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Wiener Morgenzeitung · 1923-07-04 · Heft 1577 (4.7.1923) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1577 (4.7.1923)
Date
1923-07-04
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Wtt 2 Men, Mittwoch Sturmtrupps unter Münchner Kommando nicht beunruhigt sei. Dieser Vorwand ist jetzt aufgehoben. Auf die gvcmerchaffeste Weise, die man sich deuten kann. Der Sohn stirbt an den Lehren, zu denen sich der Vater bekennt, durch das Messer seines Freundes. Die Dolchstoßlegende beßomwt einen anderen Sinn. Zionisten. DveMn stvyd dom 25. bis 27. Juni der 19. Detegrertenwg dev Zionistischen Bereinigung für Deutschland statt. Anwesend waren etwa 180 Delegierte aus allen Teiileu des Deutschen Reiches sowie zahlreiche Gäste, auch aus den NachbaÄüudern, die der gesamten Tagung mit großem Interesse folgten, so Dr. Mvfsinfohn und dipl. Ingenieur Kecker aus Palästina, Mols Böhm (Wien), Dr. Emil Mar-- gu-lies (Tfchecho-Slowakei), Dr. Pincus (Präsident des Schweizerischen Zionvstenverba-udes), ferner Dr. Nahm» GrÄdmanu <äs Vertreter der Hebräischen Kulturorganisation ^Marduch", Minister a. D. Dr. Soloweitschrk n-nd Richard /Lichcherm als Vertreter der Zionistischen ^cekutive sowie dir Vertreter dev Dresdner Wischen Körperschaften. Zweck des Delegiertentages war die sorgfältige VoriÄKeertung einer einheitlichen StelluuWrahme der deutschen Äionistm KN den wichtigsten Proiblemen des bevorstehenden 'V. (KarlMtder) ZionisteMmgreffes. Dem eigentRchm DÄogiertentag gingen amr 84. Juni rFwei VorLoHeventze» vorcms, die eine ^war die Jugenidsitvgnng, auf der Kurt Bluureufeld in einem bedeutiftmren Resievat Wer ,^Zalästmaavbeit, Galntharbeit und izionHische Irgend" sich mit den wichtigsten Gruppen der!uational-WWen Jugendbewegung, insbesondere dvmBlau- :Meiß, auseinander setzte. Er fordere die Einfügung der r bestehenden JpyerHMpPen in die Organisation und ihrdn sirmeÄrchen Zuscummrchcmg urrterewander. Die ander« 'BoÄkonserertz befaßte sich aus Grmtd eines Referats von Mvck Glaser mit der Frage der Abwehr des Amtisemitistrms. Die Debatte brachte zum Ausdruck, daß die deutschen!)Aomsten sich eins fühlen mit dem gesinnten deutschen :jJÄdentwm in der Abwehr der schmachvollen antisemitischen Angriffe. Am Abend fand eine stark besuchte große öffentliche'BersimmÄung statt, in der Dr. Margulies, Doktor Mahum Goidmauu und Dr. Moffmsohn unter großem Beifall sprachen. Am Montag MH ewffnete der erste Vorsitzende der Z. B. f. D. Felix Rosenblüth den De^gkertentag. Nach dem osfitziellen Srvffnungsteil sprachen Doktor Kaznelson als Referent und Isaak Feuerring als Korreferent Wer das Kongreßproblem „I-elviH Agvncy, WelÄongreß und Zionistische Organisation/". Beide. Referat stimmten bawt überein, daß die Zionistische Orgam- Hcchon durch Reformen zu stariken sei und zur Arbeit der iJAvish Agench und zur Vorbereitung eines Paläst'ma-!Weltkongveffes auch, nichtzionistische Kreise Wrang Lehen solle. Dagegen unterschieden sie sich darin, -daß Kaznelfon die paritätische Mtverantwortu-ng und Mitarbeit des GefamHudentums in den Vordergrund stellte, wahrend Fvuerrmg die Initiative in der Aushauaktion in der Hauptsache von zionistischen Händen ausgehen schen wollte. Am gleichen Tage hielt Kurt Blumenfeld ein Referat über „Zustand und ZuDunff der Zionistischen Weltorganisation.", das im wesentlichen eine Darstellung und Begründung der gegenwärtigen Mndnispolitik Dr. Weiz- -rmwus enthielt. Am Montag abends und Dienstag vormittags fand Ne Aussprache zu den Referaten statt. Bermr- -Lenswert-erweise war auch die Gruppe des B inj an Haare z vertreten, für -die sich Dr. Delewer an der-sachlichen Diskussion «beteiligte. Im Aufträge des „Zentralen Blocks", der die Mehrheit des Delegiertentages, die sogenannten ,-Stamrntzioni.sten", in sich sammelte, legte Felix RosenbMh -eine Resolution vor, die ausdrücklich als Bertrauenslkundgebn-ng für Weizmann bezeichnet wurde. Am Dienstag nachmittags und Mittwoch früh folgten sodann drei Referate Wer die Finanzierung des Palästina-Aufbaues" von Dr. Siegfried Moses, ^Heinrich Ma rguli e s und Adolf Böhm gehalten. Am stärksten wurde der Gesichtspunkt der finanzpolitischen Zweckmäßigkeit vor: Margulies hevvovgehoben, der eine auch budgetäre Trennung der ökonomischen und'nichtökonomischen (kulturellen) Ausgaben verlangte. Systematisierung der Finanzpropaganda, klare Struktur des Finanzapparats und Schaffung eimer tragfähigen Kreditbasis — insbesondere durch Trennung der geschäftlichen und der nichtgeschckftlichen Kapitalshergabe — bildeten in weitgehender Uebereinstimmung di« Grundsätze der Referate, die schon vor der Tagung veröffentlicht worden waren. Äf so die Form der Finanzierung dargelegt, so' referierte über den Zweck der Finanzierung der Führer der Wischen VEssozialistischen Partei /Hapoel Hazair". (Hitachduth) Dr. Chaim A r l o s o r o f f mit dem speziellen Mema „Di« nächsten Ausgaben der Palästina-Koloni-. sation". Als Hauptaufgabe bezeichnete er die planmäßig; fortzusetzeM Anstedlung landtÄrtsaftlicher Chaluzim in den genossenschaftlichen ArbeiterfiMungen. In der Aussprache über Finanzen und Kolonisation! interessierten besonders Davis Tri et sch (Notwendigkeit der gartensMti schen Kolonisation . eines gewerblichen Mischen Mittelstandes), Dr.^Mossinsohn (Lehens-' fragen des hebräischen Schulwesens in Palästina), Prozessor Dr. Heinrich L o e w e (Hebräische Universität und ^Jüdische Nationalbibliothek zu Jerusalem), Dr. Robert Weiß (Chaluzmth gesetzestreuer jüdischer Arbeiter im ^jSinne des Misrachi nach dem Grundsatz der. Vigenacheit)' und Benno Cohn (.Handwerkerfiedlung des Blaü-WÄtz" M KaMrutzeh Dr. Danz ige r (Hamburg) Weist aus bst Wiener Morgerrzeituns»__4. Juli 1923 _ Nr. tm Der Mord in Neulengbach. Die Wiener Mörderorganisation. Die Unteffuchung'gegen den Mörder Asiidoff Novosat hat gestern zu ti«item Bechaftungen ge'führt. Cs sind . drei Mitglieder einer nationalisozlallstischeu T.rrrorgruppe festgeuonAren woOen; Aufgabe dieser Gruppe war es, mißliebige politifche P-erfönllichkeiten aus der Welt zu schoifsen. Die anfänglich so undurchsichtige Moridaffäre beginnt sich langsam zu klären. Der ermordete Konräd Karger und der Mörder Rudolf Novofat -waren, wie wir schon berichteten, MitAickwr der uati-ouals-oziaLiftischeu Partei mb gchörten in dieser der Orbuerwehr an, jener OrganWion,. die u>nter dem Kommando des bekannten Oberleuntants Lechuer stcht unid den nationalsoziallMchen politischen Pvmtzipieck mit dem Revolver und deni Gummiknüttel RauM schaffen soll. Novoisat »nacht tot Verhör allerlei verwirrende Aussoigen. die auf jede Eiuzecheit überprüft werden nckssen. Sicher ist, daß er den Karger für einen Verräter hielt und ihn deshalb ermordete. Ob er zu seiner Tat eiiuen Mftrag hatte, läßt sich noch nicht <mft Sicherheit behaupten. Doch hat die N-atimvaffoMistische Partei Kenntnis von der volltzog-eueu Tat gehM, da Novosat einigen Freunden gegenüber sich mit der Beseitigung Kargers rühmte. Karger ist, wie dto Obduktion ergab, durch einen Dolchstoß in den Rücken ermordet worden. Der Vater des Ermordeten, der Ingeniem Paul Ka rger, ist der zlwvite Obmann des Antilfomitenbundes und Kasstor des völkisch-antisemitischen Kompsausschnsses, der bekanntlich rurter der Leitung des gewesenen ^llbgeordrwten K. H. Wokls, des jetzigen Mgeordn,eten Dr. J«rlz>abek und eines Her-rn Hof mann stcht. Er schildert seinen Sohn als einensehr u-nrrchligen Geist, der bereits viermal das Eklternhans verließ, 'mmrer mit der Absicht, einer national ist i.s ch e n Kamps truppe beizutreten. Meist ltvollte er nach Denlischland, einmal nach Konistanili-nopel gehen. Der WeBer für diese deutsche Truppe in KonstaiinopÄ wurde aus die Anzeige des Vaters hin eingesperrt uttß> zu sechs Monaten Arrest vevurteilt. Es ist jetzt das fünste-mal, daß er das Elternhaus verließ. Diesmal starb der V-ater von einer Anzeige ab, weil sein Sohn einen Brief hinteriließ, er wolle eine EhemÄerstelle in Deutschland antveten. Er habe seinorn Sohr.« misdrüMch vevboten, einer politischen Organisation beitzutreten. Wiederholt sei sein Sohn von verschiedenen nat>iona!len Kampfve-rbändsn zum Eintritt ansgeifordert worden, doch habe er ihrr stets davon aibhalten können. /Auch in der letzten Zeit habe er ihn nachdrncklichst aus-gesordert, .dem politischen Ltzben fernhubbeiben. M fei. nun möglich, daß se>m Sohn in Befolgung dieses Verbotes seinen Austritt aus der ^Drdnertruppe anmoldete imd daß dies in diesen 'Kreisen Verdacht ertwecktc. Es sei auch nicht ausigeschlossen, daß man seinem Sohne irgendwelche organisatorische Gchciimnisse anvertraute. Das wäre selbstverstäMtch ein Berbriechen gewesen. Ob und wieviel Geld sein Sohn bei sich hatte, kann Ingenieur Karger nicht angcben. Die Obduktion der Leiche Kargers wurde vorgestern in Neulengbach borgenommen. Sie ergab folgenden Befund: - Der Kopf des Toten wies ans der linken S^rte mehrere Verletzungen auf, darunter eine größer« am Schädelbein, eine andere am Rande des Sch -'ite'lbeines. Der linke Oberkiefer ist zertrünmvert, zwei Zähne im Oberkiefer sind horanSgeschlagen. Auch an der rechten Hand befinden sich scharfrandige Schnittwunden. Der Rücken weist eine klaffende, an der Rippe ^vorübergehende Verletzung auf, die di e Lnn ge getroffen hat. Das Gutachten besagt, daß Karger jedenfalls durch fremde Gewalt den- ^Tod gefunden hat. Die Schädelverletzungen sind tödlicher Natur, schon der erste -Hieb muß Bewußtlosigkeit bewirkt haben. Die Schnittverletzungen an der Hand lassen auf einen Abwehrkampf schließen. Nach der Art der Verletzungen dürfte der UMrfallene zuerst durch den Dolchstich in den Rücken verletzt worden fein. Dabei hat er wohl zur Abwchr den Arm vypgehÄten mW dabei die Verletzungen an der Hand erhalten. Karger scheint dam zu Boden gestürzt zu fein, worauf Novosat ^mutmaßlich die Hiebe mit der Beilpicke führte. Es steht fest, daß b e r e i t s d i e -e r st -e Karger zügefügte Mnudo tödlich war.' Der Mörder Novosat ist der Sohn eines Beamten der niedevöstevreichifHen Lar^desrogievung. Er ist Id Jahr« alt und wurde im Vorjahr« von dem Nealgymnastum, das er.-besuchte, wogen Mobstahles rolegtort. Er wurde mrch vorn «Landesgevicht mit sechs Monaten Kevker abgestraft. Seit damals ist ev ein Müßiggänger. Bar mehreven Monaten ^schloß er sich der NalionalsosiaMscherr Partei an und wuÄe in die Ordmrtruppe ausgenommen. Er blieb di« übende vom Miernhaus« weg rmd erzählt«, daß er chenHch« Abendkurs« besuche. Ta! sächlich «brachte er Maschen mit Chemikalien nach Hausc. Zum Erstaunen der Eltern erschien er eines Tages Möglichkeit: einer BerstäMgüm hin, die die Resolution des Zentralrates der Agudas Jrsro el in den Fragen des ' MMongresseS rind der J-swifh Agency biete. Miftivoch nachmittags finden di« SchlußaLstimmnngon statt. Die weitere Bearbeitung der Finanz- und Ko-lonisati.onSfragen wivd den betreffendtzn Fachausschüssen des Delegiertent-ageS übertragen, deren Vorschläge nach Prüfungdurch d«n Landesvorstand dem Kongreß vorg-iegt iverden sollen. Einstimmig erklärt sich der. Dellgteriftttag. für de n Fortgang der Arbeiten für den Pa- . lä,st.ijN.L-Mel-t4sngr e.tz. Zux gW8 Ng^nch. wird mit de>m Abzeichen seiner Partei: mit deni GumMiknütiel und cirrem Revolver, aus dem er in fernem Zinrmer auf ein« Scheibe ' schoß. Einer ssimr Freunde erzählte, daß sie als Mitglieder der Sturmtruppe täglich 16.000 K. Sold echielten. Außerdenr ge« - noffen sie -auch Mdere Begünstigungen, wie eine 60Prozontige Eifenbahnfahrtermäßignng und freie^W trittskarten i n ei n i g e Theater. Ms Bevsammlungsavt dienten außer «den einzelnen Privatwchrmngen einige Borstadtwirtshäuser und das Klublokal eines ^Kaffeehauses in der Inneren Stadt. Fn dieser Gesellschaft verkehrte auch d«r ermordete Karger. In somem Vschör hat Novosat angegeben, die Tat gemeinsam mit einem gewissen Hawelka begangen zu haben, doch konnte dieser für die kritische Nacht vom 14. auf den 16. Iunt «in Alibi erbringen. Novosat erzählte fermr, er habe mit Karger in dene Wald Streit bekonemen und er habe eine Rauferei degommr, während -welcher aus dem Dlmkel des Waldes ein geheiiM'isvoller Schuß gefallen sei.- Die Untersuchung an der MovdsLelle konnte jedoch keinen Beweis für diese Aussage ovbriuyen. . , Im Verlaufe des gestrigen Tages Mrden die Verhöre mit Novosat fast ununterbrochen fortgesetzt. Alls ©t’ttub bet. hierbei zutage gebrachten Details wurden drei Verhaftungen vorgenommen. Die Verhafteten sind Mitglieder einer völkischen Terrorbande. Irr den Wohnungen wurden Hausdurchsuchungen vorgenommen, wobei man unter archerem ein ganzes Arsenal an Giften und ätzenden Säuren aufstöberte. In der Wohnung eures Perhafteten saud man einen Totschläger, den die.Polizei als eine geradezu f ü r ch t e rliche Waffe erklärt. Novosat hat bisher bereits drei verschiedene Darstellungen seiner Tat gegeben; die letzte wird jetzt überprüft. Die Nationalsozialistische Partei erklärt, daß sie mit dem Morde nichts zu Lnn habe. Amtlich wich verlautbart: Am 2. Inli vormittags fand in Neulengbach die gerichtliche Obduktion der Leiche des Konrad Karger statt. Hiebei wurde fostgestellt, daß die Leich« eine tätliche Stichwunde anr Rücken und insgesamt 10 Hiebwunden am Kopfe anfwies, von welche zede einzelne nach dem ärztlichen Gutachten tödlich war. Ferner wlcrde eine Verletzung des linken Oberkiefers und Schnittwunden an der rechten Hand konstatiert. Als Werkzeug koncmt eine Beilpicke. in Betracht, von , der-ein Eiseustück abgebrochen war. Dieses blutige Bruchstück, an ivelchcnr Haare des Ermordeten klebten, wurde einige Meter vom Tatorte enifcriü, im Grase gefunden. Nowosat vnlrde auch tm Laufe des heutigen Tages wiederholt eingchcuden Verhören unterzogen. Nach seiner Veranllvortung die noch immer wechselnd nnd rückhältig ist, hätte er im Verein mit einem zweiten Manne, über den genauere Angaben zu machen er bisher in sich weigerte, Karger ernwrdet. Als Motiv der Tat gibt Nowosat an, er habe den angeblich in Deutschlands fest gestellten Verrat Kargers au der nationalen Sache rächen wollen. Die weiteren Erhebungen ergaben, daß Nottvosai nach Angabe der nationülliozickistilschen Parteileiturrg anfangs Juni 1928 wegen DistzllPliniofWeit aus der n-ationaffo-zialiftifchen Ochnertruppe ausWchlossen wnvde; er ist daraus in der Absicht, eine eigene rMkäle TrntztrnPP-e zu bilden, mit einigen gleich-gefinttton Burschen in Beribi-nidttng getvcteu. Mehrere Reiser ,,Truhtruppe" bereits an-gcworibenen JünKinge wurden a-usgcfovscht und in Haft g-enommsu. Bei allen Vevhaft-ei-enwurden HauÄdurchsinchunlzen durchgeführt; die Sichtung des hierbei saisierten Materials ist noch nicht beendet. Die Erhebungen haben aber schon jetzt zur Vechaifturig einiger weiterer jugendlicher Personen Anlaß gegeben, denen zwar eine Mitschuld an der Ermoriduing des Kavg-er nicht nach-gawiiefen werden konnte» die jedoch mit Nostvos-at in Mevkchr gestanden und sich evwielseneMaßen mit geisetztvidviger Bildung geheinrer Organifationen befaßt halben. Jnsgefamt befinden sich bisher viergeh n P erso n en in; aligeilicher Haft. Rüge veehastet. München, 3. Juli. (Tel. der „Wr. Margenztg.") Der Heidelberger Privätdozent Dr. Arnold Rüge, der Organisator der hakenkreuzlerischen Tscheka, ist auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft verhaftet worden, Die Verhaftung erfolgte im Zusammenhang mit der Ernwrdiurg des Studenten Baur durch den Studercten Zwengauer. München, 3. Juli. (Wolff.) Die Erhebungen im Verfahren betreiffend die Ermordung des Studenten Bauer aus Wismar, haben nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft außer zur Festnahme des Täters Zwengauer noch zur Verhaftung der Brüder Johann und Ernst Berger (München) jnnd des Privatdozenten Dr. Rüge ans Heidelberg, der sich seit einiger 'Zeit in München aufhält, geftihrt. Ueber den Inhalt der BeschMigungen werden nähere Mitteilungen nicht gernacht. De Hanptverhandlung findet im August statt. mft großer -Mehrheit die Resolution RoseMüth -des Zentralen Mocks angenmnmen, die die deutsche LändsMuuschaff auf dem Karlsbader Kongreß auffowert, erstens für oMmsatorische Fchigrmg und Erweiterung der Zionistischen Organisation eiMtreten, zweitens folgende Richtlinie zu vertreten: „Die Executive wird errnächstgt, zur Jewist Ageney Vertreter sicher OMNisationen htWMzielren, die gewillt sind, bei per Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina zu helfen." Ein Zusatzantrag^des Hapoel Hazair, hier die Ginftigung „nur - in llebereinsti-mmung mit den zronKschen Aujtattzen" zu machen, fand

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