Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1563 (20.6.1923)
- Date
- 1923-06-20
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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.Hv,..,*;V,«.M K.'[WWW WUe t Men, Mttwo'ch SMstttu und StaattMhl. die DtzAermrdteNgskampagice der ,Mttenatde«tscheU" Iüdsa. ÄUZ Berlin schreibt Watt Mts: In der Liften ziottistichen Perßsde WM es bekanntlich Met bet Einwände jüdisch« lffiuükatMscher Gegner des Zionismus, daß Litt Bekenntnis nr ztonistkschen Bewegirng Mt patriotischer Gesinnung nn- »ererntzar foi. Während nun im LaUfe der Zeit dieife törichte« Irglvwerröe, die lediglich das Produkt eines jüdischen GhettoleisteS waren MV von nichtjüdischer Gelte Niemals ins tteffe»' geführt wurde«, gänzlich versNtmmt sind/' blieb es nrk na-t-ionnkdentschen Inden, diesen ileberassimtanien, welche vielfach mit Schlcrgwsriett operieren, die ie in bÄteNKiche Nachbarschaft zum deütschnatitMalen Anti« iemitismns bringen, Neuerdings Vorbehalten, gegen den Zionismus jene alten verfianblen SchlaWorts hervorzilholen. Lidser PrapÄgMda, Sön Ser auch die ÄichtziöN-lsteN in Deutsch« iratö entschieden abrncken, ist es offenbar zuzuschroibSN, daß in >en vc»t edügen Tagen abgeführten Debatten iR preußischen Landtag von deNtschnstioNül-aNtiseMitischek Seilt iie gleichen ArgMente gegen Re Regierung ins Lressen ge« Whrt wurden. So führte der dentschnationale Abgeordnete 8räf bei der Debatte über das Budget der Pressestelle des preußischen StaatsMinisteriUMs ans, es erscheine sonderbar, »aß sich an der Spitze dieses Presseamtes ein Zionist (Regiemngsicak Hans Goslar) befinde. In iei anderen preußis chen MttkifierkMr füngiere gleichfalls ein zionistischer Minskerkalrat, öer Mch Mitglied des preußischen Landtages sei. ÄL Badt), als Referent für die Berfassungsftagen, eine Stelung, die mit dem zionistischen Bekenntnis Unvereinbar sei und irrten Äömgek an politischem Takt bewetlse. In einer persönlichen Bemerkung erklärte hieraus Doktor ß abtr es fei eine irrtümliche Auffassung, baß der Zionismus Mt aktiver staatlicher Betätigung unvereinbar sei. In England waren Zionisten Minister und hervorragende Mit- Meder des Kabinetts. Gr Amerika wird -er höchste Richter« »osten von dem Zionisten LöÄis Brandeis bekleidet. Uebrt« zens habe er, Gr. KM, keine Vttünlaffüng. an ftemden Bei« pieken eine Rechtfertigung für seine Tätigkeit zu suchen, als >en einzigen Richter in solchen Fragen sehe er sein eigenes Vetorssen an. Als von deutschnattoüMr Geste -Mt Redner der Name »es Führers der «Mioualdeutfchen Juden Dr. Max N a ritt an n zngerüfeN tourte, replizierte ert: „Diesen jüdischen rnüppelk««ze schenke ich Mken? In einer späteren Sitzung kam Ser dstttschttakionale Av- Mdnete Schlange Mf bis WwerMLarkeit des Dienstes im preußischen Staate mit dem zionistischen Bekenntnis zu sprechen und berief sich dabei auf Re Autorität Naumanns. In Resem Zusammenhangs fällt M in der „B 0 s s i s ch e n Zeitung" erschienener Artikel deß der Sozialdemokratie angehörenden früheren Staatssekretärs Dr. August Null er auf, in welchem dieser gegen die Teilnahme von Zionisten an staatlichen Angelegenheiten Deutschlands sttftvitt In dem Artikel, einem aus Haifa datierten Orientbericht, heißt rs unter anderem: ,>der Verfasser sei niemals ein Frennd des Zionismus gewesen und am wenigsten habe ihm tes Zionist rms jener gefallen, der von dem MN Bleiben ffit „Adoplivoaterland" Entschlossenen kultiviert werte. BK LStsachs teS Besetzung von Beamtenstellen itt eine« Ministerium durch zaristische Führer sei nicht nur Mtisch bedenklich, sie zeuge auch richt von einem sehr stark entwickelten, politischen Laktgefthl". Le« politischen Anschauungen tes Sozialdemoktäteu UNS Wechsel verlegt; der Müschinsührer, jahrelang gewohnt, in der Vötstüston zu kreuzen, vergißt die Beilegung und Überfährt die Kreüzüngsstütiön. Noch vor dem ersten Wärter- Posten, welcher den Zug sicher ünachMen hätte, ersölgt im Grauen der Nacht der furchtbare folgenschwere Zusammenstoß zweier Schnellzüge. Ein Fehler in der BahnaUsrüstung war allerdings zu verzeichnen, da die Station nicht mit Ausfahrsignalen ausgestattet war. Ein aus,,Hü!t" stehender Semaphor hatte den fälschlich durchfahrenden Zug jedenfalls zum Halten gebracht Und die schwere Katastrophe verhütet. Auch die nicht zu einer Kollision führende Begegnung zweier Züge, worunter auch allein fahrende Aoköttwtidett zu verstehen sind, ist eine recht seltene Erscheinung. Einhaltung der Fahvordnung, Beachtung der Signale und Aufmerksamkeit der Wächter, welche von dem Berkehr jedes Zuges auch durch das Glockenschlagwerk verständigt werden, sind ausreichend, um einen solchen Borsall, bet immer auch wetttt er keine schlimmen Folgen nach sich zieht — aus das strengste geahndet wird, zu verhüten. Ein Anderes gilt von Zügen, die in gleicher Richtung, aber mit verschiedener Geschwindigkeit fahren, wssöalö ein. Ueberholen stattfinden mutz. Die Sicherung, daß der schneller nüchsahrende Zug den boraUssahrenteN nicht aus offener Strecke einhole und gefährde, erfolgt geMwärtig durch das sogettannte Fahren in RäumdiftaNz. Die Bahnlinie WiÄ> iü Abschnitte geteilt; kein Zug oarf itt sitten Abschnitt eitttteteN, bevor der vorausfahrende ihn verlassen oder eine Station (Ausweiche) erreicht hat. m nach vek Dichte des Berkebres sind die Formen des Fahrens in Raumbistanz verschieden. Es sind drei Arten üblich. Auf Strecken mit geringer Frequenz werden die Stationen als Grenzpunkts der gedachten Abschnitte bestimmt; ein Zug darf die Rachbarstation erst dann Verlässen, wenn der vöraussahkende Zug Re nächste Station erreicht hat und Re Rückmeldung drahtlich erfolgt ist. Bet großer Otattonsentftrnung könnte dies zu erheblichem Zeitverlust führen. Deshalb wird bei dichterem Vertevr die Strecke unter»<M ist der Mitte (oder auch ta beiden Dritteln) zwischen denen Stationen wird an geügsteter Stelle ein ZugmeldeposteU errichtet. Dieser Wird mit Mastsignalen und Telephon ausgerüstet. Ein Zug kann & tat vm mi $e HWe Miüch verüewertey Raum» Mener Mvegenzertttng. geweifeven Staatsütannes stellt Re Latsüche jedensM kein gerode günstiges Zeugnis ans, daß er mit den verbissensten Döntschnationalen an einem Strange zieht. Die Raumann- Lkvte aber haben allen Astlaß, auf de« Erfolg ihrer Dertestmdungskampagne stolz zu sein, La» amManische Badgtt. Washington, 19. Juni. (Havas.) Pridftdmt Hardrng erklärte ist einer BeamtenverskMmlttng, bas Budgetjahr 1982 habe mit einem Ueberschuß von 2M Millionen Dollar geschlossen. Der StaatAvorcmMag für 1924 sehe Einnahmen ist der Höhe von 3638 Millionen Dollar vor, testen Ausga'teu in der Höhe von 3668 Mil-- lioiten einschließlich eines fiir Re BerringeM-NH ter öfsemlichm Schuld bestimmtest BetrMs von M7 Millionen Dollar geMüteiiteheu. AM«d seien de« Wernsttonalen Serlchtshsf. Haag, 19. Iusti. Düs Korrssponteng-Guttmt melidei: Da die Frage von O st k a r e l i e n für Sowjetrußlanv von Bedeutung ist, hat das GckrewMt des ständigen internatisnalen Gerichtshoses die Sowjetresierung benachrichtigt, daß Ress Frage Ms erste auf der gestern eröffneten Session des standigett internationalen Gerichtshofes tehüntett werden wird, yiercms ist ein Telegramm Tschitscherins eingetrosiey. worin erklärt wird, die russische Regierung sei Nicht itt oer Lage, an einem Verfahren teilzunehmen, das ste sorMll und sachlich für ungesetzlich halte, Vbgeschen davon, baß die Frage Oskkareliens eine innere Angelegeicheit der Mssischm Föteratiost sei, könne die Sowjetregterung den interuakionMn Gerichtshof nicht als unparteiische Körperschaft betrachten. Me Mehrheit der Mächte, Re Mitglieder des Börkerbuntes seien, habe bisher die Sowjeiregiernng noch nicht de jure anlörkannt und verschiedene von ihnen lehnten es sogar ab, zu ihr in tatsächliche Beziehungen zu treten. Ferner Hütten die erwähnten Staaten in der Frage vm Bessarübie-n, MeMel Und O si g a! i z i 8 n Beschlüsse gefaßt, die gegen Re elMentarsten Antereffen der OowjetrepuAik gerichtet seien, ohne daß Rußland auch nur UM seifte Meinung befragt worden Ware. Der bulgarische Regiemug«»kchsel. Amn«stsee«ng »er RadoSlawotvMinister. Graz, 19. Juni. Die „Tagespost" meltet aus Sofia, die neue RegieruM Zankow habe alle Minister des Kriegskabimtts Radöslawow amnestiert. Man erwarte jeden Drg die AMmft Radosläwows in Sofia. Kor«« mamitmm DÄ-ralows» Prag, 19, Amtt» Wie die „NaroRvr Lisch" rnelden, ssi der bulgarische Exminister Obow gestern ist Prag eingetroffttt. Gegenüber den Meldungen, dich die bubgavische Regiermltz die Auslieferung tes bisheriasn Gesandten ist Prag, D a s k s k s w, verlangt HM, evMrt dsS Matt, daß ein solches AusttchSN bei der Prager RchglEttH nicht singeiroffett sei. Ste würde einem solchen AnPchsn auch nicht ftaitgeben können, wvtt R-e tschrch^slowcMsche Regterung nach ten uistsrm^ m MchariM Dasralow MS Mwatmam dewachiet. abschnitt einsahrsn, wenn die telephonisch- Rachricht vom Eintrsssen des vorausführenden Zuges von der vorgetegenen Station (oder Posten) Rngelangt ist. Die Gicherheit des Verkehres hangt solcher Art von der Berlützlichke it des Wärters ab. Auf wichtigen A«M mit intensiven Verkehr mußte sich der BetM von dieser eminente« Gefahrenquelle emanzipieren^ SS tritt die dritte, modernste Form des Fahrens tu Rsumdistanz in Erscheinung, das BlockMem, wie es auf allen Hauptstrecken und aus der Mener Stadtbahn eingesührt ist. Durch die elektrische Blockierung wird vechindert, daß der Wärter nach Belieben bas Armstgnal auf Frei stellen kann. Erst wenn der Train durch Ueberfahren der Schisnenkontorre die Arretterung aushebt, kann der Semaphor wieder betätigt werden. Es kann also der Wärter jeden Zug zwar zum Stillstand bringen, niemals jedoch das Signal auf Frei stellen, wenn der Abschnitt noch besetzt ist. Der Blockapparat in Verbindung mit der zentralen Weichenstellung stellt eine der genialsten Erfindungen des menschlichen Geistes dar; es würde viel zu weit führen, sich in Re Details dieser überaus komplizierten Einrichtungen zu verttesen. Jedenfalls ist durch de» Block ein ZusamWNstotz durch Einholen eines Zuges nach menschlichem Ermessen auSgeschlosien und es muß schon eine Kette tragischer Berhättnisie sein, die zu einer Katastrophe wie jener von UherSko führen. Äufmerkfame Besucher der Berg- und Talbahn nächst dem Niestmad, die übrigens ein technisch sehr interessantes Spielzeug darstettt, werden bemerkt haben, daß auch hier eins automatisch« Blockierung mit Lichtsignalen vorhanden ist, die den Verkehr mehrerer Züge in rascher Reihenfolge ermöglicht. Eine nicht seltene Ursache VM Unfällen, Entgleisungen ist falsche Weichenstellung, wie ja überhaupt nicht die Führt auf offener Strecke, sondern die in und ans der Station ein viel höheres Gesahrenmomeni bedeutet. Trotz des StattonMockS, welcher ewanMufig Re richttge Stellung der Wechsel für di« jedem Zug ein für alle Mal vorgeschrtebene Fahrstraße verbürpt, kommen falsche Oeichensteüungen vor. Zum Teil wird die Ursache in sittsr Störung der Apparate liegen, mitunter mag auch ein Verjagen des häufig überlastete« Personals zu beüagm lei», _90. June 1923 : 1Ö6B Tagesbericht. Set Umbrach tz« Urtna« Wie die letzten MeBmWn aus Messina besage«, hat die Tätigten des Aetna sich noch gesteigert. Die Rauchsäule über dein großen Krater ist bedeutend gewachsen. Fortgesetzt hört man dumpfen Donner. Aus die Stadt Lingua Glossa fällt andanerud Asche«regen nieder. Eine neue Lavüfchichke, welche stch über der alten immer rascher vorwärtsschiebt, bedroht nrtt ihrem rechten Arm die Stadt. Der Hauptström der Lava ist nur noch 175 Meter von der Station Cero entfernt. Sämtliche Ortschaften in der Umgebung des Aetna find in größter Gefahr. Die panische Flucht der Bevölterung dauert an. Der Aetnaausbruch ist weit, gefährlicher als anfangs vermutet werden konnte. Sr reicht in seiner Gewalt an den des Jahres imi heran. Der König von Italien ist nach Neapel abgereist im& wird sich von dort mit etttettt Kriegsschiff nach Catania begeben, um die ttklglücksstätte zu besuchen. Set eine kommt, der andere seht. (Zwei Tknslingskarrieren.) Aus Warschau schreibt matt Uns: Erst jetzt wer-dttt in weiteren Kreisen die näheren Umstände bekannt, unter bette« der überpolmsche Täufling Prof. Aschkenaze, der Polens BevSllmächiigter beim Völkerbund War, diese Stelle niederlegen mußte. Als der neue Antzenminister Geyda sein An»t übernahm, berief er noch am ersten Tage eine Konferenz der Departementsdirekwren imd hohen BeMtten des Außenministeriums ein, lind in dieser eröffnetö er in freundlichstem Ton« Herrn Prof. Aschkenazs, er möge doch ein wenig aus die öffentliche Meinung Rücksicht mhmen. Rach einem längeren Geplätttel über den Mir einem nnenttoegten Assimilanten unverständlichem Sinn dieser Worte machte Seyda Herrn AsMenaze oarsus aufmerksam, daß angesichts der Berringernng des Dispositionsfonds des Außenministeriitms auch AschkenazeS Disposittonsfonds werde verringert werden müssen und ließ nebenbei die Bemerkung Men, AschkeNazss Gehalt in Schweizer Franken schsine chm denn doch etwas zu hoch zp sein. Nun verstand der Herr Professor und reichte am nächsten Morgen sein Demissionsgesuch ein, das mit geradezu expeditiver SchnelliBeit angenommen wurde. Aber diesen mächttiM Fußtrttt hat Herr Aschkonaze eigentlich oineim engeren G^ittMl-MMdssen zu verdanken. Dann es ist in Politischen Kreisen allgemein bekannt, daß die Bennittlung Mischen den Rechtsparteien und der Witos-Gruppo und damit die Bildung der neuen Regierungskoalition das Werk des SanÄors Ludwig Hamrrl ing ist. Der Herr Senator ist auch ein getaufter Jude, und einige polnische Blätter, die tu Amerika erscheinen, so „Przvwodttik katolicki" und „Nowy Swiat", hÄten schon den Fußtritt für den Täufling bereit, der in dm letzten Tagen eine so große politische Rolle gespielt hat. Sie erzählen, daß Hamerling, der ans den guten Mischen Vornamen Leiser hört, erst ein Rovemberkacholtk ist. Den Uebertritt vollzog er im Heimatlande, in das er nach denr Umsturz zurückkehrte, nachdem er während des Krieges in Amerika gelebt hätte. Dort sott er durch eilt Atmsueenbureäu in Verbindung mit deutschen Subventionen (das ist gewhhultch vie erste Verdächtigung welche gegen die jüdischen Paieuipoleit geschteuderr wird, und Herr Aschtenaze hm sie ja auch erfahren) reich Morden fein. Dieser Hsmerling mm wird wohl bald, nachdem er so eifrig bemüht war, seine vermeintliche Schuldigkeit zu tun, in der Versenkung verschwinden wie Herr Aschkech»»>W»»»»^»W»»W»»W»W»»»W»W»>SWWMVWWWWWl>WW»»»»»i»M>»i Es versteht sich von selbst, daß es im Rahmen dieses Artikels nicht Möglich ist, ein so breites Thema zu erschöpfen. Erwähnt, wenn auch nicht Wetter behandelt, sei das Entzünden von Waggons durch Funkenflug oder auch durch Heitzlauftn, bas Reißen von Zügen und Entlausen von Fahrzeugen aus Steilstrecken, endlich Entgleisurtgen durch unrichtige, ungleichmüßige Velavuna sowie Gefährdung der Züge durch verbrecherischen Anschlag. Da die Gefahr mit der Geschwindigkeir wächst, erscheint es angebracht, auch kurz Über die moderne Bremsung der Züge zu sprechen. Dteft erfolgt entweder mit Ausnützttng des atmosphärischen Lustdrucks (Vakuum) oder mit Druckluft (Gesttngyouse) und bedeutet durch die ingeniöse Bauart einen wahren Triumph des Technikers. Der Lokomottv- Mrer ist in der Lage, ohne Kraftanwendung durch einen Handgriff den mit hundert Kilometern tn der Stunde rasenden Zug iu erstaunlich kurzer Zeit zum Stillstand zu bringe«; er betätigt vom Führerstanv aus durch die zu allen Waggons führende Rohrleitung die Bremsen aller Fahrzeuge. Aber nicht nur er, auch der Zugsführer im Dienstwagen und jeder Schaffner, selbst jeder Bassagier kann den Zug im Gefahrsfalle anhalten, wie auch ein Reißen des Zuges ihn zum Stehen bringt. Es kann ruhig behauptet werden, daß erst die Vervollkommnung der Bremsvorrichtungen die hohen Geschwindigkeiten unserer Schnett- und E^pretzzüge ermöglicht hat, während die GÜrerzüge, welche diese vurchgchenven Bremsen aus Ersparnisgründen nicht besitzen, zur langsameren Fahrt verurteilt sind. Allerdings kann nicht übersehen werden, daß ein Versagen der Bremseinrichtung Vorkommen kann und auch hie und da zu Unfällen, wie das Usberfahrm de« Prellböcke in Endstationen, führt. Zum Schluß sei noch wiederholt, daß jede Steigerung der Geschwindigkeit auf Kosten der Verkehrssicherheit geht und eine wettere Erhöhung über die heutige Höchstgrenze von hundert Kilometer nicht opportun erscheint. Im Kriege haben wir gelernt, Geduld zu haben und langsam zu veiM Erwägt man, daß gerade in dm schnellst fahrenden Zügen in der Regel jene Reisenden sitzen, dt« zwar di« größte Eite, aber am meisten Zeit haben, so kommt man zu dem Ergebiß, daß die Sichecheit «cht dem Schnelligkeitswahn genpfei^