Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1581 (8.7.1923)
- Date
- 1923-07-08
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Men, Sonntag Entlassung des Poltzeirottmoumdaute« vo« Petach Tickwah Moses Halevr. Aus Jerusalem meldet I. C. B.: Der Polizeikommandant von Betach Tickwcch und Umgebung Moses Hulevi ist aus dem Dienste entlassen worden. Die elektrische Station i» Jaffa, ist wie uns aus Jemsalem berichtet wrrd, in der Nacht auf den 2. IM in Betrieb gesetzt worden. Der Bau währte acht Monate. - Die amt- . liche Besichtigung hat bereits »attgefunden. W hautett sich um eine BetrrebSamage mit Oelfmerung. Der Bau der elektrischen Anlage am Auja-Fluß beginnt im September, nachdem die arabischen Bodenbesitzer dem Projekt jetzt sympathischer gegenüberstehen. Das HWwerk für die PaLästina-Wmckerer. Aus London wird uns berMet: Im PcckaiS RvWHW ftmd MNtwoch eure BächarmnArny der Ätter des HAfslwMes für die PvLäsÄna- Wanderer statt- Svr Whndham DeedS HÄÜ doboi «mesehr warme Rede, w der er auf die große Bedoutmtzg der Ä* Wanderer, inZtejondeve aber der Chakugim Kr das Land hinwies. Mr. Norman Beniwich erMSÄ^ dich nvchr <K öim Dritter deS Budgets in PaWLna fekW MmmnerMbracht wurde. Es sind zurM 3000 Mund dvvWSvd Eg, um das Werk erfolgreich wvÄemMhren. Rundschau. Poincare über den Papftdrirs. Paris, 7. IM. (Del. der ,Mener MorgenyettuM'h Ju der lkaMner «Mürbe Poincare in Erwiderung auf die Interpellationen betreffend den Schritt des Papstes, in der Riuhvfvoye Wörter: Es könne von einer AuWbmrg der Botschaft am BatÄan nicht die Rede sein, ebenso wenig, wie man havan teufte, eine Botschaft in irgend einer Hauptstadt auUsuheiben, wenn mau mit der dortigen Regierung nicht techeWen'Ansicht sei. Frankreich werde sich aber durch kernen Einfluß von tem Wege Menken lassen, den es befchritteu hÄbe, 'es werde seine Außenpolitik entschiedener verfolgen -als je. Frankreich sei in die Ruhr eingedrungeu^ damit Deutschland seine Berpftichtu-ngen einhatte. Deutischlaud vergieße das Blut sranMscher und belgischer Soldaten. Es möge zunächst diesen verbrecherischen WSderstar.d emstellen. Wenn es nachher seine VechiMchdungen halten werde, dann werde Frankreich in gleichem Maße das Rnhrgebiet räumen. Dies seien die Wahrheiten, die ohne Unterbrechung wiederhott werten müßten und von deren RichtiOeit die Alliierten und hoffentlich auch der Batisten sich eines Tages nberZeugen würden. Die Kammer nahm nach den Ausführungen. Poincares und nachdem noch einige sozialisttsche Abgeodnete gesprochen hatten mit 388-gegen WO Stimmen ek« Vertrauensvotum an. Sie Sabotage im Ruhrgebiet. Anssprache zwischen dem deutsche» Minister, des Aeußer» «nd den deutschen Gesandten Belgiens »nd Frankreichs. Berlin, 7. Juli. (Amtlich.) Nach dem Abschluß.ter Unterredungen zwischen dem Reichskanzler und. dem apostolischen Nuntius über die Sabotageakte haben gestern abends ter belgische Gesandte und nach ihm der französische Botschafter im Auswärtigen Amt den Vorfall cürf der Rheinbrücke bei Duisburg mündlich zur Sprache Mbvacht. Beite Missionschefs haben -als Auffassung ihrer Regierungen davgelogt, daß sich die Reichsvegierung durch ihre Verordnungen für den passiven Widerstand und durch Beite-idswlegramme für die aktidistischen Erscheinungen des Widerstandes verantwortlich gemacht habe. Ans dies-sm Grunde müßten die belgische und die französische Regierung fordern, daß die Reichsvsgierung das. Attentat auf der Duisburger Mücke m i ßbillige und alles unternehme, um -die Täter zu «Mitteln und zur Verantwortung zu ziehen. Zum Beweise für die Beteiligung von Deutschen hat der belgische Ge-sandte rmbgetsM, daß auf der Brücke Bruchteile einer Explo sivLomLe gefunden worden seien. - Der Reichsminister des AuswärtigLn hat den beiten Vertretern in folgendem Sinne goauiwortet: .Der Vorfall von Duisburg sei der deutschen Regierung bisher nur . aus Zeitungsmeldungen bÄcvmrt. Jhie Versuche, sich ein Kares Bild davon zu verschaffen, seien gescheitert, was nicht zu verwundern sei, da die identischen Lokälbchörten keinerlei Möglichkeit hatten, den Sachverhalt an Ort und Stelle nächzuprüfen. Ein Gewaltakt, wie er nach der belgischen und fvanMschen Darstellung auf der Duisburger Rhembrücke begangen worden sei, liege nicht in den Absichten und in der Politik der deutschen Regierung, die nichts unterlasse, um die gepeinigte Bevölkerung zum b« f o n n e n e n Verharren auf der ganzen -Lime des passiven Widerstandes, zu bewegen. Die Angabe, daß man am Ort der Tat Trümmer einer Bombe gefunden habe, könne jedoch keineswegs genügen, um die deutsche Regierung von einer verbrecherischen Beteiligung Deutscher zu überzsugen. Was die deutsche Mitwirkung bei der werteren Behandlung des Falles anlange, so werde sich die Reichsvegierung dazu äußern, sobaw ihr in konkreter und substanziierter Form das Ergebnis der bisherigen Untersuchung vorgelegt werde. Im übrigen sei zu ^bemerken, daß die deutsche Regierung in mehreren Fällen gefordert habe, den deutschen Behörden zu einer Untersuchung an Ort und Stelle' Gelegenheit zu geben. Dieser Forderung sei niemals entsprochen worden. Ebrnsvwenig habe die fvanzölsische Regierung 'auf ten wiritecholten Vorschlag, eine internationale Unitersuchungsko m Mission zur Feststellung des Tatbestandes einzusetzsn,. eine Antwort erteilt. Sie Ruhrarbeiter gegen die Sabotage. Duisburg, 7. Juli. (Tel.-Komp.) Die Avbeiterorganisaiiouen des beisetzten Gebietes beschlossen auf einer gestern ä6gehaltenen. Konferenz eine Resolution, worin die Salbotagecckte Wiener Morgenzeitung.8. Juli 1023 - M. 16A' der Mitglieder rechtsradikaler Organisationen scharf verurteilt und als verbrecherisch bezeichnet werden. Die Orgünffatiönerl Ordern die Reichsregiemng auf, dem Treiben gewissenloser Elemente mit allen Mitteln ein Ende zu machen. Konfiskation der^MWm Bodenteile in , . Kowuo, 4. IM. (I. C. B.) .Seitens der Odessa er jüdischen Sowsetabteilung wird mttgetoivt» daß zwischen den Kooperativen der jüdischen Landarbeiter und. den BodenvertMungsbehöM öfters.' Alseinantersetzungen Vorkommen. Die Letzdeven bestveben sich, ten Jrtden ihre Bodenanteile zu entzichen. AchpMche Mitteilungen kommen auch airs anderen Orten. - Rnblmbr Herr. Lenin eiustimmig wiedergewählt. MoÄau, 7. (Juli. (Wolfs.) Die zweite Tagung der Unions- EyÄuittven bestätigte die Verfassung der Sowjetmnou, die sofort .in Kraft tritt. L-eniu wurde «nstrmowg zum Bor sitz ende-» des Rates der Bo4rs.1»«dMiffL-ve der Union gewühlt. Zu VoUAommMoen wurden gewählt: für auSwärrige Angelegenheiten Ts chitfch>eV.i-n, für Krieg Trotzks imd für Äußerchandel Krafffin. ßin bulgarischer SaueruMrer ermord». Rom, 7. Juli. Aus B ebgwad wird gemektet, daß' ter brÄgaMfche' Agmrievfühver Damvmdeiam vw «Mordet aufgeftruteu wördew fer.. Bom BAkerbaudrat. Boeudigwrg der Session. Genf, 7, Juli. IM BSMerbuud refevievte Quimmes de Leon (Spanien) über die Begichungen zwischen der Faeistadt Danzig und Polen, wobei er beiden Parteien empfahl, ihr möglichstes M tun, um sich über die sttAtigen Fragen zu verständigen -oder die Entscheidung des Oterkormmsiärs Sir Mae Donell anMuufen. Der Rat ging hieraus zum Berichte Hy mau s' (Belgien) über die von der Opiumkommisfivn in ihrer letzten Session gefaßten ResiButiouen über. Der Bericht Wurde zusammen mit einem Antrag Lord Robert^ Cecils angeuommen, Wonach alle RogreÄMgm, die das System der Einftchvzertifikate für Opium, Kokain usw. noch nicht'angeyommen haben, zu ersuchen waren, dies bcMmvglliW zu tun. Hierbei wies Lord Röbert Ceciil auZdriocklich auf die Schweiz hin. In ter Nächmrttagssitzung wurde die Beratung über die Verwaltung tes*Saavgebietes in Anwesenheit der Mtglieter.ter Regismngskommissionanfgenammem.. Hymans lMlgten) brachte den Entwurf einer Resolution in ter Saar-Angelegenheit zur "Kenntnis.. I» der Resolution heißt es, der VollevbuNdrat Hobe die AmtsfAhruirg ' der ReHieLupgsklMNniftron tes Saavgebietes einer Muhenden Prüfung unterzogen und 'ihr die während ter DrisüchaW Jahre geleisteten Arbeit feine Antekennung nüd die Znfühernng "seiner vollen'Unterstützung ausgesprochen. Weiters wird darin festgeftellt, daß die Kommiftian nur denr BiWerbnudvat -für ihre Tätigkeit verantwortlich sei und nicht irgend einem ändevem Staat. Diese Beromtwortung sei eine LolleMve. Der Rat spricht in seinem Beschluß ferner div'Erwartung aus, daß die Regierungskommission im geeigneten Mgenblick die noch zu Recht bestehenden Bewvdnnngen zur Arltfvecht- «chalbung der Ordnung und Sicherheit anWben werde, und druckt schließlich den Wunsch aus, daß die emhsimische Polizeimannschaft immer mchr an die Stelle ter französischen Gendarmerie trete. Hierauf erklärte Ha not aux im Namen der französischen Regiewng seine Zustimmung zur Resolutton, wobei er seiner Genugtuung darüber Ausdruck verlieh, daß der Rat eine befriedigende Lösung der heiklen Angelegenheit gefunden habe. Sodann-ergvU'Lovd Robert Ee e i>! das-Wort, um mff die grundsätzliche Bedeutung der Enffchl'teßüng - hintzuweifen. ' -Br an trug (Schweden) ho>b hervor, daß die Prüfung der ganyen Angelegenheit ter Saarregierung wertvolle Richt- Hmien für die ZMvnft gegeben hcibe. Er bestehe nicht nrchr auf seinem Antrag, auch Vertreter ter SaavbevWeMng anzuhören. Die Resolution wurde ernstimmiy genHmigt. Weiters befaßte sich der Rat mit vinkgen Minoritätssragen, die sich auf die VechAtmsse im Lettland und Litauen bezogen. Ein strittiger Artikel des Minderheits- Vertrages Mischen den alliierten Mächten und Polen wurde dem Internationalen ständigen Gerichtshof im Haag Hur Begutachtung iMterbroite>t. Die Session des VMerbuüdvates wurde hierauf geschlossen. Strafgesetz zM Schutz der deutschen Wfihrung. Berlin, 7. Juli. In seiirer heutigen SchluWtzurvg erledigte der Reichstag zchlveiche noch vpMoge-nde.Gegenstände, deren wichtigste die Lohn- und die Mhrunigsfvaye .betvafen. In sozialdemoHratischen Anträgen wird ein St v afyese.tz zum Schutze der Währumg. mit. .schweren Fv-eiheits- und Geldstrafen geigen, diejenigen verlangt, die mit fremden ZahlrunMmtteln. pnd.. Gdolnretall^n Geschäfte 'zum Nachteil .der teuischen Wahrung abschließen, sowie eiH Vevordmng zur Regekrng ter Lohnbezüge aller Beamten, Angestellten und Wbeiter des Reiches. Auch ein Zen-trumsantrag wünscht eine schnelle und bessere Anpassung der Gehälter sowie der Bezüge ter Sozialrentner. . ReichsfmanMinister Hermes erklärte sich mit den Grundgedanken dieser Anträge im allgemeinen einverstanden. Die Ausfindigmachung eines richtigen Wertmessers Müsse.viel- ' leicht einer ständigen, periodisch zusammentretenden Kommission überlassen weiden. Die wcheMichsten Punkte des sozirldemotratischen Lchnantrages wurden der Negierung-zu weiteren Verhandlungen mit den Spitzenorganisationen Äbmwiesen und der Währungsantvag denr Rechtsansschuß z«yst stellt. Der Zenirumsantrag wurde fast einstimmig anyenoMik .men. Präsident Löhe echielt die Ermächtigung, angesichts der. jetzigen politischen Lage die nächste Sitzung fc®6!ft. anzu,' beraumen. Er schloß die Sessioer mit dem Wunsche, daß fivr-dfi Bevölkerung am Rhein und der Ruhr bald die Befvettings stunde schlagen möge. Der Berlimr Metafiarbeiterftreik. Berlin, 7. Juli. Die StreMage in der Berlitke- Metallindustrie hat heute keine wesentliche Veränderung erfahren. Nach dem vorwärts" ist von unparteiischer Seitt ein Vcrmiitkmgsvorschlag gemacht worden. Die Streikleitnng erklärt, sie sei bereit, ernem VermittLungsvov schlag auf annehmbarer Grundlage-nähier zu, treten. Aus aller Wett. London, 7. Juli. Die Zahl der ausständigen Dockarbeiter hat 60,000 erreicht. Lüttich. 7. Juli. Belgische Soldaten, haben auf ten» Eisenbahnkörper in der Gegerid von Stolberg sechs Bomben anfaefundeu. Peking, 7. Juli. Chinesische Räuber haten an dek Grenze von Korea zwei Wachposten getötet uud zwei verletzt Goldfield (Nevada), 7. Juli. Eine Goldgräber» Niederlassung ist durch einen Brand zerstört worden. Der Schaden wird auf eine Million Dollar geschätzt. 1 Rom, 7. Juli. Hmre nachts sind Fürst sind Fürstin Giustiniani Baudim in ihrer Billa von ihrem vor der Ent» iassnng stehenden Lho.meur und dem Kunmeroiener chloroformiert und beraubt worden Die Diebe erbeuteten Geld und Schmuckgegenstände im Werte von zwei Millionen Lire. Madrid, 7. Juli. Die Kmmner hat beschlossen, eine Kommission einzusetzen, die die politischen Verantwortlichkeiten für die Niederlage von Melilla feststellen soll. Die Presse hAt allgemein die Lage fiir ernst. N a i r o b i. 6. Juli. Sieben Führer des MMAAnMcmdeS sind zum Tote, sechs zu lebenslänglicher Verbannung toetatr* teilt worden. _• Tagesbericht. Theodor Herr! uud - „Loniel Leronda'-. (Eine Llirminiszeuz:) Ein Freund unseres Blattes schreibt unS: Dr. Thwdor, H e r z l, zu dem ich seit Jahren — -wir hatten gleichzeitig unsere! journalistische Karriere bei einem Blatte begonnen —n ins freundschaftlichen Beziehungen stand, forderte mich bcM nach der, Gründung seiner ,Mekt" um Beiträge ftrv diese Wochenschrift! aus. Am 8. oder am 9. Juli 1899,-,— genau finde ich den Tag in Minen Nottzen nicht verzeichnet — übergab rch ihm einen Artikel, in welchem ich, neben einer knrM Analyse deS Ro-' manes der George Eliot „Daniel Derond^ auf eine Studie hinwies, in welcher Professor David K amsiimcMn in geradezu sensationeller Weise die Bedenttrng dieses grcmÄiösen 1876 erschienenen zi an i st rs ch a n R o-m anor kermzeichnete. David Kaufmann hatte seine Ausführungen mit den Worten begonnen: ,Jü der Ruhmeshalle-des Wischm Volles, wird unter all ten Huldigungen, die ihm in der Abfolge der ^Zeiten , von ten Seinen aller Jahrhunderte dargebracht wurden, als stolzestes Zeugnis englischer Anerkennung „Daniel Deronda" einnehmen." Mit dem ihm eigenen Enthusiasmus hatte Kaufnrann die Grundidee dieses Romanes erfaßt und sich ebenso ftei-! mittig wie leidenschaftlich für sie eingesetzt. So ruft er unters anderem aus: „Haben sie umsonst gebürtet die Verteidiger^ Jerusalems, die Helden von Bethar? Sollte aus der löwemnutigen Erhebung Judäas, aus ter friedlich wunderbaren Heimkehr der Verbannten aus dem babylonischen Exil nicht einmal diese Lchre für alle Zetten folgen, daß d ieS^y-nftuchtt nach> dem Besitze Palaftim-a-s im H-H-vzem .tevs jKdi-, scheu Volkes mehr ist als eine ver-arltt^te Wben-! teuorlichkeii, eöwe unfruchtbare Schwär'Merei? Und GeftWe, die m « BoWseÄ« «gehetzt und, dem Gchluß^ der Zetten widerstrebend, bewahrt werden, pflegen in nr ä ch-' tigen Persönlichkeiten gesanomelt amfzutreten und diesen ernechrnrerßervd-e Kwa-ft 31t gewähren vor der alle Nüchternche-rt u-wd Kühle' zerstiebt wie Blätter vor dem SLirrmde. Israels Geschichte weist eine Anzahl solcher Erscheinungen auf.... . Einer englischen Schriftstellerin wird die Kulturgeschichte den Ruhm zuerkennen, daß sie am tiefsten von diesem Gedanken ergriffen worden und mit dem Seherauge des Genius den Zeitpunkt wahrgenonlinen, die Grundfrage des Judentums poetisch zu verwerten und zu lösen .. . Nur eine Dichterin (wie George Eliot) hat es wagen dürfen, ein der Mehrzahl der Gebildeten bis zur Unverständlichkeit fremd gewordenes Gefühl,' wie die Sehnsucht nach der Aufrichtung des jüdischen Reiches, zur Seele ihrer Schöpfung zu machen." Mein Artikel erschien am 21. Juli 1899 in der Nr. 29 der „Welt", unter dem Titel „Pros. Dr. David Kaufmann und George Eliot". Aber schon vor der Veröffentlichung hatte mir Th. Herzl in Worten der tiefsten Erregung erklärt, daß ihm bis ' dahin der Roman „Daniel Deronda" sowohl, wie die Studie David Kaufmanns (die im Jahre 1879 in Frankels „Monatsschrift" erschienen war, unbekannt gewesen und das; er erst, durch meinen Artikel angeregt, d.as Werk der englischen Dichierin angeschafft und wahrhaft erschüttert gelesen habe. Schließ- : lich bemerkte er (ich habe mir seine Worte noch am selben Tage notiert): „Ich versichere Sie, lieber Freund,- daß - ich, wenn ich auch dadurch erst verspätet zu denr großen Gerrusse . gelangte, den mir das Werk der Eliot bot, persönlich eine gewisse Befriedigung darin finde, nicht erst durch» den Roman der idealen Frau, die keine Jüdin.warnten Impuls zu manchen Ideen und Anschauungen gewonnen zu haben, die sich mir, dem Juden, später mH unwiderstehlicher Macht aufdrängten." Ich kann nicht umhin, beinr Niederschreiben dieser Relniniszenz auch auf ein äußerliches Monrent hiuzuweisen, das mich bei denr Hinweis auf meinen Artikel in der „Welt" wehmütig stimmt. Wie ich bereits erwähnte, hatte ich ihu-M-lö. oder'