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Wiener Morgenzeitung · 1923-07-18 · Heft 1591 (18.7.1923) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1591 (18.7.1923)
Date
1923-07-18
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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M. 1691 Wien, MMvhch AaumwollmaM. New-Bork» 16. Juli. BanwwollMstchrrn in den attoitt. and Golfhäfen 4000, im Innern 100L. AuSstchr nach Großbritannien 2000,-*. nach dem Kontinent 1OOO. . . Lokalmarkt middling t 27.55 (gestern 38.—). Tendenz; stetig. Termine: Juli 26.79, August 26.65, September 24.55, Oktober 23.83," November 23.65, Dezember 23.32, Jänner 23.00, Februar —, März 23.V2, April , Mai 22.90. ' * Witner Morgenzeitung. 18. Juli 1923 ©eite» mm Me Setoffentotfe. Berlin, 17. Juli. (Devisenkurse-.^ — Amsterdam 85.386.-» (76.807,50), Belgien 10.673.LS (9576.—), Christianiü 35.511.— (31.920.—), Kopenhagen 38.304.— (34.314.—), Stockholm 57.866.^ (51.870.-), Italienische 9336.60 (8354.-), London 997.500.-(867.750.-), New-York 217.455.- (195.111,-), Pari» 12.768.- (11.571.—), Schweiz 37.905.- (04.114.50),Sfowfcn 31.122.- (28.029.50), Wien 311.22 (276.30), Prag 6503.50 (5860.-), Budapest 24.93 (22.44), Sofia 1995.- (1745.60), Belgrad 2354.- (2094.60). J Berlin» 17. Juli. (Notenkmse.) — Noten Dollar 217.466.- (196.111.-), Pfund 997.600.- (897.760.-). Italienische 9336:50 (8354.-), Polnische 17Q,- <156.-), Tschrchoslowakische 6603.50 (6860.25), Oesterr. gestempelte 811.20 (276.30). Prag» 17. Juli. (Devisenkurse. — Mitgeteilt . vom Bankamte' des tschecho-slowakischen Finanzministeriums.) Berlin 1.35 (1.40), Zürich 680.25 (683.75), Paris 194:- (196.60), London 161.25 (151.26), New-York 33.22V, (33.22), Belgrad 35.62'/. (35.87), Bukarest (-.-), Men 4.44 ,l —- -- 37.25 (37.-), Polnische 2.26 . Budapest» 17. Juli. (Kurse der Devisenzentrale.) — Amsterdam 3380 bis 3460, Bukarest'44.— bis 48.—, Kovenyagen 1487 SiS 1647. CHEania 1376 bis I486, London 38.920 bis 40.120, Berlin 0.0470 bis 0.0670, Italien 366.-bis 366.-, Paris. 496.- bis 616.-. Prag 265.- RS 267.-, Stockholm 2272 bis 2372, Zürich 1480 bis 1640, Wien 0.12 bis 0.13, Sofia 77.- ois '81.—, Belgrad 91.- bis 95.-, New-York 8600 bis 8860, Warschau 0.07 biS 0.0760, Brüssel 412.- bis 432.-. Agram, 17. Juli. (Devisen.) Wien 0.13176 biS Berlin 0.040 bis , Budapest 1.10»/« bis , Brüarest —.— bis —.—, Italien 404.— bis —, London 433.— biS —, New-York 9350.- bis -.- Paris 547.50 bis Prag 283.60 bis Sofia bis Schweiz 1635.v bis Brüssel -.- biS -.-, Warschau 0.077 bis Amsterdam —.— bis Stockholm —. Belgrad» 17. Juli. (Devisenkurse.) London 433.50 bis Paris 650.-bis New-York 9400.-.bis Genf 1642.- bis Saloniki-.- bis Mailand 404.- bis Prag 284.- bis Berlin 0.039 biS Wien 0.1326 bis .Bukarest 47.50 bisSofia bis ,- Budapest 1.12 bis , Brüssel 460.- LiS —Amsterdam—.— bis—.—, Warschau —.— bis—.—. Warschau» 17. Juli. (Devisen.) Berlin 0.52, London 687:800, New-York 117.000.-, Prag -.-/Wien 1.56. . Amsterdam» 17. Juli. (Devisenkurse.) London 11.72 bis Brief, Berlin 0.0011 bis . Brief, Paris 14.90 bis Brief, Schweiz 44.60 bis Brief, Wien 0.0035-/, Bfe. 0.0036Kopenhagen 44.60 bis Brief, Stockholm 67.80 bis .Brief, . Christiania 41.40 bis Brief, New-York 255.— bis 258.60, Brüssel 12.35 bis Brief, Madrid 36.55 bis Brief. Italien 11.— bis Brief, Budapest 0.02V» bis0.03'/,. Helsinafors 7.— bis 7.07'/,. Prag 7.63 bis 7.66. New-Bork» 16. Juli. (Devisen.) London 459'/-, Paris 583,75, Berlin 0.04125, Mailand 430.50, Zürich 1741.-, Kopenhagen 1761, Stockholm2654.—,Christiania 1625,Amsterdam 3917.—, Prag 300.25, Wien 0.14, Budapest 1.125 Bukarest, 52.50, Warschau 0.08, . Madrid 1432.-, Helsingfors 278.- Brüssel 483.60, Kanada 2"/„ unter pari, Brasilien 9675, Argentinien 8418, Belgrad 106.-. >a?ut|u/uu f.üi; ), Budapest 36.50 (36.25), Jugoslawische Oesterreichische gestempelte Krone 4.62V» (4.62-/,), (2.56). Ungarische 21.— (24.-). Qvpyri'M 192» . Nachdruck' vcrbotcii. dsü.i-»vit-vsriLx,MsL-i.oiprlL. » (40. Fortsetzung.) Fn Polens Wäldern. _ N-om.au von I. Opatofchu. Antorisievte Uebettraguna aus dem Jüdischen von Si e g f ri ed Schmitz. , Berek war mit uns; er ging von Feuer zu Feuer, fm . jeden hatte er ein gutes Wort oder einen Witz bereit, und wohin er kam, dort touröe es fröhlicher. Was wisset ihr? Das war ein prächtiger Kerl, ein Diamant! Kurz und gut, ja, spo halte ich denn? Ja, brr Feind war sicher, die Juden würden. an Jom Kippur nicht kämpfen; so hat er bei Tagesanbruch den Sturm auf, unsere Schanzen begonnen. Wie soll ich euch das schildern, Kinder? Die Lust glühte, es regnete ^Fener... , aber.,, wir haben auch nicht geschwiegen! Jedesmal, wtzrm der Feind aus dem Wald gegen uns vorrückte, da hat es so ausgesehen, als bewegte sich der Wald. Man konnte ordentlich Furcht bekommen, und wie der Feind naher an die Schanzen herangekommen ist, da haben ihn unsere Kanonen niedergemäht, wie wenn man mit einer Sense über's Gras fährt. So ging es bis in den Hellen Tag hinein; Berek ist von einer Schanze zur anderen gesprengt. Drei Pferde sielen an diesem Morgen unter ihn:; jedesmal, wenn er ries: „Feuer!", da haben die Kanonen darauf, losgedynmrt, daß dir beinahe das Trommelfell in den Ohren zersprang. Der Feind kan: immer näher. Die jüdischen Holzhäuschen hinter dem Friedhof gerieten in Brand; nun hatten wir Feuer von hinten und Feuer von vorne. Aber wir sind gestanden wie ein Mann, bis zur letzten- Minute, -und wie der'Feind in die Schanzen eindrang, 'dck sind wir auch Nicht davon, sondern haben um jeden ZollErde gekämpft; das Blut floß wie Wasser. Begreist ihr? Zehn Russen auf einen Juden. Wie Heuschrecken schwärmten sie aus dem Walde hervor; dünn erst gab Berek den Befehl zum Abzug. Vom ganzen Regiment waren ein paar Dutzend übrig geblieben, aber keiner von uns hat sich ergehen. Wie wir abgezogen sind, da habe ich eine:^ugel in -den Fuß. bekommen." „Man evzLHA, daß Schmiel Zbytkower, begqmu einer. ' ' " ' ' ,/Ob ich Schmiel Zbhtkower gekannt habe? Ha, ha, das war ja ein Engel!" fiel der Alte dem Chassrd ms Girre Verleumdung der Hakoah.*) Der Sportklub Gradjanski in Zagreb betitelt den mit großer Anfmachnng in seinem Organ gebrachten Artikel mit: „Die Aßfyre der Hakoah und ihrer Gastspiele in Zagreb", obwohl in diesen: Artikel die Hakoah die Nebenrolle spielt und in erster. Linie die verhaßten lokalen Mvalen Hask und Concovdia vor der Oefsentlichkeit gebrandmarkt werden, sollen. Immerhin kann es aber der Hakoah nicht gleichgültig sein» wenn über sie unwahre Nachrichten verbreitet werden, weshalb ich als Leiter der damaligen .Expedition den wahren Verlauf der ganzen, . Angelegenheit, die in jugoslawischen. Sportkreisen zu einem Kesseltreiben gegen den jüdischen Sport benütz: wird, berichten will. Schon seit langem bemühten sich die. jugoslawischen Makkabi- Vereine, ein Gastspiel der Hakoah in Zagreb zustande zu bringen, was aber immer wieder scheiterte. Schließlich schien die Propagandareife perfekt, als Ende April mit Gradjanski wegen eines Spieles am 1.,Mvi unterhandelt wurde, doch lehnte damals Gradjanski die von der Hakoah für die Hinreife geforderten Schlafwagenkarten im letzten Moment telephonisch ab, so daß die Reise wieder unterbleiben mußte. Diese Forderung mußte deshalb gestellt werden, weil die Spieler in Ermanglung von Urlauben sowohl die Nacht vor als auch jene nach dem Spieltage zur Bahnfahrt hätten benützen müssen. Kurze Zeit später kam' es aber doch zu einem Abschluß. Und zwar hatte sich anläßlich des Ländevwettkampfes Oesterreich—Ungarn ein bevollmächtigter Vertreter der beiden koalierten Zagreber Vereine Hask und Concordia in Wien eingefunden, der mit. der Hakocch zwei Spiele für den 23. und 24. Juni perlsekt - machte und hierfür eine Pauschalvergütung von- 45.000 Dinar gewährte., Diese Summe wird im „Sport-- skilist" als kolossal hoch hingestellt, doch weist der Artikelschreibev an anderer Stelle selbst darauf hin, daß die Veranstalter trotzdem ein gutes. Geschäft gemacht haben, was übrigens von letzteren niemals abgestritten,wurde. Die Hakoah hat von allem Anfang an gewußt, daß bie Zagreber bei ihren: Auftreten ein gutes Geschäft machen würden, und hatte" deshalb insbesondere, da es sich um-einen Sonntagstermin in der Saison handelte und ein Retourspiel in Wien nicht in Betracht kam, ein Plus über die effektiven Spesen verlangt. Wenige Tage, nachdem die , beiden Spiele 'abgeschlossen waren, erschienen zwei Herren des Gradjanski bei mir, und sjwar der Präsident dieses Klubs, Herr Berger, und sein Wiener Vertreter, Herr Weiß. Sie'bedauerten es aufs tiefste, daß mit Hask u-nd Concordia abgeschlossen worden war. erklärten, daß sie denselben Betrag, odeNduell auch mehr gezahlt hätten und appellierten insbesondere deshalb an die Hakoah, auch gegen Gradjanski M spielen (die Mher 'augrd-entete . .*) Siehe „Wr. Morgenzeitung" von: 16. d. Wort. „Ihr wißt ja gar nichts; wie die Kosaken in Praga eingedrungen sind', da haben sie dort ein Blutbad ängerichtet, daß Gott bewahre und beschütze! Und wäre nicht Schmiel Z'bytkower gewesen, Gott weiß, ob ein JuHe in Praga leben geblieben wäre? Stafetten hat er ausge-. schickt, Reb Schmiel nämlich, und hat kund getan, jeder Kosak erhalte für einen loten Juden einen Silberrubel und für einen lebendigen ein. Goldstück; natürlich hat man ihm mehr lebendige Juden* gebracht. . Der Alte schwieg, gewohnheitsmäßig tastete er, ob seine Krücke neben ihm sei, seufzte und senkte den Kops. . „Und was ist mit Berek geschehen?" fragte Schmiel. „Ist er in Polen geblieben?" „Da wäre er aber dumm gewesen!" Der ■ Alte lächelte. „Noch am selben Tag ist er fort. Ihr wißt ja gar nichts; wäre er damals auch nur einen Tag in Praga , geblieben, so hätte man ihn ausgehängt! Es war alles haargenau ansgerechnet, hinter allem, müßt ihr wissen, haben große Leute gesteckt!" ' „Er ist aber zurückgekommen, Berek nämlich," unterbrach ein anderer Chassid den Alten: „Langsam, langsam, Vetter," der Mte winkte dem Chassid mit der Hand zu, er möge schweigen, „nur nicht Fische fange::, eh' ihr das Netz habt! Mas wollte ich nur sagen? Ja, in der ersten Zeit hat man gar nichts von ihn: gehört, von Berek nämlich, als wäre.er ins Wasser gefallen. Dann hat man erzählt, er sei Napoleons Adjutant geworden und erobere eine Stadt nach der anderen; alle, sogar die Christen, haben geglaubt, -unser Berek würde Polen wieder erobern. Jetzt, meine lieben Leute, lassen wir Berek und kehren wieder zu meinem Fuß. zurück. Ihr köllnt znhördn, was alles vorkommt—ich bin -im Spital gelegen bis tief in den Winter hinein. Der Fuß hat geeitert und wurde nicht besser. Kurz und gut, was-soll ich sauge erzählen? Der Fuß wurde bis.zum Knöchel abgenommen. Ich brauche euch nicht erst zu sagen, toi? mir zumute war — ein . Krüppel, keinen Groschen im Beutel und der Pessach kam heran. Da' blieb In h. nichts übrig ^alseinen Sack zu .nehmen.und betteln gehen. Aber.Wir haben einen Gott, der schickt Heilung, .noch ehe die'Wunde geschlagen ist. An dem Tage, an welchem ich das Spital verlassen sollte, kömmt ein wildfremder Mann hm, fragt nach meinem Namen, läßt eilten Beutel mit zweihundert'' Gulden für mich zurück, und hui — fort war der Kerl. Später habe Zumutung einer Absage an Hast und Concordia war von mir glatt äbgewiefen worden!), weil sonst die führenden Funktionäre des Vereines, durchwegs Jiwdon. unmöglich gemacht wären. Nachdem sich die Herren Mit einem Versprechen meinerseits, daß die Hakoah später einmal gegen Gradjanski spielen würde, nicht zufrieden geben wollten-, wurde schließlich ^von der Leitung der Hakoah das Spiel perfekt gemach:, nicht Zuletzt deshalb, weil sich MiWickder des 'Zagreber Mcckkabi sehr dafür eingesetzt hatten. Ms Termin wurde-der 27. Juni vereinbart Md die Vergütung mit 26.000 Dinar festgesetzt. Moser Betrag, wurde von Herrn Berger geboten :md von unS akzeptiert. . Kurz dar-a-us wurde der Hakoah durch Herrn-. Weiß, der in Wien domMiert, e>i« Brief Gradjanskis übernriuelt, der die Bitte enthielt, daß das Wettspiel auf Donnerstag den 29. Juni verschoben werden möge, da dieser-Dag ein jugoslawischer Nationalfeiertag sei. Weiter hieß es in dem Schreiben ivörtl-ich: ,Mr ersuchen, uns Ihre Zusage zum Donnerstngspiel durch unseren mternatwn-älen Vertreter Hrrou Weiß sogleich zukommen zu lasser.»." Letzterer fügte dem Briefe ein Begleitschreiben bei, in dem es unter anderem hieß: ..Wollen Sie uns mitteileu, ob Sie für den weiteren Dag eme Mehr, summe verlangen, oder ob wir das so arrangieren sollen, daß wir selbst für den amen Tag «Kost und Hotel zahlen." Da in beiden Schreiben inständigst gebeten wurde., der Bitte zu >lr»illsahren, willigten wir eit», trotz der kolossalen Schwierigkeiten, die sich -diesem dritten Spiel in Zagreb enigcgeustellten. So hätten vier Spieler Sonntag, abends nach Wien zurnckreisen müssen, um dann wieder zum Donnerstagspiel hinunterzukoinmen- Mit Schreiben vom 6. Juni dankte Gradjanski für das nel^erlich erllo-iesene Entgegeukommm und schrieb un'er anderem: ,^Jm Sinne einer neuen Vereinbarung mit unserem bevollmächtigten Vertreter' Herrn Dad'i> Weiß bestätigen wir..', usw." Wieso es. dann zur Absage dieses Spieles kam, werde ich morgen Berichten. Arttir Boac.. Jüdische Sportnachrichten aus der Bnko» , wina. In der BtckÄvina gibt es. zahlreiche' jüdische. Sportvereine. die über eine beachtenÄverte Stärke verfügen, w zum Bierspiel MMabi (Ez.ernolwitz). Hakoah (Czernowih), Hacrwirah (Madantz). Hasmoirea MorMnetz). 'uf>w. Ms Repräsentant -des jüdischen Spotts in der Bukowina kannohne Zwöisel Mäkkab: (Cizernowitz) angeschen werdw. Die jüdische Sportbewegung in der Bukowina hat ihre Anfänge noch vor den: Krieg und hat schon damals die Haikoah -in Czernvlwitz eine achtirnggebieterde^ . Poisition im Sportleben innegchabt. Gleich nach dem Umsturz fanden sich in Czernowitz einige behergke Jungen zusamurer: und gründeten den Makkabi. Er , war damals der rir-zige jüdische SporÄlub in Czernvwiy und hatte neben den einzelnen Spielvereinen anderer Nationalitäten einen sehr schweren Stand. Durch Energie und rastlosen ich erfahren, daß ein jüdischer Magnat jedem, der von Bereks Reginrent leben geblieben war, zweihundert Gulden geschickt hatte. Darnals, ihr versteht, war das ein Riesenvermögen; man hat mir auch bald ejne Braut'aus Kozk angetragen, Schlchm-e, des Baders jüngste Tochter. Kurz und gut, was soll ich erst lange erzählen, ich habe geheiratet. Nach der Hochzeit sagt der Schwiegervater zu mir — er war ein gesche^er Jude — Simche, mein Rat. ist, du mögest Barbier werden; wenn das einen Fremden erhält, wird es dich sicher erhalten! Ein bißchen scheren, ein bißchen zur Ader lassen, itinc keine Sorge, mit Gottes Hilfe wirst d'u schon dein Brot verdienen. Damals, ihr versteht, hat jeder Bürger sich einmal im Monat im. Bade scheren und zur Ader lassen. Das ganze Vergnügen hckt damals einen Dreier gekostet, ha, ha, ha. Kurz und gut, . ich bin ein bißchen abgeschweist, wo bin ich denn nur stehen geblieben? Ja, ich bin Barbier geworden. In der ersten Zeit Hab ich nttch ordentlich ums liebe Brot rackern müssen; die Kinder — euch verschone solches Unglück — sind mir früh gestorben. Aber nicht davon -wollte ich sprechen. Kurz und gut, es gcht natürlich nicht so schnell, wie man es erzählt — eines Tages werde ich in ein Dorf hinter Lnkow gerufen. Ein Rendar war von einem leichten Schlag gerührt worden und verlangte un-bodingt, nur ich möge ihm zur Ader lassen. Die Reise in das Dorf war danrals sehr schwer. Denn in Kozk, ihr vevstcht, saßen damals, die -Oesterreicher und in Lukow die Russen; ein solcher Weg war damals leLensgefährlich. Mir machte das nichts ans, ich wußte, mich, einen Krüppel, würde niemand behelligen. Kurz und gut, ich ließ dem Mann zur Ader und es wurde ihm besser; wie ich aus dem Rückweg ans dem Dorf heranssahre,' koinmt.mir da nicht Berek entgegen? Er hatte sich gar nicht verändert. Derselbe Sch-merrbatt, dieselbe Narbe auf der Stirn, nur eine andere Mütze hat er getragen — eine Pelzmütze ans Bärenfell. Ich springe vom Magen, stelle mich mit meiner Krücke in Posittrr, wie in den alten gaten Zei.ten, die Hand an der Mitze, sage: Herr Oberst . und: so weiter und so weiter mit dem ganzen Titel'. . . ich sage euch, ihr werdet es nicht glauben! Er hat mich umarmt, Tränen stan-den ihm in den Augen; dann hat er mich ausgefmgt, was ich maöhe, mich daran erinnert, .wie wir -hinter den Schanzen gelegen sind und hat mich nicht loSgelassen — ich mußte mit ihm euren Schnaps trinken. (Fortsetzung folgt.)

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