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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-23 · Heft 1566 (23.6.1923) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1566 (23.6.1923)
Date
1923-06-23
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Gerte 4 ÜNsn, bamRvtz Wiener Morgenzeiknnü. 23. Ju-m 1923 Skr. tOT n T’\ lt! fei fi! tf;t Ae „geschichtliche Aufgabe" der Krwacheade«. Budapest, 22. Juni. (Tel. der ,Mr. Mvrgenzertung".) Mas neue Exekutivkomitee der Erwachenden Mlgharen, bestehend Ms Hejjas, Pronay, Dr. Hegedüs, Doktor Herkely und Dr. Sarmezeh erließ heute einen Aufruf an die Erwachenden, m dem es unter anderem heißt: ,Mr haben unsere Arbeit, deren GndzieL und leitender Gedanke das -wirksame Einschalten des Vereins in alle WiederaufbvuarVeiten der Nation ist, begonnen. Wir enachten es als unsere geschichtliche Aufgabe, den Verein der Erwachenden Magyaren auf die Grundlage des August 1A.9 zuückKuführen. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns!" Sie Absichten der Prüschiftea. Budapest, 22. Juni. (Tel. der Wr. Morgenzeitnntz".) Die Verschwörung der Terroristengruppe der Brüder K ov a c s gibt der Polizei Anlaß, immer neue Tatsachen der OeffenÄichkeit nntzuterlen. Diese Erwachenden -haben einen Plan ausgeavbertet, gleichzeittg utit einem -politischen Putsch auch einen Ueberfall Ms das Vermögen der Banken und Juweliere durchzuführen. Die Zahl der Mitglieder dieser Bande scheint eine ziemlich große zu sein, denn die Polizei hat heute weitere 15 Komplizen verhaftet, so daß die Zahl der Eingelieferten bereits 26 beträgt. Nuumchr gilt es auch schon für ganz sicher, daß die Brüder Kovacs das Attentat gegen das Elisabethstädter Kasino angestiftet haben. Die damals explodierten Bomben waren mit Ekrasit gefüllt und die Durchsuchung der Wohnung der Brüder Kovacs förderte nicht -weniger als 18 Kilogramm Ekrasit zutage. Mitteilungen aus dem Publikum. V i -Pessl I. Kärntnerstrasse 28 Führendes Haus in der Frisurenmode Reichhaltiges Lager moderner Haarbehelfe in allen Nuancen Verlangen Sie illustrierten Katalog! 1024 einer Stadt", „Erst Sanddüne — dann Kolonie", ,Mom bis zur Siedlung", „Sic man das Felftnimeyr ibetzwang^ „Alte Zeit — neue Zeit", „Brot wächst aus StMen", mm andere mchr zeigen überaus anschaulich, was jüdische Arbeit und Mischer Opfermut dorn Boden Palästinas oibgevungey haben. Aus Uebvrsichtstabelleu, in welchen durch Zeichnungen die Entwicklung der BautätiWit, der finanziellen LeifünngLm der Anpflanzungen, des Verkehrswesens nnd der Zunahme de, Juden versinubiMicht sind, erfährt man das Wachstum des Landes. Der ersr-eulichen Bautätigkeit und der Zunahme au Pflanzungen steht leider einiges gegenüber, das jeder, der diese Schrift sieht, zu energischester Werbetätigkeit anfachen muß. Das.geringe Wachstum des PMstina-Grundfonds und des Jüdischen Nationaffonds und der erschreAich langsam anwach, sende Nationalbesitz an Grund und Boden. Eine Karte, eingehenden Studiums wert, gibt Auskunft über die Produkte des jüdischen Palästina, und recht einprägsam ist davgestellt, daß die Bolksdichte gegenwärtig 30, pro Quadvat'kilometer beträgt, während sie auf 1600 anfteigen könnte. Die österreichische Keren Hajessod-Komimiffion wird die treffliche Schrift allen Keren Hajessod-Komitees Österreichs sowie allen Keren Hajessod-Referenten zusenden. Süd- und Hülsenfrüchte H., Karmelitermarkt 656 Milch und Wein uw -ssa II., Leopoldsgasse 31 Rundschau. DieBertretung der eagüschea Zudenheit gegen de» Rnmerns rlaafas. Ein Memorandum <m den Bölkerbund. Aus London wird uns geschrieben: Die letzte Sitzung des Board of De Parti es behandelte einen Antrag, der dem Präsidenten Mr. Henriquez das Mißtrauen des Board wegen seines .-diktatorischen Vorgehens" ausjipricht. Bei Annahme dieses Antrages drohte eine Krise im Präsidium des Board auszubrechen. Mit 95 gegen 34 Stimmen wurde jedoch der Antrag verworfen. Der Board behandelte ferner die-Frpge der Verfolgung der jüdischen Religion in Rußland. Dr. Da ich es stellte den Antoag, daß öffentlich gegen diese Verfolgungen protestiert werde. Mr. Jacobs erklärte, daß dieser Weg sehr gefährlich, sei, weil er den russischen Juden nur Schaden bringen Wnnte. Es sei richtig, daß die Juden leiden, aber sie litten mit allen anderen Nationalitäten und Religionen zusammen. Wenn die Sowjetregierung ihre Macht verlieren würde, dann drohen den russischen Juden viel schwerere Verfolgungen. Die Leiden, die die Juden m den von Rußland abgetvennten Ländern zu erdulden haben, zeigen, daß di« Verantwortung nicht auf die Sowjets aKgswätzt werden darf. Der Board of Deputies beschloß em Memorandum an den Völkerbund zu richten, in welchem strengste Verwahrung gegen die Illegalität der Numerus elausus-Bewegung iy den Ländern, die dem Vertrag über den Schutz der Minoritäten heigetreten sind, erhoben wird. Ne belgische Kabinettskrise. Brüssel, 32. Juni. Dhsunis Hirt heute feir.e pÄÄischen Besuche abgeschloffen. Wahrscheinlich wird er sich erst Mockag oder Dienstag zum König begeben. Es veÄcwtet, daß der König der Herabsetzung der Icknoucvtitzeu MMardkuschsrt auf 12 Monate MgestimnÄ hat, um die Gmitzrmg zwischen den Katholiken und den Liberalen zu ermöglichen. Re Spfer von Seaua. Eine nachdenkliche Zusammenstellung finden wir in der „B. Z. am Mittag". Bon den Teilnehmern der Konferenz von Genua sind inzwischen nicht weniger als fünf eines gewaltsamen Todes gestorben. Ermordet wurden Walter R a t h e n a u, Narutowicz, "der russische Gesandte Worowski, hingerichtet der griechische Ministerpräsident Gunaris und auf der Flucht erschossen der bulgarische Ministerpräsident S t a mb u l i i s k i. An Ueberfall der Mchabk. Jerusalem, 21. Juni. (Reuter.) Das Blatt „Falastin" berichtet, daß 9000 Muhabi-Krieger Cartet el Milh überrumpelt und die Besatzung niedergemacht haben. Die Regie rung habe den Stamm der Beni Sachar aufgefordert, die Muhabi anAujgvöiifem. Die Bem Sachar hätten sich jedoch' ge weigert, dies zu tun, wenn die Regierung sie nicht unterstütze. Lagesberi Schwächere Vulkantätigkeit. Wie aus Catania gemeldet wird, ent-senden die Krater zwar noch immer Lavaströme, doch scheint die Eruptionstäügkeit s chwächer zu werden. Ein zeitweiliger Stillstand der Ausbrüche ist w a h r s ch e i n l i ch. Die nreistm Lavaströme sind in den Tälern zum Stillstand gekommen. Nur der Lavastrom, welcher L i n g n a g l o ss a bedrohte, aber dicht vor der Stadt in ein Seitental abbog, zieht sich im Tale weiter hin. Ein neuer Arm, der in der Richtung auf Palla Melata abgezwcigt ist, läuft gegen L a v a r i n o. Die letzten Nachrichten ans Catania (3 Uhr nachmittags) bestätigen, daß die Tätigkeit des -Aetna weiterhin äbni-mm-t. Der Hügel des Monte Santo -schützt noch immer Äiuguagl-assa vor dem Lavastrmn. Der Schade wird auf 70 Millionen geschätzt. Vernichtet sind die Meiler Carazza, Catena und Cero. Re Aetriebskofte» »ach bem Mietengesehe. Um zu vermeiden, daß nicht, wie früher, Selbstverständlichkeiten, wie die Kosten der Stiegen- und Gangbeleuchtung oder der Rauchsangkehrung erst in einem zeitraubenden Verfahren festgestellt werden müssen, hat das. Mietengeseh bestimmt, daß nur solche Zahlungen, die es ausdrücklich aufzählt, den Mietern als Betriebskosten aufgerechnet werden können und daß die Hauseigentümer verpflichtet sind, den Metern Einblick in die Rechnungen zu gewähren. Als Betrieb 'S ko st en dürfen nur ausgerechnet werden: a) die Wasser- und Kanalisierungsgebühren; b) die Kosten für Rauchsangkehrung, Kanalräumung und Unratabfuhr; c) die Ausladen für eine entsprechende Beleuchtung' des Vorhauses, des Ganges und der Stiegen, erforderlichenfalls auch des Hofraumes und des Durchganges zu einem Hinterhause; d) die Kosten der angemessenen Feuer- und Haftpflichtversicherung; e) sonstige Aufwendungen für das Haus, deren Höhe durch Gesetz oder Verfügung des Bundes, des Landes Mr der Gemeinde bestimmt ist, insbesondere eine derart festgesetzte Entlohnung des Hausbesorgers. Betriebskosten sind nicht zu zahlen, wenn der Hauseigentümer unterläßt, den Metern ihre Höhe wenigstens drei Tage vor dem Ersten unter Vorlage der Rechnungen nachzuweisen. Auch der Hauseigentümer hat den auf seine Wohnung entfallenden Anteil an den Betriebskosten zu zahlen . Der Bezug einer Mindestwassermenge ist abgab e f r e i. Die Leihgebühr für den Wassermesser zählt n i ch t zu den Betriebskosten. 6i»e neueProblMndaschrist für den Palllftina- Anfbausonds. Die Bilanz des Kdren Hajessod. Die Alb-teilung für Zentraleuropa des Keren Hajessod hat soeben ein wirksames und mstr-MivM Werdeschriftchen herausgegeben, welches in Wort.und Bild, in typischen Zeichnungen ' und Tabellen sehr eindrucksvoll das Wachsen und die EntwicklungsmögslichSeiten des jüdischen Palästina zeigt. Eine Serie von Lichtbildern, unter -den bezeichnenden Titeln: ,/Das Werden x Das größte Sägewerk der Welt abgebrannt. Wie aus StoLlwlm -berichtet wird, ist das größte Sägewerk der Welt iu Kästet in der Nähe von Gefle gestern nachts durch eine Feuersbrunst vernichtet worden. Der Schade wird auf drei Millionen schwediische Kronen geschätzt. Das Sägewerk gehört der Korsnäs-A.°G. * Hebräische Woche in Amerika. In der -Zeit von: 37. Mai bis 3. Juni hat die „Histadruch Jbrith" in New-Bork und allen übrigen amerikanischen Städten mit jüdischer Bevölkerung eine hebräische Woche abgehalten. Diese beOveckte, durch Massenmeetings, Versammlungen. künstle-rische Baraustallungen und dergleichen das Interesse für die hebräische Sprache unter! den Juden Amerikas zu verstärken, Mitglieder f>ür die Histadruch zu werben amd sür die von di-essr Organliscttion verffo>lgten Zwecke der heibräischen Erziehung die Nötigen Mitteln durch Saminbung a-wftNbringen. Erfreulich ist die Tatsache, daß sich aus allen Schichten der Wischen BevAikernug in Amerika und auch von seiten aller Parteien sMhaiftes Interesse für dies« Aktion tnudgÄb. Der moralische und materielle ErifM der Aktion war überaus gü n st i g. Sie wurde oan 3. Juni in allen größeren Städten, wie New-Poirk, Philadobphia. Boston, Pittsburg. Newark, Atlantic City u. a. mit dem sogenannten .Hebräischen Tag", wo große Massenmeetings und Veranstaltungen staittsander:. und die Sanunlungen in großMiger Weise durchgesüihrt wurden, beschlossen. * Die reichsten Männer der Welt. Die „New York Times" hat die zehn reichsten Männer der Welt ermittelt und zählt sie nebst ihrem Vermögen auf wie folgt: Henry Ford, der Automobilbauer, 650 Mill. Dollar, John D. Rockeseller 500, der Herzog von .Westminster 160, Sir BaM Zaharoff, Hugo stmnes, Percy Rockeseller, Baron H. Misui, Baron K. Jwasaki, I. B. Duke und George F. Baker je 100 Mill., der Gaoklwar von Barodi 165 und T. B. Walker 100 bis 300 Mill. Daß John D. Rockefeller an zweiter Stelle kommt, ist eine Ueberraschung, denn bisher hat mm immer geglaubt, er habe ein ^roheres Vermögen als die drei oder vier der größten Millionäre zusammengenommen. * Zionistische Sektion Zwischenbrücken. Dienstag der: 26. d. im Trinmphkino, 20. Bez., Lehstraße 81, Palästüta-Lichtbildervortrag mit Herrn Dr. Weisel aus Jerusalem, anschließend jüdisches Drama in sechs Akren und Lustspiel. Jüdische Begleitmusik. * Jüdische Volksschule, 20. Bezi-rk. Denisgasse Nr. 33, Einschreibungen in die erste Klasse uud in beschränktenc Ausmaße in die höheren Klassen können nur mehr bis inklusive 29. Juni, täglich von 12 bis 1 Uhr und außerdem Sonntag von 9 bis 12 Ubr, Montag und Dienstag von 2 bis 4 Uhr nachmittags in der Schulkanzlei entgegengenommen werden. * Das Jüdische Reformrealghmnasium in Brünn. Zwischen dem 27. d. und 1. Juli findet am Jüdischen Reformrealgymnasium in Brünn zum ersten Male die Einschreibung in alle vier Klassen der Untermittelschule statt. Infolge des großen Interesses, das sich in der Slowakei kmrdtut, hat der Verein Jüdische Schule für Mahren sich mit den kompetenten Kreisen in Verbindung gesetzt, um den daran interessierten Ellern streng rituelle Kosthäuser zu verschaffen. In diesen, sowie in allen anderen Anaelegenheiten gibt die Direktion der Anstalt, Brünn, Stadthof 2, bereitwilligst Auskunft. Anläßlich der Eröffnung der vierten Klaffe gibt das Jüdische Reformrealgymnasium Heuer einen Jahresbericht aus. Tie Anstalt beteiligt sich auch bereits an der Ausstellung der Mittelschulen in der tschecho-slowakischen Republik, die während des Sommers in Prag stattstnden wird. * Die Telephommmmern der Handelskammer. Sämtliche Abteilungen der Handelskammer sind unter der neuen Einschaltenummer 73.500 Serie zu erreichen. * Das Wetter. Während sich in Wim anscheinend eine Besserung des Wetters vorbereitet, wird Ms verschiedenen Gegenden eine Verschlechterung gemeldet. So heißt es ans Bozen, daß es in Südtirol Winter geworden ist. In der Nacht ist Neujschnee gefallen und untertags herrscht kühle Temperatur. Der Rosengarten und der Schlern repräsentieren sich im Winterkleide. Die Wendeltvand ist bis zur Hälfte herunter, der Ritten, fast bis Signal mit Schnee bedeckt. Das Wetter bedeutet sur die Kulturen eine böse Katastrophe. Der Wein ist zu einem Großteil noch -in M-üte und durch die Kalte wird der Verlauf der Blüte zurückgehalten und durch den fortgesetzten Regen geschädigt. Der amtliche Weibevbevicht besagt, daß die Bessevlvn« des WMrrs weitere FortsaMw ^gemacht hat. In Oesterreich ist heute kein Niederschlag gefallen. Die Temperatur stand mittags stellenweise über 18 Grad. (Graz 20 Grad). In den westlichen Alpenländern blieb es den ganzen Tag trüb. In Wien war es bei leichter, hoher Bewölkung vorwiegend sonnig. In der Dschecho-Slowakei und in Pblen ist es noch kalt und regnerisch. Aus Dmtschland fehlen noch dre Mittagsmeldungen. Voraussage: Vortviegend herber, etwas, wärmer. M „ZWISCHEN ABEND UND MORGEN“ Int. tfaiii 1 im Prater imPzatex otyiintei! der RrieB^lelmrMIto und Ml!lö*en Outemiei» Tanzkränschen // Kortendeilkorso // Volksbelustigung*!! vom Berliner Luna-Park H Araber- und Negertrupp« D

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