Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1607 (3.8.1923)
- Date
- 1923-08-03
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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«Re L üDwif/ Wikenev Morgenzettung. Volkswirt. Gestempelte Krone --- 8.0V7S Sentlmer. vuszahluug Wie» — 8.0978°/. ßentimes. In Zürich notierte 278. 1./8. die österreichische Krone . . .... 0.0078V« 0.0078*/« die österr. gestempelte Krone 41« 0.0070 0.0079 die tschechische Krone . . .... 16.40 16.45 0.0008 0.0005 Holland.. 220.50 220.- Netv-Aork ........ 560.25 559.— London ......... 26.59 25.56 Paris »»...».».« «... 31.95 82.42 Mailand."... 34.15 24.35 Belgrad . » ■ "*# . . . . » . . . . 5.85 6.80 Bukarest .»»»».«. . .. . 2.80 2.85 5.05 5.- Budapest 1- » % 0.03 0.03 Warschau . . . . . . . . 0.0025 0.0025 Sie Sevisenpreife. /labile Haltung der Reichsmark, nur schwache Besserung der ungarischen Krone, Rückgang des französischen Franken. Der Entschluß der deutschen Regierung, am jetzigen Dollarkurs von etwa einer Million Mark festzuhalten und alle weiteren Währungsmaßnahmen in diesem Sinne zu treffen, scheint auch auf die auswärtigen Märkte seinen Eindruck ausgeübt zu haben. Dies äußert sich in einer stabilen Wertschätzung der Mark im Auslande, welche gestern in Zürich beim Kurse von 0,0005 Centimes zum Ausdruck kam. In Berlin selbst hat das dringende Devisenbedürfnis nachgelassen. Bemerkenswert ist unter anderen noch der stärkere Rückgang des französischen Franken von 32,42 auf 31,95. Es scheinen hier Politische Motive mitzuwirken. England will durch das Mittel des Frankensturzes Frankreich kirre zu machen versuchen. Auch die tschechische Krone wies eine kleine Abbröckelung von 16,45 auf 16,40 auf. Im Wiener Clearing ergaben sich nur ganz geringfügige Veränderungen. Nachstehend die chfiziellen Notierungen: Glearingkom dar Österreichischen Mionalbank vom 2. August 1923. Devisen (Schecks und Aus» Zahlungen) Amsterdam i. 1 holl. Gulden; Agram 1 jue. Kronen .... Belgrad 1 Dinar .. Berlin 1 deutsche Reichsmark . Brüssel 1 belgische Francs . . Budapest 1 ungarische Kronen . Bukarest l Lei. Christianfa 1 norweg. Kronen . Kopenhagen 1 dänische Krouor . London 1 Pfund Sterling . . , Madrid 1 Pesetas ...... Mailand 1 Lire ....... New York 1 Dollar.. Paris 1 Francs. Prag 1 tschecho-slow. Kronen , Sofia 1 Lewa . Stockholm 1 schwedischeKronor . Warschau 1 polnische Mark . . Zürich 1 schweizerische Francs . Zias* ft*.. fuß veia 4 27900— 6 738— 6 738— 8 0.05*/* 4*1, 3144.— 6 3.55 6 354— 5 11330,— 5 12690.— 3 324250— 5Vj 8930.- 6 3054— 4 70935.- 5 4032.— 5 2070.— 7V, 636.- 4*1) 13820- 6 0.31V, 3 12655— Kurs vom 1. Anf. Ware Geld Ware 28000.- 27975.— 28075,- 742.- 728.- 732— 742.- 7 8.- 73»— 0.06*/. 0.06 0.07 3156.- 3354.- 3366— 3.65 3.55 3.65 3f6- 344.- 346— 11370.- 11330,— 11370— 12730.— 12810.— 12850— 325200.-324400.- 32540C— 9970.— 9930,— 9970— 3056.- 3C74.- 3086— 71185.— 70935,- 71185— 4048.— 4107,— 4123— 2030.— 2030.— 2090— 640.- 635— 640— 18880— 16820— 18880— 0.32‘/, 0.30«/. 0.31'/, 12705— 12695— 12745— Noten Amerikan. Noten v. 5 Dollar aufw, » „ kleinere . . . Belgische Noten 100 Francs . . Bulgarische Noten zu 1000 Leva , . , .100». „ , kleinere. . . Dänische Noten 100 Kroner . . Deutsche Noten zu 1000 Mark. . . . .100 ... » » kleinere.... Engl. Noten von 5 Livrest. aufw. » , kleinere. FranzSsische Noten 100 Francs .. Holländische Noten 100 Gulden . Italienische Noten v. 100 Lire aufw. . , » kleinere ... Jngosl. Noten ringest, zu 1000 Dinar . , . 100 » ... kleinere . , Norwegische Noten 100 Kroner . Polnische Noten v. 500 Mark aufw. n » kleinere.... Rumänische Noten zulOOQu. 500Lei » , kleinere . . . Russ. Noten (Roman.) zu 500 Rubel . . . . wo » » , . kleinere . . Schwedische Noten 100 Kronor . Schweizerische Noten 100 Francs. Spanische Noten 100 Pesetas . . Tschecho-slow. Not. v.lOOOaufw. » » kleinere Ungar, Noten (neue Em.) zu lOOOKr. , »zu 10.000 Kr. . » . , kleinere . 70560.- 70960— 73560— 70960— 70460— 70860— 70460— 70860— 3105— 3135— 3315— 3345— 614— 622— 614— 622— 594— 602— 694— 002!— 12540— 12620— 12470. — 12530— ou*U 0.08'/» 0.06V, 0.08*/* 322400— 324000i- 322600— 324200!- 322200— 32.1800— 322400— 324000— 3935— 4015— 4060.— 4090— 27700.— 27900— 27775— 27975— 3030— 3050— 3050— 3070— 30tC— 3030— 3010— 3050— 729— 735— 719— 725— tu',— 72?!— 7Il!- 717— 11200— 11230— 11200— 11280.— 0.31 0.38 0.30 0.32 0.26 0.28 0.25 0.27 348— 352— 338— 3*2— 328— 332— 318— 322— 18610— 18710— 18610— 18710— 12540— 12S20— 12580— 12660— 9810— ,9890— 9810— 9890— 2052— 2c 68— 2062.- 2078— 2047— 2063— 2057.- 2073— 3.10 3.30 3.25 3.45 3X5 3!25 3!20 3!w Budapest« Wirtschaftsbericht. Budapest, Ende Juli 1923. Heute nachm-ittags wurde der ungarischen Krone in Zürich «in „Wert" von 0,0275 Centimes beigemessen. Dabei bleibt das Rätsel ungelöst: Wächst die Teuerung, weil das Sinken der Krone anhält, oder fällt die Krone/weil die Einwohnerschaft, angescmgen vom Finanzminister und den sich mit Valosierungsgedanken tragenden Banken, mit der Notenanstalt an der Spitze, fortgesetzt vom Nationalversammlungsabgeordneten, der die Papierkrone in öffsenilicher Sitzung „Mistgeld" nennt, und den Handels- und Agrikulturkreisen, zum Geld ebenfalls kein Vertrauen hat? Das Leben wird selbstverständlich unter solchen Umständen immer schwerer. V-erPslegsminister Bud will nicht zulassen, daß das Brotniehl täglich steige, ruft daher die Mühlen-Allemherrscher zu einer Konferenz zusammen, als deren Ergebnis mit großem Applomb als kolossale Errungenschaft ausposauniert wird, die Mühlenkonzentraiionsherren hätten „versprochen", den Preis des Brotmehles bis Ende Juli nicht zu erhöhen; es erschien auch die Meldung über eine Fachmeinung, weshalb die seitens des Ministers ebenfalls bemängelte „Disparität" zwischen Nuller¬ und Brotmehl bestand, nachher folgte der Trost, diese „Dis-, ßariiät" sei beseitigt, indem — wobl nicht das Nuller-Mehl billiger, sondern das Backmehl entsprechend teuerer wurte, nun sei der normale, aus den Friedensseiten gewohnte Abstand zwischen den zwei Mehlforten wieder in Kraft. Seit diesen Ereignissen ist die Bahntariferhöhung erfolgt, angeblich wegen des fortwährenden Steigens der Arbeitslöhne, Angestelltenversorgung und Materialien, dagegen schiebt jedes Marktweib, jeder Produzent, Kaufmann und Gewerbetreibende sowie Industrieller die Schuld an dem Steigen der Preise auf die Bahntariferhöhung, da soll sich der Teufel auskennen! Kurz, seitdem für die Bahnfahrten und Fracht mehr gezahlt werden muß, respektive schon früher auf die bloße Nachricht hin, ist der Teuerung ein allgemeiner Anstoß gegeben worden, wo natürlich auch die Landwirte nicht müssig blieben; Weizen steigt tagtäglich, die Mühlenkonzentration bleibt nicht zurück und erhöht ebenfalls die Notierungen schon in echöhtem Maße; kommt es einen Tag vor, daß Weizen nicht steigt, vielmehr einen kleinen Rückfall erleidet, was geradezu unglaublich klingt, halten die Mühlenbesitzer nicht mit, sonder« erhöhen die Preise mit der weisen Begründung, Weizen sei «n Tage v orher gestiegen, das Fazit ist, 'daß sie sich den Teufel um die dem Minister Bud gegebene Zusage, Brotmchl nicht teuerer werden zu lassen, scheren, und wo gibt es jemand, der es wagen würde, sie daran zu erinnern?) Auch mit dem Export ist es ein wahres Theater. Seitdem die ersten Nachrichten über die gute Ernte erschienen, wird über die Ausfuhr der überschüssigen Getreide- und Mehlmengen beratschlagt. Die Mühlen wollen Mehl, die Oekonorwie Weizen exportieren, die Mühlen stellen Exportvaluta für spater, die Landwirte für sofort in Aussicht, die Regierung will Weizen nicht hinaus lasten, weil in diesem Falle auch die im Lande unentbehrlichen Nebenprodukte, wie Ferkelmehl, Kleie ustv. mitgehen, verlangt von den Mühlen einen Devisenvorschuß, den dieselben natürlich nicht leisten können. Hierauf beginnen die Verhandlungen nach entsprechenden Kunstpausen wieder von neuem, inzwischen erscheint -ein Holländer, der eine ansehnliche Summe vorstrecken will, bevor aber eine Ein'gung erfolgen könnte, tritt der Rastenschützer Herr v. Gömbös 4« Mion und Es sein Betv hin werden die Unterhandlungen abgebrochen; später besinnt sich die Regierung eines Besseren und schickt dem Herrn Müller nach Amsterdam Bevollmächtigte nach, doch ist es unbestimmt, ob chm mittlerweile die Lust nicht gang vergangen ist. Ob alber der Export die allgemeine Lage überhaupt bessern wird? Es ist am besten an der Biehausfuhr zu sehen, dieselbe ist in vollem Zuge, so daß Fleisch bis auf 9000 K. stieg, die ungarische Krone hingegen sinkt dennoch unaushaltsam, eben Werl das Ausland sicht, daß man dieselbe sogar im Inlands für fast wertlos hält. Eine Hoffnung, daß etwas billiger werde, oder die Teuerung wenigstens aufgchalten werde, erscheint unbegründet, zumal der Umstand, daß die öffentlichen Angestellten-mit 1. August eine anschn-liche Geha-ltsaufbesterung erhalten, unbedingt wieder eine Deuerungslnwine, bester gesagt, Raubzug von allen Sorten nach sich zieht. Auch die DevisenIentvale steuert das Ihrige dazu bvr, daß die Teuerungswelle weiterflute. Sie bestimmt, um dem Ausland zu zeigen, daß auch Ungarn sich den Luxus einer Devisen« zentrale erlauben kann, täglich Kurse, zu denen sich nicht einmal Herr v. TabaEovits, das Totum factum der ungarische-n Devifenherrschaft, Batluta zur Auslandsreise verschaffen konnte, sondern, ivie böse Zungen behaupten, seinen Bedarf selber im WinkelverLchr decken mußte. Gesuche um ausländische Zahlungsmittel liegen monatelang unerledigt, bis sie endlich zurückgewiesen werden, außer es handelt sich um Frachtenzahlung, in welchen Fällen eher Aussicht besteht, Valuta zugewiesen zu bekommen, da muß jedoch der Reflebtant 50 Prozent Wer der offiziellen Notierung bezahlen, so hoch schätzt die Devrsenzentrale ihre eigenen Kurse. Natürlich sicht das Ausland dies, und es hält, wiewohl, wie eine Zeitungsnotiz unlängst sagte, die Herren Popovits, Schmidt und Tabakovits abwesend sind, das Sinken der Krone in Zürich unbehindert an. Stammkapitalserhvhnngen: llng. Handels- Kreditbank von 46 auf 100 Millionen, Un'g^-iJlcrl. Bank von 300 aus 700, Nationale Kreditanstalt von 100 auf 600, Ung. Landw. Kreditanstalt aus 1185, Ung. Berbchrsbank aus 100, Ung. Städtebank auf 650, Cellini-Silber- und Metallwarenfabrik auf 60, Ung. Lebensmittel-Transport- und Warenhandels-A.-G. von 50 auf 100, Vicbnalia Handels-A.-G. (Jnterestenkreis der Pester Ung. Konvmerzialbank). unter Hinzuziehung der Ersten Budapester Dampfmüh'le und Wiener Mg. Handels-A.-G. auf 600, Fabiansche Eisen« und Metallwarenfabrirs-A.-G. auf 48, Kronberger Holzindustrie von 60 aus 90, Ocean Konservenfabrik auf 200, Ung. Saliannfabvik von 300 auf 500, Graphische Anstalt und Geschäftsbüchersabrik auf 6 Millionen. Die Jndustrieunternehmer sind überhaupt direkt gezwungen, um die laufenden Ausgaben, darunter in erster Linie die zufolge der anwachsenden Teuerung fortwährend steigenden Ar'bvitsWhm, bestreiten zu können, zu dem einzigen Mittel der Mtienkapitalserhöhung Zuflucht zu nehmen, indein ihre an das Noteninstrtut gestellten Kreditanfprüche unberücksichtigt bleiben, ja, dasselbe sie direkt mit der Weisung äbspeist, sich an die Aktionäre zu wenden. Me vevlautet, beabsichtigen die Eisenhändler, um nicht von den Banken abzuhängen, eine eigene Bank zu errichten. Staatsfinanzielle Nachrichten: Die neuen Fünfsigtausendkronennoten sind erschienen, aber schon übecholt, indem mittlerweile schon HunderttausenNronennoten in den Verkehr gebracht wurden. Die Einkommensteuer für 1922 wird mit dem Fünffachen, für 1923 mit dem Fünsuudgwanzigfachen des im Jahre 1921 bezahlten Betrages festgesetzt. - Das Zollausgeild wurde wieder um 110 Prozent erhöht. Diese Verfügung trifft insbesondere die Kolonialwarengrossisten hart; dieselben haben von der Regierung das Kaffee- und Teekontingent zugrterlt bekommen, bezw. ihr Anteil wurde! ihnen versprochen, die War« jedoch zurückbehalten, um schon die höheren Zollsätz^von ihnen -.'inliel'en zu können. 3. August 1928 " 91t. im Der Staat hat noch folgende Erhöhungen in Kraft gA> setzt: Spiritus 175 K. pro Hektoliterprozent, Zucker (feit dem 15. Juli dreimal), das Kilogramm kostet jetzt Wer 4000 K., Trafik 60 bis 100 Prozent und — last, not least — vor dem 26. Juli wieder die Eisenbahntarife im Personenverkehr um 100, im Fvachtenverkehr um 50 Prozent. Die Mav kann überhaupt den Betrieb nur mehr mit fortwährenden Tariferhöhungen aufrechterhalten; zum Sparen und günstigen Materialeinfauif haben die Herren kein Verständnis, sie fügen dem Unternehmen durch ihre totale UmsichtAosigkeit nur Schaden zu. So haben sie beispielsweise im Frühjahr ans 4000 Pe^ röcke OfferiverhaMuugen ausgeschrieben; sie Hütten damals das ganze Quantum, wenn sie sich bald entschieden haben Mrden, um 180 Millionen sichern können, nachdem sie aber endlos herumspekulierten, sind die Offerenten nicht im Wort geblieben und kosten die Pelze nunmehr das Vielfache. Ex- und Im Portnachrichten: Das Ackerbau« Ministerium hat der Toplak u. Kovab-A.-G. Konzession zur Ausfuhr von 500 Waggons Hafer erteilt; dieselbe verkauft die Bewilligungen zu 600.000 K. und macht schon dadurch, auch wenn sie sich um den Export überhaupt nicht mehr kümmert, ein ganz hübsches Geschäft. Ab 1. August ist die Ausfuhr von einstweilen 1500 Schweinen pro Monat bewilligt worden. Bis A. August kann Wolle gebührenfrei exportiert werden. Die Schlächter verlangen Bewilligung zur Einfuhr von geschlachteten Schweinen aus Jugoslawien, um dieselben, verarbeitet, zu 60 Prozent wieder hinausführen zu können. Handelsminister Walko versprach einer Deputation, die Importverbote für Textilwaren in BAde zu mildern. Me verlautet, sollen aus Rußland zu günstigen Bedingungen. wieder 2000 Zisternen Oel kommen. Sentscher Reichsvankdiskont 31 Prozent. Berlin, 2. August. Die Reichsbank erhöhte heute den Wechseldiskont von 18 auf 30 Prozent und den Lombardzinsfuß von 19 auf 31 Prozent. Neutsch-amerikanische Handelsvertrags- Verhandlungen. Washington, 1. August. (Reuter.) Das Staatsdepark». ment bestätigt, daß die Vereinigten Staaten durch Vermittlung des deutschen Botschafters in Washington mit Deutschland in Verhandlungen über den Abschluß eines Handelsvertrages auf Grundlage der Meistbegünstigung eingetreten sind. Die Strmmuna i» Finauzkreisen war gestern von Bureau zu Bureau ziemlich freundlich, doch verhielt sich, die Spekulation mit Rücksicht aus die hevcrnnahende Besorgung, bei welcher man ein Anziehen des Reportsatzes befürchtet, vcser-' viert. Bon den Kmissewerten standen Rimamuvanya in Nachfrage, welche wesentlich höher taxiert wurden, ferner zeichneten sich von den Schrankenpapieven die Aktien der Sigl« Äokomotiv. Vereinigte CMrvzitätscM-en und Petroleumwerte durch Festigkeit aus. Einlösuna der Depotscheine über die anläßlich der Bank« notenabstempeluna in der tschecho-slowakischen Republik zu« rückbehalienen Beträge. Die Regierung der tschecho-slowakischen Republik hat bei der im Jalhre 1014 Vovge-nommenen Abstempelung der Bankroten der OesterreichischEgarischen Bank 60 Prozent der zur Abstempelung eingereichten Bank^ notenbeträge als Zwangsanseihe zurüMihalten und darüber Depotscheine ausgestellt. Nunmehr hat die tschecho-»slowakische Regierung folgende Grundsätze für die Einlösung dieser Depotscheine mitgeteHlt: Was die Möglichkeit der EiMsuug betrisst, wird kein Unterschied zwffchen tschecho-slowakischen GtaatZ. anaebörigen und Ausländern gemacht, ob sie nun in der Dschecho-Slowakei wohnen oder nicht. Immerhin müßte der im Auslande wohnende Eigentünrer eines Depotscheines .mit Rücksicht darauf, daß einerseits die Emlösnug nur über Antrag und durch VeumiMuna des Postscheckamtes erfolgen kann, ander':- seits die direkte Einlösung im BerhWnisse zum Auslände bis jetzt aus diese Weise nicht stcrttfinden kann, einen tschechostowakrschen Staatsbürger oder eine juristische Person (Bank) bevollmächtigen, das betreffende Ansuchen zu stellen und das Geld in Empfang zu nehmen. Der ^Bevollmächt'i.gte könnte dann die Uelberweisung des Geldes ins Ausland im Sinne der geltendenden BOinimungen durchführen. Diese Vorgangsweise kann auch für die Rückstellung zuviel gezahlter Beträge an Vermögensabgabe und Wertzuwachssteuer im Sinne der vorerwähnten Regierungsverordnung angewendet werden. Es muß ferner bemerkt werden, daß in Gemäßheit der Regierungsverordnung vom 9. Dezember 1922 (Nr. 319 der Gesetzessammlung) die Rückerstattung nur unter der Bedingung möglich ist, dah^ die in Betracht komnicnde Person nicht der Vermögensabgabe unterlvorfen ist oder daß sie endgültig ihre Steuerverlpfkichtuugen erfüllt hat. Die (stempelfreim) Gesuche uni Rückersatz sind an das Steueramt (in der Slowakei und in Karpaihovusiland an die Fluan^- direktion) zu richten, welche Stellen isür die Bemessung der Vermögensabgabe zuständig sind. Für Ausländer ist das Stenevamt (Finanzdirektion) zuständig, in dessen Bereich sich das Vermögen oder der größere Teil des Vermögens befindet, wenn es sich um ausländische Gesellschaften oder suristische Personen handelt, kommt gleichfalls das Steueramt (Finanzdirrktion) in Betracht, in dessen Bezirk sich entweder die Verwaltung der betreffenden Vermögenschaften oder der verantwortliche Vertreter oder endlich die Vermögenschasten selbst befinden. Dem Gesuche ist der bei Einziehung der Banknoten ausgestellte Depotschein beizuschließen. Wenn der Gesuchsteller seine Rückststände an Steuern und staatlichen Gebühren nicht vollständig beglichen hat, werden diese von den Beträgen, die ihm ausgesolgt werden sollen, in Abzug ge'bracht, so daß an ihn nur der erübrigende Teil zur Auszahlung gelangt. Zahlungseinstellung einer italienischen Bank. Wie aus Rom gemeldet wird, hat die Bauea Razionatle del Reduca ihre Zahlungen eingestellt. Die VerlbiMichkeiten betragen eff Millionen Lire. Die Rückwirkung der Warenumsatzstener beim.Exporteur. Nach der letzten Fassung der Warenumsahstenerverordmdng ist der Exporteur nicht mehr gGwungen, die ihm vom inländischen Fabrikanten angefetzte Umsatzsteuer aus dem umständlichen Wege vom Staate zurückzuverlangen. Er kauu vielmehr gegen Beibringung der eidesstättisHen Erklärung nach dem amtllichen Muster, das in der Staalsdruckerei erhältlich ist, tom inländischen Erzeuger diese Rückvergütung ansprechen. Praktisch kann dies naturgemäß in vielen Fällen dazu führen, daß der insänidische Fabrikant dem Exporteur die Um'KiSteuer bis zur Beibringung der Erklärung stundet, so daß die Sache noch mehr I vereinfach! wird. Tut bK r-.Mn'if-nt. so liegt darin dm Entgenr>:'tn:/n.m r-es s.:. , .. . das eine ae/ uststige Her-