Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1581 (8.7.1923)
- Date
- 1923-07-08
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Eir, TvtMag Wiener Morgenzeitung. 8. Juli 1923 Nr. 1681 * Professor Gollancz ausgezeichnet. Aus London, S. d. w-rrd uns geschrieben: Unter den soeben, anläßlich des Geburtstages des Königs Ausgezeichneten befindet sich eine Anzahl fudischer Persönlichkeiten. Besondere Beachtung verdient ^.die Ernennung des bekannten Semitolvgen Professors Dr. Hermann Gollancz zum Sir. Professor Gollancz. der zugleich auch, die Rabbinerwürde bekleidet, ist der erste Rabbiner. der in den englischen Adelsstand erhoben wurde. Er ist- 71 Jahre alt. Als Sohn des bekannten Shakespeare-Forschers Reverend S. M. Gollancz hat er seit früher Jugend, wie übrigens auch fern Bruder Israel Gollancz. sich auf die Laufbahn eines Gelchrten vorbereitet. Professor Gollancz ist Professor des Hebräischen an der Londoner Universität und Gründer sowie Leiter einer Reihe von wissenschaftlichen Gesellschaften. . * Nnanzgenie frei'. In der „Deutschen Allgemeinen Zeitung befindet gch ein interessantes Inserat: Ratgeber u. Vertrauensmann eines der deutschen Jirranzgeriies privatwirtschaftlichem Gebiete,^ Dr. rer. pol. und Vollchemiker, mit allen Mängeln und Möglichkeiten der derzeitigen Gesetzgebung, die zwischen Gold und Pcchier orakelt, vertraut, würde seine TStigkeit bei gleichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen tauschen. Anfragen unt. 804 an die Exp. d. Bl. Finanzgeme? Ratgeber eines Finanzgenies, das zwischen Gold und Papier orakelt, ein Techniker, der mit allen Mängeln und Möglichkeiten der derzeitigen Gesetzgebung zu jonglieren verstcht. Will am Ende gar der gute Hausgeist und 'Talisman des Hauses Stinnes seinem Herrn entfliehen. * Eine zionistische Ortsgruppe in Leoben. Der unermüdlichen Arbeit dreier junger Zionisten ist es gelungen, in Leoben eine zionistische Ortsgruppe zu gründen. Dve Hochschulstadt Leoben ist eine der antisemitischesten Städte Steiermarks und zählt bei einer GesambevöÜernng (mit Umgebung) von 25.000 bis 30.000 Einwohnern insgesamt zirka 160 jüdische Seelen. Es sind fast lauter Kaufleute, deren größer Teil bis vor kurzem der Gesinnung einer „Neuen feeren Presse" die Lanze hielt. Bis vor kurzem'. Denn als einige begeisterte junge Zionisten in mehreren, mit Mühe veranstalteten Versammlungen den Besuchern, zaghaften Zweiflern. >die es nicht verstehen konitten, daß mich die Juden ein Volk sind, das eine Heimat braucht? aus der Ueberzeummg ihrer eigenen Seelen heraus zu Herzen sprachen, wie schr es dem jüdischen Volke gerade jetzt nottue, einig zu sein und einig an der Gesundung des jüdischen Volkes und der Errichtung einer nationalen Heimstätte in Palästina zu arbeiten, da fanden diele jüdische Herzen wieder den Weg zu ihrem Volke. Es haben sich bisher schon 58 Mtglieder in der hiesigen Ortsgruppe organisieren lassen. Kaum eine Woche nach ihrem Entstehen konnte die Zionistische Ortsgruppe-Leoben am Dienstag den 3. d., abends, im israelitischen Tempel den Todestag Herzls in einer zahlreich besuchten, überaus erhebenden Veranstaltung feiern, bei der Herr Oberlehrer Steiner von der Zionistischen Ortsgruppe Graz Herzls als Menschen, Juden und Zionisten in einer ergverferchen Rede gedachte. Leute, die Herzl nie gekannt und früher nur wenig von ihm gewußt hatten, weinten um den allzufrüh dem jiddischen Volke entrissenen Führer. * Oberrabbiner Kolonel Jakob Meier in Me«. Wie wir erfahren, wird der Nassi des Rabbcmnt Haraschit (Ober- ^rabbinat) in Jerusalem. Kolonel Rabbi Jakob Meier, im Mitteilunge« m dem Publikum. «4er fler mtan Brno! ist der kunstvoll gearbeitete Original - Figurformer „Henriette Jttno“ aus der Kunstwerkstätte Mme. Henriette An IV. Margaretenstrasse Nr. 00 Clara Türkisch Moritz Schlesinger Wien Wien empfehlen sieh als Verlobte. m Der Jüdische HoMdonssciiuss gratuliert seinem Vizepräses und langjährigen Mitarbeiter Herrn Dr. S. A. Fleischer anlässlich seiner am 7. Juli laufenden Jahres stattgefundenen Promotion zum Doktor der gesamten Heilkunde. Möbelfabrik J. Spira Feine 619 ,Wohmingseinrichtungea.! 1—3 (Ecke Karl Schweighofergasse TEPPICHHAUS DRACH & Co. VI., Mariahllferstrafte 79 1S9 Stets größ-tes Läget tu Teppichen, Vorhängen, Tischdecken, Bettvorlegern sowie echte Knüpf- und Smyrna-Teppiche Kultus-u Justiztalare u. Barette liefert in »chönoter Ausführung die bekannteste SperialQrma 285 min Ale ÄfUnfTElN 2ivU. und Uniformsohoeider KUUULr UULuSlbln Wien.H.Taborstr. 54. Tel.45-6-29 Gegründet1866 - Große Aus wah Ifel nster Stoffe fürMaßbesteUungen 1 TRADE MARK durch den neuen Hygienischen Q Q SU ersparen Zeit und fleldl Alleinige Erzeugung und Generalvertrieb: SIGI Ges>m.b.H., Wien, IV. 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Zionistenkongreß, an dem er als Delogierter teilmmmt, in Wien weilen und als Gast des Misrachi in einer öffentlichen VersamnÄung sprechen. Ort und Zeit der Versammlung werden in den nächsten Tagen verlcmtbart. * Einstein «nd Sowjetrußlaud. Professor Einfftern ist dem Komitee der kürzlich in Berlin begründeten Gesellschaft der Freunde des neusn t Rußland beigetveten. Dem Komitee gehören auch an: Aeichstagspräsident Loebe, Verleger S. Fischer, Schriftsteller Bernhard Kellernrann und Bankier Hugo Simon. Die Gesellschaft ist politisch vollkommen neutral und Pt den Zweck, der Förderung der deutsch- Mssischen Beziehungen 8» dmren, chne zu den Plänen der russischen RegierungspMtik Stellung zu nehmen. * Ein Räuber irä Prater. Am 4. d., abends, ging das Stubenmädchen Thevest. B. durch die Leopoldstadt. Bei der Schlachthausbrücke Moß sich ihr ein junger Mann an, in dessen Begleitung sie dl»nn den Weg durch die Hemptallee fortsetzte. BeM ließen , sich dann aus kurze Zeit auf einer Bank in der Allee nieder, als plötzlich hmter einem Baume ein Mann hervorsprang, der ein^r beladenen Revolver gegen den Begleiter des Mädchens vchtA und diesen so zur Flucht zwang. Daun faßte er das Mädchen an beiden Händen , und zerrte es in ein nahe gelegenes Wäldchen. er sie zu Boden warf ur6> sie zu vergewaltigen versuchte. Das Mädchen Mchtete, der Mann ePe ihr jedoch nach und entriß ihr ein Handtäschchen und eilte. davon. Der Räuber wurde verfolgt und konnte in der Schliachthausgasse sestge-nommen werden. Er ist der Hilfsarbeiter Wilhelm Frank. * Eine bemerkenswerte Neueirrfiihruug hat die „Woja" in ihrer Mittelständsküche, 1. Be^, Griechengasse ,3. getroffen, indem jetzt außer dem bisherigen Menu, auch Speisen a la oarte m besonders wohlfeilell Preisen abgegeben werden. Durch diese Neuevuna. welche um so mehr einem dringenden Bedi'wsnis euffprrcht, als .die ^Woja-Me das eimige riwelle Speisehaus im 1. Bezirke rst, soll den Wünschen zahlreicher Mtglieder aus den Kreffeü des Mittelstandes Rechnung getragen werden Andererseits «st die Leitung bestrebt, den MenuPreis hevabzudrücken, und so kostet das erite Menü 6200 K., beziehungsweise das zweite Merck (täglich verstärkte Fleischspeise, zwei Beilagen, doppelte Mchlsperse) 8500 K. Auch äußerlich, namentlich was prompte Bedie-MM anbelangt, haben die Wo-ja-Mchen eine oinsKrkeidende Ausgestaltung erfahren. 'Äeue Urania-Filme. Der neue Urania-Film „Ums No/rdkap ins Weiße Meer" zeigt die aufveibende und "'" "'he Tätigkeit des Auffuchens und Sprengens der an der Küste des Weißen Meeres. Der zweite Film ^Rettungaus dem Eise" schildert ein aufveaendel Drama aus dem Alltagsleben der Fischer. Die Erstauffnhrum der ^neuen Filnrvorträge findet Donnerstag den 12. d. urr 8 Uhr im Großen Saale der Urania statt. t m r " Die Aulohuppe für Wiener Kraftfahrzeuge. Bei de? Vollzeidirektwn langen fortgesetzt Beschwerden aus den Publikum über die Verwendung belästigender Signale bei Automobilen ein. Es wird daher aufmerksam gemacht, daß in Stadtverkehr ausschließlich die tieftönende, eintönig,. Hupp« verwendet werden darf. Jedes andere Signal iß bevboten. Auch das Bosch-Horn ist nur dann 'ln ge^ schlossenen Ortschaften zulässig, wenn es tieftönend ist. * Der Gesundheitszustand in Oesterreich. Laut Mitteilundes Volksgesundheitsamtes sind in der Woche vom 3. bis 9. Juni an Cholera und Flecktyphus keine Erkrankungen, dagegen an Blattern in der Ortschaft H ö ch st in Vorarlberg sechs Erkrankungen zu verzeichnen. In der Woche vom 10. bis 16. Juni ist in der Ortschaft Höchst eine Neuerkrankung an Blattern zu verzeichnen gewesen und in der Woche vom 17. bis 23. Juni eine Erkrankung an Blattern in der Gemeinde Piefen^ darf bei Zell am See. * Was in Wien gefunden wird. Das Fundamt der Pos lizoidirektion veröffentlicht eine Liste von Fundgegeuständen, die im Monat März als gefunden abgegeben und bisher nicht von dem Verlustträger reklamiert wurden. Unter diesen Gegend ständen befinden sich 5 goldene Anhänger, 12 goldene, 6 sil^ berne und 3 Double-Armbänder sowie ein Armband aus Korallen, 4 goldene, 9 silberne, 2 tulasilberne, 2 stählerne, 2 Double- und 2 Nickelarmbanduhren, 1 goldener Armreifen, 60 Augenglqser (Brillen, Lorgnons und Zwicker), ferner 13 Boas. 3 goldene und 4 silberne Broschen, teils mit Brillanten und anderen Edelsteinen besetzt, 2 Fußbälle, nicht weniger als 71 Geldbeträge, 3 goldene und 4 silberne Halsketten, 35 Handschuhe, 1 Handwagen, 29 Damen- und Herrenhüte, 1 Kiste mit Orangen, 3 goldene Krawattennadeln, 1 Kuvert mit Baulosen, 10 goldene Ohrgehänge mit Brillanten und anderen Edelsteinen besetzt, 30 Patronengürtel, 11 Pfandscheine. .Revolver, 4 Schecks, 1 Scheckheist, 66 Damen- und Herrenschirme, 63 Brief- und Handtaschen mit Geld und sonstigem Inhalte. Auch wurden 4 Hühner, mehrere Hunde und 1 Kanarienvogel als herrenlos angezeigt. Außerdem sind im Fundamte der Polizeidivektion noch anderweitige Fundgegenstände geringeren Wertes deponiert oder angezeigt, die dort von den Berlustträgern reklamiert werden können. # * Die Zahl -er Wohnparteien in Wien. Anläßlich der am 7. Alärz 1923 durchgefuhrteU Volkszählung wurde ermittelt. daß die Zchl der Wohnparteien in Wien g e st i e g e n ist Bei der Volkszählung am 31. Jänner 1920 wurden 512.154 Wohnparteien sestgestellt, während bei der letzten Volkszählung die Zahl der Wohnparteien 534.060 betrug. Von den 534.060 Wohnparteien steht Ottakring mit 47.105 cm erster Stelle. Dann kommt die Landstraße mit 41.975, aus auf der gleichen Höhs betNegen sich Favoriten mit 40.907 und die Leopoldstadt mit 40.572, Wohnparteien. * Mietzinsstreitigkeiten und Gemeindeschlichiungsstellen. Im Monat Mai wurden bei den 21 Wiener Schlichtungsstellen 1410 neue Fälle von Mietzinsstreitigkeiten angemeldet. Da im Monat April 2420 neue Fälle verzeichnet worden sind, so ergibt sich eine Verminderung um nicht weniger als 1010 ' Fälle in Vergleich zum Monate Mai. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, daß die Anträge auf Festsetzung des Jchresmietzinses für 1914 nach dem Mietengesetze nur bis zum 1. Mai 1923 eingebracht werden konnten. Die Zahl dieser Ansuchen ist auch taffächlich von 920 im April auf 189.im Mai zurückgegangen. Einen breiten Raum in der TätigkeÄ der Schlichtungsstellen nehmen auch im Berichtsmonat die Anträge auf Erhöhung des JnstaM)altungszinjes ein; es sind 392 solcher Anträge eingelaufen. In 169 Fällen wurde eine Erhöhung des Instandhaltungszinses vereinbart oder in der Entscheidung der Schlichtun-issteUe zugebillic-t. wahren) im April nur 124 solche Steigerungen des Jnstandihaltungszinses gezahlt wurden. Die überwiegende Zahl aller Fälle, nämlich 99, behandelt eine Erhöhung des Zinses bis zum sünfhnndertfachen Fviedenszins, darüber hinaus kommt eine Steigerung nur vereinzelt vor. Im Monat Mai tvurden 48 Prozent aller Fälleßgütlich beigelegt, während im April nur ,28 Prozent der emgelaufenen Anträge in solcher Art erledigt werden konnten. * Ein neuer atlantischer Luxusdampfer. Aus London wird uns gemeldet: Vor einiger Zeit unternahm der neue Liner der Eunard-Gosellschaft, die „Franeonia", ein 20.000 Tonnen-Schiiff, seine erste Kreuzfahrt durch die westliche Inselwelt von Schottland. Obwohl klein im Vergleich zu den anderen Amerikadampfern, stellt die „Franco nia" das luxuriösest ausgestattete Schiff des atlanischen Dienstes bar. Der Kabinenraum faßt 221 Passagiere der ersten Klaffe, 366 der zweiten und 1266 der dritten Klaffe. Eine Schmswurdlgkeit ist die Sportarena, die einen Flächenraum von 6000 Quadraisuß einnimmt und sich zu einer Höhe von zwei Decks erhebt, einen geräumigen Tennisplatz, eine wohlassortierte Turnhalle und ein Schwimmbad enthält. Einen Fortschritt bedeuten ferner die Einrichtungen, die den Noisenden der dritten Klaffe für ihren lagelangen Aufenthalt Bequemlichkeit und' Komfort sichern. Vor allem zwei große Speisesäbe. in denen sich an Stelle der sonst üblichen langen Tafeln kleine eimadmde Tische befinden, und ein verbessertes Ventilationssystm, das in allen Räumen, namentlich aber in den engen Kabinen, erfrischend für besiändiae Lulsterneuenmg sorgt. Aus dem obersten Deck schließlich ist der modernst eingerichtete Druckerei betrieb installiert, der die mit Radionachrichten gespeiste Schiffszertung herstellt. * Wetterbericht. Der Druck über Europa ist hoch und ziemlich gleichmäßig verteilt. Das Wetter ist in Mitteleuropa heiter, am Ost- und Südrand der Alpen war es auch morgens stark bewölkt. In Wien ging vorgestern nachmittags ein kurzer Gußregen nieder. Voraussage: Herrschender Witternngschavakter anhaltend. Rese LWMreise offeriert nur das Teppichhaus Weitzner, 6. Bez., Mariahilferstraße 105. Teppich für Villauud Landwohnung 190 K., Speisezimmerteppich Perserart 590 K., Bettvorleger 15 K., Clothsteppdecken 176 K., Laufteppiche 18 K., Flanelldecken 45 K., Wandteppiche 29 K., Bettgarnituren hübsch gestickt 190 K., Leinentischdecken 65 K. Gute Qualitäten. Preise in Tausendern. (Entgeltlich.) * Das altbekannte rapeMerm'öbelhMts M. Weiß verkauft' sowohl in der Zentrale, 2. Dez., Davwingaffe 89, als auch in der Filiale, ö. Bez., Aübeitergasse 37, evsttlassige TapezierernMel aller Art zu außerordeumch billigen Preisen. , (Entgeltlich.) * INTERN. DAMEN-BOXKKMPFE Die Bezwinger des Niagara atfi hohen Turmseil?< Begimt ^7 Uhtf Ü'as übrige \T Alfred und Sigrid Naess auf der Kunsteisbahn : : m m Entree K 600G 54