Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1581 (8.7.1923)
- Date
- 1923-07-08
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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«»Nr. ISA Wien, Sonntag Aus den Theatern, , Bolksop'er: Heute unr 2 Uhr uacknnttags „M adame Buttvrflv". Abends um■ halb 7 Uhr gelaunt zunr letztenmal in dieser Spielzeit „Boris Godunow zur MMhrung. ben Ka m m c r fi> i c I c it wird Erika Glas s u e r ch e n" mit' Erika G l ä s s n e r' in Szene. In der Neuen Wienc.r Bühne findet Mittwoch die Uraufführung des dreiaktigen Lustspiels „Amor kn Nikolsburg" von Armin Friedmaun' und Haus Kottov ftöft Raimund-Theater: Täglich um halb - 8 Uhr ,^Vierzehn Tage Arrest". Wvchensprelplan des Apollotheäters. WMihne): Sonntag den 8. -d.: „Glaube E. Hennat"; Montag deN 9. p.: „Der Pfarrer von Äirihstlb; Dienstag den 10. d.: ,,Der reiche Aehnl"; Mittwoch den U. d.: „Der Narrenzettel". -♦ Miivmnrr «nd Riehl gleich«« sich nur. Oberlandesger-ichtsrat Dr. Sie b e-r (Stra-fbez-iriksgericht 1)' sollte heute über eine Ehrer-)*i-- idigungsklags verhandeln, welche der gegenwärtig vom Amte j i!spendierte Oanzl>ci-d-irekt>or der Universität, Regievungsrat Dr. Josef B lutnuu er, gegenden iUnivevsitätsprosessor Hosrat Dr. Riehl eingebracht harte. Dr. Blumauer fühlt sich durch die Aussagen. Professor Niehls, die dieser als'Zeuge in dem Schüdenevsatzprätzeß des bei der Stoffaktion für die Universität vevschw-nn-degen Stoffes machte, in seiner Ehre gekränkt. J-n der am 31. April d. I. vor dem Zivillandesgerichte durchgesührten Verhandlung soll Hofrat Riehl behauptet haben, eS hätten sich -bei den. «früheren, vomakademischem Senat veranstalteten Aktionen verschiedene Uarzukvmwlichkeit en, wie Tantiemen an nah me von Angestellte)', ergeben, die den Senat veranlatzben, über Antrag des ' geklagten derartige Aktionen künftig einzustellen. Im weiter^ Zusamnrenhange soll nu-n Hofrat Dr. Riehl erklärt habetr, daß die neuerliche Durchführung der Aktion in der Hand des Kanzleidirektors Dr. Bl-Mnauerwar. Weiter wird in der Klage ausgeführt, , daß Professor Dr. Riehl nach der BerhaMun^ gegenüber einem Redakteur des ,Aag" sich geäußert habe, daß Kanzleidu-ektor Dr. Bbumaner an der Sdofsüktion finanziell interessiert war und daß gegen ihn wogen seiner Geldgebarung als iKanzleidioektor eine Disziplinaruntersuchung im Verein der rUniversitätsboamten eingolieiitet wurde. . Die Verhandlung entfiel, da 'das Gericht verständigt wurde, daß zwischen ben Parteien aus Grund gegenseitig abgegebener Erklärungen ein Ausgleich FustandogekoMnen ist. Sin nobles Ohrenkomitee. Die Bankb^amitin Frau M. war seinerzeit S ek re-, tärin des Internationalen Schachkongresses in Wien. Sie war es. nicht zum Vergnügen, sondern sie mußte für herzlich' wenig Geld recht viel arbeiten. Dafür versprach man ihr außer dem recht bescheidenen Honorar von '1,500.000 Kronen noch eine Vergütung der Ueberstunden und der Fahrspesen. Versprechen und Halter: ist zweierlei» das Komitee des Kongresses hielt sich mehr an das-Versprechen, so daß die Sekretärin gestern wegen der Bagatelle von 778-000 K. zu Gericht gehen mußte. .Die gestrige VerharMung war für das Koinitee, in dein sich ein Dr. Erwin Kondor,, der Generaldirektor Jean Kirschen,, ein Herr Erwin Hut'ch und der Herr Richard Kola, der Beschützer aller Knuste und.Wissenschaften (wenn es in den Zeitungen steht), nach vorne drängten, kein Ehrentag. In der Verhanidlmrg bestritt der Vertreter der. Beklagten die Forderung und.erklärte, daß übrigens nicht die vier, Herren des Exekutivkomitees, sondern das Eh^enkomitee zu. klagen getvesen wäre. Das Ehrenkomitee bestand , aus hundert Personen, von denen ftchsundsechzig als diejenigen, die auch finanziell aufzukommen hätten, zu klagen seien. Der Klage» ertreter Dr'. Margulies bezeichnte ss zumindestens als illoyal, wenn man in dem Schreiben, in ivelchem man die Forderung der - Klägerin ablehnte, die vier beklagten Herren als die-Verantwortlichen bezeichnete, und den Mangel der passiven Klagslegitimation einwendet. Der Richter legte dem erschienenen Dr. Kondor irahe, daß wohl eine derartige Forderung auszugleichen - sei, und daß man noch nicht, wenn .die Forderung der Klägerin zu Recht bestehe, sie nicht an die. hundert oder sechsundsechzig Herren.des Ehrenkomitees verweisendürfe. Nachdem, der Richter den -Beschluß verküMgt hatte, die Zeugen, über die Mehrarbeit der Klägerin- und über die Zusage, der Ueberstundenver-Mung zu vernehmen, erklärte Dr. Kondor,, daß er den Klagsbetrag zur Auszahlung bringen, lvevde, wogurch'der Prozeß beigelegt erscheint. Der znsainnrenbvuch der Landamnnsbank. Im Gerichtsverfahren gegen die Direktion dev 8 an-dinaunsb-ank in Kopenhagen ist gestern das' Urteil gefällt worden. Direktor Prior wurde zu einer Geldstrafe von 800 K.,' der Leiter desstaatlichen Bormundschaftswesens - zu ei>:cr Geldstrafe von 500 'K. verurteilt. Der Hauptangeklagte- Gl-ürk st ad hat bekanntlich Selbstmord »begangen. KShn vernrteilt. Berlin, 7. Jnli. Der Gründer des tPctt'konzsrms'Köhn wurde gestern wegen sovtgesetzten Betruges im Rückfall sotpre wegen gewerbsmäßigen Glücksspieles und Aonkursvevgchens zu vier Jahren Gefängnis, fmrf Jahren Ehrverlust und zu 100.000 Mark Geldstrafe verurteilt. Drei -seiner Mitangeklagten Genossen erhielten kürzere Gefängnis- und ^.^ter Zübisti^uutg «mm? Wiener Morgenzeitung. Geftenchelte Krone --- 0.0088 kentimes. Anrzahlnng Wie» --- 0.098250 kentimes. " In Zürich notierte die österreichische Krone . t 0.008250 (0.008250 äm 6. IM) die österr. gestempelte Krone 0.0083 (0.0083 am 6. Juli) die tschechische Krone . . , 17.80 (17.57^/, . am 6. Juli) die Mark . . ... , . . 0.0028 ( 0.0030 am S. Juli) Holland . . . . . . . . . aei:— (228.50 am 6. Juli) New-York . . . . . . . . 587.76 (581.75 am 6. Juli) London ........ . 26.82 ( 26.47 am 6. Juli) Paris .! , , .... . 33.85 ( 34.10 am 6. Juli) Mailand . .. 24.70 ( 24.92 am 6, Juli) Belgrad . . . / . . . . . 6.05 ( ,6.17*/, ' am 6. Juli) Bukarest . . ..... . . 2.85 ’ ( '2.90 am 6. Juli) Sofia, . . . > . . . 5.92 ( 5.90 am 6. Juli) Budapest . . . . . ... . 0.06V, ( 0.06»/. am 6. Juli) Warschau.. , 0.0050 ( 0.0055 am 6?Juli) ParteipolM und Mrtschastsgesetzgebung. Die Bankenköntrollk-ommission hat endlich näch anderthalb Jahren ihres . Bestehens zwei Gesetzentwürfe ausgearbeitet, welche sie dem Nationalrat vorgelegt hat. Es ist bezeichnend und spricht Bände, daß diese beiden Gesetzentwürfe merkwürdigerweisezuerst in den Morgenausgaben der beiden ausgesprochen antisemitischen Blätter Wiens,- der „Reichspost" und der- „Deutschen Dageszeitung", einer eingehenden Besprechung gewürdigt wurden, bezichungsiweise der. Gesetzestext vollinhaltlich publiziert wurde. Als ob nur - die Leser dieser Blätter an dem Inhalt dieses BanEkontrollgesetzes interessiert wären. Die Mitglieder der Banken-kontroMommission, die sich sonst bei Anfragen der Presse nrit einem großen Geheimnisschlei-er unrgeben, sind hier plötzlich mit den Kommentaren zu ihrein Werke , sehr gesprächig worden. Allerdings, des Rätsels Lösung -läßt, sich bald finden. Dr. W i t t e k gab seiner „Reichspost" Jnfo-vmaiionen, „Dr. Konrad" steht dem Hakenkreuzlerorgan nahe. Die änderen Mrgerlichen, die sogenannten JudenbÜilter, mußten sich mit einon: kurzen Co-mmun-ique begnügen, das so glücklich, konzipiert war, daß kein wirtschaftlich Denkender daraus , klug , werden konnte, um was es sich eigentlich handle. -- . Jedenfalls ist es intereflant und veMent besondere Hervorhebung, daß die KontroWoNünisfion, die eigentlich ausschließlich zu dem Zwecke geschaffen lvUÄre, um unparteiisch die -wrrtschasMchen Schäden, insoferne. sie im Bankwesen- . vochandAk. sind, zu eliminieren, auSgefpwchest bankfeiMiche Organe znm Sprachrohr ihrer Gedanken macht. Cs hät fast den Anschein, als ob es sich bei diesem ganzen G^etze nicht so sehr um eiw t atsächliche Ausmerzung von Schäden, als vielmehr um Politische Kalfakchervi und absichtliche Be-rsetzung von Hiebem gegen das Bankikapital handle. Natiirlich mutzte es schon auch brHer ausgchcklen fein, daß die großen Kanrpagnen für die Bankerckontrollkom- Mission hcmptsächlich, in der.„DeuischDwrerchischen Tageszeitung" und der „Reichspost" geführt wurden, jener „Reichspost, die . anläßlich ihrer FestnulMner nicht gWug Seiten gerade mit den Inseraten der so verpönten urch jetzt zur Schafschur bestimimten Banken bringen konnte. Ser dem wir immer. Daß das Gesetz als solches bei der jetzigen Zusammerrsetzung des Nationalrates gantz bestimmt angeMnmren werden wich, rst Kwerfellos. LÄ es wirMch seinen Zweck erfüllen wird- und ob es vernünftig. ist vielleicht eine andere Sache. Denn solche Gesetze können nur dann ihren Zweck erfüllen, wennsie sine irä gemacht sind. Es strw eigeMch zwei GesetzeMwürfe vochänÄm. Der eine regelt in 25 Paragraphm die MlrechMchm Haftungen beim Betriebe von BanVunterneiAnungen. Der andere setzt ein besonderes Gericht für die Standeswerletzung der Bankdirektoren ein. Der erste GesetzerrÄvuvs gliedert sich in drei Abschnitte und regelt die Personalverhältnisse in einem Bankunternehmen, die DisKiplinarverMtnisse, die Art der BuchfWhMNg, die Wahrung der Rechte der Depotbesitzer, den" Wirkungskrers des Vorstandes und versucht auch die küUsMchen MajorMMldungen bei Generawerfammlungen emzuschränken, irchem. er dem zwanzigsten Teil der Mienbesitzer ein gewisses ProzeßlführMgsrecht zuspricht. Jnr dritwn Mschnrtte sind - die Schademrsatzanspvüch-e des 'Publikums gegenüber der Bank besprochen. Es wird versucht, die Muktionen der Bankorgane genau zu detaillieren und daraus eine gewisse Haftung gegenüber dem Publikum herauszukristallisieven. Der besonderen Haftung des einzelnen unterliegen: Spe- - kulationen auf dem Rücken der eigenen Bank, Begünstigungen'von AngestMen bei GeschäMransaktionen, Untreue bei der Berivaltüng von Dehöts, Fälschung bei.,.der . BiwUzaufstellung - usw. Die -Bank selbst hastet bei Änireue gegenüber.den Komittenten, darunter. sind Wider besseres Wissen '- erteilte Ratschläge, verheimlichte. Börsenspekulationenu-sw.'ausgezä-hlt. ' - -Es sind alles Delikte, die von mweÄliHen Banken, beziehungÄveise^ Angestellten nicht erst nach - dem Kriege verübt .wurden.' Seit überhaupt- Banken bestehen, haben -sich solche Fälle ereignet. Bor-dem Knege, wo es'' auch Verbrecher gab, war ein solches Gesetz nicht notweMg. Jetzt findet die Köntrollkomlniss-i-on heraus, daß ein solches Gesetz gemacht lverden müsse. Man kann dabei rmx eines sagen: „Gegen - einen- Verbrecher helfen keine Gesetze und bei einöW HMtzW? MMmeMm sie nicht notwendig." 4 8. Juli 1923 Seite 11 Sei dem wie auch immer. Ueber den wirtschaftlichen Wert oder den Un-wert dieser Maßnahme ist schwer, sich so ohueweiters ein Urteil zu bilden. Eines ist aber sicher: Der antisemitische Haudelskammersekretär Ko n,rad und. der christlichsoziale gewesene Eisenbahmninister Doktor W i t t e k sind zweifellos nicht von einer so gewaltigen Kenntnis der Materie gerade des Bankwesens durchdrungen, daß sie gerade die richtigsten Wege im Gesetz gefunden haben. ' Man komme mit der Wahrheit heraus: die Banken gelten in dieser Presse als „verjn-dete Unternehnrungen". Man muß vor der Wahl das Bekenntnis des Antisemitismus ablegen und da wird sich mancher Wahlredner dann mit der Faust in die Brust schlagen können und erklären, er habe an dem Gesetz zur Eindämmung der „jüdischen Bankenkorruption" ehrlich mitgeholstn. Man benötigt Agitationsftoff. Das Bankenkontr-ol^esetz soll einen solchen schaffen. Kein Volkswirt wird sich gegen eine vernünftige Regelung der Bankgesetzgebu-ng wehren, keiner wird leugnen, daß di.e Banken viele Sünden begangen ha-ben und daß gewisse Maßnahmen notwendig sind, doch die Art, wie dies in der Form dieses Kontrollgesetzes geschieht, ist alles eher denn einwandfrei. Der Antisemit Herr S ch ü r f f hat seinerzeit das Gesetz über die Einsetzung, einer .Bankenkontrollkommission eing-ebracht. Es war ein deutschnatioualer Antrag. ' Jetzt soll die christlichsoziale^ Koalitions- Partei mithelsen. Die Jübiläumsnümmer der. „Reichspöst". ist doch vorbei. Man kann das Gesetz beschließen lassen. Bis zur Wechnachtsnummer, beziehungsweise Osternummer, wo wieder Bankeninserate notwendig sind, wird die ganze Sache schon hübsch eingeschlafen sein. Und das heißt inan dann ehrliche und überzeugte antisemitische Wirtschaftspolitik. Die WirtschastsveWltniffe in de» Vereinigten Staaten. Hausse oder Baisse? — Differenzierung zwischen Industrie- und Farmerdovar. — Gefahr eines Konjunkturumichwunges. Aus Ne-w-Aork wird uns geschrieben: Uäber das weitere Schicksal des Ausschiwunges.in der Union werden schroff entgeige-ngesetzte An-stchten.-ausgesprachen, und beide Parteien, Hausse wie Baisse, sind um Gründe nicht verilc-gen. Jedenfalls - ist aus den Warenmärkten wie auch mif der Fondsbörse eher eine rücklänsige Tendenz zu beobachten, und vor äll-em hA-t sich das große PrEkum von Käufen ferne und Hai das Feld ganz der bevussm^'igm Spekulation überlassen. Wohl ist die. In-: dustrie doll beschäftigt-; Ein- und Ausfuhr zeigen noch immer steigende Tendenz, was bei der Einfuhr um so bemerkenÄverier. - ist, als die Zollsätze des Fordneh Mc Eumber-Tariss als' geradezu prohibitiv angesehen wurden. Aber die Gewinne - der Landwirtschaft sind zu ntehrig, weildie Preise in der Industrie viel rascher in die Höhe -gegangen sind. Der Farmerdollar ist voiWch um ein Drittel weniger wert als der Industrie-' do-llar, was natürlich geiwalt-ige Verschiebungen und Störungen in der gesamten Vo-lksiwirtschast bewirkt. Die Industrie ihrerseits leidet unter dem knappen Angebot au ArbeiiskrLften-; es fehl-t an der entsprechenden Einwanderung. Die Folge davon ist eine Steigerung der Löhne, die'fast überall schon zwischen * 10 bis l!5 Prozent beträgt, aber nach Ansicht der Baissepartei «ft in ihren' Anfängen sich befindet. war der frühere Preisabbau nicht ausgiebig genug, um die Neue Steigerung zu . vechtserbigen,.. und - so werden die Sorgen der Industrie verständlich. Diese sieht sich infolge der Knappheit am Arbeits-- nvaM bei Lohnkänrpfen zu s^wach, und glawbt ferner, daß sie nicht mehr zu weiteren ausgleichenden Preiserhöhungen für ihre Produkte schreiten kann, weil dadurch die Absatzsnmmen sinken würden. Allerdings bleibt es strittig, ob die KanftvHt des ame- Mcmischen PuMkums nicht doch größer ist, als die Industrie cmnimmt. Ihre Gewinne sind jedenfalls durch die LohneftWmrgen, hohen Steuern uistv. stärk reduziert und nicht im PerhUtnis zu ihrem enormen Beschäftigungsgrad. Es wird vielfach angenommen, daß die Mmhmer vorgekaust, und sich schon emgedeckt hätten für eine ungewöhnlich lanye^ Zchtdauer, weil sie Preiserhöhungen erwarteten. Würde nunmehr infolge der ProiduMon-sstevgevlmg, höheren Löhne usw. ein starker Geldbedarf einkveten, so wäre die Gefahr eines vollständigen KvnjnnMmmschWunges nicht ausgeschloffen. Tägliches Geld kosüet voMberychend 6 Prozent, für erste Handelswechsel nviffsen» 5 ProMt angelegt werden; das bedeutet eine Verstei« fung der- Sätze, ohne vorerst unmittelbar beunruhigend zu sein. Immerhin haben es die großen Banken an Marmsignalen nicht fehlen bissen und dos Publikum dadurch eingeschüchtert. Es wird auch berichtet, daß die Aufträge in der Stahlindustrie weniger reichlich emgehen und die Baniätigkeit nachläßt. Das scheinen tendenzwse UebcrtreiAlngen; mindestens hat die Union-Steel-Corporation noch Nek-ord-sumnie-n an Bestellungen in ihren Büchern stchen. Doch das Vertrauen, das zu einer ungestörtes Konjunktur gehört, ist nun einmal verschwunden, und i mit ihm auch diebisherige Bereitwilligkeit des Ne-W- Aorker Marktes zur Unterbringung von größeren Anleihen des Auslandes. Die Aussichten' für eine deutsche- Repa-va-tionsanle'ihe wären heute, so wie die Dinge 'jetzt stehen, unter Rull.^ Alles in allem kann man sagen, daß der frühere Qpr^msmus, der eine beispiMose jahrlange Konjunktur und eine sozusagen iMunterlbrochäne^ Hausse voraussah, nicht mehr existiert. Das . Kennzeichen der amerikanischen Wirtschaftslage liegt in einer, auffallenden llnisichecheit. Die MarüNaftroPhe. Steigende Devisemmchftage. Berlin, 7. Juli. (Tel.-Komp.) In den fe' ^?.gen macht sich ein neuer gewaltiger Devisen-