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Wiener Morgenzeitung · 1923-07-22 · Heft 1595 (22.7.1923) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1595 (22.7.1923)
Date
1923-07-22
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 8 Wen, Sonntag Wetter Morgenzeitung. 82. Ju-li -1923 Mopa und Ameüka. tes. Wie n, 23. Juli. Der tschecho-slowakische Autzenmrmster Dr. Benesch hat vor kmgem einige, die Situation Europas. deutlich, charattervsierende Aeußerurigen gemacht. Sr gab einem Miarbeiter des „New Z)ork Her«ld" gegenüber$x Anschauung AusdMck, daß Europa zu seiner GeftMdsing noch zehn, vielleicht auch z tv a n z i g. Jahre hMihen weÄe. Wohl fei mit der Lösung des RuhvprMems wld zu rechnw, dMrit fei aber noch Pemeswegs das Reparatronsp-roiblem erledigt. Ein Ausweg kann nicht so rasch uckd nicht ohne Amerika. bas den Krieg entschieden und auch den Frieden entscheiden müsse — gefun« den werden. Eine verfrühte Intervention könM aber' nach Ansicht Benesch' für Amerika verderblich sein. Der Minister — dem auch seine erbittertsten Gegner seine außerordentliche politische Begabung sowie sein besonderes Geschick in der Bernnttlung von Gegensätzen nicht adfprechen können, das er mm als Makler K>ischen-'8ondön und Paris sowie -wischen Paris und Berlin neuerlich 3«gt —. hat m wenigen Sätzen den ganzen ' europäischen Jammer aufgedeckt, AmevAas Einfluß davgelegt. . Amerika kann also nicht nur denwirtschaftlichen Wiederaufbau Europas von seinen Wünschen und Bestrebungen abhängig -machen, Amerika Mt. auch die Schiedsrichterrolle in allen europäischen pMM scheu Streitftagen M, die für die KonsoMerungdes KoNi- Wents von Bedeutung sind. Die Stellung Amerikasist nun für feinen englischen Bmtdesgenoflen heute ebensö vütt großer Bedeutung wie für die beiden Streitteile Frankreich und Deutschland. Amerika ist nicht geneigt, noch für längere Zeit ben französischen Imperialisten die Kastanien aus beut Feuer zu holen, aber ebensowenig will es aktiv oder passiv die Wiedevausrichtung des alten Europa unter der preußischen lÄer russischen Herrschaft, sei es des Zarismus, sei es der Sawjetregierung. Kurgsichtige amevikanifche Politiker haben nun einen Teil der öffentlichen Meinung dahin gerächt, daß sie sich nicht nur^gleichgüliig gegenüber dem euroPÄschen Ghaös und der zunehmenden wirtschaftlichen Not in Europa verhalt, so-Mrn sogar Europa ausschließlich unter dem Gesichtspunkt als Wirtschaftskonkurrenten auf den südamerikanisch en und östaftatischen Märkten vielfach betrachtet? England aber, das wirtschaftlich durch den Konflikt' im Ruhrgebiet geschädigtwird, rmrß sich rechtzeitig nach neuen Mark4en uniHÄZW'Hm^-diüch MiMtlösen politischen sowie wirtschaftlichen Verhältnisse Mitteleuropas, Rußlands mÄ des BcükMts tePtveise schon ver^ loren gingen, teiLverse abhanden jpt kommet drohen. Diese neuen Märkte kann es.vorwiegend.nur in Rußland finden, allerdings erst nach Beseitigung der Sowjetregierung. Jn Rußland aber, stößteK. wieder ebenso auf die K o n k.u r r e n z D e u t sch l a n d.s w i e F.rankreichs, das Wohl der heftigste Gegner der russifätet Sowjetregierung, aber zugleich auch der größte Grau big er aus der Zarentzeit ist. Da imn bisher Frankreich noch keine Verständigung mit Rußland gelungen ist, so ist es ebenso wie England — trotz aller gegenseitigen Differenzen — für absehbare Zeit auf das französisch-englische Bündnis angewiesen. Auf Italien, das einerseits eine Expedition ' nach Amerika zur Popularisierung seines jetzigen Regimes mid ferner neuerlichen Expcuvsionslbestwkmngeu in Fiume, Istrien, Albanien usw. ausrüstet, brnn man sich auf längere Dauer Boeder in London noch in Paris verlassen, wie die neuerlichen Reibungen zwischen Frankreich und Italien nun auch in Tunis zeigen. Es ist nun sehr leicht möglich, daß zwischen Frankreich und England nach der Richtung ein näues Abkommen vereinbart wird, daß Frankreich freie Hand erhall, mittelst der östlichen Kleinstaaten einen festen Riegel von Danzig bis Odessa zwischen Rußla nd und Deutschland zu schieben, und daß-itt dem dahinterliegenden eigentlichen Rußland England die Geueralkoritzession für die wi>rts chaftl i che E x p l o itierung und damit auch große Wirtschaftsaussichten sowie die Kontrolle über den Weg nach Indien erhält.' Wenn dann Frankreich etwas von seinen Rußland seinerzeit geliehenen Milliarden Zurückerhielte, könnte vielleicht auch Amerika ein Teil seiner europäischen Schulden zuvückerstattet werden und alle Teile kamen aitf. ihre Rechnung. Ser amerttanische ArbeitrvM-Ä Zavis in Warschau, 21: Juli. (Del. der „Wr. Morgenzellüng".) Der amerikanische Arbeitsminister James I. Davis'ist hier eingetroffen, um mit der Polnischen Regierung über eine Reihe wichtiger Emigrationsfragen su verhandeln. Es sotten gewisse Erleichterungen für Emigranten nach. Amerika, die Landwirte oder Facharbeiter sind, getroffen werden; sur' die Übrigen Einwandererkategorien bleiben die Beschränkungen bestehen. Minister Davis verbleibt hier nur zwei Tage und kehrt dann Mr Berlin nach Hamburg zurück, von wo er nach Amerika abreist. Die AoMenversolgtmg in Rußland. Riga, 20. Jul». (I. C. B.) Bei' einer im Hause des Hajen in Lip o wetz vorgenommeiiLN Hculsdurchsuchung würde der D'nei Zion" bei cjiier. Aitzüng. pnidM, Her.Dajgn und zwei hebräische Lehrer wurden sofort verhaftet.. Außer AvWM«SMchamr_noch, Lö PersoumMMoMmm, MW , Die „Rvichspost" tut so, als wäre sie enttäuscht. Sie hätte erwartet, daß die „Wiener Morgenzeitung" einige AuMyst -über den,MeMich' PMhafTull brin-, tzep WchoLlDAs'bÄMevn, MM-Müech Ar' köcknW.'Wir HÄbeN mit soWwDLdrvidüeN'Mn^ÄsMKr^ sich/ f' rand/ auf. hie HHehöLiMit-. zum MdefttuM deru-st, noch kein BeweiWäW haß erapchMMch 'Ache. >- -ist. Gehört aber MM TM (oder TülPerWaj). dem Judentum an, ,so würde hier, falls er das mltöö seinem Namen segelnde Buch wirklich geschrieben und es nicht bloß unterschrieben hat, ein erstaunlicher Fall von Assimilation vorttege«, daß nämlich sin Jude sich so . tief in daß er,als? Was die ,,ReichHost"'Wher^' publizierte,'war ftet-" sich^nicht, geeignet. .,Mft dem hasenfüßigsten Antisemisind Betrachtungen, wie sie jeder halbwegs?8Wstätchlge als Schlüsse aus den polittschen und wirtschaftlichen,NesultaLßN.des —7 nichtvors den Juden angezündeton W Weltkrieges äusspricht. M KM?:MeWpE", daß sie sich zur Remwaschuna der bisher als . AuHuftd aller Schlechtigkeit Miesideu arMeütsDWHöWiL-k. hergibt. Aber das..-ift-Me..Sc«he.. Was.^ dieser H^tthakTull als M. PrMÄ ioen^ Ächrmen W ijfteuhrschÄ MrM -Haien Ät chnöw^D, in-MsuHMinMrFörigM- Wöche a^druMn/drei-HNfttt-des preüWchesi.MneraMbMupmianne^ B äe rs e l d e. gelesen,. mÄ/hre der „Reichspost" mU. so . ündekannten WsäM^en L a m m ä s ch und Förster hielten sich,.sWs in dery gleichen. Gchankengang. . .^Vl .. X ’ ■ .. Was/Mr dieser, ansMiche DWhMsiM M Judevon ZWen schrecht — uüd darauf kommt es an. —r das ist uftjttdi>sch gedachtt Daran äÄert esisiichts? tveftn die „Reichspost" unseren Artikel.sogar M-BestätiMNg änHssen will, daß sie ins Schwarze getroffen häft'Eme Fälschung Mcht ^'MeHKschuW:.ob ste^ft8n?Mk Leo' Taxil oder Pentha-Düll veriibt, oder' vb sie dein Penkha- Tull unterschoben Es gibt,^^ Üm^^ öö-n der gesirigchr Fortsetzung zu sprechen, keinen Juden, mit Ausnahme des Trebitsch, der Äne jüdische ' R a s s e n h a f t i gk« i t (in polttischen Sinnch annnNimt, und die -chasarische.Blutmischung hat, Unseres Wffseys noch Mt: HM vorragercker MhW herc<iMschen -ZWvDM die^tzse ,MerchsPost" .cherüNzuMen-: veWricht, .zitierte;Mr könnten ja auch einzelne Ausdrücke ^rausnehknen^ di^ ein jüdisMr Autor Mtzmals DbranM Wer damit wäre im HruE 'nichts..WWicheK. httMsen. Wer. die Tatsachen^ die dieses Sregeslied Müstrieren,^ soie' sehen die ' aus? Wan betrachW die ^Ddische Epoche"! Das jüdische Volk sist anMeindeM denn je. es kaust nicht ein-mM die Ernennung eines jüdischen Swaßtznrämners durchsetzen,' überall.starrt ihm die. freche antisemitische' Visage entgegen. Die so großejüdische Revolution kann es wicht verhindern, daß eine armselige Mische NäWin in Stockerau um ihr Gewerbe gebracht wird. Die Edelstm. deren Vormachtstellung, nach Pentha- Tull nicV ' r zu bestreiten ist, verfallen einer nach demand: :t Taufe und münden letzten Endes in der Partei la „Reichspost" öder im Häuptverband der Die gestrige Publikation der „Reichspost": „W ir Juden. ' - l Sogefährlich es ist, mit 'Sainmelbsgriffen logisch zu operieren, läßt sich doch nicht, verkenn«^, daß wir Judeü.' unter den Völkern dev Erde eine dürchvüs eigene Phy-- siögnömie besitzen. Wir haben das leugnen müssen, so lange vir keine andere Macht als die' der Ueberreduttg hatten wir konnten das umso eher, als wir bei alley Rassenhaftigkeit eilt ungemeines und durchaus ehrliches- Anpassungsvermögen an.unsere Wirtsvölker hatten. Erstz seit sich unser intellektuelles llebergewicht ' allerotte^' geltend gemacht hätte, brach sich unser Eigenbewußtseiw' Bahn, zunächst im Zionismus, den man jedoch als einerr sentimentalen Anachronismus bezeichnen muß, Eitt Staäü mit arbeitenden — vielleicht arbeitenden — Gälißiertt- und herrschenden Westjuden würde auf Jahrhundertes die Übelsten Kinderkrankheiten bürchzumachen habm, während wir Westjuden, die von chasarischer Blutmischung freien, berufen sind, überall der Saue rteig der Völker zu sein. Wir sind.es vermöge Unserer von keinen Illusionen abgelenkten Karen Realität des Denkens, , unseres Wirklichkeitssinrles urtd unserer zähen Energie in', jeder Zielverfolgung. Jahrhunderte der Knechtschaft haben uns zur scharfen' 'Beobachtung der Welt ttrt& ihrer treibenden Impulse erzogen, ha^N uns fest, auf dem Irdischen zu ' stehen gelehrt, ohne uns an Hirngespinste -zu! verlieren, haben uns zum zähen Kämpfe der Schlauhektz gegen plumpe Gewalt zützMarft. Mvir --zu Mösich- Zeiten sind/'- Wir ein ausschließlich auf das - TWseitv gerichtetes- Volk gewesen; üicht^rNit dem.! lhirnmelrekU - hat-der größte aller^GesWebÄ und MenMnkeNtterrftiii: Volk/zur Nachfolge gelockt uttd .gezwungen, sondern mit. der Aussicht ans Mellherrschaft! Jeder Antisemit kemtt' ja heute die bezüglichen > Verheißungen: „Du wirst We Völker ftessen". .usw. So haben wir von je. gewußt, däst Macht WiMM nicht deren 'äußerer Schein! das höchste^ irdische Gut uitd daß' realstes Zlveckdenken iind' Westes Züsamcherchalten der'Rassegenössen die, besten MittÄzpin "-'Erreichen der Mächt-sieW.- Vielleicht'Hät üns daM^ ärich noch -geholfen, daß wir ich /sage -düs - ganz^- vhne-- Scheu! --- nie sehv Hävk mp dMWHgeWem' MMelmut wären^ unsere-Stam- - :vwsgefchWe tz^rt kein Nibelunßenbuch, aber dttwr auch' ' 0 V* i,i hiy 1^,1 J J n , . . i . Jf fp1 -lut ' ö * nicht das Beispiel eines unglaublich imnmren JllufionV^ mus von blinder ,,Mamtestveue"selLst> gqW SchwÜch-, linge uüh, Schäbige.. Ich Verzichte auf West HWMÜ4 stolz wegestherUMbovsth, der Judith i S Väer; deö Mangel an- Schlachtbegier hat M ftÄh z» dsr hessetsn Einsicht geMrt^ die in aAderen .VAbsr^ stur, schüchtern iw hinkendest Vulkan öder Wieland nn&> sonstigem verkrüppelten Medizinmännern -anstrstt:' ' Klug heit Üb er ta use n d Fä uste zufieg-en vermag! Und wir habest die unfteivillige ANerkmnustz dessen und unserer geistigen Ueberlegestheit in der Tatsache, daß wir im Kriege zu allenr möglichen, äm» wenigsten aber für die Front, gebraucht wurden. Unsere, nichtjüdischen Mitbürger, die nur der Illusionismus kühn „Görmatten" nettsten'kann, hüben darüber ein großes Heschrei erhoben, obwohl ihr königlicher Wahlspruch! ,Zedern' das Seine" töar und sie sich ihres (bessev u n faj&il). sOrga.nisationstalentes. rühmen, das jeden auf dßist Wten Platz zrc stellen Pisse. Wir sind eben doch; die eigerttlichen Kopfarbeiter, während jene oft nichts als! die'festeten Nerven und. Fäuste einzuschießen hatten. Hatten-wir' Makkabäer^ vorn an der Frönt gHanden, so wäre der Krieg schneller, fteilich auch nicht noch unglücklicher ' ausgegastgenf däs können wir ruhig zugeben; was abe« . hittter der Front bis in die großen Organisationen geschehest da mögen astdere sich darüber streiten, ob gerMstffche.-Verbohrtheit und Unpraktischkeit öder -jüdische Selbßsücht-''Schlimmeres angerichtet haben! - Jedenfalls können wir den Vorwurf mangelnde« Mutes sehr ckühk zürückweisen; wir gehen seit Jahrhundertest durch hassende Völker ohne andere Waffe« als 'unseren Geistwir entwickeln überall die mutigste FnitiativK, chaben überall in Zeitungen, Versammlung«« - und- Kör- Gericht am kühnsten „gesetzlich gesch-'ützte"' Mei-uUn gen angegriffen; unsere Ras fege Nossen haben die Revolutionen geleitet und durchgeführt; wenn es heißt, sie hätten -sich im Augenblicks blutiger Entscheidung immer „gedrückt", so hat das zwei vernünftige Gründe: Bei keiner Armee geht der Generalstab an' die Front; sein überlegener Verstand muß erhalten bleiben; auch 'wäre es Illusionismus, sich um „Teilfragen der Machtt< zum Märthrer der Idee zu machen. Nur für eine Weltanschauung hat sich'. Jesus mit seinem Leben «ingescht! Zweitens aber ist unser Mut eben doch von anderer Art als der germanische des Draufgängertums; es ist dev ', geistige eines nervösen und doch immer klug berechnendest e - TtzmpeWstents/ - Wir zittern im Augenblick .der Ent- '-MeÄNttg -^'nur Kleist war ehrlich genugauch die Nervosität des - Prinzen von Homburg -dmtzüstellen! über tun trotzdem, was wir uns vorgenommen; nun: ’knsere Nerven z ittern, nicht unsere C-stt-- sch l'ü f f c. .Das; aber ist' der moderne Mut,.'der M Schlachten des Geistes paßt. Denn verhchlen wir uns doch. nicht, daß der germanische Mut zum KauonensNtter keine. Entscheidungen.-mehr herbeiführt! Immer weniger gilt der Krieg Mann gegen Mann; die dicke Berta, di« Unterseeboote, die Luftschiffe, die Tanks waren die entscheidenden Kriegführenden, auch mch der begeisterten Ansicht der kämpfenden Nichtjuden, und ich ztveifle nicht, daß ein Wiking, ein Siegftied, ein Götz oder Bayard die Gasbomben, Flugzeuge und Flammenwerfer für höchst gemein« und feige Kriegsmittel erllärt haben würde. Wir sind eften; aus dem Zeitalter der Muskel- und Nervenentscheiduttgen heraus; heut' entscheidet Klarheit ' der Ueberschau, Zähigkeit der Zielverfolgung und erfinderische Intelligenz! Eine unbefarlgene Betrachtung dev gegenwärttgen Menschheit läßt erkennen, daß der nervöse Typ sich i« Gegensatz zum animalischen, der seine höchste Ausbildung, itti Arier fand, mehr und mehr vordväNgt, weil er im heutigen Kampf ucks Dasein mnerhalb der Bedingung«» dev Zivilisation und bei der bestehercken Urbervölkerung -die besseren Chancen hat. Daß dieser Typ in allen, auch dtzu nichtjüdischeu Kreisen vordrängt, zeigt die moderne Kunst aller Kulturvölker; mag ckan sie neurasthenifch nennen; sie kann ohne den fieberhaften Herzschlag,, den bebenden -Drang Nach immer Neuem nicht sein. Neurasthenie ist nur die iwtvendige Kehrseite der nervösen Lebendigkeit, wie Dummheit die der animalischen ist. ■: Gerade uns Juden aber ficht die Neurasthenie am wenigsten an, denn Lei uns liegt die -Anpassung an den neuech Typ des Nervösen schon um Jahrhunderte zurück; sie ist bereits bei Veit meisten von üns vollzogen, nachdem schon» Unsere Ahnen unter ewigen Verfolgungen - in ständiger Unruhe zü leben lernen mußten. Das erregte Leben ist unser Element des Wohlbefindens geworden, der leidettschaftlichste Betättgungsdrairg etznattet uns nicht mehr; Abwechslung in den NervenreizuNgen ist unsere Erholung; darum treiben wir den Be^uf ebenso erregt wie die Be-, tätigung im öffentlichen Leben und - das Interesse an der Kunst, der wir gegenwärtig fast ausschlleßlich die Lebensfähigkeit garantieren, wie die Förderung alles Neuen bis in die Moden, deren grelle Reize unserer starken Sinn- . lichkeit, bieseck Zeichen unerschöpflicher Lebenskraft trotz aller Nervosität/ zwischen aller sonstigen Tätigkeit immerlwicder wie ein sanftes Nervenstreicheln aufleuchten. < i : - Gewiß: unsere Leideusch aftlichkeit ist msere schwache Seite; das Erwerben artet in Geldgier ohne weiteren Zweck, die Sinnlichkeit in Perversität, das Selbstbewußt-. ' sein itt Eitelkeit 'aus; deren leiseste! Kränkung uns -mit! ' Wüt erfüllt, und unser Hüften ist die gewaltigste ckettschliche Regung überhaupt:. Hier uns zu erziehen, ist unsere ' vornehmste Aufgabe, auf daß wir Nicht der Leidenschaft' verfallen-' die -die -Dittge-uicht mehp. unbefangen-.Mt und die Grenzen des Erreichbaren und dürum zu Erstrebeyden " zu- AberWeitM! sucht, > was Mr - -zür'- ■ '..tt - i-y

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