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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-14 · Heft 1557 (14.6.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1557 (14.6.1923)
Date
1923-06-14
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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■ I ■ '; *1*'« *» >P ■"•»ivy.**™* ,.„,3 ^,,„8 >V“sJ5w*y*t|S wwv Vevev Wien. Donnerstag Liefe Teppichpreise offeriert nm das Teppichhaus Meißner, 6. Bez., Mattabilserstraße 105. Teppich für Villa- und Landwohnung 190 K., Epeifesimmetteppich Perserart 590 K., Bettvorleger 15 K., Clothstepvdecken 175 K., Laufteppiche 18 K., Flanelldecken 45 K., Wandhe 29 K.. Bettgarnituren hübsch gesttckt ISO K., Leinentisch- 65 K. Gute Onalttäten. Preise in Tausendern. (Entgeltlich.) *Breikbart vergessen! Grossbavts Lei'tungsföhi^kett ir> der Erzeugung von Auto- und Aerztemänteln sowie sämtlicher Be« rurfskleider ist unübettrcWich unid Mögt die Qu<tti.ät für cm ewiges Tragen. Großbaris Beruf sanänteEfabrik, 7. Dez.. Burggasse 8L MntgeWch.) Bereiue. vorttSse und Versammlungen. Verein E r e z I s r a e l, 2. Bez.. Taborstraße 59. Heute, halb 8 Uhr abends, Ausschußsitzung. Endgültige Schekelverrechnung heute von 8 bis 9 Ubr. — Verband zionistischer Studenten in Wien, 9. Bez., Rote Löwenaafle 7, Cafe Löwen. Heute, 8 Uhr abends, im Verbandslokal Vortrag des Koll. Orochvw: „Eindrücke vom polnischen Judentum . — ZionistischeBezirkSsektion Leopold st ad t. Die heutige Zusammenkunft entfällt. — Reichsschutzbund der Handelsvertreter. SamStag, halb S Uhr nachmittags, im Cafe Gattenbau, 1. Bez., Parkin- 10 (Souterrein), Versammlung. Urania: Heute: Großer Saal: 6 Uhr: Der Kamps mit dem Berge. — K u r 8 s a a l: Halb 8 Uhr: Rechnungsdirektor Robett Baller: Einführung in die photographische Praxis. IV. — GroßerSaal: Halb 8 Uhr: Zum ersten Male: Urania-Film: Körperspott. — Kleiner Saal: haw 8 Uhr: Die modernsten Probleme der Technik. II. Oberbau« rat Ing. Karl Küpper: Psychotechnik. — K l u b s a a l: halb 8 Uhr: Pros. Dr. Alfred L a ß m a n n: Psychologie des »rutschen Bauerntums. Ul. — KurSfaal: 8 Uhr: Dr. Otto Kenrathr AuS der Geschichte der Optik. Jüdischer Jugendoerdand. Samstag den 16. d., 3 Uhr »achmittags, 2 Bez., Taborstraße 20 a, Sitzung mit folgender Tagesordnungr 1. Jugendheim. 2. Jugendbeiblatt. 3. Kongreßkeise. 4. Eventuelles. Alle dem Jugendverbande angehörenden Vereine werden auf diesem Wege ersucht, ihre Vertreter zur Sitzung zuversichtlich zu entsenden. Ernährung. — Sie Lebemmittelmörtte. Die steigenden Fleischpreise. Die Erhohuwaen ans dem letzten Markte in St. Marx vminen im Großhandel bereits Nrr wetteren Wirffamdett. Geiern hat sich im Großhandel Rindfleisch weiter um 1000 K. pro KAoaraamn verteuert, so daß Bratenlfleisch ttn Bevqlerch rur Vorwoche schon um 3000 K. pro KÄogvmmn rm Preise gechiegen -ist. Schweine hohen stch im EiMcmq mit der schwächeren Lenden«: <ms dem Borstenviehmarkt um 1000 Vis 2000 K. pro Kilogramm billiger gestellt. In der GroßmaEhalle sind gestern artt der Bahn v'oß zwei Waggons mtt Rindfleisch ar.gekommen. Die Nachfrage ist angesichts der hohen Brette aeüinq. Aus den Gvünwarerunäröten sind albe Gomüsegattungen reichlich vorrätig. TroAem sind keine wesenttichen Preisherabsetzungen zu verzeichnen. Kohlrüben haben stch zwar!m Preise etwas ermäßigt, dafür ist aber der Spinat gleich Dieder teuerer geworden. Auch Obst. Butter und Ei« er° iuhr erttrotz der «roßen AnWinste Leine Herabsetzung der Preise. Bühne und Kunst. „Die jüdische Theater frage in Men". Uckber dieses Thema h-richl Schriftsteller M. Singer Samstag den 16. Juni um HM 8 Uhr abends rm Saale des Avbeitecheims. B. Borochow, 2. Bez.. Bbumemeravsie 1,1. Stock, rechts. Der Abend Wind vom Vereine Freie Jüdische Vollsbühne veranstaltet. Gäste sind Villstmumen. Die Mener Philharmoniker treten am 96. d. die Reise nach Südamerika an. also in einem früheren Zeitpunkte als voTgefehen war. Die Philharmoniker haben mit der Direktion der Starvtsoper eine Vereinbarung getrosten, nach der sie sich verpflichten. alle Kosten zu tragen, welche ein entsprechendes Ersatzorchester für die letzten fünf Opernabende der Spielzeit iw’Ttv’d^. Mahlers 8. Symphonie. Da zufolge des unerwartet starken Vorvertau.es fitg der Schönbrunner Schloßhof für die Äufsührung von Gustav Mahlers 8. Symphonie als zu klein erwies, wird dieselbe auf dem Hel den platz der Hofburg, den das Handelsministerium in der zuvorkommendsten Weise zur Verfügung stellte, verlegt. Die Aufführung findet nun Samstag den 30. d. um halb 9 Uhr abends statt. Die gelösten Karten behalten-ihre Gültigkeit. (Entgeltlich.) Am den Theatern. Staatsvper. Wegen andauernder Indisposition des Zrrrn Kammersängers S l e z a k muß der für Samstag den 16. d. im Nedoutenfaal angekündigte Schubert-Abend abgesagt werden. Das Geld für gelöste Katten wird an den Bundeslheaterrassen zurückgezahlt. — In der heutigen Vorstellung „Der B L s a z z o" singt Herr Piecaver den Canio. Morgen wird nrueinnndiert „F r a D i a v o l o" gegebm. Als technische Neuerung ist in r a D i a v o l o" der Versuch gemacht, den Orchesterraum durch einen Einbau zu verkleinern. Sollte sich dieser Bettuch in akustischer Hinsicht bewähren, soll diese Neuerung auch bei anderen Spietovern beibehalten werden. B u r g t h e « t e r. Morgen, 7 Uhr abends, „D i e I u n g f r a u v o n O r l e a n 8". V o l! « o p e r. Heute „D i e I ü d i n". (Kein Kattenverkanf.) M:rg. ,T r o u b a d o u r". (Manttco — Pedro Lasnente als Gast.) Raimund-Theater. Die Premiere der GesangSpofse „Vierzehn Tage A r r e st" mußte wegen Erkrankung eines Darstellers auf S a m s t a a den 16. d. verschoben werden. Heute und morgen bleibt das Theater geschlossen. N e n a i s s a n c e b ü h n e. Morgen, 8 Uhr abends, beginnt das Tegernseer Bauerntheater sein Gastspiel mit der Bauernkomödie „Der s i e b e n t e B u a" von Max Real und Max Ferner. Während der Pausen finden Zithervorträge, Gesangs- und Tanzeinlagen statt. Joses st adtertheater. Heute und morgen baS Kamntettpiel „Wetterleuchten" von August Strindberg mit Josef Jarno. Ab Samstag bleibt das Theater den ganzen Sommer hindurch geschlossen, da große und umfassende Umbauten vorgenomme» werden. Wiener MorgenzeitAng. Einer, der nicht weiß, war SummilnüMI find. Vor dem Strasbechcktzgericht 1 stand gestern her Inhaber der Gununiwarenfirm-a Johann Schmeidler (Graben) und t dessen Geschäftsführer An oir L a n g e r wegen urbeugten Handels mit Waffen. Den Anlaß zur AEage gab eine in der ,Mener Morgenzertung" «fchienem Notiz, in welcher auf Gummiknüppel als AuÄagestücke >im Schauferste.r der Firma Schmeidier hingewiesen tpurde. Auf die BerÄffrEchung hin nahm die Polizei eine Revision in den beidm Geschäften des Herrn Schneldler vor, wobei eine größere AnLühl von Gummiknüppeln befchlagr-ahmt wurden. In der gestern dur-' führten Dcchondk-un-g stellte sich Herr Schmeidler so harmlos und naiv wie ein neugeborenes Kind. Es war ihm nämlich bis zum gestrigen Tage absolut fremd, daß Gummiknüppel ütberhMlpt als Waffen anz'.'fehen seien. Offenbar hat der geschäifls üchtige Herr Schmeidler die Ereignisse der letzten Monaile. in denen Gummiknüppel und andere Justrumeute eine nicht unwchen:>l'iche Rolle gespielt haben, verschlafen »der vr hcvt vielleicht auf den Fidschiinfelr« gelebt, so daß er von all diesen Dingen keine Ahnung hatte. SMftve-rständttch verkaufte er die Gummiknüppel nicht als Masten, sondern bloß als Teppichklopfer. Die Ha-kenkreuizleir, wolche di« GummÄnüppcf verwei dot haben, habm j«. auch rmr die KLeider geklopft. Daß zufälligerweise in diesen Kleidorn Menschen steckten, ist den harmlosen Jünglingen gewiß nicht schlimm anznrechnen. Die Gummiknüppel, die Herr Schmeidler verkaufte, sind, seiner Angabe nach, auch noch zur Hürdedressm verwendet worden. Kurz, Herr Schmeidler stellt sich so unschuldig und so unwissend als möglich. Der Richter war von de^ Unschuld des Herrn Schmeidler durchaus nicht so Werzeugt und ver-utteilte ihn zu einer Geldstrafe von ganzen vierzigtausend Kronen. Den GoschäftSjAhrer Langer sprach er frei. In der bemerkmswetten Urteilsbegründung führte der Richter ans, daß die Gummiknüppel, Ae zweifellos mtt Rücksicht auf ihre Beschaffenhett als heimtückische Waffen anzusehen si>wd, in der letzteren Zeit, wie allgemein bekannt ist, eine ProminenteRolleim politischen Kampf der Parteien geiörldet haben, daß daher dem Angeklagten Schmeidler Bedenken gegen den Verkauf dieser Masten aufsteigen mußten, er daher jedenfalls fahrlässig gehandelt habe, wenn er ohne behöMiche Bewilligung die Gummiknüppel in seinem Geschäft zum Verkaufe gefühtt und sogar. in der Auslage hckbe ausstellen lassen. Der Verteidiger erLärte, daß er auS prinzipiellen Gründen geigen daS Uttell berufe. Der staatsarwoLfchaftriche Funktionär meldete wegen zu geringem Strafausmaß die Berufung an. Las SrohyeN als SeüM«tzwaffe. Ankäßlich der Demonstrationen beim Bortrage des Profesiors Nikola wn Architektenverein, welcher Boowag bekanr-tlich von Hakenkrenzfiern gesprengt worden war, wurde von einem Wachovgan der technische Beamte der Oesterreichlfchen Einkaufswerke, Josef Ruzicka, verhaftet, Werl er unter seinem Rock versteckt ein zirka 30 Zentimeter langes Drahtseil hatte. Weiters wurde im Besitze des Ruzicka ein Revolver vorgofunden, der chm jedoch» da er «n Besitze eines Wastenpafses war, zuvückgegeben wurde. Wogen deS Besitzes und Tragens des DrahtseAes, welches nach'Ansicht der Polizeibeswrde als verbotene Waffe zu qualifizieren ist, wurde gegen gegen Ruzicka die AnVlage wogen Nckettretung des Waffenpatentes erhoben. In der gestern über diese Anklage Var dom ObettandeSgevichtsrat Dr. Sieber stattgchabten Dechardlung erKävte der Angeklagte, vetteidigt von Dr. Edmund Schkestngor, daß er Sozialdemokrat fei. und daß er aus rein wissenschaftlichen Interesse den Vortrag des Prof. Nikotla besucht habe. Das Dvahisett habe er aus dem Bureau mitgenommen, um es eventuell zu seinem SeVstlschutz zu verwenden. Cr habe von dsnr Bottvage des Prof. Dr. H'wschfeld her die Erfahrung gehabt, daß die Patteigegner in den ihnen mißliebigen Bevsammilungen, mtt Gummiknütteln bewaffnet, Leut«, die nicht ihre Angchörigen sind, verprügeln, und habe daher sich gegen eventuelle Prügel schützen wollen. Der Richter verurteilte den Beschuldigten wegen des Tragens einer verbotenen Waffe, als welche das Dvahifeil schon mit Rücksicht auf seir« Kürze zweifcklos qualifizieren sei, zu einer GeÄftr'afe von 60.000 Kronen, eventuell zu 34 Stunden Arrest. Der Bvrurtettte meldete gegen Schuld und Strafe die Bemfung an. ■ Las Recht der polMfchr« Ueberreugavg. Vor dem Bozirksgerichte Favoriten (Äandesgerich'srai Dr. Schandorser) hatte sich gestern der Bäckergchiffe Ludwid Scheibl zu verantworten, wott er dem Oberrealschüler Rudolf Gatzka das Hakenkreuzab-eichen von der Brust gerissen, dasselbe weggeworfen und mit den Füßen zottreten. hatte. Am 30. April d. I., nachmittags, entfernten.sich die beiden genannten Personen, die sich bis dahin gar nicht gekannt hatten, aus einom Geschäfte in der Favoritenstraße. Auf der Straße trat Scheibl ar- Gatzka heran und riß ihm das Mzeichrn aus dein Knopfloche. Dor junge Mann wandte sich an einen Wachmann, der denn auch Scheibl das Nationale' abnahm. Auf den Vorhalt, den Wert des Hakenkreuzabzeichens zü ersetzen, soll Scheib.' nach der Polizeiangeige geantwortet haben: ,Marnm tragt er das?", und „Was braucht venn so ein- Lausb:Ä> ein solches Ah)cichen zu tragen?" ' - . Bei der V-orhau^nng beantragt der staa'sanwWchaftliche Funttioncir Dr. Otto K empr>Y die strengste Bestrafung^ des AngeÄagten, und führte aus. jckdevmann habe *0* RaDt, _IL. gwi! rsss ' Nr. 1557 seine politische Usberzeugung durch das Tragen von Abzeichen auf der Straße zur Schau zu tragen. Nach durchgojÄhtter Bev« Handlung Veruvteille Lande-gerichtSrar Dr. Scha»dorfee den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 300.000 Kronen, eventuell 48 Stunden Avrest und zpr Zahlung von 2000 Kronen für das HakenkreuMzeichen. In dsr Begründurg sühnte der Richter auS: Die Tathandlung ist ein Schulbeifpieü für die Uebevtretung der Sachbeschädigung ftemden Eigentums, di« nur der Bosheit, anderen Personen Schad.m zugufügen, entspringt. WaS die Handlungsweise sellbst anbcklangt, so ist zu bemerken, daß «S in dor RepaMik Oesterreich jedermann erlaM ist, seine Meinung frei zu äußern, mii.hin jedermann das Recht Hat, politische Wgoichm zu tragen, die den Ausdruck o>r»:r politifchrn Zugehörigkeit bedeuten. Venn nun jemand, der einer anderen politische Partei angehovt, stch beim Anblick eines chm, bezw. seiner politischen Gesinnung Widersprechend:« Akhzoichms auf d:n Träger des letzteren stürzt, ihn bei der Brust packt, so zeigt dieser Vorgang eine Devrchung, eine Vevwi' derimg der polvtischrn Sitten, die auf das schävffte yu mißbilligen ist. Dabei ist es glcichgüll'ig» ob es stch um -den Scwje'stern, um das Abzeichen der Zionisten oder um dar -jeder anderen politischm Partei handolt. Wogu ergänzend zu bom-erikm wäre, daß es einen 3. März gegebm hat, an dem die Hakenkreucker in sehr deutlicher Waise dagegen demonstriert halben, daß Juden in Wien ihre Meirung sagen dürfen. In den biZH-:«r durchgeführ'en Prozessen gegen die Demonstranten, sofern stz Hak-.'vkreuzler sind, haben sich stets austallend milde Richter gefunden. Volkswirt. kestempeüe Krone --- 0.0078'/, krntkmes. Auszahlung Wie» 0. 0078’j Centimes. In Züttch notiert« die österreichische Krone . . 0.0078V , (0.0078V, am 12. JMl) die Lsterr. gestempelte Krone 0.0078'/ ,( 0.0078'/, am 12. Juni) die tschechische Krone . . . 16.61 ( 16.60 am 12. IM) die Mark. 0.0058 ( 0.0067 am 12. Juni) Holland .. 218.15 (218.10 mn 12. Juni) New-Dork ........ 556.55 (556.60 mn 12. Juni) London . . 25.69 ( 25.68 am 12. Juni) Patt» . 35.70 ( 85.75 mn 12. Juni) Mailand ........ 25.85 (25.82 mn 12. Juni) Belgrad. 6.20 ( 6.20 am 12. Juni) Bukarest .. 2.85 ( 2.85 am 12. Juni) Sofia. . .. 6.30 ( 6.32 am 12. Juni) Budapest. 0.07 */ öo o ö am 12. Juni) Warschau.. . 0.0080 ( 0.0)87 am 12. Juni) Sir Verbindung der Herm Stinnes mit dem frauMcheu Kapttal. Twtz der ostiziellen und nicht offiziellen Meugnung stcht es nunmehr endgültig fest, daß Herr Stinnes, der Führer und Förderer der Hakenkreuzbeweyung, der sich als Wortführer der ultranationaildeutfchen Bewegung ausspielt, auf dem Umwog über die N'edettsterreichische EZkompiegesellschaft mit demjenigen Werke, welches bisher sämTiche Waffen zur Nicderhal'tung und Unterdrückung Deutschlands geliefert, mit Sch weide r-Cre uzot, dem Lieferanten der franzitfifchen Armee, innige Freundschaft zu schließen sich anschickt. Das Communiqu-e der Niederöslerreichischon EÄomptebank, lvelches wir vorg<stern Vervsfent'licht haben, sucht wohl diese Tatsache zu umschreiben. Es läßt sich aber dach nicht leugnen, daß dem so ist. Es ist lächerlich, wenn bchauptet wird, daß die N'iederösterreichifche Eskomptegesellschaft mit Schneider-Creuzot nur deswegen innige Freundschaft geschlossen hat, um gemeinsam gewisie Industrien in Oesterreich und am Balkan zu betreiben. Es wird sogar goschckterweife dos Mäntelchen der Heranziehung des fremden Kapitals §um Ausbau der östervcichifchvn Wasserkräfte austzenützt. Die Tatsache lät sich nicht lerbgrien, daß die N i ederösterreichifche Eskomptegele-llschaft jetzt gemeinsam mi-t Stinnes der Hauptaktionär der österreichischen Alpinen Montangeselllschast ist und daß hauptsächlich zu denjenigen Industrien, deren Beteiligung ßür Schneider-Creuzo-t vorgesehen ist, seObstverstänVlich die Alpin« gehören. Man hat die anderen Vorwände nur vorgeschoben, um bi« Beteiligung ein wenig zu verhüllen. Tatsackw bleibt folgendes: S ch n e i d e r - Cr e u z o t hat schon seinen Anteil an der böhmischen Pold'hütte und den Skoda-Merken. Beide werden von der Lllpine mit Eisen versorgt. Jwfolgcdessen hat diese französische Gesellschaft ein Interesse an diesem Eisenkieferanten seiner tschech'fchen Unternehmungen. Da hier aber Stinnes Gebieter ist, haben sich beide durch die Verbindung der Ni^devösterreichischen Eskomptebank zusammen, gefunden. D'e Cskcmptcgesellschast wird genannt und Herr StinneS wird gemeint. So habe« sich di« Eisen- und Trust- Magnaten Deutschlands und Frankreichs auf dem Wege über Oesterreich di« Harrd gereicht. Mag nun Deutschland von französischen Kanone:: des Eeschäftskompagnons noch so sehr bedroht wenden, möge noch so sehr die Stimmung der deutschen Bevölkeruwg gegenWer Frankreich von den Blättern des Herrn Stintes ausgereizt werden, für Stinnes ist das Geschäft Geschäft, selbst wenn er der Patron, Geldgeber, Förkvrer und Wortführer der Hakenkreuzler ist. Der Förderer der deutschen Antisemiten benützt Finanzleute jüdischer Abkunst, um die Verbindung mit den schärfftren Widersachern Deutschlands zu f'r.dcn. kcstiglioni auf der einen Seite Krasny auf der anderen Seite. Ms Mer-klzenge sind sie gut genug. Sie sind ihm nur Mittel zum Zitöcck.

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