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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-14 · Heft 1557 (14.6.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1557 (14.6.1923)
Date
1923-06-14
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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1 Nr. W : r Wim, DornderM V*«n','! -!»!« fMBiWjl^W11 J1 - :/ '•■’!*:"1-—tJ- ~ r:r MfttMMNW-M PubMum. wi'lf J!U" N!MWWW«">a m\tm Wv»s*mMW«. 14, IW 4M SM? TRIPLE-SEC Abi. Juni 1923 unt>r technischer Leitung deeHerrn GABRIEL DESPOUYS aus Paris, wslftarOhmten Firma „Cusanler" in Gharenon «> Spezialitäten; Hobt» Trlpl« «•« Grand Honarqua Cijratao KOmmai crlafallla* Cherry Brandy HbN Brandy (Weinbrand) Zentralbureg«: Wien, l., Con cordIrplatz t Telephone: 9**t-65, 45 0-94 Nnrecbt in dieser Flaschenform! - STAU0MÄNTEL OVERALL-ANZÜGE Berufskleiderfabrik Grcasbapd Bll-8uniemeir.tel u-n-H Sfe ~ “ . " der Hakenkreuzler. Up« der Bollversammluag der Sndustriellenverbandes. Anlässlich der Verlobung unserer Sohwester Fräulein Dora Altmann mit Herrn Dr. M. Wagner, Czernowits, gratulieren wir herzlichst Geschwister AUmann, Kuitus-u.Justiztalareu. Barette liefert ln schönster Ausführung die bekannteste Speiialflnna ISS DimAIE Am nf TEIN Zivil« and Üntforo-uehnnlder RUDuLr QDLD}TCin Wien «, tsdorstr. 54. Tel. 45-6-29 Gegründet 1866 - Oroße Auswahl feinster Stoffe fürMaßbestellungtn Atlchtig für 5nunb Ausländer! '“Ä preiswerte Möbel "LSÄ renommierte Kunsttischler- und Tapezierer-Möbelhaus plalschek & Co., Wie«, IX , Porzellangaffo Rr 49 a Vestchtigung r e t. 597 Gegründet t 9 ü l Für prima Verpackung wird gesorgt. L. & c. HARDTMülff« KO H-I-NOOR - BLEISTIFTE MEPHISTO - KOPIERSTIFTE ANERKANNT UNERREICHTE FABRIKATE ZU HABEN IN ALLEN BESSEREN PAPIERHANDLUNGEN m ,Lhr Judentum, meinte Herren, schreckt mich nicht, denn »«ch"ich bin Jude." Und che ich mich noch von meinem Erstaunen erholen konnte, sagte der ernste Rektor der Duviker Universität getasten und mit voller UeberKeuyuny: ,Meister Nvrdan, Ihr Judentum beweist mir nichts, denn ich bin ebenfalls ein Sohn des jüdischen BoUeS." ,Ln meiner höchsten Ueberraschung»" sagte Nordan lächelnd, .Klarierten sich sämtliche Anwesenden als Ange» hörige des jüdischen Volkes und wir begrüßten einander mit brüderlichem,Mchulbom Mvjchem". Fröhliches Lachen unterbrach NordanS letzte Worte; ober mit einem spitzbübischen Mick seiner blauen Kinderaugen und einer abwehvenden Handbewogung sagte er sarkastisch: freuen Sie sich nicht so, ein Minjan hätte dort nicht gebildet werden können; denn einer der Anwesenden war sin P»r%t eines getauften Inden." Schallendes Gelächter folgte dieser Bemevdmg. Oe! den llreiawohner« Australlens. Die Wiener Urania hat ihrem Programm noch vor Saisonschluß einen neuen, bemerkenswerten Filmvortrag slnderleibt, den Theodor Heinrich Meyer versaßt«. Er führt nach Australien, jenen eigenartigen Lrd-teil, welcher, so lange die Weißen nicht kamen» nur von idyllisch lebenden, hcyMlofen Jagern bevöl-ert war. Die Urbevölkerung Mit bloß 60.000 Wtzst und ist natürlich aus den AnAstevbeetat gesetzt. Die herrlichen, farbenreichen Korallenriffe, di« Tierwelt Australiens, die veinerlei Raubtiere ausweist und vor allem ans ven zahlreichen Arten der Beuteltiere und Schildkröten besteht, die merkwürdige Pflanzenwelt mit ihren rissigen M'talhMMumen, EvaSbäumen und GummMumen, die steppenlandschaft JnnevanstvalienS und die Flora sowie Kann« der artstrallischen See werden m auKgezeichneten Filmen und kolorierten MVern vorgesuhvt, Besonders Obwohl Herr Urban stphseim Helfer sich vorgestern . .Mich - beasiüht haben, streng unter sich zu bleiben, und den Vertretern der Presse den Znfritt znr Vollversammlung deS Jndustriellenverbandes verwehrt haben, ein Vorgang, der zu den bichevigen Gopflogecheiten in krassem Widerspruch sticht, sind die Vorgänge in der Versammlung, über die sich das vom Jndustriellenverband auSgegebene Common iqne gründlich äuSschweiyt, nunmchr in die Oeffentlichlkett gedrungen, und wir''hadm nun Gelegeicheit, einen auSsiihHchen Bericht darüber zu bvingen- Um 3 Uhr nachmittags eMnete Präsident' Urban die Vevsammluntz. Anwesend waren etwa 120 Mitglieder. Weich in seiner Eröffnungsrede kam Herr Urban aus die Angelegenheit der Verwendung der BstchandSgelder für HelmivHven und Frontkämpfer zu sprechen. Er tat dies so nebenbei und war bemüht, die Sache zu bagatellisieren. Hieraus meldete sich Gemeindevat Bruno Pollak zum Wort. Er protestierte in scharfen Worten gegen den Mißbrauch der Gelder der Industriellen und nahm dagegen Stellung, daß antisemitische Kampsorganisationen von Mischern Ge-lde unterstützt werden. Ganz Maibhä-ngig davon wandt« er sich auch als Industrieller dagegen, daß der Verband diese verderbliche PoilM betreibe und dadurch einen Bürgerkrieg provoziere. Im gleichen Sinne sprachen auch Kommerzialrat Karl Klein und Schuhsabvikant Goldschmidt. Letzterer polemisierte besonders gegen Kommerzialrat Tschelnitz (Margarinesabrikant), der hauptsächlich das Eigentum geschützt wißen wollte und aus diesem Grunde die Frontkämpfer subventioniert. (Offenbar sicht Herr Tschelnitz schon im Geiste, tote Bolschewikenhorden seine Margarine plündern.) Herr Goldschm idi sagte, daß in erster Linie die Ehre als Jude stehe und mit ein Lump daran vergessen könne. Di« lrgnrrgskn Figuren waren wohl die beiden Juden Tschelnitz und ein gewisser Sterowitz. Dschelnitz erklärte, es sei chm gleichgültig» wer das Geld bekomme. Die Hauptsache sei ihm nur, das; das Eigentum geschützt werde, und er eiferte Präsidenten Urban förmlich an, in seiner HaLmkpmzPositft fortzufchrrn. Cs hatten sich noch einige Redner zum Worte gemeldet. Herr Urban, dem die Debatte über eine so heikle Angelegenheit natürlich schr peinlich war, zog es daher vor, die weitere Debatte durch seine jüdischen und rvichMdischen Trabanten verhindern zu lassen- In seiner Erwiderung aus die Interpellationen beschränkte ersich ans die bereits bekannten Phrasen und hatte die Kühnheit, zu behaupten, daß die Frontkämpfer und Heimwehren sich der Staatsgewalt miterordnen. Herr Urban hä'l-t also die Versammlungssprenger und Revolverhelden, die jüdische Greise und Frauen niederknüsHelN, nicht nur für ftaatserhaltend, sondern auch für ein der Staatsgewalt unterstehendes Element! Wir find neugierig, was die Regierung zu dieser ihr von Herrn Urban zugedachten Ehre sagt. Nach diesen ErWrnngen beantragte. Präsident Urban selbst den Schluß der Debatte und bei der Wst-immnug ergab sich das für die österreichischen Industriellen wenig, chrenbolle Resultat, daß von den zahlreichen jüdischen Industriellen nur 15 gegen den Antrag stimmten. Besonders lebhaft haben dem Präsidium Herr Ts che lnitz und der Jude Askonas, besten Name bei uns wiederholt in wenig rümlicher Wei.se erwähnt worden ist, sowie ein gewisser Wkax Schiller (Max Schiller u. Co., A.-G^ assistiert. interessant ünd die beiden letzten Abteilungen des Abends, welche hke Urbevölkerung beim Schildkrötensang, ferner in ihrem häuslichen Leben und schließlich die Australier als Krieger und Tänzer zeigen. Eine eigenartige Welt enthüllt sich dem Beschauer und ein sesselrchrr begeitender Vortrag bringt reiche Belehrung, Achad Haam bleibt in VaMina. Ans London wird uns gemeldet: In einem Briefe an den ,^Fe w ish Cr on>iele" dementiert Acha-d Haam die Nachricht, er sei aus Gesundheitsrücksichten gezwungen, Palästina zu verlassen. Er-habe nie eine solche Aeußevnng getan. Sechs Mische FMilie« lebendig verbrannt. Aus Lemberg berichtet man uns: Im Dowse Cenelowka Oouvernement Wochynien) beschlossen die Bauern/ an den dort ansäffvgen sechs jüdischen Familien Rache zu nehmen, die sie beschukldigten, ihre Verschwörung gegen die Sowjetbehörden denunziert zu haben. Die Bauern schlossen die Juden in ihren Häusern ein und steckten diese dann ln Brand. SämOiche Machen Familien sind umycikommen. Die Sowjetbchöchen haben in das Dorf eine Sitraskommission eMndei, welche 67 Häuser im Dorfe in Dvaud setzte. Neuerliche Herabsetzung des »rotvreifes. Da» Brot «m 11» Krone« billiger. Bei der Errechnung der Gestehungskosten haben die Bäckermeister und Brotfabriken beschlosien, mit Rücksicht auf den Rückgang der Mehlpreise eine.neuerliche Herabsetzung de» Brotpreises Md auch eine Verbilligung der Preise für Weißgeb äck vorzunehmen. Die Verkaufspreise der nächsten Verbrauchswoche sind r Normallaib 687» K. (VerbilligMg 110 K.); Extrabrot pro Kilogramm 5800 K. (VerbilligMg 110 K.); Weiße Wecken 3030 K. (Verbilligungb0 K.); K l e in g eb 8 ck 410 K. (Verbilligung 10 K.). Die Rabatte a« Wiederverkäuftr bleiben unverändert. Sie »affin etioBrot In einer Wohnung des Hauses 'Rueppgasse S8 -ist die Schneiderin Regine Mauthner gestern svüh im Verlaufe eines Streites von ihrem Gatten erwürgt worden. Sie war sofovt tot, Der Täter hat sich beim PolizeKommissariate LeopoldstM gestellt. Es ist der Beamte eines Buchverlages Albert Mauthner. Die. Ursache der Schreckenstat sird eheliche Zwistigkeiten. Mauthner hatte vor kurzem seinen. Posten verloren, was zu Mitzhelligkeiten mit semet Frqu Anilaß gab. Geistern hätte die GeeichtSvechaMung wegen der Ghsscheidnng stattsinden sollen. AlS die Kommission inS Zimmer kam, fand sie di« Frau, Mit einer Decks zugedeckt, tot aus. Neben der Leiche spielten ahnungslos die beiden Keinen Kinder. Es ist der Verdacht aHgetaucht, datz Mauthner die Tat nicht im Affekt begangen, sondern woWberlegt hat. Für diese Annahme spricht der Umstand, daß man im Hause nirgends den Lävrn des Streites gchört hat, den Mauthner vor der Lat mit seiner Frau MM halben will. Sogar der Zimmerherr hat, obwohl Mn durch die dünne Wand jedes laut gesprochene Wort vernehmen Miß, nicht den Lävm eines Streites gehört. Fr an Mäuchner soll vor chrem Gatten schon seit tanger Zeit Furcht empfunden haben. Es wird ergählt, daß sie Nachbarn gegenüber sogar die Befürchtung ausgesprochen hatihr Mann konnte sie im Schlafe erwü-rgen. * Der Naubansall aus dem Schwedenplatz. Die Versiegung des Räubers, der am 8. d. ans dem Schwcdenplatz den OheroMial Pölderl überfallen, niedergeschlagen und' einer Summe von 88 Millionen beraubt hat, wird eifrig fortgesetzt. Gestern glaubte mön bereits, des Räwbers hcÄhaft geworden zu sein. Im Prater war von einem Wachelbeamten ein junger Mann aufgegriffen worden, auf den die Personsbeschreibnng des Verdächtigen paßte. Er nannte sich Karl S., erklärt« erst, überhaupt nichts Wrechen zu wollen, und wurde dann dem SicherheitSbureau überstellt. Dort legte er sich den Namen „Alexander Neu" bei und gab zu, den Mmbanfall an Obervifsiziail Pölderl begangen zu Hadem Es stellte sich jcdoch heraus, daß die SeWstbeschuDigung des jungen Mannes auf krankhafter Einbitldung hevuhd * Antisemitismus in Steiermark. Die vMischew Vereine von Liezen in LBerstetermark, denender überwiegende Großteil der Bevöllerung dieses OrteS anaehört, teilen mit, daß jüdische Sommerfrischler nicht erwünscht sind und auf eine zuvorkommende Ausnahme nicht rechnen dürfen. * JLdische Volksschule für die Bezirke 18-15. Im Scptemfcer C I. soll die erste Masse einer Mischen VMsschme im VeMnHause, 16. Bez.. HerKotzgassr 2ll, eröffnet. werden. Die TeÄnehm erzähl ist bqchrankt und wollen An-meildungen ehestens erfalgen; diese können tätlich (Samstag ausgenommen) von 9 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends im SeEretariat (obige Adrelle) vorgenommen werden. Mittwoch den 20. d. sindet zur Besprechung dieser Schulgrünldung sowie dringender Erziehungsfrogm im Festsaalle, 16. Bez^ Hovklotzgafse 21, eine Versammlung statt. * Ferienkolonie für jüdische Schulkirwer. Der Israelitische Humanitätsverein für die westlichen BezirLe Wiens, Nachlat teschurun, welcher seine Ferienkolonie in Vösilau (früher aubersdorlf) bereits erÄffnete, ns-mmt für die 2. und 3. Kolonie in der Zeit vom 18. Juli bis 18. August und 12. August bis 18. September, so weit vcrslüglbare Platze vorhanden sind, noch Kinder an. AnmMungcn schriftlich oder persönlich bis 30. Juni von 8 bis 10 Uhr und von 2 bis 3 Uhr an Vorstandsmitglied Neuseid, 7. Bez., Mariahilfevstraße 80. * Wer darf am 17. Juni für die NettmrKgesLllfchaft sammeln? In den Häusern werden die HauZbasorger und Portiere mit den oMiellen Sammelbögen der Rettungsgüsellschaft Spenden einhvben. IN den öffentlichen Lokalen erfolgen die Sammlungen durch Herren unv Damen, welche einen numerievten SammeNarton mit b-er Aufschrift ,Iür die Wiener Freiwillige NettungsgcsellfchÄft" tragen sowie ' eine gleichnumerierte Armbinde mit oe>m Aufdrucke der Rettungsgesell, schüst und eine Legitimationskarte mit gleicher Nummer besitzen. Ueberdies werden durch die Bezirks- und Mrsovgeräte und -rätinnen, welche amtliche Legitimationen haben, Sammlungen vorgenommen. Andere Personen sind zum Sainmeln nicht berechtigt. * D:r Herausgeber des New-Norber „Day" in Wien. Ter Präsident des Direktoriums und Herausgeber der angesehenen Müschen Tageszeitung in New-Ioük ,Ahe Day" (,/Der Tag"), Mr. Morris Weinberg, ist zu kurzem Aufenthalt in Wien eingotrolffen. Mr. Weinberg hat diese Europareise zum Zwecke dös Stuvittms der Loge der Inden in den verschiedenen Ländern in pdlitilscher, sozialer und kultureller Hinsicht unternommen und wird auch Palästina besuchen., Mr. Weinberg wird im Aufträge dös ArbeitsMinisters Amerikas (Sekretach of Labor) auch die Verhältnisse der Emigranten, die nach Amerika auszuwüNdern beabsichtigen, studieren- und diesöttk dann Uber seine Wahrnehmungen Bericht erstatten^ * AMilichrt Wtztlervericht. Die Verschlechlerung deS Wetters macht weitere Fortschritte. Die westliche Halste Oesterreichs ist bereits eingetrübt, die östliche stark bewölkt. Die Meldungen Mts dein Auslande sind größtenteils auSgeblieben. Vormtssago r Trüb, zeitweise Regen, kalt, lebhafte nordwestliche Winde. )Gänfnnnan9BA03Btts&&a9BEBflHttK mamsmrn 369964

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