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Wiener Morgenzeitung · 1923-07-15 · Heft 1588 (15.7.1923) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1588 (15.7.1923)
Date
1923-07-15
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite S Wien, GEtag Über bald -Utef Hevzls .^ZÄdottistaat" alle Ideale seiner frühesten Jugend in ihm wieder wach. Rückhaltlos bclkannte er sich zu herzl und, umtost vom Spottgelächter der ganzen Welt, ivarb er für die Idee des Judenstaates. Vom ersten Baseler Kongreß bis zum Kongreß in Karlsbad gehörte er der Leitung der zionistichen Bewegung, dem Aktionskomitee, an, und solange Herzl lebte, in führender Stellamy. M>it Hertz! verband ihn innige Freundschaft, und Heaizl ließ ihn gern, als seinen Sprecher auf den Kongressen gelten. Marmorek war in Pasel immer der Obmann des Permanenzausschusses, jer.es Komitees, das ans den Debatten die Schlüsse zog und dem Kongreß als Resolutionen zur Annahnte vorlegte. Dieses Amt erhöhte seine Bedvutnnig, und er waltete seiner Aufgabe mit viel Lenrperament, aber auch mit viel Witz und Humor. So gehörte er bald zu den beliebtesten Personen des Kongresses. Das waren jene Tage, in denen der Kongreß jedem Delegierten mehr als eine organisatorische Form war, in denen oer Zionistetckongreß im besten Sinne des Wortes, auch ein Fest der persönlichen Freundschaft und der Treue Minander war, jene Tage, wo alle Großen, die nicht mehr unter uns sind: Herzl, Nordau, Mandelstamm, Tschlenow, iLolffsohn, Mannorek, durch ihre Erscheinung, durch den Reiz ihrer Persönlichkeit, durch ihre Liebenswürdigkeit nnd manchmal mich durch ein kluges Wort alle diese heterogenen Elemente, die als Delegierte aus den verschiedensten Landern kamen, doch immer wieder zu einer einzigen Einheit zusammenführter.', wo bei aller sachlichen Verschiedenheit im Saale doch nur ein Geist der Freundschaft und der gegenseitigen Achtung und Anerkennung waltete. Als Herzl starb, die Zentrale noch Köln und dann nach Berlin kam, fric zionistische Idee keine Fortschritte machte und die Bewegung stagnierte, wuchsen die. sachlichen Differenzen.. Marmore! gehörte zu jener Gruppe, die die politische. Arbeit als die grundlegende und primäre erkannte. Er trat in Opposition, als sich die Majorität des Kongresses für die sofortige Aufnahme der Arbeiten in Palästina ausfprach. Marmore! geriet in den .Hirtevgrnnd und widmete sich um so intensiver seinen wissenschaftlichen Arbeiten.. Da brach der Weltkrieg aus und er mußte fluchtartig Paris verlassen. Neur'lich bewies er seine Pflichttreue und Qpfeowilligkeit. Als' österreichischer Landsturmarzt nach Siebenbürgen versetzt, verstand er es, ganz allein und ohne jede Unterstützung in diesem vom Zionismus fast noch ganz unberührten Gebiet eine starke zionistische Bewegung zu entfachen, die auch zur Gründung einer genossenschaftlichen Ansiedlung in Palästina führte. Nach dem Kriege traf ich ihn im Juli 1920 in London bei der Jahreskonftve-ttz. Seine Politik hatte eigentlich gesiegt, beim inzwischen hatten Weizmann «und So ko low ihre unsterbliche Arbeit verrichtet, die Batfour-Deklaration war erlassen und der Anerkennung des jüdisch-nationalen Heimes in Palästia und der Zionistischen Organisation durch den Völkerbund staüd nichts mehr im Wege. Marmore! war aber auch in London in Opposition. Das^Wkhtz -gMWte.ihM.-nM die ' Bestimmungen über das Mandat^4vavrsi'Wn zu abstrakt'. Er forderte den reinen Judenfchatz. Mir. warf er vor, daß ich Herzl verlassen habe, nnd ich konnte ihn nur versöhnen, indem ich als Referent der politischen Kommission in meinem Berichte die Kontinuität der Herzlschen .Politik sestlegte und offiziell namens der Kommission erklärt«: Der Judenstaat ist es nicht, aber kann cs und wird es, werden. Man hat' Marmorek feine Stellungnahme in London schr verübelt; aber so kurz.':big ist die. Welt, daß sie nicht merkt, daß ein großer Teil der zionistischen Bewegung bei der Kritik über die Tätigkeit der Zionistischen Exekutive und der palästineirsischett Berwaltting sich die Argumente Marmoreks zu "eigen gemacht chat. Marmore! war nach London sehr verstimmt und sein Persönliches Verhältnis W den Führern der zionistischen Bewegung und seinen alten Freunden war getrübt, und doch stellte er sich sofort zur Verfügung, so oft nlan ihn anfries. Ich «erinnere an die letzte Walllbewegung in Wien. Ich höre, daß Mamorek in Wien sei, und ich ließ ihn bitten, an der Agitation teilzunehmen. Marmore! erschien sofort in der Versammlung beim „Auge Gottes", und er hielt eine zionistische Rede, wie sie schon lange in Wien nicht gehört worden war. Die Begeisterung, die er in den jüdischen Wählern auslöste, war so groß, daß man einen guten Teil unseres jüdischen Alsergrunds dieser Rede zuschreiben muß. Ich bin nur bewußt, in der Eile, dem Ersuchen der Rc-- daktion nachzukommen, ganz unzureichend in meinem Nachrufe zu sein. Marmoreks Persönlichkeit und seine Bedeutung für die zionistisch.' Bewegung lassen sich in wenigen Worten nicht erschöpfen. Er war ein aufrichtiger Jude, ein ganzer Manu, ein großer Geist, ein guter und braver Mensch und ein opferbereiter, selbstloser Zionist. Er hatte seinem Volke Treue gehalten, wird das Volk ihm Treue halten? Ich hoffe es. Ich hoffe, der Tag wird bald kommen, wo unser.' Organ tsat ton an die ersten Tage von Basel anknüpfen und was wir erstrebt und nicht «erreicht haben, vollenden und zur Ethik unserer zionistischen Gesinnung die Aeschetik Mischer Lebensführung gesellen wird. Dann wird man auch Alexander M-.trnwre'ks in Treue gedenken als eines Mannes, der mit aut Wegbau war. Ier LebeMauf des Verstorbene«. Dr. Alexander Marmorek ist im Jahr« 1666 in Wien geboren. Er studierte an der Wiener Universität und giwg nach der Erlangung des DvktordiplomS nach Paris. Hier trat er in das Institut Pasteur ein und wurde schon nach kurzer Zeit der LiMingsa stiften t des großen Forchers. Nach dessen Ableben verblieb Dr. Marmor! auch unter Pasteurs Nachfolger Prof. Roux im Ja'tintt, dessen. Stütze er wurde. Seine wissenschaftliche DrtMeÄ erstreckte sich hauptsächlich auf die Erforschung der T o x i n e und bekannt wurden seine Arbeiten zur Bekämpfung der. Sepsis. Er entdeckte das Streptokokkettserum und erzeugte auch ein Serum gegen die Tuberkulose. Es ist nock) in Erinnerung, daß Dr. M-arntorek zur Zeit des Peftfalles in Wien, als der Ärzt des Wiener Allgemeinen Krankenhauses Dozent Dr. Hn-. i.u:mi iü: i» (! c r sich insizi-ert ball,', mit einer Flasche Pestst rum rou Pu-?ch Wien eil'c. Er in achte die ganze Fahrt Wiener Morgenzeitung. 15. Mi 1923 Nr. MS Ile Flucht aus dem Staatsgeföugnis. » In ganz Deutschland rast die Flucht des Putschisten Kapitän Ehrha-rd t ungeheures Zürfschen hervor. Während die rechtsradikalen Kreise über fern Aushrechen' triumphieren, macht sich Lei der Linken schwere ^Beunruhigung geltend. Alle. Blätter besprechen UM krÜisieren das aufsehenerregende Ereignis und legen ihm für die gegenwärtige innerpolitische Situation Deutschlands mit Recht eine symptomatische Bedeutung hei. Die Karriere des Politischen Mentenrers. KovvettenkaPitÄN' Hermann Ehrhardt ist eine seit den Tagen des KaPP-Putsches im Mirz 1920 bekannte Persönlichkeit. An diesem Umsturz hat er mit der von ihm gegründeten Stoßtruppe aktiven Anteil genommen nnd wurde deshalb nach dem Scheitern des Unternehmens steckbrieflich ve-rsolgt. Er verstand es, sich mit Hilfe seiner zahlreichen Anhänger der drohenden Verhaftung durch die Flucht zu entziehen. Bezeichnend für die Zustände ist es, daß dieser Mann zweieinhalb Jahre lang unangefochten in Deutschland Meilen nnd obzwar die Behörden von seinem Aufenthalt in Deutschland Kenntnis hatten, seine agitatorische und organisatorifche Tätigkeit ungestört fortsetzen konnte. Aus der Brigade Ehrhardt entstand nach und nach die berüchtigt« Organisation Konsul, die bei den verschiedenen politischen Morden der letzten Monaten ihre Hand im Spiele hatte. Erst durch das Attentat auf Rathenau und die Nachforschungen nach den Mördern wurden die Fäden, die zu Ehrhardt und ftin-er Organisation führten, ausgedeckt. Die Polizei bekam umfassendes Belastungsmaterial gegen Ehrhardt und seine Anhänger in die Hand, und vor ^wenigen Monaten gelang es, den Führer dieser Mordgesellschast, Kapitäy Hermann Ehrhardt, in München, wo er die längste Zeit unter falschem Namen weilte, zu verhaften. Er hatte dort bei Gesinnungsgenossen Unterschlupf gefunden./Und wieder ist es ein außerordentlich bezeichnendes Moment, daß er, der steckbrieflich verfolgte Umstürzler und Mordorganifätor, beim Münchner PolizeipräsidentenPöhner verkehren konnte. Der säumige Staatsgerichtshof. Nach seiner Verhaftung wurde gegen ihn vom Staatsg erichtshof in Leipzig die Anklage wegen Beteiligung am Kapp-Putsch, ferner wegen Meineides und Verleitung zu diesem Verb r e ch. e n, erhoben _ und Mhrhqrdt ins Etqatsgefästgnis nach -.Leipzig gebracht. Mehrmals wurde' der Prozeß ße^n ihn. öerschoben. Nunmehr war die Verhandlrrng auf-den i 23. .-Juli angesetzt worden. Der Prozeß sollte sich auch, aus/ die Organisation Konsul erstrecken, der erwiesenermaßen die Mörder Erzbergers, Schulz und Tilessen, sowie die Rathenau -AN ö r d e r angehörten. Der Staatsgerichtshof ließ sich aber mit der Aburteilung dieses Mannes lange Zeit. Es ist ausfallend, daß keiner der großen politischen Prozesse, die seit einem halben Jahre beim Staatsgerichtshof in Leipzig anhängig sind, wesentliche Fortschritte macht. Ebenso wie gegen Ehrhardt verzögert sich das Verfahren gegen Roßbach, zu dessen Befreiung übrigens kurz nach seiner Verhaftung verschiedene, allerdings mißlungene Versuche unternommen worden sind. Es besteht kein Zweifel darüber, daß die Flucht Ehrhardts von außeü nach einem wohlüberlegten Plane in Szene gesetzt wurde. Die Gittertüren wurden geöffnet vorgefunden, lvähr'end die Haustüren mit Nachschlüsseln geöffnet worden waren. Nach dem Passieren des Ganges wurden die Türen von. außen versperrt und die Schlüssel stecken gelassen, um so eine rasche. Verfolgung zn verhindern. Auch im Gefängnis Helfer. Berlin, 14. Juli. (Wolfs.) Die „B. Z. am Mittag" erfährt vom Reichskommisfär für öffentliche Ordnung, lRNMIWUllM»W>UWWW> l>>»IUlIW!»!!>II!W!>W»W>>»W>!WW>II>»WWI» Oberst K ü n z e r, über die Flucht des KaPitä-rckMtimrit- Ehrhardt folgendes: Nach einem dem RerWminGevimn vorliegenden Telephongespräch des Obe-rveichsaUwaltes muß angenommen werden, daß die Befreiung EhrhaMS nicht nur durch eimn Nachschlüssel von außen geschah, sondern daß er innerhalb des Gefängnisses eine große Anzahl von Helfern gehabt hat. Es ist Kapitän'Ehr-' Hardtgelungen, innerhalb des Gebäudes weite Strecken zurückzulegen, um aus dem Untersuchungsgefängnis in das angrenzende Amtsgefängnis zu gelangen. Int Reichsnünisterium des Innern werde angenommen,, daß der Entflohene versuchen wird, so schnell wie möglich ins Ausland, vielleicht nach Ungarn, zu korrwren. Der Oberreichsanwalt hat einen Haftbefehl erlassen. Ein Bereltsschaftssignal« Berlin, 14. Juli. (Del.-Komp.) Die Flucht Ehrhardts aus dem Untersuchungsgefängnis in Leipzig hat in hiesigen - politischen Kreisen außerordentlich überrascht und peinlich'/ berührt. Man verweist darauf, wie schwer es seinerzeit' hxtr, Ehrhardts überhaupt habhaft zu werden, und findet es unbegreiflich, daß nach so manchem gelungenen Fluchtversuchen Gefangener gerade in diesem Fall nicht besondere Sicherheitsmaßnahmen getroffen wurden, da ja Ehrhardt als einer der gefährlichsten und aktivsten Feinde der Republik gilt. In innerpotitischer Beziehung bedeutet die 'Flucht Ehrhardts eine wesentliche Verschärfung btx Lage, was deutlich in dem Komntentar des „Vorwärts"' zum Ausdruck kommt, der erklärt, die Flucht müsse die schwerste Beunruhigung Hervorrufen. Der Ueberumt der Deutschvölkischen werde dadurch noch erheblich gesteigert und sie hätten dazu um so mehr Grund, als die Haltung der Reichsregiernng ihnen gegenüber eher eine Ermutigung als eine Einschüchterung bedeutet habe nnd als die Verwaltungsbehörden und die Gerichte ihnen gegenüber vielfach versagt hätten. Die Situation sei bitter ernst. Die Befreinng Ehrhardts müsie auf die Arbeiterschaft als ein Signal z u r. h ö ch st e n Bereitschaft' wirken. Wenn die zuverlässigen Träger der Republik jeden Glauben daran verlören, daß sie in ihrem Kampfe gegen Putschistische Geheimbünde aus die Hilft der Reichsgewalt zählen-' dürften, dann werde °dadurch die Gefahr einer völligen- Auflösung der Staatsgewalt und des vev» heerenden Kampfes aller gegen alle in bedrohliche Nähe.' gerückt. 26. Millionen für die Ergreifung Ehrhardts. Das 'Michsjustizmlm'sterium -hat auf- Autvag 'des- .Qb e r re i.chs a n wa l t-e s aus die Ergreifung-Ehr-- havdis -eine'Belohnung von 25 MillionÄr Mark ausg-esetzt.. Die sabotierte Gefängnisordnung. ' ' Berlin, 14. Juli. (Wolfs.) Zur Flucht des Kapitän-: leutna-nts Ehrhardt erfahren die. Blätter von zuständiger Stelle, daß diese auf eine grobe Nachlässigkeit untergeordneter Organe zurückzuführen sei. Möglicherweise komme Bestechung in -Frage. Ein Gefängnis des Reichsgerichtes gebe es nicht. Das Gesang-, ms, in dem Ehrhardt nutergebracht war, unterstehe der sächsischen Regierung, die daher die Verantwortung treffe. Der Oberreichsanwalt hatte besondere Sicherheitsmaßnahmen angeordnet, die von de» untergeordneten Behörden nicht eingehalten worden seien. Ehrhardt durste sich im Gefängnis ohne Begleitung bewegen. Von den drei Türen, die Ehrhardt bei seinem Entkommen Passieren wußte, sei die eine nicht verschlossen gewesen uwb die zweite, eine schwere Eisentüre, aufgeschlossen worden. Zur dritten Türe habe Ehrhardt einen Nachschlüssel besessen. Die Reichsjustizverwaltung treffe keine Schuld. Auch von einer Verschleppung des Prozesses könne nicht die Rede sein. Die Akten des Falles Ehrhardt seien niemals nach Berlin gebracht worden. Die Verzögerungen seien auf die Anträge der Verteidigung zumchnführen. auf der Lokomotive des Orietttexpreßzug-es mit, da -er wegen seiner Flafche nicht im Coupe -bleiben wollte. Zur Rettung Müllers kam er schon zu spät, aber die Wärterin, die di-esen gepflegt hatte und dabei selbst airgefteckt worden war, konnte gerettet werden. In den letzten Jahren galt Dr. Marnwvek als der Haupt,sächlichste wissen,schaftt'iche Vertreter der P ostieurfchen Lehre, und er bat vor kurzem bei der Hundertjahrfeier des Geburtstages Pasteurs in der größten siidamerikanischen Ze-itschrift seinem ' Älleister rin wissenschaftliches Denkmal von hohem Wert gesetzt. In der Zionistischen Organisation stand Dr. Marmorek vo« den ersten Ta-gen ihrer Gründling an tut Vordergrund. Er geihörte zu denr politischen Freundeskreis Herzls rmd hat in dessen Auftrag manche schwierige Mission durchgLführt. In der Zeit vor ide-m dritten Kongreß leitete Dr. Alexander Marmorek die El Arish-Expedition. Nach dem Tode Herzls schloß sich Marmorek, einer der kräftigsten Vertreter der Jndenstaatsidee, au Wal fff ohn an und führte im Jahre 1910 auf der bekannten Sitzung des Mionstomitees in Berlin den Ausgleich zkvifchen WoMohn, und der russischen Qpvchwion herbei. Marmorek gehörte ztl den besten Rednern der Koitgresse und ivar wiederholt Vizepräsi. dent des ZionOenkongresses. Er galt als einer der'politischen Antipoden Ussisc^kins, doch hinderte die politische GeWorscha-ft nichE daß beide persönlich oincmder die besten Freunde waren. Nach dem Ausbruch -detz Krieges. mußte Dr. M a r» morek Poris verlassen. Cr ffcCf(o sich in Wie,, dem A r m ee o l, e •»,-?m in o n d o zur P-.-rj''"'.'>"na. - das mit ixmt | hervorragenden Bakteriologen nichts anderes anzufaugen I tvußte, als ihn Mn Kommandanten eines KriegSspttals in Temesvar zu ernennen, wohin ihnt seine Gattin folgte. Durch die ganze Kriegszett hindurch verblieb Marnwrelk auf diesem Posten. Er entfaltete dort eine sehr reiche zionistiische Tätigkeit, und wenn hente die jüdische Dedöllerung oieses Gebietes, das mit dem Friedensvertrag an Rumänien gefallen ist, über eine blühende nationale Organisation verfügt, so ist dies zu einem schr großen Teil Alexarrder Marmors zu danken. Nach degr Kriege kchrte er wieder nach Frankreich zurück und wurde an seiner alten Arbeitsstättle mit Freude foamfrt. Im Zionisnms trat er -irr die Opposition, die die Politik W e i z m a n n s außerordentlich scharf bekämpfte. Sein ganzes sttirnrisches Tetnperamettt trug Marmor-elk in diesen Kanipf hinein. Nach dem Tode Nord aus trat er vollends in den Hintergrunld und stand nur mehr mit der anter-ikanisÄieü Brandeis-Gruppe tn Kontakt. Im vorigen Jahr erkrankte er an einem schweren Darmleidetl, welches zu Beginn dieses Jahres eine. Opee.U-.nt notwendig machte, der kurze Zeit darauf.ein Atveiter Eiügri-ff folgen sollte. Da sich aber das Befinden des Patienten besserte, wurde dieser Eingriff aufgeschoben und erst in -der vorigen Woche Vovgenvntmen. Der Erfolg schien sehr günstig, doch trat vorgestern plötzlich eine Derfchilimmer-ung ein, der rasch der Tod folgte. Der am Krankenbett weilende Bruder Marmoreks, Redakteur des ,,Neuen Wiener Janriials", teilte in. einem vorgestern abends eingetroffenen Telegramm seiner Frau das A>bleboit Alexander Marmoreks mü. Die Liste nuferer Toten» denen ntau im kontmeuden Monat auf den Kongreß nt.Karlsbad wird gedeutelt müsseit. ist um dett'Naniett eftteL Große« länger eeli'olduu ...

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