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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-28 · Heft 1571 (28.6.1923) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1571 (28.6.1923)
Date
1923-06-28
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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EM S Wien, DorMrsWg Sie HedsKassZderativnund die arabische Presse. (voch^ unserem Jerusalemer Korrespondenten) . . ' 'Jerusalem, 19. Jmn. r > In Jaffa hat sich soeben die sechste . Konferenz der nwihcEräaüffch-christlichen Vereinigung verscmnnelt, Um zu den letzten poetischen Ereignissen Stellung zu nchmen. (Die Beschlüsse dieser Versanmttung sind seither von der ,Meiner Movgenzeitung" nntgetellt -Worten. — Die Red.) Ausdiesem Anlässe sind Ln der arabischen Presse eine Anzahl von Artikeln erschienen, welche klar die Verwirrung zeigen, welche durch den Vertrag Englands mit dem König von Hedschas in die Reihen der Araber getragen worden ist. Die Arüber außerhalb Palästinas scheinen mit -dem Vertrag im selben Maße zufrieden zu sein, in welchem die palästinensischen Araber erbittert sind oder sich erbittert stellen. Die ägyptische Zeitung „Al MokatLM, warnt den Kongreß, von. den Engländern- Unmögliches zu verlangen. Die Konferenz müßte sich damit begnügen, in Palästina, eine gewählte nationale Regierung zu verlangen. Damit würde die Tür für den Ausguß an die arabisch^ Föderation geöffnet fein. Keineswegs aber Hirse man erwarten, daß eines Tages ein englischer Minister aufstehe nnd die Rucknahme der Balfour-Dekkaralion verkünde. Das würde der Tradition der englischen Politik durchaus widersprechen. So wie die Araber, von England verlangen, daß es die -während des Krieges gegebenen Verpflichtungen erfülle, so verlangen auch die Juden, daß England die Zusagen enthalte, die von den Regieren-, ge« der ganzen Welt MtgezeichireL worden sind. Die' Araber Palästinas müßten sich an das Sprichwort halten: Willst du eine A-Mvort bekommen, dann verlange nur das Mögliche. Ganz andere Tone werden in der arabischen Presse Palästinas angeschlagen. Die christlich-arabische Presse, wie zum Beispiel-,Al Aharam", greifen den «nglisch-aräbischen Vertrag heftig an und eMären, sie wünschten nicht eine. Encheit, in-, welcher ,^ie Beduinen aus dem Hedschas" die Herrscher sein sollen. Interessant sind die Ausführungen, mit denen die Haifaer Zeitung „Karmel" die Veröffentlichung des Vertragstextes begleitet: „Ter zweite Paragraph des Vertrages", schreibt das arabische Blatt, „nimmt Palästina aus dem Rahmen der arabischen Föderation aus ui# läßt ihm die Möglichkeit für einen ökonomischen Anschluß. Der zweite Teil des Paragraphen verpflichtet den König Hussein, die Balfour-ErNLrrr»- an.zuerkenneirurch dem König von Eugland ber ihrer BerimÄlichung zu Helfen. Der fünfte Paragraph läßt verstehen, daß das Lcmd des Königs Hussein unter englisches Protektorat gestM wachen ist? ' . . „Wir wollen", fährt das Blast fort, ,Mchts gegen «ine. PELik der Verständigung mit England sagen. Wir haben diese Politik immer unterstützt. Wer die Verständigung darf nur auf Grundlage der beiderseitigen Rechte erfolgen. Ter gegenwärtige Vertrag gibt nun wohl dem König Hussein die Möglichkeit, sich des englischen EmMsies und t»er englischen Unterstützung gegen Jbn Saud, den König der Waha öiten, zu bedienen. Britannien wiederum mochte seiner alten Verpflichtungen gegenüber dm Arabern ledig werden, um die BaLfour-Deklaration zu verwirklichen. Aber gerade diese WlitA verpflichtet die Araber Palästinas, weitsichtig zu fern und große Opfer zu bringen, um mit England zu einer Verständigung zu gelangen. Die englische Regierung hat den großen EchH gehübt, PaWstina zu isolieren. wurde Palästina die movastsche Hilfe der übrigen Araber genommen. Englaich hat unseren Widerstand gegen die gesetzgebende Versammlung-benützt, um feine Stellung in Palästina zu stärken und vielleicht äirs Palästina eine englische Kronkolonie zu machen. Die Araber Palästinas haben viele Jahre ununterbrochen gekämpft und die Früchte dieses Kampfes ernten auf der einen Seite König Hussein, auf der anderen Seite die englische Regierung. Palästina selbst aber besuchet sich wie zwischen zwei Mühlsteinen..." Sir Samuel in London. London, 26. Jmn. (Reuter.) Der. Oberkommissär für Palästina Sir H e r b e r -t S a m u e l hatte mit dem K olonienminister eine Besprechung, deren Gegenstand die Weigerung der Araber bildete, an dem Beirat für Palästina mitzuarbeiten. Sesterreich. Finanz- und Budsetausschuß. Der Abbau bei den Privatbahnen. Die Fusion der Aktiengesellschaften. In der gestrigen Sitzung -des Finanz- und Budgetausschusses wurde die Vorlage über den Personalabbau bei den Privatbahnen angenommen. Abg. Dr. Gürtler referierte hierauf über die weitere Ergänzung des Steuer-- und Gebüh«nbeArffstgungsMetzes vom Jahre 1922 (F u sion sb eg-ü nsti gungsgesetz). Er erklärte, daß die Vorlage von eminenter volkswirtschaftlicher Bedeutung sei, durch die Fusion von Aktiengesellschaften werden diese unter Umständen von dem Leihkapital weniger abhängig sein als ' die Einzelgestllschaften. Im Interesse der Konkurrenzfichigikeit der Industrie und der produzierenden Stände sei erwünscht, daß die Produktion vom LÄPapAalmöglichst .kündigte schließlich einen Anttag ans EinschafttM eines neuen Artikels au„ der für die VeMmgutlg von ExwevbS-' und Wir'- -? "L'h von Genosienschaftenk ' ) .28i 1933 Ae kleine kntente und Bulgarien. Fngoflawien anerkennt zankow. Prag, 27. Juni. (Tel. d. ,/Wr. MovgerHeitung".)? „Ees-ke Slovo" . dechentidrt Äe Nachvicht über «De U neinigkeit dev Staaten det Aeisten'Eüftvte beziWch bet; Sbellungnahnde gegenüber der neuen bulga risch en Regierung. DiesÄ Problem werde innerhalb der näch sten Tage geregelt -werden. Das' Blatt teilt weiter mit, daß die bulgarischen Gerichtsbehörden sich > an die ttschecho-flowakvsche Regierung wegen der Auslieferung O.bo w s, der über Rumänien nach Prag geflohen ist, und Dr. Daskalows, des ehemaligen Gesandten der StaMbuliiski-Regierung in Prag, wenden -werden. „Narodm Lisch" teilen mit, daß der jugoslawische Ministerrat beschlossen habe, die Regierung Zankow auch de jure a n z u e r k e n n e n und sofort davon Sofia verständigt habe. Die Konferenz in Sirraia. Belgrad, 27. Juni. (Tel. d. ,Mr. Movgenzeitung".) Auf der Mitte Juki in Sinäia stattfiudeniden Konferenz der Außenminister der'Staaten der kleinen Entente werden die Ereignisse in Bulgarien und der bevorstehende Wschluß des Friedens zwischen der Türkeiund den Verbündeten -besprochen werden. Auch werden gelegentlich dieser Zusammenkunft die Vertreter -der kleinen Entente auch andere wichtige Fragen der europäischen Politik, insbesondere aber die Frage der Vertretung der kleinen Entente im Völkerbundrat, behandeln. Die Staaten der kleinen Entente verlangen mit Rücksicht «Mrs ihre Sonderintevessest und auf die SoNdevintzereffe» MdlenS eine eigene Vertretung im BMerbu-ud^ 'rät und werden dccher bei der ZusammerMnst in' Gimeia einverstandlich ihren Kandidaten -bestimmen. Auchsoll die - Frage der künsttgen Haltung der kleinen Cntente gegenüber Sowjetrußland zur Beratung gelangen. Das polnisch-rumänische Bündnis. Warschau, 26. Juni. (Tel. d. ,Mr. Morgenzeitung".) Bei dem im Belvedereschloß veranstalteten Bankett hat' Präsident, W o j e r e ch o w s k i aus den K ö ni g v o n Rumänien einen Toast ausgebmcht, in dem er hevvorhÄb, daß das Polen mit Rumänien vereinigende Band sich nicht allein auf die Freundschaft der beiden Verbündeten Nationen, sondern auch auf die innige'Gemeinschaft ihrer Bestrebungen und Interessen stütze, die alle Meinungsverschiedenheiten ausschließen und beiden Staaten den Weg zur Verwirklichung des gemeinsamen Ideals äveisen. Das polnisch-rumänische Bündnis schaffe die dauernde Grundlage der aus die Erhaltung des Fadens abzielenden Zusammenarbeit. König % e r dina n d erwiderte daraus: Unser Bündnis entspricht der großen und mächtigen Notlvendigkeit Europas, den Frieden zu festigen und .den Wiederaufbau im Sinne der Freiheit und Zivilisation zu evmöglichen. Das schwierige Werk erheischt der S i ch er heit, zu deren Kräftigung im hohen Maße die Knndgebmrg unseres Bündnifles bettvägt. . ' rmt beschränkter Haftung dieselben Begünstigungen wie für Miengssllfchaften Vorsicht. Die Verhandlung wurde sodaM abgebrochen. Nächste Sitzüng heute vormittags. tzrgebnislose 8esprech««gen der Regier>ng mit den Beamten. GeftevN nachmittags wurden unter dem Vorsitz des Bundeskanzlers Und im Beffein des Finanzminlsters die Verhandlungen mit dem BechaMungsÄmitee der Bundesangestellten wieder ausgenommen. Nach mchrstündiger Besprechung wurde die Beratung, die bisher zu keinem befriüügenden Ergebnis führte, abgebrvchen. Sie wird demnächst ihre Fortsttzung firchen. Ver gnstand der Bnndesdahnen. Noch keine Beschlaßsasiimz Wr William Acwotths. Me der amtlichen Nachrichtenstelle von zuständiger Seite MÄgeteilt wiÄ, sirÄ sÄnkliche von SLr WMam M c o,ic 4 ni^ in der letzten Zeit über angeRich eNdMstge Schüußfolgerungen, 'die er bereits aus seiner Enquete über ben> Zustand der österreichischen Bundesbahnen gezogen habe, veröfferMicht wurden, als verfrüht zu bewachten. Ser Streit um das Krematorium. Der Minffterrat hat in der vergangenen Woche be- Moffen, -wogen der MÄecholung des BoMuffeS des Wiener Gsmerndevates betreffend "den Betrieb des Krone a t o r i u m s -neuerlich den B e r f a ff ungSgerichtShof aWirufen. Die Klage wurde b«re.its einget e i ch t. Die Bundesregierung steht auf dom Standpunkte, daß es augeMicklich nicht auf dk Frage der Einstellung oder des Wektevbetriebes des Krvmatoriunrs selbst ankowmt, sondern vielmehr auf die,-2abotierung der - verfasfungSgesetzlichen Rechte der BuUdeswgieruny". Die Megferung betont, daß, „wenn sie diese Klage nicht überreichen würde, sie sich der Versäumung einer ihrer ersten Pflichten schuldig Machen würde, nämlich dev Aufgabe, die Einhaltung der Bundesverfassung Überall und jederzeit dürchzusetzen". Die Klage verlangt, der Verfaffungsgevichts- . Hof'wolle ausfpvechen, „daß der BuM zur Guassung Per in Fvage stehenden Verfügung kompetent war und daß daher nicht der Beschluß des Gemeinderates, sondern die V e r f ü g u n g des B ü r g^e r m e i st e r s a l s L a n d eshau Pt mann es zu Recht bestehe und zu vollziehen sei". Wiener Landtag. Die gestrige Sitzung des Wetter Landtages gestaltete sich a u ß e r o r d e n t l i ch b e w e g t. Auf der Tagesovd- Mlng staM das Lehrer die « st g e s e tz und^ die L e hrevtzienstpragmatik. Die Opposition kritisierte in der schärfften Weise die Vorlagen, in welchen sie keinen Schutz Kr die Lehrerschaft, sondern eine willkürliche Be- :hanhLlng seitens der Schulverwaltung erblickt. Die Gesetze seien einseitig aufgobaut und parteiisch zugeschnitten. Diese Kritik löste bei der Mehrheit heftigen Widerspruch aus und als der Referent Stadtvat Speise r in seiner Erwiderung ans die D r a n g s a l i e r u nge.n der Lehrer unter der ch r i stl i chso z ial e n Her rschaft hiuwies, während heute der Lehrer als Mensch behandelt werde, kam es wiederholt zu stürmischen Szenen. Schließlich wurden die Vorlagen mit einigen Abänderungen angenommen. Nachdem diese Sitzung erst in vorgerückter Nachtstunde geschlossen werden konnte, -war die darauffolgende Sitzung des Gemeinderates . um von kurzer Dauer. Auf der Täge'sopdMNg standen, neuerliche Anträge auf Gen-^migung.der- Milliardenkredit-e, - .-über^die wir bereits berichteten. Ferner wurde die Ervich- \ tung' einer st ä d t i s ch e.n B ä ck e^r e i zur Versorgung der lvr-wanit-ir-r'-r -Anstal-mdc.sch'lossen, 'ebon-'o. t/r der öfsentlichen Schülerausspeisung, wosiir ein Zuschußkredit von 2,788.000 K. 'bewilligt wurde. Schließlich wurde ein Antrag auf Ausstellung einer Hafterklärung der Gemeinde Men an das MMdesministerrum für Finanzen zur Erlangung eines der Gemeinde Men für die. Lagerhäuser der Stadt Wien bei dem Zollobevamt einzuräumenden Zollkredits im Betrage von viereinhalb Milliarde n K r o n e n gegen.Einzlehung der bisherigen, auf den Betrag von 600.000 K. lautenden.HosterklaMng genehmigt. Weiterer Mikgaug der Arbeitrlofiakeit. Rach den jüngsten Berichten der AvbeitslosenÄmter'' untz Industriellen BezirkSkonmnssümen hat die ArbeitSloMett auch in den lchten AZochen weiter abgenomm-en. «Und zwar ist die Zahl der zum Bezug der iUnterstützung berechtigten ArboitAosen gesunken.in Wim (GeEindegehiet) seit Ende Mar von 95LW auf 61.70t, in Medevösteweich von 19.$31 juf 1ZM0, -in. Oberösterosich von 9583 auf 787S,- , chr- SteneMark von 10.860 auf 9687, in Kärnten vm MS. auf.651. Die Berichte von SÄKmg und Buvgenlcmd schien. In Tirol und Bovarlberg, wo der Stand der Arbeitslosigkeit schon Ende Mai sehr Niedrig war, ist kein« weseMiche Veränderung eingetreten. Die Gesamtzahl der nnierstützten Avbektslosen dürfte bereits weniger als M.006 betragen. Sie Mouarchiftenhetze gegen die Achecho- Slowaler. Prag, 87. Juni. „Geste Slovo" beschäftigt sich mit den ordinären Beschimpfungen, denen di« Person des Präsidenten der Republik durch die Wiener Mo narchistLnpresse, vor allem durch das Blatt der Herren Schager, Wense, Hussarek und Wieswer, -ie ,/Oestierreichischen Nachrichten", durch die ,Maaiswe-hr"- und andere WmkeMäüer -der Mtzner Reaktion ausgesetzt ist. Man weiß — schreibt das Blatt — wer hinter diesem Treiben steht, man kennt die Gesellschaft jener strafloaivdigm Exzellenzen, die Schager, Huffarek, Wiesner und Wense, die in jedem anderen Falle nach der. Katastrophe von den empörten Muffen vor einen Staatsgerichtshos zittert und der gerechten Strafe überwiesen worden wären. Diese' -b ö s a % trg e, im Po lenke Ge s el I s-chaf t Ware alleMngs zu völligem Schweigen. veMr-teilt, wenn hinter ihr nicht Leute ständen, Wener Großkapitalisten, Pankherren, Finanziers, Industrielle, die das reaktionäre Treiben materiell fu-n-diieren und die Hetze gegen die Dschecho-Slowakei finanzieren. Man kennt auch diese Leute. Mele von ihnen haben sogar Interessen in der Tschecho-SlMvM, sie gehen in Prag aus und ein, kriechen m den Prager Mnffteritzn hemm und wissen sich sogar den Zutritt zum Präsidenten zu beschaffen, den sie -dann in Wen ans ge- , meinste Art beschimpfen lassen. Ein Teil dieser Hetzblätter wird in einer Offizin her- , gestellt, die der regierenden Partei gehört und inderen Verwaltungsrat der B u u d e s k a n z l e r sitzt. Es ist n-ot- ' weirdig, diese Zusammenhänge anfzudecken und Lekanntz-nmachen, woher die vergifteten Pfeile konrmen. Verhinderte MomrchistenverbMermlg. Der BnudeÄNlmster für Handel und BeÄchr Doktor Schürf hat Mt Entschließung -vom 25. d. -die Abhaltung des von -der ,österreichischen Staatspavtei" für den 29. d/ im Augarten Projektierten Bürcvnisfestes mit der Parte) der „Schwarz-gelten Legitimiste^ untersagt und dies damit begründ^, daß er einen Garten, der Besrtz der Republik fft, nicht für monarchistische Pro« Pag a n d a zur Verf-ügung stellen könne. Kuno H o y n i gg will die Abhaltung dieses Festes an: 8. Juli in einenr au- . deren Garten auch g eäcn de n .W i l l en der Behördev sBeaagyiwMiiifiww^

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