Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1577 (4.7.1923)
- Date
- 1923-07-04
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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\ cm b Wien, Mittwoch Wiener Morgenzeituns. evsizzsacr Heute Mittwoch, 4. Juli, letztes Gastspiel Baratoff 3e Paul und des Ensembles „Jüdische Volksbühne“ II _f4, IM 1923__Nr. 1577 // Va8 Uhr abends 4 Ajkele Mazik Groteske in 3 Akten und Prolog von Ben Schumei // // Leitung: Isaak Deutsch —-. j—- - — ... Eine Viettelmilliarde Rubel für eine Briefmarke. Das Aroskauer Volkskommissariat für Post- und Telegraphen hatte am 1. Mai d. I. etwa tausend Stück „Mai-Postmarken" in oen Verkehr gebracht, die nur am 1. Mai benützt werden dursten. Für erne solche Mai-Postmarke, welche die Inschrist „Die Philatelie den Arbeitern, 1. Mai 1923" trägt, wird zurseit bereits eine Vierteil millkticrldiL Sowsctrnbel geboten. * Der Bezirkshauptmann' von Zwettl weist ans. Der 62jährige Gutsbesitzer Wolf Zagstein, der im Jahre 1919 das Gut Schwarzenau in Niederösterreich gekauft hatte und seither mit seiner Familie dort wcchnte. wurde im März dieses .Jahres auf Grund einer Verfügung der Bezirkshauptmannschaft Ztvettl als galizischer Flüchtling ausgewiesen. Da die Landesregierung diese Verfügung bestätige, mußte Zagstein das Schloß räumen. Sein Rechtsanwalt hat sich an den Bundeskanzler gewendet, um eine Aufhebung der Maßregel zu erwirken. * Ein Rabbiner — Ehrendoktor «Sner kaitholqchen Universität. Die von Jesuiten begründete und gÄeitvte katholische Universität von Detroit in Amerika ernannte, wiie wir in amerikanischen Blattern lesen, vor kurzem drei Ghrendokktore-n Vieser Hochschule. Unter ihnen befindet sich auch der Rabbiner von Detroit, Dr. Leeds Fvankek. * SchwÄMischer Zrourstentaa. Der deessährM DÄegiertentaig des Schweizer ZionÄtenverLiar.des sticket am 8: d. im Großratshaal m Bern statt. * AusgewLhlte Kongreßreden. Das eben eÄchie>ne»i>e vierte Hast der sioniMchen BrofchürenbMioGÄ cherausgsqebeu vom BerOner Bureau der ZionWschen Organisation, Berlin W 15, Sächsische Straße 8) enchaü eine Auswcchl von Reden, dis ine wichbWten ProbLsme iitonMischer Arbeit behcvrckeiln. Die Broschüre bringt die EvöMnnrgsvM Theodor HeyAs zum ersten ZionUenLongreß. ferner Reden von Prof. MaudÄstaimm, Gronomcmm, Rnipipvn und Weidmann über Iüdensrage. zionistische Propaganda, Kvilonisation und die Hebräische Uariversität. x , * Die BvMtt^Lnternatiiomcke. Die TeAuchmer «n der Konferenz zur Gründung einer Be amten internationale, dw gegenwärtig in Wien tagt, wurden gestern vom Büvgermeffter Reunmnn in seinem Gmpfangssalou begrüßt. * Die HunderuMrowenPräMie der W. A. G. Gestern, wurde im Rathause in Anwsfeicheit des Notars Dr. Stephan Schiff die Ziehung der Prämie von 100 Millionen Kronen der MWroyentigen TeÄschuldvevschre-ibungen der Wasserkraftwerke A. G. Vovgerwnrmen. Der Treffer fiel auf Serie 92, Nummer 8906, und wird vom 1. August 1923 an an der Kasse der W. A.' G. in Wien, 1. B^.. ÄöwoUratze 18, oder an der Kasse der Niedervsterreichischen Cskomptegesellschaft, Wien, 1. Bez., AM Hof 2, auslbezcchlt. * Die Kollektivvertragsverhandluugen im graphische» Gewerbe. Die am IS. Juni begonnenen und am 24. Juni unterbrochenen Verhandlungen nähmen am 2. d. ihren Fortgang. ObwM in der Zwischenzoit durch ein Keines Konti tee, m welchem die Präsidien der beiderseitigen Organisationsleitungen vertreten waren, eine Plattform für neuerliche Verhandlungen anscheinend gefunden wurde, zeigten sich nach zweitägigen Verhandlungen neue Schwierigkeiten. Es besteht die Gefahr, daß im graphischen Gewerbe zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ernste Zerwürfnisse zu befürchten sind. * Wetterbericht. Di-e Befseru-nig der Wetterlage hat weitere Fortschritte gemacht. Das Tief Zwischen Island und Großvritarrmen blldet sich weiter aus. In Oüstevveich war das Wetter heute morgens noch vorwiegend trülb und regnerisch. Voraussage: Vorwrsgeud heiter, tagsüber zunehmende Bildung hoher SchichtwoVen, gegen Abend lleichte Nitzderschkäge nicht ausMchilosten, Temperat-iurzu-nahme, südliche Winde. Steuerfragekasten. Gruu-stauf. Wenn der letzte Erwerb nach dem 61. Dezember 1921 erfolgte, so beträgt die WertzuwachsaLgaLo 60% deS Wertzuwachses. — 8 H . . .l. Eine Ennäßigung der Voreiuzahlung für 1923 können Sie verlängern wenn Sie glaubhaft machen, daß diese Voreinzahlung mehr als 7%% Ihres Reingewinnes im Jahre 1923 betragen wird. — Holland & Fr. Für Wirk- und Strickwaren aus Wolle und Seide (auch Kunstseide) beträgt der Pauschalsatz beim Erzeuger 2.7%, die Ausgleichsbelastung bei der Einfuhr 3%. Die Steuer ist grrmdsätzlich nach Maßgabe der eiugehendm Zahlungen zu leisten, nach den Beträgen oer Ausgangssakuren nur daun, wenn Sie diesbezüglich ein besonderes Ansuchen bei der Steneradministration stellen. — Robert Sp. Wenn Sie Ihr ganzes Geschäft verkaufen, so müssen Sie von der ganzen Kaufsmmne die Warenumsatzsteuer zahlen. Wird der Kaufvettrag vergebührt, so kann die Vertragsgebühr eingerechnet werden. — Beamter. Bei Dienstbezügen über 26,220.000 K. muß das Einkommm des Jahres 1922 veranlagt werden. Es ist daher gerechtfertigt. daß Sie ein Steuermandat erhalten haben. Um die Bemessungsgrundlagen zu erfahren, ist ein Ansuchen an die Steuerbehörde notwendig, das Sie mit dem Einspruch verbinden können. — R. D. Das Existenzminimum für 1923 dürste ungefähr 2% Millionen Kronen, bei Dlenstbezügen ungefähr 8 Millionen Kronen betragen. Vereine. Bortröge und Bersammtnnge«. JüdischeTischgesellschaftLandstraße und Zionistische Bezirkssektion Landst r a ß e. Morgen Mittwoch, im Cafe Ilion, 3. Bez., Löwengasse 39, Herzl-Feier; hierauf Eröffnung der Aussprache über dm XIII. Kongreß. Austritte ans dem Judentum. Parzer Mathilde, geb. 18. Juni 1899, Wien, Villach. Steinhardt Emil, geb. 1. Mal 1869, Bezded, 6. Bez., Luftbadgasse 13. Holz Margarete geb. Max, geb. 29. Juli 1892, Bratislava. Holz Marie, geb. 24. November 1922, Bratislava. Minkus Margarete, geb. 19. Oktober 1907, Wien, St. Pölten. Eißler Paul, geb. 22. Februar 1881, Wien, Großindusttieller, 3. Bez., Hauptstraße 9. Fischer Josefine, geb. 26. August 1890. Wien, 2. Bez., Blnmauergaffe 7. Wessely Melanie, geb. 29. April 1895, Wien, 5. Bez., Ziegelofengasse 20. Dr. Blaustein Attur, geb. 24. November 1895, Wien, Beamter, 10. Bez., Favoritenstraste 147. Napvaport Paul, geb. 24. Juni 1897, Weikersdorf. 3. Bez., Obere Weitzgärberstraße 19. Eßiler Cilli, geb. 26. September 1896, Nepolukantz, Arbeiterin, 16. Bez., Lerchenfeldergürtel 25. Latzer Adele geb. Rößler, geb. 8. Dezember 1894, Opponitz, 2. Bez., Praterstraße 70. Dreikurs Rudolf, geb. 8. Februar 1897, Wien, * " ... "" Dreikurs Erich, geb., 27. Kränket _,__, _lamt, 18. Bez., Coloredogasse 31. Dr. Weiß Friedrich, geb. 18. Dezember 1886, Wieri-Finanzrat, 18. Bez.. Hosstattgasse 23. Kurz Berta geb. Herzel, geb. 23. Dezember 1876, Wien, 1. Bez^, Weihburggasse 4. Hoor Johann recte Bettelheim, geb. 1. Oktober 1693, Wie». 2. Bez., Schweidlgaffe 6. Hoor» Marie Genovefa recte Bettelheim geb. Fak, geb. 15. August 1897, Wien. 2. Bez., Schweidlgaffe 5. Stricker Siegmnnd, geb. 2. März 1850, Waag-Neustadl, Fabmant, 9. Bez., Berggasse 21. Jakobi Moriz, geb. 1850, BoSkowitz, Kaufmann, 19. Bez., Grnndlstraße 1. Freund Siegmund, geb. 18. März 1897, Saloniki, Geometer, 1. Bez., Bauernmarkt 12. Kurz Isidor, geb. 8. Jänner 1859, Linz. KunschäUdler, 1. Bez., Weihburggaffe 4. Klein Alexander, geb. 26. November 1890, Eger, Tapezierer, 18. Bez., Urbangasse 16. Deutsch Alexander, geb. 18. Februar 1901, KeSthely, Student, 16. Bez., Beingaffe 33. Grün Hugo, geb. 12. Mai 1875, Brün«, 6. Bez., Brucknerplatz 11. Dittel Erich, geb. 22. März 1902, Mährisch-Wetßkttchen, 3. Bez., Marxergaffe 13. Burian Marie, geb. 6. November 1898, Wien, 16. Bez., Tnrnergasse 10. Goldmann Melanie, geb. 2. April 1907, Wien, 2. Bez., Blumauergasse 34. Kantor Herbert Viktor, geb. 7. November 1922, Wien, 2. Bez., Heinestraße 3. Weiß Irma geb. Mandl, geb. 22. Mai 1882, Wien, 4. Bez., Prinz Eugenstraße 14. Weiß Viktor, geb. 7. März 1908, Wien, 4. Bez., Pnnz Eugenstr. 14. Barany Otto, geb. 25. Mai 1878, Wien, Beamter, 19. Bez., Silbergasse 42. Dr. Ehrlich Otto, geb. 29. Februar 1892, Wien, 18. Bez., Pötzleinsdorferstraße 44. Ehrlich Rosalia, geb. 19. März 1696, Wien, 18. Bez., Pötzleinsdorferstraße 44. Alberti Klara, geb. 4. Jänner 1896. Wien, 4. Bez., Schleistnühlgaffe 1». Rosenheck Albert, auch Rosenegg, geb. 20. Juli 1893, Wien, Schriftsteller, 18. Bez., Glanzinggasse 17. Löbl Auguste, geb. 6. September 1901, Wien, 19. Be;., Schegargasse 14 a. Schuh Wilhelmine geb. Kohn, geb. 29. Jänner 1857, Veszprim, Wien, 13. Bez. Worel Olga, geb. 1. Oktober 1870, Prag, 13. Bez., Testarellogaffe 25. Seidenstein Laura, geb. 20. März 1896, Gorlice, 4. Bez., Wiedener Hauptstraße 117. Rieß Jlka geb. Rieß, geb. 10. Dezember 1866, 9. Bez., Widerhofergasse 7. Weiß Robert David, geb. 9. Dezember 1922, Preßburg. 4. Bez., Prinz Eugmgaffe 14. König Marie, geb. 26. März 1902, Wien, 18. Bez., Pötzleinsdorferstraße 5k. Fischer Hermine, geb. 20. Februar 1901, Wien, Comptoittsün, 7. Bez., Gardegasse 4. Turmaim Iiosa geb. Schindler, geb. 27. Juli 1897, Leipnik, 7. Bez., Seidengasse 39. Mandl Stephanie, geb. 13. Februar 1897, Bnoweis, Verkäufernr, 7. Bez., Burggässe 70. Markus Artur, geö. 8. Jänner 1902, Kisber, Student, 9. Bez.. Porzellangaffe 22. Stricker Betta geb. Wengraf, geb. 12. Juli 1863, Wien, Fa- Lrikantensgattin, 9. Bez., Berggasse 21. Jellinek Johanna, geb. 28. Immer 1906, Wien, Schülerin, 3. Bez., Keilgasse 7. Binder Friedrich, 6. August' 1887, Tarnopol, Beamter, 8. Bez., Josefstadterstraße 14. Dr. Jellinek Stephan, geb. 29. Mai 1871, Prerau, 8. Bez., Josefftädtersttaße 21. Jellnrek Kurt Albrecht, geb. 17. April 1919, Wien, 8. Bez., Josefstädterstraße 12. Jellinek Ernst Herbert. 7. Juni 1922. Wien. 8. Ber.. Josefstädterstraße 12. BUne Md KM. Zer Kampf um öus Burgtheater. Wir erhalten von dem Rechtsanwalt des Direktor Pautsen, Dr. Herzberg-Fränkl folgende Zuschrift: An der Aussprache zwischen dem Bundesminister für Unterricht Dr. Schneider und dem Anwälte des Direktor Paulsen Dr. Herzberg-Fränkel, nahm auch der Leiter der Bilndestheaterverwaltung Hofrat Dr. R e n k i n teil. Dr. Herzberg--Fränkel beleuchtete die Frage vorerst vom juristischen Standpunkte und verwies darauf, daß Paulsen kraft seines Vertrages als Direktor des Bnrgtheaters berechtigt wäre, eine neue Dienstordnungsvorschrift damr zurückznweisen, wenn sie seine Rechte als Direktor in entscheidender Weise verändert. Es würde ihm für diesen Fall rnchts übrig bleiben, als.sein Amt zrlrückzulegen unter Aufrechterhaltung stiller materiellen Vertragsanfprüche und im Falle einer dauerndeil Beurlaubung auch seine Ersatzansprüche dafür geltend zu muchen, daß durch das Stillegen jede Tätigkeit seine Erwerbsaussichten auch für die Zukunft vermindert werden würden. Wichtiger noch als die persönlichen Schicksale Panlsens sei aber die Frage, ob nicht durch die neue Dienftordnungsvorfchrift jede Täügke-it eines Bundestheater-Direktors überhaupt aufgehoben und an den neuen Bundeskomm-issär abgetreten werden sollte, was nach Anschauung Panlsens, mit der Zerstörung der Staatstheaterbetriebe verbunden wäre. In diesem- Sinne habe ihn Paulsen gebeten, gewissermaßen auch der Abwesenheitskurator der Direktoren Dr. Straus; und Schalk zu sein. Minister Dr. Schneide r erklärte, daß Direktor Panlseu^chn und die ganze Regierung geradezu vor den Kopf gestoßen habe, einerseits weil er die Diskussion in die Oeffentlichkeit getragen habe und weil er vorgestern eine Vorstellung im Akademiecheater, welche zu Ehren eines Mitgliedes der Regierung unter Teilnahme der Minister geplant war, verzögert habe. Hiefür würde der Negierung eine Satisfaktion Panlsens gebühren. Nichtsdestoweniger benütze er diese Aussprache um zu versichern, daß ihm daran gelegen sei, Paulsen im Amte zu erhalten. Es wurden unter Beteiligung des Hvsrates Nenkin die einzelnen Punkte der Dienstvorschvist besprochen, wobei Dr. Hcrzberg-Jränkel darauf verwies, daß Paulsen ohneweiters bereit sei, allen Aufträgen der Vorgesetzten Behörde, soweit es sich um Erspamngsmaffregeln handelt, ohneweiters zu folgen, nur müsse er für den DirMor das Recht Vorbehalten, bei Abschließung imd ErueucruE von Verträgen mit Mitgliedern des Theaters sowie bei Annahme cdce Neuinszenierungen von Theaterstücken, die letzte Entscheidung zu fällen. Hostot Renkin. erklärte sich bereit, mit Direktor Paulsen die Dienstvorschrift in der Richtung der Mgrenzung der künstlerischen Leitungsbeingnisse neuerlich zu besprechen und eine einverständlich« Formulierung zu versuchen. Alle anderen Differenzpunkte, ins. besondere den Vertrag mit Frau Wohlgemuth betreffend, sollen neuerlich erörtert werden. Amtllich wird verllanH-art: Bunidesntlinisier DMor Schneider empfing gestern den Rechtsanwalt Dr. Herzb e r g - F r ä n k e ll, .der als VertEr des Direktors P a u >l is e n intervenierte. Jrn Laufe der Erörterungen stellte der Minister fest, daß das von Direktor Paulsen in den letzten Tagen beolbachtete Perhalten von der Regierung nicht gelbMigt werden könne, ja, verletzend wirken müßte. Trotz alledem sei der Minister bereit, das Seimge p tun, um im Wege entsprechender VerhaMnngen womüMch eine Eintignng zu erzielen, die mit der notwendigen Bewegungsfreiheit der vevcmtwoMichen RegiemngsfMoren vereinbar ist. Salderons „Das große Welttheater". Aufgeführt im Mnsikvereinssaal durch die Knnststelle für christliche Volksbildung. Es ist ein kühnes Unterfangen, den kioben Gott die Auisfühvung eines Theaterstückes anorldnen und ihn seWft das improvisierte Sipieil leiten zu lassen. Das Opus ntnß das. Stück aller Stücke werden und in die Unendlichkeiit muß der Bühnenproispekt reichen. Callderon durste es wagen, und diese DevanstMttnig erwelist, wie klug cs ist, dem genialen Spanier müojlichst wenig ins Handweckk zu Psuischen. Gott ruft ,-die Welt" aus nrüb befiehlt ihr, einige Schemetl, denen er Leben einhcrucht, zu seines Thrones Füßen mit verteilten Rollen ein lehrreich Stück a!bjsoÄieren zu lassett. MsoMich stehen der König, der Reiche, der Arme, der Bauer, die Schönheit und die Meiishoit da, jeder Akteur mit seinen Shnv'bolen ausgestattet. Nach der Einkleidung fraget: sie, ob u-icht eine Prdbe sörderltch wäre. Aber die WÄt bertchigt sie: Ein Meister werde das Spiel leiten. Nun eMeist sich in kurzen, in ihrer Einfachheit überaus pragnantet: Dicüo.gen, toie eitel das Tretlben dieser Erde ist. und daß Reichtum, Schönheit, Ehrgeiz und gierig geraisfter Gvwitur ins Jenls-oits micht mitgetwmmen wevdett lönr.-en. Der Arme,'der rtichts znrüchznlassen hat, schneidet am besten ab. Nur gute Werke bestehen vor Gott, nstd die WeiÄheit ist die Königin, sich selbst gettiügettld und allen in der schwersten Stunde ein Hort. ,/Die Weisheit" ist in diastnt ,/großen Welttheater" die personifizierte Kirche und trägt das Kleid einer Noni -e. Bei CaLderon begreiflich. Aber „die Gnade", die ebensMs tnsttut, saßt den Sinn des Spieles in jenen Satz zusammen, wülchen Hillel als den Sinn des Judentums erkannt hat: Lickbe keimen' Nächsten, wie dich sMst! Ein Beispiel, wie kerrtliig unld tief CÄ'devous Dichtmtg ist: Der Bauer fragt den Bettler, warum er rücht arbeite. Er möge aus feinet: FÄidern gegen Löhn schchsttt, dann Werda er nicht betteln müssen. Aber der Bettler antwortet kurz und büüdrg, er Müsse von Alntoset: l:d6crt, denn diese Rolle sei ihnr eben zugetÄlt wordett . . . Wie detnt auch sonst in diesem derb gezmtmerten und dabei nterkwürdig feinen Spiel aaif das Kunstvollste Schein unld Wirklichkeit durcheinander getoirkt sind. Die Mtettre, >demtt ihre Rollet: ausgetragett sind, lastet: stets, wen:: es den Zwecket: der Dichtung dient, durchleuchtet:, daß sie beisoihllette Maure sind, und. jedesmal enthält solche Anspielung höchste Weisheit. Der beste Teil der AüMhvung ist die bildhaft schöne, ruhige, stiitnmungsvolle Inszenierung. Allmälhlich wird chdurch taugliche LichtesfMe) Gottes Thron sichtbar, allmählich iau-cht die Gestalt der Welt und die zunächst im Dnttlclt: kauernde Schar der Spieler ans, und wenn znnt Schluß das Wühnet:- bild versinkt tmd bloß der KM) der G>r.«ade in: rötet: Lichte schimmert, ist tatsächlich religiöse Weihe über den Zttischanerranm gebreitet. l Bot: den Milwirkendet: hingeget: kam: man smwmarisch bloß scstsbellen, daß sie nicht störten. Völlig ansgefüllt ihre:: bedelttlsamen Part scheinet: uns bloß die Herren Nowo'tny tmd Wawra zu habet:. Sonst wirktet: verdiettstlich die Frauen Mell, Eis, Schilling, die Herren Höbling, Stöger, Krones und Götz mit. Angenchm, nur vielleicht p: langwierig, die Br-MAmnsik Max Springers. A. Ans den Theatern. Volksoper. Heute, halb 7 llhr abends, „B o r i s G o d u tr o f s". Im Raimund-Theater hat Rost) W e r g i n z ihr Gastspiel in der Posse nüt Gesmig „Vierzehn Tage A r r e st", mit Franz G l a w a t s ch tmd Will>elm Llchtenbera, bis 15. d. verlängett. Beginn täglich halb 8 Uhr. E x l - B ü h n e. Heute, halb 8 Uhr abends. Uraufstlymng der vieraktigen Komödie „Der A n t i ch r i st" von Friedrich Ltchtenecker. (Achter Abende im Zyklus österreichischer Volksschriststeller.) Kurtheater Ba MI s ch l. In dieser Woche findet die Premiere von Alexander Engels Lustspiel ,.D t e F r e u nd i n seiner E x z e l l e n %". statt. Konstanze Linden rtrtd Valerie M a r t o n s beginnen in diesen: Stücke ihr Jschler Gastspiel. Brrettr Freie Jüdische Volksbühne. Sonntag den 8. d., 10 Uhr vormittags, findet im Lokale des Arbeiteryeims, Bomchow, 2. Bez., Blumauergasse 1,1. Stock rechts, die ordentliche Generalversammlung des Vereines statt. Die Versammlung wird ohne Rücksicht auf die Anzahl der Anwesenden abgehalten.