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Wiener Morgenzeitung · 1923-07-22 · Heft 1595 (22.7.1923) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1595 (22.7.1923)
Date
1923-07-22
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 1ö95 Wien, Swmtag Wiewen Movgenzeitung. 22. Kür 1923 Seick S / Wer sich mit öffentlicher Fürsorge befaßt, Um geschieht eswohl immer wieder, daß er Briefe bekommt, in denen eifrige hilfsbereite Menschen um Rat fragen, wie sie wohl den Bedurstigen-beisLchen, allen denen, die in Not sind, Hilfebringen' könnten, D sind in den allermeisten Fällen Frauen, die diese Briefe schreiben und darum gehören die Schreiber auch -? trotz der dielen, vielen Worte, die da klirren und rasseln — zu jenenvon denen die Hagada sagt, daß sie „nicht zu fragen verstehen". Jede einzelne dieser .Damen, die fast alle noch jung oder, doch beinahe — jung sind und sich daher für ungemein wicht-ig halten, benützt die Gelegenheit, ihr.persönliches Schicksal vorzutrügen. Dieses Schicksal läßt sich, wenn man von, den unverüneiAichen Schnörkeln absicht, in ein Wort zusammenfassen: .unverstanden. Me diese Frauen sind an einen Mann, eiüen Beruf, eine Umgebung gekettet, die ihrer.nicht würdig ist, ihrer Bedeutung nicht gerecht wird. Also suchen sie ein Tätigkeitsfeld, auf dem sie sich sozusagen geistig ausleben können, -der Drang nach Höherem treibt, sie auf das Gebjet bei' Fürsorge und sie wären nicht wenig enttäuscht, tvenn man ihnen erzähtte, daß eine brauchbare Fürsorgerin auch gelegentlich darüber Bescheid geben können muß, wo und wie man Krähe behandelt und wie man Kopfläuse vertreibt. Denn außer dem redlichen, zweifellos guten Willen ist den Hilfsbereiten noch ein zweites Merkmal gemeinsam, die butterweiche Sentimentalität. Sie alle erschauern brieflich in dem Gedanken an das ach! so furchtbare Glend, sie können cs nicht fasten, daß es ach! so viele vom Glück Verstoßene gibt und sie können sich nicht genug tun im Klagen über die ach! so ungleichen Lose der Sterblichen. Wenn ich ganz ehrlich sein will, stehen ja durchaus nicht alle ach! in den Briefen, die ich anfühve. Wer sie könnten doch darin sichen, es ist verständlich, daß sie gemeint sind. Denn alle diese Damen haben zum Problem des sozialen Elends von Vorneherein eine falsche Einstellung. Ungefähr jene des Simplizissimns-Fürsten, der da sagte: heute, meine Herren, müssen wir aber das soziale Problem lösen und wenn's zwölf Uhr darüber werden sollte! Dies« , fauche Anstellung, das Zielen ins Leere, bringt es auch, mit fich, daß die hilfsbereiten Fvauen sich nicht' selbst einen Tätigkeitskreis zu erschließen wissen und sich getoissermatzen erst nach einem Reisesiuhver ins Land des Elends Umsehen. Denn sie suchen, vom Ncmdpmckt der Literatur mt§* gehend, ja nicht doS Glend schlechtweg — das man heute wahrhaftig nicht zu suchen braucht — sondern eine bestimmte, Gattung davon und die beiden Hauptforderungen, die'sie unbe-. Mußt erhchm, lautem das., Glend sei ekürucksvoll und es sei heilbar. Mrd das MgWk ist, daß bei dm allermeiste Elendssällm weder die eine, noch die andere Forderung erfüllt wird. Die guten Frauen stellen es sich nämlich so reizend vor, als segenspendender Engel in einer armen Familie zu erscheinen, mit «in paar gvMckteu Hcmdgviiffen dm verfahrenen Karren zurecht zu rücken und, von einer Gloriole der Dankbarkeit umstrahlt, unter JlübÄHhnmeu von der Bühne abzngchm. Sie würden es nicht einmal glauben, sagte man es, daß alles, was wir im eiuMwr Falle tun können, nichts als armseliges Stückwerk bleibt, uilchts als eine winzige Erleichterung für kurze Frist, rach daß die wiMche, die befriedigende Fürsorgeavbeit doch nur das Brockhen Bolkserzichuug ist, das man dabei l-oistea kann,! die. Erziehung der Besitzenden mcht nur. zum Geben schlechttoeg, sondem zur Erkenntnis ihrer Wicht, die Erzichungrder Besitzlosm nicht zum Fordern schlechtweg, sondern zur Erkenntnis ihres Rechtes mit fsme-n Grenzen mrd der Würde, die es chnen gewährt. . Aber abgesehen von diesen weitlregenden Zielen machen sich die hilflosen Heiser auch von der Kleinarbeit und ihren Mühen durchaus falsche. Vorstellungen. Sie meinen nämlich, es handle sich darum, immer der augenblicklichen Not zu stmern, den Armen zu verschafftn, wessen sie gerade am dringendsten bedürfen. Sie begreifen nicht, daß man bei jeder, auch der geringsten Maßnahme vor allem das Ziel im Äuge haben nmß, die Hilfsbedürftigen von aller Hilfe Fremder, und wäre sie die wohlwolleMte, unabhängig zu machen. Denn Fürsorge, die nicht danach strebt, sich überflüssig zu machen, ist von vornherein keine richtige Fiirsorge. Ganz erschreckend aber ist die Verständnislosigkeit/ die fast alle die Hilfsbereiten den praktischen Erfordernissen gegenüber bekunden. Sie stehen dem Leben der Armen so fastungslos gegenüber, daß cs kläglich und traurig mitcmzuschen ist. Die allermeisten besitzen nicht die Fähigkeit, seelisch und geistig, aus dein Rahmen der Vierzimmer-Wvhnuilg zu treten. Weil ihnen für die Lebensform der anderen der Schlüssel fehlt, darum können sie auch die Grenzen der Tragfähigkeit niemals ermessen, und es ist dann nur Tencpevainentssache, ob sie sie zu enge oder zu weit abstecken. Die Wahrheit von den „zwei Na- . tipnen", die in jedem Volke stecken, bewährt sich hier jeden Tag anfs Neue. Selbst tvenn di« Jüdin zur Jüdin kommt, bedarf es eigentlich immer eines Dolmetsches, sonst reden die Beiden hoffnungslos aneinander vorbei. Am ein kleines Beispiel anzufirhren, sei erwähnt, daß die meisten dieser Damen cs für ein Gebot „sozialen Taktes" halten, sich dm armen Schwestern gegenüber so anzustellen, als ob auch sie unter den Entbehrungen der' Zeit schwer zu leiden hätten, währertd der wahn: soziale Takt jede Erörterung, die über düs' Sachliche hinauHgcht,' verbieten müßte. Denn das gehört «zu den 'verhängnisvollsten Jrrtmnern jener Ausländer im Lande ■ des Elendes, zu glauben, die anderen verstünden die — Herablassung nicht, die in der scheinbaren Gleichstellmrg liegt odet gar, sie wären dankbar.dafür. Das Recht auf Verbitterung" lgehvrt stl den unantastbaren Rechten der Enterbten.' Gm anderes.^-unheÄdolles Mißverständnis erwächst aus 'der Form der Hilfe. Die meisten Unerfahrenen glauben, Hilfe bestehe im Wesentlicheu aus Geldbder anderen Spenden, und wenn mau nur' genug „geben" wollte, danu wäre alles iiV schönster Ordmurg. Darum lanu uwn auch, sehr -bez-eich-neuder- > b>üif«, fast alle dazu bringen, sich um die Zustandeibrillgnug Ae Milch wird teurer. Die ländlichen Milchprod'uzenten haben die Wiener Koir- -sumenten wieder einmal mit einer Preiserhöhung aus dem Hinterhalt überfallen. Ab Dienstag wird die Milch pro Liter in Wien um z w e i h u n d e rt Kronen mehr kosten. .Die Gründe, mit welchen die Milchproduzenten dieses Attentat auf die Taschen der Mener Bevölkerung, rechtfertigen wollen, sind eigentümlicher Natur. Weil 'der Milchkoüsum in Wien angeblich zurückgegangen ists müssen hie armen notleidenden Produzenten diesen Ausfall durch eine Prelserhöhung hereinbringen, wodurch diä P r o d u k t i o N g e h o b e n w e r b en soll. Die Bevölke-' rung wird dafür, daß sie zu wenig Milch braucht, von den höchst ungehaltenen Produzenten bestraft. Diese Preiserhöhung ist wieder eine Aeußerung jenes besonderen Wohlwollens, das die bodenständige ländliche Bevölkerung den Städtern während des Mieges und in der Hmrgerperiode nach der „großen Zeit" wiederholt bewiesen hat. ,Die ländlichen Produzenten diktieren auf dem Lebensmittelmarkte, erhöhen die Preise willkürlich uüd sind die absoluten Beherrscher der Preisbildung. Sie lassen keine Gelegenheit vorübergehen, um-ihre Mitbürger, die den Mangel aufweisen, keine Bauern zu sein, kräftig zu schröpfen und wissen sich bei jeder Gelegenheit ihren ausgiebigen Prosit zu sichern. Zuerst behaupteten die Milchproduzenten, sie müßten glatt zugrunde gehenwenn die llaü-t l ich e B ew irtscha ftung der Milch nicht aufgehoben werde und, wemr auf die Preisbildung von Amts wegen Einfluß genommen wird. Man hat ihnen damals die Konsumenten ausgeliefert, was freilich nur durch die Zustimmung der Sozialdemokraten möglich war. . Die neuerliche Preiserhöhung wird damit begründet, daß seit Anfang Juli die Stadt Wien um rund 60.000 Site# täglich weNiger Milch erhält, so daß durch eine Preiserhöhung die Produktion gefördert werden soll. (!). Die Milchproduktion. ist aber in Wirklichkeit gar nicht zurück-, gegangen, sondern die Verminderung der Milchzufuhr nach Wien, hat ihre.Ursache darin, daß die auf das Land hinaüsströmenden Wiener die Milch draußen kaufen. Dabei werden. noch höhere Preise dafür bezahlt. Die ländlichen Produzenten erleiden also durch die geringeren Zufuhren nach' Wien gar keine nSchaden. < Die neuen Milchpreise betragen vom Dienstag den 24. d. an,für einen Liter Milch aus Großmolke reien 4600 Kronen (bisher 4400 Kronen), für einen Liter H ä n dlermilch, pasteurisiert, 4520 Kronen (bisher 4320 Kronen)und für einen Liter n r ch t p a st e u r i s i e r t e r Händler milch 4260 Kronen (bisher 4060 Kronen). ' Dabei: tun die Produzenten noch so, als ob sie den Wienern eine . Gnade erwiesen hätten. Anfangs wollten sie sogar um dreihundert Kronen hinaufgehen.und erst durch den Einspruch des Vertreters der Gemeinde haben sie sich mit zweihundert zufrieden gegeben. Sie werden auch dabei nicht zu kurz kommen. Was sie an Profit bei der Elch verlieren, werden sie eben bei.den Sommerfrischlern hereinbringen. Denn die gegenwärtige Erhöhung der Milchpreise stellt nichts anderesdar, „als einen konzentrierten Angriff jenes kartellierten Preiswuchers, der überall in Erscheinung tritt, bei den Sommerwohnungen wie bei Lebensmitteln. Das zeigt schon, die hinterhältige Art, mit welcher die Erhöhung der Milchpreise begründet wird. Irgend ein Münster wird aber jetzt wieder das Sprüchlein sagen, daß wir in der Sanierung leben und daß jeder Stand Opfer bringen müsse. sich um Ärbeitsbefchcvffurvg zu bekümmern. Obwohl das harte Brot der Arbeit mchr Kraft gibt als alle Leckerbissen, die von Almosen bestritten werden. Denn wie jede andere sittliche, s^iale Maßnahme fußt auch die Fürsorge aus dem Gedanken der Arbeit, uw) kann nur dünn ki würdigen Formen erfolgen, wenn jede Forderung, mit einziger Ausnahme der Unter- Mtzu-ng Kranker, als Entgelt für geleistete oder noch zu leistende' Arbeit, ails gesunder SeWflschutz der Gesellschaft aüf- Mfatzt wird. Von all dem aber lasten sich die wackeren Frauen,'die mchrend HÄfStvilkige Briefe schreiben, auch nicht das Mindeste träumen. S-ve denken cm. die Betätigung in der sozialer Fürsorge, wie man an ein« Blume denkt, die man „sich in den Gürtel , stecken mochtedie aber nicht leicht zu siuden .ist. Darum möchten sie einen, Führer hckben. Denn sie verstehen nicht, daß jeder in der sctzialen Fürsorge nur das zu finden vermag, was er feWst in seine Arbeit hinönckogt. Wie ffch der Wische Mrifterboxer vor zwei Srwachenden Ungam legitimierte. Girre «Schtliche Szene in Budapest. Einem Budapest«! Polizeibevicht «ntnchmen wir d«v fol- - genden Ausschnitt aus dem SOWckben der Erwachenden Ungarn in Budapest. Letzten Samstag nachts gegsn 2 Uhr schritt der bekannte AmateurMeisterboxer Alexander Moln-ar, evn Jude, seiner Wohnung zu, «r in der Andvüssy-Stvaße vo» zwei Erwachenden ,/UErantwortlichen", die mit GattnmiknüppÄ-n bewÄsfuet' waren, gestellt wurde. Der eine Dies 'ihm ,Hrlt!" zu und schrie ihn an:' „Wie untersteht du dich, du Jud, allein auf d^r Äraße' herumzuschleichen? Legitimiere dich!" Der, Ddische Meisterboxer sah»diei..KwKi'^'BürMeinvon oben herab an, sie tat-eu -.ihm, leid, und -er riet, ihnen, Hu unbehelligt zu lassen. Seine Rrche brachte dl« Unverantwortlichen erst recht in Zorn. Sie erhöhen ihre Gummtknüttel und wärest An Begriff, Molnar zu verprügeln. Ihre Absicht, konnten sie allerdings nicht'aüsfühven, denn schon hatte der eine der beiden einest so kräftigen Fauststoß ins Gesicht erwischt, daß ihm Zwei .Zähne hlnansflogen. Daun faßte Molnar den sehr kleinlaut gewordenen Erwachenden beim Arm, drückte ihn an semen Genossen an, faßt« beide beim Kragen und warf'dann beide, nachdem er sie hoch in die-Lust'gehoben hatte, aus das Straßenpflaster. Die lbeiden Helden, die bisher gewohnt waren, unbewaffmte Juden des Nachts zu attackieren, heulten jetzt nach der Polizei, und erzählten dem herbeig-ekorpmenen Wachmann, daß sie von dem Juden ohne Grund übersallen und mißhandelt worden wären. Der Schutzmann brachte alle drei zur Bezirkshaupittnannschaft, Mülnar wurde nach Ausnahme des Nationales entlassen, während die beiden cm Evfcchrnng reicher gewordenen Rassenschützler zuruckbehalten 'wurden.'Der Polizeibericht betont hier ausdrücklich, daß die. lAngchaltenen.den Politzerbeamben anflehten,, sie zu entlassen. Die jungen Wegelagerer imcßten einen Eid leisten, memals wieder friMiche- Pastanten zu belästigen. Dann dursten sie sich entserneu. Cs ist kein Zrveisel, daß hie bechw Kerle, j deren Namen die Polizei wohüvöllend verschweigt, Sohne von! Pcttern sind,,, die zur sogenmruten bsffeven Gesellschaft d«S hstutSgen Budapest gehören-. ' Freigabe der VrahUotzu Telephavie i« Ieutfchhmv. ' Aus Berlin wird uns berichtet: Die Echstetlegraphenleitulvg'-hat.sich^ eutschlosseti, die' Fu-nlenielephonie suA. das Publckum- .swigügeiben. Mtwu boabsichtigt, den Bevkaüf von' dvahblosen DeLephonapParvteu verschiedenen ' Pvivatfwmen zu gestatte,^''' ^_ ' -- > vv -» Während wir also lesen, daß es in Ainerflq und in England, bald kein- Haus, keine Person urehr gibt, die nicht em i .'4 vi * vK, j;1 f v,, bald so weit sein dürste, weiß man m Oesterreich nichts von -divsen Dingen. Bei uns ist dre drahtlose Delephonie noch überhaupt nicht erfunden. Wir sind dabei, unser schlechtes Telephon mit großen Kosten aus den automatischen Betrieb nnizustellen und - es dadurch noch unbrauchbarer zu machen, als es ohnehin schon ist. Vor kurzem hat Großwardvin, bitte, Groß- . tvardeüt, eine .s-ttnkentelephon'ische. Station eröffnet und zahlreiche Persönlichkeiten hatten Gelegenheit, ein Parise-c Korczert anzuhäven. Das war in Großwavdein — Men kommt erst dämm, wenn man etcha in Nagh-KNnda sagen wird: loses Telephon, o, das ist eine alte Sache". Me MwMung der Löhne i» kmotzo. . -Nl-us Genf wird u-ns berichtet: Dieser Tage erschien der Bericht des in t e r n a t i -o n a l e n A r o eit s' amtes über die. Midien zur Frage der Entwicklung der LHne in der Nachkriegszeit. Gegenstand dieser Studien bildeten die BechMmsse in Großbritannien, Fmutreich, Deutschland- O e-st-erreich, Holland, Belgien, Dänemark, Schweden', Mvwegen, Italien, Bulgarien, die Vereinigten Staaten, Ka-na!da, Südafrika,' Austmlien uud Indien.. Die a-ngeistellten.. Untevs-uchnngen führen zu dem bemerkenslwerten Schluß^ daß die Reallahne m Schweden, Norwegen, Dänema-rk, Hollmrd sowie in Australien bis zum Jahre 1922 höher itvaren als vor dem Kriege, -daß sich aber um die Mtte des Jahres 1922 in Schweden das Lohniriveau auf jenes in der BoEviegszeit dämpfte. Auch in Großbritannien, Frankreich, Belgien, Italien, in -den Bereinigten Staaten, m KanvAr und Südafrika entsprechen die'ReaWhne jenen dev Vorkriegszeit. In Deutschland, O e st erreich und Bulgarien sind die Lohne niedriger als vor dem Kriege. . Zu bemerken ist, daß diese Feststelluritzen sich auf die Löhne im allgemeinen beziehen urch daß es in Äen einzelnen Judustrven und Berufen in-jedem Lande Differenzen gibt. In jenen Ländern, in ivelchen die Preise fallen, , scheinen ungäerÄe Arbeiter verhältnismäßig -mehr unter den Lohnv>eMrzungen zu leiden als die besser bezahlten gelerrrten Arbeiter. In Äen Ländern mit steigenden Preisen herrscht eine entgegengesetzte Dendenz; dort sind die Unterschiede in der Entlohnung gelernter und ungelernter Arbeiter' sowie der Hand- und Kopfarbeiter wesentlich verringert worden. Die Reallöhne haben die Eigenschaft, bei steigertder Tendenz der Preise zuEckzugehen und bei fallenden Preisen' zu. steigen, -das heißt, die Lohvibewegung erfolgt nicht sofort, sondern erst mit einiger Verspätung der Bewegung der Preise. Das hohe Mveau der Löhne bei den sinkenden .Warenpreisen bietet den Arbeitern allerdings nur in dem'" Falle einien tatsächlichen Vorteil, wenn nicht Arbeitslosig-' keit oder kubze Dauer der Arbeit Lohnmrsfälle zur Folge Habens Andererseits war in einer Reihe von Ländern, in" denen im Jahve 1931 mrd zu Beginn 1922 die Preise statt Wvückgingen, die Erscheinung zu beobachten, daß bei einer' neuen MfwärtsbÄnegung der Proise die Reallöhne weiter Re Twikenlemms der HeiUgenftädter Teiches. - Noch immer wird draußen in HeMgenstadt gearbeitet. Äuf dew Gerüste snvrt noch -iimmer der Wtotor und die Pumpe saugt Kubikmeter um KEmeter Wasser aus den: Deiche, 'un- -ermüdlich, -Dag -lind' Nacht. Bon der angebliche- Schwefelquelle spricht män nün schon weniger oder fttittm mehr. Niemand glcmbt an ihr Vorhandensein -und es wWd-.-v»hk GEeindeverwaltumg, unr die hohen Kifften der Dvockew>.' legnng der Hauiser-Lack-e -vor der ^Oeffentlichkeit zu r-echtsert^gen, di« Legende von der Schwef-elquelle devbreitet hat. Sie hätte es nicht ttln müssen -und hätte ruhig, zugeüsm. kön>lWNi, daH rnnu UÜiWÜ

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