Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1558 (15.6.1923)
- Date
- 1923-06-15
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Hingegen sei es der Zionistischen Ovganisation gelungen, im Verlaufe des letzten Jahres zmn Keren Hajessod, der keine Politik treibe und nur dem Aufbau Palästinas gelte, Persönlichkeiten wie Louis Marshall, Cyrus Adler und die führenden- Reformrabbis heranzuziehen. Auch die Höhe der aufgebrachten Gelder sei sehr gering, im ganzen 300.000. Dem Beitrag des ,Hoint" von 200.000 Dollar zuliebe sei es nicht nötig gewesen, das zionistische Programm beiseite zn legen. Die Formel: „Zion ohne Zionismus habe sich »tcht bewährt. DaS I. C. B. meldet ans New-Aork: O'berrichter Brandeis führte in seiner Rede auf der Jahresversammlung des Palestine Developement Council unter anderem aus: „Wir versuchen, ein neues Land zu bauen. Wenn wir Amerikaner an den Aufbau eines neuert Landes denken, denken wir gleichzeitig an die Pilgrim Fathers („Pilger- Väter": die Begründer der StM Plymouth in den Vereinigten Staaten). Wären sie entmutigt worden, so hätte die Entmutigung nach dem ersten Jahre ihrer Arbeit eintreten müssen, da. sie wenigstens die Hälfte ihrer Mitglieder verloren hatten. Krankheit, Tod, schwere Prüfmtgen standen an der Wiege des Landes, das nach kurzer Zeit eine der blühendsten Gegenden der Welt wurde. Der Geist, beit diese Leute offenbarten, da sie nach dem Westen zogen, soll unser Gefft sein, da wir nach dem Osten gehen." Oberlichter Brandeis zeigte sich von dem Erfolg der Jahresversammlung sehr befriedigt. Nachdem die Versammlung geschlossen war, erklärte er: „Ich habe me eine zionistische Versammlung mit einer solchen Befriedigung in bezug ans die geleistete Arbeit und die erhofften PepsPektivLn berrasien wie heute." _ * Noch einmal' das KremaivMm. In der gestrigen Atzung des Klubs der chrWichsogjalen Gemeinderäte berichtete dessen Obmann Knnschak über die Umstände, unter welchen im Wiener Gemeinderat die jüngste Entscheilchtna in der Kpematorinms'ft'clHe getrogen wurde. Er stellte mslbeisondere fest, daß bei di'aser Entscheidung sowohl -die Rechte des zuständigen Gemeinderatsa-usschusses wie jene des Stadtsenates' meMl-ichst verletzt wurden und hier ein offenkundiger Bruch der Gemetindeverfassung wie der Geschäftsordnung des GemeiuderateS vorliegt. Er beantragte, daß gegen dieses Vorgehen des Bürgenmeisters und der G-eMinderatsmehrhelt die Beschwerde an den Verwaltnngsgerichtshys ergriffen wird. * Der ttzgsiche Mwuusall. Me 18jährige Comptoiriistin , Anden eine BluOeule an der! g am sinken Fuß und chienistpita-l Miee Roth, Anderasgasse 1 wohnhaft, wurde heute nachmittags in der Siebensterngaste von emem A,utmn>oibil nieder gestoßen und überfahren. Sie erlitt ei"' Y- — Stirn und eine schwer« V« rl e b u n <{ wurde von der RettüngsgasiMchast in gebracht. * None Pmrr le merite-Ritter. Aus Berlin wird bevichlvt: Die freie Vereinigung von Jnlhatbern der Frsidensffasse des preußischen Ordens Pom le merite hat AUbevt Ernst e in, Gechart Haupt mann, den Göttinger Mttheimaitller Felix Kll-eilv». den Maler Max Liebermann und den Blldhsuer Hugo Lederer, zu ihren MWicdorn gewähit. * NamenSgjlelchhM. Der BanVsieischasts!n!l>aöer Marko Rosen rau ch ersucht um die F-eMellUno, daß er mit dem in dem Schwurgerichts-Prozeß gegen die Falscher von Polenmartk gemnnten Max Rosenrauch weder identisch noch verwandt ist und mit ihm niemals in ivgendelner geschäftlichen Verbindung gestanden ist. * GrllnduuasverscflNmluna der „Oze" ln London. Anr dkl. d. fand in London di« Gründungsversammlum der wir krmem InS Leiben gwu-fcmn Londoner Gruppe der Gesellschaft für Gesundh'c'ttsschutz unter den russischen Juden „Oze", statt. Den Vorsitz führte der Pro. sessor der Cambridg»Universität Galaman Redcliffe- Das lHauptreferal hielt Dr. Schwarzmann. Es sprachen dann noch mehrere Redner, unter Hwn Dr. Eder, der Chacham der sepbardischen Gemeinde Dr. Gaster, B. Alexander (Südafrika). Fast alle jüdischen Aerzte Londons wohnten der V-crsammlung bei und vollzogen ihren Anschluß an die Londoner,L)ze". Vom Minister im Kabinett Baltzwin, Lord Robert Ce eil, lampe ein wapnes. BagMßavngAschreiben ein. inwc-lchem Ceeil saststellt. „-ein UrvAück' in den letzten' zehn Jahren tva>r so tidf und so nie-derdrückend, wie das jüdische Unglück. BearüßuMen sandten fetjnet; Amerioan Relief Administration. Israel Zangwill. der^ReLtor der Londoner UniveMtüt u. a. ES wurde art8 -der Mitte der Londoner jüdischen Aerzte ein Komitee gewählt, dem auch der Ch:frabbi von London Doktor Hertz und der Chacham Dr. Gaster an-gchörten. Die englische Presse -bringt ausführliche Sitzungsberichte. M. C. B.) ' * Das Borkum-Lied. Bekanntlich ist Borkum an der Nordsee dasjenige Bad Deutschlands, in welches jüdische Badegäste seit vielen Jahren nicht hrneinftelasse-n werden. Seit oltersher jst «8 Sitte, daß!ble' Äivkmner iKurikapelle tagtäglich am Schluss« ihres Programms das Bov^tmEl-ed anstimmt, und div Gaste miit-singen. Der Inhalt des Liedes, ist kurz der, daß der Jude den schönen Strand Borkums nicht «betreten darf. Nunmehr hgt ~ wie die Berliner AntisenriteWveHe meldet — der sozialdemokratische Landrat von Emden her Wadedivektion erklärt, dn OberprDdent des Bezirkes Hannov-'r, Noske. verlangt, daß das Borkum-Lied gespielt werde, dä sonst ent-- scheideOe Maßnahmen ergriffen -würden. (I. E. B.) * Jüdische Bolksschnle, 20. Bez., DerüSM« SS. Die EinschrsitbuMen in die erst« US vierte Klasse der JWscheu VoiM schule Mr Mühen und Mädchen ldentsche. UnterrMMyache)/ 26. Baz.. DeniMse 8ö. finden an jedem Montag u«pd Fvemaig von 11 biS 1 mt mittags, k» der KaiUai dvr Schiit statt. Mir unbsmÄWte SchMer halltbe. eventuell auch MW SchnilMrs Menetz Morrgenzeitung. ZLAsrche der kleWn Entente in Sofia. . chW, 14. Jtmj, M, ,IageLpyst^ Mdet aus Belgrad: Morgen um 10 Uhr vorinitags wird eine gemeinsame Demarche der kleinen Ent-jente in Sofia als Protest gegen die Verletzung des Vertrages von Neuilly durch die neue bulgarische Ne-giecung erfolgen. Besonders wich in dieser Demarche verlangt tver^en, daß d-e revolntionäre Regierung sofort die im ©umc des Fnedensvextrages überzählig-en Militärpersonen entlasse. Die tschechosiowakische nn«d die 'rumänische Rchietung' haben ihren Gesandteu in Sofia Instruktionen MeVeN, wonack diese solidarisch mit dem jugoslawischen Gesandten in Sofia auftreteu Men, um die revolutionäre Regierung auf die Folgen der Verletzung des Friedensvertrages anfmerksam zu machen. Die tschecho-slowakische und die rumänische Regierung haben es deut jugoflawischen Außenminister Dr, Nineic überlassen, den Text der Note, die in Sofia überreicht werden wird, zn r-odigieren. Ein Aufruf Slambuliiskis zum Widerstand. S t a >m b u l i \ § 11 hat e-in Manifest erlassen, worin er das bulgarische Poff auffopdevt, sich der unMetzlichen Regierung ZarMvs zu widersetzen' Die über Ze-ribrod eingetroffenen Meldungen besagen, daß es den Anlbängevn StMOuliiÄis gelungen sei, Sofia vom übrigen Bulgarien abz ns ch neiden. Die neue Regierung bchaßte sich gestevu mit der dttrch den beginnet^jden Leibensmittelmangel geschaffenen Lage, und beschloß, die BM.lkerumg der Hauptstadt austztllforidern, den LebensntittMeVars emzuschräntken. * Gesellschaft der Freunde. Montag den 18. Jun-i, 6 Uhr abends, spricht im Vo-vtra-assaa'le der Frauenliga, 1. Bez.. In der Burg. .Michaeljertrajkt. Miß B eat r i ce H o y s s e d, über ,Lthe EnL-ilsih qttd Äustrian Fellowlhip, of Reconciltation". — Fre-i zugänglich/ " Die Bezahlung der Rechmtngeu für elektrischen Ström. Die Korrüspondeusi Herzog mE-t': Um einem vielseiitigen Wunsche der Sir-cenaibncibmer etmgegettktnkMvneu. unternimutt die Dwektio-n dsr StÄdtöschen EÄ^rn-itälswerke nochmals. den - Veusuch, die StromMurett nicht mit Handinkasso es!M:§;ichen. fordern sich des PoMparlasser.antles als Jnkassostelle zn bedienen. Eitt vor Jahreit intternom-ntener Versuch schektexie. wer«.' die SirmtM-Luren 'nicht 'prontpt be-zahit werden. In Vedhandlungen iitti: der Direktion de» Postipaakasselta-mtcs ist, es ge-lungerr, ei-nen gHeianeten Pviderila-eischei-n zu entwerfen. Die Direktion der Städtischen Glöktr^dtä'tÄverke appeMvrt an den Geuroinsinn.' der Kundschaft, das Inkasso durch sofortige Zahlung der Fatktu-xen AU evmMichrp, welche im Sinne der StromibegWIbcldMiMisse bei Pxäsetttation fällig slrd.'Sollte der BstivW jedoch imiechM vyn'drei Werk-tagen nicht zur Einzaglttng gebracht -eiir, so werden solche Rnlogen ohne tveitore vorherige Ve rst ä n>d i g n ng vont Netze ab geschaltes. von Arre^rleichcn Ms Italien. .Am 12. d. langte der.'Mte..Kbaff(l,de.r^.FlDta'hrsKMldi-j'ion des Oesterreich-scheu Schwarzen KrenzcZ in Wien ein. Diesmal sattdep die EzjhumieLutlgen in -der Gchirgszone des eherttaligen Kampsflehtetes' statt. Iw dem ntt'wdslsamen Massiv der Fontana sicca und der Dieltet tag,rrijipe, iuo sich noch Schne-chager vorsinden, wurden die schsvteriMn- Erpchitioneu mit Trägt'ieren dnrchgefiihrt. Die Itvlicner Mteti auch die hochgelegenen Kviegersriedh-ffe in bester Ordnung. Die Verlegung der Gebirasgräber in die TaffrsedhÄfe ist -znm großen Teil 0, dnrchgessirht. Die Expedition «nachte anch zahlreiche sorschungen und viele photographische Än-fnahnten auf der Hochfläche von Asiago, im Vgl sugana rind anr Karst. Teil-' des Tr-ansporlcs gingen in ^die einMlnen VnnheWuder und in die.Dschecho.-Silowa-kei. Anmeildungen' für die rtächiste Cxipedltion können im Generalsekretariat des Oesterreichi-chen Schwarzen Kreuzes, Wien, 1. Bez., Hcrrettgasse 21, bis 15. Juli d. I. gem-acht werdet«. * Amtlicher Wetterbericht. In Oesterreich herrscht noch im Bereich westlicher Winlde vorwwgcnd Reg-rnwetter. .In höheren Regio-nen ist der Nordw-chwind schon" eingebrochert. Der Hanptwjrbel bewogt sich liang-saM cstt-värts und erscheint mittags über SiAdschiwvden.. Voraussage: Nach Regen veränder'ljch und r-oscb abnchmentde B,md>knng. KW, starke, allmWich Nachlassende nor>PwesTiche Winde. Bereine, Boürfige und Lerss«»k«»M. Jugendvexein A h a w a t h Z i o «t, Restaurant Menczer, 2. Be»., Ausstellungsstraße 16. Morgen, 7 Uhr abends, neunte ordentliche Generalversamniüntg. — B u k o w i n a e r Zentralverband. Sonntag Familienausflug. Sammelstelle beim Tegetthoff-Denkrnal (Pratersternl, 3 Uhr. Ab 4 Uhr nachmittags gemeinsames Souper int-Restaurant, Prater, Hauptallee. 5. — Akademischer Verband Pöale Z i o n. Heute, 8 Uhr abends, im jüdischen Arbeiterheinr, 2. Vez., Blumastergasse 1, Vortrag Dow Hos über „Die jüdische Arbeiterschaft Palästinas, und die Arbeiterfrage". Gäste willkommen! Technisches Museum. Santstag, 3 Uhr nachmittags, Führungsvortrag von Dr. O. B r y kr „Aus der Geschichte der Phtzsik". Sonntag, 10 Uhr vormittags, im großen Hörsaql Lichtbildervortrag von Dr. Ing. Franz Sedlacek: „Abfallvertverttrng in der chemischen Jndusttie . Mittwoch den 20. d., 10 Uhr vormittags, im Hörsaal Filmvorftthrung ftir die Wiener Schulen: „Vom Bauul. zur.Zeitung". OesterrelchtscheS Museum (1. Bez., Stubeuriug> Sonntag sind die Sammlungen einschließUch der Schausammlung ehemaliger Hostnobjlien sowie die La'.isch-?lusstelluttg und die Ausstellnng - der Neuerwerbungen der DwÜothek von 9 bis 1 Uhr geöffnet (200 K.). Bibliothek und Lesesäle von 9 bis 1 Uhr (.freier Eintritt). Salb 11 Uhrt Führung durch die Sammlnng- „Wiener Porzellan". Die Schausautmlung der ehemaligen Hoftafesi und Silberkammer (Hofburg, Michaelertrakt) ist an Sonntagen von 9 bis I.Uhr, an Donnerstagen von 9 bis 2 Uhr zugäuglich. (Inländer 6000 K., Auslältder 10.000 K., illustrierter Führer 3000 K.) Urania: Heute: Großer Saal: 5 Uhr: Bet den Ureinwohnern Austtaliens. Halb 8 Uhr: Das Singspiel. Die Nürnberger Puppe. Die Hochzeit bei Latertteuschein.'— Kleiner S a ül: Halb 8 Uhr: Die Lübau und der Lainzer Tiergarten. — K ü r S s a a l: Halb 7 Uhr: Oberstleutnant Edm. G-l aise- H o r ft e n a u: Politische .und militärische Geschichte des Weltkrieges. IV. 8 Uhr: Redakteur Richard H a t t: G. K. Chesterton cin englischer Sprache). — K l n b s a a l: 6 Uhr: Uuiversttätslektor Ferd. M a t r a 8t Sprechkurs. XU. Halb 6 Uhr: Bros. Dr. Richard K o r y: N'etzsche als Erzieher. II. _16. Jmn 1923 _Seite 5 EruöhruW. Sie Lebensmittekmärtte. Alle Märkte waren gestertt außer-orldeMich gut beschickt, ohne daß im K>lei:chanld-e>l diese Verbesserung des Au-gclüoteS eine Verblstianntz -der Preise hertbeigeffchrt hätte. In der. Großiwarkthalle stich mit der Bahrt 18 Magfl-ons nrit Rindfleisch. Käftern unt> Schweinen cinaellanyt. Im Großhandel find dar-a-ufhin die Preise für R-i>tdsmatenfleisch unt 1000 K., für Schwetne-ffeisch um 2000 K. und für V-ituchsilz um* 4000 K. pro Mottra-mm ziirückpeganzen. Die Kleinhauldellspreise bli-elben voWommettunverändert. Auf den Grünwarenmär'kten stellten sich mir Salat und von Obst nur Kirschen etwas billiger. Me übrigen Preise für Qbjst und Gemüse Wieben uttverändevt. Bühne und Kunst. Ehrung für Fosef Zarno. (Theater in der Jösefstädt.) Nach Schluß der gestrigen Aufführung von StrindbergX Kammerspiel „Wetterleuchten", der vorletzten Börstelluttg unter der Leitung Direktor Jarnos, bereitete das dicht besetzte Haus dem hochverdiettten Künstler stürmische Ovationen. Blumengewinde wurden auf die Bühne geworfen, deo Vorhang ntußte immer wieder hochgehen. Jartw, der die beziehungsreicheit letzten Worte des Stückes: „ .. . Und im Herbst verlasse ich dieses stille Haus" mit bebender Stinnntz gesprochen hatte, dankte sichtlich ergriffen durch stumme Vcriteiguitg für die Ehrung. Wir kommen auf diesen letzten Jarno-Abend in dev Jojsefstadt noch zurück.' 4- . .. Heute findet im. Theater in der Josefftadt als letzte Vorstellung in dieser.Spielzeit und unter der Direktton Josef Jarnos eine Wiederholung des neu inszenierten Kammerspieles „Wetterleuchten" von Strindberg mit Jarno in der Hauptrolle statt. Dann beginnen die Umbau-- arbeiten. Das Theater wird im Herbst urtter der Leitung Max Reinhardts wieder eröffnet. Nie Sesterrelchische «Mosche in Berlin. ' (Von unserem BerAner Mitarbeiter.) . Zwei großldimensioniert'e Ausführungen, die Achte Mahler-Symphonie und Sihömbergs ,^Gnrrel jede r", dazwischen ein Novitätenabenid mittleren Niveaus, bildeten das Programm mper Oesterreichischen Musikwoche alls Abschluß der Berliner Saffön. Die AuWahl war rchrasmtativ, so weit es dje Großen anging. Unter den kleineren Göttern dagegen wirkte ' Julius Bi tön er mit smnen OrchesterMängen nach eigenen Texten reichlich philisterhaft nnld verjährt. Besser klang, wa» Zemtlinsiky in seinen Niaeterlinö-Äieidern zu. sa-gen hatte. Der Beifall, mit dein der diriigiMude Komponist' bogrüßt und bödanltt wurde, war nicht frei von Demonstration Kr die evwcrrtete Berufung au* die Berliner Oper. Die aus neuen Pfaden wandelnde Jugend war durch A. v. Webern und Mban Berg vertreten. Bergs „Reigen", der sich mit frischem Mut durch Dissonansengestvüpp schlängelt, wirkte Mens-und Mtvoller als Weberns „Passacaglia", die noch nicht ausgegoreMn ■ Wein in die alte Form preßt. Die Mahker-ShmWonie wurde von Hans Peillarühmlich geleitet, wenngjleich es nicht zu großen Gm-otionen kam. Ein vorzlW-iches Svikistenens-emlble, darunter die großen Repräsentanten dieser Gesanyspartien, die Fo-erste-l und die Cah i er, sorgte für Wahrrmg -der Mahlerschen Tradition.- Ein Dezennium später als in Wien erklangen jetzt in Berlin znm erstm Malle die „Gurrelieder". Auch hier stellte sich begeisterte Zustimmung bei PM-ftum und Presse ein itt# veranlaßte manchen zur Revision seines Urteils über das Problem Schönberg. Die glänzende Wiedergabe wurde dev ArclodienKll-e des Werkes gerecht. Hier ist die Meiloidie das Primäre, nicht ein akzessorisches oder Msall-iges Ergebnis, wi» hei den Mig irrenden Goldsuchern nach neuen Harmonien und FarbenurischulMn, nicht Objekt einer Thematik, wie bei den Klassikerep-igonen, elinschließlich Wagner, wenngleich auch Schönberg von ihm stammt, sondern lelbendiges Subjekt, wie bei Mozart oder, noch naher, wie — bei Verdi. Es ist Nahrung Kr das Herz, nicht Nahrung für den Geist, wie der spätere Schönberg. Dr. Hvinrich I a l o w e tz trat als Dirigent aus dem Licht des Sterns Zemlinskys, dev ihn in Prag überstrahlt. Er blendete und frm-kelte nicht, aber was sein Stab berührte, brachte er zu klarem Leuchten. Das Berl-itt-er Phi'char-uron>ische Orchester musizierte hinreißend unter dent klugen, sparsam agierenden und dennoch sich voll ntitte-i'lenden Dirigenten. Die Spitzen der Solliftenleistnngev waren Frau Cah'ier-s von tvagische'M Wohllaut erKllte: Klagcges-aug, die weich und Mhend gesungene Tove der Frau Binder nagel und der musik erfüllte Ciprechgesang unseres WiHol-m Klitsch. Der Beifall war groß und echt und könnte Schönberg da>fiir entschädigen, daß ihm nunmehr auch das „Berliner TageAatt" Lob erteilt. Dr. Ko-nrad Ma r il. Jüdische Dramatiker der AEe. Eitt Fachmann schreibt uns: Der Beitrag „Jüdische Schauspieler im Altertum" (in dieser Zeitung vom 30. Mai 1W8) veranlaßt mich,, daran zu erinnern, daß' das Altertum auch dramatische jüdische Schriftsteller gekannt hat, die ihre Dramen zur Aufführuna (nicht etwa zur Lektüre) gsschriöben haben. Am bekannte, sten ist uns die Person eines Dichters Ezechiel, von besten Tr-agiMe „Exagoge" („Auszug aus Aegypten") der Kirchenc Vater Eüselbi-üS uns eini-ge hundert Verse überliesert hat. In etwas scbwachen Umrissen könnenwir den Gang der Hand^ lung verfolgen. Der Dichter hat, nach den ersllm Fva-Mncntep zu schließen, seinen Helden Moses -in einem Monolog (vielleicht war dies auch ein Prolog nach hellenistischer Art) sein» Lebensgcschichte bis zur Flucht' nach Midjan erzWcn lamni