Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1594 (21.7.1923)
- Date
- 1923-07-21
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Wnn, Samstag »ollswirt. Gestempelte Krone -°? D.M80Vkentimer. Auszahlung Mm ---- 0.DD7SV« Centimes. Zn Zürich notierte 20. fl. 19.fl. Me österreichische Shmte ...... 0.0079s/i 0.0080'/« Me österr. gestempelte Krone .... 0.0080'/, 0.0081 die tschechische Knme .. . 16.95 17.12'/, WeSRcä.. 0.0015 0.0019 tzolland. 221.- 224.50 »eto-Dotf ..584.- 571.50 London . . ♦ ... . . 25.93 26.26 Paris .. 33.80 33.70 Mailand. 24.35 24.65 Belgrad . .. 6.15 6.10 Bukarest « . . . . ,TT. . . . . 2.95 2.95 Sofia. 5.30 5.20 Budapest .. . 0.06 0.06 Warschau . . . .. 0.0040 0,0045- Irotsche Wirtschaft. <83on unserem Korvchwndenten.) Berlin, 13. Juli. Der freie Dedis-enhandel ist verboten, öer Termuchmckel eingestellt, die Dev'isensurwgale werden entweder, wie bei dm Dollarschatzsch-oinen Ebenfalls miioniert «der mtterLisgm, wie bei den sogenannten Valntaeffe-kten erschwerenden SperrbeMmrmngen, dürfen von den Banken an feie Kunden nicht effektiv ausgest^gk werdenufiw. Es bleibt affo nur die eine Möglichkeit, sich svemde ZaWungsmittÄ zu beschaffen, ttrdom man sie nach Vocheviger. Bewilligung durch das Finanzamt zum aMÄichen Kurs von der Börse kamst. Dort aber bekommt man nur eine gang kleine Quote, rund 3 Prozent, zugÄöLt und auch diese Quote soll jetzt noch in der Form HMiert werden, daß man statt an sechs Tagen nur an drei Devise» notiert, indem manauch hier sogenannte Ruhetage «mfichrt. Die etwas kindliche Motivierung der geplanten Maßmchmen durch Usberlastung der Bureaus wurde von der Reichsbarck schon bei einem svühevm Anlaß nicht gerade über« Mügender angeführt, ÄS sie dazu dienen mußte, die Mitglieder des Uttterfmhmr^ausschusses vom Reichstage davon zu überzeugen, daß Wege» KU vrÄer Beschäst-igung der Reichsbankbemnten wertbestäMge Kredite nicht «ingaführt werden konnte». Die Phantasie der Herren ist seitdem wicht reicher geworden und, selig über ihren Einfall, benützen sie ihn. noch esawal zur Begründung der einzusÄhrenden Ruhetage. Formal wurde die Sache st» durchgesÄhrt, daß die Berliner Devisen» barcken KoeÄ Schonung ihrer Beamtenschaft nm diese Maß- «chuve nuchfuchto». Die Prodinhzentralen ccker machten nicht mit, und da Frankfurt, KAn, .Mannheim ebenso, große Devisen- Umsätze Habs: wie Berlin, so muß man sich lediglich darüber Wrmdern, daß die BanSbeamte-n in SWldeutschilaud so ander--. HÄtmÄnäßvg arbeitsfähiger oder arbeitslustiger sind... In BeÄm blieb man jedenfalls dabei: Die BarÄen sirck überlastet mck folglich soll daS gcvqe Reich dreimal in der Woche gänzlich mrorientiert darüber biegen, welchen Wett seine Landeswährung ans den WMvrärLten hat, welcher Maßstab bei der Wevckeuwffmrg von Gütern und Lefftmvgen anznlogen ist. Wenn wir nicht Mitte Juli lebten, müßte man glauben, die Zeätmvgeu hätte« einen AprAscherz erdacht. - 1St gibt also, wie seinerzeit in Men, jetzt auch in Berlin doppelte, nämlich Inlands- und AuslandAurse der ReichswÄhrung. Die Differenz betrug an.e!iinem Tage 100.000 MiAte, im Durchschnitt 80:000, und dürfte bM ein Niveau erreichen, das sich durch die Addition beider Ziffern «Mt. DoS AnÄand kann seine Mark in Deutschland nicht mehr gegen seine eigenen Zahlungsmittel, umwechseln und im Auslände selbst Mt eS seit langem keine spekulativen Känftr mehr, die irgend einen Preis für deutsche Wahrung anznlegen bereit waren. Der ouÄÄMfche MarNbefitzer ist also praktisch außer KrnSgcheA. HMe» die Msnechmeversügwngen an, wovon das AvÄond dorWgrtftg nicht glaubt, weA dies ja gegen alle Regrln der wirtschafWch. cnneMerten Verstandes verstößt, so wird das MmSangebot an fremden Märkten so groß, das Disagio so ge-. wMg werden, daß in Deutschland seW niemand mehr die offizielle Notierung auch nur beachtet. JWvHchen aber bestehen in DenWkrnd selbst Berfütznugen, die dieses kindische SM mit Scheinkursen M einer 'für den Handel recht gesKhMchen Angolegerchett machen. EN fft verboten, Waren, die man vom Importeur als aus erster Harck gegen ausländisches Geld gekäust hat, auch an dm deutschen Kunden in auMndZschem Geld zu verkwulsm. Dev zweite Käufer hat das Recht und die PfKcht, pn Tageskurs die ans AuÄanLÄwerttmg lautende Faktura in deutschem Geld zu bezahlen. Der erste deutsche BeÄänfer kann nun aber nur drei Prozent des Betrages zum amtlichen Kurs zurLMmsm und veckievt also an 97 Prozent des Fcckt-urercketvcvgeS das ganze DiSagio. Äks natürliche Folge muß back jeder Import in » Deutschland stoppen nüL aus' Mangel cm Rohmaterialien die ArbeitsloWM erst m der JndnstrSie und ball» auch im Handel ungeheure Forme« amvehmon. Kein Wunder, daß unter diesen Umständen die Markflucht anßerorderrtKche Ddnenstonen attgervoWnen hat, die die Effektenkmse an der Börse immer mehr emportreibt. Anßer- Wiener Morgenzeitung. SL. Juli 1923 An unsere geehrten Abonnenten! Am 1. Skliguist begiMt ein neues Wannsmeltt auf die ,Mener Movgenzeitung". Wir ersuchen Loher, dir Bezugsgebühren mittels der zugega>ng«nen Erlagsscheine sofort zu üLerlveisen. Die Bezugspreise sind am Köpfe des Blattes ersichtlich. Um Mißverständnissen vorzubeugen, machen wir aufmerksam, daß die in der Zeit vom 5. bis 20. August erscheinende Kongrchaurgabe der „Wiener Morgenzeitnng" anläßlich des 13. Zionistenkongreffes im Rahmen Ulnseves Hicmptblattes erscheinen wird. Unsere ständigen Abonnenten erhalten die Kongreßausgabe ohne Aufschlag aus dir normale Gebühr geliefert. Wir ersuchen unsere geehrten Abonnenten, die Abonnsmerrtsgebühren so zu überweisen, daß wir spätestens am 3. Augrfft in den Besitz der Gelder gelangen, sonst müßten wir zu unserem BeLamrn die weitere Zusendung der ,Miener Movgenzeitung" — auch der Kongreßausgabe — unterlaffen. Separatabonnements aus die KongreßausgaVe Für nicht ständige Bezieher werden Separatabonnoments itittet folgenden Bedingungen entgegengenommen: Oesterreich .. 15,000.— Deutschland . . . . . . Mark 20.000.— Jugoslawien. Dschecho-Slöwakei. . . 20- . tschech. §ttoum 10.- Polen... . . . voln. Mark 15.000.— Holland. .... holl. st. 0.75 England....... . . . Schilling 1.50 Italien ....... 5.- Amerika. 0.25 Frankreich und Belgien ... Franken 4.- Rumänien...... 40.- Bulgarien.. .30.- Schweiz und das übrige Attsland Franken 1.20 Bestellungen sind an die Verwaltung unter gleichzeitiger Ueberweisung des Bezugspreises zu richten. Verwaltung der „Wiener Morgenzeitnng" Wie«, 2. Bez., Taborskratz» 1 haW Deutschlands hat man vi-Äleicht nicht immer eine Erklärung dafür, war-u-m gewisse Werte, die einen internationalen Markt haben, in BeMn höher notieren, als dev Parität mit dem Auskmde (saübst bei Zugvu-ndeliogung der cmSläMschen Preise für die deutsche Währung) entsprechen würde. Es kommt bei diesen Werden eben hauptsächlich daraus an, -ob sie bereits ans der'. L-iste Mer Papiere ftchen, die von den Banken an .die Kunden nicht mehr ausgeliefert werden dürfen. Bei der österreichischen Kredit-cMe oder dom Wiener BarÄverain ist dies z. nicht der Fall und daher erzielt man in Berlin e'inen Liebhaberpreis, der allerdings im Augenblick ein Agio von mehreren tausend Punkten pro Mie beträgt. iJN gleicher Weise geschieht dies bei den sogenannten Chaide BonS und Wtien (Cornpauia Americana. de Meetrividad), die merklich über Schweizer Parität notieren. Nicht der innere oder internationale Wert des betreffsni>en Effekts ist maßgebend, sondern der Sonderwert, den ein Papier für den deutschen Inhaber als Mttel zur Steuerflucht oder als ein innerhalb dev gesetzlichen Bestimmungen erreichbares Valutasnrrogathat. Die Banken selbst erblicken im hohen Kursnivscrn der Effekten kein besonderes Risiko, die Regierung aber steht unter dem Druck der SoMldemdkvcrten in der haussierenden Boche einen Schönheitsfehler des GesamtaMicks DenöschlanidS nick' würde zur Beruhigung der Massen den Zusammenbruch der SpekulationZgewinne nicht ungerne sehen. Eine Erhöhung des Reichsbankdiskontos, selbst wenn sie von 13 auf 26 Prozent beschlossen worden wäre, hätte wenig..Wirkung geheckt zu einer Zeit, wo die.Privatbankiers im Kontokorrent ihren Kunden 1 Prozent pro Tag, also 366 Prozent pw anno belasten. Deshalb wirkte man auf die Großhanken dahin, baß sie die KrMtgewLhrrrng für jedweden Wekteneinkauf nicht etwa bloß einschränken, sondern vollstäMg erstellen. Die Banken gingen auf diesen Wunsch um so lieber ein, als es Hwsw nicht unsympathisch war, für das ihnen zur Bechügmrg stehende Gold die KurZgÄvinne selbst e-mzuholmse«, als dem Kunden die Gewogenheit zu .bieten, aus dem Mcken der Bank vort-sAhast zu spekuliere«. Die Kredite find also im außevordenWchM Ausmaß gekündigt worden und eine mehrtägige SttckMät der Küche, d. h. eine Unterbrechung der wilden Hcvuffe an dm Bächen war die Folge. . Der staigen-ds! Dollarkurs buchte bald als Stimulans neuerttch in die Echcheinung treten. Der Mrsenvertehr und die L-ü ülMüRten. Ablehnung der übermäßigen Uebechtundenaebeit. . Nr. WW! » >«M In den Börsenäbteilungen und den bfcmtt zusammmhÄtge»». den Bureaus, Effektenabteilung, Kontrolle nstv^ ist die Beamtenschaft seit Monaten genöttgt, -weit über das gchetzRche! AuSÄraß hinaus Ueberstundan bis in die finkende Nacht! zu leisten, die sich in einzelnen Fällen sogar bmS im tose! Morgenstunden echtrecken. Eine am Dienstag -den 17. d. stattgehabte Betriebsrätekanferenz der Wiener Kreditinstitute hat demnach den Beschluß gefaßt, daß ab Montag den 23. d. in sLurtlichen Kredit tnftituteit die strikte Einhaltung der gesetzlich mit 56 Stunden als Hoch stau Sm aß bezifferten Arbeitszeit zu erfolgen hat. Dich« Beschluß wurde bereits den Bankenverbändmt zur Kenntnis gebracht, die ursprünglich erklärten, in einer so kurzen Frfft ohne Gefährdung der technischen Abwicklung deS Böchenver» kehrs die notwendigen reorganifatorischen Maßnahmen «icht durchführen zu können. In den Verhandlungen wurde von der Bankbeamten« 'Haft ganz besonders rekr-immiert, daß den Angestellten der Kreditinstitute, die durch die Abwicklung des BöchenverkchrS in o hervorragendem Maße tangiert sind, noch immer eine entsprechende Wahrnchmnng ihrer Interessen in der Börsekammer selbst verweigert wird. Schon vor Jahren hat die Organisatwn der Bankbeamten die Forderung erhoben, den dermaligen Bertvetun-gsmodus abzuändem. Der Reichsverem der Bankbeamten ist der Meinilng, daß reorganisalorische Maßnahmen zuerst an -ber Börse selbst, inÄbchondere jedoch im S en salen dienst notwendig mck möglich wären. Die Organisation der Bankbeamten verlangt nnrvnchr, daß die maßgebenden einftußbchitzenden Bmckenverbönde sich für die Erfüllung dieser Forderung in der Bövsekammer entsprechend einsetzen. Zur Zwangsanlelhe. Bon Dr. Richard Pokornh. Da immnehr die Vorfchveibmvgen der Zwangsanleihe zugest'ellt wevdm, mag es willkommen sein, die inzwrschm vielleicht vergessenen Vorschriften über die Zwangsanleihe wred-er in Erinnerung zu rufen. Verpflichtet zur Uebernahme der AwangSanbcihe sind: 1. Me Eigentümer gr nndfwuerpftichtrger Liegenschaften; 2. alle Eigentümer gebäu de steuerpflichtiger Gebäude, das sind also alle Träger der Hauszins-, der Hausklaflen und der sogenannten äprozentigen Steuer, und zwar auch bei Steuerbefteiung; 3. alle der allgemeinen Erwerbsteuer Unterliegenden, sosemre chve Erwerbsteuervorschreibung gewisse noch anzugebende Minrmalsätze übersteigt; 4. alle Mkttengeselffchaften, GesMchaften mit beschränkter Haftung und Gewerkschaften. Diejenigen, welche rmr der Einkommensteuer unterliegen nrck andere als die eben angegebenen Vermögenschaften besitzen, sind Wohl auch zwangsanleihepflichtig, da aber: hierüber noch alle DurchMrungSbesttmmungen fehlen, so brauchen sie sich vordechand um die Zwangsanileihe nicht zu kümmern. Die Höhe der Zwangsanleihe, die der einzelne zu zahle«, hat, betraA: Das löOfache der pw 1S22 vorgeschviebenen Grundskener samt außerordentlichem Bundeszuschlag, wenn diese ab« 2880. K. nicht übersteigt, das lOOfache; das 420fache der für 1922 bemessenen Gebaudesteuer; wurde das.Gebäude aber.zwischen dem 1. Jänner. 1917 und dem 81. D^ember 1018 erworben, so ist das ZOOfache, bei «och fpAerem Erwerbe-das lOOOfache der Gmttdsteuer von 1922 zn bezahlen. Hausbesitzer, welche das Haus nachweislich auS Gchaüserfparniffen u. dgl. ' erworben haben, genießen Begimsttgmvgen. BNdet die allgemeim Erwerbsteuer die Grmwlage der ZWangSanleihe, so beträgt diese: wenn das Unternehlnen.bereitA 1920 in eine Erwerbssteuergefellschaft eingereiht wurde, das äOOfache der Erwerbsbeuer pro 1920, wobei Stouervorschrekbungeu von höchstens 6000 K. überhaupt anleihefrei Mecken; wenn das -Untemehmen erst IM in eine Erwerbsteuergefellschaft eingererht wurde,, das 135sache. des Erwerbstenersatzes pro 1920, wobei Borschveibungen bis 18.000 K. frei blecken; wenn da§ UntmvehllNen erst 1922 in eine Ertverbstcuergesellschaft eingereiht wurde, das 45fache des ErwerbstenersatzeS'pro 1922, wobei Steuersätze bis 60.000 K. frei bleiben; wenn das Unternehmen erst 1922 entstanden ist, das iöfache des Erwerbstenerfatzes pro 1922, wobej Steuervorschreibungen bis 160.000 K. frei bleiben. Mchtig ist, daß em bereits bestehendes, schon im Jahre J1920 in eine Erwerbsüeuevgffelkschast eingereihtes Unternehmen, Welches im Jahre 1926 in eine anders KvtastralgAnern.de verlegt wurde, als im Jahre 1922 entstanden angesehen wird. Gef«'ll'schv>ftiem mit beschränkter Haftung und Gewerkschaften, welche der besonderen Er-- wearbsten^r unterliogrn, haben zu. zeichnen: Zwifchm dem Reichsverein der Bankbeamte» und dem Banbenverband stick seit einigen Tagen Besprechungen' im Gange, welche dahin zielen, den durch dm 8ckermäßig starken Börsenverk-ehr unLeüdlich gewordevm Arbettsverhältnisfin in dm Kwodrtiustttztten' Än Eßcka g» bereiten... das löfache dev' pro 1921 vorgeschviebenen Erwerbsteuer, beziehungsweise wenn noch keine Borschreibnng vorliegt, der Ms Grmck des Bekenntnisses pro 19P sich ergebenden Steuer; ' wmde--uoch kein Bekenntnis überreicht, so ist zu zahlen: LLÄsrnrommvMkM Das SensationsTariete auf offener^Parkbölme t Intern. Danen^Boxkämpfe / Die Bezwinger des Niagara Die dänisehen Cisweltmeistsr Naess / Die berühmte indische Banchtänzerin Sulamith Fatlmab Grosses Militörkonterli Volk8belusSi^un@Q8i3 KorianMiltorso etc. eie SnKree QC 190.000 C^6/:5A