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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-16 · Heft 1559 (16.6.1923) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1559 (16.6.1923)
Date
1923-06-16
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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/ Jfc.1669 Wen, Sanlstag , Wiener Morgenzettung. 1'^' - 16. Ami 1923 9f Serie. 3. Ae Geldquellen der Hakenkeuzler. TriuglWeltsdebatte im Wiener Rattzaur. Jdr der gestrigen Sitzung des Gemeinderates brachten die Mffchnatwnalen Gemeinderäte Dr. Plaschkes und Ge-' nassen einen' DriniMchkestKantrag über die Geldquellen der Hakenkreuzler ein, an den sich eine äußerst interessante Debatte anschloß, die stellenweise durch Wutausbrüche der Ehrisilich^ spMen, denen die BesprechunH der Missetaten der Reaktion' recht unangenehm w.ar, sehr stürmische Formen annahm. Der Drur-girchkettKantrag PlaWes hat folgenden Wortlaut: In den letzten Wochen sind Nachrichten in die Oeffentkichkeit gedrungen, wonach die >im Hauptverbcmde der Indu-' Ltviellen Österreichs verjüngten Unternehmer große Summen durch Wochenbeiträge aufbriugen, um reaktionäre Parteien, insbesondere auch die Hakenkreuzler, in ihrer antisem'itffchen TLbigkeit p fördern. Anläßlich der Vorsprache einer Anordnung jüdischer Industrieller gab der Präsident . des genannten Hauptverbandes, Herr Urban, ausdrücklich KU, daß aus diesen Beiträgen die antisemitischen, bewaffneten Verbünde der Frontkämpfer und Heimwehren befahlt' werden, daß er jedoch von der Unterstützung der Nationalfotftdilfteit nichts wisfe. Diese Behauptung brachte Herr Urban auch in der Letzthin stattyeyabten Vollversammlung seines Verbandes vor. Es gelang ihm, unglauiMchevweise von der übevwiegenden Mchrheit der. anwesenden Industriellen ein Vertrauensvotum zu erlangen. Er begründete seine Stellungnahme damit, daß man sich der „Ovdnungsparteien" «nd ,Maiserhaltenden" Organlsationen als Schutzwehr «egen die MnüsradiValen Gruppen bedienen müsse. Dieser Sachverhalt ist für die Gemeinde Wien aus verschiedenen Gründen sehr beachtenswert. Zunächst von dem Standpunkt ans, daß durch diese Zuwendungen das gefährliche Treiben der auf Unruhe und Verhetzung hinarbettenden Pogro mist.en, die mit Revolvern und Gmmmknü-tteln Versammlungen bedrohen und sprengen und Verfolgungen der jüdischen Bevölkerung in- Mnieren. wicht bloß unteGützt, sondern geradezu ermöglicht wird. Ferner deshaW, weil dieses Vorgehen der industriellen Standesvertretung eine unnötige Herausforderung des weitaus überwiegenden Teiles der Bevölkerung bildet und den Bürgerkrieg förmlich züchtet. Schließlich aus dem Grunde, weil unsere Gemeinde durch ihren Aktienbesitz an zahlreichen Jndustr ieun ter nchmungen beteiligt ist und darüber Marheit gewinnen muß, o>b auch « diese Unternehmungen die genannten Kampsverbände durch Verträge unterstützen. . Wir stellendaherau den Herrn Bürgermeister den drinMchen Antrag, dl« Vertreter der Gemeinde Wien in den Verwaltüngsväten von Jndustrienntern-ehmungen anzuweisen, daß sie die Leistung dieser Beiträge an den Hauptverband der Industriellen zu verhindern haben. „f Zur Begründung der Dringlichkeit seines Antrages ergriff das Wort Gemeinderat Dr. Plaschkes und führt unter anderem aus: -..Die Dringlichkeit unseres Antrages ist einleuchtend. Nur westige Menschen in diesem Saale werden ohne arge Verlegen- ^hert die dringliche Behandlung ablchnen können. Die Bevölkerung Mens m ihrer überwiegenden Zahl Mt die im Antrag bchpvochene Angelegenheit für äußerst wichtig und würde es niemals begreifen können,.wenn diesem DringVichkeitsantrag die Beachtung versagt würde. Der Pfiffikus Urban, der Leiter des Hanptverbandes der Industrie, erMrt, daß er zum Schutze des Eigentums der Unternehmer, zur Abwchr von Uevergriffen bei Streiks gegenüber den limsradikalen Elementen die ,/taatöerhaltenden" Organisationen der Frontkämpfer und Heimwehren mit Geld, und tzwar mit sehr viel Geld füttern müsse; er redet sich ein, daß Wischen Frontkämpfern und Heimwchren einerseits und Hakenkreuzlern andererseits' ein gewaltiger Unterschied sei. Vor allem sind wir nicht davon überzeugt, im Gegenteil, wir haben gewisse deutliche Anzeichen dafür, daß die Hcckenkreuzler aus Umwegen von demselben Industriellenverband ihr Geld bekommen. Ihr Aufwand wäre ja sonst unevMölich! (Lebhafte Zustimmung links.) Mer weder wir noch die Wiener Bevölkerung machen eine so fe’ttve Unterscheidung wie Herr Urban; Kr vernünftige Menschen sind Frontkämpfer, Hakenkreuzler und Heimwehren eine und dieselbe antisemitische Gruppe. (Gemeinderat Kunschak: Nur für. die Bevölkerung der Levpoldsiadt!) Gemeinderat.Dr. Plasch-- kes: Nein, Kr die ganze Bevölkerung Wiens, innerhalb und außerhalb der LevpMstadt. (Beifall bei der Mehrheit.) Sie alle kämpfen im Schatten des Hakenkreuzes, sie alle predigen , Mord und Brand gegen die Inden, sie alle stören die Ruh« des Staates und seine kulturelle Entwicklung, und zwar umsomehr, je mehr Geld sie bekommen. Deshalb ist es ein staatsgefährliches Treiben, diesen Elementen durch Zuwendung von Niesenfumimen ihre Tätigkeit; zu ermöglichen. Die Geldquellen sind also aufgedeckt. 18 Milliarden jährlich sind kein Pappenstiel! Das Gcheimnis der großen Aufzüge auf der Ringstraße, der wüsten Wersammllmg-en in allen Wiener Bezirken, der elenden SchandplakMe und >der gedungenen lleberfälle auf wehrlose Jüdinnen und 'Iiti^n ist enthüllt, auch die Herkunft^ der kostspieligen Revolver und der teuren Gnmmiknüttel ist ewfchleiort; sie sind eben die Schutzwerkzeuge des* Industriellenverbandes und loeuden an den Juden ausprobiert. (Lebhafte Heiterkeit.) Alle diese Gruppen sind Exponenten eines exzessiven Antisemitismus, und sich auf sie als Schutztruppeu stützen zu lvollen, ist, gelinde gesagt, -eine grobe Fahrlässigkeit dieses Herrn tt.rban. (Verfall. Zwischenrufe: Söldner, Söldnerpack!) Did Hoffnung 'der Herren Industriellen, mit diesem Gesindel ihre Unternehmungen zu schützen, ist eine Lächerlichkeit, die geradezu beschämend wirkt. Gegen den Linksbolfchewismus eine:: Rechtsboljchcwismus zu erzeugen und Streiks durch antifemiti-schg Machenschaften tbelbämpfen zu wollen, zeigt eine Politische Auf-' fasfrmg von grotesker 'Verschrobenheit. Aber diele verlogene Politik kann uns Juden nicht täuschen. Die Lüge dieser'Politik wird nur noch überbohen durch die Dummheit der Beweisführung dieser Herren Urban und Genossen, welche glauben, mit Söldnevscharen «Ken veMßlichen Schutz gegen soziale Entwicklungen schaffen zu können. Wir volksbewußten lIuden aber lassen es uns nicht gefallen, daß Gelder von jüdischen und nichtjüdischen tIndustriellen dazu verwendet werden, umb ewäfsnete antisemitisch« Verbände zu fördern, wir lassen es uns nicht gefallen, daß in diesem Staate mit Iudengeld Judenfeinde aüsgepäppelt werden. (Lebhafte Zustimung.) Wir stellen aber mch die Frage: ,Mie verhält sich , die Gemeinde 'Wien zu den Offenbarungen'des Herrn Urban? Was gedenkt der Herr Bür gier me ist er gegen diese Machenschaften zu unternehmen?" Zunächst. dom Standpunkt der Polizeiaufsicht. Es geht doch nicht cm, daß in Wien bewaffnete Banden gehalten werden, ungestraft ihr Unwesen treiben dürfen, um mtif Juden loszngehen! Und dann vom Standpunkt unserer wirtscha-ftilichen TeilnahM an Industrieuinternchmungen. Es kann doch nicht geduldetwerden, daß unsere Vertreter' in den Verwaftungs-väten von Mtiengefellschaisten ruhig zuschauen, daß die „Ordnungsparteien", die Frontkämpfer,. Häkenkreuzler und Heimwchven, mit Beiträgen unterstützt werden, welche unter der Kontrolle sozialdem o kr a ti^cher Gemeinde- Vertreter an den Industriellenverband abgeliefert werden. (,-Schr richtig!" links.) Wir wollen das gefährliche Treiben der antisemitischen Horden bekämpfen, wir wollen mithelfen, den Bürgerkrieg zu vermeiden, wir wollen unsere Gemeinde vor Schmach bewähren. Deshalb haben wir diesen Antrag eingebvacht und verlangen, daß Sie seiner sofortigen dringlichen Behandlung zustimmen. (Leibhafter Beifall.) Bei der hierauf folgenden Abstimmung wurde 'dem Antrag die Dringlichkeit zuerkannt; dafür stimmten außer den Iüdifchnationalem die Sozialdemokraten, und Tschechen, dagegen waren die Christlichsozialenuud die D.euts chnatiomaile n. (Rufe bei den Ehristlichsozialen: „Jüdische Solidarität!" Gemeinderat Hieß i(Soziätdemobr.at): ,Die Patentchristen sind natürlich für den Mord". Gemeinderat Dr. Plaschkes: ,Me Solidarität der anständigen Meyschen!") Gemeindemt Dr. Pollak gibt zunächst eine genaue Darstellung der Intervention im Hauptverbande d:r Industrie, welche von ihm und einigen jüdischnalionalen Industriellen ausging, und bemerkt, daß er sich mit Entschiedenheit gegen die Zumutung des Herrn Urban wehren müsse, als hätte er oder irgend ein Jude, der etwas auf seine jüdische Ehre hält, jemals die Erklärung des Industriellenverbandes mit Befriedigung zur Kenntnis genommen, daß Frontkämpfer und Heimwehren als Schutztruppen der Industrie, gehalten und mit großen.Geldbeträgen unterstützt iverden. Bezüglich „der Hakenkreuzler hat Herr Urban die Unterstützung, geleugnet. (Gemeinderat Müller (christlichsozial): „Die bekommen ja gar nichts!" Gemeinderat Plaschkes: „Das geht halt auf Umwogen, z. B. über Graz oder unter dem Tisch von Hand, zu Hand, wenn Herr Urban weiß, daß die Juden nicht dabei sind!" ... . Gemeinderat Proper (chrifflichiozial):" Mrs ist also ein Mischer Dreh! Dr. Plaschkes: Nein, das ist der Schulfall eines christlichen Drehs, er schaut auch danach aus. (Leibhafte Heiterkeit.) .Gemeinderat Dr. P o ll a k - (jüdischnational): In der Hauptversammlung des In>dusirjellenvervandes wurde zuge- Mbeu, daß gewisse Gruppen vom Hauptverband unterstützt werden. (Zwischenrufe bei den Sozialdemokraten: Aber Fürsorgeahgabe zahlen wollen die Herren, nicht!) Der Hauptverband ist eine wirtschaftliche Organij'ation der Unternehmer, der die Aufgabe hat, gegen die Arbeitnehmer den Kampf zu führen, der den Industriellen aüfgezwungen wird. Aber in diesem Kampfe darf die,Organisation'an den^^Mitteln, die sie anwendet, nicht über die gesetzlichen Schranken hinausgichen, sie darf nicht Politik troibem Was der Hauptverband tut ist nicht Industviepolitik, sondern Mtisemitische, reaktionäre Politik, ist die Unterstüitzung des Rdchtsbolischewismus. Das Wunen wir als Juden und.auch als Demokraten nicht lgutheißen, und es ist ein Wahnsinn und ein Verbrechen der Mischen Mitglieder, daß ein Teil von ihnen diese Politik mitm>acht. In der Haupwersamlung halben 16 jüdische Mitglieder dagegen gestimmt. , Gemeinderat Dr. Plaschkes (ftidischnational): Es hat .Halit dort nur 16 anständige Menschen gegelben. Diesen Zwischenruf beantworten die Christlichsozialen, namentlich die Gemeinderüte Angermaher und Zimmerl mit erregten Rufen: Das ist eine Mische Frechheit. Gegenrufe bei den So- -.zialldemokraten: Natürlich, wer das Geld flir die Mörder gibt, O bei euch anständig. Gerneinderat Dr. Pollak (jüdischnational): Der Präsident des Indnstriellenvertbandes hat. gesagt, daß der Verband nur jene Organisationen unterstütze, die sich der Staatsgewalt unterstellen. Wer bürgt ihnen aber dafür, daß die Leute, die heute Handgeld bekommen, um die, Industrie zu schützen, nicht das nächste Mal, wenn sie von einer anderen Seite Handgeld bekommen, auch anders Kuren? Wir kommen hier zu einem SAdUerwesen. Die Stabilisierung der Krone und die Erlangung des Völkerbundkredits ist ein großer Evfqlg. Aber dieser Effolg, der auf dem Vertrauen des Auslandes beruht, kann nur erischüttert werden^ wenn das Ausland hört, daß beide Parteien gegeneinander heimlich Heerhausen ausrüsten. Wir werden daher unseren.Kamps weitersühren. Ich billige es auch nicht, daß die Sozialdemokraten Arbeiterwchren aüsrüsten. (Gemeinderat Dr. Plas chke sr Arbeiterwchren sind für die Arbeiterschaft verläßlich. Den FronÄämPfern upd Hakenkreuzlern sind die Industriellen, wenn sie einmal das Geld bekommen haben, Nebensache.) Unsere Stellungnahme in dieser Frage bleibt unverrückbar. Ms Juden und Demokraten Mnschen ivir, daß mit der Verhetzung der BevMerunigskbassen gegeneinander ein Ende gernacht wird, daß die Prvvokatibnen der einzelnen BevAkerungsschichterr gegeneinander unteMetben und daß eine Politik der chrlichen Arbeit und des gegenseitigen Verstehens gemacht wird, welche dem Staate und seiner ganzen Bevölkerung dienen kann. Wer von diesen Grundsätzen albgeht, versündigt sich. Deshalb sind wir gegen die gefährliche Politik des Hauptverbandes der Industrie, welche wir mit allen Mitteln bekämpsen Werder:, und hoffen, daß nicht nur Mische, sondern auch nichtjüdische Industrielle es ablchnen werden, den Dispositionisfonds zuv stärken, welcher die Pogrornssten mit Rievolvern und Gummiknütteln versieht. Wir erwarten die günstige Erledigung unseres Dringlichkeitsantrages. (Lebhafter Beifall.) 1 Gemeinderat Kuns ch a k (chriWchsozial): Ich hätte gegflaubt, daß, der Bürgerrneister diese Änfrcvge zurückweisen wird. Da dies nicht'geschehen ist, wäre cs besser gewesen, wenn der Gemeinderat ihr die DringlWeit nicht ertem hätte. Es handelt sich hier um eine Angelegenheit, die ausschließlich den Jn- /dnstriellenveriband angeht, mit. dem GeMeindevat aber gar° nichts zu tun hat. Es ist ein sehr bedenWiches Präjudig durch die Bchandliung dieser Anfrage geschaffen ivooden. Es geht uns, gar nichts an, was der Bund der Industriellen mit seinem Gelde tut. Wir sind auch gar nicht dazu da, daß dom Gemeinderat Dr.. Pollak die Möglichkeit geboten wird, vor einem öfentlichen Forum nachzuwesien, daß die Zionisten das oder jenes nicht getan haben. Ich will aber ausdrüMch den Unterschied zwischen Frontkämpfern mnd Hakenkrenzlern aufzeigen. Die Hakenkreuzler sind eine politische Partei, während die Frontkämpfer eine Vereinigung ehemaliger Militärs darstellen, die «inen ganz anderen Zweck hat als jenen, den sich me Hasinkren^ler r-nrecktaeleat haben. ' Gemeinderat Nachtnebel (Sozialdem.): Die haben sich nur einen anderen Namen gec^oen. Gemeinderat Dr. Plaschkes: Oberst Wolfs konstatiert, daß das dieselbe Gruppe ist. Gemeinderat Kunschak: Menu Sie um jeden Preis anständigen Leuten ihre Ehre rauben wollen, dann können wir nichts machen. »Wir bedauern nochmals, daß diese Angelegenheitheute hier vorgebracht wurde, noch dazu in einer Weife, di« absolut unzulässig ist. . Gemeinderat Eldersch (Sozialdemokrat): Wir haben für die Dringlichlkeit dieses Antrages deshalb gestimmt, weil wir den Gemeinderat für eme politsche Körperschaft halten. Die Organisationen, die der „ Jndustriellenverbmid mit seinen Geldern füttert, gefährden die öffentliche Sicherheit und Hetzen zum Bürgerkrieg, weshalb darüber im Gemeinderat zu reden unsere Pflicht ist. (Beifall.) Gemeinderat Kunschak (christlichsozial): Dann werden wir davüber debattieren, daß im Rathause für die Arbeitierwchr agitiert wird/ ' -Gemeindemt Eldersch: Wir weichen einer solchen Debatte nicht aus. Ich erkläre, daß wir politischen Bravos, die dafür lbezahlt werden, damit sie über die Arbeiierschafl bewaffnet herfallen, schon eme Parole bieten Wunen. Sie haben die Heimwühren organisiert, Sie haben die Bauern ^bewaffnet und Ihre Parteigenossen haben staatliche Waffenlager bestohlen. Glauben Sie denn, daß die, Arbeiterschaft ruhig zusehen wird, wie Sie Ihre Leute bewaffnen? Wir raten Ihnen also, das Geld nicht unnütz hinäuszuwerfen. Die Reden Ihres Ierzabek zeigen, daß viele Herren Ihrer Partei mit den Hakenkreuzleril in Verbindung sichen. Es ist übrigens höchst bezeichnend, daß die Herren siirternehmer sehr beweglich über die höhen sozialen Lasten und über.'den geringen Zollschuh klagen, äbe-r hier übernehmen sie Lasten, -die, wie wir heute erfahren haben, nicht weniger als 18 Milliarden Kronen ausmacheu. Wir haben inrmer ruhige Versainlungen gehabt, solange -die Hakenkreuzler nicht waren. Sie haben die politische Atmosphäre vergiftet -und die Arbeiterwehren werden solange be-stehen bleiben, als dirrch die Hakenkreuzler die Versammlungsfreiheit gefährdet wird. Sie organisieren bewäffm-t« Banden, die in Wien ihr Unwesen treiben. Wir stehpr auf -dem Standpunkt des fr-iMichen Kampfes gegen die Industriellen, wenn aber der Hauptverband der Industrie «la-nbt. diesen Kampf mit Waffen anstvagen -zu können, dann wird er sich täuschen. Wir lassen uns nicht länger-provozieren! Sie werden mit diesem Gesindel weder einen St-reik verhindern, noch werden Sie mit diesem Gesindel die -Arbeiterschast Niederschlagen. Wfr haben für den Antrag gestimmt., um darüber zu reden, wie urivernünftig und, verbrecherisch es ist, bewafnete Banden zu dingen. Wenn Sie auf diesem Wege weiterschreiten, dann haben Sie,sich die Katastrophe selbst znzuschreiben. (Lebhafter Beifall bei den Svzialdemokrateu.) Bürgermeister Reumann erklärt gegenüber den Ausführungen des Gemeinderates Kunschak, daß im Dringlich- 'keitsantmg Plaschkes ausdrücklich die Gemeinde Wien ausgefordert würde, ihre Funktionäre in den Verwaltungsräten zu beauftragen, gegen die Nutersiützung der Hakenkreuzler durch den Indüftriellenveribäud Stellung zu nehmen, daher war die Verhandlung der Anfrage berechtigt. Der Antrag wurde hierauf dem Stadtsenat zugewiesen. . _ Trotzende Aussperrung i« der Grazer Graz, 16. Juni. Im Hinblick auf />i-c von 'den M.'toll. industriellen angedrohte Aussperrung der G.vager Ale tallarbeiter erschien heute nachmittags beim BürAermc^ister Mn. chitsch eine Abordnung.der LandeLgewnsichaftskommission, um ihn über die.Lage in der Meit-allindustrie zu unterrichten. Di« Kommission stellte an den Bürgermeister das Ersuchen, beim Landeshauptmann dahin zu wirken, daß er im Interesse der Wahrung -der Ruhe, und Ordnung bei den Metall industriellen .interveniere. Morgen und Sonntag findet in Graz die Reichs Konferenz -her Matal/larbeiter statt, die zur 'Haltung des Hauptverbandes der Industrie -gegenüber den Metallavbestern Stellung nehmen tvird. WMSWWM Wohlfeile Woche! Leinenwaren, Waschwaren, f Stoffe, Wäsche — sehr billig | Warn- Sei Schiffmann pasmm II., TaborslraSe 48 Telephon 47-1-76 ln gros En detali,

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