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Wiener Morgenzeitung · 1923-07-20 · Heft 1593 (20.7.1923) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1593 (20.7.1923)
Date
1923-07-20
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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jit. 1593 _ ' Wren^ Freitag SchlußimRationalrat. Der Nativn-alrat ist gestern nach , einer Dauersitzung, in ,bet nicht weniger als 21 Gegenstände erledigt wurden, -in'die Sommeirferien gegangen. Das Hans wird vor den Neu-, wahfen, «och «im September, zu einer kurzen Session züsammentrleten müssen, die wegen der Genfer BölkevbMdtaguug, die jedenfalls im Herbst stattfindet, notwendig seinwird. Zu dieser TaylWg «eisen cnrch Bundeskanzler Dr. Seipel und General« komMissär Dr. Zimm er ma n, da dort die österWichischeu Angelegenheiten mit großer Ausführlichkeit btchandvlt werden sotten. Vor allem erwartet man, daß in Gens -der Einspruch des Generalkkormnissärs Dr. Zimmer man >gegen das Südbahnüb ereinkom men pir Sprache gebracht werden wird, und daß im Anschlüsse daran der österrvichische Ratiomlrat den Südbahnakkord wird verhandeln müssen. Uebvigens ist auch der Ausschuß für soziale Verwaltung beauftragt, bis zum 16. September dom Nationalrat einen Bericht über die AlterZ- -und Invalid itätsverficherung M erstatten, und da im Sommer vielleicht noch einige Fragen spvuch- «eif werden, wird der Nationalrat seine Tätigkeit unmüttelbar bis -u den Wahlen .fovtsetzen. In der gestrigen Sitzung leisteten zwei neue Abgeordnete -die Angelobung, der Grsatzmmm des schwerkvcmken Christlichsvzialew Schoiswohl, Pichler, und der Ersatzmann des Agrariers A l t e n b a ch e r, W i tz a n h. Zunächst wurden die'Gesetze betreffend die Tilgung .und Verzinsung der Schuld dos Bundes an die Nationa-lbank, betreffend die neuen ImmoMargebühren und über die Nachzahlungen bei Erhöhungen der Salzverschfeißprerfe in dritter Lesung angenommen. Dann referierte Dr. Odehnal über das Bundesbahngesetz, oyrch das bek<MuMch die Kommerzialisierung der österreichischen Eisenbahnen -in die Wiege göleitot werden soll. Er beantrag zmn Gesetz folgende Resolutionen: Die Regierung wird anfgeforÄsrt, bei .der ArMvahl der von »ihr in die Verwaltungskommission der UnfevnchnMng Oestereichische Bundesbahnen zu entsendenden Persönlichkeiten daraus Bedacht zu nehmen, daß niemand in diese iKvmmWvn enffendöt werde, der an einer Geschäftsverbindung mrt dem lU-ntern^men Inte reffe besitzt. Demgemäß wären msbesondere lertende Funktionäre von Banken und, Industrien. die mittelbar oder unwittelibär an Lieferungen an, die ^Bundesbahnen erheblich inteveffiert sind, wegen Jnkompatibklrtat von «wer Berufung in die Verwaltlumaskammrisiivn anSMchkießen. Die^RegdWuna wird' achgHovdert. den Bertlvag mit der Europäischen Güter- und ReffegepäcksversichermM-U.-G. zu kundigem Die Unterinchr^ OesterrÄchische B-uNdesbahmen hat. die fakultat-rve Güter- und Rersegepäcksverfrcherung entweder svW oder im Wege der WickversicherUrvg gvwvmsam mit mweren östevrerMchen WerstchevungsanstMen emKvfuhren. Die UebertraMunig des TvanspvrtverWhivrm^Hgeschäftes an eine besondere WerstheruingK^talt ist wn- Abg. Dr. M le wibo^em (SrMldemokvcch eErte, daß der vevMntziye GvundachanSe des Gesetzes, durch die Arbeit des Ausschusses so verballhornt worden sei. daß ein brauchbares Gesetz nicht «ustande kommen konnte. Das gcmtze ist em ^stem von schwächten HaWheiten und von Widchpvüchen. An dem Gesetze tmw die Mchrhevt kerne Freude iho^w, es wird werden gegen die Vorlage stimmen. Abg. Dr. Gtroffner (Moßdeutsch) sprach! die Ansicht aus. daß fotoe notwendigen Reformen für die WMiche Sanierung der österreichischen Bundesbahnen auch ohne Systemwechsel möglich gewesen wären. Die Kritik, die an den österreichischem BundeÄahtten geübt wurde, bezweckte, diese im öffentlichen Ansehen hevahzuisetzew, nm sie verck<rufsreif $u machen. Das Gesetz wurde samt den, Resolutionenin Kwte vt e r und Les ung beschloss en. Ebenso der Vierte Nachtrag zum Besoldungsgesetz, durch den die gwffchvnden BM-desangestellten und der Regierung aus Anlaß der letzten Bearintenbewegung abMchloss-snen Vereinbarungen ratifiziert werden. Ohne wesentliche Debatte wurden schließM) noch folgende Gegenstände der Tagesordnung zum Beschluß erhoben: Matznechmem Es. Anlaß der Einstellung der Tätigkeit de»s Vers orgungsinstitnts für Zivilbeb-ienstete der ehemalraen Heeresverwaltung. Das Gesetz über die Ausprägu-wg vom Scheide- Nl ünz eu zu 60,100, 600,1000 und 6000 K. lieber Antrag des Abg. Koll'mann wurde beschlossen, daß auch Münzen zu 200 und zu 2000 K. ausMprägen feien. Das Haus verabschiedete ferner 'das dritte Kriegsanleiheübernahmsgesetz, die Resolution Wer die Schadenansprüche der durch di^o Verzögerung der -Uebergabe des Gurgenlandes geschädigten Privatpersonen, das Gesetz betreffend Bundesst ratzen im B u r g e n l a n d, die Betträ-ge der Bundesistraßonverwaltung an Länder, Gemeinden und Bezirke, die Ergänzung des Hausgehilfeugesetzes. Nach diesern Gesetz können Dienstggiber, die einen HausgehÄfen ohne Dienstkarte in Dienst nehmen, von den politische Gchürden mit einer Geldstrafe bis zu 200.000 K. oder mit Arrest bis zu 14 Tagen bestraft werden. ' Schließlich wurden noch amgenominon: Eine Novelle zum,5traukenversicharungsgesetz der St«aa>tsangestellteu, eine Vorlage Mer Vereinfachung der schriftlichen Äusfert rgungen der M>ru,iftorren. ein Gesetz über die Ausdehnung der Schulpflilcht im Burgenland^vom, 12. bis zum 14. Lebensjahr und -das Uebereinkommem mit Italiem, betreffend die Behandlung von kausmännischem Gesell« s chaftem. ,PMident Se.itz >hielt «irre kurze Schlnßainsipmche, in-der er die mcherbvechung der Beratungen des Hanfes nirh den Ernteavbeiten begründete und allen Abgeordneteu eine angenehme Erholung wünschte. Tag ttrtb Stunde der nächsten Sitzung wird in Lag u Wiener Morgenzeitung. 2lc Auflösung des Wiener Gemelnderales. .Heute tritt der Gemeinderatsausschuß für allgemeine Berwaltungsangelegeyhsiten' zusammen,,um die drei G es e tze s vor lagen/ die -für dis Neu'w äh l des ' Wiener Gemeinderates erforderlich sind, zu bovaten. Die erste Vorlage besagt, daß der Gemernderat mit Wirksamkeit vom zwanzigsten Tage nach der Vornahme der Neuwahl aufgelöst wird und mit dem gleichen Tage auch dve Bezirksvertretungen aufgelöst werden. Die zweite Vorlage enthält alle Abänderungen der-Befassung der Bundeshauptstadt, die infolge der Verringerung der Mtgliaderzahl des Gemeinderates von 165 Ef 120 notwendig sind, und das dritte Ges-etz enchält in 43 Paragraphen die neue Wiener G emeindewahlordnung. Am Montag wird sich der Stadtsenat als Landesregierung, und am Dienstag der Gemeinderat als Landtag mit diesen Vorlagen beschäftigen. Landeshauptmmln Wahlheim. . Der nsugewählte LandeshaMtmann des Burgenla-ndes Professor Dr. Alfred Wahlheim hat gestern.in die Hände des Bundespräsidenten Dr. Hämisch .die Angelobung' geloistet. BuvdesprSfldent Hainisch in Badgaftem. Zusammenkunft mit Dankl und Hötzendorf. Ein begeisterter Veteran versendet Es Ga st ein folgende Mitteilung: Der . Kurort rüstet zmn Enchfang des Bundespräsidenten Hainisch, welcher am 28. d. um 9 Uhr 20 Minuten vormittags hier ointresfen wird. Nach dem festlichen Empfange im Dahnhofe, durch die Gemeinde- und Kurvorstchung begibt sich der Bnndespräsident in das Hotel. Kaiserhof, wo der Gast Logis nehmen wird. Nach der Besichtigung der Kurorte Hosgastein und Badgasteün findet im Hotel Straubingrr ein Fünfuhrtse und um 7 Uhr abends ein Festkonzert in der Wandelbahn statt. Nach dem Festkonzert wird die Gemeinde zu Ehren des Gastes ein Festbankett geben. Am 29. d. findet in Gsgenwart des Bundespräsidenten die Enchüllung des auf der Elisabeth-Promenade, gegenüber der Billa „Mozart" ausgestellten Kriegerdenkmales stützt.'Dieser Feierlichkeit werden unter anderem die Generale Dank! und Hötzendo r f, die Hvmratwehren der Umgebung, der Kaiserbund, der Artilleriebund von Salzburg urrd viele, andere mchr mit ihren Fahnen beiwohnen. Nachmittags findet beim „grünen Baum", ein Volksfest statt, bei welchem eine Original Gasteiner Bauernhochzeit mit alten Salzbuivger Gebräuchen, „Perchtenlaufen", ein alter, SalKurger BrMch, und verschiedene andere Belustigungen vorgeführt werden. Me diese Veranstaltungen finden zugunsten des Schwarzen Kreuzes statt. Der Bundespräsident begibt sich am 21. d., abends, wieder nach Wien zurück. Von sozialdewokratischer Sckte wird zu dicherv erstaunlichen Sache noch rurtgeteilt: I« das Programm der Veranstaltungen fallt auch die ENchüllung des vom HeinrkehrerverbarB geschaffenen Kw ie-g sirvMr 5m a lS. Obwohl es den JnteMonen des Denkmalausschuffes widerspricht, wollen sich trotzdem salzburgische und Kärntner Heimwehrorganisationen bei der Enthüllungsfeier korporaM einfinden. Um dem BrmdeSprafidenten kein emsettiges Mld der Politischen Situationen zu geben, werden auch g^schlofl'ene i^ozüaldemockDaittrsche O-ndn-e-ror g>cr.n4fiatvon^m ans den Jndustriegegenden Satzbnrgs, insbesondere des Pongaus, 4n BMÄschaft gestellt Wörden. — Das kann hübsch werden! M gudrn m dev Hochschulen. Deutfches Wesen und Wirken. Der deutschvölkische Schutz- »md Tr-utzlbnud, etrue der vielen Ha-kLnkreuHgÄsellschaften sSt. Pölten, Matthias EorviMuLstrahe 8), hat sich von einem gewissen Beo Haubenb ierigs r eine Broschüre schreiben lassen, . welche die V«erjudung des deutschen Geisteslebens schildern und die diversen Nowosats zu Heldentaten im Dienst der nationalen Sache ^begeistern sollte. Seine Schildrung war mit eimer Menge von Namen belegt und wurde deshalb vmr allen Pveßprodukden völkischer Richtung ohne weitere Prüfung ckbged«uüt. So hatte auch die „Süd-mark", alpenländische Monatsschrift für deutsches Wesen und Wirken, in ihrem Brachmonatheft (Juni) den Inhalt der Haubenbengerschen Arbeit wiedergegeben. Im Henmonatheft (Juli) muß sie nun Mitteilen, daß der Artikel vielfach berechtigtes Mißfallen erregt hat. Dieser Hauben'berger hat nämlich ans gut Glück aus dem Adreßbuch Namen abgeschrieben, die ihm als füdisch Vvrkameu. Da er die grenzenlose Ignoranz seiner GesrmM'NgKge-. nassen kennt, nahm er sich weiter keine Mühe, >und tatsächlich sind seine, Schimpfereien für so und so viele Volksgenossen Erbamcngsstnnden geworden. Die Personen aber, die er nannte, waren nichtentzückt und sie schrieben dem Brachmomtsheft wütende Briefe. So mußte dann fostgestellt werden, daß der Kr aut mann, der als Beispiel für die VerljuduNg des FnstiMÄnsteriums denunziert worden war, Partvileitungsmitglied der Gwßdeutschen Bollspartei ist. Der Freudenthal im Mnisteriimn .des Aaußern ist ein arischer Freiherr von, Oswald Redlich, Präsident der Akademie für Wissenschaften, stammt aus dem biederen Tirol. Im-gEzen mußten bisher 24 Namen aus der Liste widerrufen werden, davnnt>er der eines Herrn^Grantzes im Verkchrsministerium, der Arier war und schon längst igeistor-ben ist. Das Henmonatheft widmet' dieser argen EntMHnng.die folgende EntschuMgumg: Das Heft HL'ubenbevgers. vom Schach- und Tüntzbund für Oeftervesch verlegt; ist vo-n AÄhlreichen Zeitschri-sten als Mterlage benützt worden und, so viel wir wissen, nnwiderspwchen geblieben. Herr Haubenberger, fügt sitz hinzu.' hat auch in „Deutschlands ErrwüeÄmg" einen Aussatz über das Jndentmn in Oesterreich geschrieben; der Aufsatz ist sondergednrckt. nachgeschrieben und - Viels in nationalen' Blatlbem; gepriesen worden, was wir jederzeit Nachweisen können. (DeutschvölLischer SchutzuNd , Trutzbuind für Oesterreich in St. .Pölterr, Matthias Corvinusstraße 8; Düuck: Buschek. Waidhofen au der Thaya; „Dmtschlands Erneuevumg", München, Lehmann. Paul Heysestraße 26.) War damit Herr Ha'Uhenbvrger nicht geWisieMaßen zu vinsm Fachmann des prakti- _20. >Iuli 1923 _ Seite 3? schen AntifemitismuZ gestempelt? Hätten wir nach sv viel Empf-ehlnngen, — man lese nur die Besprechungen seiner AuMtze — noch Recht -zum. Mißtrauen?Durfte mcrn, cmnehrnen. daß ein solcher Fachnlanu im breitesten öffentlichen Lebep stehende Männer als Juden an den Prange-r stellt, -ohne ihres Judentums vollkommen sicher zu sein? Wir durften mit vollem Recht annchmen, daß ein so von-allen Seiten giinstig beurteilter Verfasser nur mch den gewissenhastesten Gchebungen die Zahlen und Namen, die wir angeführt lhaiberr. ausgenommen har. Unser Fehler war lediglich, daß wir es unterließen, die CntnalMe unseres Artikels aus der Egeführten Broschüre miiMlteilen und daurit die Veroutwo-rtung auf die richtige Stell« zu übertragen. Damit glauben wir, den -bAauerlichen Vorfall genügend geklärt zu haben und dürfen die Empörung auf die richtige Stelle ableiben. Weitere Mfklärungen aus dem Leserkreise sind uns sehr erwünscht und werben 'dringend erbeten.' Wir halten es selbstverständlich für unsere Pflicht, dafür zu sorgen, daß die Beiwssenen Genugtuung bekommen, und tragen hiermit unseren Teil dazu 'bei. . Auf solche Weise sind die Protokolle der Weisen von Zion, die Enthüllungen über den Leufel Bitru mrd jetzt auch die Pentha-Lull-Aufsätze des Herrn Dulpenthal entstanden. Es findet sich immer jemand, der darauf hevetnfällt, ' wie die Brachnronathvsbe ourtib die Wiener „Reichspost". Tschecho-Slowakei. Lar Eigentum der Sfterreichisch-ungarischen Monarchie. Prag, 19. Juli. Delegierte einiger Ressorts dex Staatsverwaltung sind nach Paris gefahren, um über die Aufteilung und Buchung des nach § 209 des Friedensvertvages von Samt-Germam in tschechischen Besitz übergegangenen Eigentums der öfterrer chischen Monarchie zu beraten. Der Wert dieser Güter wird von der Reparationskommisiion festgesetzt und zn Lasten des erwerbenden Staates als Guthabrv Oesterreichs gebucht werden. Hakmkrevzlerei in Prchburg. Pretzburg, 19. IM. <M. der ,M. MorgerM.") Bov München über Wien ist nun die Hakeukreuzpest auch nach PveMurg gekommen. Wie überall hat diese den Frioderr störende Hatzbewegung auch >hier vor allem dr, Schuljugend in ihre Netze eingefangen. Die Pveßburger Polizei scheint nun nicht daran zu denken, mit Hilfe junger Schüler 'das Gift des Tlnfviodens nn'ter den Bürgern in die Breiten Massen hinein-, tragen zu lassen. Als der erste Bursche, Edmuud Rau sch an, der Sohn eines städbischen Beamten, Mn erstenmal ostentativ mrt dem Hälkenkeruz im Knopfloch auf der Straße erschien .und sich, prvvokatiiv bmckhm, wurde er von einem Wachmamr angchaNen' und zur iAusweisleistung ausgefovdert. Seine' dem Schutzmann gegenüber an den Tag gefelgte, Frechheit importierte diesem , wenig, er wurde.zur Polizei gebracht, wo man von chm bald hevansibekam, daß er Mitglied einer hakenlkrenAlerüschen Jugeüdorgänisation sei, die den Zweck verfolge, sämtliche Christen Preßb-urgs zum^ energischen Kamps gegen die Juden zu vereinigen. Eine in der Wohnung RaUschcms durchgeführ-t« Hausdrrrchsuchurg förderte nfehrere -militärische AusrÄstungsg>Lgenstärde, , Stahlhelnre, scharf geschliffene Bcüjonette, geladene Revolver und jchr viel hÄkenkrsuzlerisches Propagandamaterial zutage. Auch bei anderen vM Räuschan namhaft genrachten jugendlichen Führern der HMnLrervzbelwegung w Preßburg und der nächsten Umgebrmg wurde viel belastendes Material, durch welches -auch einige bekannte politische Perfönlich- Ikeiten kvmpromittrert erscheinen, sichevgestellt. Das Hauptnest der Orgauisation ist die,Handelsschule, und zwar hauptsächlich die vierte ur.-garische Parallelklasse. Rauschan gab bei feiner Einvewahme auch zu, daß er ,im Begriffe war,, zum Durneüfest nach München abzulveisen und daß di« HcckelckreuzbÄvegU'N-g vom deutschnationälen Parteisekreta-rirat in Preßburg ausgegangen ist. Die Untersuchung in-dieser Augefegenheit wird , mit aller Strenge weitergesuhrt und man erwartet andieser Angelegenheit in den nächsten Tagen weitere Werhastun gen und Enchüllmvgen. Ungarn. Sine SkandalMre des „KrontzrinM" Horthy. ' Budapest, 19. IM. (Tel. d. ,Mr. Morgenze.rtg".) Seit eiariger Zeit spricht man, -wenn auch sehr vorsichtig -und leise, in verschfeder.«n Gesellschaftskreisen von ein-er Skandalafsäve, deren Helden di>« beäden Söhne des Reichsverwesers H o r t h y, der „Kronprinz" und sein jüngerer Bruder, waren. Nun werden auch die EinyÄhesien dieser Affäre bekannt. Bor einiger Zeit nänBich, hielt sich in Budapest eine holländische Hilssmission auf. Es hawdelte sich um die Vorbesprechung zur Durchfühm-ng einer größeren Humanitären HklfAccktion. Unter verschiedenen Ehvung-rn, die Hovthy den hilfVbevei-ten Gästen, zu-teil werden ließ, befand sich auch ein Besuch 'der königlichen Oper, und es.-war nur naril-rlich, daß der Adjutant Horthys Limenschi-ffsleutnant Ol-af Wulff dte- Gäste in die Hofloge brachte, welche nur von der Familie des Reichsverwesers benützt werden darf. Die Gäste hatten kaum' Platz genommen, als der BMet-mr in die Loge trat und''dem Adjutanten' unter 'großer Zlufregamg Maas ins b^t flüsterte. Der Mjutant eilte Ais der Loge. Draußen traf er die beiden GpvößNnge. Horchhs, den erst vor kurzem zum ,Helden" erhobenen älteren Sohn, den „llrv-nprir-zen", und seinen jüngeren Bruder, die. ürrchthar randalierend, forderten, daß die Holländer sofort schauen möchep, daß sie die Hofloge verbaflen, da sie selbst die Absicht haben, die Hoftoge zu benützen. Die zwei jungen Horthys waren offeubar schwor botru-mLeu. Denn der Adjutant vermochte sie zunächst. nicht Mr Bevmncht zu bringen und ihnen bsgMffich zu machen, -daß es sich um Wohltäter iÜugabnS handle und/daß es zu erusm suvopäh'chen SkandaS, -

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