Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1594 (21.7.1923)
- Date
- 1923-07-21
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Pr. 1694 Wen, Samstag Wiener Movtzenzetturrs. 21. Juli 1923 Serie 3 Paragraph 40, in dem festgesetzt war. daß der BezirlLvorstöhor- SMkvrrtveter der zweitsiär kst en P a % i e ü nur dann zukvmmt, wmn sie mindestens ein Viertel der Mandate d«r Bezirksvertretung Mtzt. Dich Bestimmung wurde geMhen. AngMonvmeu wurde auch eine Entschließung, die «Mag der Nationalratswchlordnung verlangt, daß Wchllokccks nicht in FabMsbetvisben sein dürfen. Ein chchklichsoziaver Antrag, der den gesetzlich Mzulrgrndrn Proporz für alle Lelcglerr-ngen der Gemeinds verlangt, wurde abgruhn:.- In daS Gchtz über die Bevfassungsändevnng wurde eine Bestimmung ausgenommen, nach der fiir die Abstimnrung über die sogMMMten Hunderterstücke die Anwesenheit der Hälfte der GenMnIdeDais^ als erforderlich bezeichnt wdd. Die Borlagm werben am Montag im Sdadtstnat und am Dienstag im Gemsindemt als Landtag bchandelt. MmrchWche WchUandidaten. In den näWen Lagen findet Ln Wien eine Obmännerkonfevenz der Parier aller schwarzgelben Lsgitimisten statt, in welcher die Wahlkroisleiter bestimmt werden und das bereits auSgeavbeitete Parteiprogramm der endgültigen Redigieruug unterzogen werden wird, darauf dieses gedruckt und plaka-- ti«rt werden soll. Bekanntlich hatdie Partei bereits zwei Kandidaten, Oberst Wo lfs und den ehemaligen Militarpfavver Weigert, aufgestellt. Wie die „Monarchie", das Organ des Herrn Hoynigg, anknndigt, wird die Oosterveichische Staatspartei ebenfalls aktiv in die Wahlkampagne emgreifen und für die kommenden Nationalrats- und Gemeindevatswlchlen im 6., 7. und 8. Bezirk eigene Kandidaten anfstellen. Als Mstenführer soll der Parteipräftdent Kwwo Hoynigg fungieren. Auch die Partei der Oestervoichischen Monarchisten beruft für den 1 August einen Parteitag ein, auf welchem sie zu denWahlm AtGang uchmen wAl. Jugoslawien. «« ««Mas gegen Pafic? Rom, 20. IM, deElla Sara" meldet, daß das yehemne Micr^eda-n4ifche Riewoiliutioms-- t-ournrbee iw Sostia den Minästerpräfidenten Paisic pnt Toide verliwtMi hocke nud daß Beauftragte bereits die jugo-- stcMische Gventze AbechhMe» hätten, Awai von ihnen feien, bechsts Ülm dev feMschtzn MW weV^aks L>e rt Wochen. Reise Pake' nach Pack. Rom, 20. FM. We JScfv&m dellcr Gew^ uEek, wnd dev juMsioWffche WnWHcWentj PaG r am A . 8, «ach. Pa«AS chißMz i " SbMc’ ««Siiesermm im A«M«ß besWrffev. Graz, 20. FM. Die >^ageKpsst^ meldet aus BrHE Der JmmmMAsansschuK ikt MMirm! beriÄ Zetern über vechchieberw Anträge b& JustiKM-Kwiste-vs 'betveffend die MEsfoMng an die Gerichte, vor allem'der Abgeordneten rmd Gerwssen, die wegen WbdÄvetwng des Pvetzgöfetzes mrd wogen Verbrechens gegen die Sicherheit des Staates mvd des Hochv-err«tVs omgeVagt sind. Radic ist ferner der BÄeWgurng dev KÄNTgün Ma^rLa böfchuLdtzt, Ute* gangen dtnvh «Lus Rede >bn einer Vevfamwlmrg, in dev ev gesagt hÄte:,Mr Men eine MW-vtsinMe vor» Pom-- padow«, M Reifen wntsvMMmt, die MWionen roßen, wahrend das arme dMlaÄnkM WM H«mdg«v WdvU^'Die Auslieferung Radi«' wurde 'mit grvcher MehPh^üt geM die Stimme» der mHÄma«Wwi und Aerckcllert Mi-Medev des AusWirsfts ibafi chLoUem. Die Mitglieder dev sevbffchen KvwchmW ßattenj W vor der Ab- Mcm, erwartet, dH Radst .mch Genossen Mo-wta g - verchaWoib werW.! ' Las neue MiüMgesetz. Belgrad, 19. Juli, Mvala.) Das Parlament har mit 164 Stimmen der RadrWen und Demokraten gegen 30 Stimmen dev MnstlMMiLn, KlerWlen und Agrarier das neue Militär ge if'etz am-geuvmuren. Danach lvivd der MMtÄrdienst mit achtzehn Monaten festgesetzt. Eine Herabsetzung der Dienstzeit tritt für Studenten, Erstgeborene, Familienerhalter und snr die Söhne jener Mmilien ein, von denen zwei Mitglieder wUMrd der Kriege 1912 bis 1918 gefallen sind. Fn denr Gesetz wird auch eim neue Skala der "Gehälter und Entschüdiguingen ausgestellt, die eine llanthaste EHMmg erfahren. einer Untersuchung, machen. Der,. Justizausschuß verwarf jedoch diesen Gegenvorschlag. Auch der Ministerrat beschäftigte sich mit den AinAagen Ulains und beschloß, gegen den Abgeordneten die Verleumdungsklage zu erheben, weil Ulain in seiner Rede in Czegle d behauptete, die Regierung stecke in den Taschen der Großbanken. Ler allmöchttge Hellas. Budapp, 20. Juli. (Tel. d. „Wr. Morgecheitung".) Wenn heute in Ungarn jemand einem Juden Geld schuldig ist und es ihm nicht bezahlen will, oder wenn er jüdischen Besitz anstrebt und der Jude sich gegen den Raub zu wehren wagt, so wird foet betreffende magyarische Christ über Nacht zmn erwachenden Christttchnationalen und wendet sich um Schutz an den obersten Patron alle^r magyarischen Judenmörder I v a n H e j j a s. Das Hauptorgan der extremantisemiüschen Richtung „Magyarorszag" 'veröffentlicht «ine Postkarte, die ihm von einem Müller in der Provinz zukam, in welcher dev Absender inständigst bittet, ' ihm möglichst.Mrtgehend die genaue Adresse des Ivan H ejjas anzugeben. Ich habe — schreibt der wackere Müllermeister — mit den Jordanjuden unserer Umgebung einen großen Kampf auszutragen und ich als unentwegter Patriot verrnag das Treiben dieses Jordangesindels nicht länger zu dülden. Auch drohen mir die Jtiden immerfort mit ihren Ksm-munistenbauden, weshalb'ich des tatkräftigen Schutzes unseres geliebten Ivan Hejjas 'bedarf. Das Blatt schwellt natürlich in patriotischem Hochgefühl, daß Uugam noch über solche Patrioten verfügt, und es rät dem erwachenden Müller, in feinem Kampf auch auszuharren, in welchem er der wertestgchenden Unterstützung sicher sein kann. Ivan Hejjas wird den Ruf des bedrängten patriotischen Müller-- meisters sicherlich nicht unerhört verhallen lassen. Karte genügt, komM ins Haus. Mit Knüppeln und mit anderen Reqräsiten. «» «wachender Wegelagerer. Budapest, 20. Juli. (Tel. der ,Mener Morgenzeitung"^) Gestern nachts wurde in der GevkovsigaffL der Gastwirt Pos ch von einem JMvidumn zur Ausiwersleistung aufgefovdert und gefragt, ob er enn Jude P. Posch Weß sich aber nicht'einschüchtern. W kam zu emM Keilerei,.Poltzei erschien und beim KvnmnssaMt stellte es sich heraus, daß der radaulustige Beschützer der chrfftlichnatiomlien RichtMlg Äsr dreißigjährige Kaufmann Ludwig Rabord ist, dev von der PolW wogen Betrug und Unterschkaglmg schon Tange gchlcht wird. mLodz. DÄvgraPhenageMtr! gn^H o n A u smit St^inem ein urw drängte Mziswn aus den GMude beschossen nntzmgMe die Außerdem «wurden "die Poltzeileute ge- Bollsversamms«ueMlye DÄz, 20. FuK. m Mchche MÄNot: GKevn Vcmr eS MvoÄD N W.rr Lckn nGe-u. Die PMH-Ke-L VteW^rHen. BieMeue WisÄ sthM Ne Menge FwrüL. DaiveT wMde» Ne!«oberen Stockwerken der rmGegeuden und mÄ Sbeäuen bewopst«. Die Häuser und verhastote einige TBer. 20 PevfonM verhaftet, die Stckne auf worjm hatten. Namittags ' Lung statt, dre ruhig veMch den Ungarn. Beck««cher Mai«. Budapest, 20. IM. (Gel. d. „Wr. Morgtznzelüurg".) Der, Justizausschuß der Nationalversammlung beschloß heute nrit Stimmemnehvheit, Nationalversammlung den Antrag zu stellen, die Sjaatsanwaltschast uröge gegen den Asbg'Lordäve-ten iU'lain Ne Anklage wegen Berleumdurrg dev Natroinalversammlung erheben. Die Erwachenden im, Justizausschuß. ergriffen "für Alaiir Partei und sprachen sich gegen den Antrag aus, forderten vielmehr, x;a möge erUeu UutersuchungsausuirÄ die WMagen Ubaninis zum Gegenstand Drgebrnslose mit streikenderr LexMavhektern. Lodz, 20. IM. Wlw. Lel'.Äg.) Gestern fand im Wvidwoöschüftsgebäude eine Konferenz zwischen UnternehaneM und Arbeitern zwecks Be-ibSgumgdes Streiks in der Texiribrndustrie statt. Die Arbeiterschaft verlangt eine Lohnerhöhuing von 79 Pr.o^emt. Die Kouse- «renz wuäe abgebischen. Ier Mettcholit Szeptgüi. Polnischen Blättern zufolge ist der ukrainische Erzbischof Won Lemberg, Metropolit Graf Andreas Szeplyckr, der ältere Bruder des polnischen Kriegs Ministers, nach «kvenr mehrjährigM Aufenthalt im Auslande auf seiner Heimreise in Wien cingetroffen, wo er in Kenntnis gesetzt wurde, daß die polnische Regierung die ihm vorher erteilte Ernreiseb«- -willig'Ung nach Polen widerrufen habe, weil bei seinem Empfang in Galizien polenfeindliche Kundgebungen der Ukrainer zu besürchlen wären. Aus diesem Anlaß fm«de gegenwärtig zwischen dem Vatikan und dem Warschauer Außenministerium ein lebhafter Depeschenwechsel statt. Metropolit Szeptycki wurde bekanntlich während des Krieges von den Russen nach Kursk und Jaroslaw ^verschleppt, worauf seine Internierung in einem Kloster erfolgte, das er erst nach zivec Jahren verlassen durfte. RuMMien. Sie Wische Schulftage. Bukarest, 20. Juli. (Del. d. ,Mr. Movgenzsrtmrg".) Die.Frage des Oeffentlichkeitsrechtes der jüdischen Schulen in Mebenbimgen ist in ein neues Stadium getreten. Wie berichtet wurde, hat die Entzichimg des Osffentlichkeitsrechtes der bestandenen jüdischen Schulen und ganz bksonders der Tarbuth-Schule bei allen jüdischen Parteien Erregung hervorgevUsen und eine Mp den 18.' d. einbemfene Tagung dev Delegierten aller jüdischen Richtungen kvgsnmLnLvI.K 125.000 |IJ{|ffi[] Leinenwareh. Was«hwaren ' Stoffe/WöschG, s«kr billig war berufen, zu dieser lebenswichtigen Frage der Juden» schaft in Siebenbürgen und des Banats Stellung zu -nehmen. Diese Konferenz wurde nun in letzter Minute abgesagt, da die inzwischen begonnenen Vevhaydlrmgen mit der Unterrichtsverwaltuug noch nicht abgeschlossen sind, llnterrichtsmimster Angheleseu nmrmt Wohl in den Hauptpunkten noch eine ablehnende Haltung ein und die Verhandlungen mit ihm verlaufen mitunter sehr lebhaft. Doch sind sie bereits so weit gediehen, daß der Minister sich im Prinzip dazu verstand, der Tarbuth-Schule das Oeffentlichleitsrecht wieder zu erteilen. Die näheren Bedingungen für dieses Zugeständnis wurden noch nicht bekannt gegeben. Hingegen lehnt er es ab, jMsche Schulen, sei es mit oder ohne Oefsentkchkeiisrecht, zu gestatten, ehe, das neu« Schulgesetz fertiggestellt und genehmigt ist, was jedoch vor November dieses Jahves kaum zu erwarten ist. Unter solchen Umständen ist die Wiederaufnahme des Betriebes in den jüdischen Schulen sowie die Unteröringnug der jüdischen Schüler in den mchtjüdifchen Schulen zu Beginn des kommenden Schuljahres sehr in Frage gestellt. PälMna. Ias PalWnll-Mandat vor dem Mllrrbuvd Der Bericht der englischen Regiermrg. Genf, 19. IM. (Del. d. ,M. Morgenzeitung".) Die Mandatskommission des Völkerbundes 'tritt dieser Tage hier zusammen. Unter den ihr, vorliegenden. Beratungsgegenständen, besindet sich auch der Bericht der englischen Regierung über die, Verwaltung in Palästina. Re Wische ßinwimderung. London, 20. Juli. (Tel. d. ,Mr. Morgenzeitung".) In den ersten fünf Monaten des Jahres 1923 sind in Palästina insgesamt 4080 jüdische Personen -gelandet. Davon waren 1647 Minner, 1345 Frauen und 1088 Kinder. Die arabische SpdoWon. London, 19. IM. (Tel. d. ,Mr. Morgenzeitung".) D'u arabische Delegation (deren Zusammensetzung die „Wiener Movgertzeitung" bereits mitteilte) ist am 15. IM nach London abgeveäst. Nach einer Meldung aus Jerusalem^ wurden in der letzten Woche die arabischen Mitglieder des A d v: s o r y Council von Sir Gilbert Clayton zu einer Besprechung «mgeladen, in welcher chnen mitgeteilt wurde, daß eine eventuelle Annahme des-Amtes mcht die Auer- , kenuung der Verfassung Palästinas bedingt. Die Araber verlangten eine schriftliche Erklärung. Am gleichen ANend hielten! sie eine Besprechung ab und beschlossen, um zwei Wo chen Bsdtzrcheit zu bitten. i Die ritssischen Fustitationeu i« WlWna. Gn Protest der Sowjets in London. London, 20. IM. (Del. d. „Wr. Mvvgenzeitrmg".) Ter Hiesige Vertreter der russischen Sowjetregierung hat nach «einer Möldmvg der ,/London> Pvs^ bei der britischen Regierung gegen di« Veräußerung verschiedener Woh'.- ifcchrtsanstalten, Spitäler,' Hotels und anderer JnstitutiIncu in Paläst-ina durch die ruffisch-palästlMNsische Gesillschirft Protest^erhoben. Die Sowjetvögrerung erklärt, daß '.-diese Mter russisches Staatseigentum seien. In der an Lord Curzuon gerichteten Protesürote wird gesagt, daß die MMch^pMsLnensische Gesellschaft ihren Hauptsitz nach Beul i n verlegt habe, um unter der Patronanz einer Gruppe rusifischer Monarchisten über Güter und Werte VerDgu-ngen zu treffen, welche rechtlich bas Eigentum der gegenwärtigen SowjeLvegierung bilden. Obgleich die Sowjetooglermvg die für .Palästina und Syrien geschaffenen ManÄrtsrechte Englands und Frankreichs nicht anerckemft, müsse sie gegen die Haltung dieser Mächte, durch welche die Verschleudevung russischer Staatsgüter durch Äe russisch-palästmensische Gesellschaft begünstigt" Wird, Protest erheben. Gleichsautende Noten wurden auch an die auswärtige Aenrter von Frankreich und Italien gerichtet, ' Uebersav auf englische Beamte. Aus Jerusalem meldet das I-. C. B.: Der EilfeübaihnlmgeMeur Mr. I. Wia'ley -und Mr. Tahlor, di« nrit einem griechischen Eisenbahn- Lecmrten und ernsm ägyptischen ChcruWeur in einem Automabil von» Ludd fuhren, wurden von Arabern überfallen, die auf die Insassen des Autonwbils Schüsse abfeuerten. Der. 'Chauffeur und der griechische Beamte wurden getötet, Mr. 2Agley und Mr. Taylor verwundet. In der Nähe der Stelle, wo der U-ebevsallerfolgte, wurde der Körper eines Eingeborenen ohne Kopf gefunden. Es dürste «einer der Räuber seist. Die Bchorden haben die Muktars der t benachbarten Dörfer verhaftet und einen Teil der ihnen gehörenden Biehstück« bis zur Auffindung der Mörder konfisziprt. Aus aller Mlt. ' , Berlin, 20. Juli. In Weißensee bei Benin erfolgte bei einer FMaufnahm« infolge irrtün^licher Berwendrrng van Schwa-Wmlvor stM vmes harmlolsen Rauäivulvers eine, E i? p los io«, wodurch mchveve Personen -lebensgafä h rl>i ch verletzt wurden. L o-nchv-m, 20. IM. Julfolge der Forlda.ner des Dockarbviterstreikks in London, Manchester nnd Hnll spitzt sich die Lage in London seihr.-u. Die Leberlsmittelprerse steigen bedeutend. . Fiume, 19. Juli. Beim hiesigen Gericht hat der Prozeß gegen die 17 Beamten .des Finmaner Magistrats begonmrl, die we^gen Ausgabe gefälschte r Pässe angeAagt wurden. GotHeadbuirg, 2V. Juli. (Woliff.) Die NÄernationÄ« LustfcchrtausjstLllung^ Kt deute «feierlich eröffnet. worden.. . ,. ~8 II., Taborstraße Telephon 47-1-7 En gros F?r -