Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1581 (8.7.1923)
- Date
- 1923-07-08
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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«tfte 10 Men, Sonntag Fäden zu den Sagen der VölDrr und andererseits die spezifisch jüdisches Züge Wohl erforschen kömtt-e. In: ganzen kmm mar.« diese Geschichten eiflDa Avischeu die Kategorien des Midrasch, der MMwim Md der biogwGM)en Legende Men. Manches ockeckalrsche Sagengut verbindet sich hier allerdings weniger mA den voMstünÄichen Vorstellungen bNischer GchMeu als mA viesein Volksleben selbst, das nur nach Art der echten Volkssage ins Mendergeschehen unmittelbar verwoben ist — seien es der unverhoffte Eintritt in himnill-ische SM-atreigior.-rn oder die nnmnigfachen Verfuchrmgen dämonischer Mächte, tMQÄ^Äxwe SchicksaWützc, immer wieder vom Loben der Frommen durchsuchtet, oder h ihrem Wesen movÄijsche Geschichten im Gewände der vuntderibaren Begebenheit, und mannigfache Beziehungen zwischen Lobenden und ' Toten. Bekanntere Ergählungen orrtstammen dom luria witschen und dem chaWischen Legeudenikrefle, aridere knüpfen an beliebte Gestalten der Witschen Geistesgaschrchte, wie JKlda den Frommen,' Merr von Rothenburg, Joel Serkes, an. Außer diesen sind wohl gerade die Geschichten dieses Bandes, welche emechei-ts emer volkstümIlichLN Literatur von Wu-ndergeschichten, andererseits später Mrdraschina oder zerstreuten Stellen voMstüml-ich historischer oder valblbmischer und der chasMschen, dechWtnisniäßi-g wer.-ig der kabbalistischen «Literatur entnommen sind, in deutlicher Übertragung zumefft noch unb-ÄMMt. Mlhelm Berkelhamer: ,Mir und die Völker der Weckt". Verlag A. I. «Beiden. Tavnow-Krakau-Wcrrschcm. Wo die Apologetiker sich nicht -genug tun können in Abwehravgumenten gegen antisemitische Schlagwort-e und BovurMe, Mingt cs hier dem Verfasser, der zu den lichtvollsten Köpfen der -Polnischjüdischen -JouvnMkA gehört, in einigen Sätzen b%e InhalLslosixcheit antisemitischer 'Ideologie zu 'beweisen. Jedes Volk lebt nach schasst nach seinen eigenen Regeln und Bedürfnissen: Dieses Leitmotiv ist hier verwertet, um Ln kulturhistorischer und sozrologrschor Beleuchtung das Wesen des Judentums und dessen Stellung Än Buck« der Völker darzststellen. Wenn auch der An- -laß zu dieser Ansckncmdersetzung — ein seinerzeit unter tosendem Beifall der polnischen Gesellschaft cmfgeführtes Hetzdrama von Svervssewskl unter dem Titel „Bolschewiken" — uns zu winzig vrschemt. um ihn pn Ausgangspunkt einer sozial-fchilosophischen Studie M machen, so kommt es schließlich.auf die Argurttmche und die Folgerungen an. zu denen der Verfasser gelaugt. Diese jedoch sind einleuchtend, klar und von besonderer' Mberzeu-gungslvaft. Was der Versager über Wische Mission, indische und christliche Ethik und das Problem des Antisemitismus sagt, fleäjort — wenn so momches alltzu -fluchtig und apodiktisch klingt — ptt Klarsten, was über dieses Aheüra außerhalb der wissenschaft-lichen Zunft in letzter Zeit gesagt wurde. Es wäre zu wünschen, daß diese treffliche Arbeit auch weiteren Kreisen -durch eine deutsche Nebersetzu-ng zugänglich «gemacht werde. Dr. Z. F. Hände. iWerÄag Frisch u. Eo.) Die Geschichte einer Ab" sockxMchkeit heißt der Untertitel dieses Buches urrd ein absonderliche Thema sst es in der Tat. das Kurt Sonnen selb in dem Buche m behandeln unterninmrt. Ein heikles Thema, das sexual-paHologifche Problem des Fetischismus, mit dem sich der Berfasfer hier «dr künstlerischer Form auseinan-derzusetzen versucht. Wsr ein solches Buch schreibt, hat die Wahl, entweder ein sogeuanntes .Mkantes" Buch zu schaffen, auf alle literarischen und WnWerHchen AmbMonen zu vernichten und erotischen Kitsch zu prvdusievöu oder die Aufgabe mit künstlerischem Ernst zu iloseu. Hart au der Schneide, zwischen platter Gemeinheit, schmutziger EvotA umd künstlerischen Werten steht der Verfasser emes solchen Buches. Kurt So-mremfeid hat sich nach der ernsten Seite gewendet uck> den Büvs-uch unbemom-men, sein Thema psych-lÄMch zir evfaGeu. Es ist ihm nicht restlos gelungen. In Lagebrvchsorm Schreitet e-me einfache HaMung. logisch ausgLb^rut. fort. Die Sprache ist schlicht und «ungekünstÄt und die heiklen Stellen find müiZarchert uck> feinem Daiktgefühl behar^elt. Im ganzen m. Buch, das einen Leachwnswerten Versuch eines jungen LoLnibos darstellt. g—d. Dr. V. Aptowitzer. Kmn und Abel in der Aigada, den Apokryphen, der helleBsHchm, chvijsMchen und mchammedckkUchen Literatur. Verlag R. Mort, Wien und LMM. 1922. Wiener Morgenzestung. 8 und 194. S. Diese Arbeit des vühmMst bekannte!: Vertreters der -modernen Agadaforschrmg und Inhabers der Lehrkauz-eil für Midrasch an der Wiener Israelltischeir Lehranstalt erscheint als erste BewffeMichu-wg der Alexander Ko Hut Memorial Foundation, die es sich mr ArlKgahe macht, jährlich ein wiss-enschvftAches Merk jüdischen^ Inhaltes^ zu publizieren. Und es ist ein erstes WeÄ auch hmsichtliich-seines inneren Wertes. Im .tKaiu und Aibel" legt der Verfasser der wssenschaiftlichen MÄt einen Teil seines groß angeleOm Werkes: ,/Die -Erzählungen der Aigada zu den Erzählungen der Bibel" vor. Der Vorjwurf dieser AÄbeit ist. die rabiblinischen Sagen nach Mer, UMvimg. Charakter, Heimat, Schicksal, Verbreitung. Verwandtschaft/ Wirkung und Ziusaimimenhanig M untersuchen. Aptowitzer 'begleitet den Stroni der Agada von den QueAen durch alle Schicksale und Windurgen bis zur Dlündung. Er zeigt Verlauf u-nd Richtung ihrer Dendenzen und poleinilschen Mstck'ten auf. Und wo dieser Strom ost plötzlich wie im Kalbaestein verschwindet, um fernab und spät wieder an die Oberfläche zu treten, identifWevt er mit sicherün: ForscherWick das urspvüMiche Sagen-gut in der neuen Form und Umgebung. So weist er überzeugend Abwanderung und Rückiwandemug ganzer Sagenkomplexe nach. Doch auch die Parallelen Ströme, die cchwlichen QuMeu entspringen und unter den gleichen Bedingungen und Berhalltnisfeu sich wtwickeiln in bgzug auif verlschicidene biblische P-estslönslichke>iten, um welche sich die Sage rankt, zieht er in den Gesichtskreis seiner Betrachtung: so die Sagenpäral-lÄen zu Kain und Abel inden Esau-Iak-olb-Bildorn und anderes. Völlig neu ist die Erschließung der Zusammenhänge Mischen Agada und L-alacha. Aptowitzer zeigt douMch, daß manche besvenMich klingende Agada nur aus her Hailacha zu eÄäven ist, und wieder umgekehrt viele spätere Gctsetzesnormen nur aus den GruMmlen agadiffchm G-eda-ukengutes verbanden we-rden können. Ein -weiteres wertvolles Ergebnis dieser Forschunger« ist der Nachweis der Herlertung der 'KrmIftsMe aus der BMssage, welch letztere wieder ^lls Mutter der Exegese tieferes Verständnis erheiischt. So wird die Abhimgigkeit Phi-los von der r-chlbinischen Agada, an der man bisber zumeist achtlos voobeiging, in ein Helles. Licht gerückt and der Einfluß derselben arrf die Kirchenschriflsteller für die bchaudelte Materie konkret aufgezeigt. Mit dieser fleißigen und gründlichen Studie, die sich über die entlegensten LÄeraturen erstreckt, hat sich der gelehrte Verfasser, aber auch das Komitee der Alexander Kohut- Gedenlstistmrg den Dank der Wissenschaft des Irckeckums gesichert. Dr. Rosenifekd. JechMel Mojsche Nttdmann: „Schvbes-Ojbs". Volksstück. in drei Akten. Warschau, im Selbstverlag. Eine dramatisierte Sabbat-Idylle^ Recht undramatisch. Aber eine Anzahl von Bolksmotiven ist geschickt und mit einiger dichterischer Imagination verwertet. Leider stören öde Strecken und einige Plattheiten, die zu Sentenzen aufgepulvert sind. Immerhiu steckt ursprüngliches Talent in der Sache, was zu konstcrtievrn erfreulich ist. Das Jüdisch gibt den Dialekt der polnischeir NordwestprüvinK recht gut wieder. Das Buchgewand ist sauber. S. S. Apton Sinclair: „Sklaverei". Ein Roman, Interterritorialer Berla-g Renaissance. Wien. Die sozialen Ursachen des «Kampfes zwischen den Nord- und Südstaaten der -Union schält Upton Sinclair in diesem Roman heraus, in welchem -aus der Perspektive amerikanischer Geschichte wieder die Aubla-ge geigen den nreitschlichen Knechtungswillen leidenschaftlich lau-t pn Ausbruch kommt. Wie ste-ts bei Sinclair, ist die Form auch hier künstlerische Reportage, weilche die Fähiigkeit hat, anden Ereignissen ihre AntriebÄkräifte bloßWlegen. Leider wird der heiße Atom, welcher durch diese äußerlich anspruchslose Form der Darstellung iveht. durch sine KUchoeübersetzung. die sich durch Bildung unmöglicher Worte („es rsi-gt" für „es bildet sich ein Reifen") poetisch gebärden will, stoÄ ge-dänchst. S. S. .Hermann Blmnental: „Gilgul". Ein Romran aus dicher und jener Welt, Interterritorialer Verlag Renaissance, Wien. Mordecha-i SpÄ-tor hot vor Ialhren einen Daa>l-Schsm- Roman begonnen, der 'leider Fragment gM-ielben ist; denn er zWt zu dem Besten, was dieser ausgezeichnete Mische Emühler geschahen hat..Der Verfasser der Enzähluug .Milgul", welche sich recht anlspruchsvoll einen Roman aus dieser urd jener WÄt nennt, hätte Spelktors Romanlragment mit Nutzen lesen Wunen, ehe er seine Crizählung schrieb, da er daraus über die dichterische GÄtcÄtuuig des Begründers des Chassidismus und über die Sphäre, aus der der Baa-l-Schein und die von ihm i-naugnvi-'rtle Bewegung kam. mehr hätte erfahren können, als aus dm blasser.: neuchassMschen UMsonmnngen und Essais, welche ihn zu 8 . Mk MTS 5ß& seiner Erzählung wohll begeMerit! halben mögen-. Wedep NeMM-t der junge BM^Schem in mcher DaMellmvg Lebe», «och auch ist das GruMnotliv der SeeleNwiedeMir auch me «A emem Zehntell der IMeyMMNlgMM dcrrgHellt. die sie der.Darst-emmg in irgendeiinem Maass-Mchllein -mwewohttt. U^berdieSW die Spr^ dieser Erzähvuna «M avül nvd Wust MP Strecken lang leer. Mo ein umMges Buch, S. S. Theodor Heinrich Mäher: „Repauui". V-Äag Staackmqn«, Lsipzi-g. Der Ansbrnch des Aetrr« u«H .lfot«, El«-, fluß auf die nähe-r^ Umwelt W eme UMewöhMche Gchicksalstragödie, auf die sich die Blicke aller Menschen richterr, Was sich hier auf verWÜmSmaMg kleinem Raume äbsprÄt, wird tat großen davgostM in dem Roman ,-R aPa nu i" von Dhe-odor Heinrich Ma y er. Er schildert den UMoogang Koirtiuettts, dessen zahlreiche Bewohner nüt ihren technischen Hilfs-miiüÄn zwar der ungeheuren Lavaströ-me "Herr werden, nicht -äber verhindern können, daß chr blühenides Land -im Meere verlsiM. Als einiger R>eft A«M -die Osterinisel in der Südsee Wrig mit wenigen Menschen, die ldaS Geschlecht wrt-pflanzen, u-nd mit riesigen Denkmalen ans ©tönt, Öen letzten Zeugen einer versunkenen Kultur. Damit knüpft der Dichter den Faden mit >ber Wirklichkeit an, der hier, ohne es zu wollen, em Blvch von seltener Aktua-Iität geschaffen hat. Kr. B. Wsinert» «De r p obitische Zionismus 1896-1904", Zürich, 1923. Dr. Bernhard W e i tt e 11 liefert uns einen Versuch der historischen Darstellung des politischen Zionismus in den Jahren 1896 bis 1904. Auf Grund einer zcchlreichm Literatur und eines gut geordneten archivalischen Materials, das dem zionistischen Archiv in Berlin enüwuuuen ist, schildert uns der Verfasser die Entstehung «nd Entwicklung des politischen Zionismus. WeinertS Arbeit ist trotz vieler Mängel sicherNch eine beachtenswerte Bereicherung der Historiographie des Zionismus. S- „Reue Wiener Schachzeitnng", Redaktion: 2. Bez.. Floßgasie 3. Soeben ist die Nummer 4 dieser Zeitschrift erschienen. Sie enthält ausführlichen Bericht und Würdigung des Karlsbader Turniers,?ine Reihe sorgfältig glossierter Partien und zahlreiches interessantes statistisches Material. Mchereinlms. Walter Tschuppit: Der Christ nnd^- sein Schatten. Theod. Thomas, Werlagsbnchbondlnng. Leipzig. Georg Bernhard, Wrtschastsparlamente. Rikola-Verlag, Wien. Albert Ehrenstein, Pe-Lo-Thien. Ernst Rowohlt- Verlag, Berlin. _ . Bühne und Kunst. Eine Neuerung im Wiener Musikleben. In der kommenden Saison wird der Opernchor einen Zyklus von Konzerten veranstalten, in welchem große Chorwerke und Ora«- torien zur Aufführung kommen. In die Führung dieser Konzerte werden.sich Richard Strauß und Schalk teilen. Bisher trat der ausgezeichnete Opernchor nur einmal im Jahve an die Oeffcntlichreit. Die jüdische Musikschule in Kiew hat sich an den Joint! gewendet, die Subvention zu erhöhen. Die Schule hat 115 Schüler und bezieht gegenwärtig vom Joint eine Sul^ vention von 76 Dollar monatlich. Der Joint hat eine Erhö-- hung abgelehnt. Ei« jüdisches Filmmanuskript Maxim Gorkis. Wie das I. C. B. erfährt, hat Maxim Gorkr ein neues Film-. Manuskript beendet, dessen Inhalt aus dem jüdischen Lebest entnommen ist. Der Film soll heißen: „Das Leben des russischen Juden." Es ist das erstemal, daß Maxim Gorki ist seiner literarischen Tätigkeit ein jüdisches Sujet bearbeitet. ' Ausgrabung eines antiken Kunstwerkes in Rom. Eine wichtige archäologische Entdeckung ist in Rom bei Grabungen gemacht worden die bei Ausschachtungen für ern Haus am Ufer des Tiber ausgeführt wurden. Man brachte eine wundervolle Alabasterstatue einer sitzenden Minerva ans Licht, die vorzüglich erhalten ist und die rwch die originelle farbige Bemalung zeigt; nur fehlt leider der Kopf. Die Statue, die überlebensgroß ist erinnert in ihrem Stil und in der Gewanddvapierung an me besten Werke der Aasfsschen gmechischm Plastik. 1AS veMeE uuser-ev Auficht nach etwas mchr als 32 ZeAen. (©. 186—ÜM.) Die Entsichml-g und der Ausbau der Chalukah und die KoLöwüfcttüonsvechnchL im 18. Icchchundevt scheinen dem Autor $o gut wie eine Terra incogmta zu sein. Hätte der Bachafie-v die dresdeFÜiKiche Literatur haMwsgs bevücksichtilgt, so Ware drcher Fehler sicherlich rÄchst zu verMchneru Zumindest sind diese Erscheöstmvgsn für die Geschichte Palästinas ebenso wichtig w-re fcie Tatsache» daß im Jahre 1887 ein ErÄbebm in Sased ustd Diberias wtütede, die im die «den awgeDhrt-en 19 ZeKe-n Emgarvg gchuudm hat. War dem Bevfasser die entsprechenidtz Ältovotttv nicht Mgäuglich, so wäre es enchifchlenswevter Kwchen» vre Geschichte PalMnas im Abtertum cwsfichrMcher zu bchandeSm, um fo mchr» ccks wir Ms diesem Buch nur das echechsen, was Ms ja öhnchist Ms den Arbeiten Renans, Kittels MtkeZ, Lehmanns, Haupts, Schechters u nd vieler astdevt« beAomtt ist. Was uns dev Bevfasser Aber die späteren Pevivden nvrtteflt, ist ohnehin auch in dem sehr we-rtvollen Buche von Dr. G. Hölsch er ,I>ve Geschichte der Juden in PaWfLna feÄ demiJcchre 70 m. Ehr." («Lechtzvg 1009, 64 Seiten) bcikampt. * GhrWon WÄhedn Be-r-g-hveif-s.-e-r widmet eine unye- -mev» iinLer^sämte und wLssenschaMch wertvolle Studie dem Begründer drs Hauses Rothschrld.*) Zur Geschichte des Hauses RotWhD» besitzesv wir deveÄs eine anschstliche Lftevatur, die jedoch Wweäfi aus Legenden, Wweikdoten, Schmeiche-l- und SchmähschuksteN besteht, nstd daher -für die HistvrivMliphie wenög in Betracht kommen kann. BevghoeGer versucht nun aus Göuiuld vetichlhaMger Qnelle«, die er dem RothMldschen FamAienarchiv, dem FttuHmter SbMarchiv «nd den St-aats- und Landesärchivm entnahm, die erste wkffenschasMche Biographie von Weyer Amsch-Ä R-oÜhschÄd M liesevn. Rach «vner FcmMentvadttÜM sollen die RotlhschÄds aus Dän-emavk stammen und ih-ve Romen van der SdM RoesMde (Rv'thschKd') fuhren. Nach Beochoeffer ist diese HerLeÄrmg des Namens nicht zuitveGelnd, da der Name RoHs-chW von einer Hausbezeichamwg in der Fvauksuvter Iudewgasse übernommen wurde. Js«ck Mchmum, eines der Atestm Mtjgllreder der FcmrMe *) ,Meyer Amschel Rothschilld, dev Begründer -des Roth- MUjcheu AanchauLer^ Fvmchnvt a..M., M3, (gestorlben 1688), hatte i-n Frankfurt am Main ein Haus, das ,^um roten SchW" genannt tvurde, wovarls er den Beinamen Mothschild" erhielt. Erst mit Meyer Amschels Großvater Moses Kalman begann die Auifwärtsbewvgnng der Rothschilds. Meyer Amschell, der Begründer des BaiÄhauses, betrieb Werst einen Münzen-- und Antiqnrtätenhcmdel, wobei er Ge-ldgenhsit hatte, zum Erbpr'mtzen von Hessen-Kassel irr geschäftliche Beziehungen zu treten, der ihn auch tot Jahve 1768 zum ,Mvstlich HessewHMMischen HoGaldor" ernannte. Somit war für ihn der Weg zu einer ersollHveichen ZuAmft geebnet. Im Jahve 1771 gründete er das BnnLhMs, das hauptsächlich das WechsÄHeschäft pfl-agte. Daneben führte RvthschM auch einen UMsanigveichen Warenhandel. Bis zum Jahve 1800 war aber das Wechfevgeschäst das eingiige barckmätzige Geschäft und sein, Vermögen betrug rm Jahre 1801 nicht weui-gev als 100.000 Guldan. Mt dics-em Kapital konnte^ er nun Mein 'größeren Geldhandel ents-alten-, der in den Jahren 1801 bis 1808 sehr umsa-ngreich wurde. In diesem Zeitraum brachte REFchild größere Anleihen bei verschiedenen Fmsten- und Königen unter und besorgte auch sonst ihre Privaten FmanMschÄfte, allerdings unter größ-icr GeheÄnhaltwng vor dorr FrarHurt-er Bainkrers. Sclvbst der Jvhan-nitev- Orden zählte zu feinen- Knuden. Die Legende erzähli, daß er während der Napoleonffchen- Z>eit das Vermögen des im Exil bchtoWch-en Kurfürsten verwaltet und vor den Nachforschungen, der F-vansosen gerettet haben soll. Auf diese Weife soll eibendev Reichtum Rothschilds eMstanden, fein. Der Verfasser beweist aus Grund M-thsntischev WtenfWcke, daß diese Legenden nicht stichhäWg seien und R-otWchiVd nur Kisten mit Men aus dem Kurifürstenarchiv. ist seinem Hause Msöewcchvt habe. Gr sei durch zähe Ausda-uer und große G-Mwpe-rMv-nen zu seinem Reichtum gelangt.. Ginbesonderes 'Kapitel widmet der De-üfiasser dent Persönitichen an Rothschilld. Er war religiös und pflegte gerne in den, Mußestondm TaLmuldstudren. Er Myrte ein spezielles ,Ma-asser-Guch", um den zchnten Teil seiner GirEimifte wolhM-tiigen Zwecken zuzuführen. IM Jahre 1608 zogen seine fünf Söhne in verschiedene GvoWädte, wo sie Filialen des RvtlhWldstheit BanK^es'besOvdete^ Im Ichqe Mo betrug das Gesellschüftsvermötzem. bereits 800.000 Gulden, an welcher Summe Meyer Amlschel mit RvrOVV GuWen, die zwei älteren Söhne -mit je 186.000 Gulden, die Mlgeven dagegen mit je 30.000 Gulden ibeteMtzt waren. Am 10. September 1818 schied der Begründer des RotlMhiMManchaufes «aus dem Leben. Im zweiten TeÄ seirver-Mon-otzvaphie.bringt Berghveffer interessiawte Wenstücke zum Wdvnck. Sein Buch ist nicht nur eine begrüßenswerte Gccko für fäe Wirsche Genealogie, sondern ein noch viel wertvollerer Beitrag zur Wivtschalftsgeschichte der Juden. Jeder jüdische HistoMer, der sich mit der. WirtschaftÄAeschichte der Juden ihn 19. Jahrhundert beschWijgt, wird u-nbM-ngtstach B-e-vghoeffers Buch greifest müssen. . * , - Ern Dhemia aus dev allerfLnigsterr Gasihiichte der 'Iuder^ Lehandel-t die nicht ustmt-evesfante polmfche Schrift des iDoktor Leo Reich Alber die jüdische FmedMZdelegationin Paris.*) Nach erstem kurzen VoMort, in dem dev. Verfasser die EntstehungstzeMchte des Komitees der Müschen Dsle-gst-t,tonen beim letzten Friedenskongreß in Packs, an demer feBöjff aktiv mitgearlbcktet hat, erzählt, zeichnet e die SAHouettest der markautzestest Persvul-ichkeiten dieses KostMses. Nebst einer Fülle von Ast-Ädoteu. si«nden wir auch - mcwkant-e Ghava-kierzeiichtt-ungen dev HauptMii-tarbeiter des Komitees, wie Bvandeis, Marschall, Sokolow, WeiKmamr, Motzkin, Mack, Ros-en-baym, Doktor 2hon, Usischlkin lnstd vieler anderer. Weinst der Leser-aber gl-cmbt, m ditzlsem Blüchlein eine Darstellung der Judeuifrage aus dem letzten FckeidMsk-ongreß Und der Arlbett-en des Mischest- Komitees zusistden, so ivvt -er. Außer dennettgLgeichneten Si'lhoueiten enthÄt die Re-ichsche Arlböft nichts Neues. Dem zuWnfbigest H^tockber der JudenjMrge '<m\ dem letzten Fr-iedenslbongreß wird dieses Mchilein keine wesentlichen DatfachiMslenntstisse übermitteln.. Ms. Quellen-, ja selbst M-eMoi-renwerk, tvird es kann: irr Betivacht komme«. Dieis-e SUHouett-m bieten, denr Lcs-er jedenfalls eine -any-enehm-e Lelkttwe. . *) „Zydowska Dckvgacya pckojowa w Paryzu." Leinberg, Be-lh Jfl-ael--Vevlqg, 1922. .. . \