Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1923-07-06 · Heft 1579 (6.7.1923) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1579 (6.7.1923)
Date
1923-07-06
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2980477-2980660--15322-3002138
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

X m*n Mett, Freitag Mitteilungen ans dem Publikum. Kultus-u.iustiztalare u. Barette liefert in schönster Ausführung die bekannteste Spezialfirma 235 nimm 5 l&ninfTEiM Zivil- «nd Uniformsclmeider ItüUUir UllLUAlElil Wien.II.Taborstr. 54. Tel.45 6-29 Gegründet 1866 - Große Auswahl feinster Stoffe für Maßbesteliungen * Todesfall. Vorgestern ist hier der Chorsänger im Stadt-- teiripel, Dr. Leo L empört, infolge eines Herzschlages auf der Straße plötzlich verschieden. Das Leichenbegängnis des Verstorbenen, der als Delegierter der Sektion der Synagogen-- länger Mitglied der Leitung des Verbandes der Angestellten der Wiener Kultusgemeinde war und sich im Verbände bedeutend: Verdienste erwarb, findet heute nachmittags. 3 llhr, von der Zeremonieichalle des neuen jüdischen Friedhofes (3. Tor) aus ftatt. Ein Schrapnellgeschos; am Neubau. Gestern vormittags wurde im Flur des Hauses Schottenfeldgasse 34 wieder ein Schrappnellgeschoß vorgefunden, das noä) adjustiert war und ein Kaliber von 10 Zentimeter hatte. Es wurde die Brigade-Artillerieabteilung Kaiserebcrsdorf verständigt. die das Geschoß, das zwar keinen Zünder hatte, aber die volle Ladung enthielt, abholen ließ. * Eröffnung des Luft- und Sonnenbades „Krapfenwaldl". Zn der vorgestrigen Sitzung des Gemeinderatsausschnsses für technische Angelegenheiten berichtete amtsführender Stadtrat Siegel, daß die Arbeiten an dem neuen städtischen Lust- und Sonnenbad im Krapfenwaldl bereits so weit fortgeschritten sind, daß am 14. d. die Eröffnung stattfinden kann. Das Bad umfaßt 500 Kleiderkästchen, für deren Benützung der Preis 8800 K., und 18 Kabinen, für deren Inanspruchnahme der Preis 8000 K. beträgt. * Eröfsnungsfahrl mt? der elektrifizierten Arlberglrnie. Sonntag den 22. d. findet auf der Teilstrecke Innsbruck (Weftbahnhof) -Telfs--Pfaffenhofen in Anwesenheit von offiziellen Persönlichkeiten die elektrische Erstfahrt statt. . * Streik von Chorknaben. Aus Bielitz wird uns geschrieben: Am letzten Freitag. rvenige Stunden vor Beginn des Abendgottesdienstes, verständigten die „organisierten" etwa 20 Chorknaben im Alter von 10 bis 15 Jahren den Kulrusvorstand, daß sie in Anbetracht der ihnen zugestandei'.en nur 50prozeutigen Gehaltserhöhung bcr geforderten lOOpro.',einigen in den Streik treten und ließen durch ihren ,/Wortführer" erklären, „daß sie die ganze öffentliche Meinung hinter sich haben": sämtliche Chorknaben ließen sofort den Gottesdienst im Stich. * Erhöhung der Tabarpreise in Polen. Aus W a r s ch a n wird uns geschrieben: Seit dem 25. Juni gilt einneue Preisliste für die Tabakerzeugnisse. Die Erhöhung der bis- 'yerigen Preise beträgt bis Oy Prozent. Es kosten jetzt: Havanna 8000 Mk, (gleich i tsch. K.), Belvedere 2409 Mk., Britannica 2080 Mk.. Trabnco 1500 Mk., Kuba 1600 .Mk., Portarno 1200 Mk., Virginia 960 Mk.; 1 Kilogramm türkischer Tabak 360.660 Mk., eine Aegyptische 400 Mk., Domes 430 Mk. Diese Erhöhung der TabaLpreise hat die Tabcnerzeugernicht Zusriedengestellt. Der Verbarrd der Tabakfabrikanten hat sich an das fdinau',Ministerium mit der Forderung gewendet, eine weitere 30prozeutige Erhöhung zu bewilligen, doch soll auch schon diese Forderung durch die allgemeine Teuerung überholt sein und man erwartet dieser Tage ganz enorme Erhöhungen. - Der Verein für urrenrgettttcheu Arbeitsnachweis, Wien, 2. Vez., Taüorstraße 50, bietet Arbeitgebern seine kostenfreien Dienste au. Brieflicher oder telelephonischer Aufruf (40-3-16) genügt, um männliche und weibliche qualifizierte Arbeitskräfte, Hilfsarbeiter und Lehrkräfte zugewiesen zu erhalten. Es stehen in Vormerkung: 1. Manuelle Arbeiter: Anstreicher, Lackierer, Bäcker, Elektromontenre, Fleischhauer, Gerber, Geschäfts- und Bureaudiener, Hausknechte, Hilfsarbeiter aller Art, Installateure für Gas und Wasser, Kellner. Mirschner, Kappenmacher, Kutscher, Laufburschen, Lehrlinge aller Art, Mechaniker, Metallarbeiter, Magazineurs, Schlosser, Schmiede, Schneider, Tapezierer, Taschner und Tischler. — 2. Kaufnrännisches Personal: Buchhalter, Eompwirristen, Korrespondenten, Strazzisten, Expedienten, Manipulanten, Verkäufer und Praktikanten. — 3. Weibliche Abteilung: Buchhalterinnen, Ecmvtoiristü'.nen, Stenotypistinnen, Verkäuferinnen, Kassiererinner:, Manipulanünnen, Schneiderinnen, Modistinnen, Hand- und Maschinennäherinnen, Kindermädchen und Hilfsarbeiterinnen. * Apvttolhealer. Zufolge plötzlich ei n g e trete n e r Heiserkeit des Herrn Direktors E x l während der gestrigen Vorstellung „G lan.be und H e i m a t" muß die für heute festgesetzte zweite Aufführung von „A n t i ch r i st" für nächste Woche verschoben werden. Die für morgen festgesetzte Premiere „D a s v e r s ch l o s s e n e H i m m e k r e i ch" von Eugen Drcmy umßte ebenfalls a u f n a ch st e Woche verlegt w e r d e n. Statt dessen kommt heute „D e r G'w i ss e n s w u r m" von Anzengruber und morgen „M a g b al e n a" von Ludwig Thoma zur Aufführung. * Amtlicher Wetterbericht. Die Untbildurrg der Wetterlage geht im eingeschlagenen Sinne weiter. Der Druck ist über ganz Europa gestiegen, das isländische Tief ist wieder verflacht. An der Ostseeküste hat sich der Kern des Hochs ausgebildet. Oesterreich ist dadurch in den Bereich der Passatwiude gerückt und hat trockenes, cm: Ostrande der Alpen ziemlich wolkiges Wetter. Voraussage: Schönwetter mit starker. Wolkenbildnng, langsam zunehmende Temperatur, nordöstliche Winde. Vereine. Borträge und Versammlungen. M i s r a ch i. Alle in Wie:: weilenden Misrachisten werben aufgefordert, Sonntag den 8. d. besttmmt zur festgesetzten Stunde an dem vom Zionistischen Landeskomitee angewiesenen Sammelplatz zum Besuche des Herzl-Grabes zu erscheinen. — Zerre M r s r a ch i, B r r g i t t e n a u. Samstag, 4 Uhr nachmittags, Bethaus Schomre Hadath, 20. Bez., Kluckygasse, Pirke Aboth. Vortragender M. Groß. Nachher Referat M. Groß über die Wiederbelebung der hebräischen Sprache. — B u k'oto in a ev Zentral verband. Sonntag, 3 Uhr nachmittags, gemeinsamer Ausflug. Zusamntenkunft im Restaurant „Praterfee", 2. Bez., Prater Hanptallee 5. — R e i ch s s ch u tzbund der Handelsvertreter. Samstag, Punkt halb 3 Uhr nachmittags, im Wiener Ringcafe, 1. Bez., Stubenring 18 (Souterrain), Massenversammlung. Sonntag, 3 Uhr nachmittags, gesellige Zusammenkunft im Restaurant „Praterfee". — Zionistische Sektion VI — VIII (Ansflugssektion). Sonntag Nachmittagsansflug. Treffpunkt um halb 3 Uhr bei der Endstation des 60er-Wage)ts, Mauer. Gäste wMkommen. Volksbildung im Technischen Museum. Morgen Samstag, 3 Uhr nachmittags, Führungsvortrag von R. Boroevir über „Dynamomaschinen". Sonntag den 8. d. ist das IRrrseirm von 9 bis 1 Uhr geöffnet, jedoch entfällt der Vortrag i« großen Hörsaal. Wiener Morgenzeitung. (Zum 16. Juli 1823.) Es waltet ein Unstern gerade über den: Zweige der öffentlichen Erziehungstätigkeit, der unsere Jugend mit jüdischen Inhalten erfüllen soll — dein jüdischen Religionsunterricht. Mag dies nun daran liegen, daß die einen, die in der dlssimilation Fortgeschrittenen, ihn aus Tendenz verlachen mild die anderen, die eben aus der Kehilla gekommen, noch ganz in den Wirklichkeiten des jüdischen Lebens stecken, ihn belächeln und nicht verstehen können, was „Religion" bedeuten soll, da doch ihre Väter ohne diesen „Schulgegenftand" sehr gute Juden luareit; gleichviel, es ist eine unerfreuliche Tatsache, daß die jüdische Oeffentlichkeit für den Rcligkonslehrer nichts übrig hat und daß die Nachwelt ihm, sMst dem besten, keine Kränze flicht. Und doch weiß uns die Geschichte des jüdischen Unterrichts von verdienten Männern aus diesem Stande zu erzählen, die Anspruch daraus hätten, nicht gar so rasch in die Vergessenheit zu sinken. Zumal nicht wenige von ihnen sich neben ihrer engeren Lehrtätigkeit nennenMerte wissenschaftliche und menschliche Verdienste erwarben. So — um nur auf einige Lehrer der 1814 gegründeten Wiener Religionsschule tzu verweisen. — Dr. Joses Levin Saalschütz, der Archäolog, später Prediger und Univcrfitätsprqfessor in Königsberg, Leopold Breuer, der tvertvolle Lehrbehelfe schrieb, Simon Szanto, der geistvolle Tagesschriftsteller, von Prediger I. N. Mannheimer und Dr. Adolf Jellin e k gar nicht zu reden. Und diesen besten Namen reiht sich würdig Dr. G e r s o n Wolf an, der vor hundert Jahren in der Mehrwürdigen Judengemeiude H o l 'I es ch ain geboren wurde. Ten Sechzehnjährigen, an einer guten Schule Vorgebildetcn — Mähren hatte in dev ersten .Hälfte des 19. Jahrhunderts ein mustergültiges jüdisches Schulwesen — führte ungestümer Wissensdrang nach Wien. Hier traten die im vormärzlichcn Oesterreich von erlesenen Geistern gepflegten liberalen Ideen an den jungen Studierenden heran, denen er zeitlebens begeistert anhing. Kurz nach den Ereigniffen des Jahres 1848 betätigte er sich als politischer Tagesschriststeller an der damaligen „Oesterreichischen Zeitung" und arbeitete an der von dem Bürgermeister Berger und Giskra begründeten „Zeit" mit. Unter dem bald hernach einsetzenden reaktionären Regime sollte ihm ein Martyrium für seine freiheitliche Gedankenrichinng nicht erspart bleiben, ein Martyrium, das wie jedes seine Ueberzeugung heiligte. Als Liberaler denunziert, wurde er im Jahre 1852, als man bei einer Hausdurchsuchung verbotene politische Schriften bei ihm fand, vor ein Kriegsgericht gestellt und 31t einer Gefänffnisstrche von vier Wochen verurteilt. Schon 1851 ivandte Wolf den Schulfragen sein Interesse zu und veröffentlichte einen vom liberalen Geiste getragenen Schulreformplan, den auch die städtische Schulbehörde in Beratung zog. („Ueber die Volksschulen in Oesterreich") In diesen Vorschlägen zog er die äußerste Konsequenz ans seiner politischen Gesinnung, indem er jeden Religionsunterricht in das Haus verwies oder zumindest es den einzelnen Konfessionen zuschob, für einen solchen Sorge zu tragen. „Der Staat", so meint er, „der dafür sorgt, daß Menschen zu Menschen gebildet werden, hat getan, was er zn tun hat." Daß Wolff schon ein Jahr darauf selbst Religionslehrer wurde und später in diesem Berufe die leitende Stelle eines Inspektors erklomm, wird nur denjenigen widerspruchsvoll er- . scheinen, die, durch eine unrichtige Analogie verleitet, nicht ' verstehen, daß man sehr wohl ein guter Interpret der jüdischen Religion und dabei ganz unklerikal, ja sogar leidenschaftlich antiklerikal ,'ein kann. Natürlich brachte Wolf seine liberalen Anschauungen auch innerhalb der religiösen Erziehung zur Geltung. Das hatte zur Folge, daß er manch harten Strauß anstzuEämpifen hatte. Während aber Leopold Breuer, der Intransigente, abgestoßen von manchen Erscheinungen inr kulturellen Leiben der Gemeinde, sich vorgeiiig zurüc^og, verstand es Wolf auch nach oben seine Ueberzeugung nicht ohne Erfolg zu vertreten und sich zu behaupten. Dazu mag nicht in letzter Hinsicht seine überaus fruchtbare schriftsteAlerische Tätigkeit aus dem Gebt e t e ö ie 1 historischen Forschung beige tragen haben. Seine Studien erstreckten sich ans das Gebiet der allgemeinen österreichischen Geschichte, wo er neben Arneth, Krones, B>ü!dinger u. a. ehrenvoll zu nennen ist. BM aber erkor er sich die Geschichte der Juden in Oesterreich, hier wieder besonders die Zeit Maria Theresias und Josefs des Zweiten/' zum bevorzugten Forfche-rgeLieL. So veröffentlichte er Aktenstücke. ans den Archiven zu Wien, Venedig, Mailand und Mantua, schrieb Monographien über ,/Ferdinand Leu Zweiten und die Juden", „Die Vertreibung der Inden aus Böhmen 1744", „Die Juden in der Leopoldstadt" und verfaßte eine „Geschichte der Juden in Wien" und eine solche der Wiener israelitischen Gemeinde. Diese und ähnliche Arbeiten kamen den netteren Publikationen der historischen KoiNlniffmn der Wiener Israelitischen KültuAgemeinde vielfach sehr Zustatten. Von seinen zahlreichen Abhandlungen über das kultnrelte Leiben der Inden seien nur erwähnt: „Zur Geschichte des Unterrichtes der israelitischen Jugend in Wien", „Die alten Statuten, der jüdischen- Gemeinden in Mähren ('Schaf tvkanat)" und „Juden - taufen in Oesterreich". Geradezu unzählig sind seine Aufsätze jüdischen, zumeist geschichtlichen und pädagogischen Jnihalts in den größeren DagesMttern Oesterreichs und Deutschlands so- - wie namentlich in jüdischem. Zeitschriften, in der „Allgemeiner! Zeitung des Judentums", inr „Ben Chrmcmja", in der „Neuzeit" u. a. Daneben beveicherite er auch die Literatur der Religlonslebrbitcher um einige weit verbreitete Lohvbehelfe. 6. Juli 1926 . _ sfctrs7V Gersorr- Wolf gereichte aber auch als Mensch seümrr Stande zur Ghve. Der Einblick, den er in den vier Wochen seiner Haft in die seelische Not der dort sestgchalteuen Unglücklichen getan, bestimmte ihn dazu, mehr alls zwei Ja'hrzchwte hindurch die Heirbjsiseiertage rn Stein zu verleben, um dort den Häftlingen Trost rmd Aufrichtung zu bringen. Und auch sonst benützte er jeden Anlaß, im Namen des Judentums zn seinen Brüdern zu sprechen, mir Werke der Menschlichkeirt zu schaffen. So regte er, eingedenk seiner eigenen harten Stndentenze'i't, nn Jahre 1801 am Neujahrsfeste die Gründung des „Vereines zur Unterstützung mitbMoser israÄitischer Studierender in Wien" an, der alsbald, dank der begeisterten Mithilfe Mannhelsiners und des Rabbiners Lazar Horowitz, ins Leben trat und noch heute segensreich wirkt. Gersou Wolf starb kurz nach der Feier seines vierzigjährigen Berufsjnbiläums als RellUgionSlchrer am 29. Oktober 1892 in Wien. Er hat cs durch sein arbeits-roiches, vielgLstältiges Schaffen verdient, daß fein Nanio unvergessen bleibe. Dr. R. Das „Japanische Kirschblütensest" Im Schloßpark des Belvederes findet morgen das vom Mand-Koimitee veranstaltete japanische Kirschblütenfest" statt. Da das Fest vornehmlich als Redoute gedacht ist, bittet das Komitee die Damen, tvomüglich in Maske zu erscheinen. Als allgemeine Tvlilette gilt Kimono, Sommer- und AbeMleidung. Für den im Rahmen des Festes stattfindenden „Ball im Freien" wurde eine Original amerikanische Jazzband und das gefaulte Dx-' chefter des Theaters an der Wien verpflichtet. Direktor Grudrr-Guntram wurde, wie eine private Mitteilung besagt, vom Bnndcsminifteruun fiir Unterricht und dem bevollmächtigten Kommissär der Verwaltung der BuNdestheater Ministerialrat Dr. Renkin mit der ausschließlichen Vertretung der Bundestheatcr (Oper und Bnrgtheater) für Mlslandsgastspiele betraut. „Nathan der Weise" in Esperanto. Auf dem vom 1. bis 8. August d. I. in Nürnberg unter dem Protektorate des Präsidenten der deutschen Republik Ebert stattfindenden 15. Esperanto-Weltkongreß wird Lessings „Nathan der Weise" von Berufsschanfpielern in der Esperanto-Weltsprache zur AnMhrung gebracht werden. Lessings Meisterwerk wurde von Karl Minor ins Esperanto übertragen. Zunr Kongreß sind schon bis jetzt etwa 4000 Besucher aus 38 verschiedenen Ländern ^aller fünf Erdteile angemeldet. Zweites Beethoven-Festkonzert am Heldenplatz der Hofburg. Samstag um 8 Uhr abends findet desintiv die Aufführung der ,Missa solemnis" als zweites Beoihoven-FestLonzert statt. Als Solisten tvirken mit: Gertrude Foerstel, Hermine Kittel, Alfred Jerger. An der Orgel Professor Valker. Außer dem Wiener Symphonieorchester wirkt der gesamte Wiercer- Neustädter Singverein, Mitglieder der Mödlinger Singakademie, der Staatsopernunid Volksopernchores mit. Karten von 5000 bis 50.000 K. bei "Uchlendorfer, an der Tageskasse der Wiener Tribüne beim Helve^tor der Hofburg sowie in allen größerer: Kartenbureaus. ' Eine teure Tarockpartie. VIS Am 30. April d. I.- saßen die Kausleue W., I. und G. genrütlich bei einer Tarockpartie im Cafe WestminsteL. Herr W. hatte das Malheur, beim Spiel wiederholt zu verteilcrr, insbesondere dann, wenn Herr Z. ein gutes Blatt in der Hand hatte. Z., der sehr viel verloren hatte, machte schließlich seinem Partner Vorw-urfe wegen des Verteilens. Es kam wischen beiden zu -einem Wortwechsel, in dessen Verlauf dem sechzigjährigen Herrn W., wie dieser in seiner Ehrenbeleidigungsklage behauptete, das Wort „Rotzbub" zugerusen wurde. In der gestern vor dem Oberlandesgerichtsrat Dr. Weiß (Strafbezirksgericht 1) über die Klage des Herrn W. stattgehäbten Verhandlung erklärte der Verteidiger Z.'s, Dr. Glesinger, daß sein Klient wegen des seiner Ansicht nach nicht aus bloßem Berschen erfolgten häufigen Verteilens der Karten durch den Kläger in große Aufregung geraten sei und, um das Vorgehen des Klägers beim Spiel zn charakterisieren, den Ausdruck „Rotzbüberei" und nicht „Rotzbub" gebraucht habe. Der als Zeuge vernommene G. gab an, daß der Kläger beim Tarockspiel dreimal verteilt habe, jedoch seiner Ansicht nach, nicht mit Msicht. Ter Richter verurteilte den Ltngeklagten, der vom Klagevertreter Dr. Friedrich Kalka als sehr reicher Mann, bezeichnet wurde, zu einer Geldstralse von 500.000 K., eventuell zu 24 Stunden Arrest. Der Ferienoickenthalt der Mdenten und die Äption. Die Option der Wiener Aerztin Dr. B. war vorn Bnrgermsistervon Wien als Landeshaupmann als unwirksam erklärt worden, weil der Nachweis des ununterbrochenen zchnjährigen Wohnsitzes in Wien nicht erbracht sei. Ihr Rekms, in wslchem darauf hingeiwichen wurde, daß die Underbrechmigen des Aufcnchaltes in Wien nur während der Sommerserien zur Zeit ihres Studiums an der Wiener Universität erfolgten, wurde vom BMtdesmmistevium für Inneres abgvwivsen. Die Aerztiu brachte mrn die Beschwerde an den V c r w a ltnn'gsgerichtshof ein, welche vom Beschwerdevertreter Dr. Emil Krasny dahin ausgefülhrt wurde, daß Ferialnnterlbrechmigeir nicht als llnterbrechungen des Wohnsitzes anzuseheu seien.- Der Berwaltungsgerichtshof (Vorsitzender Doktor Hrller-Schönaich) erkannte auf A b w e >i s u n g der Beschwerde, -veil der Wohnsitz .erst vom Zeitpunkte der Großjährigkeit ^begründet sei, die Nichteigeulberechtigteil aber den Wohnsitz ihres- Vaters haben. Vom Zeitpunkte des Beginnes ihrer Eigenberechtigung aber habe die Beschwerdefühveriu >cMen zehniähriaen Ausentbalt in Wieir nicht Zuvückgelegl.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.