Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1581 (8.7.1923)
- Date
- 1923-07-08
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Wien, Sonntag Wiener Mortzenzeitung. 8. Mi 1923 Seite V Nr. 1581 semitische „Schriftsteller" Müller v. Hausen, der die ,Mei-s e n von Zion" hevanstzegeLen ' hat, eine. RathekE-Beleidigung kürzlich vor Gericht znrncknehm-en m-nß't-e, und gegen den übritzens noch immer ein ■ Strafver-f-ähren- 'schwebt, weil. er unter dem Verdacht steht, den Leutnant Kic-ull Anr Ermordung des soMlidomokratischen Schriftstellers Parvus angestistet zu haben. Reiber den Prozeß teilt die „KreuMitAng" folgendes mit: Schriftsteller Treblisch erklärte: Der Kampf, den er gegen das Iildentum führe, habe dazu geführt, daß er gewissermaßen von einen: Gehet mb und netz umstrickt - worden sei. Dazu gehöre jetzt die Behauptung von seinem. Irrsinn. Er sei aber Münder, als es seinen Gegnern lieb sei. Bier arische Aerzte hätten seinen geistig vollkommen gesunden Zustand bezeugt. Die Geschichte mit den elektrischen-Wellen, mit denen die Inden gegen ihn gearbeitet haben, möge befremdlich klingen, deren Möglichkeit sei aber durch einen wissenschaftlichen Aufsatz bewiesen. Obgleich er von Juden .cvostanun-e, habe er doch den arischen Lang sch übel, und es sei leider Tatsache, daß die arischen Langfchädel für gewisse eiüekkIrische Wellen sehr irritierbar seien. Seine Ahr sei zum Beisviel durch diese Wellen zum Stillstand gekommen und habe sich nachher, wie die Bescheinigung des Uhrmachers besage, als stark magnetisch erwiesen. Niemals sei es ihm einMallen, gegen Müller v. Hausen, den er heute noch verehre, irgend eine Aeußevnng M gebrauchen wie die behauptete. Er habe vielmehr' mit großer Wärme von ihm gesprochen. Von Rechts wegen müßte Müller mit ihm zusamm-enistehen. Sine Bücher seien ja eine Paraphrase zu dm Meisen von Zion". Aber svbald einmal wertvolle Männer zuisam-menstchen, würden sie — und das sei das stille Wirkten gewisser Kräfte — sicherlich bald a-uAeinandergebracht. Dafür sei dieser Fall typisch, und mit der Aufvollnng wolle er der Welt einmal zeigen, wie heute gearbeitet werde Daß hier wertvolle Männer zusammenstchen, wird dem unbefangenen Betrachter schwerlich einleuchten. Aber für dm Zusammenhang zwischen Antisemitismus und geistiger Verwirrung ist dieser von dem deutsch nationalen Blatt danikenswerterweise wi-edergegebene Prvzeßbericht ein wertvolles Dokument. Der Kollektidvertrag der FnduftrkMgestellte«. Das Cimgungsamt Wien hat am 3. d. das allgemeine Zusatzübereinkommen, welches am 5. Juni 1923 zwischen dem Wiener Jndustriellenverband und dem Bunde der Jndustriecmgestellten abgeschloffen wurde, zur Satzung für alle Betrieb der.eisenuwd metallverarbeitenden Industrie, welche drei oder mehrere Angestellte in Wien und Umgebung beschäftigen, erklärt. Me'Wirksamkeit der Satzung tritt schon pro Juli d. I. ein. Es sind nunmehr alle metallverarbeitenden BetM-ebe verhallen, ihre Angestellten nach den Bestimmungen der Satzung, soweit diese für die Angestellten.günstiger sind, zu Lcharchekn. Me gl ortende TeuerunBzulage, welche früher (>20 Prozent betrug, wurde auf 700 Prozent erhöht; desgleichen erfuhren -die Sätze für Mindestei'mkommeu eine Erhöhung. Die Kinderzulage gebührt nach deni Znsatzüberemkommen auch für Söhne und Töchter von Jüdustriecm>gestellten, welche eine ordentliche Hochschule besuchen. Nähere Auskünfte erteilt das Kreissekretariiat Wien des Bundes der Jndustrieangestellten, Wien, 2. Bez., Untere Donaustraße 39. (Parteienverkehr von 19 bis 18 Uhr vormittags.) Ae Kahle wküier teuerer. § Um 77 fltrotmt für das Kilogramm. > Die Preise der oberschlesischen Kohle werden von morgen an um 77 K. pro Mvgramm erhöht. Die Ursachen dieser Bertenerunig sind bedeutende Erhöhungen dev Gvubenpreiise, die infolge der Berteuevung der deutschen und polnischen Tarife feit 20. Juni, begichungsiweise 1. Juli eingetreton sind. Nach dem Kurssturz der deutschen uwd der polnischen Mark hatte man erwarick, daß keine Erhöhung, sondern eine Erniedrigung des -Kohlenipveises Hintreten wüvde. Wenn auch der MarMurs bei den Gruberrpreisen keine wesentliche Rolle spiÄt, so tritt doch andererseits eine ziemliche Frachtermäßi- . gung em, die sich im Kohlenpreis wühl ausdrükken müßte. ES wäre nicht uninteressant, die Methoden der Preisberechnung der Großkohlenhändler kennenzulernen. Ae Lebensmittelmiirtte. Die Kleinhandelspreise für Fleisch haben sich nur wenig geändert. Kalbfleisch wurde im Vergleiche zur Vorwoche um 1000 K., Schafflersch um 2000 K. pro Kilogwmm billiger. Die Nachfrage nach Fleisch war verhältnismäßig schwach. Noch gegen die Mittagsstunde gab 'es verhältnismäßig große Mengen, die noch nicht abgesetzt waren und unter den Warmen Witterung sichtbar gelüten hatten. Dagegen herrschte auf den Gvünwärenmärkten sehr «ege Nachfrage. Die - Erzeugnisse der Gärtner blieben im Preise dmchwegs unverändert, allerdings' kamen sehr schöne Qualitäten zum Verkaufe. Nur die Artikel der ländlichen Produzentcu sind etwas zurückgegangen, was auf die reserviert« Haltung der jfür diese Arikel in Betracht kommenden Großabnehmer zuvückzusühren ist. Dr. kmanuel Lasker. . Die Schachwelt steht gegenwärtig unter dem Eiiüiruck her Teilnahme des Ehemaligen.Weltmeisters Dr. Emanuel Laster ack 'Schachturnier in Mäh risch-Ostrau. Es hatte bereits den Anschein, als ob Dr. Lasker .nach seinem Wettkampfe mit Capablanca dem Schachspiel entsagt hätte. Aber nichts gleicht der Leidenschaft des wahren Schachspielers zu seiner Kunst. Wer der Göttin Caissa verfallen ist, kommt nimmer los. So erklärte Dr. Tar rasch nach seinem Siegeln: Wiener Turnier 1898, daß er sich nunmehr vom öffentlichen Schachspiel zurückziehe. Aber der heute über -sechzigjährige Meister spielt jetzt noch — nock 26 Jahren — M Mührnsch-Ostrcmer Turnier mit. Mit Dr. Lasker betritt, ein Meister die Schacharena wieder, wieer in gewisser-Beziehung ohne Beispiel in der Schachgeschichte dasteht. Es mag schöpferische Genies gegeben 'haben,' wie'zum-Beispiel Steinitz, aber als Kämpfer und praktischer Spieler hat er in der' Schachliteratur wohl kaum seinesgleichen. Von neun internationalen Meisterturnieren, die er als Weltmeister bestritt, errang er in sieben den ersten Preis. Er nahm an drei Großmeisterturniereu teil, an.Turnieren also, welche die Stärksten unter den Starken, die Meister unter den Meistern, versammelte. Er gewann alle drei. Nur der Kenner weiß, welche ungeheure geistige, physische und moralische Kraftleistung, welche Energie, welche Nervenanspannung darin liegt... Als im Jahre 1889 der Leipziger Schachmeister Mieses bei einem Berliner Schachklub als Gast weilte, fiel ihm das Spiel des damals zwanzigjährigen Lasker auf. Er erklärte sich bereit, einen Wettkampf mit diesem zu spielen. Aber Lasker, ein armer Student, Sohn eines Temveldieners, konnte den Einsatz nicht leisten und der Klub wollte die Summe nicht riskieren. Welche Aussichten konnte auch der junge Amateur gegen den weltberühmten Meister haben? Als Mieses bereits, nach Leipzig zurückgekchrt war, tat es dem Klub leid, daß er einem so talentvollen Schachjünger so wenig Unterstützung hatte angedeihen lassen. Und so gab man ihm die nötige Summe und sandte ihw nach Leipzig.^lls nun mehrere Wochen verstrichen waren, ohne daß Lasker von sich hören ließ, dachte' man: ha — er hat den Wettkampf gehörig verloren! Wie groß war das Erstaunen, als er wieder im Klub' erschien und berichten konnte, daß er den Wettkampf gegen den Weltmeister gewonnen habe, ohne überhaupt eine Partie zu verlieren! -Und nun eilte er von Erfolg zu Erfolg. Er spielte gegen die stärksten Meister und besiegte alle mit großer Ueberlegenheit. Nichtsdestoweniger war die Ueberraschung groß, daß er — ein Jüngling von. 25. Jahren - — - auch den Weltmeister Steinitz schlug. Man hatte diesen für unbesiegbar gehalten. Aber wenn auch zügegeben werden muß, daß Steinitz nicht nur der . Kraft seines Gegners^ sondern, auch seinem Alter und seinem Familienunglück erlag (Gattin und einzige Tochter waren ihm kurz vorher gestorben), so kann nicht geleugnet' .werden, daß Lasker sein wahrhaft würdiger Nachfolger war. Wo immer er kämpfte, gegen wen immer er spielte —überall siegte er fast ausnahmslos. So zeigte er sich alles: Zeitgenossen stark überlegen. Diese Ueberlegenheit, verbunden mit stahlhartem Willen und eiserner Energie, bewies er besonders bei Gelegenheiten, wo sein Sieg in Frage stand. Im Viermeisterturnier zu St. Petersburg spielte er in der ersten Turnierhälste nicht besonders glücklich. Er hatte gegen Pillsbury von drei gespielten Partien noch keine gewonnen. Aber nun setzte er seine volle Kraft ein. Er schlug den genialen Amerikaner in allen folgenden Partien und siegte schließlich mit großem Vorsprung. Und es war wieder in Petersburg im Jahre 1909. Am vorletzten Tage führst Rubin st ein. vor Lasker.. In der letzten Runde war Laskers Gegner Teich mann, einer der größten Schachkü^ltler, während Rubinstein gegen einen damals noch jungen Spieler zu kämpfen hatte, der noch lange nicht seine Vollkraft erreicht hatte, nämlich gegen Tartakower. Lasker - mußte gewinnen, um für den ersten Preis in Betracht zukommen. Und er gewann. Rubinstein konnte nur mit Mühe remisieren. — In: Wettkampf gegen den Wiener Meister Schlechter hatte Lasker unter einem unglücklichen Stern gekämpft. Er war indisponiert und so hatte sein Gegner eine Partie gewonnen, währeiid alle anderen einen unentschiedenen Ausgang genommen. Nur eine Partie war noch zu spielen. Die Weltmeisterschaft Laskers war im Wanken begriffen, denn wie sollte er gegen Schlechter, der eine unfehlbare Technik besaß und ein berühmter „Remisier" war, gerade diese eine Partie gewinnen? Wer das Unglaubliche geschah. Auch hier siegte die ungeheure Willenskraft Laskers. Und in, Petersburg 1914, wo er den größten Erfolg seines Lebens feierte, entriß er im letzten Momente dem heutigen Weltmeister Capab l a n c a den Sieg, indem er diesen in einer berühmten Partie schlug. Man sicht hieraus: Lasker gewann, solange er in der Blüte feiner Kraft stand,, jede Partie, die er gewinnen mußte. Gleich groß als Stratege und Taktiker, ausgestattet mit klarem, untrüglichem Blick, von unerschütterlicher Ruhe, voll reicher, aber in Schranken gehaltener Phantasie und Erfindungskraft, unerschöpflich in seinen Hilfsmitteln — so bietet dieser große Meister das Idealbild eines wahren Geisteshelden. . Der Kampf-auf dem Schachbrette zeigt die geistigen und moralischen menschlichen Kräfte in hellster Beleuchtung. Jntuitton und Erkenntmskraft, Erfindungsgabe und Schöpfer-- kraft, Wille und Energie werden aneinander gemessen. Darum widerlegt nichts so klar das Gerede von der Ueberlegenheit der „arischen" Rasse als die Leistungen der Inden auf diesem Gebiete. Fast sechs Jahrzehnte hatten Juden die Altmeisterschaft inne. Auf die Arbeiten eines Steinitz geht die ganze moderne Schachkunst zurück. Fast die Hälfte der Turniere wird von Inden gewonnen.' Der Prozentsatz der jüdischen Meister ist erstaunlich groß, nicht minder groß ist ihre,qualitative Bedeutung. Wenn wir — abgesehen von dem großen Meister, den: diese Zeilen gelten — die Namen I a n o n s k i, Nie mzowitsch, Reti, Rubinstein, Spielmann, Terra s ch, Tartakowe r nennen, so wird die starke, geistige Begabung des jüdischen Volkes besonders sichtbar. B. ' Jeder Oesterreicher, der nach Deutschland reisen will, bedarf eines österreichischen Passes nnd eines deutschen Sichtvermerkes. deir von der deutschen Paßstelle, Wien, 1.. Bez., Rotenturnistraße 19, erteilt wird. Der Sichtvermerk zur Reise nach Deutschland wird für einen kurzen Aufenthalt von zwei Wochen i'm allgemeinen ohne weiteres gegeben. Bei einem längeren Aufenchcklt m Deutschland muß vor der Erteilung des' Sichtvermerkes bei der zuständigen Polizeibehörde in Deutschland die Genehmigung zur Zureise nachgesucht werden und dich: Genehmigung der Paßstelle vorgelegt werden. Bei ALÄs» rrr»L Bavern nmL bmc Lurelieaerr ebmiauno grundsätzlich auch dann, wenn es sich um einen kürzeren Aufenthalt als zwei Wochen bandelt, eingeholt werden. 'Die Sichtvermerkgebühren sind kürzlich von der deutschen Regierung im Interesse der Erleichterung des Reiseverkehrs zwischen ^Deutschland und Oesterreich bedeutend herabgesetzt worden. Die Gebühr für eine Einreise beträgt 20.000 Kronen für Hin- und Rückreise 30.000 K.. für DMersichtvermerke je nach der Dauer 60.000 bis 120.000 K. Besondere Erleichterungen gelten für den Ausflugsverkehr von Salzburg ins benachbarte bayrische Grenzgebiet. Bei Mitnahme von Geld und sonstigen Zahlungsmitteln ist darauf zu achten,, daß nach den deutschen Bestimmungen Zahlungsmittel nur in der Höhe von 600.000 Mark oder dem nach dem Tageskurse zu berechnenden Wert dieses Betrages in ausländischer Währung ausgesührt werden dürfen. Die. Ausführung gr>.'ß:>rr ÖJcibfummen ist nuc auf Grund einer Beschemigung des Eingangszollamtes zulässig. Deshalb ist iebeiic Reisenden, der mehr als 600.000 Mark oder in entsprechender Valuta nach Deutschland mitnimmt, zu empfehlen, stch von der deutschen Grenzzollbchörde eine Bescheinigung über das mitgesührte Geld ausstellcn zu lassen. Auf Grund dieser Bescheinigung kann, der mitgesührte Geldbetrag bei der ' Ausreise unbeanstandet wieder ausgeführt werden.. Zur Paßverkchrsregolüng für Reifen nach Deutschland find verschiedene Maßnahme:', get-rosfen worden, die erwarten lassen, daß der Verkehr sich schon, in den nächsten Tagen wieder uv schneller und nchMr Meise äblwickeln wirld unld daß schon in der nächsten Woche alle Personen, die sich morgens bei -der deutschen Paßstelle wogen Erbangnng eines Sichtbermerikes mekden. noch am gleichen Ta ge äbMertigt werden. Vor allem sind, um den Andrang des Publikums von der deutschen Paßstelle sellbist etwas aibzulenken, Vereinbarungen -mit den nachbena-mrten vier Dienststellen getroffen worden, ' wm.Qch Nase zur Entgcigennaihme von Pässen nMt Anträgen ' auf Sichtberm-eriksertekln-ng bä'mgt sind. Es sind dies: Die.• ReichAentschehiGe, 1. Beü., Graiben 12. das österreichische Vor- . kchrsbureau, 1. Bez., Kavlsp'latz, der Bund der Reichsdeutschen, 1. Bez. Joihannesgasse 3, und die deutsche Wirtschalstskmnmer für Oesterreich, 1. Bez., ClisabeUtraße 9. Der Bund der, - Reichsdoulschen unld die deuische WirtschaiftÄkammer nehmen Anträge nur . aus dein: KreHse ihrer Mitglielder entgegen. t . Die Reichsideütschelhilfe -und . der Bund der Reichsdoutschen haben . sich bereit erklärt, sich die Pässe für die Reichsdontschen vorMber-nten. ■ Die gesamten vier Stellen Haber: die VermitAung der Sichtvermierke bei der deutschen Paßstelle übernommen, gegen Entrichtung einer Gclbühr von 1500 K. für jeden Paß. Pässe, die bei diesen vier Stellen vormittags eingereicht werden, können dort am foilgenden Tage, mit dem Sichtvermerk vevsckhen, abge-' holt werden..Bei dieser Gelegenheit wird das Publikum nochmals vor den Vermittlern gewarnt, die ihre Dienste zur schnellen Erlangm.ig eines Visums gegen meist sehr hoihes Entgelt anbieten und die sich häufig gefälschter oder ung-Atiger NumMerrz oder Vorlaßkarten bedienen. - Für Reisende nach Italien. Infolge des außerordentlichen A^>ranges bei der italienischen Paßstelle ersucht das italienische Konsulat im Interesse der Reisenden, die sich nach Italien begeben wollen, ihre Pässe schon einige Taye vor der Abreise einznreichen, . damit sie dieselben recht-- zeitig erhalten und auch der Paßstelle die Arbeit erleichtern. Kleme LMchroM. Seit einiger Zeit trieb sich bei Banken ein Mann herum, der mit einer gefälschten Legitimation der 3iettungsgesellschaft Mitglieder für diese Gesellschaft warb. Die' Mitgliederbeiträge, die er einkassierte, behielt er für sich. Gestern gelang es nach langen Nachforschungen de'.' Gauner in der Person des Alfred Skrovan zu verhaften. Er hat die Rettungsgesellschaft um etwa zwei Millroeu und eine F'rma um sieben Millionen geschädigt. In der Nacht zum 3. d. -.wurde' in». TnchgesÄniste Jakob Ruhig, Hernalser Hauptstraße, eingebrochen und Ware in: Werte von 40 Millionen gestohlen. Gestcr:: wurden die Einbrecher nnd ihre Hehler verhaftet. Bei einem Transport einer Kuh riß sich das Tier in der Mißdorserstraße los und ran:üe in eine .Konditorei in der Liechtensteinstraß-e, -wo sie einigen Schäden und großen Schrecken verursachte. * SüdVahn-Gesellschast. Mit Gültigkeit von: 15. Juli 1923 wird der Pre:s eines Fahrscheines an Werktagen , (auch crr> Feiertagen bis 18 Uhr) für eine Zone von 80-9 K. auf 1000 K., für Zwei Zonen von 16QÖ K. auf 2000 K.. für drei Zonen von 2400 auf 3000 K..' an Sonnrmd Feiertagen (alt Feiertagen von 18 Uhr bis BetriclbAschluß) ohne Rücksicht ans die m vurchstchrende Strecke von 2800 K. ans.3000 K., einer SkreckenTarie für'zwei Zonen von 64.000 K. ans 80.000 Kronen sür drei Zonen -von 96.000 K. auf 120.000 -K.. einer ermäßigten Streckenkarte^sür eine Woche für M-ci Zonen von 8400 K. auf 10.000 K. für drei Zonen von 12.000 tKroneir aus 16.000 K>. einer Schüler-Monatskarte für Mvei Zonen von 3000 auf 4600 K.. für drei Zonen von 4600 K. auf 6000 K. und der Befö rderu n gsp re i s für einen Hund von 2400 K. ans 6000 K. -erhöht. * Die Geliebte des Königs. Als die Frau Chateail-Roux, die Geliebte Ludwig des Fünfzehnten, plötzlich, gestorben war. befürchtete die Königin Maria Lesczinska allen Ernstes, die Verstorbene könne ihr als Geist aus dem Jenseits einen Besuch abstatten, und ließ deshalb längere Zeit ihre Kammerfrau bei sich die Nacht über wachen. .Eines Nachts, als die Königin eingeschlafen schien, erhob sich die Kammerfrau leise, um sich im Vorzimmer ein wenig niederzulegen, sofort rief die Königin sie aoer an und befahl bei ihr zu bleiben. „Wenn nun gerade indieser Nacht die arme Chateau-Ronx käme," meine die Fürstin ängstlich, woraus ihr die von den vielen Nachtwachen etwas nervös gewordene Kammersran ziemlich * ärgerlich erwiderte: „Mein Himmel, wenn Frau Chateau- Roux wie-derkommen sollte,- so würde sie gewiß nicht Eure Majestät aufsuchen, sondern Seine M-riestät den Köme." Die Königin mußte über diese Antwort her'.l-ich lach-'' und d-e Nachtwachen wurden am Tage darauf cmfür aliemai eingestellt. * Der nahrhafte christliche Nationalismus. In seiner in der NationÄversammlun-g gehauenen Rede über die Beamteufra-ge teilt« Mg.'Gaston Gaal folgende Daten mtt: 79 ehemalige und gegenwärtige Minister halben 396, 181 ehemalige wmfr * aktive Sta-ätsfelkretäre 505, 927 Minift-eria'lräte 557, 105 Seltuonsräte, Sekretäre und Konzipisten 218. 89 St-räLbeamte 94 nnd 192 sonstige StaakMoamte 252 Stellen bei verschicbenen Mt-iengefellfcha!ften i-nne. Bon -den Hochschullehrern sind 119 bei verschiedenen Unternel)m-nigen interessiert, die 231 Stellen bükleidrn, den Rekord unter ihnen hält ein Uni-; versitätsprofessor, der 34 Stellen innehat. Außer diesen sind 64, Obcrgelsipän-e in 128, 53 hauptstädtische Beamte in 113, 26 -Kowidasbeamte in 36 Direkti -.en, beziehungsweise Aussichtsräten tätig. Die Statilst-ik Ga-als weist sagende Schlußzahlen ans: 1079 st-aatlliche, haup-Mbt'ilsche und Komitatsbeanrte, Mo. ölßfen'kviche Airg-elstellte, bMejden 2526 >:md 96 Mitglieder - der Nationalv-erisamml'nng 295 Divektions-. beAchungswem 8llulNdk>it8ES9».llt>n^