Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1599 (26.7.1923)
- Date
- 1923-07-26
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2979076-2980477-2980680--15545-3002381- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 3 1599 Wlerr, Donnerstag _ Tagesbericht «it tzurovareise des MerttanMe» Arbeit«' ministe«. Zum Studium der AuSwanderungssrage. > Von m^m Neiw-UovLer Korrespondenten. Der ArbMSminffter der VereiuiOen Staaten Davis >defindetsich sÄt 6. Jmi Mf einer Studienreise durch Emopa.Das AMitSmWstsriMt ist die oberste Instanz in allen EinwandevunySsragen, und die in den essnzslinen Häfen errichteten EinviandEngÄoMmiss^iat unterstehen Kteichfalls dem Staatssokretariat Dr Arbeitsuchen. Staatssekkretär Davis gchört za den Bertvetew der.Partei der' Einwanderungsbeschräntung und Hm sind auch die meisten jener Dersüjgungen -uznschvMen, WÄHs ans eine strengere Handhabung der ohnehin stvengm EmvMidsvMHsgchetze und damit die weitere Bchch-vänLmg der Einwandommg «WeLen. Seine jüngste Idee ist. die RögÄumg der Einwanderung Mt im Rahmen der erschwerten EinvxmjdeMngsbeÄimgungen aus Grund der Selektion vorzunehmen. Unter SeleAicm versteht er das Berftchven, wonach die gchstzMch bestimmte Quote auch nicht wchb los erschöpft werde» Wche, sondern je nach dem mmnemamn Bedarf nur für solche AÄbeWkrSfte in Anwendung kommen dürfe, an denen Amerika im gegebenen Zei-tpuM besonderen Mangel hat. DatsLWch hat StaatsseLvetür Davis vor seiner Abveise emS NÄv-ZorL bereits einen Gchetzentwarvf in dichelm Sinne auSgearbeidet, der im Dezember d. I., nach Eröffnung der kommenden K-mtzvchschivn, in Beratung gezogen werden soll. Jur Unterstützung dieses Gesetzes bereist Staatssekretär Davis jetzt die wichtigsten AuZwMcheVMVsländsr, um. an Ort und Stelle sestzusbellen, wellches Land für die einzelnen Arbörts- Kweijge die geeigneten Auswanderer KU liefern vermag. Auf dieser Reise prüft Davis die Auswanderer-, und Arbeiterfrage in England. Frankreich, Belgien, Italien, der Tschecho-iSlowakei, Rumänien, Oesterreich und Polen. Journalisten gegenüber hat StaLtsekvetär Davis erklärt, in Polen und Rmnäwien der jüdischen Auswandererfrage sein bchondeves Augenmerk zuzuwenden. Er will mit voller Unbefangercheit, sozusagen Äs unparteiischer Forscher, cm das Studium der nicht nur für Amerika, sondern auch für Europa wichtigen Frage henmtreten. Die Nbvral orientierte amerikamche Presse hat jedoch, nach den an die Reise des Staatssekretärs geknüpften kritischen Bemerkungen zu schließen, kein besondoves Vertrauen zu dieser in Aussicht gestellten UnPavteAichkeit. Man kennt die Aversion >des Staatssekretärs Davis gegen die Einwanderer einzelner NationErtäten und man weiß, daß er auch kein besonderer Freund der Einwanderung von Indien selbst in dem durch das gegenwärtige Cinwandevungsgesetz beschränkten Maße ist. DM kommt noch, daß man mit solchen Expeditionen zu Studienzwecken in.den.letzten Jahren nicht die besten Erfahrungen gemacht hat, wchl die Kommission oder die Persönlichkeit, welche eine solche Reise unternimmt, in den öetreffen- . den europäischen. (Ländern nur selten Gelegenheit hat, wirklich unbefangene Studien anzustellien, und zumeist dem Einfluß der ihr beigestellten offiziellen Experten des betreffenden Landes unterliegt. Inzwischen geht es aus Ellis Island tagtäglich schr stürmiisch zu. Die Schiffahrtsgesesllschaften beeilen sich, noch vor Erschöpfung der Quote ihr Geschäft in Sicherheit zu bringen, und die Einwanderungshilfsorganisationen, unter ihnen in erster Reihe die große jüdische Organisation „H t a s", haben vollauf zu tun, um ihre Schutzbefohlenen herauszubekommen und sie mit ihren Verwandten zufmnmenzuführen. Der größte Teil der bisher auf Grund der Quote gugelassenen jüdischen Einwanderer kommt aus der Ukraine. Unter ihnen befinden sich auch viele u k r a i n i s ch e Pogromwaisen, die zu ihren in Amerika lebenden Verwandten gebracht werden. Ae stntwWmug der Heiligenftiidter Leiches. Zwei Tage noch und Heiligenstadt wird von seiner übolduftenden. Attraktion endgültig befreit sein und auch die Bundeshauptstadt Wien wird damit einer: sanitären Skandal überwunden haben. Die Arbeiten am Heiligenstädter Teich nähern sich nun ihrem Ende. Seit voriger Woche Donnerstag wird das Wasser mit Hilfe von Elektromotoren gepunrpt und seit Samstag hat man wieder 16.000 Kubikmeter Pestjauche in den Sammelkanal geleitet. Dev Wasserspiegel ist nun seit Beginn der Arbeiten um etwa zehn Meter gesunken und unter dem Pumpgerüst befinden sich noch etwa drei Meter Wasser. Etwa 60.000 Kubikmeter Wasser sind bis jetzt ausgepumpt. Dann wird man unverzüglich daran gehen, die ganze Mulde zuzuschütten, eine Arbeit, die freilich geraume Zeit in Anspruch nehmen wird. Von der Schwefelquelle, die man auf dem Grunde des Teiches vermutet hat, ist natürlich keine Rode, und die Hoffnung, daß Heiligenstadt jemals ein Welikurovt werden würde, ist endgültig zu Wasser geworden. Zu schwarzbraunem, nach Verwesung und Unrat riechendem Wasser. Freilich hat es Leute gegeben, die noch immer an die Heilkraft dieser schwefeligen Jauche geglaubt haben, und einer hat sich damit gewaschen, ein anderer — der muß schon, sehr krank gewesen feint —■ hat sogar von dem Wasser getrunken. Ob er darauf von seinem Leiden erlöst war, weiß man nicht. Vielleicht hat er 'noch ein paar Krankheiten dazu bekommen, denn dieses Wasser ist ein Nährboden für sämtliche jetzt bekannte Bakterien. Um so notwendiger also,. die Geschichte radikal aus der Welt zu schaffen. Und-darum sind auch ohne Schwefelquelle die keineswegs geringen Wien der Dwckenlegungsarbeiten vollauf gerechtfertigt.!- '; Wiener Morrgenzeitunü._26- Juli 1923 Auch die Rutsch ge,fahr besteht noch immer. Täglich enken sich Teile'der aufgeschütteten Uferpartien. Der einstige Fahrweg liegt jetzt etwa fünf Meter tiefer und auch ein Teil der Schrebergärten dürste noch von Erdrutschen in Mitleidenschaft gezogen werden. Man kann die Senkung der Uferböschungen ganz deutlich beobachten. Ein Baum, dev vorgestern noch ganz aufrecht stand, war gestern durch die Schuttmasstn bereits ganz in8 Wasser gedrückt. Arg ist die R a t t e n p l a g e, die sich in den letzten Tagen bemerkbar macht. Gegen Abend begeben sich Hundert« von RattensamMen auf die Wanderschaft, weil sie sich in den Schluplswinkeln, in welchen sie jahrelang vollkommen ungestört gelebt Halen, nun nicht mehr sicher Men. Auch gegen diese neue Plage wird man nach der Trockenlegung des Teiches energisch Vorgehen. In Mi Tagen werden die Arbeiten beendet sein und damit wird ein übelriechendes Kapitel, das aus früherer Zeit in uvftre Dag« himinstzieltefitv «immer überwunden sein. , Herabsetzung des Brotvreifes. Um 110 K. pro Laib. — Weißgeback rmverSudert. Bei der gestrigen Errechnung der GiestchMgAkosten konn- . iben die Bäckermeister und BrochoL-Men den Rückgang dev Brotmehlp-reirse in einer Herabsetzung des Brots Preises zur Ausiwirku-ng gelangen baffen, wahrend di« «ßyMkPveiis'e «M Rücksicht ams Pis WcheMnchlpwise «m, verändert bNben. In der nächsten BerbmuchSKoche werden daher kosten: Ein Laib Bvot 6860 K, Oisher 0470 tö.t BeMHgMg 110 K.). ExtrabLot tzrv MWamn 6880 K, Wshex 5670 K., BerbMgMg 80 K.). Weiße Wecken 3000 K. (unveräMrt), Kleingebäck 100 A, (unverändert); Ser Streit um das Senkmal der Auslandshilse. Oberbimrat Bauer aus der Architektenvereinigung Msgeschlossen. Die Affäre der Konkurrenz um den Ewiwuvf für das DenErnal der Anslandshilfe hat nun ein Nachspiel gchM. BekbamMich wurde von der Jury dem EMvurf des ArchibMen Lichtblau der erste Preis zueMülMt, eine Tatsache, die in der Presse und in der breiten QsffenitilichTeit eine sehr leidenschaiftliche Diskussion hervorgerufM hat. Dieser Streit der Meinungen führte schließlich sogar dazu, daß ein fanatischer Gegner Lichtblcms das im KünDerhcms ausgesteWe Modell zertrümmerte. In der Polemik in der Presse, die mit besonderer Heftigkeit geführt wurde, taten sich ÖbeöbMrat Leopold Bauer 'Uir.fo Baurat Anton W eb er durch scharfe Artikel in der ,Muen Freien Presse" und in der „Reichspost" hervor, die indirekte BMdvg>unigen gegen die Jury enthielten und wegeu i'hr-es gehässig-scharfen Tones großes Aufscheu erregten. In einer am 12. d. abgchaltenen Ausschußsitzung hat die Archibektenvereinigung nun zu dem Bechalten Bauers und Webers Stellung genommen und beide auf Grund verschiedener Stellen aus den erwähnten Artikeln aus der Ber- A» unsere geehrten Abonnenten! Am 1. August beginnt ein neues Abonnement auf die „Wiener Morgenzeitung". Wir ersuchen daher, die Be-> zugsgebühren mittels der zugegangenen Erlagsscheine sofort zu überweisen. Die Bezugspreise sind am Kopfe des Blattes ersichtlich. Um Mißverständnissen vorzubeugen, machen wir aufmerksam, daß die in der Zeit vom 6. bis 20. August erscheinende Kongreßausgabe der „Wiener Movgenzeitung" anläßlich des 13. Zioni-stenkongvesses im Rahmen unseres Hau-Ptblattes e^cheinen wird. Unsere ständigen Abonnenten erhalten die KongveßausgaLe ohne Aufschlag auf die normale Gebühr geliefert. Wir ersuchen unsere geehrten Abonnenten, die Abonnementsgebiihren so zu überweisen, daß wir spätestens am 3. August in den Besitz der Gelder gelangen, sonst müßten wir zu unserem Bedauern die weitere Zusendung der „Wiener Morgenzeitung" — auch der Kongreßausgabe — unterlassen.' einigunig der Arch'Mten ausgeschlossen, weil sie „durch ihr Verhallten das Ansehen von M-itgliieidern der ZentvalveivelMtgunig der Architekten Oestevvsichs und da-mit das Ansehen -dieser seWft auf das schwer st ege schädigt" haben. Der Ausschluß Bauers wurde mit dreizehn von vierzehn SÄmmen, der Melbers einstrimmig ausgesprochen'. Oberlbaumt Bauer will gegen diesen Spruch vor der GEvalveafammÜmg Protest einlegen. Re Srhöhmg der PostgeMre«. «b 1. August. Die Regierung veröffentlicht die neuen Postgebühren, die am 1. August in Kraft treten. Darnach wird ein Brief (20 Gramm) 60V K. u«d über 20 Gramm steigend von 800 bis 12.000 K. (2000 Gramm) kosten, ‘ eine Postkarte 300 K., etne Drucksache bis 60 Gramm 1V0 K., über 50 Gramm steigend von 200 bis- 3000 K. (2000 Gramni). Weiter beträgt die Gebühr für eipe G e f ch ä f t 8 p a p i e r s e nduug (260 Gramm) 600 K., über 260 Gramm 1200 bis 8000 K. (2000 Gramm); für sperrige (Rollen) Sendung wird ' immer die betreffende Gebühr verdoppelt; für Warenproben 600 bi» 1800 K., für Mis ch s e n d u n g 600 bis 3000 K. Die Einschreibgebühr beträgt 1000 K. Die Wertgebühr bei Wertbriefe» beträgt für je 420.000 K. des angegebene» Wertebei verschlossen ausgegebenen Briefen 700 K., Sei offe» aufgegebene« 2100 K.; für Pakete 1. die gewöhnliche GewichtSgebühr nach folgender Tabelle: I tt der Pis 1. Zone 3. Zone 3. Zone 4. Zone Kilo¬ (bis (bis (bis (über gramm 76 Wo- 150 Kilo- 975 Kilo¬ 375 Kilo¬ Meter) meter) meter) meter) Kronen 1 2.400 2.400 2.400 2.400 5 5.000 6.000 8.000 10.000 10 10.000 12.000 16.000 20.000 16 16.000 18.000 24.000 30.000 20 20.000 24.000 32.000 40.000 2. die erhöhte GewichtSgebühr um 50% mehr als die gewöhnliche GewichtSgebühr; 3. die Wertgebühr wie (3), 1; 4. die AbferttgungSgebühr a) bei einer Wertangabe von mehr als 280.000 K. bis 3,500.000 K.. . 3.000 K. b) Lei Wertangabe von mehr als 3,600.000 K.. . 5.000 K. Die Gebühr für gewöhnliche Postanweisungen beträgt: bis 50.000 K.V . . . . 500 100.000 ,, .. 1.000 250.000 „ 2.000 600.000 „ .. 4.000 1,000.000 „ .6.000 1,500.000 „ 8.000 2,000.000 „ .10.000 2,500.000 „ 12.000 3,000.000 „ 14.000 Die N a ch n a h m e g e b ü h r betragt: K. 1. Lei eingeschriebenen Briefsendungen und Wertbriefen 400 K. 2. Lei Paketen für je volle oder angebrochene 100.000 K. des Nachnahmebetrages. 1.000 K. Die Gebühr für die Beförderung einer Postauftragskarte beträgt. 500 K. Die Spätlingsgebühr steigt auf 600 K., die Bescheinigungsgebühr auf 600 K., die gewöhnliche Nückscheingebühr Ms 600 K.; die Eilzustellgebühr für ein Paket: nach Wien: bis 5 Kilogramm. „ 10 „ . über 10 „ . . 7.000 „ nach allen übrigen Orten: bis 6 Kilogramm. ........... 4.000 K> über 5 „ . für einen Wertbrief oder den Betrag zu einer Post- oder Zahlungsanweisung: bis 250.000 K. . 2.000 K. „ 2,000.000 . ... . .4.000 „ über 2,000.000 „. für eine andere Sendung.. . 2.000 „ Rohrpo st zuschlag 2000 K. Dringendgebühr das Doppelte der gewöhnlichen Gewichtsgebühr. BahnhofLrief-Bermittlnngsgebühr monatlich 15.000 K. BenachrichtigungSgeühr 600 K. A « s s o l g u n g s g e b ü h r 300 K. Separatabonnements auf die Kongreßausgabe^ Für nicht ständige Bezieher werden Separatabonnements unter folgenden Bedingungen entgegengenommen: Oesterreich. 15.000.— Deutschland ..... . . . . Mark 20.000.- Jugoslawien. .... Dinar 20.- Tschecho-Slowakei. . . . tschech. Kronen 10.- Polen. . . . . . . . . . poln. Mark 16.000.- Holland. .. 0.75 England...... . . . Schilling 1.50 Italien. ..... Lire 6.- Amerika . .. 0.25 Frankreich und Belgien . . . Franken 4.- Nunrimien. 40.- Bulgarien . . . ... . .Lewa 30.— Schweiz und das übrige Ausland Franken 1.20 Bestellungen sind an die Verwaltung unter gleich-- zeitiger Ueberweisung des Bezugspreises zu richten. Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung" Wien, 2. Bez., Taborstraße 1 Erhöhung der LelegrammgMhren. Eine weitere Publikation betrifft die Erhöhung der Telegrammgebühren ab 1. August. Die Gebühr für jedes Wort eines gewöhnlichen Telegrammes im I n l a n d v e r k e h r beträgt 600 K., die Mindestgebühr für ein Telegramm 6000 K. Außerdem erfolgt ab 1. August auch eine Aenderung von Auslandstelegramm gebühren, und zwar nach Jugoslawier: und der Tschecho-Slowakei mit je 1200 K. pro Wort, Mindestgebühr 12.000 K., nach Liechtenstein und der Schweiz mit je 1500 K., Mindestgebühr 15.000 K. und nach Italien und Fiume mit je 1800 K., Mindestgebühr 18.000 K. für gewöhnliche Telegramme. Die Wortgebühren im Telegrammverkehr nach Deutschland und Ungar»: bleiben vorläufig unverändert. Die bisherige Bestinrmung, daß cm Sonntagen im Jnlandverkehr für Telegramme die dreifache Gebühr einzuheben ist, wird ebenfalls mit Wirksamkeit vom 1. August aufgehoben. Born gleichen Zeitpunkte an beträgt auch der Verkaufspreis eines gewöhnlichen Telearam»ublankettes 200 K. SommerokkasSon! Regenmäntel . K 125.000||ij|DR. LeBnenwaren, Waschwaren Stoffe, wasche, sehr billig (Schiff mann II., Taborstraße 48 Telephon 47-1-79 r En gros En detail