Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1571 (28.6.1923)
- Date
- 1923-06-28
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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/ Wtt«k« Mö«MMlt«ka. 28. »ml 1928 Sekt« 3 Makes«». Heute Donnerstag den 28. Juni, ’k8 Uhr abends tnwiffi — Baratoff» Gott derRache ******************** und des Ensembles„Jftdische Vohcsbüßns" Leitong: Isaak Deutsch Drama von Schalom Asch; -W MnsrMWschich. SGuf her DageSoMamtz. des gest-yitzen, BechaMMgßtKges süand M erjstev PnnLt das Referat des Professors der Soziologie an der Sorbonne, Mvmisiem B v n g l e, Mer die int e r- «iatloaticle geistige Znfammenavbeit. Es müsse davans HintzÄMkt werden, daß alle kviegeMchen Tendenzen, die zum TeAe Heute noch amf dem Gebiete des UnteMchtes eine Rolle Meile«, beseitigt werden,, mt so beut BewÄis zu Einigen, daß - iintevniatno-nailer Geist und wahres NatioiMbewußiseiim durchaus vereinbare BsgrlGe seien. Dev zweite. PuinVt de« LaigesvM^ teajf bie Frage ^beS nationalen Mimderhoitsfchntzes. Während diese Fvaigo bei her Vorjähvigen Tagung der ViMMqMigen in Prag UnstimWitzkeiiten Kogegavete, wurde diesmal das Problem zur allgemeinen BeftiediWntz in aller Ruhe besprochen. > Das Referat erstattete dev Professor Georges Sc'elle von der Unlivevsität Dijon, -dev über d'ae GrundgcldaMn und Richlllnirn des von der psmnanenten Kommission angenonrmenen Entwurfes Sir W. DickstNsvns zu berichten hatte. Die Grundzüge der vondev Kom-mission geprüften vierzchn Re-solbutlior'.en > faßte der Referent in folgenden Vier Punkt-eir Mlsammen: 1. Weichheit aller Staaten hmsichtNch ihrer sitNchen und vechMchen.. Verpflichtung, die öffentliche Freiheit zu sichern, das heißt die Ge-wähvnng. der büvgsÄichen RechLc an alle Bürger ohne Unterschied der Rasse, der Religion und NationaLität. . 2. Feststellung der Rechtsvechälltnisfe der Minoritäten. Z n diesem Zweck Wird der Abschluß etiteg allgemeinen Vertrages n»rd überdies besonderer Mberoinkormnen zwffcherr den cn^elttcn Nachbarstaaten vorgeschlagen, um so weit als tunlich zu einer.Regelung der Mnoritätenrechte zu gelangen. 6. Einsetzung einer Spezm>Mom-mi-s>'i-on, die sich stärldig mit der Lage der Minoritäten zu beschäftigen hätte, ihre Klageil entgegennehmen und als Bindeglied mit dem Vö'lkcvbunidratc dienen soll. Dieser KowMisswn hätten ständig eine große Anzahl von MitgR-ederrt der Minovitäts-AssoZiatlonen arizugegehören. Errichtung einer Speziolrommission für Mirwriläts-Augelegenheiten beim Doller'bund. und Zuständigkeit des intett^iÄotitallirit) nn Haag in Mmoriiäts-An'gvlegorr-! herwir; Außer. perfiMchen Klagen sollen auch solche von Mmori- MsgNneinden, KultnSverbäniden und Mrtschastsorganisaftonen zugchrffen werden, vorausgesetzt, daß sie gesetzmäßig opgasLsiokt uM ttoim Staate anle-Mnut sind. 4. BvrWchftmg der Miin-or'itäterr zur VerfaffungZ-; tye««. Keine Klage soll an sich als Illoyalität ausgefaßt j towftett Wunen; andeoerfe-its. sollen die Minderheiten vcrpDchbet sein, dke Regierung sowie alle anderen Staatsaus gelhö-vigen mMchtützen. Unter dichsr Vovaussetzu-irg schlägt! Vre KoMUrWon vor,,soweit! M möglich lokale- SeWstverwalturrg! eiMchichren. Die ResoKtionen beschäftigen sich wsitors mit den! MnovMen 4m Mchen Qckent, ganz besonders 'in der Dürkei! und den NWhcmrmedanilfchen MNo-vitäten in den christlichen Ländern unid dev Behebung gewisser Ueb>elstäudc, wie Aus- Weßifimgen, Berwoijgerung dev Embürgernng und dergleichen. Hn Schidrffe hebt der Dövichterstattiev ganz besonders den!<8ieG der Vvrfthmmg und den guten WikVIen hervor, s der es dev Kommission gestattet habe, diese R-cholirtionen leinstimmig anz «nehmen, und weist darauf hin, daß, falls auch der BMerbund diese BeWüfse annitnmt, ein großer FmHchM ist 'der Lösung des MnoMäten- Proiblemes uud znv Medecherstellung des Friedens und der - BrüdevüichDeit gemacht würde. Die BeMüste der Kommiisslion wurden sodann en bloc einstiumlig angenomnen. \\'t Unter dem Schutz der SrouMmpser. Die Regiewng am Katholikentage. Die 'chrisMchsvziÄen Mtglreder der RsgiemW werden sich mrter Führung des BmvdeskainMs Dr. S-e i p e l -vollzWlig vn den VewnstaltMrgen des vom 29. J-uni bis 1. Juli statHvndenden allgemeMen österreichischen Katholikentages, nameM-ich an dem den MMuß 'bildenden großert Festzuge, beteiligen. TZen Schutz dieses Feftzuges hat die F-routkLmpfervereinigu-ng übernommen, die hierzu mit ihren gesamten Formationen ausvücken wird. Auch einige taufend Tiroler Sä«.ndsch>ützen sollen lomtnen. Ungam. vngam »nd die keine kntente. Prag, 27. Jum. „Ceste DenM" meldet, daß die u ugarische,Regierung in den nächsten Tagen eine rnossjzielle Delegation nach Prag entsenden werde, die sich informieren soll, unter welchen Umstanden eine Annäherung Ungarns an die kleine Entente erfolgen Knute. ' Die Juden Wen enteignet werden. Budapest, 37. , Juni. (Tel. d. ,Mr. WlvrgLMitung".) In der heuMni Sitzung der MtionMechWtMkmg hielt Abgeordneter Andreas v. Zilinskh, Mitglied dev Regierungspartei und Cheftedakteuv des EpwachenideMattes ekle 'Hetzrede gegen bfce, Juden. ZWuskh, der den imgarffchen Bauernfuhrer Achim durch RevolderWüsse ermordet hat, bemmmt W Heute als.Voäämipfer der Bodenreform und Vertreter der kleinen Agrarier. In seiner heutigen PalaweMrede forderte er die Be-s ch l-a g nah m e d e r, j ü d isch o-n G r u udbes i tz e und dereu Uebergabe a« die Bauerrr. Im weiteren Verlaufe der Sitzung kam. es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen den Abgeordneten Hufzar..' und Ularn. Abg. Kiß hatte in einer JutevpellatjKN bemängelt, daß Huszar Vizepräsident der Nationalversammlung und zugleich Präsident einer ungarisch-amerikanischen Bank sei, die ausschl-ieWch fremden Zielen diem und von Mitgliedern einer FreinHUvevloge und Inden gegriindet. worden sei. Abg. Huszar erklärte deingcgenüber, er wisse, von wem die Angriffe des Abgeordneten Kiß angeregt worden seien, und machte hierbei Slnspieluugen auf den Abg. U lain, der es ihm rrachtrage, ldaß er ihm seinerzeit als Ministerpräsident in einem Movdprozeß gegen einen seiner Mmsterkollegen keine Unterstützn.ng gewährt habe. Abg. Ulain. behauptete/ Huszar habe von ihm mit der Begründung Daten verlangt, daß er der Tätigkeit dieses „S churken" em Ende setzen wollet Unter großer Unruhe ivurde die Sitzung geschlossen. Ein BslntakonWkt. Budapest, 27. Juni. Die französische Gesandtschaft hat in den letzten Tagen die Ausstellung von Paß Visa für ungarische Staatsbürger eingestellt und erst heute wieder ausgenommerr. Der Grund tvar, wie „Magyar Hirlap" erfährt, daß die Dev i s e n z e n t r a l e die Uillwechsinttg eines von der frantzösischen Gesandtschaft eingereichten größeren Betrages von ungarischen Kronen in franzöfffche Franken erst bi'mven einer Frist von 14 Tagen in Aussicht stellte, wodurch die Gesandtschaft infolge, des Sinkens der ungarischen Krone einen Kurs Verlust erlitten hätte. Da inzwischen Finanzmimster Kallay das Ansuchen der französischen Gesandtschaftgünstig .-erledigt hat, wurde heute die Ausstellung von Paßvisa wieder aufgenommen. Ae Mdapesier UrafltvsrschwSrmig. -^P-triöÜfche'TPre«gwrttel. ' . Budapest, 27. Juni. (Tel. d. ,Wr. Morgenzeitung".) Wie die Polizei veHcheri, sind die Erhebungen über den Putschversuch der Kovacs-Loute bereits abgeschlossen, doch werden weitere Ginzelheiten verschwiegen. Es wird offiziös behauptet, daß eine zumeist aus jungen und verwegenen Leuten i^stehende Gruppe Anstalten traf, die Regiorung Bethlen zu stürze«. Sie leugnen allerdings, daß sie das Ekrasit zu GÄwalttaten uM zur Ausführung des Putsches verwenden wMen, und behaupten, die große Menge Sprengmittel 'wäre für einen patriotische n Zweck bestinmrt geivesen. Die Polizei hat genaue Daten über die Provenierrz dieses Sprengmittels und stellte fest, daß eine gewisie-Mtznge hievvorr fehlte Die verhafteten Putschisten wollten bisher keine Aufklärung geben, wo sich das fehlende Quantum befindet und ob-es nicht zu verbrecherischen Zwecken Vorivendet worden ist. - „Pesti Hivlap" berichtet, die Polizei habe festgestellt, daß die Brüder Kovacs eine aus 32 Mtgliedevn bestehende Gesellschaft organisiert hätten, die die Aufgabe hatte, die Regierung Bethlen zu stürzen und die Diktatur zu proklamieren. Zu diesem Bchufe trachteten sie, die A r m e e, die A emter und diejenigen Vereinigungen für sich zu geivinnen, hinter denen eine große Masse steht. Bei den Zusanrmenkünften der Gesellschaft seien aktive Politiker nicht zugegen gewesen.' Nach dem „Pesti Naplo" hätte die Polizei festgestellt, daß die Vorgefundene Ekrasitmenge noch aus -der Zeit des Westungarischen Aufstandes stamnre. Die Brüder Kovacs sowie die Mitglieder ihrer Bande hätten nach ihrer Rückkchr aus Westungarn Mrffen und Sprengstoffe nicht abgeliefert, sondern versteckt gehaltcn. Sie begründeten dieses Verhalten damit, daß sie sich nicht verdächtig machen. Budapest, 37. Juni. (Tel. b. „Wr. Morgenzeitung".) Die polizeiliche Untersuchung in der AavgÄegenheit der Putschisten und der Wrasitfunde ist an einem toten Punkt angelangt. Die gestern abends.verhafteten 22 Mitglieder des Vereines der Erwachenden Ungarn sind heute freigelassen worden, mit Ansnahme des Veroinsfekretärs M a r f f y, in dessen Wohnung die Polizei me h r e r e K.r l o g r am w C k r af i t'' gefurrden hätte. Mer auch Wa rfsy und die sich bereits in Präverrtivhast befindenden Brüder K o v a c s, Oberleutnant B e ck e r und die übrigen Verhafteten webderr offenbar über Weisung einer höheren Stelle nicht an die Staatsanwaltschaft ausgekiefert. Die Zmgen, die vor drei Tagen bei der Polizei ein* vernommen worden sind und damals schwer belastende Aussagen gemacht haben, wurden heute neuerlich vorgeladen. Diesmal erklärten sie aber, daß. sie sich, „auf mchts erinnern . können". Die Blätter bemerken zu dieser eigentümlichen Wendung, daß offenbar jemand die Zeugen in ihren Wohnungen besucht und ihnen gedroht HÄ, ihre früheren Anssagen in diesem Sinne zu andern., vmf Aeodor AMyany. Budapest, 27. Juni. Der gewesene Minister der Karolyi-Regierung Graf Theodor Batthyany hat hente der Natiomldersammlung eine Petition unterbreitet, worin er verlangt, daß er auf Grund des Gesetzes betreffend die MmifterberantworÜichkeit unter Anklage gestellt werde. Er begründet seinen Schritt damit, daßdie Nationalversammlung die Auslieferu'ng ' des Markgrafen Pallavicini, gegen den er eine Verlerundungsklage angestrengt hohe/"mit der Begründung abgelehnt habe, daß die vonr Markgrafen Pallavicini'' erhobenen Beschuldigungen, wonach Graf Batchyany an der O k loh e r r e v o lu t i o n teilgenommen, mehrfachen Eidbruch begangen und durch seine Teilnahme an dem Belgrader WaMnstillstandsvertrag UiMM seinen Feinden ausgeliefert habe/ richtig seien. Er verlange daher, - vor das -kompetente Gericht gestellt zu. -werden. Achecho-SWM. Liimszenen im Parlnment. Prag, 27. Juni. (Del. der „Wr. MorgenFÄtung".) Nach einer Panse von sechs . Wochen ist heute das Mgeovdnsten. Hans wieder zusammengetreien. Als der PrÄstdent nach Erösstnng der Sitzung eErte, daß er vor Eingchen in die Tagesordnung den neuen tschechischen natioMlWschen Abgeordneten .das Gelöbnis abnchmen werde, echoben die Kommunisten 'einen großen Lärm und verließen das' Haus. Auch Mischen dem' Mhrer der sWwMschen Volkspaivtei upid den tschechischen Sozi-ailisten kommt es zu eir.em heftigen Zusammenstoß. Während nach der Beeidigung. der twueh Wgeordneten opplaudievt wird und die Slotvatijche Vollspartei Zwischemüfe macht, ruft ein tschechischer Nationalsozialist dem FWer der Slowakischen Bolkspa-rtei,' Abg. Hlink-a, zu: „Halt 's Maul'." Dieser'Zurüf'ercheM^einen' Stnr-m der Entrüstung bei den flowMschrn VoWsparteiüern, die der Reihe noch in heftige Dispute mit den NÄ-ivnolfotzialifteo gelangen. Die Slowaken schlugen mit den Fäusten auf die PEe und richteten gegw die Nationalschiaivfften heftige Zmnfe. In dem herrschenden Lärm bleibt auch die Gelöbnisabna^ne des Wtz., Stentzh des Nachfolgers BiaeraNs, unverständlich. Erst nach.einiger Zeit trat" wickder RM ein. - Im einer mmnÄteWar darauf stattgefumdmen zwei-' ten Sitzung wurde eine Reihe von Gefetzesvorlagcn den Ausschüssen überwiese«, darunter ein Gesetz des Mwistevi-MNs für öffemMche Fürsorge, durch das ein Nachtragsikrchit von 220 MMonen Kronen für die Zwecke der Arbeitslchettsürsorige beansprucht wird, ferner ein Gesetz über die Genehmigung eines Kredites von 80 Millionen Kronen für die Zwecke, der iHsenÄ-ichen GkemmtarverficheruNg. Rumiinisch-tschechische GreMeguliermg. Prag, 27. Junr. Nach dem „Ceske Denmk" beruhet die Gerüchte, daß Rnmäni en vM der Tfchecho-Slowaker eine GrentzveMrevurvg in Karpathoxußland, und. zwar rm GebwteHvn Marmaxos-Sziget, verlangt auf Richtigkeit. . Rumänien. Me Wdifche Schulftage. Bukarest, 24'. Juni. (I. C.- B.) Nachdem * ein Ministerialerlaß jüdischen Kindern ' den Besuch von« Schulen, die von anderen' Minderheitsnationerr unterhalten werden, verboten hat, ist die Gründung-von jüdischen Sch u le n eine dringende Notwendigkeit geworden. Der Erlaß betrifft nur die Schulen der angeschloffenen GMete, in denen die Unterrichtssprache nicht rumänisch ist. Der Untervichtsmmrster hat dieser Tage einer-bei ihm erschienenen Deputation, in der auch die' jüdische Lehrerschaft Altrumanjens.. vertreten war, erklärt, daß,der Gründung von jüdischen Schulen nichts rm Wege fteht und daß auf eine Unterstützung derselbe^' durch die Regierung gerechnet kann. Der. Minister versprach , auch, dafür zu sorgen, daß der jüdischen Lehrerschaft Altruwämens Gelegenheit geboten.'wird, Rumänisch uw» Hebräisch zu lernen. Nach dem neuen Unterrichtsplan soll auch ein Lehrstuhl für hebräische Spr ache cm der philosophischen Fakultät in Bukarest errichtet werden. I!., Taborstraße 46 Telephon 47-1 *70 En gros En dntai RegenmSnfteo * > K 12S.000 E9 p.elnenwaren, Waschwaren, y Stoffe, Wäsche — sehr bllQlg H n M 2749