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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-21 · Heft 1564 (21.6.1923) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1564 (21.6.1923)
Date
1923-06-21
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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'Trr'<n ’Y ÄV';■■'•' vw -?s>.?•<'■ Sde. 1664 Wien, Donnerstag Wiener Morgenzeitung. 21. Juni 1923 Seite 7 Volkswirt. Gestempelte Krone --- 0.007872 Centimes. Ausjilhlung Wien -- 0.0078 V- Centimes. In Zürich notierte die österreichische Krone . . 0.00781/* (0.0078 */a am 19. Juni) tt« österr. gestempelte Krone 0.00781/* ( 0.0078V, am 19. Juni) dto tschechische Krone . . . 16.72 (16.71 am 19. Juni) die Mark ........ 0.0046 ( 0.0040 am 19. Juni) Holland. 218.50 (218.65 am 19. Juni) New-Iork. 556.62 (556.75 am 19. Juni) London.. . 25.72 ( 25.73 am 19. Juni) Paris ........ 84.70 ( 94.75 an: 19. Juni) Mailand. 25.80 ( 26.25 am 19. Juni) Belgrad .. 6.80 ( 6.25 am 19. Juni) Bukarest ...... .V 2.70 ( 2.75 am 19. Juni) Sofia.. . 7.25 ( 7.20 am 19. Juni) Budapest ....... 0.06V« ( 0.07 am 19. Juni) Warschrm.. . 0.0040 ( 0.0040 am 19. Juni) Set internationale Balntenmarv. Btffmmg der Reichsmark. — Weiterer Kurssturz der Ungarkrone. — Die Devise Warschau stabil. Me deutsche Mar! lift in ein neues Entwicklungsstadium getreten. Die AMMguug ernster Maßnahmen gegen die Devifeufpebulation, die Erwägung der Einführung siner De« vist-ngentrale, die ernste Sprache der fosialdemokratischm Presse und endlich di« ParlMrentavdsche Untersuchu-wg haben in Berlin die Spskulation aber auch die seriösen Kauifmantrskntift zu größeren Balutaadgaben veranlaßt, welche es bewirkten, daß sämEche Valuten erheIMche KurSeiübußen anfwieisen. So senkten sich der Dollar von 147.630 auf 123.690, das englische Pfund von 643.867 auf 608.467, der franzöfifche Franken von 8927.80 auf 76Ö5J50 und selbst die österreichische Kwne von 218.46 auf 171.66. Gleichseitig ist auch auf den internationalen Märkten «ine entschieden« Bessemng der Mark festzustellen. Di« fortgesetzten Abgaben der Franzoisen, welche die im Ruhrrevier gesammelten Marinoten auf den Markt werfen, haben aufge- Yört. Andererseits wird aus Now-Yovk ein entschiedenes Interesse für die Reichsmark gemeldet. Es wird der Ansicht Ausdruck veMehen, daß die Amerikaner sich der Erwartung ans eine baldige Regelung der Röparationsfrage hingegen und infolgedessen für die Mark fest sind. Alle diese Umstande . bestvirkten, daß auch in Zürich die Devise Berlin von 0.0040 auf 0.0046 stieg. Die Devise Warschau blich unverändert und notiert Oj0O4Q. Ausfallen muß aber die neuerliche Senkung der Devise Budapest von 0.7 auf 0.626. Der Sturz wird mit Nachrichten ln Verbindung gchracht, daß ein neuerliches Kreditansuchen eines ungarischen Funktionärs in der Schweiz abschlägig befchieden wurde. Im gestrigen Wiener Maring ist das Steigen der Reichsmark von 0.44 auf 0.4950 bemerkenswert. Ebenso ist die PolemnarS von 0.40 auf 0.61 gestiegen. Nachstehend die offiziellen Notierungen: Kurs von 19. Jnai £ Qeld Ware Geld Ware 2781V.- 27910,- 27810.— 27910.- 804.— 8C6,— 807,- 809.- 804.- 806.- 807.- 809.- 0.5G5 0.545*) 0.455 0.495 3704.- 3710.— 3684,- 3696.- 7.65 7.75 7.70 7.80 345.- 347,- 349.- 351.- 11585,- 11615.- 11585,- 11615,- 12685,- 12715.- 12545.- 12575.- 3 32730Ö— 5‘/j 10335_ 6 3206— 4 70985— 5 4374— 5 2125— 7V, 934— 41/, 18630— 6 0,57 3 12740,— _ . . 328100— 10365,- 10335- 10365— 3214.- 3211— 71135.- 70985— 4386,- 4369— 2131.- 2127— 936.- 929— 18670.- 18630— 0.61 0.46 12770.- 12745— 3219. 71135— 4381 — 2133.- 931— 18670.- 0.80 12775.- eiearingkarse der Österreichischen Nationalbank vom 20. Juni 1928. Devisen (Schecks und Auszahlungen) Amsterdam f. l holl. Oulden . Agram 1 iug. Kronen .... Belgrad 1 Dinar .. Berlin 1 deutsche Reichsmark . Brüssel 1 belgische Francs . . Budapest 1 ungarische Kronen . Bukarest 1 Lei.; , Chrlstlanla 1 norweg. Kronen . Kopenhagen 1 dänische Kronor . London f Pfund Sterling , . . Madrid I Pesetas ...... Mailand 1 Lire New York 1 Dollar...... Paris 1 Francs ....... Prag 1 tschecho-slow. Kronen , Sofia 1 Lewa . Stockholm 1 schwedischeKronor . Warschau 1 polnische Mark . . Zürich l schweizerische Francs . Noten Amerika«. Noten v. 5 Dollar anfw „ . » . m kleinere . . Belgische Noten 100 Francs . Bulgarische Noten zu 1000 Leva " » » » » kleinere, . Dänische Noten 100 Kroner . Deutsche Noten zu 1000 Mark. * » 5 .100 , . „ » v, ‘ „ kleinere. . . Engl. Noten von 5 Livrest. aufw , ». kleinere .... Prnnzvsischo Noten 100 Francs Holländische Noten 100 Gulden Italienische Noten v. 100 Lire aufw , » kleinere . . Jogosl, Noten ungest. zu 1000 Dlna » » » » 100 , , „ , kleinere . Norwegische Noten 100 Kroner Polnische Noten v. 500 Mark aufw . , kleinere. . . Rumänische Noten zulOOOu.500Le » „ kleinere . . Russ. Noten (Roman.) zu 500 Rübe » » p 100 « » n „ kleinere. Schwedische Noten 100 Kronor Schweizerische Noten 100 Francs Spanische Noten 100 Pesetas . Tschecho-slow. Not. v.lQOOaufw » „ kleinere Ungar, Noten (neue Gm.) zu lOOOKr , «zu 10.000 Kr. . . , » kleinere ... *) Aus Auslandsabgaben nichts übernommen. 70650.- 70950.- 7C650— 70950— 70550.- 70850.- 70550_ 70850— 3645.- 3675.- 3625.— 3655— 913.- 917.— 908— 912— 89Ü- 897!— 838!- 892!- 12540. — 12700.— 12410— 12470.- 0.495 0.575 0,44 0.52 325600.- 3266ool— 325800— 3268W.- 325400.- 326400,- 325600— 326600— 4315.- 4345— 4310— 4340— 27660.- 27860— 27660— 27860— 3172.50 3187.50 3177.50 3192.50 3152.50 3167.50 3157.50 3172.50 794.- 798— 796— 800— 78k- 790— 786— 790'— 11450.- 11510_ 11450— 11510— 0.51 0.59 0.40 0.48 0.47 0.55 0.35 0.43 355.- 357.- 361— 363— 335.- 337— 341— 343— 18420*— 18560— 1842Ö!- 18500— 12645.— 12705— 12650— 12710— 10210.— 10270— 10210— 10270— 2108.- 2118— 2110— 2120— 2103.- 2113— 2105— 2115_ 6.90 7,10 6,90 7.10 IS IS öS IS Große Preissteigerungen in Deutschland. Berlin, 20. Juni. Infolge des neuen Mavksturzes hat sich das Nivegu der Großhandelspreise nach den Berechnungen des Statistischen Reichsamtes vom 12.S99fachen des BorlkviegsstaudeS am 6. Juni auf das 17.4S8fache (um 41^ Prozent) am 16. Juni gehoben. Von den Hauptgruppen find im gleichen Zeiträume die Lebensmittel vom 8806fad;cit auf das 1L.7>88fache (um 45^ Protzent^ die Jndustriestolffo vom 19.106sachen auf das 26.266fache (um 37,7 Prozent)^die Jnlandwaven vom 10.999fachen auf das 14.769fache (um 34,4 Prozent) und die Einfuhrwaren vom 19.417fachen auf das 91.181fache (um 66,8 Prozent) gestiegen. Schaffung einer polnischen Devisenzentrale. Wie aus Warschau telegraphiert wird, hat die Regierung im Sejm einen Gesetzentwurf über die Zentralisierung des Devisenhandvls eingebracht. Mit Ausschluß aller anderen Banken (auch der in Polnisch-Oberschlesien) wird nur die polnische LandeAdarlehenskasse berechtigt sein, den Handel mit ausländischen Zahlungsmitteln zu betreiben; der Vorrat an ausländischen Valuten, der in der DarlehensSasse angehäuft wird, dürste es diesem Institut ermöglichen, in einer dem Staatsinteresse zweckdienlichen Weise zu intervenieren. Ungarns Saniernngsversnche. Budapest, 26. Juni. Wie die Blätter melden, erKärte Ministerpräsident Graf Bethlan in einer Konferenz der Einheitspartei, in der von seiten eines Mitgliedes der Wunsch ausgedrückt wurde, die Einsuhr zu drosseln, der Import sei bereits auf ein Minimum beschränkt und geringer als im Vorjahre. Um die Passivität der Handelsbilanz wenigstens teilweise wettzmnachen, wolle die Regierung die Ausiftchrgebühren stufenweise abbauen und auf diese Weise den Uebergang zum freien Verkehr vorbereiten. Sie Mllerrdorfer Werle. Di« Erfolge eines arischen Geschäftes der Regieamg. Bekanntlich hat das Handelsministerium in der Frage der Ausnützung der Wöllersdorser Werke bisher den Karren vollkommen verfahren. Seit m-chr als einem halben Jahr stehen die Werke still. Die Hauptaktionärin, die Allgemeine Elekleizitätsgcsellschast in Berlin, soll aus dem Unternehmen ausscheiden und an ihre Stelle eine andere Gruppe treten. Es fehlte nicht an verschiedenen seriösen Anboten in der letzten Zeit. Haudelsministcr Schür ff wollte ab^er unbedingt nur mit einer rein arischen Firma das Geschäft machen.'Und so wurde in der Vorwoche, wie bereits gemeldet, zwischen der Regierung und der PochwM-Mder-Gruppe -ein Vorvertrag über die Vergebung der Wöllersdorser Werke abgeschlossen. In einem offiziellen Communigue hieß es, daß diese Gruppe eine deutsche Gruppe sei. Nun fallt es auf, daß Herr Pochwadt in Berlin ganz unbekannt ist. Das ,-Berliner Tageblatt", das über diesen Abschluß meldete, behauptet, Herr Pochwadt sei ein Oesterreicher. Dies stimmt bestimmt nicht. Denn hier ist er ebenfalls unbekannt. So viel steht fest, daß Herr Pochwadt in wirtschaftlichen Kreisen Deutschlands vollkommen unbekannt ist..' Hingegen soll er - vielmehr gewissen häkenkreuzlevischen Pavteien nahestchen, zu denen er auf dem Wege über das deutsche Zentrum gelangt sein soll. Auf alle Fälle dürfte dies vielleicht einer der wichtigsten und ausschlaggebensten Ursachen gewesen sein, weswegen der deutschnationale Minister Schürff gerade dieser Gruppe bte' Wöllersdorfer Werke, die gewaltige Milli-ardenwerte repräsentieren, verschaffen wollte. Es scheint aber der Handelsminister Schürff, in seinem Willen, unbedingt nur mit Ariern zu tun zu halben, dabei vergessen zu haben, daß für den Abschluß eines Gchchäftes nicht nur treuteutsche Gesinnung, sondern auch Geschäftserfahrung und bedeutende finanzielle Mittel notwendig sind. Herr Pochwadt erklärte wohl, er hätte 100.600 Pfund zur Verfügung und hat mittlerlreile auch 10.000 Pfund als Kaution hinterlegt. Wenn aber bedacht wird, daß, um die Werke zu nbernchmen und an die Stelle der Hauptakt-ionärin, der A. E. G., zu treten, zirka 37 Milliarden Kronen und noch weitere 10 Milliarden Kronen zur Inbetriebsetzung des Werkes notwendig sind, so kann leicht ersehen werden, daß die Summe von 100.000 Pfund viel zu gering ist. Diese repräsentieren doch erst 30 Milliarden, aliso nicht einmal so viel als zur Auszahlung der A. E. G. notwendig wäre. Nun albor stehen tatsächlich erst 10.000 Pfund zur Verfügung. Das sind nicht mchr als 3 Milliarden, nicht einmal der f>ünszchnt-e Teil der benötigten Summen. Vielleicht wäre noch ein Auslangen zu finden, wenn tatsächlich neben den erlegt-en 10.000 Pfund die übrigen 90.000 Pfund zweifellos zur WersÄgung stchen würden. Es scheint aber dies nicht der Fall zu sein. Diese 90.000 Pfund waren wohl von der Pochwadt-Gvuppe in Aussicht gestellt, sie scheinen aber momentan nicht zur Verfügung zu stchen. Die A; E. G. hat nämlich in den' Verhandlungen verlangt, man möge entweder dm ganzen Betrag auszahlen oder wenigstens entsprechende Garantien leisten. Nun stellt sich heraus, daß diese Garantien nicht geleistet werden können. Die Verhandlungen zwischen der Pochwadt-Gruppe und der A. E. G, sind mittlerweile ergchuisiws verlbaufm. Statt daß diese Gruppe mit der A. E. G. vechandvln sollte, verhandelte sie mit der Regierung, die hier auch wicht viel tun kann. Schon vor einigen Tagen wußte ein Blatt zu melden, daß die Gegensätze unüberbrückbar seien. Es scheint dies Wirklich der Fall zu sein. ES hat den Anschein, als ob die Pochwadt-Gruppe die notwendigen Mittel überhaupt nicht aufbringen kann.' Der Handelsminister Schürff weiß auch keinen Ausweg und scheint in eine Sackgasse geraten zu sein. Das ist die Folge, wenn eine Regierung statt bei der Lösung von Mrtschaftsprolbbemm sich von wirtschafMchen Motiven leiten zu lassm, sich nur von rei'n arischen Motive« leiten läßt. Me scheint hiev einm Mißgriff gemacht zu haben, wie er nur Men vorkommt. Das ist der berühmte arische Geschäftsabschluß des Lsterveichffchen Ha«- delsministers. Dr» Schür f f. * » Der Verband der Oesterreichischen GlaHabrikanten versendet folgende Mitteilung: Gegenüber den i« den letzte» Tagm im Zusammenhang mit der.Umgestvltu-ng der Wöllersdovfer^ Werke - veröffentlichten Nachrichten stellt der Verband i der österreichischen Glas'fabrikanten hierinit feist, daß die im Fabrik-ationsprogramm vorgeschenen Glaswaren in Ocherreich bereits in einem den Inlandsbedarf vielfach übersteigenden Ausmaß erzeugt werden und Ocherreich schon jetzt in diesen Artikeln vom Bezug ans dem Auslände unalbhängig ist. Derzeit steht sogar wegen Absatzmangel ein großer Teil der österreichischen Glasfabriken still. Aufhebung der Devisenbewirtschaftung. Das Wiener kaufmännische Gremium versendet folg. Rundschreiben: Gerade jetzt, wo die ungarische 5trone, die polnische Mark, die deutsche Reichsmark sowie die Devisen der Balkanstaaten große Schwankungen aufweisen, ist die Aufrechterhaltung der Devisenbewirtschaftung ein uneinbringlicher Schaden für die Kaufmannschaft. Geschäfte nach diesen Staaten sind nur zu tätigen, wenn die Devisenkurse sofort, wie es nur im freien Verkehr möglich ist, festgestellt werden können. Muß man dagegen ein bis zwei Tage auf die Abwicklung des Devisenverkehres warten, so sind die meisten Geschäfte derzeit, wegen der großen Risikos überhaupt unmöglich. Die den Kaufleuten durch die Devisenbewirtschaftung erwachsenen Speisen belaufen sich auf vielfach eineinhalb bis zwei Prozent, eine Belastung, die bei den knappen Kalkulationsmöglichkeiten ebenfalls viele Geschäfte verhindert. Das Gremium der Wiener Kaufmannschaft hat aus diesem Grunde beim Bundesminister Dr. Schürff vorgesprochen und ihn um seine Intervention zwecks Aufhebung der Devisenbewirtschaftung ersucht. Das Gremium der Wiener Kaufmannschaft hat hierbei darauf hingewiesen, daß Bundeskanzler Seipel bereits «seinerzeit zugesagt hatte, die Devisenbewirtschaftung mit dem Jns-Lebentreten der National bank aufzuheben, ein. Versprechens das bis heute unerfüllt geblieben ist. Bundesminister Schürff versprach, dieser Angelegenheit sein Augenmerk zvzuwenden und die Wünsche der Kaufmannschaft zu unterstützen. Die gestrige Stimmung in Finanzkreisen. Im Verkehre von Bureau zu Bureau war die Haltung für Effekten nach wie vor fest. Für Hofherr-Aktien, Daimler, Siemens, Krupp, Waffen und A. E. G.' Union sind wesentlich höhere Kurse genannt worden. Bankwerte waren im Kurie , wenig verändert. .Nur wiitrhött ufiotTmiR? reoc deaeurt. Die belgisch-österreichischen Mrtschastsbezichungen. Aus Brüssel, 20. d., wird gemeldet: Der belgische Gesandte in Wien Raymond Le Ghait veröffentlicht in ,/La Metropole" eine Darstellung über die gegenwärtigen österveichi-schhelgischen Ha-ndelsbezichungM, in der er unter anderen ausführt Die VevkehrsschwierigkeÄ>en, welche die Richrbesetziing hervoxgerufen hat, erschweren augenblicklich die Handelsbeziehungen zwischen- Belgien -und Oesterreich. Trotzdem bereiten die beiden Regierungen. einen Handelsvertrag vor, der den Warenumsatz der beiden Länder sthr erleichtern wird. Die erzielte Stabilität der Krone hat eine neue Entwicklung der Industrie hervorgerusen, -die, sich den Bedürfnissen der verschiedenen MN geschaffenen Staaten Mitteleuropas anpaßt. Die - kürzlich in Wien gewesenen Belgier haben erkannt, daß Oesterreich das Hauptzentrum des Handels von Mittel- und Osteuropa geblieben ist. In, Wien werden die wichtigstem Geschäfte abgeschlossen. Die großen Banken und die großen Wiener Firmen bieten für den Abschluß von Geschäften Garantien, die man anderswo vergMich suchen würde. Ihre langjährige Erfahrung, die Mannigfaltigkeit der Jnt-eressen macht ihre Teilhaberschaft ebenso nützlich als vorteilhaft für uns. Es 'ist schwierig, in wenigen Worten die Vorteile, die unsere Industriellen und Kaufleute aus eimr gründlicheren Kenntnis dieses Maries ziehen könnten, darzacke gen. Ich kann aber versichern, daß sie eine rege Tätigkeit und eine dem Abschluß von Geschäften sehr günstige allgemeine Lage finden werden. Das Schicksal der Coburg-Werke. Aus Preßburg wird uns gemeldet: Gestern vormittags fand hier die ordentliche Generalversammlung der Coburg-Werke statt. Aus der vorgelegten Bilanz geht hervor, daß von der Gesamtsumme von 60 Millionen tschechische Kronen die Verluste für die Jahre 1921 und 1922 den Betrag von 40 Millionen tschechische Kronen verschlungen hoben In der Generalversammlung wurde vorgeschlagen, das Aktienkapital in der Höhe von 62 Millionen tschechische Kronen im Sinne des Ministeralerlasses auf 10 Millionen tschechische Kronen abzustempeln. Da aber in der Generalversammlung im Sinne der Statuten nicht eine genügende Anzahl von Aktionären vertreten war, würde beschlossen, für den 30. Juni nach Preßburg eine außerordentliche Generalversammlmrg eruzuberufen, um zu diesen Vorschlägen der Direktion Stellung zu nehmen. Von 160.000 Aktten waren 41.000 Aktien angemeldet. Anwesend waren 6 Aktionäre mit 35.000 Aktien, die 1413 Stimen repräsentierten. Die Ausgleichstagfahrt in Angelegenheit der Coburg-Werke findet heute ber dem Preßburger Gerichtshof statt. Die neuen großen Mühlen in Hwisa. Die in der Nähe des Bahnhofes von Haifa neu errichteten Mühlenaebäude gehören zu den größten und schönsten Gebäuden Haifas. Für die Belieferung mit Weizen ans den Kolonien und Dörfern Palästinas sind alle Vorbereitungen getroffen, ebenso für die Beschaffung eines Marktes für das hier produzierte Mehl. Man kann jetzt noch kaum die großen UmwälFUngen überfcheu, die diefe MWe für die Farmer zur Folge haben wird. Zweifelsohne wird sie dieschwere Lage der Kolonisten verbessern, die unter dem Mangel eines Marktes und unter der Konkurrenz der guten importierten Mehle leiden. Die Kleinrentner. Am 17. d.. 3 Mr uachmWa>gs. fand in der VoMslhalle des Raichcvuises die von der ,Wr. Movgenzeüung angeikündigte N^ssenvwsanmÄung >de>r SchutzaWivir.' Mr Kronenwerte statt. Die Volkshalle war derart überfüllt, daß Tanieude, von Kleinrentnern Dirnen Eintritt mehr finden komueu. Man schätzt die- Zahl der VersammLümsteMn-chmer auf nmÄestens 30.000. Den Vorsitz in deir VersamMung Mhvte Baur^ Ing. Alex. Kern. Es sprachen,unter storkkem Beifall der Dersammluug die Herren Rsgjievuwgsvcrt Brhchta und Rechtsanwalt Dr. Zalman, worauf folgende Refolluti-on angsnommen wurde: Die vertimmnelten Opfer der Gelldentwertnug erheben neuerlich feierlichen Protest gegen die infollge der' NoienvermchMNg bewiMe Enteignung ihres Besitzes. Sie verlangen dvmgeüd, daß noch vor den Wahlen der von Rechtsanw<M Dr. ZMnan im Auftvage der Schutzaktion für Krouenwerte ausgeavbeitete Entwurf sir.es Gesetzes über die gleichmätzige Verteilung der Schäden der GciDentwevkmg und über die Beischlleunigun'g des Wedermüfbaues unseres -Vaterlandes im Parlament beraten und in seinen waseuMckien Teilen zum Beschluß erihoben wird. Die Mitglieder der Schutzaktion für Kronenwevte lchnen tctbc chariitiatlive Lösung der Frage ab. sie

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