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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-21 · Heft 1564 (21.6.1923) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1564 (21.6.1923)
Date
1923-06-21
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Sette 8 Wien, Donnerstag verlmiiKen keine Wnünidei», keine Almosen, sondern ihr q u t e s Recht. Sollten die nraMebeuIdeu Fckftorett das an den Kleinrentnern Veviikbte schwere Unrecht nicht sosovt loiclvsr aulniachen. so werden ne ml Verein nril anderen wirisschttttichnt. 5lorporatlionen »kn den W «a ih!l t,a m i) f einarei >f« n, damit solche BoWSvardreter , HÄvcWt ivorden, di« sich nicht nnr vor den Wcchlen nur die WoiWalhvt derijiswiiaen kümmiern. die sie ins Pattanvent enüsenldot haben. Nach Schluß der Versamml-nnh Mflett die Ver.smnimLu>nMei!ln-chm>er in Viererre'iihen vor Dem Parlanvenit vorbei. In den: Zn«e wivriden Ta.Un miit den fol- .qenden Jnffchvifteit gstnagen: „1914—LAS. Das Vaterland in Gefahr, zeichnet Kttegsamlleiilhen." „1923. Jetzt HM uns, wir dsrhu-rqern." Wrse für landwirtschaftliche Produtte. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) , Die Ernte in Oesterreich «findet nach wie vor eine sehr günstige Deurterlnng, dagegen hat der in der Tschecho-Slowakei seit Tagen andauernde Rogen dort einige Besorgnisse und zu einer Befestigung an der Börse geführt. Auf ' deni Wiener Platze liegen Brotfrüchte unter dem Eindrücke des schlechten Mehlabfatzes weiter sehr ruhig. Für das neue Produkt regt sich bereits Interesse «uUd konntetr auch Abschlüsse verzeichnt werden. Das Lokogeschäft in Gerste «ist weiter 'belanglos, trotzdem aus dar Slowakei «etwas frenndlicheve Berichte vorliegon. Die Lager in Mais sind knapp. so «daß gerne höhere Preise zu- -gestandem werden, zumal Neubezüge zu den hier in'Geltung stehenden Preisen kaum zur Durchsuhmng gelangen können. Die Tendenz in Hafer hat keine Aendevlmg erfahren, das «Angebot erweist sich als unzureichend, so daß vollst behauptete Pwise «in Geltung stehen. Pflaumen und Lekwar finden rrur bei sehr nachgebenden Preisen Unterkunft. Dasselbe ist in Oelknchen, Trebern und Malqkermen der ftatt, nachdem sich der Verbrauch «mit billigerem Grünfutter. versorgt. Durch die Ermähbgung der Ausflchotaxen auf ö Kilogramm Weizen pro 190 Kilogramm Mehl seitens der «ungarischen Regierung. erwartet man eine weitere Senkung der M>.hlpveise. da in Ungarn «noch große Vorräte lagern. Hier ist das Geschäft sehr uratt, die Kveite Hand beherrscht den Markt und akzeptiert gerne Umtergebote. ES notieren pro Kilogramm ab Wien (exklusive der Passchaüvaremnnsatzstever): Weizen inländischer 365.0 K., Roggen inländischer 2625 bis 2725 K., Gerste inländische 2500 bis X 2690 K., tschecho-flowakische 2700 bis 2900 K. (1.20 bis 1.30 tschech. K.) ab Marchegg, Futtergerste 2200 bis 2300 K., Mais 2600 bis 2700 K., Cinquantin 3300 bis 3400 K., Hafer 2800 bis 2900 K., Reis italienischer 7800 bis 8000 K., Burma 5300 bis 5400 K., Siam 7600 K., Bruchreis 4200 bis 4300 K., Buchweizen 3050 bis 3100 K., Hirse 2750 bis 2850 K., Hirsebrein 4800 bis 5300 K., Mohn inländischer 14.800 bis 15.200 K.. ungarischer 14.500 bis 16.000 K., Weißbohnen ungarische 3800 bis 4100 K., Kocherbsen ungarische 3000 bis 4000 K., Großlinsen rumänische oder russische 14.000 bis 12.000 K., Kartoffeln inländische 420 bis 550 K., tschecho-flowakische 370 bis 420 K., Zwiebeln 2902 bis 3000 K., Rollgerste fein 4400 bis 4600 K., mittel 4100 bis 4300 K.. grob 3500 bis 3700 K., Weizenstärke 9000 bis 9500 K., Malz rumänisches 4300 bis 4400 K., Malzkeime 1900 bis 2000 K., Biertrebem 1500 bis 1600 K., Wicke 2800 bis 3100 K., Hanffaat 5300 bis 5800 K., Leinsaat 4200 bis 4500 K., Preßheu österreichisches 1850 bis 1900 K., Rittstroh 1000 bis 1100 K., Schaubstroh 1200 bis 1350 K. ab Station, Preßheu ungarisches 1100 bis 1200 K. und Sttoh 850 bis 960 K. ckb Grenze, Weizengrieß inländischer 650V bis 6600 K., Weizenmehl Null« inländische^ 6000 K., ungarisches' 5400 bis 5600 K. (2.45 bis 2.50 tschech. K.), Brotmehl inländisches la 4700 K., Noggenmehl inländisches ln 4300 K., Weizenkleie inländische 1350 K., ausländische 1300 K., Roggenkleie 1350 K. Wiener Holzbörse. Mgeackericht der „Wiener Morgenzeitung".) An der gestrigen Holzbörse war das Ausgebot sowohl als ruch die Nachftage schwach und mit Ausnahme eines DeckungskanfeS wurde kein Abschluß bekannt. Das Platzgeschaft erfuhr keine wesentliche Derändernng, die holzverarbeitende Industrie nahm einige Mengen Hartholz aus dem Markte, Weichholz dagegen stagniert zur Gänze. Das Exportgeschäft nach England, Holland, Italien und überseeischen Staaten bot ein etwas günstigeres Bild, Frankreich tritt als Käufer nur zu gedrückten Preisen auf, und Deutschland kommt zurzeit nicht in Bettacht, da dort Ware billiger erhältlich ist. Wiener Morgenzeitung._ A 1> g e s ch l o f J e n w u r d e. von N adelhol z- S'ch n'i t t in a t e r tat 13 Millimeter-Bretter 10 bis 32 Zenti-« meter zu 600.000 K. ab niederösterreichischer Station. A u s g e b o t .c n lü tt r d e. n von Nadelholz- S ch'n i t t m a t e r i a l Bauware 20 Millimeter aufwärts zu 450.000 K. Wien, Mädries und Bastittas 4 bis 7 Meter 30»/, Zw. L. zu. 185 (Geld), 195 (Ware) ftanz..Franken ftanko Waggon! Basel ttansit, ChevenouS 6X8 4—7 mit 36»/, Zw. L. zu '180 bis 190 ftanz. Franken ab Basel ttansit, 24 Millimeter 4—5—6 Meter 15 Zentimeter aufwärts 21—22 zu 150 bis 160 franz. Franken ab Basel ttansit, Vlootdeelen 24X26.5 und 24.29 vorwiegend 4.50 lang zu 35 bis 37 holl. Gulden e!k oder ftanko Waggon Rotterdam, Lärche-Pfosten 80—102—20 beschnitten zu 880.000 K. Wien, von Laubholz-Rundholz Buche 30 Zentimeter aufwärts zu 250.000 K. ab niederösterreichischer Station, Linde von 25 Zentimeter aufwärts zu 460.000 K. ab Marchegg, von Laubholz-Schni t t material Linde zu 1,000.000 K. ab niederösterreichisHer Station, Brennholz Buche trockett Scheiter zu 3,600.060 K. Wien, Siebenbürger trocken Scheiter zu 3,650.000 Wien, weich trocken zu 3,360.000 K.. Wien, Erlenscheiter weich ttocken zu 2,800.000 K. ab Marchegg. Prager Börse. Prag, 20. Juni. Di« Boris« stand heut« unter den: Einfluß von Realisationen in den bisher bevonMien Wertendes Industrisaktien>maE«s. Von A«MtrakiepaPlt«ren waren die Aktien , Des Konk-evns vor Medoröftervcichtichen EAbmiPteiaelellschaft stürmisch gesucht. MaischltnenWbttks-, Eisen-, Kohlen-- uttd Elek- Iroüverte stellten sich hei lebhaftem Eieschäist etwas höher. Brauerei-. Zucker«, chemische. Textil- und PaipierifahMsattien lagen hrhanhtet. EssenIkabnalLiien enfrenten sich renror Kauflust. Heimische Bankwevt« besserten sich etwas, wogegen Wiener Bankwerte unter Reallisierwnigen M bilden hatten. Auf dem Ariagema-M war die Tendenz fest, besonders für Staatspapiere. Für StadtaNlethen wtt-rbe erifölplos GÄd gäegt. Ans dem Exotenmarkt war das Geschäft bei trachgeiberÄen' Kursen ruhig. Die Schlnßtendenz war behaniptot. S chlußkurse: Türk. Eisenbahn-Anleihe 400 Franken —, Böhm. Unionbank 383, Böhm. ESkomptebank 387.—, Böhm. Zndustrialbank 440.—, Zivnostenska Banka 369.—, Anglobank 152.—, Oesterr. Kredit 134.— Wiener Unionbank 133.50, Wiener Bankverein 97.—, Buschtiehrader Eisenbahn Lit. A 490.—, Lit. B 195.—, Ferdinands-Nordbahn 5930.—, Prag-Duxer 197.—, Aussig-Teplitzer Eisenbahn 1250.-, Nestomitzer Zuckettndusttte 1130.—, Vereinigte Elektttzität Wien 152.—, Brosche 910.—, Koliner Spiritus —, Königshofer Zement —, Breitfeld-Danek 401.—, Ringhoffer 665.—, Simmeringer 109.—, Rothkosteletzer Textil 275.—, Alpine Montan 314.—, Poldihütte 432.—, Prager Eisen 1005.—, Oesterr. Berg u. Hütten 1700.—, Skoda 458.—, Jnwald 516.—. Berliner Börse. Berlin, 20. Imvi. Tue bsalbsiHLMten Maßnahmen der Regierung zur Stützung der Mark ün Verein mit der Besserung des New-Bo-vLer MaMuvfes gestalteten die Preisib-ein-sgungen auf dem DoviisemnarLt außero-rdenGch unsicher. Der starke Rückschlag zog auch btträchtüche HevaWetziungen 'der Effttenkurse nach sich, doch machte sich wegen der bedeutenden Schwankungen der Dewiisenlpvsiife große ZuwückhaAnng bemeiBbar. Auf dem Mondanalktiienmarkt f-etzten die Kurse etwa 20.000 bis 70.000 Prozent niedriger ein und ewfuhren später keine wesentlichen Erholungen. Auf den übrigen Umjfatzqebieten bewegrett sich die Bor-änderungen messt in engen Gvengen. Sehr erhMich gaben Steidtiner BuWan-, Aschassenlburger ZeWtoff- und Hccmbarg-- Südamemkanssche DampUchiGaktien nach. Bem«er!kens>wert ist die Festigkeit deutscher Anleihen unter Führnng der ZprozentLgen ReichsanLeche. die aus enMsche Käulfe um 7009 Vis 46.000 Prozent anzo6- Schlußkurse: Türkische Lose 1,800.000.—, Oesterr. Staatsbahn 1,550.000, Nordd. Llohd 123.000.—, Der. Elbeschiffahrt —.—, Berl. Handelsgesellschaft 515.000, Kommerz Privatbank 74.000.—, Darmstadt. Bank 97.000.—, Deutsche Bank 150.000, Diskonto-Kommandit 160.000.—, Dresd. Bank 93.000.—. Nationalbank für Deutschland —.—, Oesterr. Kredit 21.000.—, Oesterr. Länderbank —, Reichsbank —.—, Wiener Bankverein 15.000.—, Wiener Unionbank 140.000, Allg. Elektttzitäts-Gesellschast 150.000.-, Bochumer Gußstahl 1,300.000.-, Daimler Mot. 62.000—,Deutsch-Luxemb. 1,000.000.—, Deutsche Waffen u. Munition —, Dynamit Nobel 127.000, Felten u. Guilleaume 345.000.—, Gelsenkirchener Berg. 1,510.000.—, Th. Gold- 21. Jmn 1923 Nr. ILM schmidt 222.000.—, Harpener Berg 1,200.000.— Hftsch Klwf« 641.000.—, Höchster Farben 130.000.—, ' Hohenlohe-WisO 370.000.—,Laurabütte400.000.—, Mannesmannröhren730.09p—, Phönix Bergbau 800.000.—, Schuckert u. Co. 740.000.—, Siemenu. Halske 850.000.—/ Telephon Berliner 80.000.—. Bimmwollmartt. Aew-Bork, 19. Juni. Baumwollzufuhren in den atlcmt und Golfhäfen 6000, im Innern 4000, Ansführ nach Groß« btttannien —.—, nach dem Kontinent 11.000. - Lokalmarkt middling: 27.80 (gestern 28.—). Tendenz) Unregelmäßig. Terntine: Juli^ 26.66, August G».60, Septembei 24.70, Oktober 24.16, November 23.76, Dezember 33.62, Jänner 23.38, Febtttar —, März' 23.88' ' Äpril ' —. Mai . Re SeviseWsse. . Berlin, 20.. Stmi (Devisenkurse.) . Amsterdam 61.371.- (54.663.-), Belgien 6683.— (7381.80), Christtania 20.648.50 (23.142.—), Kopenhagen 22.24-1.— '25.037.*-4 Stockholm 33.915.- (37.107.-), Italienische 5735.60 (635L.--1, Lontzon 606.981.— (643.387.—), New-syork -129.676.— (199.650.—), Paris 7980.- (8703.—), Schweiz 23.241.80 ^26.087,—), Spanien 18.603.- (20.947.60),Wien176.55(219.46),Prag3720.60 (4438.50). Budapest 13.96 (16.96), Sofia 1596.- (1966.-), Belgrad 1421.— (1705.50). Berlin« 20. Juni. (Notenknrse.) — Noten Dollar 123.690 - (147.630.-), Pfund 603.487.- (649.387.—), Jtalienische 6661.- (6783.-), Polnische 111.-(90.-), Tschechoslowakische (3760.60) 4443.76, Oesterr. gestempelte 171.55 (212.45). Prag» 20. Juni. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom Bankamte des tschecho-slowaktschen Finanzministeriums.) — Berlin») 2.45 . (2.25), Zürich 696.75 (601.75), Paris 208.60 (207.75), London 153.12 (153.12), New-York 33.8V (33.80), Belgrad 38.12 (37.50), Bukarest —.— (—.—), Wien*) 4.50 (4.52'/,), Warschau 2.80 (2.-), Agram —.— (—.—), Budapest*) 34,— (36.—), Jugoslawische 37.87 (37.37), Oesterreichtsche gestempelte Krone 4.57 (4.57), Polnische 2.25 (1.75), Ungarische 32.- (36.-). *) Für 10.006. Du-apesk, 20. Juni. (Kurse der Devisenzenträle.) — Amsterdam 2947 bis 3047, Bukarest 37.— bis 39.50, Kopenhagen 1348 bis 1398, Christtania 1252 bis 1302, London 34.620 bis 35.620, Berlin 0.0610 bis 0.065V, Italien 341.-bis 356.-, Parts 467.—.bis 482.-, Prag 226.- bis 236.-, Stockholm 1991 bis 2066, Zürich 1350 bis 1400. Wien 0.1060 bis 0.1140, Sofia 98.- bis 102.-, Belgrad 85.- bis 88.-, New-York 7520 LiS 7770, WarschM 0.0550 bis 0.0590, Brüssel 398.- bis 413.-. Agram. 20. Juni. (Devisen.) Wien 0.1235 bi» —.—, Berlin 0.070 bis —, Budapest 0.98 bis —.—, Bukarest 44.- bis Italien 400.-bisLondon 405.- bis -. New-York 8760.- bis Patts 545.— bis , Prag 265.— bis —, Sofia —.— bis —, Schweiz 1585.— bis —, Brüssel bis —, Warschau —.07 bis —, Amsterdam —.— bis —Stockholm —.—. Amsker-am, 20. Juni. (Devisenkutte.) London 11.78'/, bis 11.79'/,, Berlin 0.0020 bis .0.0021, PqttS 15.82'/, bis 15.87'/,. Schweiz 46.75 bis 45.85, Wien 0.0035»/, bis 0.00367,. Kopenhagen 45.50 bis 45.70. Stockholm 67.80 bis 67.70, Chttftiania 42.25 bis 42.50, New-York 254.62 bi, 255.-, BMel 13.47'/, bis 13.52'',, Madttd 37.80 bis 38.-, Italien 11.55 bis 11.65, Budapest 0.02»/, biS0.03'/„ Helfingfor» 7.- bis 7.10, Prag 7.66 bis 7.67. . Belgrad» 20. Juni. (Devisenkutte.) London 4V8.— bis —PattS 660.- bis , New-York 8700 - bis — Genf 1590.— bis —.—, Saloniki bis —.—, Mailand 398.- bis Prag 267.— bis -.-, Berlin 0.060 bi» Wien 0.1245 bis Bukarest 43.- bis Sofia bis Budapest 0.95 bis Brüssel bis —, Amsterdam —bis —, Warschau —bis — .— New-Aork» 19. Juni. (Devisen.) London 462'/,, Patts 621»/„ Berlin 0.09, Mailand 453.76, Zürich 1797.—, Kopenhagen 1792, Stockholm 2653-, Chttsttania 1662, Amsterdam 3925.-, Prag 300.-, Wien 0.14125, Budapest 1.00, Bukarest 49.376, Wattchau 0.08, Madrid 1489.—, Helsingfors. 277.—, Brüssel 527.—, Kanada 2'/,, unter patt, Brasilien 9280, Argentinien 3548, ' Belgrad 116.-5 Copriygh.t 1995 Nachdruck verboten. EULSwIi Vertag,Wien-Leipzig. (17. Fortsetzung.) 3n Polens Wäldern. Roman von I. Opatosch». Nrtorisrevte Uebettragung aus dem Jüdischen von Siegfried Schmitz. Brajne trat ein, barfuß, im Un«terrock. Sie bedeckte ihre offene Brust mit der Schürze und blieb bei der Tür ' stzehen: „Die Frau schlaft noch nichts ,Mie spät fft es denn?" „Ich weiß nicht — es muß schon nach zwölf sein —, Reh Jtsche hat eben die Lampe ausgeloscht." du draußen?" ,Mie kann man denn liegen 'bleiben? Ich An nachftheu gegan-gen, ob sie schon kommen..." „Nun?" ,Fkein lebendes Wesen zu sehen'." „Sie müßten schon da sein!" sagte Dwojrele besorgt. „Ach habe Angst, am Ende hat er dort ben Buben erschlagen! Du «weißt doch, wie jähzornig er ist!" „Nur keine Sorge, Frau, ein-Vater erschlägt sein Kind nicht!" Damit versc^uchte Bvajne Dwojreles Furcht, und trat näher ans Bett. — ,Mber es ist nicht recht, gewesen; ihr hattet dem Herrn die Sache uickft erzählen und ihn bei Nacht in den Wald schicken sollen!" habe nicht sollen?" veran-dwortete sich Dwojvole und fühlte gleichzeitig, daß Brajne recht hatte; ihr lhlaffts Gttsicht wurde rwch blasser. „Du weißt '.ja mW, Brajne; er hat mir ei-nfach AMt gemacht!" „Wer, der Pächter?" . „Aa, er fft atemloshalbtot herein, als wäre, Gott bewahre, ein Unglück geschehen und che ich mich recht klar wurde, hatte ich vor Furcht Abraham geweckt! WeM man es aber recht nimmt, früher oder später mußte die Sache doch ein Ende nehmen! Ich war schon urüde vom Reden! Dom ersten Tag an flehe, ich . ihn an, wie einen Räuber, er möge mir keine Schande antun! Hast du schon gehört, -daß «ve Wand Antwort gibt? ft ämer geantwortet. Nun frage ich dich, Brajne, du bist ja nicht dumm", — DwojvÄe nahm Brajne bei der Hand und setzte sie neben sich auf das Bett — „habe ich dazu tagelang fasten müssen, Gräber m-essen, den Onkel Meirl nicht ruhen lassen? Du kannst mir glauben, Brajne" — Dwojrele schrie es fast und legte tue Hand auss Herz — „ich habe doch nicht mehr als das eine Kind, um das ich zittere, aber selbst, wenn es mir ans Leben ginge, Rabbi Moisches Tochter wird nie sich mit Simche dem Pächter verschwägern!" Während Dwojrele auf Brajne einredete, war Abraham leise eingetreten; er blirib bei der Tür stehen und hörte zu.. Als Dwojrele zu Ende war, schrie Abraham: „Du wirst Dich mit Simche verschwägern, laß grtt sein." Erschrocken blieben die beiden Frauen eine Weile still sitzen, dann streckte Dwojrele ihrem Mann die Hände entgegen: ,Mo ist Aiordechai, wo fft er?" „Der Paradiesvogel lebt." Abraham lächelte bitter und begann nachdenklich im Zimmer umlhergugchen. „Damit >wir zerspringen,. sagt er, wird er sie heiraten, das Mädel! Es ist unglaublich — der Kerl wollte mich auch schlagen! Ja, man erlebt Freude, liebe Frau, in seinem Alter. Ha, Ha!" „Nun, wo hast du ihn gelassen, wo fft er?" Dwojrele sprang vom Bette. ,Mo ist der Büb?" „Da hast dü's, die Mutter! Da hast du's." Abraham blieb mitten im Zimmer stehen, deutete Mt dem Daumen seitwärts auf Dwojrele und wandte sich an Brajne. ,M fft wirklich zum Lachen! Jetzt erst hat sie geschrien, selbst wenn es ihr ans Leben ginge, werde sie diese Heirat nicht zulassen! Nun, fft das vernünftig? Mt Werbern läßt sich was Rechtes anfangen!" Er wandte sich zu Dwojrele. „WvM «hast du Mch in den- Wald Mchickt, sag' mir nur, wozu? Damit ich dem braven Kind in die Wangen kneife? Wie sie zittert! Hast du Angst um dgs, Söhuchen? Er leibt! Der Bub lebt! Dein kleiner Bub hat d^n Pachter verprügelt wie ein Räuber, nicht wie ein kleiner Bub! Und es hatte nicht viel gefehlt, so hätte er sich auch mff mich geworfen! Weine nur, weine! Wsine «über liebe Frau, daß du mir ein so gutes 5kind erzogen hast! Für den hckben sich deine Zadikim ovdeEch Mühe gegeben!" Dwojrele antwortete nicht; sie s«etzte sich aufs Bett und trockmte ihre feuchten Augen mit dem türkischen Schal. „Kannst du Mr nicht sagen, warum si-e weint?" fragte Abraham erregt Brajne. ,-Allen meinen Feinderr wünsche ich solche Freuen!" antwortete Brajne, schneuzte sich im die Schürze und begann mit den Augen zrr zw«mkeM. „Na ja, das habe ich nötig gehabt!" Abraham verzog den Mund zu einen: Lächeln rrnd rückte sein Käppchen^ür «einemfort von der Sttme auf den Nacken und wieder zurück. „Alle gegen mich! Gut, gut!" „Du bist doch ein Vater!" Dtvojvele sprang auf. ,Me kann man nur einen Buben allein im Walde lassen? Wo fft dein Mitleid? Man muß das .Herz eines — weiß ich was haben, ein Goj tut das auch nicht! Der Bub kann sich noch etwas antun." ,Warum habt ihr euch aus mich verlegt?" schrie Abraham. ,Mas fft geschahen, halbe ich eine Sünde begangen? Sollte ich vielleicht das brcwe Kind auf den Arm nehmen und es nach Haufe tragen? Das wird er erleben! Wenn der Herr Sohn Mt dem Weibsbild in den Wald getroffen hat, so wird er auch zurücktveffen, dafür stehe ich ein!" ,hättest du aber mir gefolgt", Dwojrele" deutete M der Fingerspitze auf ihr Herz, ,won der ersten Minute an habe ich geschtten: Schaff den Pachter ab, woztr brauche ich ein UnMck über meinem Haupt? Willst du das nicht, so schick' Mordechai nach Kozk!" - ,^Jch halbe gegen den Pächter gar mchts!", mttovbrach sie Abralham. ,M ist ein ruhiger Mensch! Und wenn ich ihn jetzt abschaffe, dann nehme ich einem armen Marm.den Bissen Brot weg, setze'ihm Vas Messer an' die Kohle ünd das alles, «weil tvir einen Sohn haben, einen -— ein m> 7- Taugenichts^ ' V ,Me jüdischen Mütter möge» sttlche Söhnre hoben!" warf Brajne univermittelt ein. Gorksetzung fdSgO

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