfftitutionerl in den übrigen Provinzen der polnischen Republik nicht zurückbleiben. Der Verband hat bereits seine TätWeit aufgeno«mmeri und bemüht sich insbesondere, die Arbeiten für die Eröffnung einer Grwerbeschnle für Knabten in Lemberg, die in vollem Gange sind, zu beschleumgen. Es ist zu hoffen, daß «sich «sämtliche gleichartige Jnstit«ntionen und Anstalten dem Bergbaude anschließen und daß «sich ü«berott lokale Komitees bilden werden, deren Allfgabe es sein wird, die Ziele des Verbandes in den einzelnen Ortschasten nach Möglichkeit flu realisieren, «uan auf diese Werse dom Verbände flu ermöglichen, die gange Aktion , duvchzu-fühven und den Gedanken, der Produktivieru-r^ der jüdischen «Massen in Galizien zu Ve-Ävirklichen. «Die orgM«isatorische Arbeit -des neugeb-ildeten Verbandes liegt in den Händen einer Komm-iffion, zu welcher unter anderem Frau Dr. Eäerlie Klast-en , und Sejmäbgevrdneter Doktor A. Silberschein gehören. Das Bureau des VeÄMdes befindet sich in den Lokalitäten des Zentralen ftidischen Maltungsklmritees in Lemberg (Liüma). Lebensversicherungs - Gesellschaft PHONIX Direktion: Wien, 1., Riemergasse Nr. 2 Lebens- und Aussteuerversicherung mit und ohne ärztlicher Untersuchung. — Leibrenten. Garantierter Gewinnanteil. — Reisen nach allen Erdteilen frei. — Unanfechtbare, unverfallbare Polizzen. — Prämienbefreiung und Rentenbezug im Invaliditätsfalle. /. .. UNFALL-, HAFTPFLICHT-, AUTOMOBIL- VERSICHERUNGEN. Allgemeine Versicherungs - Gesellschaft PHONIX Direktion: Wien, I., Riemergasse Nr. 4 Feuer-, Einbruchs-, Transportversicherungen aller Art,—Hagelversicherungen. — Kautions- (Veruntreuungs-) Versicherungen. — Viehversicherüngen zu vorteilhaften ■ e====~=e Bedingungen. VERTRETUNGEN IN DEN GROSSEREN ORTEN ÖSTERREICHS UND IM AUSLANDE BÖHMISCHE UNION-BANK PRAG Eingesahlfes Aktienkapital 160,000.000 Kc Reservefonds 91,400.000 Kc Depeschen: „Unionbank“ 'S FILIALEN: Asch, Bratislawa, Braunau j. B„ Brünn, Freiwaldau, Friedek, Mistek i. Schl., Gablonz a.N,, Graslitz, Hohenelbe, Jägerndorf, Karlsbad, Königinhof a. E., Marienbad, Mähr.-Ostrau, Mähr.-Schönberg, Neütitschein, Olmütz, Prossnitz, Reichenberg, Rümburg, Saaz, Trautenau, Troppau. 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