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Wiener Morgenzeitung · 1923-07-15 · Heft 1588 (15.7.1923) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1588 (15.7.1923)
Date
1923-07-15
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Men, Sonntag Zionistisches Landeskomitee. Delegierte und Besucher des 13. Ziomstenkongresses können ihre Legitimationen und Gasttartenanweisr.naen atz morgen Montag im Bureau des Landeskowitees, 2. Bez., Taborstraße 20 a, beheben. lieber Gastkarten, für die bis Dienstag den 17. d., 12 Uhr mittags, der Betrag nicht int Bureau des Landeskomitees erlegt ist, wird anderweitig verfügt. Morgen Montag um 0 Uhr abends Sitzung des Landeskonritees und der Kongreßdelegierten. Die amerikanischen Zionisten in Europa. London, 14. Juli. (I. C. B.) Die Zionistische Exekutive trifft die notwendigen Maßnahmen für die am 18. d. bevorstehende Ankunft der ankerikanischen zionistischen Delegation in Europa. Wie der I. C. B.-Vertreter aus 'gut unterrichteter Quelle erfährt, soll die amerikanische Delegation kurz nach ihrer Ankunft im Kolonialministerium empfangen werden, um dort die Wünsche der anwrikanischen Zionisten darzulegen. Diesem Besuch kommt hohe politische Bedeutung zu. Rersegepäckversicherrmg der Kongreßteilnehmer. Jeder Kongreßteilnehmer kann im Augenblick seiner Abreise mnt Kongveß bei der BerfichernngsabteKung des Zionistffchm Kongreßbureaus, Karlsbad, SchÄtzenhaus. sein Reisegepäck gegen alle Schäden, Verluste nftv-, die ans der Reise, während des Äülsen'thalLes beim Kongreß mb anderivarts entstehen könnten, versichern. Die Prämie beträgt für Curopapoliv.en bei einer Geltungsdauer von 90 Tagen 0,55 Prozent, von 00 Tagen 1 Prozent, für Amerika cruf 15 Tage 2 Prozent, aus 90 Tage 3 Prozent vom versicherten Wert des Reisegepäcks. Die Polizze wird dem Versichernngsnehmer sofort nach Eintreffen in Karlsbad vom Kongreßbnvean gegen BareinzaHupg der V-evsichernngsMibühr ansgchändigt. Die Versicherungsanmeldung geschieht lediglich mittelst einer vor der Abreise an das Kongreßbureau a'bzu,sendenden Postkavt-e, die Angaben über den Versicherungswert des Reisegepäcks, den Beginn der Versicherung und ihre gmvünschte Duner enthalten muß. Zionistische Arbeitspartei Hitüchdttlh. Mitglieder, die zum Karlsbader Kongreß fahren wollen, wnnen -eure Ermäßigung der Visa-gelbüihren bekommen. Zu diesem Ztveck werden von Herrn Meier Hrnisch entsprechende Legitimationen ansgefolgt. - Sie EchreSe» von Mis Fslnnv. Der Jammer der Amerika-Einwanderer. (Bon unserem New-Aorrer Korrespondenten.) - Die furchtbaren Zustände auf der E i n w a n d e r u n g sinsel Ellis Island, über welche die amerikanisch-jüdische Preffe schon seit Jahren unausgesetzt berichtet hat, ohne S daß diese Proteste von der großen Ocsfentlichkeit außerhalb des Judentums beachtet worden wären, haben nunmehr auch die Aufmerksamkeit der Regierungen und Parlamente der europäischen Auswanderersiaaten auf sich gelenkt. Var kurzem erst wurde anläßlich einer Anfrage im englischen Unterhaus über die unerträgliche Behandlung der auf Ellis Island Zurückgehaltenen Einwanderer eine lebhafte Debatte abgeführt, in welcher ein Redner die Regierung ausfonderte, falls sich die Zustände in Ellis Island nicht bald ändern, Repressalien gegen. amerikanische Zugereiste in England in Anwendung zu bringen. Namens der Regierung antwortete Staatssekretär Mc. Neill, daß die Regierung diele Zustände kenne und wiederholt wegen Abstellung derslben bei der amerikanischen Regierung vorstellig gewesen sei, daß sie jedoch kein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen vermochte. Er sehe jedoch nicht gut ein, welcher Art die Repressalien sein könnten, die gegen Amerika m Anwendung gebracht werden sollen. Das Problem sei voll Schwierigkeiten, die nur allmählch behoben werden können. Diese Stellungnahme des englischen Unterhauses und der Regierung hat in Amerika einen recht peinlichen Eindruck Hervorrufen und die Regierung sucht jetzt nach Auswegen, wie dem Ellis Island-Jammer abgeholfen werden könnte, ohne das Budget der amerikanischen Republik zu belasten. Die Klagen gegen die Verwaltung von Ellis Island sind zweierlei Art. Zunächst richtet sich die Empörung gegen die Behandlung der zur Ueberprüfurvg ihrer Zuraffrmgsmöglichkeit zurückgehaltenen Einwanderer durch die dortigen Beamten, eine Beschwerde, deren Grundlagen die am-erikanische Regierung abstellen könnte, ohne daß ihr dadurch mehr Lasten, entstünden. Die andere Frage allerdings ist viel schwieriger. Die Aufnahmsgebaude in Ellis Island sind schon seit sehr langer Zeit zu eng und unzulänglich. Die Einwanderer leiden dort die bittersten Qualen verschiedenster Art. Sie Werden in ungesunden Unterkünften gehalten, ihre Verpflegung ist äußerst mangelharst, ihr Verkehr mit ihren Verwandten und den Nechtsschutzarganisattonen der verschiedenen Nationen wickelt sich unter den größten Hindernissen ab. Die sogenannte Prüfung gestaltet sich sehr oft zu einer förmlichen Inquisition. Von allen diesen Unzukömmlichkeiten beschäftigt die amerikanische Regierung zunächst die Frage der Unterkünfte. Eines der Auskunstsmtttel, welches gegenwärtig erwogen wird, ist, die Schiffahrtsgesellschaften zu verpflichten, für die Unterkunft solcher Einwanderer, die in Amerika wicht völlig einwantisvei befunden -wurden, auf eigene Kosten zu sorgen. Die' Sch isfsgefellschaften wehren sich natürlich gegen eine solche Zumutung, und die Durchführung eines solchen Planes hätte nur die Folge, daß j e-de r P a ff agier schon bei ferner Abreise durch Bezahlung einer erhöhten Schiffsrate die Schiffsgesellschaft für die eventuell ckrflaufenden Unberkunstskofteu in Amerika schadlos halten müßte. Andererseits weigert sich der Kongreß bisher hartnäckig, fitt die Verbesserung der Zustande in Ellis Island die entsprechenden Kredite zu bewilligen. Die einzige Hoffnung, welche die Freunde der freien EMwanderWng und -der msnWicheu Behandlung der Ein- .elne-VWbeflM^-<de« Zustände hegen, ist der ’ _Wiener Morgenzeitung._ Umstand, daß England endlich einen Einspruch gegen das gegenwärtige System auf der EinwanderungSinsel erhöben hat und daß vielleicht di/ in dieser Frage zwischen der englischen und ainerikcmischen Regierung schwebenden Verhandlungen zu einem bctfriedigenden Ergebnis führen werden. Im Arbeiterheim Bdrochow, 2. Bez., Blumauergasse 1, findet Samstag den 21. d., 'dem 30. Tage nach dem Tode des Morris Rosenfeld, ein Gedenkabend statt. An der Durchführung des reichhaltigen Programms beteiligen sich die Mitglieder dar Jüdischen Volksbühne Frau Weintraub-Graf, die Herren Sigall und Preis sowie Singer, Halpern und Dimitrowsky. NrvMKer-WMnch drs Ktn. Der Aetna hat, wie eine Depesche aus Rom meldet, in den letzten Tagen wieder eine stärkere Tätigkeit ausgenommen. Namentlich bei Ponte di Ferro wirft der Klarer neuerlich große Mengen von Lava aus. Ter neue Lavaström hat einen Teil des Waldes von Monte Nosso in Brand gesetzt und eine über 100 Meter breite Kluft ausgefüllt, worauf er sich mit dem Hauptstrom gegen Linguaglossa vereinigte. Las MttsSe Tomen- und Luftbad „K'MsuWaM". An einem der schönsten Punkte des Wieu-erwalbcs, arff einer Wiesie obechabb. der BoKsAastwirischa-sl „4lm 5krapferwaM", wurde gestern vormittags in Anwsenheit geladener Gäste und zahlreicher Gemeilidevertreter und BeziLksfunktionäre durch den anrtsiMwenden Sdadtmt Siegel «das neue Sonnen- und Luftbad ,-Krapfenwaldl" eröffnet. Einen Teil des dort büftMichen alten Schivavzsohrenivaldbestandes einschließe-nb, zählt cs irffolge seiner herrlichen Lage mit ckner großartigen.Aussicht Wer ganz Wien zweifellos gu den schönsten Sonnen- und Luftbädern Europas. Es ist von der KraPfenwaMraße sowohl als auch von der Kobenz'lstraße leicht und bequem erreichbar. Die Badeanlage umfaßt eine Fläche von 7000 Qnadra'tmeter und besteht aus drei Äbteilungen, einem Männer-, einem Fra-uen- und aus einem großen Familienbad. An!UmNe!idegelegenheiten sind insgesamt 5 00 Kästchen unter Flugdächern und 20 Kabinen vorgesehen. Hi-ervon entfallet.« 265 Kästchen und 10 Kabinen aaff die Männer und 285 Kästchen und 10 .Kabinen auf die Frauen. Außer einer genügenden Anzahl von Dusch e r» sind auch die notwendigen, durchaus allen hygienischen Aüforderungen entsprechenden Klosetts vorhanden. Ein schöner Turnplatz dient den Badebchuchwn zu Körperübungen. Ein Badebocken in einer' Länge von UMf Meter mit einer eingebaatton Kinder-abteiluN'g bietet Schwimmern Gelegenheit zur Betätigung und selbst für Körper-' massage ist vorgesorgt. Um die Einsicht von außen zu verhindern, ist das Bad gegen die Krvpfenlwaldstwße sowie gegen hen Wald zu mit einer HoManike versehen, wDcentd es MM, den benachbarten Weingarten sowie auf der Ausstchtsseite gegen Wien zu mit einem DrahtgiUer umsviedet ist, wodurch Leine Behinderung des Ausblickes statHindet. Die Wasserversorgung geschieht durchwegs mit Hochquellwasser, die Enitwäsftruug sowie die Abfuhr der FWalien geschacht durch eine eigene Kanalleitung. Mit der Ervichtuu-g und EröGcuug dieses neuen Son-uen- und Luftbades ist die Gemeiude Wien aus den: Wege der sozialen Woh'lsckhrtWrisovge wieder ein tüchiiges Aück vorwärts geschritten. Mord und SeWrnord. Gsstem gegen 4 Uhr früh wurde die RettmlpDgesellschaft in das Haus Häidgasse 6 berufen. Sie ßamd, im Bette mit dem Gesicht auf einem Polster liegend, die 35jährige Tochter der Ehelertte Köhlich, die HAfSarbeiterin Marie Köhl ich, mit einer schweren Schnittwunde oberhalb des rechten Auges und einer tiefen Schnittwunde am rechtm Oberarm, die die Schlagader geWret hatte, in ausgeblutetom Zustande t^o t vor. Auf dem Boden des Zimmers lag der Wjcchvige Kutscher Heinrich Selch mit ci;ier schweren Schnitiwmvde, die den Kehlkopf geöffnet hatte, gleichfalls in ausgeblntetem Zustande bereits tot. Die überans bestürzten. Eltern der Köhlich gaben an, daß Selch, der mit ihrer Tochter ein Bevhültnis unterhielt, gestern abends gegen 9 Ahr zu Besuch gekommen sei. Selch, der sehr eifersüchtig war, sei mit seiner Geliebten in Streit geraten. Beide hätten sich kurz danach Kurückgezogen. Auch^ si« selbst hätten sich hierauf zur Ruhe begeben. Gegen 4 Uhr ftüh hörte rmn der Vater einen marLmrchdringenden Schm aus d'em Zimmer seiner Tochter dringen. Sofort eilte er in das Zimmer seiner Tochter. Auf dem Wege begegnete er dem Selch, der ein blutigas Messer in der einen Hand hielt und, aus dem Hälse blutend, in das Zimmer der Tochter wankte und dort leblos Wsammenstürzte. . Die polizeiliche'Kommission fand bei der Aufnahme des LkckalangeNscheines unter dem Bette, in dem die ermordete Köhlich lag, eine mit Blut besudelte Hacke. Lluherdem fand man noch unter dem Bett ein' gleiHalls mit Blut besl-ecktes Rasiermesser. Am Kopf wies die Erm-ordete mehrere Hiebe auf. Außerdem fand man bei einer weiteren. Untersuchung eine Hiebwunde aut rechten Qberarru. die bis auf den Knochen reichte. Der Tod ist infolge der Zertrümmerung der Stirn und da-s ve-chä^em Sch-eiutackbEELS evugetveten. Der lag, hielt in 16. Juli 1923 Nr. 1688 der Hand noch ein blutiges Taschenmesser. An der Vorder« feite des Halses wies er eine große Wimde auf, die er sich anscheinend mit dem Nasierinesser zugefügt hat, das er daml unter das Bett warf. . Wie die Erhebungen der Polizei weiters ergeben haben, war Selch gestern gegen halb 8 Uhr abends in seine eigene Wohnitng zurückgekchrt. Er war, ohne ein Wort mit seiner Frau zu sprechen, in sein Zinmter getreten und dantl gleich" darauf wieder aus der Wohnung fortgegangen. Man jomb unter fernem Kopfpolster einen A bs ch iedsbr ie f gn sie, in dem Selch ihr Mitteilt daß er Selbstmord verüben werde. Zpm'rl mit de« WMer! Ter erste Mahnruf, den die Geurciude vor krrrzem an die BovLlkernrrg crgihcn ließ, hat also nichts genützt. Denn die Stadtverwalturrg sieht sich gezwungen, die Warnung zu wieder- holen. Die oi) normale H i tz c der letzten Tage, die voraussichtlich noch längere Zeit andauern dürfte, hat dm Wasserverbrauch getraltig gesteigert und es wird mit dem Wasser in geradezu unglaublicher Weise „genraßt". Die Folgen dieser Wasserverschivendung beginneil sich jetzt schon fühlbar zn 'machen. Da die Bevölkerung nicht einsehen will, daß Sparsamkeit mit Wasser notwendig ist. wird die Gemeinde aeKvungen sein, die S t r a ß e n «o es p r e ngn ng on z lischrä nke n. Damit wird sich die Sta-nbplcrge sehr ft'chlbar machen — zmn Schaden der Wasserverschwender. Also, sp a t ci mit dem W ass er'. 8ü; Mortzversoch a« drr Mmt. Irr der Nacht zum 13. d. weilte der 22jährige Maler« gehilfe Rudolf N ll h n a u, Hasengasse 86, in der Wohnung seiner Braut I-oseftne Zvmsiczek zu Besuch. Zwischen beiden entstand int Verlaufe des Gespräches eilt Streit, weshalb die Braut den Alaml aufforderte, ihr Haus zu verlassen. Er erklärte jedoch, rricht gehen zu wollen, und es blieb ihr schließlich nichts anderes übrig, als ihn über Nacht in der Wohnung zn behalten. Beide Leute zogen sich in das Schlafzimmer zllrück, während die Mutter der Braut sich in ein anstoßendes Zimmer pr Ruhe begab. Als die alte Frau nun gegen 2 Uhr früh sich ans ihrem Zimmer durch das der beiden noch Schlafenden in die Küche begab, sah sie, wie Ruhnau sich erhob, sich auf die noch schlafende Braut stürmte uard sie zu würgen begann. Als die alte Frau sich vom ersten Schrecken erholt -hatte, eilte sie aus dem Zimmer und rief gellend um Hilfe. Da ließ der Mann von feinem Opfer achund stürzte sich auf die alte Frau und begann sie zu 'würgen. Jntzwischen war die Tochter zum Fenster geeilt und rief um Hilfe. Im nächsten Moment stürzte sich jedoch Ruhrrau auf das Mädchen, das sich weit über den Fensterrand hinaus gebeugt Hatte, rmd versuchte, es in die Tiefe, zwei Stockwerke, herab-zustürzen. Der Acutter gelang es jedoch, noch im letzten Moment ihr Kind vor dem Sturze zu retten. Als Ruhnau nun scch, daß seine Absicht mißlungen war, zog er sein Meffer und versetzte dern Mädchen einen Stich in die linke Schläsem g e g-e nd. Mit Hilfe von Wachleuten Lonnte Ruhnau überwUtigt und ahgeiführt werden. Er wurde dem Landesgericht PrMent Harnisch In Gaste?«. Der Bundespräsidmt wird am 28. und 29. d. Badgastestt und Hofgastem besuchen. Aus diese»! Anlässe findet dort eine Reihe von großen festlichen Veranstaltungen zugunsten der österreichischen Kriegsgräberfürsorge, deren Ehrenschutz der Bundesprästdent inne hat, statt, für die die Mitwirkung einiger unserer hervorragendsten Kunstkräfte bereits gesichert wurde. Iie GMüsstesSrdermg auf de« Straßenbahnen. Bor kurzer Zeit find in den Straßenbahnwagen Anschläge angebracht worden, denen zufolge die Schaffner erntächtigi find, Personen mit zu Kr oßem G e p ä ck v o n d e r F a h r t au szuschließen. Es hat dies zu vielfachen Erörterungen in der Oeffentlichkeit geführt, denen gegenüber die folgenden Anfklärungen gegeben werden sollen. 'Es handelt sich zunächst keineswegs darum, die Gepäckvvrflhriften in jener vollen Strenge zur Gelttmg zu bringen, wie sie vor dem Kriege bestanden haben und auch wiMich gehcmdhabt worden sind. Die geänderten wirtschaftlichen Berhalttnsse haben zu einer plannräßigen Lockerung in dieser Beziehung geführt. Es wurde auf die für weite Kreise eingetretene Unerschwinglichkeit der Beilützmig des Lohnfuhr-- Werkes entsprechend Rücksicht genommen. Es beruht diese bisher geübte Praxis also keineswegs, wie dies in einzelnen Tageszeitungen dargestellt wurde, auf der Gutherzigkeit einzelner Schaffner und ist von dern Grad derselben abhängig, sondern entspricht den Weisungen der Direktion. Wie dies in solchen Fällen meist zu geschehen pflegt, haben sich auch Mißbräuche eingestellt. Einzelne Fahrgäste kommen mit einer ganzen Menge umfangreicher Gepäckstücke. Das führt nicht nur zu schloeren Belästigungen der anderen mitfahrenden Gäste und unerquicklichen Auseinandersetzungen, sondern bewirkt auch eine starke Behinderung beim Ein- und Anssteigerl. Um nun den Schafftrern den entsprechenden R ü ckh alt zu geben und kenntlich zu machen, daß es sich eben nicht etwa um irgendeine Laune eines Schaffners handelt/ wenn er die Mitnahme zu großer Gepäckstücke verhindert, Iff der Anschlag in den Straßenbahnwagen angebracht worden. * Das ist alles recht schön und gut, komntt aber in der Praxis doch wieder mn auf das Wohlwollen des Schaffners heraus. Denn es sind über den Urnfang von Gepäckstücken die Schaffner eben auch verschiedener Meinung. Das Problem^ ließe sich auch noch anders lösen. Man schaffe endlich, wie es in fast allen Großstädten der Fall ist, sogenannte Gepäckwabern. Solche Wagen müßten besonders bei den zwischen den Bahnhöfen verkehrenden Zügen schon längst bestehen. ( ü

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