Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1563 (20.6.1923)
- Date
- 1923-06-20
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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fm. 1568_ Wien, Mittwoch_ feoge. Für den letzterm hatte Seyda den Redakteur des ,Mrrher WarSzawski", Senator KoSkowski, als Nachfolger beim Völkerbund auSersehen. Aoskowskihat aber abglchnt und der ^Lüsche Vertreter Mn VSAeM'nd dürfte der ifvüheve «Außenmrister Skirmunt werden. Sas Budget der Wische« Kultusgemrinde. 1L di, 20 Milliarde» ftr*nett Erfordernis. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde erledigte in seiner gestrigen öffentlichen Sitzung den Rechnungsabschluß für saS Jahr 1922, dem. wir die folgenden Ziffern entnehmen: Die gesamten Einnahmen im Jahre 1922 beliefen sich auf 6.669,541.700 [fronen, die gesamten Ausgaben auf 6.216,290.230 K. Es ergibt Ich somit ein Gebarungsdefizit von 647 Millionen Kronen. Bei Ermittlung des nach dem Stande, vom 31. Dezember l.922 errechneten GebarungSdefizitS wurden die für das J.ahr 1922 r ü ck st L n d i g e n K u l t u s st e u er y und sonstigen Außenwände nicht mit den vollen Betrügen angesetzt und außerdem ein betrag von 678 Millionen Kronen dem Friedhofs-ErwerbungSmd -Erweiterungskonto gutgebracht. Bei Hinzurechnung der nachträglich ein^egangenen, auf das Rechnungsjahr 1922 entfallenden Einnahmen ergibt sich die erfreuliche Tatsache, daß die Rebarung des abgelaufenen JchreS keinen Fehlbetrag, sondern rinen Ueberschuß aufweist. Infolge der wahrend des' Jahres 1922 fortschreitenden 8eldentwertung haben sich die Einnahmen und Aus- ,aben gegenüber den präliminierten Beträgen ungefähr auf das Achtfache erhöht. Für da» Jahr 1923 dürste fich das ErfordenriS der Geneinde auf zirka 15 bis 20 Milliarden Kronen stellen. Nach den einzelnen Budgetkapiteln verteilen sich die Einnahmen und Ausgaben deS Jahres 1922 wie folgt: Einnahmen; Anr^ven: ikultns- und rituelle Angelelegenheiten. 676,473.696 833,193.679 Schul- und Unterrichtsangelelegenheiten. 196,982.909 508,660.770 Friedhof- und Beerdignngswesen... 2.060,864.616 1.765,005.421 Fürsorgewesen. 1.471,031.448 1850.231.498 Natrikenwesen.. Remeindeverwaltung und Ge- 29,150.890 73,882.178 bäudeerhaltung...... KnlülSsteuer ........ 12,672.048 1.322,366.193 1.180,326.682 Der vorgelegten Bilanz ist zu entnehmen, daß eS dem MtuSborftMb gelungen ist, das finanzielle Gleichlewicht der Gemeinde herzustellen. In der Bilanz rrscheinen die unbelasteten Realitäten der Kültusgemeinde mit dem klnkaufSwert eingestellt. Das Jnventarkonto ist bis auf » K. abgeschrieben. Dank der im Vorjahre durchgeMrten Reform »er Buchhaltung werden die Ergebnisziffern der einzelnen Budgetiapitel fortlaufend in Evidenz gehüsten Und dem KuttuSvorstand illmonatlich mitgeteilt. _ Sie Hakeulreuzler und der guduftrirHeuverbaud Tfchelnitz, der Pogwmfvmnd. In unseren Berichten über die BollvevsamnÄung deS Hauptveribandes der Industrie halben wir auch deS Herrn Osikqr Tschelnitz, seines ZÄlchens MargarinefabrAanten, Erwähnung getan, der „a-Is früherer Jude" die Hakenkreuzsuibventionen befürwortete. Diesem Herrn Kommerzialrat widmet ,,Die Stunde" in eignem ^Ein feiner Vogel" Merschriovenen Artikel die fragende CharaAevisierung: .. Es fanden sich Verteidiger dieser Praxis. Mische AnivÄte des brachialen Antisemitismus, die dafür eintraten. daß auch weiterhin das Gold des Verbandes Kr diese Radauzwecke verwendet werde. Ein feiner Vvyvl zum Beispiel ist der Herr «KommerKialroL Oskar Dschellnitz, em „ehemaliger" Jude, aber ein Mann, der die Courage hat, öffentlich zu sagen, ihm sei „jeder recht, der «ihm den Schutz seines Besitzes gewährleiste". Hier bekennt ein Mensch, der sich Industrieller nennt, daß ihm nichts auf Erden heilig sei, ms die Miederhaltunig der Arbeiter. Und wie schön erst ist das zweite Bekenntnis wonach die großmäuligen Nationalisten Mr M Polizei.und Kässenhüter auch des . Wischen Gelldisackes gedacht sind'. Fürwahr, diesen Herrn Dschelnitz muß man sich merken; er hat mit seiner DÄrtLichkeit vielen Tausenden die tzineangebliche Rnhrevidemie. In einem Wiener Blatte wurde gestern gemeldet, daß eine ,^rechruhrelpädemie" in Wien ausyebrochen sei. Dazu teilt das städtische Gesundheitsamt mit, daß von ivgendeiner Zunahme der Muhrerkrankungen nichts bekannt 'ist. Im Gegenteil ist die Zahl der im Jahve 1908 gemeldeten Ruhrerkranknngen weit geringer als die Krankheitsfälle im gleichen Zeitvcmm des Jahves 1922. Cs betrug nämlich die Zchl der gemeldeten Ruhrevkvankmdgen im ersten Halbjahre 1628 genau 898, während im ersten Halbjahr 1923, das übrigens noch nicht gänzlich abgekanifen ist, nur 148 RuhrerkraMmgen gemeldet wurden. Bemerkenswert ist, daß vom 1. bis 18. Imvi in Wien mw 6 Ruhrerkrankungen gemeldet wurden. Schon diese Zahlen beweisen, daß von einem epidemischen Auftreten dieser Erkrankung nicht gesprochen werden kann. Kleine LokolchroM. In Hietzing hat sich eine etwa 4üjährige Frau vor einen Zug der Verbindungsbahn gestürzt; sie ist ihren schweren Verletzungen im Spital erlegen. Die Straßenbahnschaffnersgatt'in Marie Gandl hat in einen brennenden'Spirituskocher GpirituS nachgefMt; durch 'die entstandene Explosion fingen ihre, und ihres einjährigen Kindes Meider Feuer. Mutter unv Kind sind den schweren Brandwunden erlegen. Im Teich am Steinhof wurde die Leiche des TSjährkgen Woglings der Heilanstalt Matthias S t i a 8 n h gesunden. Ob SvWmord oder Dwsall vorüegt, konnte bisher nicht ststz« gestM werde«. _Wiener Morgenzeitung.__ Der 19jährige GewevbeschAer Ferdinand Rechtersw alid hat sich, .wahrscheinlich aus Furcht vor dey.bevorstehenden Schlußipvüifuwg/er schossen. * Rektorswahl an der Wiener Universität. Gestern trat das Wahlutännerkolleglüm, 'dem diesmal zum ersten Male auch Delegierte, der der Universität - neu angegliederten evangelisch-theologischen Fakultät angehören, zur Rektorswahl zuammen. Nach den Wahlbestimmungen hatte die theologische akultät den Rektor zu stellen. ' Gewäwt wurde Kr das tudienjahr 1923- -1924 .der Professor für alttestamentarisches Bibelstudium. Theyl. Dr. Johannes Dölter. Als Prorektor wird der bekannte Diener füngieren. * Ministerialrat Dr. Karminski gestorben. Gestern ist hier d'er um Handel und Industrie sehr verdiente penstonierte Min'steriarat Dr. Friedrich Karminski im 64. LcbÄjahre gestorben. Er war lange Zeit,'bis 1904, Chef des Bureaus des Jndustrierates und übernahm 1908 die Stelle eines Direktors des Handellsmuseums, das er bis 1916 leitete. Dann kam er wieder ins Handelsministerium und ging 1920 in Pension. Dr. Karminski, der auch eine reiche publizistische Tätigkeit auf handelspolitischem Gebiete entfaltete, fungierte zuletzt als Vizepräsident des niederösterreichischen Gewerbevererns und als Verwaltungsrat der Wiener Messe. * Plötzlicher Tod eines Wieners in Tegernsee. Der im 5. Bez., Wiedener Hauptstraße 114, etablierte bekannte Buchhändler Karl Pilz begab sich vor einigen Tagen nach Tegerns e e zum Sommeraufenthalt. Wie ein gestern hier eingetroffenes Telegramm meldet, ist er dort an Herzschlag gestorben. * Das Treiben der Missionäre in Rotterdam. Nach Mitteilungen der Emigrativnszeitung „Der Wanderer", erzählten die unlängst -mit dem Dampfer „New Amsterdam" ans dem Rotterdamer Hafen abgereisten und in Amerika eingetroffenen ^'.grauten, daß die in Rotterdam arbeitenden Missionäre die Mischen Auswanderer stark bvWigt und schließlich denunziert haben. So erhielten mehrere Emigranten die Einladung, :n ein Lokal zu kommen, wo ihnen angeiblich ein amerikanischer Jude Wer Amerika Auskunft und Rat erteilen sollte. Statt dessen aber predigte ihnen ein Missionär das Christentum, und sagte ihnen, sie würden als Inden.in Amerika aroßen Sckikanen ansgesetzt sem. Als einige Emigranten empört protestierten, ließen die- Missionäre Polizei holen, und einige der Protestiererchen verhaften. Auf Intervention der jüdifchen Gemeinde in Rotterdam wurden dann die Emigranten wieder frei gelassen. * Peinlich. Rudyard Kipling, der viele Jahre in den Tropen verbracht hat, kam einmal durch eine unbedachte Bemerkung in eine recht unanMnehme Situation. Während der heißen Jahreszeit ziehen alljährlich viele der in Indien ansässigen Europäer in höher gelegene Bergorte, besonders mach der Stadt SimLa. Hauptsächlich trifft dies für die Frauen unö Kinder der europäischen Kolonisten zu. Simla beherbergt daher jedes Jahr eine Menge Strohwitwen. Eines Tages wurde Kiplma einer Dame vorgesteM, die er in GedanlLen sofort in diese Kategorie einreihte. Sie war jung, schön und ltebenswüÄdm und Kipling glaubte, ihr etwas VerbiMiches sagen zu müssen. So sprach er: „Hier ist es wirMich schön. Ich bedauere nur Sie, gnädige Frau; wie oft werden Ihre mitfühlenden Gedanken bei Ihrem armen Gatten weÄvn, der da unten braten muß." Kaum hatte er ausgeredet, als sich die Dame brüsk erhob, chm einen verstörten Blick zuwarf uüd verschwand. Erst später erfuhr Kipling, daß sie Witwe war. i * Archäologische Funde ut Palästina.^ Die ^Limes" melden aus Jerusalems Laß es den Bemühungen der ärchäolopischen Missium der Universität PhLadckphm in Besä« lBsth Schean) Mmia. gwße äigyptlifche Funde zu machen. Es Wurden einige Häuser mh zwei große monumentale Jnschriiften von König Seti dem Güsten und Ramses dvur Zweiten MSgegoaben. Die Inschriften enchalten interessante Angaben über die Verteilung der ägyptischen Truppen im Äaülde und über die Städte auf beiden Seiten des Jordan. Deth SchsM liegt an der s'üdösWchen Seite des Enrek Jesreel, nicht weit vom Jordan, 430 Fuß unter dem Spiegel des MittÄländischen Meeres. Die Stadt liegt an dem Hamptwegs. der durch Palästiiua von AegMen nach Damaskus umld nach dem Euphrat führt und enthält viele Ruinen aus der griechischen. vönMHen und der KreMahrerM. * M» „Sesam öffne dich!" Trefflichen Psychologien Blick bewies ein Gauner, welcher in einem Staothotel einen Safes mietete, und als er — natürlich ohne zu zahlen — auszog. den Safesschlüssel mitnahm. Dieser Safesschlüssel, diskret herumgezeigt, öffnete dem ans Budapest stammenden angeblichen Juwelier Ernst Weiß die vertrauensvollen Herzen aller Personen, welche das vielversprechende Schlüsselchen zu Gesicht bekamen. Gem glaubte man dem Vorzeiger deS Schlüssels, daß er in seinem Safes im Hotel kostbare Juwelen verwahrt habe. Dadurch entlockte er eine wertvolle Armbanduhr, einen großen Betrag in tschechischen Kronen ustv. Ernst Werß wurde von der Polizei vorzeitig gefaßt, sonst hätte er mit dem SasesschlüM sicher noch eine Menge Leichtgläubiger düpieren können. Denn der Respekt vor Scheckbüchern und Safesschlüsseln stirbt ebmsowenig aus wie die menschliche Dummheit. 9 Schlechte Sommersalson am Zeller See. Aus Zell am See wird gemeldet; Obwohl die Saison Kr den Fremdenverkehr mit 1. d. begonnen hat, ist der Fremdenbesuch sehr gering. Die meisten Gaststätten sind nahezu leer. Die kglte Wittermlg trägt natürlich.auch bei, die Frequenz niederzuhatten. (Das „cnch" ist sehr richtig gewählt; denn hauptsächlich trägt zur „Niederhaltung" der Frequenz die Ueberhaltüng der Fremden in den Preisen und die hakenkreuzlerische Haltung gegen die Frem den bei. * Hebräischer Unterricht. Der Ausschuß des Verbandes hebräisch - sprechender Studenten T a r b u t h erjsucht alle Eltern, welche ihre Kinder hebräisch unterrichten lassen wollen, sich an die genannte Organisation per Adresse Indischer Hochschulausschuß für Tarbuth. 9. Bez., Zimmermannplatz 8, zu wenden. Alle in Betracht kommenden jüdischen Studenten wollen sich bei der zu diesem - Zwecke - eingesetzten Kommission einschreiben lassen. * Eine Lehrwerkstätte für Korbflechterei. Die im Jänner 1982 von der Bunveslehr- und V^chüchsanstaA für Flechtiech« nl'lken uck> Weildenzucht in Wim ü-bevnonmnone Lehrwerkstätte Kr KorbfleDerei wird nach Auffasfung diefer Anstwir im Rah «inen .des' staaMchen GÄveMföridevuingsamtes ntttt drei Lehr gangen weiiergeführt und von eiineim Schmlbaiusischuß. der aus VertreiteM der gewvMchen und industriellen Organisationen und der in Betracht kommenden öffentlichen KSvperfchasten »ufammeNKÄfiehit ist, verwaltet.. Der Bsgjinn des Schuljahres 1923 —4984 wurde Kr den 16. September 1983 fMesetzt. Die Schüller der LchrweMtätte. die diese durch mimldestens drei Jahve müt Erfolg besucht haben, erhalten Abgamszeugnisfe. die den Nachweis der ordmmigsmäßiigen BeeMgung des LehrverhAtÄiffes Kr das Korbflechteraeiverbe ersetzen. Me Auf Mhme von Schülern, die das 14. Lebensjahr vollendet und die Volks- oder Bürgerschule absolviert haben, erfolgt im Ge lverbefürdernngsmnit. Wien, 9. Bez.. Severinaasse 9. an allen Wochentagen in der Zeit Ävffchell 9 urd 4 Uhr. Hierbei sind der Gelbiurts- und dar Hleiimatschein und das letzte SchuUeugnis vor zuweiisen. Das Mechtereii>glsw>e0be ist in Oesterreich noch sehr ' enWi<MnMäAa. md es Mett sich Äir Mt auL 20. Juni 1928 Sorbe S Arbeitskräfte nach Überwindung der Absatzstockung Mte A«A^ achten ergeiben. : , - ' * Das Ergebnis -er Kinderrettungswoche beträgt, bis heute 1.910,000.000 Kronen und wird, da der Spendeneinlauf erfreulicherweise andauert, die zweiteMilliarde sicher! erreichen. Dadurch'sind den Wiener Kindern rund 4000 Plätze in; Ferienheimen und Tageserholungsstätten. gesichert. Das Haupt-1 erträgnis haben die Hansersammlungen geliefert; sie ergaben die besten Resultate im 3. Bezirk mit 120,000.000 K., dann folge»; der 1. Bezirk mit 115,174.868, der 9. Bezirk mit 111,078.478,! der 2. Bezirk mit 103,692.000, der 13. Bezirk mit CO,969.408,j der 16. Bezirk mit 84,713.437 K.; daS geringste Erträgnis weise»! auf: der, 16. Bezirk mit 39,434.422 und der 11. Bezirk mit 20,306.006 K. Bon den B a n k e n sind bisher insgesamt 340! M i l l i o n e n K r o n e n eingelangt, Eltern vereine; und S ch u l e n steuerten 36 Millionen, Vereine und verschiedene Sammlungen 58 Millionen bei. Aus dem Ergebnis der Kinderrettungswoche werden bedürftigen Kindern Erholungsplätze zugewiesen, doch haben, in allen Fällen auch die Elter« einen kleinen, ihrer Kraft angemessenen Beitrag zu leisten. * Pensionsanstalt sür Angofleltte. Am 15. d. fand die - V. ordentliche Generalversammlung der Pensionsanstalt Kr Angestellte statt, in welcher der Präsident den Bericht über daS Geschäftsjahr 1922 erstattete. Der Versichertenstand ist auf rund 123.000 Versicherte gestiegen, der RentnerstMd' beträgt rund 6600. Die Einnahmen der Anstalt betnlgen in den Monaten Jänner bis Mai 1923 rund 14 Milliarden, die Ausgaben Kr Rentner 3.5, Kr HetlKrsorge 1.8/ Kr VerwaltMgskosten 2.6 Milliarden. Die Anstalt beteiligte sich mit 1 Milliarde an der Zeichnung von Goldanleihe uno hat sich verpflichtet, 2 Milliarden Kr die Wohnbauanleihe der Stadt-Wien zu zeichnen. Die Generalversammlung nahm die Berichte zur Kenntnis. * Amtlicher Wetterbericht. Gestern morgens regnete es in ganz Oesterreich bei Temperaturen unter 10 Grad. Zell am See, Admont und Tamsweg meldeten Schneefälle bei plus 1 Grad. Auch tagsüber hielt das Regenwetter im größten Teile Oesterreichs an. Die Temperaturen blieben unter 10 Grad. Nur am Ostrande der Alpen (Wien und Graz) brach nachmittags die Bewölkung apf. Vorübergchend war es in Wien wolkenlos. Eine grundlegende Besserung wird noch nicht erwartet. Voraussage: Nur vorübergehende Besserung, ein wenig wärmer, im allgemeinen kühles, veränderliches, zu Regenschauern neigendes Wetter bei westlichen Winden andauernd. Berekne, Borttöge rnid Berfm«mlm»se». Z'i r o t h M i S r a ch i Wien. Heute, 7 Uhr abends, 2. Bez., Praterstraße, Vortrag stuck, phil. Henrik Goldfarb über Spinoza. — Misrachi, Bezirksgruppe Brigittenau. Unter der dem Eindrücke mehrerer vom Misrachi veranstalteter Agitationsversmnmlungen bildete sich vor einigen Tagen eine misrachisttsche Bezirksgruppe im 20. Bezirk. Der provisorische Ausschuß besteht m:S den Herren RMiner Mendel W e i g e r, Jakob F e i n st e i n, Lipman H o j d a, Chaim Nürnberg, MoseS Podhoreer, Benjamin Schönberg, David S o k o l, Wolf T u ch m a n n, Markus W o l l i tz e r und N. Z i n g e r. Im Anschlüsse an diese neue Vereinigung wurde eine Jugendgruppe gegründet, deren Leitung die Herren Kopel B l n m, Fieder-er und Knöbel übernommen haben. — Jüdische Tischgesellschaft Landstraße. Heute, 8 Uhr.abends, Caf4 Ilion, 3. Bez., Löwengasse 39, Vortrag A. Schwertfinger r „Messianismus im Judentum". Gäste willkommen. Urania. Heute: 6 Uhr (Großer Saal): König Dachstein. Halb 7 Uhr . (Kurssaal): Dr. Robert K l u m a f: Anleitung zur Himmelsbeobachtung. IV. Halb 8 Uhr (Großer Saal): Unser Alpenvolk und seine Lieder. Halb 8 Uhr (Kleiner Saal): Der Ausbau der österreichischen Wasierkräfte. V. Dr. Ing. Johann K r e i t n e r: Die Kraftwerke in Oberösterreich und Salzburg. Halb 8 Uhr (Klubsaal): Robert Friedmann: Das Freiheitserlebnis. III. 8 Uhr (Kurssaal): Dr. Fritz Lieben: Ernährung und Stoffwechsel. . IV. Miihnmg. Re LebenrmMelmSrtte. Uwgeadjtet der kühlen. Witterung sind die Grünwaren- Märkte anhaltend gut beschickt. Me Preise MAen gestern Mr alle Gemüsearten vollkommen unverändert, auch die Obftpreffe halben keine Ermäßigung erfahren. Auf dem Nasckmarkte wurden gestern die ersten HeideWeeren verkauft, dre im Groß- Handel 5000 bis 7000 K. pro Kilogramm kosteten. Auch die Ueisch^uKhren sielen gestern günstig ans. In der Großmcrrkthalle such 13 W-aggon' verschiedene Flerschgattungen eingetroffen. Vorläufig sind die Rindifleischpreise in der Großmarkthalle mir um 1000 K. pro Kilogramm zurückgegcmgen. - Bühne und Kunst. Fosef Seidenbeutel gestorben. Wie uns aus Warschau berichtet wird, -ist der Maler Joses Seidenbeutel, eine HoffMng der jüdischen Künstlerschaft Polens, im Alter von kaum 29 Jahren^ gestorben. Er erlag der Tuberkulose, an der er seit sechs Jahren litt. Harter Militärdienst hat das frühe Ende des Hochbegabten beschleunigt. Einer angesehenen Warschauer jüdischen Familie entstammend, hat Seidenbeutel nach Absolvierung der Mttelschule die Warschauer Akademie besucht und zählte zu den besten Schülern des bekannten Malers Profesior Lenz. Im Jahr 1916 stellte er zum ersten Male mit großem Erfolge aus und fand bei der polnischen und jüdischen Kritik in gleichem Maße reiche Anerkennung. Er gehörte dem Künstlerkreise an, der sich um S. Kratko gruppierte und von Perez, Asch und anderen jüdischen Schriftstellern gefordert wurde. Nach seiner Erkrankung übersiedelte der Künstler nach Otwmck. Er war hauptsächlich Porträtmaler, hat aber auch viel auf dem Gebiete der Graphik gearbeitet. Eine Anzahl graphischer Arbeiten sind in einigen Banden der „Hatekufah" reproduMvet. Re Lpemsaisou in Mika«. (Originalbericht der „Wiener MorgeuzetErnetz^ In Moskau gibt es drei Theater, in denen Oper g« spielt wird: Das Große Staatsiheater, das Simin-Theater das Neue Theater. Außerdem betätig sich r» dieser Richtm^ noch ein Ensemble, das den Namen „Süchfrm des WM Staatstheaters" Met,