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Wiener Morgenzeitung · 1923-07-31 · Heft 1604 (31.7.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1604 (31.7.1923)
Date
1923-07-31
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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WW Ti)r^ <*?«" tzvgL 6 Wien. Dienstag khreubeleidigMgsklage der ötadtrstes Breitner. Der von einer kurzen Dienstreise gestern nach llLicn zucückgekehrte städtische Finanzreferent Stadtrat B r e i t n e v, hat den Rechtsanwalt Dr. Gustav Harpncr beauftragt, gegen das „N c u e Wiener Journal" wegen de8 am 26. d. erschienenen Artikels „Korruption in der Gemeinde Wien. — Die wahre Brüderlichkeit" die Ehrenbeleid ignngäk la g e einzubringen. MV Mllionen Gemeindesubvention siir die Wiener Messe. Irr der gestrigen Sitzung des städtischen Finanzausschusses beantragte Gemeinderat Hieß (Sozialdemokrat), der Wiener Herbstmesse eine Subvention von 300 Millionen Kronen zu gewähren. Die beantragte Subvention von 300??ttffioncir Kronen ist das Dreifache des der Wiener Frühjahrsmesse ge» währten Beitrages. Diese Zuwendung sei auch an die Bedingung zu knüpfen, daß die Propaganda für die Wiener Messe besonders umfangreich erfolge. Die gestellten Anträge wurden einstimmig angenommen. Die passive Resistenz bei der Elektrischen. Streikdrohung. Auch im Laufe des gestrigen Tages hat sich die Situation nicht wesentlich geändert. Eine Verschärfung -ist durch die Streikdrohung der Babütec-Orczamsation eingetreten. Die Verhandlungen wegen Rückkehr der Babinec-Organrsaticm zur Gewerkschaft sind a es ch eitert. Nach der Entschließung der VertrauensmännerkonfereriA vom Samstag hat .sich die Gewerkschastskommission erbötig gemacht, auch weiterhin Berhand- ÜANgeu Zu führen, wenn sich die Straßenbahner damit einverstanden erklären. Bisher ist jedoch von der „Unpolitischen Vereinigung" kein Schritt in dieser Richtung erfolgt. Bei der Gemeinde besteht die Absicht, wenn auch die volle Befriedigung der Forderungen ohne weitgehende Erhöhung der Tarife als nicht möglich erklärt wird, Besprechungen ü (6e x d i e B e r -b e s s er.ung der Lage der Bediensteten priuz i p i e 11 n i ch tabz.n Lehne n. Man will aber nur, wenn irgend möglich, eine Tariferhöhung vermeiden. Dar ßudr der Havser-Laüe. - Die Jauchengrube in Heiligerrstadt ist nun ansgepunrpt. Die Bewohner ihrer Umgebung können im wahrsten Sinne des Wortes wieder ausatmen, und mit der Beendigung der Arbeiten an der Hauser-Lacke ist auch eine Gefahr in sanitärer Hinsicht aus der Welt geschasst worden. Es war höchste Zeit, daß es geschah. . "Vom 5. Juli bis zum 27. Juli dauerten die Entwässerungsarbeiten und in 320 tatsächlichen Betriebsstunden wurden rund 64.000 Kubikmeter Wasser ans dem Deiche in den Sammelkanal gefördert. Billig war der Spas; allerdings nicht, aber die Befreiung des Bezirkes von diesem Nebel ivar schließlich die 140 Millionen .Kronen wert. Mit der Auspumpung des Wassers ist auch der üble Geruch f a st ganz v e rschwunde n, und nun wird man so rasch als möglich mit der Z ns ch ü t t u n g der Grube beginnen. Vorher wird es aber nötig sein, die Natten, die die Bewohner belästigen, zu vertilgen. Erst wenn das gründlich geschehen sein wird, wird man sagen können, daß die Hauser-Lacke ihr Ende gefunden hat. 'Niemand wird sich darum grämen. Der F«stmrdWtu«gszivs bleibt unverändert. Die nn Mietengesetz vorgesehene Kommission Ueber- Prüfung bei Jnstaiidhaltmlgszinses hielt am Samstag im Justizpalaste ihre erste Sitzung. An dieser Sitzung nahmen zwei Vertreter der Hausbesitzer, je ein Vertreter der Handels- und der Arbeiterkammer, und zwei Vertreter der Mieter teil. Nach längeren Beratungen kam die Kommission einhellig zu der Ansicht, daß nach den: Mieteugesetze der I n st anohaltungszi n s nur eine kaum nennenswerte Erhöhung erfahren könne, da sich die Kosten für Baumaterialien mtb Arbeitslöhne seit 1. November 3922 nur unwesentlich geändert haben. Es wurde sodann e i u ft i m m i g b efch l o ff cn, daß derzeit der Jnstandhaltnngszms u n v e rändert mit b c nt 160sachen Friedenszins zu belassen ist. Internationaler Konsreb Wr SorialpolM. Slus Genf wird gemeldet: Ter Internationale Verband für gesetzlichen Arbeiterschutz hat in seiner letzten Genfer Versammlung die Einberufung eines internationalen Kongresses für Sozialpolitik, analog dem Züricher Kongreß von: Jahre 1897. beschlossen. Die Kommission für die Vorbereitung dieses Kongresses hat an: 26. und 27. d. rn B r e g e n z getagt. Vertreten waren dir Nationalverbände von Italien, Deutschland, Oesterreich, der Tschecho-Slowakei, Frankreich und der Schweiz sowie das Internationale Arbeitsamt. Tie Kommission hat beschlossen, den Kongreß an: 24. April 1924 in Basel äbzn halten. Ehrlich wiihrt am längsten. Die sechshundert Messer des Herrn Felberbaum. Der .Herr Sacher F c l b erbaum ist eilt ehrlicher Mensch und deshalb ließ es ihm keine Ruhe, daß der Geschästsdiener Wilhelm Tr ns nowetz und der Moses B l u m enta l ihm nicht wertiger als s e ch sh und e r t Messer zum Kaufe angeboten hatten. Sechshundert Messer sind keine Kleinigkeit. Was tut Wiener Morgenzeitung. eilt ehrlicher Mensch, wie der Herr Felberbaum, luemt man ihm eilt solches' Angebot macht? Er geht zur Polizei. Dort suchte der grundehrliche. Felberbaum zunächst f ii n f stN i X f inne u hercmszubekvmmen, uni die sechshundert ONesser on sich zu bringen. Denn bei aller Ehrlichkeit siiid sechshundert Messer, wenn man.,sie billig bekommt, eilt gutes Geschäft. Die Polizei macht leider keine Geschäfte. Dafür aber ist sie entsetzlich neugierig und ging der Messergeschichte nach. Und ihrer Neugier hielt' leider die Ehrlichkeit des Herrn Felberbaum lricht lange stand. Denlt es stellte sich heraus, daß Felberbaum schon vor der Polizei dagewcseit war intb die Messer den beiden Verkäufern Trusnotvetz und Blumental herausgelvckt hatte. Tie Messer wltrdetl in ztvei Tabaktrafiken sichergestellt und ebenso in der Wohnung de> Herrn Felberbaum. Und w7nu die Polizei einmal neilgierig ist, dartN will sie beit Dingen aus ben Grund lummen. So wurde beim festgestellt, daß die sechshundert Messer voit einem Einbritch bei der Firma Philipp G o l d m a n n stamntten und daß der Cisendreher Franz S w o b o d a dieses Ding „gedreht" hat. Die ganze Kompagni-efirma, Felberbaum, B Lumental, Trnsnowitz, S-wöboda und ein gewisser Dietrich, sitzen mm int Landesgericht. Das hat man von der Ehrlichkeit. 'ks wird wieder heiter. Vorgestern stieg die Temperatur in Oesterreich allgemein über 25 Grad, in Niederösterreich aus 28 Grad. Nachmittags bracher: zahlreiche Gewitter aus. Heute morgens war cs im Alpenvorlande heiter. im Gebirge stärker bewölkt. Tagsüber hat die Bewölkung allgermin abgenommen, lieber ganz Europa weht eine einheitliche Westströmung. Voraussage: Morgens heiter, tagsüber stärkere Bewölkung,' stellenweise;u Gewittern neigend. Die Lebensmittelmiirkte. Schwacher Verkehr. In der Großmarkthalle war gestern der Verkehr, wie gewöhnlich am Montag, sehr schwach, fast belanglos. Tie Preise'für alle Fleischgattungen waren inr Frühverkehr unverändert aus der Höhe des letzten Markttages geblieben, doch erwartet man bei guter Beschickung des Rindermarktes eine Entspannung, die es wieder breiteren Schichten möglich macht, Fleisch zu kaufen. Ir: der Großmarkthalls waren die Zufuhren sehr günstig ausgefallen. Es waren 19 Waggons mit Fleisch angekomwen, von denen 13 Waggons Rindfleisch enthielten. Auf den Grünwarenmärkten war der Verkehr gleichfalls sehr flau. Die Preise blieben im allgemeinen unverändert. Gärtnergurken haben sich um 500 K. pro Kilogramm erhöht, was damit begründet wird, daß die Treibhansgurken, die bis jetzt aus den Markt kamen, zu Ende sind und sogenannte Frerlondqurken erst im Laufe der nächsten Woche -aus der: Markt konnnen dürsten. Airßerbem toerbej: gu?. den ungarischen Produktionsgebieten augenblicklich sehr viele Gurken, in die Tscheche-Slowakei geschickt. Auch die Ankünfte von Pflaumen sind etwas geringer ausgefallen, io daß die Preise auch für diesen Artikel angezogen haben. Eier und Butter blieben im Preise unverändert. Aem§ LokalchrsM Ter Führer des Schweriiwcnidenoerbaudes Heinrich Gal los wurde wegen der von der Polizei ansgedeckieu Mißbräuche und Unregelmäßigkeiten in der Geschäftsführung des Verbandes der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht. Ans dem Zentralvichmartte wurde der Markthelfcr Franz Hans! von einem wütenden Surr schwer verletzt. Der Volksschüler Karl Schmied! e i t it c v wurde itt der Gumpendorferstraße von einem Aut.- niederq-.'swßen und schwer verletzt. Der vierjährige Karl Herzog wurde von einem Hunde angefallen und zerfleischt. In Wie:: treibt sich ciu Gauner herum, der Siegelringe aus Tombak als echtes Gold zum Kaufe anbictet. Im Postamt Vordere Zollamtsstraße wurde aesicrn vornuttags ein Elvert mit 1800 tschechischen Vricfmarken :>n Werte von 1800 Tschechenkronen gestohlen. Der Chauffeur Adolf Hand ne r ist in .Karlsbad mit einem der Autounteruehmung Neidhardt gehörenden Personcnwager: dnrchgegangen. * Berhafiuna eines RLubmörderb. Ans Preßbnrg wird berichtet: Tic Poligei verhaftete dci: PoskhilMeamten Paul Körbel, der den l-Ojährigeu Invaliden Jakob Jnricza, der als Telephonist bei dem hiLsigei: Militärkominando angcstcllt war, in vmem Walde ermordri nn> beraubt nar.c. Jnricza halt: 3000 tschechische Kronen bei sich. K-orbcl hatte seinen Fre-rrnd do-zu bestimmt. . mit ihn: eine Kantine zu crössnsn und versprach, siir das Geschäft ebenfalls einen entsprechenden Geldbetrag sich zu verschasscn. J-nricza, der eine rechte Fußprothcse harre, wurde durch einer: Schuß in die Schläfe getötet. Die Tiroler Spielbanken bestehen sort! Die Korrespondenz Herzog schreibt: Eirtgegcn sicheren Meldungen, wonach die drei von Herrn Goldberger betriebenen Tiroler Spielbanken in Kitz'bühel, Jgls und Pertifan an: Achensee infolge eines Verlustes voi: 76 Millionen geschlossen und die Croupiers cnAafseu worden seien, wird uns ans Innsbruck pc-nieldet. daß die genannten Spielbanken w ei ter i n: Betriebe sind. Außer -den drei Tiroler Spielbanken gibt es noch in Gastein und Könschach' solche Institutionen. * Einreise nach Aegypten. Annlichei: Nachrichten Infolge hat die königlich grossbritanmsche Negierung beschlossen, vom 5. d. an alle Beschränkungen -betrafsend die Einreise österreichischer Staats an gehöriger wach Aeyypt'en' ansznhebcu. In Z-uikunft tverden daher Ansuchen österreichischer Staatsangehöriger uait Erteilung von Sichtvermerken nach Aegypten auf gleiche Weise behandelt werden, wie solche Volt Angehörigen anderer Staaten. * Italienische Sprach- und Literaturkurse des Vereines ,/Dante Alighieri". Bor wenigel: Tagen wurde das zweite Studienjahr der unter der bewährten Leitung des Prchos.sohs an der Mlsikhochschule Dr. Eduard T r a v'e x s a stehenden italimischen Sprach- und Literatuvknnse des. Vereines „Dante Alighieri" geschlossen. Der Zweck dieser Schule schließt jede politische Propaganda aus und verfolgt nur MtiircKe Ziele, iit erster Linie das Freundschaftsverhältnis -wischen beiden Staaten noch herzlicher zu gestalten. In: nächsten Jahre werden zwei Kurse für Ansänger. zwei für LorMchri'ttem und ein' KonvcrsationsknrS eröffnet, zu denen nur geistige Arbeiter Zutritt haben. Die Einschreibung wfoW am 10. September 31. Juli 1923 Nr. 1604 ——ip '* ■1 *4 Mitteilungen aus dem Publikum. Kultu$-u. Justiztalare u. Barette I'.ofevt ln echtester Ausfülrung die bekannteste SpetialSma 9S!1 Divnnve ^nVnfTCm Zivil- und Unirorroschnelder KuUULr mU&lEin Wlen.II.Taborstr. 51 Tel.45-<5.2f. 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Di» bürgerlichen Beiräte haben bei StimmemnÜha'ltung des,so^kai listischen Vertreters neuerdings den Vorschlag gur Liguidiernug der Peirsion gutzgcheißen, dock) wurde der Beschluß vom Prc><' vinzialausschuß endgültig abgelehnt. * Ein gefährlicher antiseuntischer Anschlag. In denn potuischcu iStädtchen Wilrjila in der Umgebung von Wiln5 vevlciitcte 'der autifemitische Pfarrer das Drenstmüdchen svlve? jüdischen Bäckers, bei den: das Militär Brot bestellt hat, A rc s c n i k i n d e n Teig g u s ch ü i i c n. Glücklicherweise wurde dies vom Sohn des Bäckers bemerkt. Der Pfarrer und das Dienstmädch.'n wurden verhaftet. General Villa jüdischer Abstammung? Aus^ Mexiko wird berichtet, General Pancho Villa, der letzt» Woche überfallen und erschossen wurde, sei von jüdischer Abstamurung gewesen. Sein Vater, der spauisch-iiidischer Abkunft ioar, hieß German. HakenlreuzousUärullg. An vielen Mauerwänden Wiens kleben solaeudL Znigl'lättcr: Arische Mädchen! Hütet cuch p.-r Jüdinnen als Jrevdinnen, denn sie sind von der; jüdis ch rn Ge m e i n d e n beairstragt, euch zur Sünde wider das Blut porzubcreiten. Sie füllten euch, in volksfremdo, jüaisch durchsarchte biesuischosten, Tanzunterhaltunzen. Bcns usw., wo ihr rettungslose O P f e r jüdischer Lweiüng-. linge und geiler Juden werdet. Von im Tage an, da ihe diesen Lüstlingen verfallt, seid ihr für euer, deutsches Volk verloren. Als Frauen bekommt ihr nur noch jüdische Kinder. Wollt ihr euch über aiese Gefahr vorher u.r'teor'chten, daun leset nur ... die H a k e n k r e u: P r e s s ei * Auffindung eines RiesenmeLears. Ans Argeuiinicn kommr dir Rachvichl, daß der berühmte Aietcor:: von OtAvcho. wiedergesuntzen wovdsn ist. n-achden: er iahrzchnt-elang verschollen war. Der Ort, an de-u: dieser größte aller bekauutcr: Meteoriten die Erde traf, ftegt 'u: der argentinischen Provurq - Ehaco, war aber seit einen: halben Jahrhundert in Vergessenheit gemten. so daß man das seltene Stück Jrotz möhvfachev Versuche nicht mehr anfsinden konnte. Es besteht aus einem etwa 600.000 Kilogrannn schveren Block aus^ metallischem Eisen mit'fünf Proze::: ck-iicieft^haft iw) hat beim Ausprallen aus den Erdboden ein Loch von '.'0 Meter Durchmesser nud fÜ3if| Meter Diese geschlagen. Die ^Geologische Rundschau" berichtet, daß Herr I. G. Leoerthon in Gemeinschaft mit einigen anderen Herren die Lage des Eisenkowssc-L feststelltcn, indem sie sich der Marmetna^el als Nichtnngsweiser bedienter:, st!ach mehrmals droiiägiger Ar best mit Axt und Picke fanden sic ihn ans einer Wabdiisirl. _ feteftie, «srttSze uvd BersMAlmgen. E h u g I w r i, Brigitten inr. Heute um halb 8 Uhr aüertdö -w Pereinslokale, 20. Dez., Karl Meißlstraße 5, Mitgliederur'wmnenkunft. Vorlestrug ft ü k> n aus eigenen Schriften, dann Debatte über den Zionisteilkongreß. Gäste willkommen. U ran: a. Heute, 6 Uhr (Großer Saal): Tiergeschichten- 111. Kalis Storch. 8 Uhr (Großer Saal): Ums Nordkap ins Weiße Meer. Rettung ans tzem Eise. -- U r a n i a - L ü ch c r st u b e ron 8 bis 1 und 2^ bis 0 Uhr aMnet. im- Ml Maria Orska nach Paris überstedelt. . Wie aits Berlin mitgetcilt wird, ist Maria Orska, der Star des^Theaters in der Äöniggräherftraße, nach Paris übersiedelt. Sie wird dort dauernden Aufenthalt nehmen und in einem der Theater Louis VeNteuils spielen, lieber die Vorgeschichte ihres „Heimats- Wechsels" wird gemeldet, daß sie den Entschluß dazu eben zu der Zeit faßte, 'd* sie in der Berliner Charite lag,, um sich einer Entwöhnungskur z>t uuterzieheu, die der übermäßige Gebrauch vor: Nervengiften zur dringendste:: Notwendigkeit gemacht hatte. In diesen Tagen weilte Verneuil gerade in Berlin. Er hatte die Orska in seinem Stück „Karussells spielen gesehen und war von ihr. so eiüzückts daß er ihr ein sofortiges Errgagement an einer seiner Bühnen antrug. Mar:a Orska lehnte nicht ab, ließ in Abwesenheit ihres Gatte::, Hans von Bleichröder, von ihren Verwandten ihre Möbel verpacken und nach Paris schicken und reiste Vernenil und den Möbeln nach. — Herr v. Bleichröder hat die Scheidungsklage eingebracht. Die Orska wird wahrscheinlich schon im Herbst im neuesten Stück Bernernls die weibliche Hauptrolle kreieren. — Ihr Scheiden bedeutet für das deutsche Theater einen empfindlichen Verlust. Sie war eine seiner ersten Künstlerinnen, in Wed"- kind-V ollen von keiner anderen übertroffen. Aus den Theatern. Volksoper. Heute „Loheng rin" mit Herrn Antojtz Ludwig in der Titelrolle, Fräulein Huber als Elsa und Frau Besalla als Ortend. Den Telramund singt zum ersten Male Herr Tauber. Beginn halb 7 Uhr abends. Morgen „Ma^ da me Butterfly". Im R a i nr u n d - T b e a 1e r spielt ab 1. August Herü Viktor Fleming in („Vierzehn Tage Arrest" die Rolle des Dr. Roller. Beginn tämich halb 8 Uhr abends Garl -Th eater. Mittwoch österreichische Uraufführung „Galante Nacht" von Hans Bachwitz. Lotte Ktinder vom Berlitter Refidenztheater, die Darstellerin der Hauptrolle in Hamburg, mutzte ihr dortiges Gastspiel einstweilen absetzcn/ um in der Wiener Erstaufführung Mitwirken zu können.

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