Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1595 (22.7.1923)
- Date
- 1923-07-22
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seitely_Men, Sonntag _ Wiener Morsenzeitung. 22. AM 1923 s , Rr. löSL öavay» «neKstmitären Skandal endlich aus der 2Mt zu schaffen. Auch damit wäre sie vor der OesfeutlWeit und löesoHvrs vor den in der ItoußdhtTtg des Tdiches lebenden Menschiw boWommen gerechtfertigt gewesen. $»schreiten ziemlich raisch^ vor- : wärts. Vorige Woche noch lag der Wasserspiegel knapp unter der Plattform, aus der die Pumpe Istcht — .ein weißer Strich an den Stutzpfoften zeigt ihn an —, jetzt liegt der Wasserspiegel 6,70 Mes tiefer und man ist dabei, die Pmnpenanlagc auf die zweite Position zu bringen, weil die Saugkraft nicht mehr ausreichend ist. Von nm:> ab wird die Pumpe auch nicht mehr' durch den Benginmot-or, sondern durch E s e L t r o m o t o e n betrieben werden und die Arbeit rascher vor sich gehen. Es ist übrigens bis jetzt leine geringe Arbeit geleistet worden. Nicht weniger als 40.006 Tonnen Wasser sind herausgcpmnpt worden und die Erdrutsche, die sich ereignet haben, sind die Folge der Entlastung der Mer von dem ungeheuren Druck dieser Wassermeuge. Gestevn stand die Pumpe wegen der Umstellungsarbeiten still, doch'bedeutet dies keine Beryägerung der Arbeit, sondern'-nur eine momentan notwendige Unterbrechung. Iw ganzen wurden bis jetzt 144 BeLriebsstunden gezählt, davon waren,4L Stunden des Süllstandes. Wann der Teich voVLonrmen ausgepumpt sein wird, laßt 'sich genau nicht bestimmen. Gegenwärtig sicht das Wässer noch <m einer Diese vdn dmchschnittlich sieben Metern, nur an eimr Stelle besistdet sich eüre lokale Wartiefung von zahn Metern. Auch die Geftchr der Erdruisch-ungen bchÄht natürlich in dem Maße fort, als die Ufer vom Wasserdruck entlastet .werden. Die Gegend um den Deich VleWt daher nach wie vor abgesperrt nnd auch die fleißigen Koksstierer kommen nicht mehr bis ganz ans Ufer. Dort haben sich auch Risse gebildet und die Schrebergärten sind bis zu fünf Metern ^rutscht. -Auch für die Pmnpenmrlage war Gefahr, obwohl die Piloten anderthalb Meter tief im gewachsenen Erdreich stchen. Interessant ist es, daß das Wasser des Deiches bis zum Jahre 1M0 rein war und daß sogar Fische in großer Zahl darin lebten. Nach der Enteignung des Grundes durch die Gemeinde, die aus dem Terrain eine' MistMagerunMatte gemacht hat, gingen die Fischezugrunde und auch die Enten, die die Schrebergärtner auf dem Teiche tzn züchten versuchten, gingen ein. Das Wasser des Teiches sickerte in manche Schrebergärten durch und alles in der Erde 'befindliche Getier ging sofort ^gründe. Seit dem Jahre 1020 wurde alles, was die Großstadt an Unrat auswars, in dieses Wasser geworfen. So wurden einmal zwei Waggons tirrdorbcucr Fische in die Hauser-Lacke ausgeleert, schlecht gewordenes Kraut, faulende Kartoffel fanden hier chre Ablagerunigsstätte und wurden wagenweise hineingeschüttet. So hat sich' nach und nach der infernalische Geruch entwickelt, unter dem die ganze Gegend zu beiden hat und der nun nach der Trockenlegung der Lacke verschwinden WM). Der Teich wird z u g e s ch ü -t t e t und damit wird Men endgMig von einem U-e'bel befreit sein, Ns schon lange zum Himmel gestunken hat. x--- _ _ - * Die Fre«denste«er in Zeütschland. Die Meldung des Dschechv-SlowMchen Preßbupeans Wer die GoÄbesteuermdg der Fremden -in Deutschland fyrt große Erregung vemrsacht. Nunmehr stchtfest, daß^ nur Sachsen diese Stauer ürrchM, aber Milderungen vorbereitet./ Preußen hebt keim staftNche Fvvmdrnsteuer ein. Bay ern, bsfteüert die Fremden nach folgenden RichUnien: Die GvundgeLWhr betragt bei einer AufenchaltsdMer bis zu drei Tagen je drei MiaÄ für den Dag, bei -einer Aiutfmchaltsdauer bis zu 14 Tagen je zwei Mark, für jeden wMeren Lag und bei einer längeren A^eNthabtsdauer je eine Mark für jeden weiteren Tag. Au der Grumdgebichr tM ein Zuschlag in Höhe des Goldgollaufgeldes, das am Lage der Erteilung der Aufenthalts. beüMigmrg M. .Beispiel: AufenthaÜsbewilligung fürvier Wochen mit Lem Beginn am 18. Juli: a) Grundgebühr: 3X3+11X2+14X1 Mark — 45 Mark, b) Goldzollaufgeld vom 18. Juli an 36.100 Mark. Zuschlag --- 45X36.199 Mark ---1,628.955 Mark. Summa aufgermidet 1,629.000 Mark. Beim BoÄiegen bssonderer Gründe sind Ermäßigungen zMsfig und geboten. ErnmßügMigsgründe können sich evgÄen aus dem Zwecke des ÄusenHaltes, aus der Bedürftigkeit des Gebührenpflichtigen oder aus einem etwaigen kulturellen oher wirtscharMchen BorteÄe, der dom Lande Ms dom AufenchaM. der ÄÄÄHrenMchtigen erwächst. Wr FamÄienmÄgttcher rst ohne Rücksicht auf ihre Zahl. die Weiche Gebühr wie für das' FwMMhcmpt äuzrüsichen. . Die AnfenchaWbelwiM^^ Wüche für drei Tage 362.000 Mark. ausmachen, für zehn Tage / 868.000 Mart, also «och iMmer bei weitem nicht so viel, wie , nach der Tendenz melduag des Pretzbarreaus. Wr den Aufenthalt tu deutschen KuvoÄen ist «ine vorhevige Emrsifegenehmiguug der Ovtspolizeir nicht mehr erforderlich., Bon Würte m-.> berg und von Hessen stehen die Anlworben noch' aus; - -es. bestcht aber kein Zweßfel,. daß in. drchen Staaten ' eine.. .FrenideM // Aus Arendfee ms Mecklenburg wird hepeschiert: Die, Zeitungsnotizen über «me Anfenchaltssteiier in Gokdmart für dl^, Ostseelbad AroMee: ,sirid Wirlecheben, NM, zehntausend Sfbavl SMualige Gebühr. GemeindchurTau - AWÄsee. . Konferenz dxr WdWril Prediger kmlands. ' -'Als London'm-Ädet"J.' Ci.- am 10,: Jiili eine vom LbeMbWet.vhlk EitMrch^Dr.^ I. A.' der Wischen PredigstEuglaudS eröffnet worden.' Irr seiner ErHMchsrche gäb-''LWerrMi««r - Dr. Hertz einen Ueberblick über die während der letzten zehn Jahre von den Juden in der Ukraine nnd anderwärts erlittenen Verfolgungen. Er wies auf die ungeheure Gefahr hin, die über vier Millionen Inden in Sowjetrußland Mvcbt, falls die zaristische R e g i e r u n g zurüMhren sollte. Die Anhänger dieser Bewegung, erklären^ öffentlich, kein Jude werde leben bleiben, falls sie wieder ans Ruder kommen. Das britische Mandat für die Errichtung eines jüdischen Nationalhelms in Palästina, bezeichnet Da. Hertz als ein Ereignis, 'das nicht mehr aus der Geschichte gestrichen werden kam:. I Rabbiner Michael Adler sprach über.den Völkero ü n d und die Lage der Juden in den Ländern der Unterdrücknng. Die folgende Resolution wurde einstmnmig angenommen und an das Sekretariat des Völkerbundes weitergelleitet: „Die Konferenz der jüdischen Prediger Englands drückt Gre tief gefühlte Sympathie für die Be streb üngen und Ideale des Völkerbundes aus, die dahin zielen, de» Weltfrieden und eine gerechte BehaMung aller Religionen und Völker zu sichern. Die Konferenz verspricht, die Tätigkeit deZ Völkerbundes mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu fordern und ihre Gemeinden zum Anschluß an die Union der BvKerbuMiga in EwglaW zu bewegen." Sie Aeosop^rn iu Me». Gestern wuridtz in Wien der erste Kongreß der vuvopäischen Föderationder theosophffchw Geselffchafl eröffnet. Cs haben sich bap etwa 700 Vertreter aus allen Ländern Europas und auch aus üiberifeeffchen Staaten eingefuMn. Der Kongreß tagt im Großen Kvnzerthaussaal. Mitteilungen aus dem Hublikum. ist der kunstvoll gearbeitete Original - Figarformer „Henriette Jtmo“ . , . aas 4er Kunstwerl^tatte, Mme.Henriette IV. Margaretenstrasse Nr. 884 A MMaaNMi Elly Weiss Leopold Rosenbaum Wien, III. Wien, X. empfehlen sich als Verlobte Baden, im Juli 1923 7SS0 Berta Buchhalter Adolf Fener Wien, III. Wien, XX. Verlobte Wien, Im Juli 1923 7334 Der Akad. Verband hebräischer Studenten „Tarbuth" beglückwünscht seinen Mitbegründer, Kollegen Heinrich Silbermann anlässlich seiner morgen stattfindenden Promotion zum Doktor der gesamten Heilkunde. 7^ - -;-—--——---—4—- Der Äkadem. Verein jüd. Medtainer gratuliert seinem Vizeobmann und bewährten Kulturreferenten, Kollegen Heinrich Silbermann zu seiner morgen stattfindenden Promotion auf das herzlichste. 7885 Statt Karten. Herr und Frau Rabbiner Dr. David Feuchtwang . Frau Ernestine Schwarz laden Freunde und Bekannte höfüchst zur Trauung ihrer Kinder Benno »xd Rosa die Sonntag, den 29. Juli, 1 Uhr, im Tempel, 18. Bez., Schopenhauerstrasse 39, stattfindet Wien und Saaz, Juli 1923. 102s; J. Feine . 619 'Wohnungseinrichtungen.; in.." 1-3 (Ecke Karl Schweighofe'rgasse 159 Vl>i Ma;riahIlfer8trB&e 79 Stets.;gr« ß!fes Lager ia" reppliMeü,' VorkkU^eo?Mseddeekeo. Settvorloeeka sowie eeüts Knüpft* und Smyrna-Teppiche ' ' i-f ■'* ■ 1 . „zum Raimnnd-Theater(( VI., Wa 11 g a 8 s e 32 A (hei der MariahlifoTstrasBe) Grosses Lager in Schlaf-, . Speise- und He^enzimmexn iif gadlejtn r Aus f llJtff engl 767 Kcmplette Eamchtmigen, Hartholz,, von K 3^JOOiOOO aufwärts. 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Juli 1923 er m a N«IIBB»8ISIHie8HBIS»RBIIBMBBRBBSB»i ‘■f Zeiltoeif er pafstver Widerstand bei der SWblchn. Wegen der stebenstimdigen Amtszeit. Zwischen der SüdbHnverwältung rmd dm: im Z e ntraldienst stchenden« Boamten ist, wie. eine Korrespondenz berichtet, wögen der Einführung der sichensMndigen Amtszeit ein Konflikt entstanden. Die siebenstüNdige Anrtszeit wurde ab 1. Juni auch im Verwältungsdienst der Eisenbähn niit Znstirmnung der Pevsonalvertretuwg eingeführt. Es geklang aber bisher der BetviebsdiEion der Südbahn nicht, auch «ihre Anigestellltenschast zur Einhaltung der vorgeschriebenen Amtszeit zu Verhalten, weshalb die Direktioneinen neuerlichen verschärften Mahnetlaß hmausgegeben hat. Daraufhin hat' eid Teil der Beamtenschaft mit -dem passiven Widerstand während dieser siebenten Anrtsstunde eingesetzt. ' Die Lebensmittelmarke. In der abgelaufenen Woche sind die ^Fleischzufuhren im Vergleiche zur Vorwoche bedeutend zurückgegangen, was darauf zurückzuführen ist, daß die Einsender, mit der sinkenden Tendenz der Fleischpreise nicht zufrieden, die Beschickung nach ihren Bedürfnissen zu.regulieren versuchten. Es war mit der Bahn ungefähr die Hälfte der Waggonladungen mit Fleisch Angeführt, was zu Preissteigerungen einzelmr Fleischgattuttgen ^führte. Im Vergleich zum vorigen Samstag haben sich in der abgelaufenen Woche bloß mindere und mittlere Sorten von Rindfleisch um 2600 K. sowie Speck und Filz'um den gleichen Betrag pro Kilogramm verbilligt, dagegen .haben sich Schtvemafleisch um 2000 K. und Kalbfleisch um 406 K. pro Kilogramm verteuert. Die Knappheit hatte bereits Vorgesten; im Großhandel in der Großmarkthalle stürmische Nachfrage -nach Fleisch zur Folge,' gestern war der DetailverLehr außerordentlich lebhaft. In der Großmarkthalle. war gestern nur ein Waggon mit Kälbern und Schweinen aus Steiermark angÄommen. Der gesteigerten Nachfrage am Samstag entsprechend, waren gestern, die Zufuhren, aus den Grünwarenmärkten sehr s gut ausgefallen. Im, allgemeinen blieben die Preise unvetz- -ändert, nur bei Häuptelsalat war eine leichte Preiserhöhung zu verzeichnen, während sich grüne Fisolen und /Weißkraut W 'Prefle ermäßigten. Dje Preise für Obst blieben bis . auf Marillen ziemlich unverändert, Dtarillen wurden billiger Abgegeben. Gute Ware notierte 6606 bis. 6600 K. pro Kilogramm, beste Qualitäten kosteten bis 9M K. " •; ' Gestern waren auf dem Naschmarktzum' ersten Male ^taRenische Zitronen neuer Ernte zu sehen. D-r Tctqitvrsis stellt sich auf ungefähr 706 K. pro Stück } . . B42C