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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-16 · Heft 1559 (16.6.1923) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1559 (16.6.1923)
Date
1923-06-16
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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***,VWT'"r;" »"wyvyv’}"«yv»-r?y^yywi*Sii)»t)»' yW ■r™sTwpr%T“P^H^V «M « Men, SamStay Tagesbericht. 8«» AUWchen Rationalsondr (Keren Kaiemech l'Arach. Die HtfcUtit in Vdäffin«, Die Zunahme der Eingänge für den Jüdischen NationasftmdS Hai auch im Monat April an-gchalten. Die Monats« ^rmme ist aus 10.762 Pfund gestiegen. Me ersten vier Monate 1923 ergaben eine Spendenisiumme von 39.477 Pfund gegenüber 31.610 Pifund in der Zeichen Periode 1922, Mas einer Steigerung von 61 Prozent gleichkomntt. Die Gejamtlftrmmc, Weiche der K^KL. 1632 in Erez Israel investiert hat, beträgt 164.596 ägyptische öder 168.864 englische - Pfund. Davon entfallen ans Bodenkäufe 100.484,. Amelliovationen 34.901, Aufforstung 7264, Häuserbau 5296 und aus Dar» leben 6957 ägyptische Pfund. Die für BodenSaus und Ameilioviernny ausgewandten Summen belaufen sich ans 87 Prozent, der Gesamivindestitionen gagenüber 84 Prozent für 1921 und 37 Prozent für 1622. Dies erttstwicht der Pol'itik des K. K. L., sich immer mehr ans den Erwerb -es Bodens und dessen Vorber-sitnny für die Jnanyriffnahme der Kolonisation zu konzentrieren. 40.000 ägyptische Pfund wurden als weitere Rate ftrr die Bodenkäufe im Emek evlHt, wv auch die meisten Amekioratiionsaribeiten zur Ausführung kamen. Ssinerzeit, da die Mittel anderwärts fehlten und die Lage der Siedler sich kritisch gestaltete, war es der K. K. der Hunderte von Arbeitern-bei feinen Drainage- Wasserleitnngsarlberten beschäftigte. Wären diese grundlegenden Arbeiten nicht ausgeführt worden, hätten die Emek-Kolomen nie Vorwärts kommen können. Etwa die Halste des in Darlehen investierten Betrages kam dem Mechusvei Dirot-Mertdl (für Obdachlose Arbeiter) bei Tel-Awiw, jetzt ,L-ordia" genannt, Mgute. Dieses Geld emMglichte dem Viertel UincilivvationsaäbeÄen, wie den Bau der Hauptstraße und die Installation der Wasserle-ituwg. In den vom K. K. L. erbauten Gebäuden gehört auch die „Schüwat Zion" genannte Arbeitersiedlung der Jemeniten.bei der Kolonie R'fchon. Das Hauptbureau des K. K. L. sieht, mit einiger B esorgn i s in die Zukunft, da es gezwungen war, die Reserven aufzubrauchen, da das derzeitige Einkommen des K. K. L. angesichts der großen übernommenen BerpfVichtungen nicht genügt. Nach Meinung der Direktoren tut eine ernste Anstrengung iwrt, die Einnahmen des K. K. L. zu vermehren. ßine Kmferenz für Wischen Vrsnndhettssch«-. Wie wir bereits berichte haben, beruft die Gesellschaft für den Gesundheitsschutz der Juden ,F) s e", die noch vor dem Kriege in Rußland gegründet wurde und jetzt in Berlin ihren Sitz hat, znm Zwecke der Koordinierung und Vereinigung all« Mischen Organisationen und Gesellschaften für Mischen Gesundheitsschutz in den verschiedenen 'Ländern für August 1923 nach Berlin eine Konferenz für jüdischen Gesundheitsschutz ein. Diese soll den Grmckstem zur Schaffung einer Gesamtorganisation'für jüdischen Gesundheitsschutz lcgeu, um die durch den Krieg und die ihm folgenden Ereignisse so schwer geschädigte sanitäre Lage der Judenhoit, 5e« sonders in den östlichen Ländern, durch umfassende Tätigkeit aus dem Geibiete der Hygiene zu bessern. Einladungen sind an alle Organisationen, welche sich mit der Besserung des Mischen Gesundheitsschutzes befassey, und auch an die zentralen H-klfsvrgauisationen ergangen. Die Tagesordnung der Konferenz umfaßt folgende sechs Hauptpunkte: 1. Die Aufgaben des jüdischen Gesundheitsschutzes als allgemeines nationales Problem. 2. Die sanitäre Lage der jüdischen Bevölkerung in den verschiedenen Ländern. 3. Arbeitsplan für die- Verbesserung der sanitären Lage: a) Gesundheitsschutz für die Kinder, b) Kamps gegen die Tuberkulose, c) Kampf gegen parasitäre Hautkrankheiten (Favus, Trichophytie), d) sanitäre AMärungsrrlbeit, e) psychiatrische Hilfe. 4. Die sanitäre Lage der jüdischen Bevölkerung in Rußland und der Wraine und die Maßnahme zu ihrer Verbesserung. 6. Sanitäre und medizinische Maßnahmen für^die Emigranten. 6. Schaffung einer Organisation für die Arbeit des jüdischen Gesundheitsschutzes. Re Aeberpriifrmg des FustairdhattungsMes Vergangenen Donnerstag fand unter Vorsitz des Landesgerichts-VizepräsiL. {nn .Hosrat Dr. Iaitner die eifte Sitzung^ der zur Ueberprüfung der Angemessenheit des I nst a ndhaltungszinses eingesetzten Kommission statt. An der Sitzung nahmen Vertreter der Hausbesitzer, der Handelskammer, der Arbeiterkamimer und der Mietervere-inigung teil. Nach längerer Debatte wurde gegen .die Stimmen der Vertreter der Hausbesitzer und der Handels- und Gewerbekammer beschlossen, daß für die Erhöhung des Jnstandhaltungszinses nicht die allgemaönen derzeitigen wirtschaftlichen Verhältnisse, sondern ausschlivßlich die Erhöhung der Jnstandhalrungskesten auf Grund der Erhöhung der Mä- Wiener Morgenzeilrmg. terialpreise und Löhne in der Zeit nach dem 1. November 162,8 als maßgebend anzusehen sind. Aus Grund dieser Beschlußfassung erklärten die Vertreter der Hausbesitzer und Handelskammer» daß sie cm einer in diesen; Rahmen vorzuwchinenden Erhöhung.kein Interesse haben. Di^ Komintfsion beschloß, derzeit von einer Erhöhung des gesetzlich mit dem IMachen des Friedensginses festgesetzten JnstandhaltunMins es abzusehen. Postanweisunssverlehr Amerikas mit Sefterreich. Mit 1. IM 1SW wipd ein einseitiger Postanweisungsverkehr aus den Verewigten Staaten von Amerika nach Oesterreich wieder aüfgenommen. Die Postanweisungen lauten auf Dollar, der Höchstbet-rag der einzelnen Anweisung ist 100 Dollar. Das AuAvochslungspostamt Wien 1 rechnet den Dollarbetrag nach dem am Dage des GinlangenS geltenden Kurse in die österreichische Kronenwährung um. Mitteilungen nur dem Publikum. nPessl I. Kärntnerstrasse 28 Führendes * Haus in der Frisnr enmode Reichhaltige* Lager moderner Haarbehtlfe in allen Nuancen Verlangen Sie illustrierten Katalog I 1024 Regine Eifermann Lazar Schönberg Kolomea Podwoloczyska t Verlobte Wien, im Juhi 1923 Rosa Weiss Cieszanöw Jakob Leiner Moscistfa Verlobte Wien, im Juni 1923 Anlässlich der Verlobung meines Cousins Herrn Laiar StbÖllbCrg mit Fräulein Regln« Elfermann wünsche ich herzlichsten Mazel-Tow. David Neu mann Zur Verlobung unseres Neffen bzw. Cousins Herrn Lasar SchöAfoerg mit Fräulein Regln« Elfermann gratulieren wir herzlichst. Isaak Bernson. Dr. Sigmund u. Nusia Bernson Wien, im Juni 1923 , Sfid- und HQisenfrüctite II., Karmelitermarkt «so Milch und Wem ivs II., Leopoldsgasse 31 Kultus-!!. Justiztaiare u. Barette liefert ta schönster Ausführung die bekannteste Spozialßrma 935 nimm Bf ISA! Af TEIN Zivit. und Unlformschneider KUüllLr UÜLililEin Wlen.Il.Taborstr. 54. Tel.45-6-29 Gegründet 1866 - Oroße Auswahl feinster Stoffe für Maßbestellungen mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmomsiammmmmmmm ■ a B B ».HERREHHOF PeflsiBfi 8c EICHQRflPCN ander w e s t b a li n 1057 ■ pro Tag K 70.000 inkl. Zimmer. Eigene Ockonomie. Auskünfte: Interurb. Tel. ,Eichgraben 4, Wien Tel. 78114, 131 Stelle 4. Leiter: Dr. Rudolf Gottfried und A. Horowitz ' 16. Jmn 1923 Nr. 1639 10.000 pivovtiem >»« W1«H VON FüNFZIGMUCNENIL NÄCHÄTI . 15.ulULIl92S* Anfragen ar» PRKMIENBUREAU.ABADIE' -f) WIEN.X^Davidqaase 32 Letzte “ ' 'V . Die Finanzlage Polens. Expose des Finanzministers. Warschau, 16. Juni. In der heutigen Sitzung des Sojv hielt Fi-nanznrinister G r a b s k i ein Expose über die F i n a n zl a g e des Staates und sprach im Zusammenhänge damit über die Ursachen der letzten Kursentwicklung der polnischen Mark. Der FinanAmimstcir erklärte, daß der Kurssturz der polnischen Mark mit der Wirtschaftslage, und vor allem mit dem Staatsbudget in engstem Zusammenhangs stehe. Die Grundlage gesunder valutarischer Verhältnisse könne nur durch die Samieramg der «Staatsfinanzen goschafftn werden. In den ersten Monaten des Jahres 1923 hatte die polnische Währuuc; eine ziemliche SiabMtät erreicht und der Export Polens hatte einen noch nie dagewesenen Au>fschwung zu verzeichnen. Es stellte sich später jedoch heraus, daß die Wirtschaftslage Polens seit gewisser^ Zeit mit der Wirtschaftslage Deutschlands in engem Zusammenhänge stehe. Mit Rücksicht aus die schwierige Wirtschaftslage Deutschlands sei u. a. der Export der vberschlesischen Kohle aus Polen nach Deutschland stark zurückgegcmgm, was natürlicherweise ans die Handelsbilanz einen großen Einfluß hatte. Der Minister schloß sein Expose urit der Feststellung, daß Polen wirtschaftlich kräftig genug sei, um die Mhäugigkeit vom deutschen Wirtschastsorgamsmüs zu überwinden und es' unterliege keinem Zweifel, daß nach Durchführung des Sanierungsprogrammes dis Stabilisierung und die Kursbesserung der polnischen Währung erreicht werden wird. A« die Bevölkerung Wiens! Zur Ermöglichung ihres Fortbestandes wendet sich die Wiener Freiwillige Rettungsgeisellschast auch in diesem Jahre an die Bevölkerung Wiens um Hilfe. Ans breiter demokratischer Grundlage als Verein konstituiert, hat die Gesellschaft nunmehr einen VerwMungsausschuß, in bent Vertreter aller Kreise des Volkes Sitz und Stimme haben. Dreiser Derwaltun'gsauLschuß hat nach eingehender Püüsnug der Erfordernisse und bei. Anllvendung aller erdeMichen Erfparungsmaßnalhmen die Betrielbsausgaiben für das lausende Jahr mit weit mehr als zwei Milliarden Kronen veranschlagt. Eine so hohe Summe. ausßubringen, ist aber nur daun möglich, wenn jeider Bettvohner Wiens, feiner sozialen Pflichten eingedenk, nach vollen Kräften dazu beiträgt, dieses Wahrzeichen des Wohlfahrtssinnes der Bevölkerung Wievs;n erhalten. Wir sind voller Zuversicht, daß die Wiener ihrer 5Rict;tur*3ägeifelti)d>oft auch diesm<Ä freudigen Herzens geben werden, was sie Sonnen. Für den Verweilungsausschuß der Wiener Freiwilligen Notkmgsgesellschaft: Der Präsident: Schvber m. p.- Die Vizepräsidenten: Hoß m. p., TaMer-m. p. *Das Neueste ist .. « Das Neueste ist nämlich die Sehnsucht nach dem Mittel'alter. Sie lebt im Herzen des Wiener Volkes und ist schier nicht auszurotten. Selbstverständlich gilt sie nicht so sehr dem Burgfräülein auf dem Söller oder dem edlen Ritter, dessen Tapferkeit so groß war, daß er alle vorüberziehenden Reisenden ansiet, wenn er nur sicher wußte, daß sie keine Waffen hatten. Nein, die Sehnsucht hat ein anderes Ziel. Die Methoden des Mittelalters sollen wieder in Ausnahnre kommen, denn die Bevölkerung der Stadt kann es nicht mehr erwarten, sämtliche Juden der Stadt mit dem gelben Fleck geschmückt zu sehen. Auch wäre es doch sehr hübsch,, wenn man die Juden wieder in ihr Ghetto einsperren könnte, nur müßte man ihnen tagsüber ein bißchen Ausgeherlaubnis gewähren, sonst könnte es doch da und dort hapern. Aber die Hauptsache bliebe ein netter, kleiner Scheiterhaufen, den man ans dem Stephansplatz errichtet und an dem dreimal in der Woche ein Paar Judenhunde gebraten werden, schön braun und knusprig, um den Appetit der hohen Kulturträger zu reizen. Natürlich würde sich auch dabei das Mittelalter praktischen'Erwägungen nicht verschließen und in der Ausivahl dsr Braten eine gewisse Vorsicht walten lassen. Denn es iv'äre doch schließlich zu fatal, wenn ein flottes Hackenkreuznntcrnehmen nicht zustande kommen könnte, weil sein Geldgeber dem Krematorium der Lebenden überliefert worden war, Auch Rad und Galgen könnten geschmackvoll dem Stadtbild einverletbt werden. Nur gegen die segensreiche Einführung der Daumenschrauben erheben sich einige Bedenken. Deny man hat beobachtet, daß die Leute, in nähere Berührung mit diesem liebenswürdigen Instrument gebracht, merkwürdig aufrichtig werden, und da Könnte man vielleicht auch erfahren, aus welchen rein arischen Händen das Geld für die rassenremem Wahl-i ■■ *Z#S$saj*STn ^0At4ßa;J5ftÖio-Brqnner Prateraiern HFlITF fcfllMtflfl flPJl Ifi /jHf|i Internationales Varietä — Militärkonzert — Jazzband — Parisiana-Vorstellung mit, Frasf IlbUl M WiiIJUIJJ mWI 10» tJUlII Constanze von Linden und anderen ersten Künstlern — Chorkonzert des MannergeäangJ; Vereines — Tanzderby, veranstaltet von Prof. Singer —• Koriandoükorso — Kabarett in der’ || Jardin-Bar *r> Grinzinger u. Dreimaderlhaus* — Festvorstellung im Casino Monte Carlo ~ _ _7,_ ___|| Nachmittag Prof. Singers Kinderballett^. Kindermodeschau — Zahllose Belustigungen von! .. 11 1111 Berliner Lunapark -- Neu angekommen 30 Araber u. Neger lll> ||n|jH|ifinfiflAn|lQnhgn Wiener, eirecltelnet xbblrelch! Oeeaiuie^tree K 10.000 sfl. WllUHpPDollüUllBH Das Fest findet bei Jede« tHOur ung sfia t' 6227 71852

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