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Wiener Morgenzeitung · 1923-07-18 · Heft 1591 (18.7.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1591 (18.7.1923)
Date
1923-07-18
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Säte V ' Wien, Mittwoch Wiener: Morgenzeituns. . '' 19. Mi 198!; Rr. IM! äb. Der Ä» Auto sitzende Oberstintendant PrzepNinSN mrd die Frauen KolasinSka, Marxer und Kraban Sküben tot, mehrere Personen «erlitten schwere Verletzungen« We Chauffeure wolltenim ersten AugeMick flüchten, wurden aber, von der P olizei verhaftet, R-alschläge Sr den Gebrauch der Acht«. Lust« und SounenbSder. Me RoHaalMrrMmndentz schreibt: In den letzten-Tagen wwüde an Bssuchern der städtischen Sommerbäder wiederholt fefigestellt, daß sie sich durch Zu langes Verweilen in der Sonne Ve^rbreunungeu gugetzogen haben. Da§ stäldtilsche GesrrnSchcktsamt hat daher folgende Ratischlätze für den Gebrauch der Licht-, Luft- und Sonnenbäder ausgearbeitet, die den Badrb-esuchern zur Beachtung empfohlen werden: 1. Bor dem Gebrauch von Licht«, Luft- und S o n r> e nba-der n ist der Hausarzt zu befragen. 2. Beim Eintreten von Kopfschmerz, Schwindel, Herzklopfen ulstv. während oder nach dem Gebrauch von Sonnenbädern ist die Fortsetzung der Bäder sofort ab5ubrechen und nur nach ärztlicher Zustimmung wieder aujßunehtneri. 3. Vor dem Gebrauche von Licht-, Lust- und Sonnenbäder,: ist der Körper gründlich zu reinigen. 4. Gewöhne dich allmählich an die Einwirkung von Licht und Sonne. Setze daher deinen Körper zu Beginn nur durch wenige Minuten den Sonnenstrahlen aus und steigere ganz allmählich bis zum Höchstausmaß von einer Stunde. 5. Bedecke Kopf nnd Gesicht mit kalten Ko inprass en, schütze die Augen vor direkter Sormenbestrahlung. 6. Bade nicht mit vollem oder ganz leerem. Magen. 7. Nach dem Sonnenbade kühle dich unter einer Brause oder durch ein kurzes Schwimmbad ab. Sie Tragödie in der Weihlmrggasse. Die Erhebungen in der mysteriösen Bluttat in der Weihbuvggasse, der am Sonntag der Rittrneister Rudolf Dovrtixl und die Gräfin Anna Revertera zum Opfer gefallen sind, haben das Dunkel, das über der Tat schwebt, noch nicht aufzuhellen vermocht. Noch ist es nicht «rt Sicherheit sestzestellt, ob es sich um einen D 0 p p e ljsclbstmordb oder um einen Mor-d und' Nachtrag-' lichen Selbstmord des Täters gehandelt hat. Es steht jedoch mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit fest, daß Dovrtiel die Gräfin — ob mit oder gegen ihren Willen — zuerst erschossen urid dann die Waffe gegen sich selbst gerichtet hat. Die Art der Wunden zeigt, daß die Schüsse aus allernächster Nähe abgegeben wurden. Aus dem bei der Leiche Dadrtiels aufgefundenrn Browning fehlen fünf Schüsse, von denen drei ihr Ziel erreichten, ioährervd zwei Geschosse im anstoßenden Schlatzimmer gefunden wurden. MeEvürdrg ist die Tatsache, daß sämtliche Patronenhülsen weit verstreut rm SchlaMMmer herumlagen, während die Leichen bekanntlich im Arbeitszinnner Dovrtiels vor dem Schreibtisch liegerÄ ausgefunden tvuüden. Auch ldas Motiv der Tat schwebt im Dunkel, und der einzige, der vielleicht darüber Anschlüsse geben könnte, ist der Garte der erschossenen Gräfin, der sich zur Zeit in Salzburg befindet. Auf eilte telegraphische BerstäMrHUNg der Wiener Polizei hat Franz Revertera bis wm keim Antwort gegeben. _ Jer Geliebte der Selbstmörderin. Attentat auf einen Arzt der RettungsgosÄlschaft. Gestern früh wurde die Rettuugsgeselkschaft in ein .haus in der Schönbrunnevstraße 'berufen, um einem jungen Mädchen, das einen Selbstmordversuch versucht hatte, erste Hilfe zu leisten. Wegen häuslicher Zwistigkeiten 'hatte die 20jährige, Stickerin Antonia Moser Lysol getrunken. Der Inspektionsarzt der Rettungsgeseltschaft leistete der Verletzten erste Hilfe und ließ sie in den Rettungswagen bringen, itnt sie in das Allgemeine Krankenhaus zu üversühren. Die Patientin war bereits inr Sanitätsauto untergebracht, d'as Dienstpersonal hatte den Wagen bestiegen, als der Geliebte der Moser, ein junger Manu namens Rohling, sich beim Inspektionsarzt Dr. Kit tag meldete und ihn um die Erlaubnis bat, mitsähren zu dürfen. Dr. Kittag wies den Mann mit seinem Ansuchen zurück, da in den Bestimnmngen der RettungsgesellMft festgesetzt ist, daß im Sanitätswagen unter keinen Umständen eine Privatperson, die nicht verletzt ist, mitfahren dürfe. Inzwischen hatten sich um das Auto viele Leute versammelt, die teils für, teils gegen den Geliebten Partei ergriffen. Plötzlich zog Rohling ein vermutlich in der Hosentasche bereit gehaltenes offenes Taschenmesser und stürzte sich auf den Arzt. Doktor .Kittay gelang es, noch im letzten Moment zurückzuspringen. 9ärn warfen sich die angesammelten Zuschauer auf den Attentäter; wenn nicht im letzten Augenblick zwei Wachleute hinzugekonmien wären, hätte die Menge Rohling gelyncht. Nur mit schwerer Muhe und Not konnten die Wachleute den Attentäter, der sich wie rasend gebärdete, der Menge entreißen und ihn festnehmen. __ Neue Forderungen der Straßenbahner. Die in der neuen Organisation der Straßenüahirer" vereinigten Straßenbahnbediensteten haben der Direktion der städtischen Straßenbahnen Forderungen überreicht. Die Straßenbahnbediensteten haben derzeit ein monatliches Durchschnittseinkommen von eineinhalb Millionen Kronen. Sie verlangen nun eine Erhöhung ihrer Bezüge um 30 v. H., ent¬ Letzte Nachrichten. Lr. Bevesch über dm zweck seiner Reise. Paris, 17. Mi. Der tschechofflowakifche Minister des Asrrßevn Dr. Benesch erklärte gegenüber einem Vertreter der Agenee Havas, daß seine Reise nach Paris den Zweck gehabt habe, die Angelegeicheit des französisch-tschechoslowakischen Handelsvertrages zu besprechen, die Einzechviten des Besuches des Präsidenten Masaryk in Frankreich festHulegen und verschiedene PrMeme, wie jenes bezüglich Ungarns, mit dem sich jüngst die Reparationskommission beschäftigt habe, eingehend zu erörtern. Doktor Be ne sch erKärte, in allen diesen Angelegenheiten sei eine Uebereinstimung der Anschauungen erzielt und ein Einvernehmen über die hinsichtlich der verschiedenen Probleme Zu befolgende Politik hergestellt worden. Seinem Wunsche gemäß sei er auch über deu gegenüvärtigei: Stand der Auffassung der we st lichen Alliierten betreffs der Reparationsfrage unterrichtet worden. Alles, lvas über diese seine Erklärung hinausgche sei Phantasie. sprechend den Berechnungsgrundlagen, wodurch sich ihre monatlichen Bezüge um ungefähr 400.000 Kronen erhöhen würden. Gleichzeitig erheben sie den Anspruch auf eine monatliche Familienzulage in: Betrage von 100.000 K., so daß sich ihre Bezüge nach Erfüllung ihrer Forderungen den der im Kanzleidienst tätigen Amtsgehllfen gleichstellen würden. Die Forderungen wurden unbefristet überreicht. Gleichzeitig hat, wie wir erfahren, auch die Gewerkschaft der christlichen Straßenbahner an die Direktion der Wiener städtischen Straßenbahnen Forderungen gestellt, deren „restlose Erfüllung" irr einer Eingabe verlangt wird. Sie ivill, daß, allen Straßenbahnbediensteten Wiens eine sofortige, nicht rückzahlbare Notstandsaushilfe in der Höhe eines Monatsgehaltes und den Fmnilienerhaltcrn unter den Straßenbahnbediensteten eine fortlaufende Kinderzulage von 100.000 K. pro Kind und Monat gewährt werde. Analog deu Forderungen der aktiven Bediensteten sei auch den Pensionisten eine einmalige Notstandsaushilfe in der Höhe eines Monatsruhebezuges und eine Kinderzulage im Ausmaße von 100.000 K. pro Kind und Monat zu gewähren. Ferner lvird die Erhöhung der Pensionsbemefsungsgrundlagc von 70 auf 90 Prozent der Aktivikätsbezüge und die Gleichstellung der Altpensiomsten mit den Neupensionisten verlangt. Endlich wird gefordert, daß allen jenen Bediensteten, welche jeweilig das 25. Dienstjahr vollenden, ein Monatsgehalt als Anerkennungsgehalt angewiesen werde. Es ist natürlich, daß die Erfüllung dieser Fowerungen das Gemeindebndget stark belasten würde und daß die Bedeckung für die Mehrauslagen ebenso selbstverständlich nur durch eine Er-' Höhung der Fahrpreise gefunden werden könnte. Im Rathaus wird daher erklärt, daß eiwe Erhöhung der Löhne um , 80 Prozent ausgeschlossen sei. da sonst der Fahrpreis um mindestens 600 Kronen erhöht werden müßte, Sin verwegener Ranbübersall. Als gestern abends der Faßbindergehilfe Wolf Bendel durch die Gläsergasse im 9. Bezirk ging, wurde er plötzlich von mehreren Burschen von rückwärts angefallen, die ihm ein Paket, das er unter dem Arm trug, entreißen wollten. Er setzte sich , zur Wehr, erhielt jedoch von einem der Burschen, der später m der Person eines gewissen W i n k e l m n l l e r ausgeforscht wurde, einen Sch Lag mit der Faust ins Gesicht. Gleichzeitig sielen auch die anderen Burschen über den FaßbindergehKsen her, schlügen gegen seinen Kops und in das Gesicht, daß er mehrfache Verletzungen davon trug. Auf seine Hilferufe eilten Passanten herbei, so daß die Wegelagerer die Flucht, ergriffst,: und das Paket, das sie bereits an,'sich genommen hatten, wieder fortwavfen Durch die sofort eingeleiteten Erhebungen wurde bald darauf der 34jährige Chauffeur Rudolf WinkelmülLer als enter der Haupttäter von der Wache ausgeforscht und verhaftet. Er setzte sich bei feiner Verhaftung gewalttätig zur Wehr. Alsbald war auch sein ganzer Anhang, durchwegs halbwüchsige Burschen, zur Stelle, die nun gemeinsam gegen die Wache aufhetzten und die Eskortierung des Verhafteten in die Wachstube ztl verhindern suchten. Im Machzimmer stürzte sich Winkelmüller ach den am Äsche stehenden Telegraphenapparat und drohte, ihn jedem ins Gesicht zu schlendern, der ihm in die Nähe komme. Schließlich gelang es, ihm diesen Gegenstand zn entreißen und ihn zn schließen. Zionistischer Lalldeskomitee. Die Schekel-Eingänge. . Bis zum C. Juli l. I. wurden dem Zionistischen Landes fomitcc 26.282 Schekalim abgeliefert. Von diesen entfallen auf Bezirkssektion I.. .. „ 11. Pratersprengel ....... < . . .1869 H Bezirkssektion III.. . . . . .1142 X IV./V. . . . . 357 „ VI./VIII. .... . . . .1502n - IX. 11 „ X./XI.'. . . . .1662 ■ „ XII ./XV. . . . . , . » , 364ti - . „ XVI.,XVII. . . . .... 710 . . „ XVIII./XIX. . . «... 464 " . , XX.. . . . .4069.' V ' ' Irhuda Halevi ....... V - Jüdischer Sportverband . , . ■ « « 3370 tf ■ ■ Akademischer Landesverband. . . . . .2630 „ BrotinA. . . . . 1798; Die Ledrnsmitteimörtte. Preisrückgänge. Die gute Beschickung des vorgestrigen RindermarkteS itz St. Mar; und die Preisrückgänge fiir Lebendvieh bewirkten b» reits gestern eine Senkung des Preises für Rindfleisch im Groh Handel. Vorläufig wtlrden bloß die minderen und mindestes Sorten von Rindfleisch um 2000 bis 3000 K. pro Kilogramm im Großhandel im Preise heruntergesttzt, während sie im Detail- Handel und auch siir die übrigen Fleischgattungen unverändert blieben, doch ist der Konsum sehr stark zurnckgegangen. Auch auf deri Grünwarenmärkten, die gut beschickt surd, sind für einzelne Gemüse Ermäßigungen zu verzeichnen. Häuptelsalat und Karfiol, die bereits auswachsen, sind billiger geworden, ebenso Spinat, der sich gestern auf 2000 bis 2500 K. pro Kilo-» gram nt stellte. Fisolen kosteten 3600 bis 4000 K. das Kilogramm. Italienische Kartoffel sind nur noch von früheren Beständet vorrätig und notierten im Großhandel nrit 1600 bis 1600 K. pro Kilogramm, dafür kommen tschechische Kartoffeln auf den Markt, die von guter Qualität sind und sich im Großhandel auf 1400 K. pro Kilogramm stellen. Man erwartet jedoch, daß sie sehr bald ans IM K. zurückgchetr werden. Obst ist in reichen Mengen zngeführt, der Msatz geht flott von statteu. Besortders gut ist das Geschäft unt Marillen, die auf den: Naschnrarkt zu 4000 bis 7000 K. pro Kilogramm verkauft werden. Da weitere große Sendungen von Obst angekündigt sind, ist auch aus diesem Gebiete nrit weiteren Preisrückgängen zu rechnen. „ »v* Dtt Professor Lenard. In der „Weltbührre" schreib» Waldemar Wahl: Lenard scheint mir einer der seltzamsten Kauze ntrt „abwegigen Gedankengängen" unter den alldeutschen Professoren zu sein. In seinem 1918 erschienen Buche: „Oitatw tttatives über Kathoden trohlen" läßt er sich folgeickwrmaßeN vernehmen: „Die „deutschen" Bücher über den Gegenstand stehen bisher großenteils unter direktem englischen Einfluß.. Engländer haben es auch in der Wissenschaft jederzeit (schon seit Newton) vortrefflich verstanden, die ihrem trefflichen Na. twnalgefühl entsprechende Auffassunasweffe den andern bell zubringeu. Wir besorgen Englands Geschäfte (durch Uebew setzung der englischen Literatur). Wer wird die mtsrigen besor. gen, damit internationales Gleichgewicht herrsche? Niemandi Wirklich international, gerecht können wir erst werden, wenr wir deutschgerecht geworden sein werden. „Wie dient nun Lenard in der Praxis seiner „deutschen Wissenschaft" und wie „eyrt^ er deutsche Physiker? In Deutschland haberr in den letztes dreißig Jahren zwei Physiker gelebt, deren Leistungen in de» gesamten zivilisierten Welt, also auch im „feindlichetr" Atts^ land, anerkannt werden — und gerade diese beiden Forscher haben das Pech, daß Lenard ihre Leistungeitl bekämpft und heruntersetzt. Der eine ist Einstein. Der ungetanste deutsche Jude Einstein wird von dem getauften nugarv schon Juden Lenard wohl überhaupt nicht als Vertretet seiner „deutschen Wissenschaft" anerkannt. Um so rveuiger, als' Einstein die abstrakte deuffch-franzosischo Richtung vertritt. Der zweite, mr-weifelhaft deutz'che Physiker, den Lenard nicht leiden' kann, ist Röntgen. Lenard war in seinen juiigen Jahren Assistent bei Heinrich Hertz nnd beschäftigte sich auf dessen Rat mit den sogenannten Kathödenstrahlen. Llls er später Assistew bei Röntgen war, wiederholte dieser Lenards Versuche tmd fern* dabei, daß die Kathodenstrahlen beim Auftreffert citf Materü eine neue Slvcchlenari erzertgen, die Röntgen T-Strahlert nannte und die späterhin allgemein Röntgenstrahlen genannt wurden^ Röntgm erfaßte sofort. die Tragweite seitrer Entdeckung. Lenard selbst aber waren dieise Strahlen entgangen. So etwas ist peinlich, nnd daß sich Lenard über seiir Pech ärgerte, menschlich verständlich. Was tut man in einem solchen Falle? Kann man nicht doch noch seine eigerre Priorität in der Qvssentlichkeit Nachweisen, so empfiehlt sich, aller: Aerger zn bezwingen um sich , nicht obendrein noch lächerlich zu machett. Was tut Lenard? Als ich in Heidelberg studierte, erfuhr ich dort vor älteren SArdenten, „in Wirllichkeit" habe Lenard die Röntgen strahlen entdeckt. In jenem Buch über Kathodenstrahlen findet man nirgends die Bezeichnung ,Köntgenstrahlen". Bestenfalls läßt sich'Lenard herbei, sie Röntgensche Strahlen zrr nennen Unter diesem Stichwort findet man im Sachregister: „Röntgem sche Strahlen (Hochfrequenzstrahlung), siehe Wellmstrahlung, vurchdringende, unbrechbare". Und Seite 84 schreibt Lenard» „Dcch der von mir benutzte Ketonschirn: auf Wellenstrahlung' — gemeint sind Röntaenstrchlen — „kaum merklich reagiert kann wohl als allgemein bekannt angesehen werden — es war« sonst die Entdeckung dieser Strahluttg nicht Herrn Röntge« uberlassen golieben." So ehrt Lenard den deutschen Physiket Röntgen. * Promotion. Das Vorstandsmitglied des Vereines der ssphardischen Zionisten in Wien Iehteda Haleoi, cand.,jnr. Vite Kaion, wird Donnerstag den 19. d., 6 Uhr nachmittags, t» kleinen Festsaale der Wiener Universität zum Doktor der Rechte promoviert werden. * Die erste Türkin im Parlament. Wie Pariser Blatte, inelden, wurde^ Ladife H a n u in. die Gattin Mustapha K emas Paschas, in die Natiönalversammlung von AnAgora als Ab> geordnete für Konia gewählt. Es ist das.eche Mal, daß ein, türkische Frm einen Sitz im Parlament erhalt. * Ein Skekettfund kn einer Synagoge. Der „Reichs. Lund", ein Berliner völkisches Organ meldet: Beim Aus. Lesferr: der Synagoge in Bebra (Hessen) -Mrde unter de, Drele ein menschliches Skelett gefunden, das mindestens huw dert Jahre dort gelegen haben muß. Das SkAett soll eine ge. tvaltsante Verletzung des Schädels und emen Bruch des Oberarmes aufweisen. Nun Hai sich oin Hellseher gesundess der Plakate aushängt, in denen er ankündigt, er set n: de, Lage, den Fund aufzuklären. Die' jüdischen Ernwohuer . vor' Bebra haben sich gegen die Aushängung dieser Plakate gewendet. * Thorarollendiebe. Die Warschauer Polizei hat ein' Bande entdeckt, die sich mit der Ausplündenmg von Spnaga gen und dein Verkauf voi: Thorarollen und anderer. für de, Gottesdienst bestimmter Geräte nach Zlmerika beschäftigte. Dil Bmtde bestand aus fünf Gruppen, unter denen die „Tätig Veit" verteilt war. Die erste Gruppe hatte zur Airfgabe, tverj volle Thorarollen und heilige Geräte ausfindig zu machen, dil zweite führte den Diebstahl ans, die dritte brachte die gestohla nen Gegenstände nach Warschau, die vierte verkaufte sie an di fünfte Gruppe, die aus Amerikanern bestand nnd it Danzig ihren Sitz hatte. Dieser Hmchel wird schon seit nreh als zwei Jahren betri>eben. Es sind bisher mehr als sech zig Thorarollen nach Ackerika verkauft worden. * Eine Pogromausstellnng. Anfangs Juli wurde it Moskau die allrussische Ausstellung des „Jdgeskom" (Jüds sches gesvllschasltiches Komitee) eröffnet. Großes Interesse et .veckte die Pogwmausstellung, in oer man einen Aeoerbltz über dir Periode der Pogrome erhält. Es ist auch viel Materst iiber die HllfstätüMt des AIdgeskom" vorhanden

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