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Wiener Morgenzeitung · 1923-07-31 · Heft 1604 (31.7.1923) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1604 (31.7.1923)
Date
1923-07-31
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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-K.-1M ' MM, DienMg 0.0079 kmtlmes. Auszahlung Wien --- 0.0(f78Vi lenthnes. Zn Zürich nötierte 30,/7, 2S./7. die österreichische tat« «... fl * 0.0078'/. 0.0079 die österr. gestempelte Mone . . fl 0.0079 0.0079V, die tschechische Krone ..... . 16.60 16.67V, bic Sofort ••«•••«••*• « 0.0005 0.0005 Holland .. 221.— 221.50 New-Mre . . .. 560.25 560.25 Sottbott ........... . . 25.67 25.72 SßctltS •••<»••*•«•• . . 82.92 83.02 Niailand , .»,».«».«» « 24.37 24.50 . . 5.85 5.85 Bnkarest ».««»,»sUs... » * 2:85 2.85 ßöflfl . . 5;30 5.30 Budapest... . . . 0.03 0.03 Warfchni * * 0.0028 0.0030 Clearingknrse der Osterreiehischen Natlonalhank vom 30. Juli 1928. Kurs vom 27. Je Ware Geld Wai 4 27920,— 28020.- 27800.— 27900.- 6 731.- 735,- 731.— 735.- 8 731.- 735.- 731.- 735.- 8 0.047 0.067*) 0.L66 0.086 4‘/j 3394.- 3406.— 3434.- 3446.- 6 2.70 2.80 2.15 2.25 6 344;— 346,- 354.- 356.- 5 11330,— 11370.- 11280.- 11320.- 5 12430,- 12470.- 12280.— 12320.- 3 325000.- 328000.—325500,— 326500,- 57, 9930.- 9970,- 9930.- 9970.- 6 3074.- 3086.- 3C94.— 31C6.— 4 70935.- 71185.- 70935.- 71183.- 5 4152.- 4168.- 4192.— 4208.-S- 8 2107,- 2117.— 2110.— 2120.— 7‘A 618.— 652.— 638.— 642.— 41/, 18720.- 18780.— 18670.— 18730.- 6 0.31 0.33 0.3! 0.33 3 12655.- 12705,- 12685.- 12735.- Devisen (Schecks und Aus- ZJng. Zahlungen) fuß 0e,d Amsterdam 1.1 holl. Gulden Agram 1 jug. Kronen » . Belgrad 1 Dinar ..... Berlin 1 deutsche Reichsmark Brüssel 1 belgische Francs . Budapest 1 ungarische Kronen Bukarest 1 Lei ...... Christiania 1 norweg. Kronen Kopenhagen 1 dänische Kronor London 1 Pfund Sterling » Madrid 1 Pesetas , , « » » Mailand 1 Lire ....... New York 1 Dollar. . . » . Paris 1 Francs ...... Prag 1 tschecho-slow. Kronen Sofia 1 Lewa.. Stockholm 1 schwedlscheKronor Warschau 1 polnische Mark . Zürich 1 schweizerische Francs Noten Amerikas, Noten v. 5 Dollar auiw. » » kleinere ... Belgische Noten 100 Francs . . Bulgarische Noten zu 1000 Leva . * ■ . I® » » » » kleinere. . . Dänische Noten 100 Kroner . . Deutsche Noten zu 1000 Mark« . m « . 100 » '« kleinere« » EngC Noten vhn 5 Livreat, aufw, , * kleinere ..... Französische Noten 100 Francs . Holländische Noten 100 Gulden . Italienische Noten v. 100 Lire aufw. „ » kleiner« . . . Jugosl, Nateuungest. zu 10Q0 Dinar * ■ « » > .100- » y ir v kleinere » * Norwegische Noten 100 Kroner . Polnische Noten v. 500 Mark aufw, » * kleinere .... Rumänische Noten zulO0On,5OOLel . » kleinere » . . Russ, Noten (Roman.) zu 500 Rubel mm» JÖ0 » Schwedische Noten 100 Kronor . Schweizerische Noten 10O Francs. Spanische Noten 100 Pesetas . , Tschecho-slow, Not. v.1000 aufw, kleinere Ungar, Noten (neue Em.) zu lOOOKr. . , zu 10.000 Kr. , , . » . kleinere. *) Aus AuSlaubSabgaben nichts, von JnlandSatzgaben 80% übernommen. 70560.- 70960.- 70560— 70980— 70460.— 70880.- 70460— 70860— 3355.- 3385— 3395— 3425— 625.- 634— 616— 624— 614— 596— 604— 12290.- 12870— 12140— 12220— 0.04V, 0.08*/, 0.C61/, 0.10V* 323200*.— 324800*— 323700— 325^0— 323000.- 324600— 323500— 325100— 4105.- 4135— 4145— 4175— 27720.- 27920.- 27600— 27800— 3030.— 3070— 3070— 3090— 3080.- 3«50.- 3050— 3070— 722.- 728— 732— 728— 714- 720.- 7t4— 720— UfOO.- 11180— 11140— 11280— 0.30 0.34 0.30 0.34 0.28 0.29 0.25 0.29 343.- 347— 353— 357— 323.- 327— 333— 337— —— 18521V— 18620— 18470— 18570— 12540.- 12620— 12570— 12650— 0810.- 9890— 0810— 9890— 2089.- 2105— 2092— 21C8— 2084.- 2100— 2087— 2103— 2.15 2.35 1.90 2,10 2*10 2^30 *L85 lio5 WleWk WÄrjMWüW._ Sesterreichische Rationalbank. Ter Barschatz.3 Billionen. — Stetige Zunahme derselbe«. — Abnahme des Rokmiinlaches. Die WährunMechälttässt Oesterreichs bessern sich fortwährend. Jeder Ausweis der NatirmalbanL zeigt neuerlich, daß die KonsoMerMg m Gtzlbwesen Oesterreichs erheblich fprtschreitet. Dies tritt auch in dem letzten Ausweis der Nationalbaivk zutage. So beträgt der derzeitige Barschatz 2SÄ1 Milliarden und der Banknotenumlauf 6808 Milliarden. Der Wochenstandsausweis zeigt auch eine Verminderung des effektiven Notenumlaufes um 78 Milliarden, dagegen eine Erhöhung der VevbiMWeiten au 8 dem Giroverkehr und anderer sofort fälliger BerLiMichMen um 113 Milliarden. Ihr entspricht auf 4>cr MivsMe die Erhöhung des Barschatzes um mnd 56 Milliarden, der eine Verminderung des WechseleskompteportefenilleS pw 18 Milliarden auf 688 Milliarden gegenüberfteht. Die Zunahme des Barschatzes stammt lediglich aus dem Uberschuß der Einliefevungen gegenüber den Aufordemngen im Devisenolearing. Einliofevungem von seiten der Regierung Hatzen in dieser Bandw-che ebensowenig wie in den ersten beiden Juliwochen statt gefunden. 8er Holzexport und die Holzindustrie Polens. Obwohl der Krieg mit seinen Verwüstungen die polnischen Wälder stark geilichtet hat, weist Polen einen Hollzwichtlum auf, der nur dann in richtiger Beleuchtung erscheint, wenn man den Berechnungen ibe8 Statistischen Amtes folgt, das ein Waldgebiet von -fast 10 Millionen Hektar fcststellt, was im Verhältnis zum gesamten Territorium des Staates — rund 40 Millionen Hektar — eine BewaldmiMläche von 25 Prozent ergibt. Mit diesem Ausmaß «an Waldfläche steht Polen an sechster Stelle unter den holtzpwdutzierenden Staaten Europas. Unter den verschiedenen Holzarten nimmt die Kiefer mit 66,5 Prozent den ersten Rang ein, es soklgen dann: Fichte 9,20 Prozent, Erle 5,20 Prozent, Eiche 4/5 Prozent und Birke 3,5 Prozent. — Der Mangel an rationellen und modernen Exploitationsmitteln sowie an geeigneten Verkehrswegen, und die vielfach weite Entfernung der ergiebigsten WaldbeMe in -den Ostgebieten von den BssBrdeMingmöglichkeiten erschwert die gründliche Ausimtzung der reichen Holzbestände. Die Schaffung von geeigneten Verkehrswegen und Verschrsmitteln, die von -der russischen -Regierung völlig vernachlässigt wurde, würde zwar Riesen5apttMen erfordern, doch wäre der Löhn äußerst reichlich. Nach vorsichtiger Schätzung könnte die HolKprodukt-ivn bet einem 78jährigen DurchischnAswWbestand auf etwa 30 Mllrrmen Kublkmetin hinansgetrickben werden, während gegenwärtig kaum die Hälfte dieses R-undholzguantums zutage gefordert' wird. Nimmt man für den normalen Jnlandskonsnm pro Jahr einschließlich der für den derzeitigen Wiedercmfb.ru benötigten Hahmengen ein QnMttM von Mill. Kubikmeter Rundholz a>n, so entfallen kaum 6 Millionen »für >den Export, welche Zissier. bei einer rationellen Waldbewirtschafdung und besseren Ausnutzung eine bedeutende Steigerung erfahren könnte. Dieses Ziel gu verwirklichen, kann nur Sache des ausländischen Kapitals sein. Der verhältnismäßig geringe Inlandsbedarf drän-gt znni Export, der sich seit den letzten zwei Jahren immer schwungvoller gestaltet und einen bedeutenden Faktor in der polnischen AusfulMvirtschaft darstellt: . fast 20 Prozent der polnischen Gesamtausfuhr erstreckt sich auf den Holzexport, der im Jahre 1928 eine Ziffer von rund 6 Millionen, Kubikmeter Rundholz erreichte; hiervon entfielen auf unbearbeitetes Rundholz etwa 31. Juli 1923 ' Seite 7, J Millionen Älantii'f.iu.ct'CV, während die restlichen 2 Millionen, die durchschnittlich 1,5 Millionen L'uetter ergäben, als Schnitt' mateviail zur Ausfuhr gelaugten. Aus.diesen Tatsachen erhellt auch tic hohe Bedeuttmu des Holzexportes für die Gestaltung der polnischen Handelsbilanz sowie die Wichtigkeit dke,eS Wirnchafisznciges für die Erlangung d-s Girichgewnhtes im Srautsliauöhcrlte, dont durch die Verpachtung der überaus umfangreichen staaMchen Waldge!biede bedeutende Geldmittel zufließen. Die schon seit langem sich hinzichenden BechaMungen mit einem ausländischen Konsortium zur Verpachtung des so überaus wertvollen Bialy-' stoker Waldgebietes (Pnszeza &V,otou$ta) tttift einer W tt'iflache von 125.000 Hektar dürften dem Staate bei Abschlußerfolg eine sehr tzedeittcnde Eimrahmeguelle sichern. Der Export bewegt sich fast ausschließlich in westlicher! Richtung: Dmifchlawd, Frankreich, England, die Schweiz sowie Dänemark und Holland find die hauptsächlichsten Abnehmer für polnisches Holz. Das Holzgelschäft mit Deutschland gestaltet sich besonders rege, da Deutschland einerseits als Selbstver-. braucher auftrrtt, andererseits aber auch noch den Werrnittler sür den polnischen Holzhandel nach England spielt, was insbe« sondere für die Lieferung von SchniMnateriäl Kiitvifft. Erwägt man nun, daß Deutschland an dem gesamten polnischen Holzexport mit 75 bis 80 Prozent Anteil hat, somit den ausischlaiggebendsten Mmhnrer für das polnische Holzmattwial repräsentiert, so wird man begreifen, daß die jeweilige deutsche Zollpolitik auf die Prersibrldung in Polen .sowie auf die staatliche Ausfuhrpolitik einen entscheidenden Einfluß ausülbt. Zur näheren Beleuchtung nehmen wir den 'heutigen Stand an: Deutschland erhebt gegenwärtig (anfangs Mai) auf Rundholz einen Zoll von 5000 Mark pro Kubikmeter, dagegen auf Schnittmatevial -einen solchen von 42.000 Mark, weshalb der deutsche Holzverbraucher seinen Bort,eil im Bezug von Rundholz erblickt, das er sich daheim zu Schnittholz verarbeitet und neben der großen Zollersparnis auch noch die Vorteile «der vinheimsschen billigen Arbeitskraft genießt. Die unvermeidliche Folge dieses Zustandes ist, daß das polnische Rundholz in großen Mengen mach Deutschland geht, während die polnischen Sägewerke infolge Rundholzmangels vielfach feiern müssen. Hier greift nun der Staat ein: er projektiert die Erhebung eines Exportzolles von 31.000 Mark aus einen Kubikmeter Rundholz, während Schnittnmterial zollfrei ausgefiihrt werden soll. Ferner beabsichtigt der Staat die Einsührung einer 60prozentigen Abgabe der fremden Devisen aus dem Holzexport, um die immer wiederkehrenden Hochkonjunkturen des Holzgeschäjftes, dem der polnische Waldreichtum in einer bisweilen bedenklichen Weise hingeopfert wird, sich wenigstens teilweise sür seine schwer bedrängten Finanzen zunutze zu machen. > Augenblicklich liegt dev Holzmarkt völlig brach. Das Ruhrgebiet, das einer der bedeutendsten Abnehmer von Polnischem Grubenholz war, ist derzeit als ernstlicher Käufer äusgeschaltet, und die allgemeine Geschästsstille am deutschen Holzmarkt legt auch den polnischen Holzexport lahm und drückt die Preise. Etwas regere Nachfrage kommt von Frankreich und Belgien, doch gestaltet sich der Export dahin nur für die Großlieferanten rentabel, da infolge Verstopfung der Hauptver-. kehrswege im Ruhrgebiet die Beförderung nach diesen Staaten» nur ans dem kostspieligen und langwierigen Seeweg über Danzig möglich ist. Infolge Mangels an Bedarfs weist auch das Schneideholz eine matte Tendenz auf. Die polnischen Holzexporteure verkaufen iü der Valuta des Einfuhrlandes, nur die Verkäufe nach Deutschland werden meistens in Polenmark getätigt, die sich in letzter Zeit als verhältnismäßig verläßlicher erweist als ihre deutsche Schwesterwährung. Copyright 1933 Nachdruck verboten. bjR. Löwit-Verlag, Wien-Leipzig. (51. Fortsetzung.) 8n Polens Mwern. Roman von I. Ovatoschu. Uutoriü<vte WbertraMng aus dem IMschen von Siegs r ied Schmitz. „Ach," unterbrach ihn Schmiel mit eimr Handbe» tvLgmig, „das ist ganz etwas anderes! Alle die Stellen in der Bibel, wo über Gott wie von einem Menschen gesprochen wich, erklärt Jbn Esra als „Ohrendeutung", und Maimonides geht noch weiter, indem er sagt, der Ausdruck, daß Gott Moses den Gebrauch der Tefillin gezeigt habe, bedeute im übertragenen Sinue, daß Moses alles, was unter Gott steht, alle Stufen, die zu ihm führen, werde begreifen können. Nur Gott selbst, im abststrakten Sinn, iverde kein Mansch je in ferne Vorstellung ausnehmen . . . Das' ist doch ein schöner Gedanke." Schmies legte die Hände auf den Rücken. „Ein ti-efer Sinn. Und wenn du es willst, so kannst du die Erzählung über den Geibmnch der Tefill'in, den Gott Moses gezeigt hat, als Hilfsmittel zur Erkenntnis anffassen . . . Aber bei ihnen, bei den Chassidinr, gilt doch die kleinste Dummheit im Sohar als Thoraweisheii! Sogar Jakob Emden, du weißt das wahrscheinlich nicht, hat schon gesagt, daß viele Stellen im Sohar eingeschmuggelt^ sind; es ist nicht leicht, nrit einer -ganzen Welt Krieg zu führen, aber noch schwerer ist es, mit den Toten zu kämpfen. So ist Emden auch in offenen Krieg mit Jonathan Wuschitz geraten.^ „Mt Rch Daniels Urgroßvater?" „Ja, Jakob Gembeit beschuldigte ihn der Zauberei und Götzendienerei und, daß er einer von den Anhängern des Sabbatgi Zssvi sei. Aber da ja nach dem Talmrch dieser ZU Ehren Gottes ging, erfüllte sich sein wahrer Zmeck es ist hente unbestritten, das; der Verfasser des Sohar nicht Rabbi Simon Ben Jocha war, das sbpjtz mau heute bereits sicher..." Bei Schmiels letzten Worten blieb Mordecha-i betroffen ftztzen. Er schcmte Schmiel an und wunderte sich im stillen. ivarnm er ihm eigentlich keine Ohrfeige herunierhaute; dabei wollte er gar nicht wissen, wer der wahre Verfasser des Sohar gewesen sei, und hatte das Gefühl, -wenn er es wisse, höre er auf, Jude zu sein. Plötzlich, kam ihm Reb Jtsche in den Sinn, er vergaß an alles und ließ Schmiel nicht weitevsprechen. „Hör' einmal, voriges Jahr im Winter Lekarn Rch Jtsche in den Wald ein Buch geschickt, das hieß, glaube ich, - „Die Lehren eines Erzlunchen", Als Reh Jtsche das Buch bekam, wurde er sehr erregt; er beendete nicht mehr die Seite der Goniara, die wir zufamwen lernten. Mir sagte er, das sei eine Schrift Jakob Grndens über den Kabbalisten Rabbi Jonathan und bat mich, niemanden in sein Zimmer zu lassen, bis er -das Buch ausgelesen habe. Bevor er sich M her Schrift setzte, betete er mit Tränen in den Augen zn Gott, es möge in ihn; nichts haften bleiben, ivas etwa in dev Schrift Schlechtes über Rabbi Jonathan gesagt sei. Einen Tag und eine Nacht saß er bei dieser Schrift, und als er dann ans seinenc Zimmer kam, war er gut gelaunt, dankte Gott, daß in ihm nichts von der Schrift haften ge-, blieben sei, und mir sagte er, es sei eine schlechte Schrift, die ein Ju-de nicht lesen dürfet" „Ich habe diese Schrift geseheui," sagte SchMÜl lächelnd. „Es ist niüglich. daß Jaksb Emden ein wenig übers Ziel geschossen hat, aber recht hatte er. Jeder Ansinn wird bei ihnen zum Thoragcheimnisl Da habe ich ein Büchlein hei nur," Schmiol zog einige aste, nicht gebundene Blätter aus der Tasche, „her Verfasser nennt sich einen Lehrer des Rabbi Jonachau, er ist ein Auhäug-er des Sahbqtai Zswi, ein Mensch, dev sich -einen Harem Weiber gehalten hat; da nimmt so ein Kerl die ordinärsten Gemeinheiten zusanmen und niacht daraus „metaphysische Kräfte eines Ausevtoähtten". Da lies, sich, wie wÄt man gekomnM/ift; dstS ist schlimmer als Götzendiemrei, das ist schamlose UWcht." Mordechai las eine Stelle, die ihm Schmiel aufgeschWn hatte. ' Er sqh. in Schmiel einen Versucher, der Hm den Weg vertrat, ihn lockte und die sonderbavstsn Dinge ausfindig machte, -um ihn zu quälen und znmpAbsall zu treiben; aber er ivollte nicht zngeben, daß er schon -begonnen -hatte, alles anders zu sehen als früher und sagte fast zornig: „Es kommt immer darauf an, mit welcher Absicht man an etwas geht! Du bist -ein schlechter Mensch, Schmiel, mid deine Absicht ist nicht rein ..." „Weißt du wenigstens, daß du Unsm-n sprichst?" unterbrach ihn Schnriel. „Es ist möglich," antwortete Mordechai geradeaus, „du aber weißt, daß es Unsinn ist. Nun sitze ich mit dir mehr als eine Stunde, höre -deine geistreichen Reden an und weiß nicht, was du willst, weiß nicht, mit wem ich spreche . . . was nützt mir die Klugheit, wenn hinter ihr^ die „böse Sette" versteckt sein kann!" Movdechais letzte Worte brachten Schmiel ganz aus der Fassung; -er wich Movdechais Blick aus, tat, als hätte er -nicht gehört und ftchr stotternd sort: „Also, -hatte Jakob. Emden recht? All' das, glaube mir, konmt vom Sohar. Wie ich dir früher gesagt habe, der Sohar sei nicht von Rabbi Simon -den Jochai, da hist du so aufgefahren, daß ich meinte, du würdest weggeheu und mich allein lassen. Trüste dich, mir ist es auch nicht besser gegangen! -Willist du noch einen Beweis? Du erinnerst dich, daß wir beide das Buch „Mvgaleh temirim" (Enthüllung des Verborgenen) fttrdiert haben; du findest es in jedem chassidischen „Stüböl" und jeder Ehassid ist überzeugt, das sei ein altes heiliges Buch, geschrieben von Gott weiß welchem Tana-i! Und wenn ich dir nun sage, Ixt fr dieses Buch noch keine zwanzig Jahre alt ist und daß es kein Tauaite, sondern ein Jude aus Galizien geischriebrn ■ hat? He, tvas sagst du nun? Wenn das möglich ist, warum sollte es nicht möglich fern, daß Rabbi Simon ben Jochai nicht der Verfasser des Sohar -ist? Ich mache wirklich keinen Spaß! Dein Großonkel Neb JossÄ kennt den Verfasser des „Buches der Reinheit". Es ist ein Jude aus Tavnopol, ein reicher Aufklärer. Kainn es -einen großartigeren Witz iFortsttzung folgt.)

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