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Wiener Morgenzeitung · 1923-07-24 · Heft 1597 (24.7.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1597 (24.7.1923)
Date
1923-07-24
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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W. 1M7,__Wien, Dienstag ftütitttg der innerpolitischen Lage Italiens. Neuwahlen erst im Frühjahre. Rom, 2«. Mi, M. der „Wr. MovKenW'jmptz".) Da sich tzw paMnWMrffche Lage durch die BortrousnSvota M Mlnfsvlini: vollstÄudig geklärt hat, ist die SPomnnuuy zwischen PlN-rlkament und Rsigäevnng so ziem- Vich vchovM. Man erwartet in politischen Kreisen die Nemtmahl e n erisii im nächsten Frühjahr, Die Regierung -oigt keine Wir mehr und glaubt, mit der jetzigen KanrMer dis dah'm ünsiLoMmen zu vimnon. , .. Rlkriottl ©oriöalöl - Faszist. Rom, 28. Juli. MuMini. emiMng. heute den Veneval Ricoivtti Garibaldi, der ihn bat, er möge ihm daS faS- Mttfche AtWilchen verleihen und seine Eintr«gunig in die Listen der faZMMchen Partei Matten. .Mussokinr willfahrte dem Ansuchen. Bor einem Staatsstreich in Griechenland. Paris, 23. Juli. (Wolff.) Nach einer Meldung des .Matin" aus Belgrad seien dort Nachrichten aus S a l oui kr eiugelangt, wonach rn Griechenland eine große republikanische Bewegung im Gange sei. Einige königstreu gebliebene Regimenter seien in Athen zufcmrmengezogen worden, um einen Staatsstreich zu verhindern. Das Zentrum der republikanischen Organisation sei Saloniki. An der Spitze der Bewegung stünde Benizelos. Me Wellernte 1828. Rom, 28. Jutt. (Del. der ,Mr, Morgenze-ttung".) Wie das internationale Ackerbauinstttlut mitteilt, wird die diesjährige Ernte in Europa befriedigend ansfallen. Ms allen Ländern, aus denen bereits Erhebungen vorliegen, und die mit Ausnahme von Rußland etwa 40 Prozent der europäischen Ernte ausmachen, übersteigt der voraussichtliche Ertrag die letztjährige Ernte um insgesamt 81 Millionen Zentner, das heißt um 17 Prozent. Die gesamte Produktion ist größer als vor dem Kriege. Die provisorischen Schätzungen für Kanada und die Bersinijgten Staaten Men eine Abnahme der Produktion um 18 Millionen Zentner, beziehungsweise 6 Prozent' gegenüber der außergewöhnlich reichen Ernte von 1922 vor. Einschließlich der Produktion Japans und Indiens ist eine Zunahme von M Millionen Meterzentner, entsprechend 4 Prozent gegenüber der Welternte des letzten Jahres zu verzeichnen. Tugesberi Me Ausgrabung der Stadt Sauls. Im Zuge der allgemeinen Ausgrabungen in Palästim suchte man lange Zeit hindurch vergebens, auch die von Saul bekanntermaßen zu hoher Blüte gebrachte Stadt Gibea, allgemein als Stadt Sauls gekennzeichnet, freizulegen. Erwartete man doch von ihren Ruinen eine ge--/ neuere Kenntnis der bisher nur andeutungsweise bekannten Kulturperioden. Einer der eifrigsten Archäologen auf ^»lästinaboden, der Schwede Sven Linder, hat, wie im neuesten Jahrgang des von Professor Gustav Dal man herausgegebenen „PalÄstma^Jahrbuches" mitgeteilt wird, nach langjährigen und sorgsamen Untersuchungen den Ort sestgestellt, wo sich vor mehr als 3000. 'Acchren dieses, Kulturzentrum befand. Aus Grund feiner Angaben hat dann der Chef der amerikanischen Ausgrabungskommisfion Dr. W. F. Albright die'Ausgrabung vovMormneH die dann von großem Erfolge begleitet war. Linder, der sich bei seinen Schritten zunächst nur nach der Bibel richtete, stellte fest, daß eigentlich rmr der Ort Tell-el-ful sich zu den Ausgrabungen eigne, da die Lage dieses Ortes mit den Angaben der Bibel übereinstrmme, wonach Gibea südlich von und ziemlich nahe der Gabe^ lung dernordfüdlichm Hauptstraße von Jerusalem und der Bethhoronstraße lag und eine feiste Stadt aus einer AHöhe war. Linder stellte Felsengräber an dem Hügel fest, die auf eine alte Gräbevstadt Hinweisen, wie sie sich in der NW von Städten findet. Er fand noch auf. dem Hügel die Ruinen eines turmähnlichen Gebäudes, die mit einer früheren Besiedlung in Zusammenhang stehen müssen. Es ergab sich, daß Tell-el-ful ein alter Stadthügel ist und der Wohnort Sauls gewesen sein muß, weil es für das alte Gibea innerhalb der von der Bibel angedeuteten Gegend die sicherste und beste Lage bietet. Die Arbeiten der amerikanischen Kommission 'bestätigten diese Annahmen ganz. Wie Albright mitteilt, erwies sich der Trümmerhaufen des Gipfels als aus Vier übeveimndev gesetzten Burgen bestehend, die Nicht weniger als sieben Bauperio-. den auswiesen. Die erste Burg, die durch Feuer zer-, stört wurde, gehört in den Anfang der Richterzeit und weist eine Keramik aus, die die Merkmale der Uebergangsperiode zwischen Bronze- und Stoiualtev hat« Die zweite Burg war am sorgsamsten gebaut; sie gehört in die frühe Eisenzeit und entstand gleichzeitig mit den frühen Bauten der Philister in Askalon und Beth Seines. Diese Burg scheint der Epoche Sauls anzugehören. Die dritt>e Burg stammt aus der judäischen Königszeit; sie würde nach teilweiser Vernichtung wiedechergestellt und ist dann endgültig! durch Feuer zerstört worden. Die Gebeine und Wurfsterne in den verkohlten Trümmern weisen aus eim ErsMvmung durch eine serMiche Macht hin, die wahrscheinlich in den Heerscharen Sanheribs zu suchen ist. Dann lag die Burg einige 'Jahrhunderte in Trümmern, und die Mauern wurden beidem Neubau^nW MHv'ans. ' Di< Wienev MoLgenzeituns. ^n1ä88ttcli 6er beslanäenen II. Staatsprüfung gratulieren herzlichst ihrem lieben Kollegen Ingenieur Salomon Wolfsthal Silber Silbermann Leoben,, im Juli 1928 Klubmöbel zu Fabrikspreisen in bester Qualität bei Alfons ScWotterbecls Wien, VI., Gumpendorfersträsse 111. Telephon 84-46. >07 Kultus-u. Justiztalare u. Barette liefert in schönstor Ausführung die bekannteste Spetlalllrma 985 RUDOLF GOLDSTEIN wi-.SSSSÄSSTÄr«*»» Gegründet 1866 - Große Auswahl feinster Stoffe für Maßbestellungen Neubau rührt aus der Zeit der Seleuzrden her, wie man aus der Keramik und der ziemlich rohen Ausführung der Arbeit schließen kann. Als die Burg nicht mehr zu militärischen Zwecken 'benützt wurde, schmiegten sich an ihren Fuß Häuser, deren Mauern sich an die Befestigung lchnten. So zeigt dieser kleine Hügel in einer Tiefe von neun Meter eine Geschichte von mehr als 1200 Jahren, etwa von 1200 v. Chr. bis 70 n. Ehr., wie Mbright sagt. Prinz Georg wieder in Belgrad. Wie uns aus Belgrad mitgeteilt wird, dürfte die über den Exkronprinzen Georg verhängte Verbannung vom Belgrader Königshofe in Bälde aufgehoben werden. Nach dem letzten Konflikt zwischen König Alexander und seinem Bruder, hat sich Prinz Georg bekanntlich verpflichten müssen, in Ni sch ständig Aufenthalt zu nehmen. Dieser Tage nun hat der Prinz, dem diese Verbannung anscheinend nicht zusagt, sich in Belgrad ein Haus gekauft und die Absicht geäußert, sich vom Herbst an dauernd in der Hauptstadt; niederzulassen. Er hofft, daß sein Ansuchen um Aufhebung der Verbannung im Zuge der anläßlich des bevorstehenden freudigen Ereignisses in der königlichen Familie wahrschein-, lich erfolgenden Amnestie erfüllt werden wird. Geflugnirredoite in Moabit. Berlin, 23. Juli. Gestern abends brach in der Irrenanstalt des Gefängnisses in Moabit, in der sich etwa 40 Gefangene befanden, eine Revolte ans. Die Insassen schlugen sämtliche Fensterscheiben ein, zertrümmerten alle Emvichtungsgegenstände 1 und lärmten und johlten derart, daß der Lärm bis zum Lehrter Bahnhof hörbar war. Die Gefangenhausleitnng benachrichtigte die Schutzpolizei, die bald darauf erschien und den Gefangenenwärtern Beistand leistete. Die Haupträdelsführer wurden in Einzelzellen untergebracht, womit die Ruhe wieder hergeftelli war. A« unsere geehrten Abonnenten! Am 1. August beginnt ein neues Abonnement aus die ,Mener Morgenzettung". Wir ersuchen daher, dir BezugsgMhren mittels der zugegMgenen Erlassscheine sofort zu überweisen. Die Bezugspreise sind am Kopfe des Blattes ersichtlich. Um Mißverständnissen voHubeugen, machen wir aufmerksam, daß die in der Zeit vom 5. bis 20. August er-? Kongkeßvusgabeder „Wiener Morzenzeitmig" anläßlich des 13. Ziouistenkongvesses im Rahmen unseres HäuptblatteZ erscheinen wird. Unsere ständigen Abonnenten erhalten die Kongreßausgabe ohne Aufschlag ans die normale Gebühr geliefert. Wir ersuchen unsere geehrten Abonnenten, die Abvnnementsgebührett so zu überweisen, daß wir spätestens am 3. August in den Besitz der Gelder gelangen, sonst müßten wir zu unserem Bedauern die weitere Zusendung de« Miener Morgenzeitung" — auch der Kongreßaus-- gabe — unterlassen. Separatabonnements auf die Kongreßäusgabe Für nicht ständige Bezieher werden Separatabonnments unter folgenden Bedingungen entgegeugenommen: Oesterreich.Kronen 15.000.— Deutschland.. . . Mark 20.000.— Jugoslawien.Dinar 20.— Tschecho-Slowakei. . . . tschech. Kronen 10.— Polen .poln. Mark 15.000.- Holland...holl. fl. 0.75 England.Schilling 1.50 Italien ............ Lire 5;— Amerika.. . . . Dollar 0.25 Frankreich und Belgien . . . Franken 4.— Rumänien.Lei 40.— Bulgarien.. . . Lewa 30.— Schweiz und das übrige Ausland Franken 1.20 Bestellungen sind an die Verwaltung unter gleichzeitiger Ueberweisttng des Bezugspreises zu richten. Verwaltung der „Wiener Morgenzettung" Wien, 2. Bez., Taborstraßr 1 _24. Jul; 1923_. . Seite 5 StreikgMr int Sftraner Revier. MhrW.Wnm, 23. Juli. (Tschecho-slow. Preßbur.) Heute vormittags wurden zwischen den Grubenbesitzern des Ostrau-Karwincr Steinkohlenreviers und den Bergarbeitern die Verhandlungen über einen neuen Kollektivvertrag begonnen. Die- Grubenbesitzer beharren auf ihrer Forderung nach einer 30prozeniigen Herabsetzung der Löhn e, die sie mit der Konkurrenzunfähigkeit im Auslände begründen. Der Vertreter des BergarbeiterverbandeS erklärte, daß die Arbeiter eine Herabsetzung'der Löhne nicht zu lassen und auch nicht gestatten würden, daß ab 3. August ein vertragUoses Verhältnis emtrete. Wenn es bis zu diesem Zeitpunkte nicht zu einer Regelung komme, würden sie in den Streik traten. Die Verhandlungen wurden mit der Feststellung der Bereitwilligkeit beider Parteien zu weiter-» Verhandlungen vertagt. __ Streilmmchm in einer Fabrik. Samstag mittags kam es in der in Leopoldau gelegenen O'uittnerfchen Metallwarenfabrik zu Ausschreitungen der dort beschäftigten Arbeiterschaft. Die Fabri> >- direktion hatte sich gezwungen gesehen, sechs oder sieben Ar-< beiter abzubauen, welche Maßregel große Erbitterung unter den Qüittnerschen Arbeitern erregte. Das Fabrikspersonal sammelte sich vor der Direktionskanzlei. Der Werksleiter Dr. Joses Tyrpal wurde herausgeholt und gezwungen, das Fabriksgebäude sofort zu verlassen. Die Polizei stellte die Ordnung wieder her. Die Arbeiter hielten dann eine Versammlung ab. Ter Betrieb wurde sofort geschlossen. Gestern wurde die Arbeit nicht ausgenommen. Unter den Arbeitern, die auch gestern eine Versammlung abhielten, herrschte aber wieder vollkommene Ruhe. Wie wir erfahren, hat die obcrschlcsische Kohlenkonvem tion infolge von Lohnerhöhungen eine Erhöhung der Preise für alte vberschlesischeu Kohlen ab 18. d. eintreten lassen. Infolgedessen mußten auch in Wien die Kohlenpreise erhöht werden und gelten ab 24. d. folgende Preise für H a u s b r a n d k o h l e: Offen geladene Fuhren 100.200 Kronen (bisher 86.000 Kronen). In Sacken 109.400 Kronen (bisher 96.100 Kronen) per 100 Kilogramm ab Rutsche Nordbahn. Die Zufuhrspesen stellen sich durchschnittlich auf 4930 Kronen per 100 Kilogramm, so daß 1 Kilogramm Kohle sich ab morgen im Kleinhandel auf 1144 Kronen stellt. Schwacher Verkehr. Wie gewöhnlich am Montag war auch gejir..! r;- Verkehr in der Großmarkthalle ganz belanglos. Die Preislage blieb für alle Fleischgattungen unverändert. Mit der Bahn warerr 10 Wagenladungen Fleisch angekommen. Auf den Grüuwarenmärkten waren die Zufuhren etwas schwächer, doch reichten die Vorräte vollauf für deu Bedarf, da auch hier nur flauer Verkehr herrschte. Die Preise evfuhren im großen und ganzen keine Aenderung. Auf dem Naschmarkt tvar das erste Mal loser Gärtnerzwiebel cingetroffen, der 3000 Kronen per Kilogramm kostete. Mit Eiern und Butter sind die Märkte hinlänglich versorgt. _ Kleine Lokalchrouik. Aus einer Kabine des Vöslauer K u r b a d e 8 wurd^ am Sonntag eine goldene Handtasche mit Schmuck im Werte von 250 Millionen gestohlen. In der Nähe von Baden wurde in einer Villa einge- Ürochen und Schmuck um 300 Millionen gestohlen. Die Leiche des 20jährigen Studenten Siegmnud Findler (Schiffs-amtsgasse 15), der am 8. d. beim Baden ertrunken äst, wurde bei Klosterneuburg geborgen. Auf dem LaNdstraßer Gürtel brach ein starkes Wasserleitungsrohr, wodurch die ganze Straße unter Wasser gesetzt und an den benachbarten Parkanlagen bedeutender Schaden angerichtet wurde. An der Einbruchstelle stürzte das Straßenpflaster ein. Gestern wurde der Hilfsarbeiter Friedrich Schnöbe l dem Landesgerichte eingeliefert, da er sich an mehreren minderjährigen Mädchen in unsittlicher Weise vergangen hatte. * Das Neueste ist... Das Neueste ist nämlich das Hart» geld. Es ist der Mhlöare Ausdruck für die Festigung unserer WährunigAvechältlNisse und muß in seiner schlichten Symbolik das Herz jedes Patrioten mit Julbel erfüllen. Aber nicht nur von der hohen Warte der Vaterlandsliebe, auch aus dem GesichlspuM des praktischen Alltags kann die Neuerung nur mit Freude begrüßt werden. Welche Erleichterung für die Hausfrau, beim täglichen Einkauf zur Markttasche, Briestasche, Schlüssel, Brotsack mm noch ein Beutelchen für Münzen mitführen zu dürfen! Alte Menschheitsträume werden wieder wach, das Portem-onnaie, auch Geldbörsel genannt, erwacht aus seiner Verzauberung, wird hervorgekramt und wehmntsvoll zu neuen Taten zurecht gelegt. Automaten, die uns zum Hohne meiner noch siebenerlei Sch-olkolalde um zwanzig Heller feibbieten sowie Berge von Pfefferminzbonbons, Ströme von Parfüms und alles übrige, was zur Eleganz und Schönheit des Daseins gehört, diese Automaten werden non hergerichtet schütteln den Staub ans den Gliedern und erklären sich bereit gegen Geld und gute Worte wieder gelegentlich einmal zu . funktionieren oder doch temperamentvoll stecken zu bleiben. De, Betrag bei der Aufschrift wird wohl ein wenig geändert Werder müssen, aber es kommen schließlich nur Nullen dazu. Und ar die Nullen haben wir uns ja jcTjou gewöhnt. Mit Besorgnis erwägt man in den Kreisen der Sachverständigen, ob sich „Kerf

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