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Wiener Morgenzeitung · 1923-07-03 · Heft 1576 (3.7.1923) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1576 (3.7.1923)
Date
1923-07-03
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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jtye (SMforitte, Artzfis Glamtzy, Dir Fvederic Dnncan und Charles Trevelys». Die Ausstellung, die sich bei der Evölffnunig den Vetfuchevn Vollstastivitz fsotiig präsenidierte, err-egt-e löbhchtes Arterch«. - Ser im ungarische guftirminlster gegen den Hochadel. Achecho-Slowakei. Der zioniftentag. MShttjchLWau, 2. IM. (Lischecho-flow. Preßbnrean.) Alts dem Z4«n iffte m®ongr eß wurde die Debatte Aber die poLitKsche ResoLntion, die für den Karlsbader Welt- Lmyveß bestimmet ist, durch Annahme einer Entschließung beendet, die sich am meisten dem StandpuM nähert, •freit der amerik'a-nische- Zitv n ist e nLo n ig r e ß angenommen hat, wodurch die Londoner ^ekutiive zur Erweiterung fot iJewish Agenee ermächtigt wird. Einen großen Raum in der Debatte nahmen die wirtschaMchen- Fragen ein. Es wurden in dieser Hinsicht Resolutionen angenommen, welche die BeteMMng an Erzeugungs- und AussnhrunternehrmmM in der Tschecho-Slowaf«i und i n Palästina zur. Beilegung der wwtschasÄichen und besonders der HaudelsbeAiHun«gen Zwischen 'der ffchechoflowakischon RvpjuibW und dem nahen Osten einstschleu. ' Ferner gelangte eine Resolution Wer die EtOchunig der Jugend, die zur produktiven Arbeit geführt werden soll, zur Annahme. In dieser Richtung soll 'auch die llnter- Mtznng der Regierung gefordert werden. Rach Annahme weiterer Resolutionen 'über innere, ovganrsatomsch.e nwd finanzielle Fralgen der Kionistischen Organisationen in der Äschecho-Slotvakei schloß Präsident Dr. Singer dm Kongreß mit der Aufforderung zu weiterer, ausdauernder Arbeit. ' Ae »eise der Präsidenten Masartzk. MarsMK, 2. Juli. (Habas.) Der Präsident der tschechoslowakischen Republik Masa ryk ist hier eingetrossm. Der ,Petit Parnsien^ meldet aus Marseille, daß der Präsident der tschecho-Mvakischen Republik Maisaryik, aus Tunis kommend, gestern 'abends an Bord des Dampfers „Charles Ronx^ emgetroGm fei. Er sei nach leidend und habe jedes Interview zurüchgewiesen. Präsident Masarylk kelhrt dsirekt nach P^r-ttg zurück. Ungarn. An «euer Bombenatteutat. Budapest, 2. JuK. <Tel. der ,Mr. Mongentzeitung".') Die polizeilichen Erhebungen haben fchtgestellt, daß das Attentat gegen das C-che 'Klub ein Rachewerk der Freunde der Brüder Kovacs war und die öffentliche Meinung sowie die Pobizei ornschüchtevn sollte. Die Polizei nahm an fünfzehn Stellen Hausdurchsuchungen vor, etwa Zwanzig Personen winnden verhastet, davon Wunen viele chr MW nicht Nachweisen. Nach Mitteilung der Sachverständigen wiegt die Handgranate 120 Dekagramm und gehört zu der gefährlichsten Sorbe der sotzenanrtten Düm-duNr-Gvauaten. Die Zündschnur der Handgranate war mit dem üblichen militärischen roten Zettel versehen, welcher die besondere Gefährlichkeit dieses Explosnvkörpers hervorhebt. Daß es g'lüMcherweise nicht zur Explosion kam, ist >dem reMerffchen Wetter zu verdanken. Die 'Zündschnur wurde unbrauchbar .und die Züudkapsel koumte nicht «in Funktion treten. Dev Mann, der die 'Hanhgvanate warf, mtfsoh in der finsteren CsM-gafse, doch ist seine PersoNsbeschreibung durch Angabm zweier Straßenpassanten gegeben. Er dürste im Aufträge jener Gcheimorganisatton gehandelt haben, welche vor zwei Jchron den- Anschlag, gegen dasselbe Kaffeehaus geführt hatte. Damals wurden bekanntlich der GaMirMor Berebely und der Rechtsanwalt Varsany von den Attentätern erschossen. Die Mörder wurden vom Gericht zu Gefängnisstrafen verurteilt, einige Monate später jedoch vom Reichsverwüser Horthh amnestiert und lausen fetzt frei hemm. Einer von ihnen, MKa R nmbold, Wurde nachmittags unter dem Verdachte dev MitWisseüschÄst dos 'gestrigen Mteutates verhaftet. Rumänien. Ae Konferenz von Sinala. Belgrad, 1. Juli. Gel, der ,Meiner Morgiertzsttüng'^) Die . Zt^ammeMwft der Vertreter derkleinen Entente findet am M. Juli in Srnaia statt. Die. Außenminister N i neiie, Dr. Benes ch und Du ca werden anwesend sein, während Polen urü) Griechenland durch die BuLarester Gesandten dieser Staaten vertreten fern werden. Es wird ver- -rmttlich über den Beitivitit Polens und Griechenland s zur kleMen Entente sowie über das Verhalten .gegenüber Bulgarien verhandeltwerden. Die alb an is ch e Regierung hat den Wunsch geäußert, vertreten zu sein. ßitauen. Sr. «ofendnnm Wischer Minister. Kvwno, 1, Juli. (I. C. B.) Dev Präsident de§ Mischen Rationalvates Dr. S. Rosenbaum ist pm Minister für jüdische Am ge l eg emh >v i ton ernannt worden. Die Bemühungen 'einflußreicher Kreise der christlichen RationaidemlÄraten, a«> Stelle des Wischen MttvPeriumZ ein MinoMätenmWstemiuM mit einem Deutschen 'an dev 'Spitze' zu schaffen, find somit echovgiloS gMeben. Budapest, 2. Juli. (Ung. Tel.-Korr.-Bure<m.) Justizini trister Dr. Nagy erklärte in seiner gestern in Tisza-Barkony gehaltenen Rede, in erster Reihe nrüffe die Autorität des Staatsober Hauptes und der N a t i o n a l v e r 's a m m l u n g gesichert werden. Es sei bedauerlich, daß man mit l e g i t li m i st i s ch e n und konfetssäonellen Schlagw'orten von Seite des Hochadels . die Alltorität des Reichsverwesers schmälew wolle. Besonders verurteilsnswert fei die M i n i e r a r b e i t, als ob das protestantische Staatsoberhaupt den Interessen des Katholizismus schädlich^ wäre. In der Autorität des Staatsoberhauptes llege die beste Gewähr für die Ausrechtevhaltung der gesellschaftlichen Ord nung, wozu es keinerlei besonderer Formationen bedürfe. Die einheitliche staatsbürgerliche Treue m Verbindung mit der bürgerlichen Rechtsordnung müsse mit ei s e r n e r S1 r en g e und unbedingter Konsequenz durchgeführt werden. Auch dazu brauche man keinerlei besondere Formationen, sondern nur eine Iusüzreform, die der Mnister durchzuführen gedenke. Die Autorität der Nationalversammlung müffe im Wege der Verschärfung einzelner Bestimmungen der Geschäftsordnung gesichert werden, damit verhindert werde, daß sich breite Schichten der Bevölkerung wegen des im Parlament herrschenden Tones vom Parlamentarisnms mit Abscheu abwenden. Die Realpolitik der christlichen Richtung müsse auf die Erstarkung des - christlichen Magharentums abzieleN. Redner sei Mit der seit Tagung der Völkerbundrater. Genf, 2. Juli. Der Völkerbund begann beute vormittags unter den: Vorsitze Salandoas seine Beratungen in geheuner Sitzung mit der Feststellung der Tagesordnung der Sesiion. Unter anderem kommen zur Bemtung: Der Antrag der britischen Negierung, der Völkerbund möge prüfen, ob die Verwaltung des Sa arge bi? tes dem Geiste mrd den Buchstaben des Versailler Vertrages entspreche, ferner der Wiederausbau Oesterreichs (Internationale, langfristige Anleihe und' Reformen in dev österreichischen Staatsverwaltung), der Antrag Kanadas, betreffend Abänderung des Artikels 10 des Wlkerbürchpaktes, -er die territoriale UnverletzkichVeit der Mtglüdsstaaten garantiert, der Bericht über' die Derattmgen der Opiumkommisston, die Expropriation ungarischer Grundeigentümer in den an Rumänien gefallenen Gebietsteilen Siebenbürgens. Nachmittags n<chm der VMerbrrndsvat in öffeMicher Sitzng den Bericht Hanotaux' über die Arbeiten der Finanz- und WivWaftskommisston des Völkerbundes entgegen. Es kam insbesondere die DoppMbHuttvung mrd die Senerflucht zur •Spräche, ferner die.Frage der Arbeitslosigkeit, die von der Kommiffron in Verbindung mit dem Internationalen Arbeitsamt untersucht worden war. Die Vorberatung der im Oktober 1928 zusammentretenden internattonalen Konferenz Mr Berainheitlichung der ZollforMalitätein geht ihrem Ende erttgegen und der WMeribuudmt genehmigte eine VissbeMIiche Vorlage. Ferner wurde eine Vorlage zur Schaffung einer internationalen Konvention über die Schiedsgerichtsklauseln angenommen, Wetters eine Resolution Mer die gerechte BchaMnng der AusNndev und chver GeschöstSuMruchumugen in Aen MMMaaten. Der Rat genehmigte hierauf den werten und WWett Rechenfchaftsbericht des GmettÄkommiW^ des Bölkekrbundes w Wien Dr. IiMmeivma«. Morgen wird der BiMrdundrat in öffeMicher Sitzung die SckmmgckgenWl erörtern. Ser Papst gegen de« oaWr« Mderstaud. Rom, 2. IM. .Lsteövatore Romano" mÄdet, daß StlMtsstSveiär Gaffxrvvr ftWendm Brief an den Münchner NuMns P aaellt gevichtet hat: MWhrend der Heilige Vater die Mächte zu einer frmMchaWchm Be^- embarrmg zu bömgett sacht «nd fordert, daß alles unterlaffen werde, was diese Berständiguug Indern konnte, muß er zu seinem be bh afte-n S chm e rza er f ofyt e u, daß iw den bosetztla« GaH4«taw Sabotagiea-tr und Vavbriechen unter dom Schelde eines pvssivem Widerstandes verübt weDd e n. Seine HerWert becmftragt <Ae, enetyffch dararff zu dringen, daß die Regierung em-- für allemal einen derartigen Widerstand veöbrecherifcher Art verurteilt sv wie dev HeWge Vater chu veruvteM." Teilweise Besetzmg der Kruvd-Werke durch die F«nr»se«. BerÜn, 2. IM. Me „B. Z. am Mtkag^" meldet aus Essen: Die Kruppschen Werke sind gestern nachmittags teilweise von den Franzosen b e s e tz t wortofflmerokkasion! Regenmfintel . K 125. Leinenwaren, Waschwaren B Stoffe, Wäsche, sehr billig drei Jahren befolgten christlichen. Politik nicht zufriede n, denn diese habe, wie Redner weiters meinte, bloß dazu geführt, die wertvolleren Elements des ungarischen Judentums in die extreme Richtung zu treiben. Dagegen sei es den drittklassigen Elementen des ungarischen Judentums gelungen, sich in unglaublicher Weise zu bereichern, wofür es in der' Geschichte kaum ein Beispiel gelbe. . Wir wollen, führte der Minister aus,, nicht von den von bett Juden geschaffenen fertigen Werten leiben, denn das wäre nichts anderes als weißer Bolschewisnms, sondern die chrfftlichen Elemente zur Ausdauer und zur schöpferischen Arbeit anhatten. A-uch die Bodenreform müsse nach den Begriffen der christlichen PoWk durchgeführt werden. Sie allein genüge ccher nicht, um die ungarische Rasse in dem wirtschaftlichen Kampfe zu. retten. Es müsse die Produktion gesteigert und die Rohprodukte im Lande aufgearbeitet werden, denn, unter den gegenwärtigen Umständen befinde sich die ungarische Handelsbilanz ' in einer katastrophalen Lage. Die ausgeführten landwirtschästttchen Produkte strÄnen nach ihrer Veredlung Wieder ms Land zurück, wo sie um ungefähr das 25fache bezahlt werden müssen. Der Großgrundbesitz müsse gesetzlich dazu verpflichtet werden, eine l a n d w i r t s ch a f.i l i ch e I n d u st r i e ins Loben zu rufen, wobei die infolge der Verstümmelung des Landes und des Beamtenabbaues stellenlos gewordenen Intelligenzen Unterkunft finden könnten, was auch die moralische Konsolidierung des Landes fördern würde. . den. Bei dem großen Umfang der Werke fehlt es noch an genaueren Angaben. So wM bis jetzt seststeht, sind bisher folgende Abteilungen ^besetzt: Die Gießereien, die^ Kesselanlagen, die elektrische Abteilung svivie die Lokomottv- und Waggonbauabteilu-ng^ Ob es sich um eine vorübergehende Besetzung zum Zwecke von Requisitionen oder um eine dauernde Besetzung handelt, steht noch dahin. Gin großer Teil der Arbeiter konnte heute morgens , wegen der Besetzung nicht mehr zur Arbeitsstätte gelangen.. Esten, 2. Juli. (Wolff.) Gestern Mschen 6 ms> 7 Uhr früh sind die im Norden der Kruppschen Werke gelegenen großen K o h l e n- und K o k s l a g e r p l ü tz e von französischen Truppen besetzt worden. Die Franzosen ha-ben die Lagerplätze durch einen langen Drahtzaun von den benachbarten Bergwerken abgetrennt, offenbar, werl sie sich mit der Absicht tragen, dje Kohlen- und Koksvorräte abzutransportieren. Franksurt vollstöudig IsMert, Berlin, 2. Juli. Die „B. Z. am Mittag" meldet aus Frankfurt am Main: Durch die vöMge AbfPerrung des besetzten GMetes ttnrd die Stadt Frünkfurt aufs fDverste bedroht, da sie Vings von besetztem GMet umgaben wird. Gm-Drittel aller Angestellten, die in Frankfurt tätig sind, wohnt, im besetzten Gebiet und kann infolge der Absperrung nicht nach den Arbeitsstätten gelangen. Ae Aurweisunsen aus de« Auhrgebiet. Berlin, 2. JM. WK der ,MkMWei§er" meDtt, siad im 'besetzten Glitte bis Mitte Juni 23.080 freuische Bemrie mit ihren FamDien,. zus-anMen 66.762 Personen, von Haus und Hof Vertrieben worden. Berlin, 2. IÄi. Die Mütter meilden ans Koblenz.: Der sranMffche und der beWsche Vertreter in der. JnterMierien RhttMMdÄommission haben beschlossen, reue GÄvattm-aßnahstnen gegen die im beisetzten Gäbiet noch verbliebenen deutschen EHeübahner silntz-ullsiten. Wie es heißt, sollen in den nächsten Tagen nicht weniger als 9000 de-iUsche Eisenbahner nttt ihren FamWen ans .fre-m besetzten Gebciet ausgewiesen werden. Ser Prozeß Zudet. Patts. 1. .Juli. <Del.'der „Wiener.. Morgeu-ci -ing".') In lder samstägigen Nachmittagssitzung -des Prozesses gegen Judet Vveignete sich eine Kerne Sensation. .Es wnrfrr als Zeuge der Direktor der nationalen Sichech-ytspoliM Winter einvernonunen, der über die Art und Weise ausfagte, wie die vier soyenamtten d'entschrön Dokume.N'te in seinen Besitz gelangt ftten. Es hanfrttt sich Mn zwei' Tele-gvcrrnme urrd zwei Briese, welche im Jahre 1916 Kvischen -dem deutscher, Staatsfekreiär v. Jnyow und. dem Baron von der La ncke n gewechselt worden sein sollen. Winter sagtir ans, daß diese Dokumente von denn fvcvnzösischen Sichecheitsdienst in Bern einenr gewissen Herrn Alfred 'Leopotd abgekaüft tvorfren seien. Dieser LeopM war' ein nnabhängiger-Sozialist, der znsannnen mit Kamtsky die deattschen Kriegsdokmmnte sichten nnfr veröffeMichen siMe. Leopold schielt von' -der dsittschen Regierung drei 'W-aggons- DoküM-ente.- -Unter diesen suchte er sich einen Aktenstoß der wichtigsten ans, Milche er an Frankreich weitergab. Unter diesen Dokumenten befanden sich die' vier Stücke, wekche im Prozeß Jnidot figurieren. Um seine Identität fchJuftellen,- übergab Alfred Leopold dem französischen Agenten sein AnstMmgsdekvet des derttschen Answärttgen Amtes. st.. IsdorrtMe 4L TQleplHiii 47-1-79 Kn gros En detail

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